Welche D&D-Versionen habt ihr gespielt?

  • Ich wurde heute gefragt, wie sich OD&D spielt, also die Urversion von 1974. Da musste ich passen. Ich habe Basic D&D (die Red Box Version von 1983), AD&D1&2, D&D 3 und 3.5 (und PF1) und D&D5 gespielt. Kann jemand andere Erfahrungen aufweisen? Wie spielen sich die Spiele so? Es gäbe noch OD&D (1974), Holmes Basic (1977), B/X (1981) und D&D4, die ich persönlich nicht kenne.

  • Ich denke ich hatte ein Testspiel vor Urzeiten, als die "OSR" gerade so in die Gänge kam. Aber selbst bei OD&D muss man ja schon wieder unterscheiden: Spielt man "3LBB", als nur mit den ersten drei "Little Brown Books" oder nimmt man schon die ersten Erweiterungen mit. Hier insbesondere "Greyhawk", da z.B. in dem Buch zum ersten mal so richtig mit Attributsboni gespielt wurde.

    Im Original-D&D gibt's sowas kaum, gerade beim Kampf nur +1 auf Fernkampf durch hohe DEX, aber keine Schadens oder Treffen-Boni mittels Stärke. (Greyhawk hat übrigens auch einen getrennte Treffen/Schadens-Bonus durch STR, was es danach ja nur bei AD&D 1/2 gab, m.W.)


    Holmes D&D war glaub ich ähnlich darin, d.h. kein to-hit/dmg Bonus.


    Mit B/X fing die "Normalität" dann praktisch an. Das ist deswegen heute ja auch die Grundlage für die meisten Retroclones.


    Ich denke übrigens das die letzte D&D Basis Box ("Black Box" D&D) auch noch ein paar kleine Eigenheiten hatte, aber natürlich nicht den Nostalgie-Kick der früheren Editionen hat. Und technisch gesehen kann man mit den ganzen "Skills & Powers" Bänden dann auch noch sagen dass es ein "AD&D 2.5" gab ;)


    Gespielt persönlich habe ich BECMI (sowohl die deutsche Rote/Blaue Box als auch später mit der genialen Rules Cyclopedia), AD&D 2 (Ich hatte AD&D 1, aber das nur benutzt für "Basic" Erweiterungen), AD&D 3.x (das erste das mir richtig getaugt hat), D&D 4, D&D 5 und Pathfinder 1E/2E. War damals nicht so begeistert von 4E, aber in Retrospektive weiss ich das immer mehr zu schätzen.

    (Inoffiziell und OSR noch einige andere Varianten)


    Edit: Hmm, technisch war "Dragon Fist" ja auch eine offizielle AD&D Variante, immerhin ein reguläres WotC Produkt. Da war die Armor Class schon steigend, zum Bleistift.

  • stebehil

    Da kann ich dir leider nicht helfen. Ich habe mit der klassischen roten Box (BECMI) angefangen und später sehr viel AD&D 2e gespielt. Und in den letzten Jahren D&D 5e. Ich kenne zwar auch D&D 3e, D&D 3.5 und D&D 4e, aber habe ich leider nicht gespielt.


    Regeltechnisch scheinen B/X und BECMI identisch zu sein, nur die Erklärung der Regeln ist in den jüngeren Boxen deutlich besser.

  • Regeltechnisch scheinen B/X und BECMI identisch zu sein, nur die Erklärung der Regeln ist in den jüngeren Boxen deutlich besser

    Ja, B/X hatte wirklich eine eher seltsame Gruppierung. Deswegen verkauft sich auch "BX Essentials"/"Old School Essentials" so gut unter den Retroclones, obwohl bzw. gerade weil das selbst keine großen Änderungen mit sich bringt.


    Aber es gibt tatsächlich ein paar Änderungen. Bei BECMI geht's ja bis zur Stufe 36, bei BX bis 14. Deswegen geht's bei BX manchmal etwas schneller mit der "Perfektion", so erreichen die Diebe ihre hohen Prozente früher, und wenn ich mich recht erinnere bekommen auch Kleriker ihre hohen Spruchstufen schneller. Diebe dürfen in BX auch noch zweihändige Waffen führen ;) (wobei variabler Waffenschaden ja auch eine optionale Expertenregel ist)

  • Naja, B/X umfasst ja auch nur die ersten beiden Boxen von BECMI.

  • Keine Ahnung ob bei Moldvay schon ein "Companion" Modul geplant war, sieht aber eher so aus als ob's das schon gewesen sein sollte und man deswegen dem "Endgame" bei Klerikern und Dieben ein bissken schneller entgegengewedelt ist.


    Würd mich mal interessieren wie's bei uns in Deutschland in den frühen Jahren ausgesehen hat, d.h. ob in den Mitt- bis Spätsiebzigern da OD&D eifrig importiert wurde. Himmel, damals nicht mal soo leicht an Kopierer ranzukommen.


    Demnach würde ich jetzt annehmen dass der größte Teil der Leute die in .de tatsächlich OD&D gespielt haben das wohl eher im Lauf der "OSR" Welle getan haben.

  • Soweit ich das beurteilen kann, waren Rollenspiele generell und auch D&D vor dem Boom ab 1983 hierzulande extrem "nischig". Es war schwer, an das Importzeug ranzukommen - wenn man denn wusste, dass es existiert. Josef Ochmann hat wohl als einer der ersten eine D&D-Box in den späten 70ern hierher gebracht, und damit den Frankes den Anstoß geliefert, das zu entwickeln, was später Midgard wurde. Walter Luc Haas in der Schweiz war wohl einer der ersten europäischen Importeure für D&D, auch weil er mit Gary Gygax über das Thema Wargaming in Kontakt gekommen war. Wieviel er allerdings tatsächlich importiert hat, entzieht sich meiner Kenntnis.


    Das Moldvay/Cook B/X als direkter Nachfolger des Holmes Basic war noch etwas unentschieden, denke ich. Es war wohl schon ziemlich eigenständig, hatte sich aber noch nicht vollends davon gelöst, eine "Einsteigerversion" für D&D/AD&D zu sein, daher wohl das Ende mit dem Expertenset. Die Tatsache, dass diese Version gerade einmal zwei Jahre auf dem Markt war, zeigt ja auch, dass sie offenbar noch nicht ausgereift war, würde ich denken. Die berühmte Red Box ist auch heute noch eine gute Einführung ins Rollenspiel, finde ich.

  • War nicht die Geschichte mit "Basic D&D" auch sehr juristisch begründet, d.h. wenn keines mehr im Druck gewesen wäre, hätte Arneson Geld bekommen -- ähnlich wie das eigentliche Hauptprodukt dann auch "Advanced D&D" war, damit man ihm um die Tantiemen prellt...


    "White Box" D&D ist aus heutiger Perspektive schon eine recht gewöhnungsbedürftige Perspektive. Bis auf XP Gewinn machen die Werte ja wenig, demnach nur die Stufe relevant. Schon sehr zufallsbestimmt der ganze Ablauf.

    Anmerkung: Wobei das Kampfsystem wie wir es von D&D kennen hier ja auch nur das "Alternative" war, ich hab' keinerlei Erfahrung mit Chainmail und wie sich das auswirken würde.