Primärliturgie, Ordination, Priesterweihe

  • Liturgiekenntnis wird sehr teuer nach F gesteigert. Spezielle Erfahrungen sollen sehr selten gehalten werden und erfodert sonst immer einen Lehrmeister. (WdG 240)

    Wenn der Held also nicht zufällig nach jedem Abentuer einen Tempel mit einem hochrangigen Geweihten, der Zeit und Lust zum Lehren hat, besucht, geht das recht langsam. Gerade auch, wenn er AP nicht nur für den LkW, sondern auch für Talente, Eigenschaften und Sonderfertigkeiten ausgibt. Und das Hauptwaffentalent ist für eine Rondra-Geweihte z. B. fast ebenso zentral wie der LkW für einen Geweihten. Und Geweihte haben viele Pflichten, für die sie in profane Fähigkeiten investieren müssen und viele Felder, die für das Abenteurerleben einfach nötig sind. LkW 12 halte ich damit schon für recht ordentlich. Da müssen schon viele AP in den Helden geflossen sein. Ich kann mir sogar gut einen Helden-Geweihten vorstellen, der gar nicht in erster Linie den LkW, sondern erstmal andere Baustellen ausbaut. Eine Geweihte ist schließlich weit mehr als nur eine Karmawerferin.


    "Um einen ungefähren Einblick in die Bedeutung der Werte zu bekommen, sei zum Vergleich gesagt, dass ein Geselle in einem Handwerk normalerweise einen TaW von 7 aufweist, ein Altgeselle einen von 10, ein Meister einen von 15. Werte, die über 18 hinausgehen, zeigen, dass die Person sich über Landes- und Provinzgrenzen hinaus einen Namen gemacht hat, bei mehr als 21 ist dieser Name sogar bei solchen Leuten in aller Munde, die mit dem Gewerbe selbst nichts zu schaffen haben. Ähnliche Aussagen gelten auch für andere Talentbereiche, wie beispielsweise den Kampf: Ein einfacher Gardist (aber auch ein professioneller Räuber) führt seine Hauptwaffe mit einem Wert von 7, ein erfahrener Weibel mit TaW 10, ein Veteran und ausgesuchter Einzelkämpfer eines Heeres (ebenso wie die Leibwachen aventurischer Machthaber) mit einem TaW von 15 oder mehr, während ein TaW von 18 und mehr Akademie-Ausbilder und Schwertmeister kennzeichnet, einer von 21 oder mehr legendäre Heroen." (WdS 12)


    Mit einem Wert von 12 hat man den Bereich "kompetent" schon deutlich überschritten. Man bewegt sich auf eine meisterliche Beherrschung der Fähigkeit zu. Man kann selbstverständlich sein DSA4.1 spielen, wie man will - mit Hausregeln und Haussetzungen. Wer aber die Regeln der Wege-Bände verwendet, für den ist ein LkW von 12 ziemlich ordentlich und der Geweihte, der es hat, nicht mehr grün hinter den Ohren. Wegen der Möglichkeit der Hausregeln wäre es natürlich falsch, eine pauschale Behauptung in die eine oder andere Richtung zu machen. Wenn das in einer Gruppe nur als "kompentent" gilt, ist das in dieser Gruppe so.

  • Man muss die Liturgie ja überhaupt erst gelernt haben, und das ist nicht, den Text und die Gestiken zu kennen, sondern sie wird durch die Indoktrination im Geweihten verinnerlicht/verankert. Zum Liturgien lernen braucht immer einen Geweihten (neben dem 3-fachen LkW und der nötigen Zeit (pro Liturgiegrad 2 Tage)), der die gewünschte Liturgie kann und die Indoktrination.

    Im Falle der Ordination braucht man einen Hoch-Geweihten.


    Es ist sicherlich eine Frage des Spielstils, ob man man einen Lehrmeister findet oder meilenweit davon entfernt ist, oder nicht natürlich der nächste Hoch-Geweihte das beibringt. Aber mal eben ein paar Praioten ernennen, weil es gegen Dämonen geht, kann ich mir dann beim besten Willen nicht vorstellen.^^ (Und das nicht nur wegen Zyklus-Dauer der Liturgie.)

    Von daher finde ich dieses Überbleibsel eher unschön, per se SC davon auszuschließen. Der Hinweis, dass das eigentlich nur Hoch-Geweihte haben und haben müssen, um ihren Aufgaben nachzukommen, sollte eigentlich reichen.


    LkW 12 braucht man, um Grad IV Liturgien erlernen zu können. Aber die 6er Erschwernis für nur Grad IV (andere Modifikationen zum Guten oder Schlechten mögen dazu kommen, und nicht so gutes Würfeln auch) machen nun auch nicht deutlich, dass man es sicher beherrscht. Ich sehe LkW auf der selben Skala wie die meisten anderen Werte: 12 ist gut, aber es ist nicht weltbewegend. Es erlaubt vermutlich in der Theorie mehr als in der 3W20-Würfelpraxis.^^

  • By the way: Kann jemand inzwischen irgendwie (plausibel) erklären, woher und wie bitte die Primärliturgie, -Tradition und -Kirche Levthans aufgetaucht sind? Wenn ich das jetzt gerade nicht zu flott überflogen habe, kam das hier noch nicht zur Sprache. Und gerade der ist mir als ein DSA5-Deus ex Machina ein Dorn im Auge.

  • Achaz? ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Kann jemand inzwischen irgendwie (plausibel) erklären, woher und wie bitte die Primärliturgie, -Tradition und -Kirche Levthans aufgetaucht sind?

    Ist die Primärliturgie Levthans bekannt oder sind seine Karma-Träger*innen Erwählte wie etwa bei Marbo? Bei Satuaria hat man das Ganze ja ganz interessant gelöst: Saranya Marbohauch, eine Eigeborene Hexe, wurde noch im Ei während der dunklen Zeiten erwählt, mit der Primärliturgie ausgestattet und dann in Stasis versetzt. In jüngerer Zeit ist sie geschlüpft und könnte die Ordination durchführen bzw. weitergeben.

    Bei Levthan, Numenoru und Satuaria ist mir nicht ganz klar, in wie weit die Primärliturgie unter den (menschlichen) Gläubigen Aventuriens bekannt ist.

    Aguaduron halte ich aber für eine sehr plausible mögliche Quelle für die Riten zur Priesterweihe von Numenoru und vielleicht sogar Chrysir und Brazoragh (die haben aber dort nur Betstätten und keine Tempel wie der Wassergott, darum vermutlich eher nicht).

    Um auf Levthan zurückzukommen - da kann ich mir eine ähnliche Entwicklung wie bei Marbo vorstellen. Er hat ja schon Gläubige in Aventurien und alte Kulte (gerade unter den Hexen und im Gebiet des ehemaligen Oron z. B.; vielleicht auch in einigen tulamidischen Pantheen in abgelegenen Regionen). Wie bei Marbo war seine Primärliturgie noch einigen Kulten bekannt - er könnte Leute erwählen, die dann versuchen, die Riten der Ordination zu rekonstruieren. Wie oben besprochen gibt es einige Stellen, die diese Möglichkeit nahelegen.

  • Woher der erste Korgeweihte, ein gefallener Rondrianer, die P. erhielt ... muß alles mytische erklärt werden? Vielleicht bekam er von einem Kor-Avataren Besuch.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Woher der erste Korgeweihte, ein gefallener Rondrianer, die P. erhielt ... muß alles mytische erklärt werden? Vielleicht bekam er von einem Kor-Avataren Besuch.

    Es muss nix erklärt werden. Aber schöner ist m.M.n. bei einer lebendigen Geschichte, wenn eine Entwicklung organisch aus ihr hervorgeht und nachvollziehbar ist. Bei Marbo und Satuaria hat man sich etwas nettes zusammengereimt aus Bestehendem heraus. Der Levthan-Kult dagegen wirkt auf mich wie ein Pfropf. Woher kommen die denn alle?. Klar kann ich mir selbst was interessantes ausdenken, ab ich für meine kommende Chrysir-SH auch gemacht, weil es für mich essentiell ist, woher die Primärliturgie kommt. Und dass es bei Kor auch keine Erklärung gibt, find ich genauso schwach wie bei Levthan.

    Der arme Aikar rackert sich ab für die Primärliturgie, da ist sie ein krasser Metaplotpunkt, und bei andern Kult(neu)gründungen ist es nicht mal eine Erwähnung wert.

  • Jein, weil DSA ein gemeinschaftliches Konstrukt ist, ähnlich wie die 11 (+2 Ewoks) Filme, die auch nicht so recht zusammenpassen wollen.

    Wir haben die Achaz, die die alten Götter noch ehren, wir haben den schwierigen Güldenlandhandel, dem wir einem NSC verdanken, aber Autoren entscheiden wie sie Geschichte passiert, und warum sie passieren mag. Aber wenn Autoren gehen und ihre Ideen liegenbleiben wird es komplizierter.

    Vor KKO gab es die P. nicht; niemand vermisste sie, aber nun macht sie es kompliziert.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Der arme Aikar rackert sich ab für die Primärliturgie, da ist sie ein krasser Metaplotpunkt, und bei andern Kult(neu)gründungen ist es nicht mal eine Erwähnung wert.

    Ja die Diskrepanz ist irre!


    Ähnlich "schnell" wie bei Levthan und Marbo ging es bei Numinoru...


    Wobei man vermuten kann: Der Aikar war einfach ein Ork-Leben zu früh aktiv. Vielleicht hat auch er bald Erfolg?

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Vor dem jetzigen Aikar war der letzte Aikar vor einigen Jahrhunderten auch schon dran mit der Suche, und ein Aikar wird immer von Brazoragh selber erwähnt.

    Auserwählte waren mal selten und etwas Besonderes. In einigen Kirchen sind sie es immer noch, aber in anderen gerade Gang und Gäbe (ohne dass es als äußerst bemerkenswert empfunden wird, meinem Eindruck nach, dass da eine oder auch mehrere Kirchen ohne Primärliturgie mit mehreren Geweihten aufleben).

  • Es ist irdisch so gewollt und nicht logisch erklärbar, u.a. warum Menschen sich den Orkgöttern anschliessen.

    Wollte der Brazo das in Aventurien der Aikar erleuchtet wird, sendet er einen Priester aus Myranor nach Aventurien; ob der Aikar auf einen menschl. Priester hören wird ...

    Aber da anscheinend niemand einen Planfür die Orks + Göttermacht hat, wird sich kaum was daran ändern; eher wird der Aikar mittels Hornturm zu einem Halbgott ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Wir haben die Achaz, die die alten Götter noch ehren

    Die Achaz (und auch alle anderen bisher vorgestellten echsischen Pantheons) haben aber mit Marbo, Levthan, Numinoru und Shinxir nichts am Hut. Von den karmalen Göttern verehren die Echsen Tsa, Hesinde, Chrysir, Kor, Boron, Satuaria, Ojo'Shombri und Praios. Fast alles etablierte Gestalten auch im Zwölfgötterglauben. Kein einziger der neu in DSA5 aufgeploppten aventurischen Kulte hat irgendetwas mit den Echsen zu tun. Ich meine, wenn man mit Chrysir was offiziiell gemacht hätte, der wenigstens eine Verkünderin zu den Echsen geschickt hat... aber ausgerechnet der darf genau wie Brazoragh auf der Wartebank sitzen bleiben.

  • Ja, die meine ich.


    Wenn man schon Götter für Aventurien reaktivieren will, hätte man bei denen anfangen können, bei denen das schon lange vorbereitet war. Chrysir mit seiner Gesandten bei den Echsen, Brazoragh bei den Orks und Satuaria mit ihrer Erwählten bei den Hexen. Aber nein, stattdessen kommen Levthan, Marbo und Numinoru (und letzterer ausgerechnet in Havena, nicht in Gegenden, die Tatsächlich Kolonien in Uthuria haben)

  • Numinoru kann über das Güldenland lange angewandert sein - aber dann in Grangor. Seit der Sturmflut hat Havena keine Einfluß auf den Güldenlandhandel mehr.

    Wieso der weiterhin bestehende, bzw. dank des Horas verstärkte, Güldenlandhandel/expedition ignoriert wird, verstehe ich nicht; vielleicht zu einfach.

    Auch Uthuria bietet sich jetzt als Quelle neuer Götter an, und Arkazin liegt auf halben Wege.

    Aber - wie geschrieben - das sind keine göttlichen Eingebungen sondern autorische. ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)