Marbo-Kampagne: Auf der Suche nach der Primärliturgie

  • Seid gegrüßt!


    Ich habe mich dazu breit schlagen lassen, eine kleine Kampagne zu leiten, die sich um die Wiederentdeckung der Primärliturgie Marbos dreht. Nun habe ich zwar schon das ein oder andere Kaufabenteuer geleitet und mir auch kleine Szenarios ausgedacht, aber das Projekt soll nun etwas größer werden und ich bin noch ein wenig überfordert.


    Folgendes habe ich bisher grob für mich festgelegt:

    - Am Ende der Kampagne sollen die Helden die Primärliturgie Marbos finden

    - Während der Kampagne soll es für die Helden die Möglichkeit geben, ein Kind der Nacht zu werden. Oder eine (karmal erhobene) Mumie. Oder ein Erwählter Marbos. (rein optional, je nach gusto)

    - Ich möchte den Helden vollen Zugriff auf die gesammelten Artefakte, Schriften und Geheimnisse der Marbokirche geben, welche sich in Keshal Laila befinden. Sie sollen die neuen Hüter der geheimen Festung werden.

    - Als Feinde sind mir zwei Parteien in den Sinn gekommen: zum einen die Boronkirche, die die Bemühungen der Marbokirche im Blick hat und eingreift, wenn die Helden zu erfolgreich sind. Gleichzeitig sollen auch die Helden Möglichkeiten haben, ihrerseits die Boronkirche zu infiltrieren, um den Grundstein für eine Emanzipierung der Marbokirche von der Boronkirche zu legen. Der Konflikt soll sich also weitestgehend auf Intrigen, Verhandlungen und Spionage beschränken, kaum bis keine kämpferischen Auseinandersetzungen. Damit es auch ein wenig Action gibt, dachte ich an den Kult des Namenlosen als zweiten Feind. Dort gibt es die Kinder der Finsternis, von denen man ein oder zwei als machtvollen Gegner aufbauen kann. Da ein Teil der Kampagne in Fasar spielen wird, soll auch ein lokaler Kult des Namenlosen ins Spiel kommen.

    - Ich habe 4 Helden, die als einzige Voraussetzung eine gewisse Affinität zu Marbo mitbringen sollten: Einen fasarer Marbiden (Boron geweiht, Seelenheilkundiger, machthungrig, hat eine schwere Krankheit überlebt, obwohl seine Brüder und Schwestern der Kirche ihn dem Tode überlassen haben), einen Golgariten (ungeweiht, ist als einziger seiner Schwinge knapp dem Tode entronnen, vom Marbiden gerettet, seit seiner Nahtoderfahrung prophetisch begabt, gilt als Unglücksrabe), einen balihoer Krieger (ausgeprägter, sozialer Gerechtigkeitssinn, ausgesprochen aufgeschlossen gegenüber fremden Kulturen und Sichtweisen; ebenfalls Nahtoderfahrung gehabt; ist nun für die Marbokirche in Fasar als Schwarzer Schleier [ein Wächter der Nekropole] aktiv), und einen Magier/Alchemisten aus Lowangen/Verwandlung (eine Interpretation des NSCs 'die Schwinge/Mautaban der Nacht'; verlor bei einem Zauberpatzer einen Großteil seiner Astralenergie, verwandelt sich nachts in eine Geier/Mensch-Chimäre und geht auf Verbrecherjagd)

    - das Heldenwerk 'Federfall' wird teil der Kampagne sein


    Ich habe natürlich noch eine ganze Riege an konkreten Ideen, ich muss sie nur irgendwie zu einem zusammenhängenden und logisch aufgebauten Plot verbinden. Das ist der Punkt, an dem ich mich schwer tue. Daher die Frage an Euch:

    Wie würdet ihr mit den oben genannten Stichpunkten eine solche Kampagne gestalten? Wie würde euer Plot aussehen? Was sind Elemente, die ihr unbedingt einbauen würdet? Habt ihr Ideen zu konkreten Szenarios, die ich einflechten könnte? Wie würde bei Euch so eine Wiederentdeckung einer Primärliturgie aussehen? Ist das eine göttliche Eingebung, eine heilige Schrift, ein Ritual...? Habt ihr Ideen zu anderen/weiteren Verbündeten/Feinden der Helden?

    Ich danke Euch für jeglichen Input.

  • Der wichtigste Punkt ist vermutlich festzulegen, was für Eurer Aventurien die Wahrheit ist:


    Ist Marbo Borons liebes Töchterlein oder ist Boron der Thronräuber, an dessen Stuhl die Helden massiv sägen wollen, um ihn schließlich zu Fall zu bringen?


    Je mehr die Entscheidung in die zweite Richtung geht, desto klarer stehen die Helden auf der Seite der "Bösen" und als "Zerstörer der Einigkeit der 12e" sind sie vermutlich dem Namenloser eher Freund als Feind (dem ein Aufstand gegen die bestehende Ordnung vermutlich gerade Recht kommt) und wider die Interessen der 12e.


    Wie unfähig soll Boron sein: Schaut er einfach nur zu, wie sein eigener Geweihter aktiv an seinem Untergang arbeitet? Hier hängt viel davon ab, wie träge und unmächtig die Götter in Eurem Aventurien sind.


    Letztendlich stoßen die unbedeutenden vier Alriks als geplantes Ende der Kampagne das Weltengefüge um und besetzen Alveran neu. Ob das die anderen 11 gutheißen ist natürlich auch eine wichtige Frage. Nach meinem Gefühl haben sie kein Interesse daran, dass sich etwas ändert und versuchen alles, um andere Götter klein zu halten.


    Sandbox ist vermutlich die bessere Methode als ein zusammenhängender, vorgeplanter Plot. Insbesondere da die Helden diesmal als die "Bösen" am Drücker sind und die "Guten" erst nach und nach von ihren Taten erfahren werden (und natürlich auch erst dann Gegenmaßnahmen ergreifen können).


    Der vielleicht wichtigste Verbündete ist anfangs vermutlich der Namenlose, der schließlich den Helden in den Rücken fällt (so dass am Ende Marbo und Boron geschwächt zurück bleiben). Ansonsten natürlich noch Kultisten und Sympathisanten der alten Göttin.


    Feinde sind alle Streiter der bestehenden Ordnung, allen voran Boron.


    Am Ende glauben die Helden vermutlich gesiegt zu haben, indem sie der alten Göttin neue Macht verliehen haben - doch letztendlich ging vor allem der Plan des Namenlosen einmal mehr auf. :evil:

  • Bereite keinen "Plot" vor. Streiche am besten auch die meisten deiner Festlegungen. Gib den SC einfach die Information, wo und wie sie die Primärliturgie finden können. Dann frage sie, was sie mit dieser Information tun wollen. Dann lasse die Welt organisch darauf reagieren. Sie informieren die Boron-Kirche? Dann wird diese sie damit beauftragen, die Primärliturgie zu vernichten. Die Marbiden sind nun die Gegenspieler. Sie wollen auf eigene Faust losziehen? Dann werden sie die notwendigen Schritte tun müssen (z.B. eine Expedition organisieren, weitere Nachforschungen anstellen etc.) und andere Parteien werden versuchen, zu intervenieren. Sie wollen nichts tun und die Information geheim halten? Macht nichts. Sie haben trotzdem ein riesiges Fadenkreuz auf ihrer kollektiven Stirn.

    Wichtig ist bloß, dass nicht du entscheidest, was die SC tun.

  • Dann wird diese sie damit beauftragen, die Primärliturgie zu vernichten.

    Wie soll das denn funktionieren?

    Die Dinge / Personen / Orte vernichten, die zur Gewinnung / Rekonstruktion / Whatever der Primärliturgie notwendig sind. Wie das im Detail aussieht... keine Ahnung. Ich mag ja schon das Prinzip der "Suche nach der Primärliturgie", wie sie in DSA4 eingeführt wurde nicht. Über solche Details sollten sich lieber Leute Gedanken machen, die damit etwas anfangen können.

  • Dann wird diese sie damit beauftragen, die Primärliturgie zu vernichten.

    Wie soll das denn funktionieren?

    Die Dinge / Personen / Orte vernichten, die zur Gewinnung / Rekonstruktion / Whatever der Primärliturgie notwendig sind. Wie das im Detail aussieht... keine Ahnung. Ich mag ja schon das Prinzip der "Suche nach der Primärliturgie", wie sie in DSA4 eingeführt wurde nicht. Über solche Details sollten sich lieber Leute Gedanken machen, die damit etwas anfangen können.

    Damit würde man ja im Endeffekt es nur erschweren, vernichten kann man eine Liturgie nicht. Höchstens alle Zeugnisse davon.

  • Damit würde man ja im Endeffekt es nur erschweren, vernichten kann man eine Liturgie nicht. Höchstens alle Zeugnisse davon.

    Wenn man dem wahren Götterfürst sogar den Namen rauben kann und Götter ihre Göttlichkeit verlieren können, dann können sicher auch ihre Werke getilgt werden. Das Vergessen scheint mir da ein ganz wichtiger Punkt zu sein. Vergessene sterben oder vergehen wohl irgendwann einfach.


    Regeln, wie Aventurien hinter den Kulissen läuft wird es hoffentlich nie geben. Die Überderischen scheinen jedenfalls nicht so Ewiglich und Frei im Handeln zu sein, wie sich das die Sterblichen vorstellen. "Schnell mal was neues in die Welt zu werfen" hat offensichtlich einen kosmischen Preis und muss Hindernisse überwinden.


    Deshalb kann ein dahin vegetierender Gott wie Marbo wohl auch nicht einfach seine Liturgie "neu verkünden" oder all zu aktiv in die Welt eingreifen. Deshalb tobt ein Stellvertreterkrieg und da scheint "das Tilgen" eine der Hauptwaffen zu sein.

  • Das mit dem Tilgen der Primärliturgie hat ja schonmal geklappt, vor ca 1000 Jahren. Das heißt, es gibt Komponenten, die für die Existenz so einer Primärliturgie wichtig sind. Mich würde interessieren, wie ihr euch solche Komponenten vorstellt. Sind es bestimmte Worte oder Gesten, ein Funke des Nayrakis, Wissen, ein göttliches Artefakt...?
    Ich hatte mir ja erhofft, dass in dem Shinxir-Abenteuer Banner der Treue irgendwas dazu steht, aber das war leider ein Reinfall. Ich werde mir so oder so selbst was zu dem Thema ausdenken müssen, aber eine Idee, wie sowas bei euch aussehen würde, wäre sehr hilfreich.


    Ich möchte gern einen großen Sandbox-Teil in die Kampagne einbauen, in welchem die Helden eigenständig nach der Primärliturgie forschen können und ihnen natürlich auch die Ideen und Ergebnisse ihrer Vorgänger zur Verfügung stellen. Die Marbokirche sucht ja schon seit einigen hundert Jahren danach, das heißt, es wird viele verschiedene Ideen und Vorgehensweisen gegeben haben. Also, mal angenommen, ihr würdet einen Marbiden (irgendwann zwischen 600 - 1000 BF) spielen, der die Primärliturgie suchen würde, was würdet ihr tun?

  • Die Frage ist wie x76 sagte: was ist der "wahre" Gesinnung Marbos. Ist sie die Tochter Borons und möchte ihrem Vater Helfen? ist sie dann ggf. mit einem Halbgöttlichen Status á la Simia oder Ifirn zufrieden?

    Oder will sie ihren Eigenen Platz in Alveran und steht in Konkurrenz und auf Konfrontationskurs mit Boron und seinem Kult.

    Das beeinflusst dann maßgeblich die Auftraggeber, Helfer und Antagonisten.


    Was ist der Einstieg in die Kampagne, der die Heldinnen hoffen lässt, eine realistische Chance zu haben, die Primärlithurgie zu finden? Sprechen Marbo oder Boron (oder Thargunitoth oder der Namenlose) persönlich mit dem Helden? Der Golgarith wäre mit seiner Prophetie dazu prädestiniert. Und warum sollte es sich für die Helden lohnen, dem nachzugehen?

    Was sind die Aufhänger für die einzelnen Teilaufgaben/Abenteuer. Gibt es nach jedem Abenteuer eine neue Vision, wie bei der "Phileasson-Saga" (sehr Railroadig)?

    Im Abenteuer "Schleiertanz" gibt es ein Gemälde, das Hinweise auf verschiedene Abenteuerschauplätze gibt. Vielleicht wird der Held mit dem zweiten Gesicht in Trance dazu veranlasst, ein ebensolches zu Malen und das wird dann nach und nach interpretiert.


    Dann sollte meiner Meinung nach die Primärliturgie weniger ein "Ding" sein, das man findet und gut ist ... Ich würde die Spieler viele kleine Dinge finden und in Erfahrung bringen lassen, woraus ein großes Ganzes rekonstruiert wird.

    Meine Idee wäre, im Finale eine Zeremonie zu veranstalten, die die erste ordinierte Marbopristerin hervorbringt. Das kann dann auch eine der Heldinnen sein.


    Was für Komponenten der Zeremonie könnten das sein?

    *Gesten,

    *Formeln und Verse

    *Liturgische Gegenstände, (die erst noch angefertigt werden müssen?)

    *Paraphenalia wie Räucherwerke, etc.


    Wie kommt die Heldengruppe an solche Information?

    *Erkundung verlorengegangener Tempelanlagen (Für Inspiration empfehle ich die Anthologie "Grabräuber am Mhanadi")

    *Besuch abgeschiedener Kulturen (Echsen, Orks, Barbaren, etc.)

    *Unterredung mit dem Tierkönig der Geier (vielleicht ist er sogar ein "Alveraniar" von Marbo?)

    *Visions-/Geistreise unter Drogen oder im Rahmen einer Nahtoderfahrung.

    *Ein "Kuhhandel" mit den Antagonisten, die Boron oder andere der Zwölfe schaden. (z.B. mit Namenlos- oder Thargunitoth-Paktierern oder jemand anderem aus der nichtzwölfer Gemeinschaft wie Shinxir, Numinoru, Chrysir, etc.)

    *Einbruch in die verschlossenen Archive vermeintlich guter Institutionen wie z.B. die Bannstrahler Festung Burg Auraleth (im Abenteuer "Schlacht in den Wolken" kann ein Einbruch dort gespielt werden) oder die Feste Koschgau der KGIA. Gibt es da etwas vergleichbares von der Boronkirche?

  • Für uns ist die urtulamidische Anschauung Marbos die "korrekte". Die mittelreichische Version geht ja eher auf einen Deal zurück, den die Kirche damals mit der Boron-Kirche getroffen hat, um nicht völlig ausgelöscht zu werden. Ich habe auch durchaus vor, diesen Status so zu belassen (vorausgesetzt die Helden gehen entsprechend vorsichtig mit ihren Informationen um). Eine große Umwälzung der Kirchen ist erstmal so nicht geplant, das können wir in unseren Runden später immer noch bespielen. Ich möchte aber durchaus den Grundstein dafür setzen. (Aber hey, wenn meine Helden sich wie Trampeltiere verhalten, dann ists so. Dann steigt der Schwierigkeitsgrad und das Chaos ^^)


    Einer der Helden (der Marbide) möchte die Primärliturgie gern finden, ist eines seiner persönlichen Ziele. Die anderen Helden würde ich gern im ersten Teil der Kampagne noch etwas enger an die fasarer Marbokirche binden. Ich habe da leider nur ein paar lose Ideen (das Attentat auf Amira Honak bei den Verhandlungen der beiden Boron-Kulte im Marbotempel, das im Aventurischen Boten stand, das Abenteuer Federfall, bei dem die Helden eine Hohepriesterin der Maha Bor finden können, ein Ausflug nach Al'Tacht, ein erster Kontakt zu einigen Namenlos-Kultisten... letztlich alles Dinge, die irgendwie im Umfeld der Kirche passieren und ein engeres Band zwischen Helden und Maha Bor Kirche knüpft). Letztlich sollen die Helden sich als derart vertrauenswürdig und nützlich erweisen, dass sie zu den Hütern der verborgenen Festung ernannt werden, wo sie sich austoben können. Dem Alchemisten würde ich gern eine weitere Aufgabe bereits relativ zu Anfang mitgeben: Die Suche nach dem Elixier des Lebens. (Hintergrund: Svetlana von Arivor, Kind der Nacht, Gründerin des Marbidenordens, liegt im ewigen Schlaf. Ihr Lebenspartner, ein Elf, dessen Name mir gerade entfallen ist, ist auf der Suche nach dem Elixier, um sie aus ihrem todesähnlichen Schlaf zu wecken.) Ich würde also die Suche/Zusammenstellung des Lebenselixiers zu einer Aufgabe des Sandbox-Teils machen, damit Svetlana von Arivor erwachen kann. Sie besitzt wohl eine Liturgie, um mit Marbo in Verbindung zu treten. Das z.B. würde ich als eine Komponente der Primärliturgie sehen.


    Ich finde die Idee, den Tierkönig der Geier mit einzubinden, sehr gut. Daran hatte ich noch gar nicht gedacht. Ist notiert :D

    Einen Einbruch irgendwo hatte ich mir auch schon überlegt, hatte jedoch noch keine rechte Idee, worein und weshalb. Ein Boron-Tempel oder vergleichbares wäre natürlich schön. Vllt haben die damals irgendwas wichtiges in die Finger bekommen, das gebraucht wird. Nur was?

    Ich hatte auch überlegt - damit die Helden mehr über die verschiedenen Anbetungsformen Marbos/Rituale/Zeremonien/Traditionen/Experimente lernen können - ein paar Ausflüge in verschiedene heilige Orte/alte Tempel anzubieten. Das kann man ja irgendwie mit einer 'Sammelquest' verbinden. Ich bin nur noch nicht ganz so kreativ, was das sein könnte. Hatte schon überlegt, vllt aus einigen alten Tempeln schlafende Kinder der Nacht zu sammeln, die ja damals quasi als Tempelwache aktiv waren. Aber vielleicht hat einer von euch ja noch ne bessere Idee.

  • Damit es auch ein wenig Action gibt, dachte ich an den Kult des Namenlosen als zweiten Feind. Dort gibt es die Kinder der Finsternis, von denen man ein oder zwei als machtvollen Gegner aufbauen kann. Da ein Teil der Kampagne in Fasar spielen wird, soll auch ein lokaler Kult des Namenlosen ins Spiel kommen.

    Wie hier schon beschrieben wurde, der Namenlose wäre hier wohl sogar eher Verbündeter als Feind, wieso sollte er sich da einmischen? Er würde von einer Schwächung der Boron Kirche nur profitieren. Wenn du noch mehr übernatürliche Gegenspieler haben willst, wie wäre es mit Heskatet? Heskatet hat sehr viele Gemeinsamkeiten mit Marbo, es gibt auch Theorien dass sie ein und die selbe Entität sind, vllt. finden die Helden heraus das Heskatet Marbo aus der Zukunft ist oder irgendwas in die Richtung.


    Das heißt, es gibt Komponenten, die für die Existenz so einer Primärliturgie wichtig sind. Mich würde interessieren, wie ihr euch solche Komponenten vorstellt. Sind es bestimmte Worte oder Gesten, ein Funke des Nayrakis, Wissen, ein göttliches Artefakt...?

    Die Primärliturgie ist letzten Endes eine besonders komplexe und aufwändige Liturgie. Wie sie genau aussehen? Ich glaube das wurde noch nirgends genau definiert. Aber sie involviert wohl mehrere Tage Vorbereitung und Gebete. Bestimmte Worte können genauso Teil sein wie bestimmte Handlungen und Materielle Komponenten. In jedem Fall eine ordentliche Menge Karma.


    Ich werde mir so oder so selbst was zu dem Thema ausdenken müssen, aber eine Idee, wie sowas bei euch aussehen würde, wäre sehr hilfreich.

    Ich würde daraus eher keine Kampagne machen weil es größtenteils eine spirituelle Suche wäre. Aber wenn ich es tun müsste, dann würde ich das in erster Linie als Rekonstruktion eines uralten Rituals ausarbeiten, und in zweiter Linie als Verständnis der göttlichen Natur Marbos. Wie kann die Liturgie rekonstruiert werden? Erstmal herausfinden was mit ihr passiert ist. Entweder mit Magie/Zeitreise, dem Auffindung längst vergessener Schriften oder dem Gespräch mit einem Zeitzeugen (karmaler Untoter oder Geist) lässt sich herausfinden dass die Marbogeweihten von früher die Fähigkeit zur Ordination vergessen haben (Boron Wunder), und dann von der Boron Kirche im Laufe der Jahre einfach einverleibt wurden. Eventuell war den Hochgeweihten der Boron Kirche damals bekannt und es war Teil einer lang geplanten Verschwörung. Die Boron Kirche hat in den folgenden Jahren alle Zeugnisse von Marbos karmaler Macht vernichtet oder verschwinden lassen. Nur Bruchstückhaft kann man die komplexen Rituale rekonstruieren, auf keinen Fall weit genug um sie selbst durchzuführen. Als nächstes muss Marbo wirklich verstanden werden. Dafür muss der Auserwählte bestimmte spirituelle Erfahrungen (zum Beispiel sterben, oder mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden) machen, aber auch das Meditieren an und mit Marbo heiligen Orten/Artefakten hilft dem Geweihten der Gottheit ein Stückchen näher zu kommen. Die Helden fangen also an sich auf eine Suche nach Marbo Heiligtümer und heiligen Artefakten zu machen. Die Art der Artefakte, ihre Funktionsweise und ihre Geschichte gibt Aufschluss über Marbos Natur. Das meditieren an heiligen Orten hilft ebenfalls, wieso sind sie heilig, was macht sie besonders, was ist hier geschehen? Wenn der Auserwählte 100% im Einklang mit Marbos Prinzipien ist und sie vollkommen verinnerlicht hat, kann er durch göttliche Inspiration die letzten Bruchstücke zusammen fügen. Dann wird ihm auch klar dass er nicht der erste ist der es geschafft hat, und er steht vor der Frage vor der schon andere vor ihm standen: Ist es nicht Marbogefälliger die Kirche in der Vergangenheit zu belassen und sich nur daran zu erinnern was war?

  • Mir gefällt dir Idee, dass die Boronkirche systematisch alle die Liturgien der Marbo vergessen lassen hat. Man müsste das erst herausfinden, dann müsste man eine Möglichkeit finden, dieses Vergessen Rückgängig zu machen (gibt es da ein neues Artefakt? Den Stab des Vergessens gibt es ja nicht mehr), und dieses dann auf einen Zeitzeugen anwenden.


    Auf die Frage, warum der Namenlose etwas gegen Marbis erstarken hat, fällt mir folgendes ein: Die Kinder der Nacht gelten als Feinde der Kinder der Finsternis. Man könnte einen Namenlosen Vampir als wiederkehrenden Antagonisten verwenden. Vielleicht kann man den im Finale nur besiegen, indem eine frisch ordinierte Marbopriesterin gegen ihn antritt?


    Eine ganz kurze Recherche bezüglich möglicher Einbruchsziele in der Boronkirche brachte folgendes hervor: Die Corvikaner sind eine erzkonservative Sekte des Boronkultes, die Fremdes (und wahrscheinlich Veränderungen) ablehnen. Sie warten auf die Apokalypse, weshalb der Sternenfall ihr Interesse weckt. Vielleicht haben ihre Beobachtungen etwas ergeben, was sie jetzt geheim halten?

  • Auf die Frage, warum der Namenlose etwas gegen Marbis erstarken hat, fällt mir folgendes ein: Die Kinder der Nacht gelten als Feinde der Kinder der Finsternis. Man könnte einen Namenlosen Vampir als wiederkehrenden Antagonisten verwenden. Vielleicht kann man den im Finale nur besiegen, indem eine frisch ordinierte Marbopriesterin gegen ihn antritt?

    Ja aber das macht halt trotzdem keinen Sinn. Die Kinder der Nacht gelten als Diener Borons und in diesem Kontext steht auch ihre Feindschaft gegenüber den Kindern der Finsternis. Der Namenlose und seine Anhänger sind keine hohlen Söldner wie Orks oder Goblins die man immer als Gegenspieler Helden entgegen werfen kann. Die Motivation eine Spaltung der Boron Kirche zu verhindern wäre schlicht pure Idiotie von Seiten der Anhänger des Namenlosen. Der Namenlose ist der Feind der Zwölf, und nicht der Feind aller Götter, er hat sich auch schon früher mit anderen Göttern verbündet wenn es ihm nützlich erschien. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das der Namenlose und seine Anhänger auch nur einen Finger krümmen um einen der Zwölf zu unterstützen.

  • Der Namenlose ist der Feind der Zwölf, und nicht der Feind aller Götter, er hat sich auch schon früher mit anderen Göttern verbündet wenn es ihm nützlich erschien.

    Der Namenlose ist ziemlich klar der Feind aller anderen Götter, nicht speziell jener der Zwölf.

  • Der Namenlose ist der Feind der Zwölf, und nicht der Feind aller Götter, er hat sich auch schon früher mit anderen Göttern verbündet wenn es ihm nützlich erschien.

    Der Namenlose ist ziemlich klar der Feind aller anderen Götter, nicht speziell jener der Zwölf.

    Das ändert doch nichts daran dass der Namenlose sich mit anderen Göttern verbündet hat und es wieder tun würde wenn er daraus einen Nutzen ziehen kann. Warum sollte er bzw. seine Anhänger gegen einen obskuren irrelevanten Kult vorgehen wenn dieser einen viel mächtigeren gemeinsamen Feind hat?

  • Der Namenlose und seine Anhänger mögen gern versuchen, ihre Gegner gegeneinander auszuspielen, aber kein anderer Gott wird sich mit dem Namenlosen verbünden.


    Warum ein Namenlosenkult gegen den erwachenden Marobo-Kult vorgehen sollte, statt sich zurückzulehnen und zu beobachten ? Vielleicht ist Marbo mit ihrem stärkeren Untoten-, Blut- und Vampirfokus potrentiell gefährlicher für die namenlose Vampirplage ? Vielleicht ist es auch was personliches mit dem speziellen Kultanführer ?

  • Hast Du die „Federfall“-Ergänzungen aus dem Heldenwerk-Archiv schon berücksichtigt? Dort wird im Anhang knapp darauf eingegangen, wie sich das Abenteuer deutlich komplexer gestalten lässt, indem weitere Fraktionen mit eigener Agenda und neue Orte hinzukommen.


    Eine Szenario-Idee, die dort beschrieben wird, ist die Entsendung der Helden durch den „Bund des Wahren Glaubens“ (motiviert durch eine Prophezeiung der Illumnestra). Der Start wäre dann bevorzugt im Horasreich (z.B. beim Kloster Mantrash'Mor in den Goldfelsen – hierzu: Aventurischer Bote 143 - oder vielleicht weiter südlich in Al’Anfa anzusetzen).

    Als Auftraggeber und Gegenspieler kommt z.B. ein Geheimbund (besagter "Bund des Wahren Glaubens" oder ein anderer eventuell mit dem NL verbundener?), wirtschaftliche Akteure wie z.B. Handelshäuser, weltliche Herrscherhäuser und natürlich eine der Kirchen in Betracht, die sich aus diesen Prophezeiungen eigene Vorteile bzw. die Schwächung ihrer Gegner erhoffen. Manche Parteien (z.B. die Phex-Kirche) könnten einfach daran interessiert sein, das Gleichgewicht zu wahren – oder wie im Fall des Sternenfalls im Svelltland, eine Bedrohung durch Verwirrung und Verschleierung zu abzuwenden. Al’Anfa könnte mit der „Schwarzen Hand“ eigene Meuchler ins Spiel bringen und der Patriarch dürfte neben der Boron-Kirche sehr spezielle Interessen haben, die Sache zu seinem Vorteil zu gestalten.

    Lokale Größen, wie der Emir von Omlad und andere dortigen Parteien hätten wohl v.a. wirtschaftliche und machtpolitische Interessen (Pilger- und Handelsströme, Legitimation der eigenen Herrschaft als Schützer der „Gläubigen“, usw).

    Ich würde also die Suche nach der Primärliturgie (zumindest zu Beginn) nicht zentral zu einem theologischen Ereignis machen. Erstmal weiss wohl keiner genau, was man da eigentlich sucht, deshalb ist die primäre Motivation aller Akteure zunächst die Sicherung des status quo bzw. die Erlangung einer vorteilhaften wirtschaftlichen und machtpolitischen Situation. Nur wenige Akteure dürften tatsächlich theologische Hauptinteressen verfolgen.


    Insgesamt reicht das als Grundgerüst einer kleinen Kampagne völlig aus. Denn das wäre mein wichtigster Tipp für dich als Kampagnen-Einsteiger: Nicht zu viel hineinpacken bzw. den Plot nicht zu verschachtelt aufbauen! Zwei, maximal drei Gegnergruppen mit eigenen Interessen. Klar gestaffelte Eskalationslinie (Helden kommen also zunächst mit Gegnern des unteren Levels in Kontakt und erfahren über die, dass dahinter größere Mächte stehen. An diese müssen sie sich zuerst wieder herantasten, um dann vielleicht zu erkennen, dass der Endgegner eine ganz andere Partei vertritt und alle vorher nur Mirhamionetten waren). Setz dir eine grobe Grenze, wie lang die Kampagne dauern soll bzw. welche Orte darin vorkommen sollen. Sandboxing ist nett, aber für unerfahrene Spielleiter eine Überforderungs-Garantie. Du willst ja offensichtlich mit den Helden eine komplexe Geschichte erzählen und da brauchst du Rahmen (Zeit, Orte, Personen…).


    Deshalb auch meine Empfehlung: Nimm „Federfall“ nicht nur als Zwischen-AB in die Kampagne, sondern mach „Federfall“ zu deiner Kampagne. Ich habe „Federfall“ selbst geleitet und würde sagen, dass sich das Abenteuer eigentlich sehr gut als Kern einer Kampagne rund um die Primärliturgie-Suche eignet. Natürlich müssten alle Etappen, die im AB nur sehr oberflächlich beschrieben und ausgestaltet sind, deutlich ausgebaut werden (z.B. Punin, Omlad) und neue Handlungsorte und Ereignisse eingeschoben werden (Al’Anfa, Vinsalt, Fasar). Damit hättest Du aber schon das geographische und politische Grundgerüst und müsstest eben nur ergänzen statt irgendwas komplett Neues zu entwickeln, was letztlich dich bzw. deine Spieler vermutlich nur stressen dürfte.

    Die Vorbereitung soll ja Spass machen und nicht in eine wissenschaftliche Arbeit ausarten. Wenn Du schon Schwierigkeiten hast, die Komplexität zu überblicken, werden die Spieler nur einen Bruchteil davon tatsächlich durchschauen und aufdecken. Daher: keep it simple!


    Ob die Primärliturgie dann tatsächlich in dem alten Marbo-Heiligtum zu finden ist oder das Finale an einem anderen Ort stattfindet, hängt natürlich von deinem Geschmack ab. Ich finde den in Heldenwerk beschriebenen Grab-Tempel sehr passend. Alternativ könnte die dort erwähnte „Bibliothek“ als Quelle von Informationen zum letztendlichen Fundort der Liturgie dienen. Vielleicht erfahren die Helden dort, dass es gar keine konkrete Primärliturgie gibt, sondern eine Person (z.B. ein Kind oder ein Novize der Boron-Kirche) bereits als Erwählte auf Dere wandelt und das Wissen unbewusst in sich trägt. Vielleicht kriegen sie völlig überrascht mit, dass die Primärliturgie von der Boron-Kirche oder einer anderen Kirche/Geheimorganisation (Phex-Kirche?) schon irgendwo – unerreichbar – verwahrt wird. Sie sind nun die einzigen, die das Geheimnis kennen und können sich vielleicht mit der Fraktion einigen?


    Abschließend noch eine Buch-Empfehlung: Ich fand die Darstellung und Charakterisierung der Boroni in Bernard Craw „Todesstille“ sehr schön und atmosphärisch. Dort erhält man auch viele Inspirationen, wie der Alltag dieser komplizierten und vom einfachen Volk gefürchteten Zeitgenossen aussieht und wie man auf sie reagiert. Das dürfte bei so einer Gruppenkonstellation ja immer ein Dauerthema sein: Die Boroni der Gruppe dürften kaum sehr gesprächig sein. Die soziale Interaktion bleibt also mehr oder weniger an den beiden anderen SCs hängen. Zudem ist die Präsenz der Boroni in einer Gruppe eher ein Hemmschuh, wenn man z.B. Informationen sammeln oder in Verhandlungen treten muss. Das müsste schon vorher berücksichtigt und auch am Tisch ausgespielt werden.

  • Der Namenlose und seine Anhänger mögen gern versuchen, ihre Gegner gegeneinander auszuspielen, aber kein anderer Gott wird sich mit dem Namenlosen verbünden.

    Das lässt sich möglicherweise sogar kombinieren. Dem Namenlosen kann es ja nur Recht sein, wenn Borons Diener mit Marbos Leuten beschäftigt sind und dabei den 13. Gott aus den Augen verlieren. Dass marbogläubige bzw. -gefällige Leute mit ihm kein Bündnis eingehen werden, versteht sich von selbst. Daher könnte man es so aufziehen, dass Drahtzieher des Namenlosen die Helden aus Eigennutz unterstützen, entweder aus dem Hintergrund oder getarnt als Marbogläubige. Wenn man es geschickt machen, können sich solche angeblichen Verbündeten am Ende als die großen Verräter herausstellen, die ein ganz eigenes Ziel verfolgt haben (Schwächung der Boronkirche, Pervertierung von Marbos Primärliturgie, um namenlose Vampire zu erschaffen etc.).

    Es gibt immer einen weiteren Alrik.

  • Ich sehe den Namenlosen auch nicht als Verbündeten, ehrlich gesagt.

    Ich habe ihn deshalb als Feind der Helden im Visier, weil ich

    1. Mal einen halbwegs kompetenten Namenlos-Kult bespielen wollte

    2. den Helden gern kein reines Suchen & Entdecken/Intrigen & Verhandlungen Abenteuer vorlegen wollte, vor allem weil sie aus welchen Gründen auch immer hier zu kämpferische Charaktere gewählt haben. Offene Kämpfe mit der Boronkirche will ich gern vermeiden, also brauche ich eine Alternative.

    3. Den ganzen Vampirkram so oder so einflechten muss, dann kann ich auch gleich die Gelegenheit nutzen, die Kinder der Finsternis mit reinzubringen

    4. die Idee hatte, die relativ zu Beginn der Kampagne als Gegner/Sündenbock auftreten zu lassen. Ich kanns dabei belassen oder den Kult aufbauschen und zurückintrigieren lassen. Das würde dann vermutlich eher auf eine persönliche Fehde eines ausgenutzten Kultisten mit der Marbokirche hinauslaufen.

    5. die Pervertierung der Primärliturgie Marbos, um namenlose Vampire zu erschaffen ziemlich cool finde :D Danke, Avessandra!


    Dennoch: konkrete Vorschläge für einen alternativen Feind nehm ich gern entgegen. Bisher ist mir zum Namenlosen einfach mehr eingefallen als zu anderen Machtgruppen.


    Ich habe mir das Heldenwerk-Archiv besorgt und mal einen Blick reingeworfen. Die Idee, die Novadis etwas aktiver mit einzubinden finde ich eigentlich ganz gut. Das gäbe dem balihoer Krieger (der eine Zeit bei Novadis verbracht hat) die Möglichkeit zu glänzen. Leider eignen sie sich für den späteren Verlauf - finde ich - nicht so recht als Feinde oder Verbündete, deshalb würde ich da auch den Fokus nicht zu sehr in der Vordergrund rücken. Ich denke, es ist für die Übersichtlichkeit ganz gut, die Fraktionen nicht zu zahlreich werden zu lassen.

    Die Hand Borons als Feind wäre sicherlich plausibel. Sowohl was Federfall angebt als auch das Intro in Fasar, das ich seeehr grob im Kopf habe (Stichwort: Attentat auf Amira Honak, für das ich überlegt hatte tatsächlich die Marbo-Kirche als Initiator zu wählen). Allerdings finde ich es wahnsinnig schwierig, kompetente Meuchler als Gegner einer Heldengruppe ins Spiel zu bringen. Da kämpfe ich mit dem Problem, sie nicht als komplette Vollidioten oder Anfänger dastehen zu lassen, aber zeitgleich meine Helden nicht zu töten. Jemand eine Idee, wie man das balancen könnte? Sonst lass ich sie doch lieber weg X(


    Allerdings - finde ich - gibt Federfall nicht genug her, um als Gerüst einer Kampagne zu dienen. Dazu ist mir der Maha Bor Tempel zu unspektakulär und auch etwas zu simpel, wenn es um das wiederentdecken einer Primärliturgie geht. Das Abenteuer legt aber ein paar interessante Grundsteine: Maharaha (so wie ich meine Helden/Spieler einschätze werden sie die Mumie mitnehmen), die Möglichkeit an bislang unentdeckte Wissensfragmente zu gelangen (Tontafeln, Zeitzeuge) und der gefallene Stern (ich verwette meine DSA Sammlung drauf, dass die Helden den Stein mitnehmen...). Durch diese Funde inspiriert soll dann die Suche nach der Primärliturgie offen zum Fokus der Gruppe werden. Wenn ich nun allerdings die Folgen des Fundes und des alten Tempels in den Vordergrund stelle, mit all den lokalpolitischen und wirtschaftlichen Folgen, habe ich ein komplett anderes Abenteuer. Das kann man auch machen, ist aber nicht das was meine Spieler sich wünschen. Ich hatte selbst schon sehr weit am Anfang die Idee, den Tempel als Fokus der Kampagne zu nutzen, habe mich jedoch letztlich gegen den Tempel und für die verborgene Festung Keshal Laila entschieden. Da hab ich einfach viel mehr Möglichkeiten, und es ist irgendwie glaubwürdiger aus all den Puzzleteilen, die sie dort zusammensetzen können, etwas zu bewirken.


    Quote from Shahynrox

    Abschließend noch eine Buch-Empfehlung: Ich fand die Darstellung und Charakterisierung der Boroni in Bernard Craw „Todesstille“ sehr schön und atmosphärisch. Dort erhält man auch viele Inspirationen, wie der Alltag dieser komplizierten und vom einfachen Volk gefürchteten Zeitgenossen aussieht und wie man auf sie reagiert. Das dürfte bei so einer Gruppenkonstellation ja immer ein Dauerthema sein: Die Boroni der Gruppe dürften kaum sehr gesprächig sein. Die soziale Interaktion bleibt also mehr oder weniger an den beiden anderen SCs hängen. Zudem ist die Präsenz der Boroni in einer Gruppe eher ein Hemmschuh, wenn man z.B. Informationen sammeln oder in Verhandlungen treten muss. Das müsste schon vorher berücksichtigt und auch am Tisch ausgespielt werden.

    Den Roman Todesstille kenne ich noch nicht. Danke für den Tipp, ich werde da mal reinschauen :)


    Quote from Timonidas

    Ich würde daraus eher keine Kampagne machen weil es größtenteils eine spirituelle Suche wäre. Aber wenn ich es tun müsste, dann würde ich das in erster Linie als Rekonstruktion eines uralten Rituals ausarbeiten, und in zweiter Linie als Verständnis der göttlichen Natur Marbos. Wie kann die Liturgie rekonstruiert werden? Erstmal herausfinden was mit ihr passiert ist. Entweder mit Magie/Zeitreise, dem Auffindung längst vergessener Schriften oder dem Gespräch mit einem Zeitzeugen (karmaler Untoter oder Geist) lässt sich herausfinden dass die Marbogeweihten von früher die Fähigkeit zur Ordination vergessen haben (Boron Wunder), und dann von der Boron Kirche im Laufe der Jahre einfach einverleibt wurden. Eventuell war den Hochgeweihten der Boron Kirche damals bekannt und es war Teil einer lang geplanten Verschwörung. Die Boron Kirche hat in den folgenden Jahren alle Zeugnisse von Marbos karmaler Macht vernichtet oder verschwinden lassen. Nur Bruchstückhaft kann man die komplexen Rituale rekonstruieren, auf keinen Fall weit genug um sie selbst durchzuführen. Als nächstes muss Marbo wirklich verstanden werden. Dafür muss der Auserwählte bestimmte spirituelle Erfahrungen (zum Beispiel sterben, oder mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden) machen, aber auch das Meditieren an und mit Marbo heiligen Orten/Artefakten hilft dem Geweihten der Gottheit ein Stückchen näher zu kommen. Die Helden fangen also an sich auf eine Suche nach Marbo Heiligtümer und heiligen Artefakten zu machen. Die Art der Artefakte, ihre Funktionsweise und ihre Geschichte gibt Aufschluss über Marbos Natur. Das meditieren an heiligen Orten hilft ebenfalls, wieso sind sie heilig, was macht sie besonders, was ist hier geschehen? Wenn der Auserwählte 100% im Einklang mit Marbos Prinzipien ist und sie vollkommen verinnerlicht hat, kann er durch göttliche Inspiration die letzten Bruchstücke zusammen fügen. Dann wird ihm auch klar dass er nicht der erste ist der es geschafft hat, und er steht vor der Frage vor der schon andere vor ihm standen: Ist es nicht Marbogefälliger die Kirche in der Vergangenheit zu belassen und sich nur daran zu erinnern was war?

    Die Idee, dass die Ordination durch ein großes Boron-Wunder vergessen wurde, löst einen ziemlich großen Problembrocken, den ich vor mir hergeschoben habe. So simpel und doch so genial! Danke!

    Da sind ein paar sehr schöne Gedanken dabei, vor allem beleuchtet es sehr schön, warum die Boron-Kirche hier mal der "Böse" sein darf. Bisher sind die Boronis in unseren Spielrunden immer als... ich weiß nicht... sanft, mitfühlend, seelsorgerisch aufgetreten. Bis auf wenige Ausnahmen. Hier hätte ich die Möglichkeit, auch mal Abgründe der Kirche aufzuzeigen.

    Allerdings werd ich den spirituellen Fokus nicht auf einen Auserwählten legen, das könnte möglicherweise das Spielgleichgewicht zwischen den Helden zu sehr kippen (also ein reiner outgame Grund). Eventuell ändere ich da meine Meinung aber nochmal, je nachdem wie sich die Dynamik der Helden untereinander so entwickelt. Man weiß ja nie, wie so eine Kampagne verläuft.


    Quote from ElessarVomHinterhof

    Eine ganz kurze Recherche bezüglich möglicher Einbruchsziele in der Boronkirche brachte folgendes hervor: Die Corvikaner sind eine erzkonservative Sekte des Boronkultes, die Fremdes (und wahrscheinlich Veränderungen) ablehnen. Sie warten auf die Apokalypse, weshalb der Sternenfall ihr Interesse weckt. Vielleicht haben ihre Beobachtungen etwas ergeben, was sie jetzt geheim halten?

    Die Corvikaner... interessant. Etwas weit ab vom Schuss, aber auf jeden Fall einen Blick wert. Da muss ich mich mal in Ruhe einlesen.

  • 1. Mal einen halbwegs kompetenten Namenlos-Kult bespielen wollte

    2. den Helden gern kein reines Suchen & Entdecken/Intrigen & Verhandlungen Abenteuer vorlegen wollte, vor allem weil sie aus welchen Gründen auch immer hier zu kämpferische Charaktere gewählt haben. Offene Kämpfe mit der Boronkirche will ich gern vermeiden, also brauche ich eine Alternative.

    3. Den ganzen Vampirkram so oder so einflechten muss, dann kann ich auch gleich die Gelegenheit nutzen, die Kinder der Finsternis mit reinzubringen

    4. die Idee hatte, die relativ zu Beginn der Kampagne als Gegner/Sündenbock auftreten zu lassen. Ich kanns dabei belassen oder den Kult aufbauschen und zurückintrigieren lassen. Das würde dann vermutlich eher auf eine persönliche Fehde eines ausgenutzten Kultisten mit der Marbokirche hinauslaufen.

    5. die Pervertierung der Primärliturgie Marbos, um namenlose Vampire zu erschaffen ziemlich cool finde :D Danke, Avessandra!

    Also ich finde natürlich kannst du deine Kampagne ausgestalten wie du willst. Aber ich finde halt es ist ein gewaltiger Widerspruch in deiner Zielsetzung einen kompetenten Namenlosen Kult bespielen zu wollen und diesen geichzeitig offene Kämpfe gegen irgendwelche Marbo Kultisten führen zu lassen, welche eigentlich nur der Boron Kirche schaden wollen. Also ich kann deine Zielsetzung offene Kämpfe gegen einen ganz klaren "Bösewicht" auszuspielen sehr gut nachvollziehen, aber ich kann mir nur schwer vorstellen wie du die dann als halbwegs kompetent darstellen möchtest. Geschickte Intriganten können sie nicht sein, das würde den Zweck der offenen Kämpfe nicht erfüllen, und von der Motivation her die Ressourcen eines Kultes für eine persönliche Fehde zu verschwenden mit der dem Namenlosen in keinster Weise gedient ist schreit nur so nach Inkompetenz. Die Pervertierung der Primärliturgie wäre eine interessante Motivation, aber da stellt sich wieder die Frage, was heißt das und wie soll das gehen? Und wäre ein offener Kampf gegen den Marbo Kult nicht absolut Kontraproduktiv? Wenn man den Marbo Kult unterwandern wollen würde dann wäre das wieder nur ein weiteres Intrigenintensives Szenario bei denen die Anzahl der Kämpfe direkt negativ mit der Kompetenz des Kultes korreliert.


    Dennoch: konkrete Vorschläge für einen alternativen Feind nehm ich gern entgegen. Bisher ist mir zum Namenlosen einfach mehr eingefallen als zu anderen Machtgruppen.

    Also ich habe ja bereits Heskatet erwähnt. Falls das rekonstruieren tatsächlich Temporalmagie oder andere Zeitmanipulation involviert dann kann es durchaus Sinn machen das Heskatet darauf aufmerksam wird und versucht das zu unterbinden. Sie könnte dafür mächtige Zauberer, natürlich ihre Dämonen aber auch fehlgeleitete Marbo Anhänger ins Feld führen. Da Marbo oft mit Heskatet gleichgesetzt wird, oder aber als ihre dämonische Widersacherin gilt, wird so auf jeden Fall eine stärkere Motivation haben einzugreifen als der Namenlose.


    Alternativ könnte die Helden auch die Aufmerksamkeit eines "Wächter" erlangen, vielleicht arbeitete er noch für die Boron Kirche als Nekromanthie noch nicht so verpönt war, und ist jetzt aber zu eine verlorenen und wahnsinnigen Nekromanten (evtl. auch TGT oder Heskatet Paktierer) verkommen. Er würde dann offen gegen die Helden kämpfen, um sie daran zu hindern Marbo zu erwecken.


    Abgesehen dafür kann man finde ich die Al'Anfanische Boron Kirche auch als Gegner für offene Kämpfe einbauen, die werden wohl wesentlichen skrupelloser und direkter im Kampf gegen Feinde ihres Gottes vorgehen. Es würde dann auch bei der Puniner Kirche nicht unbedingt sofort auffallen. Die Spaltung der Boron Kirche könnte dann auch als Sündenbock dafür dienen wie die Helden es überhaupt geschafft haben diese mächtige Institution zu überlisten.


    Ein Nekromantenzirkel könnte ebenfalls als klassischer Bösewicht herhalten, ihre Interessen wären aber vermutlich ähnlich zweifelhaft wie bei einem Namenlose Kult.


    Da sind ein paar sehr schöne Gedanken dabei, vor allem beleuchtet es sehr schön, warum die Boron-Kirche hier mal der "Böse" sein darf. Bisher sind die Boronis in unseren Spielrunden immer als... ich weiß nicht... sanft, mitfühlend,

    Ich denke entscheidend ist es hier dass du auch die Motivation der Boron Kirche nachvollziehbar darstellst. Na klar jetzt wollen sie verhindern dass die Kirche massiv geschwächt wird durch eine weitere Abspaltung. Aber wie war es damals als man den Marbo Kult quasi ausgelöscht hat, wieso ist das passiert? Ich denke hier ist es auch wichtig darzustellen dass Marbo hier kein unschuldiges Opfer war, sondern dass es einen begründeten Konflikt zwischen beiden Entitäten gegeben haben muss. Ich kenne mich mit Marbo leider nicht gut genug aus um dazu mehr zu sagen, aber ich bin mir sicher auch Marbo kann man eine finstere Seite andichten. Das Boron Wunder unterstreicht dann weniger wie Böse die Boron Kirche ist als viel mehr wieviel mächtiger Boron als Marbo ist. Dass die Boron Kirche dann daraus ne feindliche Übernahme gemacht hat könnte dann auch so begründet worden sein, dass man damit den allgemeinen Frieden besser bewahren konnte als wenn man Marbo und ihre Anhänger komplett verstoßen hätte.


    Allerdings werd ich den spirituellen Fokus nicht auf einen Auserwählten legen, das könnte möglicherweise das Spielgleichgewicht zwischen den Helden zu sehr kippen (also ein reiner outgame Grund). Eventuell ändere ich da meine Meinung aber nochmal, je nachdem wie sich die Dynamik der Helden untereinander so entwickelt. Man weiß ja nie, wie so eine Kampagne verläuft.

    Naja wie gesagt, vllt. stellst du dir das finden der Primärliturgie grundsätzlich anders vor, aber nach meinen Vorstellungen braucht es EINEN der letzten Endes die Ordination "finden" muss. Wenn du nicht gerade willst dass die Primärliturgie in schriftlicher Form tatsächlich nur physisch gefunden werden muss. Dieser "Auserwählte" kann natürlich auch ein NSC sein, wobei ich glaube ehrlich gesagt dass die Spieler als Helfer eines auserwählten NSCs auf keinen Fall besser ist als wenn einer der Spieler der Auserwählte ist. Mit dem geweihten Marbiden hast du auch eigentlich schon einen Helden in der Gruppe der dafür quasi prädestiniert ist.