Exil-Tobrier

  • Hi Leute,

    seit letzter Nacht beschäftige ich mich mit Leben und Lage der Tobrier, die einst infolge des Borbaradfeldzugs ins zentrale Mittelreich geflohen sind und dort ansässig geworden sind.

    Ungemein interessant stell ich mir das Spiel eines Helden mit diesem Hintergrund vor, vor allem ein Nachkomme dieser Exilanten. Denn er ist überall ein Fremder, sowohl in seiner Geburtsstadt, z.B. Gareth, als auch in der ihm unbekannten und inzwischen völlig veränderten Heimat seiner Eltern. Maraskanische Exilanten sind ähnlich, aber Tobrier sind weniger exotisch.

    Deswegen suche ich einschlägige Quellen und kreative Ideen, um ihre Kultur beschreiben zu können.

    Danke im Voraus, schönen Tag,

    R

  • Die Flusslande, Seite 43:

    "Seit der Invasion Borbarads strömten unzählige Flüchtlinge aus Tobrien in die Stadt, und mit ihnen kamen Verzweiflung und Gesetzlosigkeit, die seitdem um sich greifen wie ein wucherndes Geschwür. Viele Alteingesessene schieben den beginnenden Niedergang auf die Flüchtlinge, während diese ihnen vorwerfen, sie nicht in Travias Namen angemessen aufgenommen und mit Arbeit versorgt zu haben."

    Viel Info ist das nicht. Ich würde die Flüchtlinge aus Tobrien im Mittelreich aber eher mit den Flüchtlingen aus Ostpreußen usw. vergleichen als ausländische Flüchtlinge (wie die Maraskaner). Wahrscheinlich gewöhnen sie sich leichter ein und fallen nicht so im Straßenbild auf.

    Ansonsten glaube ich nicht an ein einheitliches Bild. Mag sein, das die Alten eine "exiltobrische Kultur und Heimatschwärmerei" betreiben, während die Jungen bereits fließend koscher Dialekt sprechen. Der fleißige Handwerker gehört genau so zu ihnen wie der gewitzte Streuner.

    Daneben gibt es sicher auch viele, die bereits fest sparen, um in ihre alte und nun befreite, Heimat zurück kehren zu können, während andere einen Strich gezogen haben und in der neuen Heimat das Glück suchen oder gefunden haben.

    Ich würde den "Flüchtling" auf jeden Fall hungrig spielen, hungrig nach Erfolg, Anerkennung und Ruhm. Egal welche Profession. Egal ob er wieder in die Heimat will, oder seine neue Heimat gefunden hat. Er will nach oben und das etwas mehr als die anderen. Ideale Vorraussetzungen zum Helden und Abenteurer.

  • In der Einsteigerkampange "Geheimnis des Drachenritters" wird darauf zurückgegriffen. Nach der Hochzeit der Herögin von Weiden, Walpurga von Weiden, mit dem Herzog von Tobiren, Bernfried von Ehrenstein, 1027BF sind etliche Exiltobrier nach Weiden gezogen, um dort neu anzufangen.

    Die Kampange spielt in der Grafschaft Heldentrutz und dort sind die Tobrier auf karge Böden und die ständige Gefahr der Orks gestoßen, so dass etliche nach Jahren aufgegeben haben dort eine neue Bleibe als Bauer aufzubauen. Manche versuchen wieder zurück in Tobrien zu kommen (was durch die jüngsten Schwertzüge ja nach und nach befreit wurde), andere schlagen sich als Räuberbanden durch.

    Dies bringt dann natürlich eine Reihe von Hintergrundmöglichkeiten ins Spiel für einen Tobrier aus Weiden. Vom klassische "Eltern wurden Orks" erschlagen bis hin zu "Eltern wurden in den Kerker geworfen, weil sie einen tobrischen Bekannten Unterschlupf gewährt hatten ohne zu Wissen, dass er inzwischen ein gesuchter Räuber ist" gibt es viele Ansatzmöglichkeiten.

  • Es gibt die Unterweltbande Die Tobrier in Gareth - bereits seit 1000 Oger. Viele Tobrier blieben schon seit dem Ogerzug im Mittelreich.

    Aber Tobrien ist nur ein Teil vom kaisl. Mittelreich; klar ist es was anderes als wenn man flieht als umzieht, aber Fachkräfte werden überall gesucht, die Sprache und Religion ist die gleiche. Da kommt es auf Einzelschicksale an - und bereits zu Weisstobrien forderte Bernfried seine Tobrier auf für die Heimat zu kämpfen.

    Zu Weisstobrien und Alt-Tobrien müsste etwas in meinem Archiv - aus dem DereGlobus-Projekt - stehen.

    Jassu!
    (die typische freundliche Begrüßung auf der Insel Ithasos)

    Pflicht des Historikers:
    Das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.
    (nach Johann W. von Goethe)

    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.
    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ein Nachkomme der Flüchtlinge dürfte eigentlich kein Fremder sein, denn er hat gute Chancen, in dem neuen Umfeld geboren und aufgewachsen zu sein, oder mindestens den größtenteils seines Lebens dort verbracht zu haben.

    Dazu ist Tobrien jetzt nicht so riesig viel anders als der Rest vom MR. Sicherlich, es gibt Unterschiede, aber es ist immer noch das selber Land, so sehr anders ist es da nicht.

    Der Flüchtlings-Status könnte sich nach bis zu 20 Jahren seitdem vergangen auch geändert haben. Hat Arbeit, lebt vielleicht nicht mehr in irgendwelchen 'Auffangbecken' mit anderen Flüchtlingen.

    Vielleicht schon noch, vielleicht ist man auch in Gareth im Südquartier bei den "Tobriern" gelandet. Vielleicht gehört man auch zu den Adligen und hat außer einem Titel, der nichts wert ist, nichts mehr. (Obwohl, Tobrien ist mittlerweile größtenteils befreit - Anrechte auf frühere Lehen können wohl wieder geltend gemacht werden.)

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich denke nicht, dass auch noch nach so langer Zeit, wenn sich die tobrischen Exilanten über das Reich und darüber hinaus verteilt haben (man kann auch außerhalb des MR ein neues Leben anfangen), man noch allgemein von Tobrischem Flüchtling" sprechen und damit etwas Feststehendes bezeichnen, und eine eigene Kultur oder auch nur überschneidend viele Kennzeichen zuschreiben.

  • Völlig anders sieht es mit der aktuellen Bevölkerung aus - und wenn ein Exilant in seine "alte Heimat" zurückkehrt ... wäre sicherlich mal ein Abenteuer wert.

    Jassu!
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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Kann da Schattenkatze nur zustimmen. Meine Eltern sind als "Deutschstämmige in Rumänien" Anfang der 1980 "ausgewandert" (heißt barfuß übers Feld in Nacht und Nebel um nicht von der kommunistischen Grenzwache abgeschossen zu werden). Das paradoxe ist, sie fühlen sich als "Subkultur" und hängen mit "Ihresgleichen" rum und machen trotzdem einenen krassen Unterschied zwischen sich selbst und ihren "volksdeutschen heimatvertriebenen Freunden" und den "eingeborenen Deutschländern". Deutsch aber keine Deutschländer. Fand ich schon immer irre. :thumbsup:

    Und obwohl ich noch in der "alten Heimat" geboren bin (und erst mein Bruder hier) fühlen sich mein Bruder und ich als zu 100% "von hier", auch wenn wir mit anderen kulturellen Einflüssen und Hintergründen (und der allseitsgegenwärtigen paradoxen Dualität "wir <-> Deutschländer") aufgewachsen sind. Optisch, sprachlich und sonstwie kann uns keiner von den anderen "Deutschländern" unterscheiden - einfach weil wir welche sind. 8o

  • Der Roman "Über den Dächern Gareths" handelt auch von einer Exiltobrischen Familie ;)

    Meine Charaktere:


    Fin Brodiak, Svelttaler Kräutersammler mit Vogel

    Phelix Lassan, ein kleiner Dieb aus Albenhus

    Der Einstieg in eine kleine Geschichte von mir

  • Eldoryen Gammensliff :

    OK, ertappt, natürlich nutze ich wieder DSA, um spielerisch mit etwas umzugehen, was mich real umtreibt:

    Bin gerade mit meiner Tochter das erste Mal in Rumänien im Urlaub. Ich war 9, als meine Eltern und ich ausgewandert sind von dort 😅 zum Glück sind wir alle gut angekommen in Deutschland, und bei mir merkt es auch keiner, dass ich zum Teil anderswo aufgewachsen bin. Ich verstehe zwar das Siebenbürger Sächsisch noch ein wenig, aber sprechen hört sich grausam an. Bin also suuuper integriert... Dennoch hab ich wechselseitige Ausgrenzung erlebt, z.B. einerseits "Zigeunerjunge"-Gesänge in der Bank hinter mir. Andererseits ticken viele meiner Verwandten ähnlich wie deine Eltern: "Na, wir haben versucht uns mit Deutschen anzufreunden, aber weißt du, die sind einfach anders."

    Aaaalso:

    Schattenkatze und zakkarus : die große Welle ist gerade 25 Jahre her, und wie Famburasch oben zu Ferdok geschrieben hat, scheint es durchaus noch ein Thema zu sein, dass die Tobrier als Fremde wahrgenommen werden. Zumal es den Tobrischen Flüchtlingen finanziell nicht so gut ergangen ist wie den Aussiedlern in Deutschland, das ist also nicht 100% vergleichbar. Eine eigene Kultur ist vielleicht zu hoch gegriffen, aber eine spannender Charakterhintergrund mit besonderer Geschichte, anderem Dialekt, unbewusst von einer Generation auf andere übertragene Traumata und Einstellungen sind die Exiltobrier m.M.n. schon.

  • Sagen wir es so, wer in Tobrien bereits Arm war, ist froh am Leben zu sein, wer aber Reich war, konnte nur hoffen Verwandte im MR zu haben.

    Bedenke, gerade Adel und Akademien sind über das MR "verschwägert"

    Schwarzer Druidenwald beschreibt einen Flüchtling.

    Jassu!
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    Das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.
    (nach Johann W. von Goethe)

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  • scheint es durchaus noch ein Thema zu sein, dass die Tobrier als Fremde wahrgenommen werden.

    Sicherlich ist das hier und da der Fall, das habe ich auch geschrieben und schon gar nicht negiert. Aber ich denke nicht, dass es auf alle zutrifft und auf ihre Kinder auch noch so voll umfänglich. Es gibt auch Flüchtlinge und freiwillige Auswanderer, die sich völlig einleben, wo sie nun sind.

    Es gibt immer solche und solche. Alte Gewohnheiten und Traditionen beizubehalten heißt ja auch nicht, sich zugleich allem Neuem und dem neuen Umfeld zu verschließen.

    Ich schrieb, nicht alle in einen Topf zu werfen. Einige tobrische Flüchtlinge werden jetzt sich als Koscher, Garether, etc. betrachten. Andere sich immer als Tobrier. Einige werden von ihrem Umfeld als Nachbarn gesehen, von anderen als tobrische Flüchtlinge.

    Gerade bei den Nachkommen sehe ich das noch mehr, die sich noch mehr angepasst haben (nicht, dass es da so viel anzupassen gibt, wie ich meine) und deren Selbstidentifizierung bestimmt häufig noch mal anders ist als die der Eltern, die einen anderen Bezug zu der alten Heimat haben als ihre Kinder, die diese alte Heimat gar nicht kennen oder sich zumindest oft nicht mehr dran erinnern können.

    Daher denke ich, dass man bei einem Nachkommen tobrischer Flüchtlinge volle Bandbreite hat: Von Flüchtling, der in der neuen Heimat sich nie beheimatet gefühlt hat (aus sich selbst heraus und weil das Umfeld es so wissen lässt), bis hin zu 'Ich bin Koscher, Garether, etc." und die ganze Bandbreite dazwischen.

    So kann z.B. auch der Konflikt zu den Eltern /Verwandten ein Thema sein. Eher wenig im Spiel vermutlich, aber so an sich für den Charakter. Vielleicht kann er aber erst im Spiel Tobrien +überhaupt mal kennenlernen und darüber ein eigenes Umdenken haben, was die Eltern immer so sagen, aber für das Kind selber zu fern und zu fremd war.

  • Ridetianer

    Oh sehr schön auch noch gleiches Land, wenn ich auch kein Siebenbürge (die sind ja noch länger, sprich nach den Kreuzzügen, in Rumänien gewesen) sondern Banater bin (erst nach dem 30 jährigen Krieg).

    Ich muss sagen ich habe das nie so an die große Glocke gehangen, weil es mir peinlich war, und wenn dann war es eher belustigtes Desinteresse (was bist du ein "Banana-Jet" statt Banater Schwabe). Mich hat mehr das enge und konservative Selbstbildnis von "meinen Leuten" gestört. Bin ich doch ziemlich links und Weltbürger.

    Was man aber vielleicht auch gut auf Tobrier übertragen könnte. Je nachdem wie sich der einzele oder seine Familie entscheidet (und im "Fantelalter" sind ja die Umstände noch mal anders), kann das von vollkommen integriert bis "radikale Subkultur" reichen. Galten Tobrier nicht als "Schaff***er" vor der Invasion? Ich denke in der Breite braucht es mehrere Generationen bis Vorurteile und Reserviertheit komplett abgebaut sind. Ein sehr guter Freund mit dem ich lange in der WG gelebt habe ist Sohn eines türkischstämmigen Gastarbeiter aus der Wirtschaftswunderzeit. Und ich denke nicht das türkischstämmige Menschen heutzutage vollkommen und in allen Gesellschaftsschichten integriert sind. Da kommt naturlich die Erschwernis des äßerlichen Erscheinens dazu. Ich meine wäre ich nicht blond und blauäugig und männlich-markant-bratwurstgebrannt wäre es sicher schwerer gewesen. Aber für Tobrier gilt ja dann auch eher die "milde Nummer". Anders ergeht es sicher den tulamidisch-novadistämmigen Bewohnern des Abend- äh Mittellandes.

  • Die Quelle für die Garether Bande 'Die Tobrier' ist der Band 1 von "Verschworene Gemeinschaften - Aventurische Organisationen" (DSA4), Seiten 105 bis 108.
    Da ist auch diverses zum historischen Hintergrund, dem Umgang mit ihnen als Flüchtlingen etc. festgehalten.

    "Blut sühnt alle Makel, seine reinigende Kraft ist unübertroffen" - Rondra Vademecum

    "Astralenergie als begrenzte Ressource" - Rohals Erben, S. 39, 2022

  • Der Blick auf Alttobrien müsste in meiner Datei sein. Nur galten sie nicht als schaffer; sie waren es.

    Jassu!
    (die typische freundliche Begrüßung auf der Insel Ithasos)

    Pflicht des Historikers:
    Das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.
    (nach Johann W. von Goethe)

    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.
    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Viiiiielen lieben Dank! Hoffe mit euren Informationen und Impressionen einen längeren, klugen Artikel für die übernächste oder die Artikelsammlung der DERENZEIT basteln zu können. Falls auch eine Spielhilfe daraus wird, würde ich, was das Regeltechnische angeht, vielleicht DSA5-Wesenszüge andenken für Tobrier mit Untergruppen Schwarz-, Weiß-, Exil- und Ex-Tobrier 😉

  • Was man aber vielleicht auch gut auf Tobrier übertragen könnte. Je nachdem wie sich der einzele oder seine Familie entscheidet (und im "Fantelalter" sind ja die Umstände noch mal anders), kann das von vollkommen integriert bis "radikale Subkultur" reichen. Galten Tobrier nicht als "Schaff***er" vor der Invasion? Ich denke in der Breite braucht es mehrere Generationen bis Vorurteile und Reserviertheit komplett abgebaut sind. Ein sehr guter Freund mit dem ich lange in der WG gelebt habe ist Sohn eines türkischstämmigen Gastarbeiter aus der Wirtschaftswunderzeit. Und ich denke nicht das türkischstämmige Menschen heutzutage vollkommen und in allen Gesellschaftsschichten integriert sind. Da kommt naturlich die Erschwernis des äßerlichen Erscheinens dazu.

    Vergiss die Religion nicht.

    Die war im Mittelalter eigentlich das Wichtigste.

    Und in Aventurien darf man wohl eine ähnliche Wichtigkeit annehmen.

    Zwischen "Ich hab ja versucht, mich mit denen anzufreunden, aber irgendwie sind die komisch" und "Mit den ihren Kindern darfst du nicht spielen, das sind Ungläubige!" ist ja auch noch ein großer Unterschied. Der sich nicht zuletzt erheblich auf die Integration der nächsten Generation auswirkt.

  • Aus Niobaras Vermächtnis gibt es ein paar Notizen, welche ich jedoch als Meisterinformationen setze, um unbeabsichtigte Spoiler zu vermeiden.

    Display Spoiler

    Ortschaft Wagenhalt:

    "Schon von Ferne kann man ein Barackenviertel westlich des Ortskerns erkennen. Ursprünglich als Unterkunft tobrischer Flüchtlinge errichtet, hat es sich über die Jahre zur elenden Heimat der Armen entwickelt. Zwar dominieren die Tobrier unter den Bewohnern, aber auch zahlreiche Wanderarbeiter kommen hier unter."

    "Unter den Flüchtlingen und Tagelöhnern lassen sich einige finden, die für Stoerrebrandt arbeiten."

    Dort gab es im Jahr 1038 etwa 100 Bewohner des Barackenviertels.

    "Phexisch gesinnte Helden treffen hier am ehesten auf Gleichgesinnte und können Dinge unter der Hand beschaffen oder Komplizen anheuern."

    Mit Rohals Erben wird eine Abenteueranthologie erscheinen, in der ein Abenteuer in jener Ortschaft spielen wird. Vielleicht erfährt man dort genaueres über die Lage der ehemaligen Flüchtlinge zur Jetztzeit. Wobei der Erscheinungstermin wohl hinter dem geplanten Derezeitartikel liegen wird.

  • Vergiss die Religion nicht.

    Die war im Mittelalter eigentlich das Wichtigste.

    Und in Aventurien darf man wohl eine ähnliche Wichtigkeit annehmen.

    Zwischen "Ich hab ja versucht, mich mit denen anzufreunden, aber irgendwie sind die komisch" und "Mit den ihren Kindern darfst du nicht spielen, das sind Ungläubige!" ist ja auch noch ein großer Unterschied. Der sich nicht zuletzt erheblich auf die Integration der nächsten Generation auswirkt.

    Ja das stimmt. Dürfte aber auf den "ersten Blick" weniger augenfällig sein. Also klar ist dass dann ein Amalgam aus Optik+Voruteil+Religion aber z.B. erfahren viele (krass christliche) Armenier die gleichen "Begegnungen" wie muslimische Türken oder Muslima aus arabischen Ländern. Das Auge rassIS(S)T mit!

  • Hi Leute, zur Info: Hab nun doch noch etwas aus diesem Thema gemacht. Nix Großes, keine Spielhilfe o.Ä., aber dafür ein klein wenig Dichtkunst für die DERENZEIT-Artikelsammlung:

    Des tobrischen Herzen Heimat

    Schönen Tag zusammen 👋

  • Ich denke, wichtigstes Problem mit dem "Ansässigwerden" ist der Status. Gesellschaftlicher Stand wird in der Praxis eher vererbt. Die Schollengebundenen hängen an ihrem Land und die Freibauern und Pächter in der Regel genau so. Da kommt man als Fremder nicht rein, wenn man nicht seine Freiheit aufgeben und Leibeigener werden will.

    Die Stadtbürgerrechte gibt es für Fremde auch nicht so einfach. Da muss man mindestens viel Geld für haben.

    Insofern dürfen die Flüchtlinge einen schweren Stand gehabt haben. Ausgebildete Handwerksgesellen und -Meister hätten vielleicht eine Chance, auch fremden Zünften beizutreten, aber für den Rest bleibt eigentlich nur die Gruppe an Berufen übrig, die gesellschaftlich am Wenigsten geachtet ist. Tagelöhner und Wanderarbeiter vor allem. Dazu das ganze nieschige Zeug meist ohne Zunftbindung : Krämer, Rattenfänger, Straßenkünstler, Kräutersammler, Bettler. Die meisten Flüchtlinge dürften aus ländlichem Umfeld und mit entsprechenden Fähigkeiten kommen. Aber ohne eigenes Land ist so ziemlich das Beste, worauf sie hoffen können, eine Anstellung als Magd/Knecht auf dem Hof eines anderen. Die, denen das nicht gelang, dürften wohl Erntehelfer zur Erntezeit geworden sein und verschiedenste Kleinberufe den Rest des Jahres.

    Als das stehende Heer nach Retos Träumen noch existierte, kam natürlich auch der Beruf des Soldaten in Frage.