Suggestion und Gedankenkontrolle

  • Hallo zusammen,


    ich habe von einem meiner Spieler eine recht interessante Anfrage bekommen und würde dazu gerne eure Meinung bzw. Vorschläge hören.


    Zum Hintergrund: Besagter Spieler ist Magier und macht sich Gedanken über einen anderen Spieler. Der andere Spieler ist Schurke und hat eine sehr geringe Weisheit, wäre also recht anfällig für magische Kontrolle. Seine Anfrage ist jetzt, ob ich seinen Zauber Suggestion auch als "heilsam" wirken lassen würde, wenn er dem Char eine Art "Reiß dich zusammen" suggeriert.


    Ich konnte jetzt noch keine Regel finden, die eine konkurrierende magische Beeinflussung regelt. Mir käme da jetzt nur der Counterspell oder die Bannung von Magie in den Sinn.

    Aber der Gedanke an sich ist ja gar nicht so abwegig. In DSA hätte ich einfach die Qualitätsstufen der beiden Zaubernden verglichen. In DnD wäre mir jetzt erstmal der Grad des eingesetzten Zauberplatzes eingefallen, aber man kann ja nicht jeden Zauber auch auf höheren Graden wirken. Oder man vergleicht wie sehr das Opfer den Rettungswurf verkackt.


    Wie würdet ihr mit sowas umgehen? Gar nicht zulassen oder eine Hausregel? :)

  • Ich verstehe es noch nicht ganz. Du sprichst vom Zauber "Einflüsterung" (Magier Grad 2)? Und es geht darum, ob der Magier diesen verwenden kann, um andere magische Einflüsse auf das Ziel zu kontern? Ich würde eine Einflüsterung zulassen, etwa im Sinne von "Schüttle diese Verzauberung ab", und damit dem Opfer einen neuen Rettungswurf zugestehen. Vielleicht wäre diese "Gegeneinflüsterung" auch als Hilfestellung zu bewerten, und würde dem Opfer einen Vorteil auf den Rettungswurf geben. Eine Bezauberung des 1. Grades ist vielleicht automatisch gebrochen.

  • Ja genau. Der Spieler möchte quasi mit seiner Einflüsterung die Kontrolle eines anderen Beeinflussenden aufheben. Als Hilfestellung für einen Vorteil beim Rettungswurf ist mir das nicht in den Sinn gekommen, weil die Zaubernden ja auch einer Initiativreihenfolge unterliegen. Mein Lösungsansatz geht auch eher in die Richtung, dass er versuchen kann die Einflüsterung zu "überschreiben". Da dies dann aber in einem Hin und Her ausarten könnte und ich durchaus auch den Aspekt reinbringen möchte, dass jemand einen stärken Willen auf das Ziel ausübt, würde ich das vllt auch vom verwendeten Zauberplatz abhängig machen. Ergo kann er den nur "überschreiben", wenn er einen höheren Zauberplatz aufwendet. Würde das halt nicht zu einfach für ihn machen, weil es ja auch einen dedizierten Gegenzauber bzw. Möglichkeiten gibt Magie zu bannen.

  • Das mit dem Überschreiben würde ich ähnlich sehen, das ginge nur, wenn der Zauberplatz höher ist. Eben genau deswegen, weil es Bannzauber gibt.

    Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ein neuer RW durch einen solchen Zauber seitens des Opfers nicht als freie Aktion zu bewerten wäre, so dass die Initiativreihenfolge in dem Moment keine große Rolle spielt, außer natürlich für den Zauberer. In einem Kampf sind Bezauberungen eh eher schwierig.

  • Ich bin mir auch echt unsicher, wann eine solche Situation mal eintreten würde. Naja den Rettungswurf müsste der Bezauberte ja beim Wirken des Zaubers durchführen. Ist der Bezauberte dann auch direkt danach an der Reihe, müsste er ja der Einflüsterung entsprechend handeln. Das kann dann für ein "Überschreiben" eh schon zu spät sein. Daher bin ich noch skeptisch ob dieser Wunsch des Spielers überhaupt großartig Sinn machen würde. Mitten im Kampf erscheint mir da ein guter Gegenzauber als besser geeignet. Außerhalb von Kämpfen, kommt das auf die Situation an.

  • Tarrosch

    Laut Sage Advice ist die Lösung ziemlich einfach. Da nie zweimal der gleiche Zauber auf einer Person liegen kann, zählt entweder der höhere Zaubergrad oder bei gleichem Zaubergrad der letzte Zauber, der dann den älteren überschreibt. In Deinem Fall ist die Situation klar: Die Suggestion eures Magiers hätte die die schon auf dem Spitzbuben liegende auf jeden Fall gebrochen, außer natürlich, der gegnerische Zauberwirker hätte seine Suggestion auf einer höheren Stufe gesprochen. Zwar wäre eigentlich ein Rettungswurf gegen die Suggestion eures Magiers notwendig, da man aber auf ihn verzichten kann ... (Obwohl ich mir nicht so sicher bin, ob nicht doch ein Rettungswurf gegen den neuen Zauber zwingend erforderlich ist.)


    Warum gibt es dann noch Gegenzauber? Gegenzauber sind zum einen generell einsetzbar und auch noch als Reaktion einsetzbar. Der Nachteil des Überschreibens eines Zaubers durch einen anderen ist, dass das Ziel immer noch verzaubert ist. Es könnte durch aus vor dem eigenen Zauberwirker an der Reihe sein und diesen angreifen. Un der falsche Rettungswurf könnte gelingen.

  • Danke für euren Input. Der ursprüngliche Gedanke des Spielers war ja okay. Aber jetzt langsam scheint ihm da ein wenig was zu Kopf zu steigen und ich brauche nochmal euren Rat. Kurzum: Unser Magier hat angekündigt seine Suggestion gegen eine Spielerin anzuwenden, wenn diese nicht so spurt wie er das gerne hätte. Sie hat ihm klar gemacht, dass das eine Grenze für sie überschreitet. Zum Verständnis: Er leitet auch unsere Strahd Runde und hat da bereits einmal als DM ohne Rücksprache den SC dieser Spielerin "übernommen" und sie mehr oder weniger sterben lassen um seinen abgewandelten Plot wieder in die Haupthandlung zurückzuführen. Normalerweise wäre ein NSC in dieser Lage gewesen. Auch da hat die Spielerin ihm schon klargemacht, dass sie es nicht toll findet wenn ihr so die Kontrolle entzogen wird. Er scheint da nicht wirklich viel drauf zu geben. Wenn es regeltechnisch geht, könne er das ja tun.


    Das wird denke ich in einer Konfrontation enden, da er ihre Grenze nicht respektiert. Wie würdet ihr damit umgehen? Ich bin am überlegen, ob ich ihr etwas geben kann, was sie davor schützt und regeltechnisch konform ist. Ein Gespräch wird es dazu auch geben, aber so wie ich das einschätze, wird er da wieder auf die Regeln pochen.

  • Das ist ein sehr schwieriges und leider auch sehr ernstes Thema.

    Ich würde den Spieler des besagten Magiers, darauf hinweisen, dass die Verwendung von Suggestion ohne Not strenggenommen eine Form von Missbrauch ist. Dies würde auf jeden Fall seine Gesinnung einen ganzen Schritt in Richtung Böse verschieben. Und frage ihn doch mal, wie er finden würde, wenn man ihn ständig gegen seinen Willen verzaubern würde, damit er machen würde, was andere von ihm wollen. Wenn er darauf nicht reagiert, dann mach doch genau dies. Bau einen NSC ein, der ihn mit entsprechenden Zaubern belegt.

  • Das mit dem Gesinnungswandel ist mir noch gar nicht in den Sinn gekommen. Aber ja das hätte durchaus ja auch Konsequenzen. Ich pack das Thema für den nächsten Termin direkt mal auf die Agenda und suche zur Not ein passendes Item oder sowas für die Spielerin raus. Das sollte es ihm zumindest schwerer machen.

  • Je nachdem wo er diesen Zauber einsetzt könntest du einen NSC einbauen der dies mit bekommt. Vielleicht ein wichtiger, der deine Spielerin sofort davor rettet. Und vielleicht prangert er das Handeln dann an. Vielleicht gibt es in dem Land wo sie sind Gesetze die das ganze verbieten? Oder er hat mit diesem Handeln eine Gottheit beleidigt an die in diesen breiten Graden geglaubt wird. Die Strafe für seinen Charakter sollte dann einfach nervig ausfallen, damit es sich für ihn ingame nicht lohnt das nochmals zu tun. Denn ein Item was dies einfach nur verhindert wird ihn in seiner Denkweise er könne machen was er will nicht so leicht ändern.

    Die Idee dass ein NSC sowas Mal mit ihm macht ist auch nicht schlecht.


    Ein antimanisches Feld ist auch ne gute Sache um einen überheblich werdenenden Magier Spieler ggf Mal wieder zurück auf den Boden zu holen. Er sieht dann, dass er sich nicht immer auf seine Magie verlassen kann.


    Ein Gespräch außerhalb des Spiels sollte aber definitiv ein Ding sein. Jeder Spieler inklusive DM sollte weiterhin Spaß haben und wenn ihm all das nicht passt ist er zum mit spielen ja nicht gezwungen.

  • Diese Machtallüren sind ein deutliches Alarmzeichen. Nach dem, was Du schilderst, scheint er es irgendwie auf die Spielerin "abgesehen" zu haben. Das muss außerhalb des Spiels geklärt werden. Da scheint irgendwas mächtig schief zu laufen.

    Absolut. Ich war bisher nicht involviert in das Gespräch zwischen den beiden Spielern. Die Spielerin hatte mich deshalb angesprochen. Sind aber so verblieben, dass wir das ansprechen sobald da wieder was aufkommt.


    In der Zwischenzeit habe ich mir ein paar Gedanken zu euren Vorschlägen gemacht. Ich werde ein paar der Gegner aus der Kampagne austauschen und ihn mit Problemen konfrontieren. Das hilft hoffentlich ein wenig ihn von seinem hohen Ross herunterzuholen. Das mit dem Antimagischen Feld guck ich mir auch nochmal an. Das würde der Gruppe ganz schön Probleme machen.


    Der Zauber kann laut Beschreibung aber gar nicht so eingesetzt werden, wie er das gerne täte. Er muss das in maximal 2 Sätzen beschreiben und es muss für den Charakter nachvollziehbar sein, warum er das tun sollte. Ergo wäre zb. ein um die nächste Ecke schleichen, in dem Wissen das dort Gefahr lauert, dann a) nicht nachvollziehbar und b) endet es darin sich ggf. selbst in Gefahr zu bringen, was den Zauber automatisch beendet. Das nächste Mal werde ich ihn definitiv weiter einschränken. Dann verliert er vielleicht direkt den Gefallen daran.


    Gegen Ende der Woche ist der nächste Termin. Dann sehen wir weiter :)