Jagd auf das Löwinnenschwert

Orkenspalter Downloads - Rezensionswettbewerb
Derzeit läuft ein Rezensionswettbewerb bis Ende Mai. Zu gewinnen gibt es eine Hardcover-Vollfarb-Variante des "Großen Orkenspalter Kochbuchs Band II". Details gibt es hier. Wer nicht weiß, was er bewerten soll: im Download-Bereich sind rechts Infoboxen, was zuletzt bewertet wurde, aber auch wo noch Rezensionen fehlen!
  • Perricum. Eine der wichtigsten Städte des Reiches, Sitz des Schwertes der Schwerter und Heimat vieler Krieger und der stolzen Perlenmeerflotte. Ein Bollwerk gegen Ferkinas und Aranier, aber auch eine echte Hafenstadt. Hier trifft sich der Handel des ganzen Kontinents zusammen mit einem Großteil des Heeres, denn zwischen den Kasernen einzelner kaiserlicher und königlicher Regimenter, der Magierakademie, Kapitänsschulen und einem der wichtigsten Tempel des Efferd, dem Schutzpatron der Stadt, und der Rondra, blüht das Geschäft.


    Und heute, am fünften Rahja, ein weiterer schöner Tag an dem überall in ganz Aventurien gefeiert wird, blüht auch die Geselligkeit und der Frohsinn. Noch immer ziehen Paraden durch die Straßen, während auf den Plätzen, wo sonst die Rekruten üben, Gaukler, Künstler und Jahrmarktszauberer das Volk erheitern. Feine Genusswaren, per Schiff oder in Wagen über Land von überall herkommend, werden dort feilgeboten, und sogar so manche Patrouille verweilt an der einen oder anderen Ecke, um dem Schauspiel beizuwohnen, oder sich schlichtweg kurz zu amüsieren, wenn die Vorgesetzten nicht in der Nähe sind.


    Kurzum, es ist überall laut, Musik, Gesang und Lärm sowie leuchtende Farben erfüllen die Straßen, die sonst so düster und diszipliniert wirken. Und während sich das sonst so arbeitsame einfach Volk in den Straßen und Tavernen erfreut, frönen die hohen Herrschaften der Stadt ihre eigenen Feiern unter ihresgleichen, so das auch die Prunkbauten der Adeligen reich geschmückt sind, und sich edel und aufreizend gekleidete Leute in den Häusern und Gärten tummeln. Da wirken selbst die Schatten der Wehrbauten gleich wesendlich freundlicher.


    Auch im Hafen, wo sich die großen und kleinen Handelsschiffe neben den Galeeren aufreihen, herrscht reger Betrieb. Kontore, Segelmachereien, Werften und die riesigen Lagerhallen sind ebenso wie die meisten anderen Gebäude reich geschmückt, und auch einige Schiffe sind wesendlich bunter als sonst. Neben dem Rauschen der Wellen erklingt auch hier die Melodie der Barden und Skalden, und Bauchladenhändler huschen durch das Volk, ebenso wie in allen Teilen der Stadt.


    Wo Efferd, der Schutzpatron der Stadt, seine Hand drüber hält, weicht er zum Fest der Schönen Göttin. Sinnlich geht es auch im Rahjatempel zu, dessen Portal heute, wie schon alle anderen Tage seit dem ersten Rahja, weit offen steht. Wird schon überall in der Stadt der Herrin der Genüsse und der Heiterkeit gefrönt, so geht es hier nicht minder berauschend zu. Wein, Tharf und Süßspeisen werden hier im Übermaß verbraucht, und ein Jeder und eine Jede ist geladen, dabei zu sein. Und so vielfältig, wie die Freuden, sind auch eure Motivationen, hier zu feiern. Der Eine mag sich einfach dem berauschenden Fest der Großstadt hingeben, der andere vielleicht eher auf das schnelle Geld aus zu sein, oder vielleicht ist man einfach auch nur eher zufällig hier.


    So mischt ihr euch zur Praiosstunde unter das Volk, genießt das schöne Wetter und die Feierlichkeiten dieses Sommertages. Die Praiosscheibe strahlt vom wolkenlosen blauen Himmel, und vom Meer weht eine sanfte, erfrischend salzige Brise heran.

    Of course she's gay!


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  • “Gehe er doch woanders seinen Gelüsten nach!“, ruft Omar erbost und durchaus auffällig laut, während er sich weiter durch die Feiernden kämpft, die in kleinen Grüppchen mehr oder weniger eng beieinander stehen. Völlig entnervt findet er endlich die Straße, welche er suchte. “Endlich!“, entfährt es ihm einem Seufzer gleichend. Heftig klopft er an die Tür. Erst nach langem Zögern macht Rhadjiv ihm auf. Bereits im Hintergrund erkennt er auch hier wieder eine Feier. Genau das hatte ihm noch gefehlt. Er rollt mit den Augen, versucht sich jedoch gleichzeitig so etwas wie ein Lächeln abzuringen. “Radjiv …“, sagt er nur kurz, als sein Gegenüber ihn auch schon hereinbittet. Mit einer relativ fadenscheinigen Begründung hatte Omar gebeten, bereits jetzt aufs Zimmer gehen zu können. Er sei müde von der Reise. Eine Lüge, die jetzt genügen musste. Noch mehr Feierlichkeiten konnte er jetzt einfach nicht ertragen. Die lederne Umhängetasche wirft er oben sogleich auf das Bett, die Tür schlägt er laut krachend hinter sich zu. Er seufzt. Der Lärm der Straße wird hoffentlich durch geschlossene Fensterläden nicht mehr ganz so unerträglich. Gedacht getan und im nun dunklen Zimmer lässt er sich erschöpft in die weichen Federn sinken.

  • Lächelnd spaziert der Mann durch die Straßen der Stadt. Sein Ziel war das "Gefüllte Füllhorn", ein Gasthaus, welches, trotz seines skurrilen Namens, ein gehobens Klientel anziehen solle.
    Das Wetter war an diesem wundervollem Tage gerade so, als würde die hübsche Göttin höchstselbst auf die Stadt lächeln, und so schnürte er den Kragen seines weissen, verziertem Hemdes noch etwas weiter auf. Die rote Weste aus Samt hatte er bereits aufgeknöpft. An dem dunklem Ledergürtel hängt linkerhand in einer Geschmackvollen Scheide ein Degen, mit schlichtem, aber ebenfalls geschackvollem Griff. Die Hosen scheinen schlichte, aber gepfelgte Reiterhosen zu sein und die dunklen Lederstiefel wirken mühevoll gepflegt.


    Immernoch lächelnd regt der Mann sein wohlgeschnittenes Gesicht mit dem spitzen Kinn- und dem geplfegtem Oberlippenbart der Praiosscheibe entgegen, die braunen Locken fallen hierbei unter dem Hut mit der blau-roten Feder auf die Schulter.


    Der Mann geniest offenbar die Sonnenstrahlen sosehr, dass er ganz vergisst, dass noch andere Menschen auf der Straße sind. Prompt rempelt er, den Blick immernoch gen Himmel gewandt, einen jungen Burschen an.
    "Pass er doch auf, wohin er geht!" kommentiert er den Zusammenstoß mit dem Jungen und geht weiter, ohne diesem die Chance auf eine Antwort zu lassen. Sein Ziel war schließlich ganz in der Nähe. Nach nur wenigen weiteren Straßenbiegungen steht er endlich vor dem geplegtem Gebäude. Länger betrachtet er das Schild über dem Speisehaus, als wolle er etwas untersuchen, und tritt dann schließlich, nach einem weitern Blick nach Links und Rechts, ein.

  • Dumpf hallen ihre Schritte auf dem steinernen Tempelboden wider, als sie festen und ausgreifenden Schrittes durch leer erscheinenden Gänge geht.
    Auch die Geweihtenschaft zieht es heute hinaus auf die Straßen, um an diesem Tag der Rahja zu huldigen, so daß es kein Wunder ist, daß im Tempel der Rondra zu Perricum an diesem Tag wenige Geweihte und Gläubige zu finden sind. Nur wenig mehr als die Tempelwächter und die Geweihten, die Tempeldienst zu verrichten haben, sind da.
    Doch Kenzai Cégon von Perricum, kampfgezeichnete Knappin der Göttin, verweilt nicht bei diesen, denn sie hat Befehl erhalten, sich beim Schwertbruder dieses Tempels zu melden.


    Sie ist eine große und kräftig gebaute Frau um die dreißig Götterläufe, deren Statur auf ihre thorwalischen Vorfahren verweist. Haselnußbraunes Haar ist zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, grüne Augen nehmen ihre Umgebung aufmerksam auf und wahr.
    Es fehlen nur wenig mehr als ein halbes Dutzend Halbfinger bis an die zwei Schritt Größe und ihre breiten Schultern zeugen ebenso von Kraft wie ihr gesamter Körperbau. Fast 100 Stein mag sie wiegen, doch sind dies trainierte Muskeln und Sehnen, die sich jedoch leicht und fließend unter ihrer Haut bewegen, so daß Kenzai nicht unbeweglich und schwerfällig erscheint, sondern im Gegenteil sogar erstaunlich schnelle und kontrollierte Bewegungen hat. Sie beherrscht ihren Körper hervorragend.
    Der Khunchomer Spiegelpanzer blinkt schwach im dämmrigen Licht, aber die rote Löwin auf dem weißen Grund ihres Wappenrockes, die auch auf dem weißen Umhang abgebildet ist, ist deutlich zu erkennen ebenso wie ihre einfach gekreuzte Schwertfibel. Der Knauf ihres Rondrakammes, den sie in einer Rückenscheide trägt, enthält einen Smaragd, der Knauf ihres an der Hüfte getragenen Langschwertes ein Löwenauge. Um den Hals trägt sie eine goldene Kette mit einem Achat als Anhänger.
    Kenzais Gesicht ist ernst, auch wenn sie heute schon selber im Getümmel Perricums mit Freunden gefeiert hatte und auch in der letzten Nacht nicht allein gewesen war, so verdrängen mögliche Hintergründe dieses plötzlichen Befehles alle Gefühle der Feierlichkeit und der Leichtigkeit.
    Doch auch wenn sie lächelt, verliert ihr weder auffallend hübsches noch eigentlich unschönes Gesicht einen martialischen Ausdruck. Dafür sorgt die kleine Narbe, die vom rechten Mundwinkel zum Kinn verläuft und den Mundwinkel, auch beim lachen, stets etwas nach unten zieht. Ihr nackter linker Arm ist stark wie von Bißwunden vernarbt, der linke kleiner Finger fehlt und auch an anderen sichtbaren Körperstellen finden sich kleinere und mittlere Narben, einige schon stärker verblaßt, andere jünger.


    Mit einem kräftigen Pochen schlägt sie gegen die Tür des Arbeitszimmer des Schwertbruders. Einen Momentlang tut sich nichts, dann jedoch ertönt ein leises Rascheln.


    "Herein!", ruft eine tiefe Stimme, die es gewohnt ist Befehle zu erteilen.


    Kenzai tritt ein. "Rondra zum Gruße, Schwertbruder!" grüßt sie in aufrechter Haltung und mit der geballten linken Faust auf dem Herzen. "Ihr habt mich rufen lassen?"


    Hagen Boetmann (;-))von Perricum, ergrauter Schwertbruder, sitzt hinter seinem großen Schreibtisch und grüßt Kenzai mit der gleichen Bewegung zurück. "Das ist richtig, Knappin. Ihr seid von dem Schwert in Kenntnis gesetzt?", fragt er, und mustert Kenzai aufmerksam.


    "Selbstverständlich, diese Entdeckung könnte tiefgreifende Folgen haben."


    Boetmann nickt bestätigend. "Richtig, wer weiß, wieviele Schwerter noch verschwunden sind", murmelt er unwirsch. "Eure zweite Weihe ist nicht mehr allzu fern, und Ihr habt einen hervorragenden Ruf in unserer Geweihtenschaft. Deshalb sollt Ihr das Schwert zu Baron Tremal von Dunkelstein zu Viereichen in Havena bringen. Unsere Brüder und Schwestern werden sich dort ebenfalls der Sache annehmen."


    Kenzai nickt knapp und läßt sich ihre Überraschung über diesen Auftrag nicht anmerken. In ihren Augen blitzt es kurz auf. "Allein, oder werde ich über eine Eskorte verfügen?"


    "Eine Eskorte natürlich. Vier Geweihte werden für Euch abgestellt, zudem sollt Ihr jeder Situation gewachsen sein, also werdet Ihr noch eine Handvoll weiterer Recken zusammensammeln. Hierbei verlassen wir uns gänzlich auf Eure Erfahrung, Ihr wählt jene, von denen Ihr glaubt, das sie Euch nützen werden."


    "Das werde ich, Schwertbruder. Wann soll ich aufbrechen und wieviel Geld steht mit zur Verfügung?"


    "Ihr werdet so bald als möglich aufbrechen. Deshalb solltet Ihr Euch eilen, die Recken zusammenzusuchen. An ihren Forderungen werden wir das benötigte Geld messen. Seid nicht kleinlich, aber ich nicht zu freigiebig."


    "Jawohl, Schwertbruder. Ich werde mich sogleich auf die Suche nach angemessenen Leuten machen."
    Sie grüßt ihn zackig und verläßt sein Arbeitszimmer.


    Draußen auf dem Gang überlegt sie kurz, fährt sich dabei mit der linken Hand über die Narbe am rechten Mundwinkel und verläßt dann entschlossenen Schrittes den Tempel.

  • „Und wenn ich es Euch doch sage guter Mann… dies ist in der Tat der Schnabel eines Geschupptenvogels. Er kommt nur in den tiefen des Maraskanischen Dschungels vor und ist auch dort nur seeehhr schwer zu finden. Denn er Baut nicht wie normale Vögel sein Nest auf einem der Bäum, die dort ja zu Haufe stehen, nnneiinn das wäre ja viel zu Simpel für solch ein Außergewöhnliches Tier… Wisst ihr, er beginnt Breits im Winter, wenn dort der Schnee anfängt zu fallen, mit dem Bau seiner Höhle, ja genau Ihr habt richtig gehört…er gräbt sich eine Höhle in den Boden wo er dann seine Eier ablegt…doch genug zum Vogel welcher übrigens auf den Namen: Blaugescheckter Höhlengräber hört, kommen wir lieber zum Preis. Denn wie ihr sicherlich wisst, zumindest machtet Ihr bisher einen solchen Eindruck auf mich, seit ihr äußerst kompetent und wie mir scheint müsstet Ihr dann also durchaus um den Wert einer solche… einer solchen Rarität wissen!.. . Nun ich denke in Anbetracht der größe sind 21 goldene Münzen nicht zuviel verlangt für so etwas… so etwas wirklich Außergewöhnliches!“ Bereits vom vorhergegangenem Redeschwall nahe zu Erdrückt und vom jetzigen noch gerade zu Paralysiert bringt der Junge Alchimist kaum ein Wort über seine Lippen. „Ähmm…ähm nun … ja …ähm das scheint mir in der tat eine Seltenheit zu sein…aber..“ Bringt der wohl noch in der Ausbildung befindliche Mann Schüchtern über die Lippen „Na Wunderbar mein Freund, wir sind uns also einig? Nun wisst Ihr was, weil Ihr es seid überlasse ich ihn Euch sogar für nur 20 Münzen, dass ist nun wirklich ein Schnäppchen und ich darf niemanden davon erzählen, sonst würden mich alle nur Auslachen und sagen „Boetemann was bist du nur für ein Narr !“ also behaltet es für Euch und ich will ihn euch wirklich so Günstig überlassen.“ Immer noch wie Versteinert starrt der Mann auf den Schnabel des Blaugescheckten Höhlengräbers, welcher in der Tat fantastisch aussieht. Er Erstrahlt in einem dunklem Blau, welches von feinen roten Äderchen durchzogen ist und dabei eine Perlmut artige Oberfläche bildet. „Nun…nun gut …ich bin sicher mein Meister wird dafür Verwendung finden und wenn Ihr sagt das Ihr ihn mir sogar für nur 20 Münzen überlasst kann ich in der tat nicht nein sagen.“ Mit diesen Worten, aber dennoch etwas Schüchtern übereicht er dem Herrn Boetemann ein Säckchen mit Münzen und nimmt seiner seits den Schnabel an sich. Mit einer Verneigung, die viel zu tief und erfurcht gebieten ist verabschiedet sich Herr Boetemann von dem Alchimisten, welcher immer noch wie unter Schock stehend auf den Schnabel starrt. Mit schnellen Schritten entfernt er sich, dabei dreht er den kurzen, äußert Filigran gearbeiteten Stock, in seinen Fingern elegant hin und her, während ein grinsen seine Lippen umspielen.
    Der Junge Mann welcher da so elegant seinen Stock schwingt hat ein Gesicht was die meisten wohl als Hübsch bezeichnen würden. Er hat dunkelblondes Haar und hellblaue Augen die wohl einen Großteil seines Charismas ausmachen. Gekleidet ist er in etwas, was wohl eine Art Robe darstellen soll doch ist dieses Wunderwerk der Modernen Schneiderkunst etwas „anders.“ Es ist wohl in der tat eine Robe doch ist sie äußerst eng Geschnitten und besitzt eher Fließende, Schmale Formen als die sonst bei Roben so üblichen weit ausladenden Ärmel zum Beispiel. Auch ist die Wahl des Stoffes und die der Farben aus der sie gemacht wurde ist ein wenig eigen, dies alles lässt sie wie das Fleischgewordene Hirngespinst eines Neumodischen Horaischens Designers wirken, der sich an einer Magierrobe zu schaffen gemacht hat. Nun könnte man denken das er eine Auffällige Erscheinung ist, oder gar „komisch“ Aussieht doch ist dies nicht der Fall er wirkt eher wie eine neu Generation der Magier: Modern, Gepflegt, Adrett, Weltlich orientiert. Eine Art Lebemann im Magier Gewand.

  • Omar ben Mahmud ist hochzufrieden mit sich und seiner Zeit in der schönen Stadt Perricum. So ein großes Fest ist geradezu ideal für die verschiedenen Fähigkeiten, die der beinahe 1,90 Schritt große Tulamide zum Verdienst seines Lebensunterhaltes mitbringt.


    Einige offenbar wohlhabende Mitbürger sind so leichtsinnig gewesen, trotz des großen Gedränges größere Geldmittel mit sich zu führen und diese auch noch unzureichend zu sichern. Viele trugen gar ihren Geldbeutel höchst einfallslos in einer der weiten Taschen ihres Gewandes. Wie gut war es doch da, dass Omar sich dieses Problems angenommen hat. Höchst phexgefällig hat er am heutigen Tage schon so manche Geldbörse sichergestellt, die ganz bestimmt kurz darauf von einem gewissenlosen Zeitgenossen gestohlen worden wäre, wenn der aufrechte Tulamide nicht des Weges gekommen wäre. In dem großen Gedränge hatte bisher keiner von Omars "Kunden" das Fehlen der Börse bemerkt. Dafür würden sie allerdings später dankbar sein, wenn sie den Verlust feststellen würden. Ein Beutel voller Silbertaler war schließlich ein geringer Preis für den menschenfreundlichen Hinweis, dass auch ein wohlhabender Kaufmann besser auf sein Hab und Gut aufpassen sollte.


    Der groß gewachsene, rund dreißig Götterläufe alte, schwarzhaarige Omar ben Mahmud trägt im Augenblick noch seine "Reisekleidung", gut gepflegte Lederkleidung und einen ebenso gut gepflegten Säbel in einer verzierten Scheide an seiner rechten Seite. Das volle schwarze Haar des Tulamiden ist gepflegt und rahmt das charmante Gesicht mit den braunen Augen des Mannes gemeinsam mit dem ebenfalls hervorragend gepflegten Vollbart gut ein. Dieser Mann versteht es, gewinnend zu lächeln und verehrt die Heitere Göttin RAHja ebenso sehr, wie den listigen Herrn PHEx.


    Aus diesem Grund hatte er gestern abend den Geweihten der Herrin RAHja ein ganz besonderes Geschenk mitgebracht, eine seltene, besonders schöne Blumenblüte und eine Auswahl des erlesensten Konfektes. Mit der angemessenen Demut hatte er im Tempel der Schönen Göttin darum gebeten, der Herrin und ihren Priesterinnen und Priestern sein bescheidenes Geschenk machen zu dürfen und war herzlich aufgenommen worden. Er hatte sich einer Gruppe besonders reizender Priesterinnen anschließen dürfen, mit ihnen heitere Geschichten ausgetauscht und köstlichen Tharf getrunken. Die größte Ehrung wurde ihm zuteil, als ihn die junge Geweihte Faldime einlud, gemeinsam mit ihr der Herrin RAHja zu huldigen...


    Mit einem wohligen Schauer denkt Omar an diesen Göttinnendienst und an die Arme Faldimes zurück, die ihm eine solch unvergessliche Nacht beschert hatte. So verwundert es nicht, dass der Tulamide bester Laune ist und das bunte Treiben in vollen Zügen genießt. Dabei achtet er jedoch sorgfältig auf seine eigenen Besitztümer. Nicht, dass irgend welche Kollegen noch auf dumme Gedanken kommen.

    Feldwebel Colon - Stadtwache Ankh-Morpork

  • Aus dem kühlen, stillen Tempel tritt Kenzai hinaus in den belebten und lauten Sonnenschein von Perricum. Sie kneift die Augen zusammen, als das grelle Licht sie trifft und hält sich bevorzugt in Häuserschatten und dem Schutze von Marquisen und anderen Überdachungen auf.
    Ihre Schritte sind gezielt, ihre Größe, ihr Ornat und ihr martialisches Äußeres vereinfachen ihr den Weg durch die feiernden Menschen, so daß sie bald ihr Ziel erreicht, eine Herberge der Mittelklasse. Sie geht durch den Empfangsraum unten und eine Treppe hinauf und klopft an eine Zimmertür. Ihre derzeitige Geliebte öffnet ihr und Kenzai erklärt ihr die Änderungen für den heutigen Tag und die nächsten.
    Des weiteren schreiben die beiden Frauen einige Aushänge. Mit diesen in der Hand, verläßt Kenzai wieder die Herberge.
    Sie kennt einige Plätze, an denen sie Leute, wie sie gesucht werden, finden kann, doch vorsichtshalber und um auswählen zu können, hängt sie dennoch und nach den ersten Gesprächen an dafür vorgesehenen Stellen am Rathaus, Marktplatz und einigen Kontoren folgende Gesuche aus:



    Aufruf der Rondrakirche!


    Für die Unterstützung einer Mission der Rondra-Kirche werden tapfere Männer und Frauen gesucht. Es gilt, die lange und weite Reise nach Havena anzutreten in Begleitung von hiesigen Geweihten der Rondra, auf der so manche Gefahr lauern kann. Der Wildnis Kundige, Kämpfer, aber auch diejenigen, die über die Gaben der Hesinde verfügen und ein Jeder andere, der glaubt, über nützliche Fähigleiten zu verfügen, seien aufgerufen, soweit sie ebenfalls über einen guten Leumund verfügen.


    Es gibt eine angemessene Entlohnung, Verpflegung und gegebenefalls Unterkunft werden gestellt. Ein Jeder kann sich gewiß sein, an einer bedeutenden Mission der Kirche unserer Herrin Rondra teilgenommen und seine Pflicht gegenüber den Göttern erfüllt zu haben.


    Wer teilnehmen möchte, solle sich am morgigen Tage früh zur 8. Stunde im "Zum tanzenden Pony" erscheinen, um bei mir vorstellig zu werden und seine Beweggründe darzulegen.


    Hochachtungsvoll,
    Kenzai Cégon von Perricum, Knappin der Göttin



    Nachdem sie so mehrere der Blätter gut sichtbar aufgehängt hat, führt ihr nächster Weg sie zum örtlichen und öffentlichen Phextempel. Nicht nur Kämpfer könnten nützlich sein, auch Leute, dies sich ihres Verstandes bedienen und verschiedenen Bedingungen sich schnell anpassen können und schon in Aventurien herumgekommen waren, könnten hilfreich sein, und solche Leute waren unter Händlern und anderen Anhängern des Tag-Phexens sicherlich zu finden.
    Sie spricht einen der Geweihten an, läßt sich Namen geeigneter Personen nennen, spricht auch mit einen oder zwei und hinterläßt auch hier ein Gesuch.

  • In Radjivs Haus


    Es klopft laut an der Tür zu Omars Zimmer. "Omar! Ich glaube ich hab hier was für dich. So ein Wisch den Khalid gerade angetragen hat", ertönt seine gut gelaunte Stimme durch das Holz der Tür. "...Kirche werden tapfere Männer und Frauen gesucht... Oh, doch nichs für dich", ließt er vor, und witzelt dabei.


    "Und was haben wir noch? ... Es gibt eine angemessene Entlohnung, Verpflegung und gegebenefalls Unterkunft werden gestellt. Ein Jeder kann sich gewiß sein, an einer bedeutenden Mission der Kirche unserer Herrin Rondra teilgenommen und seine Pflicht gegenüber den Göttern erfüllt zu haben... Entlohnung. Heh, hast du nicht noch Schulden bei mir?", fragt er, und lacht gutmütig. "Ich lass dir das Blatt mal hier. Übrigens ist unten noch kühles Bier für dich da!" Ein Zettel wird unter der Tür durchgeschoben, und dann entfernt Radjiv sich, was seine Schritte verkünden. Gutgelaunt pfeift er ein Liedchen.

    Of course she's gay!


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  • Omar seufzt, als er sich langsam im Bett wieder aufrichtet. Er schaut sehr ernst. Zorn ist in seinem Geischt, dann jedoch kann er es nicht verhindern, kurz zu schmunzeln. Radjiv war schon immer ein Gauner und würde wohl auch bis an sein Lebensende einer bleiben. In der Tat gab es wenig daran zu rütteln, dass er sich für die Untersuchungen starker emotionaler Einwirkungen auf die arkane Resistabilität diverser Individuen etwas Geld leihen musste. Wenn Omar auch vieles konnte … ein Händchen für den Umgang mit Geld hatte er noch nie. “So schnell?“, sagt Omar, als er die Treppe herunterkommt mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht zu Radjiv. “Die Ergebnisse sind noch nicht einmal veröffentlicht, da willst du schon deine Investitionen zurück? Dann darf ich wohl annehmen, dass diese Feier hier teurer war, als du ursprünglich angenommen hast …“ In der Tat ist Omar „aufgetaut“, so wie es Radjiv bislang immer irgendwie geschafft hat. So feiert er denn auch mit den anderen und findet sich tatsächlich zu besagter Stunde im „Zum tanzenden [# tänzelnden? :lol: #] Pony“ ein, wo er sich neugierig umschaut.

  • Als Omar ben Mahmud immer noch über die beglückende Erfahrung der letzten Nacht sinniert, springt ihm ein Anschlag ins Auge, um den sich bereits eine größere Zahl interessierter Personen zusammengedrängt hat. Aufmerksam liest er den Aufruf der RONdra-Kirche.


    'Hmm', denkt Omar bei sich. 'Das klingt interessant. Bisher habe ich ja hauptsächlich der Herrin RAHja und dem Herrn PHEx gehuldigt, aber es ist sicherlich keine schlechte Idee, sich auch bei der Herrin RONdra einen guten Stand zu verschaffen. Natürlich gilt dies auch für ihre irdischen Vertreter. Den einen oder anderen Fürsprecher bei einer so mächtigen Kirche zu gewinnen, ist sicherlich eine gute Sache. Ruhm und Ehre sind auch etwas, das ein Schausteller gut gebrauchen kann. Bestimmt lässt sich hieraus eine prächtige Geschichte machen, bei der die Leute nur so herbeiströmen würden. Kost und Logis sind auch inbegriffen.
    Außerdem wird die Sache auch noch wichtig und aufregend.'


    Diese Angelegenheit scheint eine Aufgabe ganz nach dem Geschmack des Tulamiden zu sein und so beschließt er, morgen früh pünktlich zur achten Stunde im "Tanzenden Pony" zu erscheinen, um sich dort vorzustellen und mehr über die Hintergründe zu erfahren.

    Feldwebel Colon - Stadtwache Ankh-Morpork

  • Das Innere des "Füllhorns" stellte sich als recht geschackvolle Mischung aus neureichischen und talamidischen Einflüssen herraus. Gäste schien das Speisehaus angesichts des Tages nicht sonderlich viele zu haben, doch bereits an den wenigen Anwesenden konnte Cusimo erkennen, dass die Besucher der Lokalität zwar zur gehobeneren Klasse, aber nicht ganz zu dem, was er suchte, gehörte. Nun, wie dem auch sei, er war hier, also konnte er wenigstens etwas essen, damit der Weg nicht gänzlich umsonst gewesen sein sollte. Und man weiss ja nie, ob sich hier nicht doch eine Gelegenheit für ihn bot...


    Mit geübtem Auge sucht sich der Mann einen Tisch, von dem aus er möglichst alle Besucher des "Füllhorns" sehen konnte, aber an dem auch er gesehen wird. Vorsichtig setzt er sich auf den Stuhl, bedacht keine Falten in seine Kleidung zu bringen, und legt seinen Hut vor sich auf den Tisch. Alsbald sucht er den Augenkontakt zu einem Bediensteten, oder noch besser, einer schönen Bediensteten, um sich über die Spezialitäten des Hauses aufklären zu lassen.

  • Im Füllhorn


    Eine junge, viellicht etwas überdurchschnittlich hübsche Bedienung fägt Cusimos Blick auf, und eilt zu ihm herüber. "Rahja und Travia zum Gruße der Herr, was kann ich Euch bringen", fragt die blondgelockte junge Frau, und lächet ihn freundlich an. In einer Hand hält sie zwei leere Humpen, und ihr eigentlich ganz nett geschnittenes Arbeitskleid weist einige feuchte Flecken auf, die sie jedoch nicht zu stören scheinen.

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  • "Rahja und Travia auch euch zum Gruß, hübsche Dame" erwiedert Cusimo den Gruß der Frau mit einem charmantem Lächeln. Sein Akzent ist, für Jene die es bereits gehört, eindeutig der, den sie im lieblichen Feld sprechen, melodischer und verschnörkelter als das "reine" Garethi. "Sagt, welches sind die Spezialitäten dieses Hauses und könnt ihr mir einen bestimmten Wein besonders ans Herz legen?"

  • Im Füllhorn


    "Nun, als Speise empfehlen wir heute Hirsch mit frischen Feldgemüse, im eigenen Saft", erklärt die Bedienung ob des Komplimentes etwas geschmeichelt. "Und an Weinen könnte ich Yaquierblume, ein halbsüßer, empfehlen. Davon haben wir erst vorgestern zwei Fässer bekommen. Oder auch einen Strammen Muktur, der wäre etwas kräftiger." Erwartungsvoll sieht sie den jungen Mann an, und erwidert sein Lächeln.

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  • "Hmm, der Hirsch klingt delikat" antwortet Cusimo immernoch charmant lächelnd "Davon nehme ich eine Portion. Und dazu bringt mir doch bitte ein Glas der 'Yaquirblume'. Die Weine des Yaquirs sind mir die liebsten."

  • Im Füllhorn


    "Einen Becher Yaquierblume und eine Portion Hirsch", wiederholt die junge Frau gut gelaunt, knickst kurz und rauscht lächelnd davon. Unterwegs begegnet sie der anderen Schankmaid, und tuschelt kurz mit dieser, wobei sie kurz zu Cusimo blickt.


    Zeitgleich setzten sich zwei ältere Herren in gutbrügelicher Kleidung an Cusimos Nebentisch. Der Eine trägt einen Bunten Stoffhut, und hat grau schwarze, schulterlange Haare. Der Andere einen kurzen grauen Haarekranz, und einen Schnäuzer. "... Ich frag mich ja, was das für eine Aufgabe sein soll, für die die Kirche Leute sucht", sagt der Schnauzbärtige. "Du bist zu alt um da mit zu machen, und was willst du mit Ruhm und Geld? Ausserdem hast du schon eine Frau", erwidert der mit der Mütze, und lacht in gutmütigem Spott. "Darf man nicht mal mehr neugierig sein? Ausserdem bin ich nicht alt!", antwortet er in schmollenden Tonfall, und fährt sich durch sein Haar.

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  • Zufrieden lächelnd nimmt Cusimo die Blicke der Schankmaiden entgegen und beginnt zufrieden seinen Bart zu zwirbeln. Dies tut er immernoch, als die beiden Herren am Nebentisch Platz nehmen. Als die Worte "Ruhm und Geld" fallen, hällt er jedoch inne und scheint hellhörig zu werden. Als die beiden fertig sind, steht er, nach kurzem Zögern, auf und tritt an den Nebentisch.
    "Rahja zum Gruße an diesem wünderschönen Tage meine Herren, ich bin Cavaliere Cusimo Silem ya Farfara di Bethana" mit diesen Worten, seinen Namen hatte er betont schnell ausgesprochen, verbeugt er sich ausladend. "Verzeiht mir, dass ich eure Unterredung belauscht habe, doch ihr spracht solaut, dass mir es nicht möglich war, euch nicht zu hören und euer Gespräch hat doch meine Neugier gewegt. Darf ich Fragen, von welcher Aufgabe ihr gerade spracht?"

  • Im Füllhorn


    Die beiden älteren Herren sehen auf. "Auf dem Marktplatz sind Zettel angeschlagen. Die Rondrakirche sucht Leute für eine nicht näher definierte Aufgabe", sagt er Mann mit dem Schnäuzer. Der Andere nickt. "Aber er ist zu alt um mitzumachen", fügt der Hutträger hinzu. "Sie versprechen großzügige Entlohnung, Ruhm und Ansehen", fährt der Bartträger unbeeindruckt fort. "Zur achten Stunde im 'tanzenden Pony' sollen sich alle Interessenten einfinden." Der Hutträger grinst. "Du hast vergessen, das es morgen zur achten Stunde sein soll. Morgens. Seht Ihr? Er wird sogar schon senil", ergänzt er lachend.

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  • "Ein Auftrag der Rondrakirche, man soll sich morgen um die achte Stunde im 'tanzenden Pony' einfinden?" wiederhohlt Cusimo nochmals, in mehr feststellendem als fragendem Ton. "Nun, habt dank für eure Auskunft und verzeiht nochmals die Störung. Meine Herren..." nach diesen Worten verbeugt sich der Horasier erneut und begiebt sich schließlich wieder zurück an seinen Tisch.

  • „So so die Rondra Kirche also…“ Antwortet er dem Geweihten Geistesabwesend und fast mehr zu sich selbst, dabei beginnt seine Stirn sich Nachdenklich in Falte zulegen. Dies und auch der angespannte Gesichtsausdruck lassen darauf schließen, dass er einen inneren Disput führt oder grade einen Plan schmiedet. Jedenfalls redet er einige Herzschläge nicht weiter und scheint den Geweihten fast vergessen zu haben. Doch schließlich legen sich die Falten wider und auch das angespannte in seinem feinem Gesicht wandelt sich wieder in das immerdar Charmante lächeln. „Nun ich muss Euch wohl wieder einmal danken. Danken, dafür das Ihr meinen bescheiden Namen mit auf die Liste der Geweihten gesetzt habt und auch dafür, dass ihr Euch die mühe gemacht habt mir diese Nachricht zukommen zulassen. Nehmt dies, sozusagen als kleine Aufwandsentschädigung und habt noch einmal dank für euren Großzügigkeit.“ Mit diesen Worten greift er in seine seltsame Robe und holt von dort ein Säckchen hervor, welches er kurz in der Hand abwiegt und anschließend dem Geweihten überreicht. Mit einer überschwänglichen Verbeugung und den Worten „Wie Ihr euch sicherlich Denken könnt habe ich nun noch einiges zu erledigen.“ und einem leicht Zweideutigem Lächeln verabschiedet er sich.
    Den reich verzierten Stab schnell in seiner Hand drehend verlässt er mit einem Schelmischen Lächeln den Phex Tempel und macht sich auf den Weg zum “ Tänzelnden Pony“. [ :gemein: ]