Die perfekte D&D-Edition: Wie würde sie aussehen?

  • Bisher hatte jede D&D-Edition ihre Vor- und Nachteile, gute als auch schlechte Regelelemente. Auch wenn D&D 6e hoffentlich noch in weiter Ferne liegt, stelle ich trotzdem mal folgende Frage: Wie müsste eurer Meinung nach die perfekte D&D-Edition aussehen? Welche Elemente früherer Editionen sollte sie enthalten?

  • Wichtigster Punkt: Die perfekte D&D Edition hat ein Regelwerk, dann nur noch Abenteuer und Settings. Alles andere hat bisher nur Mist gemacht, von 1E bis 5E.


    Sonst mal eklektisch betrachtet:

    - Die Attribute von OD&D/Holmes

    - Rassen von OD&D (d.h. praktisch keine mechanischen Werte, aber siehe Klassen)

    - Die Settings von AD&D 2 (von der Einstellung her; keine reaktionäre Rückbeschränkung auf simple Haudrauf-Dungeons)

    - Der Aufbau der Rules Cyclopedia (Ein Buch, kurz gehalten)

    - Das Layout der Vergessenen Reiche Bände 3E (kein Futura)

    - Bilder a la Gazzetteers (innen; Fabian & Lakey) & Dark Sun (Cover; Brom)

    - das "Skill"-System von RC gemischt mit The Fantasy Trip (roll under Attribut, aber mit Xw6 statt 1w20)

    - Waffen Proficiencies a la RC

    - Klassen a la D&D 3.0 (inkl. multi-classing, Mangel von Rassenbeschränkungen)

    - Items wie bei B/X (selten; Schriftrollen von Magiern aber schreibbar)

    - Sprüche wie bei B/X (einfach)

    - Stufenverteilung wie B/X (1-9 als Kern, 10-14 als advanced, danach "episch")

    - BAB / steigende AC

    - Casting wie 5E (Vancian Casting ist eine heilige Kuh, aber ohne strikte Memorisierung weniger schmerzhaft)

    - eine +[Würfel] statt +X Bonus Mechanik a la 5E Optionalregel bzw. Dragon Fist sollte zumindest im Playtest vorkommen


    (Anmerkung: Ich meine hier alles persönlich und vom eigenen Geschmack her. Kommerziell und marketing-technisch sieht's natürlich ganz anders aus)

  • Für mich wäre es eine Mischung aus AD&D 2e (da hauptsächlich Player's Option: Skills & Powers), Pathfinder 1e und D&D 5e, wobei AD&D 2e das Fundament wäre. Player's Option Skills & Powers hatte nämlich viele gute Ideen, die man leider nie wieder aufgegriffen hat.

  • 5e gefällt mir ebenfalls am besten doch es gibt ein paar Sachen die ich in der nächsten edition gerne sehen würde.


    Ganz besonders sehe ich da die Rassen. Jetzt gerade ist es ja wieder passiert, dass sie um UA die Feen Rasse raus gebracht haben mit bestimmten Fey basierten Fähigkeiten und plötzlich im Endprodukt haben sie die Fee Spezifischen Sachen gegen generische Fähigkeiten ausgetauscht. Schade. Ich kann balancing Anpassungen verstehen, vor allem hängt balancing auch viel von der Person ab die den Charakter spielt, aber mir wäre es lieber gewesen wenn sie dort nicht das getan hätten was überall sonst auch ist. Dieses Ungleichgewicht zwischen den Rassen finde ich auch sehr schade. Generell sind manche langweilig und andere haben Recht starke traits.


    Und es wäre mir eigentlich lieber wenn sie nicht mitten drin regeln neu raus bringen sondern alles am Anfang in das Buch packen und dann nur noch sowas wie neue Monster, Rassen, Adventures und Co raus bringen.

  • Ich sag' einmal gewagterweise, dass Pathfinder 1 für mich die beste D&D edition ist.

    Hätten sie die nur ein wenig überarbeitet, wäre es die perfekte Version gewesen. (Leider ist PF 2 draus geworden ... schade).

  • Und es wäre mir eigentlich lieber wenn sie nicht mitten drin regeln neu raus bringen sondern alles am Anfang in das Buch packen und dann nur noch sowas wie neue Monster, Rassen, Adventures und Co raus bringen.

    Leider haben sie halt früh gemerkt, dass "Crunch" sich gut verkauft. Hey, mit diesem Buch kann ich was Neues spielen. Spätestens so der Fall seit den "Complete ... Handbook" Bänden der zweiten Edition.


    Die dritte Edition war dann aus Gegenreaktion genau so geplant, aber dann wurde WotC aufgekauft, einer der Hauptverantworlichen ging und es kam 3.5 raus, mitsamt des kompletten Erweiterungs-Wusts, der sich unverändert dann ja in Pathfinder ausgebreitet hat.


    5E ist da fast schon gemäßigt. Aber andererseits ist die Spielerkultur auch "schlimmer" geworden. Wenn's etwas gibt, wird angenommen dass man das auch spielen kann.


    Von den vorherigen Editionen gefällt mir also eigentlich 3.0 am besten, aber ich kann auch vieles gutes an der Einfachhheit älterer Versionen entdecken. Theoretisch ist ja auch 5E ein Amalgam dieser Linien, aber eben diese Panini-fizierung stört mich da besonders.

  • Heißt bitte was?

    Panini hatte vor Urzeiten diese Sammelbilder. Fußballspieler, TV Serien usw.


    "Pokemonifizierung" für die Jüngeren, wobei man das auch als Verdammung der "Pets" die auch häufiger werden sehen könnte. Das ist zwar auch ein Steckenpferd von mir, aber war jetzt hier spezifisch nicht der Stein des Anstoßes.

  • Ich glaube zu seiner Zeit war jede Version das perfekte D&D, aber die Ansprüche verändern sich mit jeder Zeit. Ich war jedes Mal seit AD&D begeistert.

  • Für mich persönlich sind D&D3e-Abenteuer mit PF1e-Regeln (unter Anwendung mehrerer offizieller Alternativregeln sowie ein paar eingestreuter Detailänderungen) bereits verdammt nahe an der Perfektion für ein d20-Rollenspiel. (Oerth, Demiplane of Dread, Athas, Sigil und Eberron sind mir schlichtweg sympathischer als Golarion. Teils wegen Elfen-Physiologie und -Pantheon. Teils weil die meisten davon konzeptuell weit kreativer sind - und Oerth dafür so klassisch Fantasy, wie es nur geht - während Golarion (ähnlich wie Toril) alles für jeden sein will. Teils weil ich mir bei einem jungen Setting schwer tu, bei den Pantheonen Nicht-Ägyptens und Nicht-Asiens beide Augen zuzudrücken.)

    Bei einer D&D-Edition für die Massen wiederum ist so ziemlich das einzige, das (mir) bei D&D5e fehlt, ein vernünftiges Skillsystem. (Und rassenspezifische Boni/Mali auf Eigenschaftswerte machen als Heber/Senker der Maximalwerte weit mehr Sinn, denn (insbesondere rein) als Verteuerer/Verbilligerer auf dem Weg zu 20 als Universalgrenze. In diesem Sinne, ein Terminologieupdate von "race" zu "species" ist seit Jahrzehnten überfällig. Dann wären uns eventuell auch die jüngst von Leuten, die offenbar unter anderem einen Ork nicht von einem Menschen phänotypisch unterscheiden können, aufgedrückten Änderungen erspart geblieben. Außerdem Statistikkram zu Standard-Alter, -Größe und -Gewicht, wie er früher gang und gäbe war. Wobei, würde mich nicht wundern, wenn selbst das heutzutage einen Aufschrei bewirken würde. Zwei-Meter-Gnome für alle! Ansonsten nur verstreute Details einzelner Wertepakete.)

    CÉTERUM CÉNSEÓ IMPERIUM MEDIÁNUM ESSE FINDENDUM

  • Aber andererseits ist die Spielerkultur auch "schlimmer" geworden. Wenn's etwas gibt, wird angenommen dass man das auch spielen kann.

    Da wäre halt meine Frage auch: „Wieso nicht?“

    Wieso sollte man etwas, das existiert und mit dem Zweck geschaffen wurde gespielt zu werden, nicht spielen?


    Zum Thema finde ich die 5te Edition schon ziemlich gut geraten. ‚Easy to lern, hard to master.‘ mag zwar nicht vollkommen passend sein, aber trotz Zugänglichkeit bietet das Syshem immer noch Tiefgang, wenn man crunchen möchte.

    Daher fürchte ich, dass meine Wunschedition wohl zu einem großen Teil auf der 5ten Edition aufbauen würde. Etwas klarer strukturiert was die Bücher angeht, hier und da am Balancing geschraubt, etc.pp.

    Insbesondere das nachschieben von Optionalregeln stört mich aktuell ein wenig, aber realistisch betrachtet lässt sich dies in keinem System verhindern, indem mehr als ein Grundbuch + Abenteuer erscheint.

  • Bei D&D waren doch schon immer alle Regeln jenseits der drei Grundbücher optional.


    <OT>

    twincast hat recht, wenn er die jüngeren(?) Spieler kritisiert, die nicht verstehen (können? wollen?), dass es sich bei den Fantasy-Rassen genau genommen, um andere Spazies handelt, und daher die Abschaffung der Eigenschaftsmali un die Beliebigkeit der Eigenschaftsboni eigentlich eine Form von blinder Aktionismus ist, um den Rassismusvorwürfen von Spielern, die nicht zwischen Volk, Rasse und Spzies unterscheiden (können? wollen?) zu entgehen. Es ist natürlich realweltich nicht sonderlich hilfreich, dass es nur eine hochentwickelte menschliche Spezies auf der Erde gibt und wegen des realexistierenden Rassismus eine Unterteilung in Subspezies von der Forschung nicht erwünscht ist. Hätten noch andere Spezies der Gattung Homo die Jahrzehntausende überlebt, sähe es vielleicht anders aus und jene Spieler würden verstehen, dass ein Ork nun einmal kein grünhäutiger Mensch mit Hauern ist und ein Halbling auch kein kleinwüchsiger Mensch miut behaarten Füßen, sondern eigenständige Spezies.

    </OT>

    Die alten Eigenschaftsboni und -grenzen von AD&D waren zwar nicht immer sonderlich fair, aber bieten eine guten Grundlage. Statt also einen festen Boni auf bestimmte Eigenschaften zu geben, würde ich hier eher diese Boni auf den Mindest- und den Höchstwert legen. Ein Halbling kann einfach nicht so stark werden wie ein Halbork.

    Das führt natürlich dazu, dass Min-Maxer weiterhin nur bestimmte Spezies-Klassen-Kombinationen wählen, aber diesmal nicht wegen der Boni, die ja entfallen, sondern wegen der möglichen Höchstwerte.

    Bei den Klassen, würde ich mich nach dem Baukastensystem aus Player's Option Skills & Powers richten.

    Interessanterweise hatte Buck Rogers: The 25th Century, ein auf AD&D basierndes SciFi-Rollenspiel ein recht vernünftiges Fertigkeitssystem, von dem das Konzept der Klassen- und Nichtklassenfertigkeiten wohl ursprünglich stammt.

  • Aber andererseits ist die Spielerkultur auch "schlimmer" geworden. Wenn's etwas gibt, wird angenommen dass man das auch spielen kann.

    Da wäre halt meine Frage auch: „Wieso nicht?“

    Wieso sollte man etwas, das existiert und mit dem Zweck geschaffen wurde gespielt zu werden, nicht spielen?

    Naja, es gibt auch tausendunddrölfzig Abenteuer, aber wir spielen nicht alle. Nicht jedes Setting, nicht jede Kampagne muss alle Features aus allen verfügbaren Büchern haben. Zumindest ausserhalb dieser stupiden "Player's Associations" die uns schon TSR aufs Auge drücken wollte. Aber das hat jetzt nichts per se mit dem Regelwerk bzw. der Edition an sich zu tun.