Praios vs. Gegner

  • Ich bin ein kleiner DSA Fan und mir ist folgendes aufgefallen: In allen Abenteuern, die ich gelesen habe, tun die Geweihten nicht viel. Eigentlich sind sie nur dafür da, ein Geweihter in der Gruppe zu haben. Ich möchte das nicht und wollte fragen, ob es Abenteuer gibt, wo Praiosgeweihte wirklich gefordert werden.

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    Soll der Praiot als Geweihter, speziell als Praiot oder als Held gefordert werden?

    Ansonsten hängt es natürlich sehr von den individuellen Fähigkeiten und Neigungen ab, welche Abenteuer passen können.


    Als Geweihter kann er z. B. im sozialen Rahmen sehr gut punkten:


    "Ein Geweihter der Zwölfgötter ist in Mittelaventurien in jedem Fall eine Respektsperson. Man mag einem einzelnen Geweihten negativ gegenüberstehen oder sogar generell alle Angehörigen seiner Kirche für Ausbeuter, Betrüger oder Spielverderber halten, offen zeigen wird ihnen das nur der größte Rüpel der Stadt- meist mit entsprechenden Konsequenzen. Fast jeder Aventurier kann einen einfachen Geweihten an seinem Ornat einer Kirche zuordnen. Klopft ein Geweihter an eine fremde Tür, wird man ihn einlassen, ihm zuhören und (im Regelfall) glauben." (WdG 22)


    "In Aventurien besitzen - anders als auf der Erde - die Geweihten wirkliche und von jedem wahrnehmbare Kräfte, hinter denen eine ebenso wirkliche Gottheit steht. Das ist den meisten Aventuriern (in ihrem jeweiligen Kulturkreis, und oft auch darüber hinaus) durchaus bewusst, und zusammen mit der teils beträchtlichen weltlichen Macht der Kirchen und Kulte wundert es daher nicht, dass den Geweihten Respekt und Ehrfurcht entgegengebracht wird auch dann, wenn man den entsprechenden Gott oder seinen Kult nicht besonders schätzt." (WdG 304)


    Gerade auch in Abenteuern mit juristischem Hintergrund können Geweihte im Allgemeinen und Praioten im Besonderen glänzen:


    "Als Ankläger oder Zeuge kann ein Geweihter vor jedem Gericht fungieren; in der Regel wird man seine Worte besonders ernst nehmen und ihnen den Rang von Beweisen zugestehen. Verteidiger - gerade, wenn sie ebenfalls Geweihte sind - mögen jedoch verlangen, dass der Geweihte seine Aussagen (gerade wenn sie kaum zum Ruf des Beklagten passen) unter dem EIDSEGEN beschwört.

    Als Richter kann ein Geweihter hauptsächlich in einem Tribunal seiner eigenen Kirche fungieren. Für den weltlichen Richter einspringen kann er nur, wenn kein anderer Richter zu erreichen ist (und außer in Kriegen ist eine Wartezeit von einigen Tagen - bei Fällen, für die das Hochgericht zuständig ist, auch Wochen- durchaus zumutbar). Besser ist es, wenn der Geweihte ein Notgericht aus unbescholtenen und angesehenen weltlichen Schöffen einberuft; die natürlich auch seine Begleiter sein können. Hier aber kann sich Korruption einschleichen, die von den Göttern nicht gerne gesehen wird.

    Als Angeklagter hat der Geweihte das Recht auf einen Prozess vor einem kirchlichen Gericht (siehe aber unten),das ihn im Schuldfalle jedoch in der Regel mindestens so streng bestraft wie ein weltlicher Richter. Die Kirchen sind nicht glücklich über Priester, die ihren Ruf beflecken, selbst wenn es ‘nur’ um weltliche Vergehen und nicht um kirchliche Verfehlungen geht. Die Anwesenheit eines höherrangigen Geweihten bei einem weltlichen Prozess ist in weltlichen Angelegenheiten ausreichend, um das Urteil wirksam werden zu lassen. Ein Geweihter kann nicht in Abwesenheit (endgültig) verurteilt werden.

    Kläger, Richter und Henker zugleich sind in Aventurien gelegentlich nur die Bannstrahler (siehe Seite 41) - und das wird ihnen mitunter als Anmaßung ausgelegt." (WdG 33)


    Sehr im Mittelpunkt kann ein Praiot natürlich in der Quanionsqueste stehen.

  • Willkommen auf dem Orki, Olorin der Graue . :)


    Gefordert werden sie in jedem AB, da viele AB beinhalten, Dinge zu tun, von denen Praioten (und übrigens auch Angehörige anderer Kirchen oder generell Charaktere mit gewissen PT) nun gar nichts halten. Rumschleichen, lügen, sich tarnen und heimlich rumschnüffeln liegt nicht nur eigentlich Praioten nicht. Da könnte es die Herausforderung sein, dass Ziel trotzdem zu erreichen, nur auf praiosgefälligen Wege.


    Gefordert werden im Sinne, wirklich hehre Ziele zu haben? Davon gibt es auch so einige, denn sobald es gegen Paktierer und/oder Dämonen geht, wenn es darum geht, eine Wahrheit ans Licht zu bringen (nur mit praiosgefälligen Mitteln, natürlich).


    Die Quanionsqueste, quasi müsste wohl als erstes genannt werden: Die Queste nach dem verschwundenen Ewigen Licht. praiosgefälliger kann es wohl kaum sein.


    Oder ist generell die Frage nach AB, in denen die Praios-Kirche und ihre Vertreter mal nicht schlecht wegkommen? Dazu haben wir einen Faden und sollte dies gemeint sein, werde ich diesen hier da andocken: Abenteuer rund um Praios?

  • Offenbarung des Himmels: Ein Praios-Geweihter wird ein größeres Interesse haben, eine Kollegin vorm Kult des Namenlosen zu retten.


    Etwas allgemeiner: ABs mit Kampf gegen Dämonen oder die auch für Rondra-Geweihte geeignet sind. (Um einen Kontrast- Aspekt zu haben)

    • Best Answer

    Vielleicht zielt die Frage auch in eine andere Richtung.

    Krieger rotzen die Gegner um, Diebe bringen die Gruppe rein oder raus oder in Schwierigkeiten, Magier lösen die geheimnisvollen Rätsel um Ringe und Schatullen oder springen notfalls für den Krieger oder die Diebe ein. Priester... begleiten das ganze mit einem wohlwollenden Verslein der Bestätigung oder mit grummeligen Mahnungen zum guten Benehmen - sie sind nicht nützlich. Geht es darum?


    Geweihte können sich in den Katalog der nützlichen Gruppenmitglieder durchaus auch eintragen:

    Rondrageweihte haben einen speziellen Ehrenkodex, aber sie sind eben im abenteuerlichen Sinne auch Krieger.

    Phexgeweihte haben häufig genug diebische Fähigkeiten und Hesindegeweihte können Artefakte analysieren, Bibliotheksrecherchen besteuern.


    Aber einige Gottheiten haben eben keine (für Abenteurer) richtig nützlichen Hauptthemen.

    Die pazifistischen Götter taugen schonmal nicht im Kampf, außer Phex ist man selten zu Einbruch und Betrug aufgelegt und irgendwelche magischen Mysterien gehen evt. auch ziemlich den meisten Geweihten am Allerwertesten vorbei.

    Also... Efferdgeweihte finden irgendwie Wasserflächen und ihre Bewohner toll und machen ähm.... so... Wassersachen, Travia pflegt Heim und Ehe - ...

    ... und Praios steht in erster Linie für die Anerkennung der normalen und der übernormalen Machtstrukturen und für die Ablehnung der Magieanwendung. Das hat seine Diener in vielen Spielrunden unpopulär gemacht (weil Spieler gerne ein bisschen tun was sie für richtig halten oder was gerade lustig ist).

    So humorlos muss man einen Praiosgeweihten nicht spielen, aber in vielen Quellen kommt er so unsympathisch rüber. So wie Hausmeister in Jugendliteratur...

    Man sollte dem Praiosgeweihten allerdings eines der beiden Prinzipien Ordnung oder Antimagie als Kernthema lassen - sonst ist es wahrscheinlich einfach die falsche Berufswahl für den Helden. Und weil Ordnungsliebe mit Diebesfähigkeiten kollidiert und Magiefeindlichkeit mit Zauberern jeder Art, ist das Spiel eines Praiosgeweihten.... anstrengend. Für den Spieler, für den Meister und für die Mitspieler.

    Daraus können interessante Hass-Lieben oder Dauersticheleien resultieren aber auch tief durchdringender Spielfrust. Deshalb rate ich im Zweifelsfall eher zu etwas moralisch unkomplizierteren Geweihten, die sich in das Schema Krieger-Magier-Dieb/Waldläufer geschmeidiger einfügen.


    Willkommen im Orkenspalter, Olorin der Graue . :shy:

    Jetzt im Scriptorium: Die Kinder des 23sten Ingerimm

    Ich habe keine Macken, das sind special effects!

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