Leibeigenschaft im Mittelreich und andernorts

  • Man will da halt ein wenig die unschönen Aspekte des Mittelalters herein bringen (wobei ganz interessant wäre in wie weit dieses Recht/Brauch überhaupt verbreitet war - ich glaube nämlich das war schon auch die Ausnahme).


    Davon abgesehen war DSA halt in dieser Hinsicht schon immer ziemlich freizügig, gerade für das Bornland ist diese Setzung schon ganz passend, zumal sie in dem Absatz ja auch gleichzeitig etwas relativiert. Man sollte generell nicht unbedingt moderne Moralvorstellungen auf Aventurien anwenden.

  • Ja, die Leibeignen bekommen jeden Tag ihre Suppe (Travia), abends Massage (Tsa), und Medezin (Peraine) und zu guter Letzt ein Schlaflied (Phex) vorgesungen ...

    Hallo! Das sidn Arbeitskräfte - fast nichts anderes als eine Kuh oder Ochs. In Al'Anfa werden teure Sklaven besser behandelt als os mancher Leibknecht.

    Haut ein Leibeigner ab gilt er als Vogelfrei ... hör ich da von irgnedwo einen göttlichen Aufschrei? Nö, weil Papa Praios angeblich ja der Oberhaupt der zwöflgöttl. Familie ist, und alle anderne Götter und ihre Symboliken hinteranstehen muß. Ach, Adliger muß man sein... ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

  • Wobei gerade im Bornland Praios nicht sehr einflussreich ist. Man hat dem Kult die Priesterkaiserzeit und die Verfolgung des Theaterordens, auf die sich die Bronnjaren ja zurückführen, nie vergeben. Stattdessen übernimmt Rondra die Rolle der Herrschergöttin. Es ist auffällig: In Nostergast (wo wegen Fehlen des Silem-Horas-Ediktes jeder machen kann was er will) und im Bornland (wo der Praioskult schwach ist) geht es Leibeigenen weit schlechter als im Mittel- und Horasreich, wo der Praioskult stark ist. Der lehrt eben auch Verantwortung!


    "Manche Praios-Geweihte fordern dies als Selbstverständlichkeit vom Adel: Wer seine Schutzbefohlenen nicht vor Gefahren behüten könne, müsse sie in die Freiheit entlassen." (Herz des Reiches S. 44)

    "Die althergebrachte Pflicht des Bronnjaren ist es, seine Untertanen zu beschützen. In den allermeisten Fällen legt der Adel diese Verpflichtung so aus, dass er seine Hörigen zur Arbeit und zum Frondienst anzuleiten hat. [...] Kann er nicht verhindern, dass seine Hörigen Schaden an Hab und Gut oder Leib und Leben erleiden, gebietet es die Tradition, dass er sie für ihre Verluste entschädigt oder wenigstens die Abgaben vermindert. In welchem Ausmaß er das tut, hängt von seiner Menschenfreundlichkeit und seiner Tageslaune ab." (Land des schwarzen Bären S. 42)

    "Eine Freilassung des Leibeigenen im Wortsinn ist nicht möglich. Ein altes Gesetz der Adelsversammlung verbietet dies als 'Diebstahl an den eigenen Erben'. (LdsB 45)

    Wer den Spötter belehrt, der trägt Schande davon und wer den Frevler zurechtweist, holt sich Schmach.

    Rüge nicht den Spötter, dass er dich nicht hasse, rüge den Weisen, der wird dich lieben.

    Gib dem Weisen, so wird er noch weiser werden; lehre den Gerechten, so wird er in der Lehre zunehmen.

    Spr9,7-9

  • Korrekt ... aber Praios sagt auch Stehlen ist falsch, während Phex darüber nur grinst.

    Und Nachts hat Praios zu schlafen ... und morgen geht's in den Tempel, paar Taler und Gut ist's.

    der Adel hängt mM mehr an seinen Traditionen als an dem was die Priester so labern.

    Beim Massager zu Mühlingen gab es kaum (oder gar keine) Kritik, obwohl das aufrührische Pack nur hungerte ... aber da es sich gegen die praiosgefällige Ordnung erhob, zählt alles andere nichts.

    (Nicht anders äußerte sich Luther zum Bauernaufstand.)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.