Nekropathia - Borons Hallen vs Paradiese

  • Hi, nachdem der Spruch ja (u.a.) auf Paradiese per Regel nicht funktioniert, stellt sich mir die Frage welche Seele denn in ein (12G-) Paradies kommt (wer nicht ist tw. klar, zB Paktierer)? Gibts da was in den Büchern? Kommen Geweihte automatisch rein? Oder treue Gläubige? Wie regelt ihr das als SL wenn einer zb ein Mordopfer contacten will?

  • Ich erinnere mich nicht, dazu eine offizielle Regel gelesen zu haben, also mache ich das so, dass Geweihte automatisch ins entsprechende Paradies kommen (außer sie wären in Ungnade gefallen bei ihrer Gottheit) und treue Gläubige auch eine gewisse Chance haben.


    Das offizielle Aventurien ist allerdings ziemlich voll mit Frevlern, Eidbrechern und ähnlichem Gesocks (ich sag nur Traviabund mit Eidsegen ... so ein Mal des Frevlers fängt man sich recht fix ein) die zwar keine Paktierer sind (die landen in den Niederhöllen und dürften da auch nicht kontaktierbar sein) aber auch nicht in die Paradiese kommen.


    Insofern besteht beim Kontaktieren eines Mordopfers schon eine recht gute Chance, dass es klappt.


    Ob das Mordopfer weiß, wer es umgebracht hat, ist eine andere Frage.


    Wenn man eine allzu einfache Lösung eines Kriminalfalls verhindern will, muss das Mordopfer nicht im Paradies gelandet sein. Gibt genug andere Dinge, die in die Quere kommen könnten.

  • In WdG, S. 14 heißt es: "Gläubige, die besonders mit ihren Prinzipien harmonisieren, in ihre Paradiese aufnehmen."


    In WdZ, S. 357 steht: "Hier sollen die Götter auf zwölf Thronen herrschen und ihre Paradiese behüten, in die sie die edlen Seelen besonders treuer Diener aufnehmen."


    In den AvBo 34 und 35 findet sich die Abschrift eines Buches aus dem Kusliker Hesinde-Tempel, in dem die zwölfgöttlichen Paradiese beschrieben werden, aber auch das besagt, dass es sein kann, wenn man sich der jeweiligen Gottheit gefällig geklebt hat, dass man nach dem Tod von ihr ins Paradies eingelassen wird, das aber nicht automatisch geschieht.


    Nur ganz besondere Seelen können in ein Paradies eingehen. Auch Geweihte nicht, weil sie Geweihte sind.


    Wenn das Mordopfer nicht (mehr) in Borons Halle ist, dann ist es außer Reichweite für den Zauber.

  • Soweit ich das weiß, kommen nur die Seelen der Zwölfgöttergläubigen, die sich in besonderer Art und Weise um die Götter verdient gemacht haben, oder aber besondere Lieblinge eines Gottes waren, in eines der Paradiese. Die meisten Seelen der Zwölfgöttergläubigen landen in Borons Hallen. Auch die der meisten Geweihten, denke ich.


    Mordopfer zu kontaktieren ist ein Standardszenario für den Nekropathia. Mit Gespräch mit Toten kann man sogar mit Seelen sprechen, die in einem der Paradiese gelandet sind, auch wenn Boronis so etwas wohl nur in extremen Ausnahmefällen zulassen würden, denke ich.


    P.S.: Zur Ausgestaltung empfehle ich Aventurische Totengeister (schamlose Eigenwerbung).

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  • Das Boron-Vademecum schreibt auf Seite 28:


    Rheton

    »Am Ende eines jeden Lebens muss jede Seele vor Rethon treten, vor der nichts verborgen bleibt. Und die Seelenwaage wird wiegen die Sünden und die Wohltaten einer jeden Seele, und das Senken ihrer Schale bedeutet alles: Eingang in die Paradise des Herrn Boron und seiner Zwölfgöttlichen Geschwister in Alveran, ewiges Warten für jene, deren Seelen zu leicht geblieben sind oder gar die Verdammnis für all jene, die zu Lebzeiten gefrevelt haben an den Göttern und ihrer Ordnung.« —aus der Predigt des Mystikers Orelio Karinor im Tempel des Schwarzen Lichts zu Gareth, 1034 BF


    Die Frage ist ob die Seelenwaage die Entscheidung der Götter beeinflusst oder umgekehrt? Ist das Wiegen eher eine Symbolik, dass die Götter die Seelen prüfen? Oder werden von den Göttern nur jene Seelen bemessen, die bereits durch Rheton bemessen wurden? Oder kennt Rheton den Willen aller Götter, was den Einlass betrifft?


    Aber man sieht, dass nicht alle Seelen die nicht gefrevelt haben automatisch ins Paradies einziehen. Viele verweilen wohl in Borons Hallen.

  • Nur ganz besondere Seelen können in ein Paradies eingehen. Auch Geweihte nicht, weil sie Geweihte sind.


    Nicht weil sie Geweihte sind, aber weil sie der Gottheit so gefällig sind, dass sie von ihr als Geweihte angenommen wurden. Und sich dann nach der Weihe in diesem Sinne weiterentwickelt haben.


    Wenn sogar Geweihte nur selten in die Paradiese ihrer jeweiligen Gottheiten eingehen, dann ist es für Nichtgeweihte ja eigentlich fast unmöglich.


    Schließlich dürfte es so allgemein recht selten vorkommen, dass jemand einer Gottheit wohlgefällig genug lebt, um in ihr Paradies einzugehen, aber keine Weihe oder Spätweihe hat oder anstrebt.



    Natürlich mag es ein paar Geweihte geben, die gerade ihrer Gottheit gefällig genug gelebt haben, um ihre Weihe nicht zu verlieren, aber auch irgendwie das Potential, das die Gottheit zum Zeitpunkt ihrer Weihe in ihnen sah nicht so wirklich entfaltet haben ... oder vielleicht auch Geweihte, die die Gottheit nur geweiht hat, weil ihr gerade nichts Besseres angeboten wurde ....

    Aber das sehe ich eher als Ausnahme.


    Ist natürlich auch eine Frage davon, wie man das mit den Geweihten im eigenen Aventurien so generell halten will. Die politischen Spielchen die im offiziellen Aventurien teils so laufen, da fiele es mir auch schwer zu glauben, dass jemand, der seinen Amtsvorgänger umgebracht hat, um selbst Chef zu werden, in das Paradies seiner Gottheit eingeht. (Wobei ich mich bei manchen Stunts auch frage, warum die eigentlich noch geweiht sind.)


    Wenn die Götter ihren Geweihten auf Dere mehr durchgehen lassen, dann landen wahrscheinlich auch mehr Geweihte in Borons Hallen. Wenn nur absolute Götterlieblinge geweiht werden und bleiben, dann sehe ich keinen Grund, warum sie nicht im Regelfall in den Paradiesen landen sollten.


    Wie viele normale Gläubige in den Paradiesen landen dürfte auch von der Geweihtendichte abhängen. Wenn die Götter alles weihen was bei drei nicht auf dem Baum ist, bleiben kaum noch göttergefällige Normalsterbliche übrig.

    Wenn massenweise tiefgläubige Menschen nur Akoluthen werden, weil die Geweihtenposten limitiert sind, disqualifiziert sie der nichtvorhandene Geweihtenstatus natürlich nicht für die Paradiese.


    Mordopfer zu kontaktieren ist ein Standardszenario für den Nekropathia. Mit Gespräch mit Toten kann man sogar mit Seelen sprechen, die in einem der Paradiese gelandet sind, auch wenn Boronis so etwas wohl nur in extremen Ausnahmefällen zulassen würden, denke ich.


    In sehr extremen Ausnahmefällen, ja.


    Immerhin müsste der entsprechende Magieanwender ja nicht nur diesen Zauber beherrschen ... sondern außerdem noch moralisch einwandfrei und über jeden Zweifel erhaben sein, damit man ihm guten Gewissens eine Ausnahmegenehmigung geben kann. Und das dürfte selten zusammen vorkommen. :/


    Ich sehe die theoretische Möglichkeit, mit Toten zu kommunizieren, in Aventurien nicht wirklich als Problem für Krimiplots an. Erstens sind die Boronis dagegen. Zweitens, wenn die Boronis doch zustimmen (für die Kommunikation mit ruhelosen Geistern haben sie sogar selbst eine Liturgie) oder die SC es einfach illegal machen, ist noch lange nicht gesagt, dass das Mordopfer weiß, wer es umgebracht hat.


    Und drittens, wenn die SC es illegal machen, und das Mordopfer sehr borongläubig war (aber nicht genug um in Borons Paradies zu landen) könnte es sich weigern, einem miesen Nekromanten Auskunft über irgendwas zu geben. :evil:

  • Seelen von geweihten und nicht geweihten Personen können in die jeweilige Paradiese eingehen, oder auch nicht. Es sind wohl eher nur wirklich besondere Seelen, die so gesehen als besonders wertvoll erachtet werden.


    So verstehe ich die Setzungen dazu.

    Halten kann man es ja gerne anders, wie gottgefällig man gelebt haben muss (geweiht oder ungeweiht), um in die Paradiese einzugehen.

    Warum es so extrem schwierig sein soll, ist ja irgendwie auch nicht angegeben, und wie ganz besonders herausragend man nach den jeweiligen Idealen gelebt haben muss/sollte.



    Zumindest nach DSA 4 gilt der Zauber als lästerlich (LCD, S. 188), ich bezweifle, dass ein Boroni grünes Licht dazu gibt - das zählt womöglich als Störung der Totenruhe und Anmaßung, außerdem wird der Zauber in Brabak und Fasar gelehrt, das macht auch keine Freunde bei der Boron-Kirche.

    Ich denke aber ebenfalls, dass ein Brabaker oder Fasarer auch bei der Boron-Kirche erst gar nicht nachfragt, und daher der Punkt der Erlaubnis recht vernachlässigbar ist.

  • Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Boroni den Nekropathia gutheißen würde -- da schon eher das Gespräch mit Toten. Die Zeremonie können ja nur die Boronis wirken, also wird es wohl Situationen geben, in denen die Geweihten mit den Seelen in der 4. oder 5. Sphäre sprechen.

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