Eine über-die-Mauer-Szene. Wie Ablauf inszenieren (Neue Frage in altem Thread)

  • Die Helden hätten also ggf. noch eine Chance, sich aus der Sache herauszureden; bei einem paranoiden Gastgeber aber eher schwer.

    Ein Gastgeber, der wieviele WAchen ebschäftigt? In der Nacht sind nach meiner Zählnug ca. 3+2*2+3*3 also 16 Wachen beschäftigt. Denkt man an 2 Schichten a 12 Stunden beschäftigt der Gastgeber 32 Wachen (soviel, wie üblicherweise in einer Kleinstadt Wache schieben).

    Dieser Mensch hat entweder viel Paranoia, zuviel Geld oder etwas zu verbergen.... Dieser MEnsch wird einen Einbrecher nicht "herausreden" lassen.... zumindest wäre das für mich als Spieler-Charakter sehr unglaubwürdig.

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Wenn alle Stricke reißen und die Wachen die Helden entdecken, könntest du ihnen noch eine kleine Gnade zugestehen: einer der Wächter kennt einen der Helden. Vielleicht ein Sandkastenkumpel, den man dann aus den Augen verloren hat, eine Jugendliebe etc. Wichtig wäre, dass er ein gutes Verhältnis zum Helden hatte und ihm die Gelegenheit zur Erklärung gibt, bevor die Gruppe vor den Hausherrn geschleift wird. Zur diskreten Vorbereiung eines ähnlichen Szenarios habe ich einem Helden meiner Gruppe mal einen kurzen Traum aus seiner Vergangenheit gegönnt, wo er sich an ein gemeinsames Erlebnis mit dieser Person erinnerte. Der Wiedererkennungswert war dann auf beiden Seiten da.


    Ich würde es in dem Fall so einrichten, dass die Wache sich aufteilt, um die Gruppe zu fangen. Auf diese Weise haben die anderen auch noch eine Chance wegzulaufen und nicht samt und sonders eingesackt zu werden. Kampf auf Leben und Tod fände ich hier unangemessen, paranoide Dienstherren wollen garantiert wissen, wer der Auftraggeber ist. Der befreundete Wächter trifft dann den Helden einzeln. Hinter einem Busch kann schnell erklärt werden, warum sie hier sind - inwieweit der Held da die Wahrheit sagen will, bleibt ihm überlassen - und wenn der Wächter ihm glaubt, kann er ihn unauffällig entkommen lassen und vielleicht auch was für eventuell gefangene Helden tun (zufällig Schlüssel verlieren etc). Es sollte aber klar werden, dass es den Wächter schon in Konflikt stürzt, Fünfe gerade sein zu lassen und dass dafür zu einer späteren Zeit ein Gefallen fällig wird.

    Es gibt immer einen weiteren Alrik.

  • Hast Du/Habt Ihr sonst noch eine andere Idee/andere Ideen für ein solches Szenario (Schwache Heldengruppe wird von Wächtern entdeckt); was für Optionen kann ich den Helden bieten, damit sie da unbeschadet rauskommen?

    Du schickst eine ganze Gruppe in ein Szenario, dass sie von ihren Werten her (eher) nicht schaffen können, aber sollen. Das finde ich problematisch. Es geht vermutlich immer in die Hose, wenn eine ganze Gruppe durch ein größeres Gelände oder Gebäude schleichen soll, ohne entdeckt zu werden und das zusätzlich nicht kann. Einbrüche lässt man die machen, die es können (ich weiß, dass AB eigentlich gerne vorsehen, dass mal eben die ganze Gruppe nachts wo rum pirscht oder gar richtig einsteigt, aber ich halte das für sehr unwahrscheinlich, dass das gelingt).

    Man schickt ja auch keine Gruppe, von denen keiner kämpfen kann, eine magische Waffe und keine entsprechenden Zauber hat, gegen einen Dämonen.


    Wie weit sind sie in ihren Vorbereitungen? Womöglich hat ja einer die Idee, sich an den örtlichen Phex-Tempel zu wenden, man kann die Verhandlungen gut führen und wird an jemande verwiesen, der gegen Bezahlung bereit ist, Tipps zu geben und zu helfen, und Ausrüstung vielleicht beizusteuern?


    Die Gruppe ist ja kreativ und hat vielleicht weitere Möglichkeiten.

    Sollte eine Wache aufmerksam werden, gibt es vielleicht die Möglichkeit einer Ablenkung durch jemanden, der seine Probe geschafft hat. Steinchen ein paar Schritt in eine andere Richtung werfen, um Wachen weiter zu führen, oder Geräusch einer miauenden Katze machen, um die Wache glauben zu machen, eine Katze hätte Geräusch oder Bewegung gemacht und hoffentlich nicht weiter genau hinschaut. Aber da sind wieder Deine Spieler und ihre Ideen gefragt, nicht Du als als SL, wie Du ihnen möglichst keine Probleme in den Weg legst und von vorn herein dafür sorgst, dass ihre Schwächen austariert werden, ohne dass sie sich bemühen müssen.


    Solange die Wächter Licht in Händen halten, sind sie für alles außerhalb des Lichtscheines quasi völlig blind (Proben noch mehr erschwert). Nur innerhalb des Lichtscheins wird es dann einfach für sie, zu entdecken, und für die SC schwer, sich zu verstecken.


    Ansonsten: arbeite in jedem Fall mit Proben-Erleichterungen, so dass Situation hergibt. Ist es z.B. ohnehin leicht, sich zu verstecken, weil es an einer Stelle aufgrund von ausladenden Büschen und Bäumen nicht schwer ist, gebe 1-3 Punkte Erleichterung. Mach das auch, wenn sie daran denken, extra weiche Schuhe und eng anliegende Kleidung zu wählen.


    Du hast ja eine Hexe in der Gruppe: Welcher Schwesternschaft zugehörig? Vielleicht hat sie praktische Zauber im Repertoire? Die helfen, zu verstecken, leise zu sein, andere beeinflussen können ...


    Der Krieger-NSC sollte in jedem Fall ohne Rüstung losziehen. Kann er einbrechen und herumschleichen und sich verstecken mit seiner PT verbinden? BE wie PT geben Abzüge.


    Wenn sie erwischt werden, können sie es mit Reden versuchen, inwieweit reden hilft, wenn man beim Einbrechen erwischt wird, sei mal dahin gestellt.

    Bestechen: Dann müssten alle jene, die erwischen, gleichermaßen bestechlich sein und sich einig sein. Bekommen es andere Wachgruppen mit, dass jemand erwischt wurde, wegen Rufe und Geräusche, wird das schwierig bis unmöglich.


    Erwischt man sie, sperrt man sie ein, weckt den Hausherren, und benachrichtigt vermutlich die Stadtwache. Sich als Gruppe von unfähigen Einbrechern nach dem Erwischt werden rausreden zu können, erachte ich ebenfalls als eher unmöglich (es sei denn, sie sprechen wirklich allein mit ihm, was ich bezweifle, und die Hexe hat einen wirklich, wirklich guten Einfluss- oder Beherrschungszauber, der etwas in die Richtung leistet).

    Wenn das möglich wäre, könnte man ja auch gleich mit dem Hausbesitzer sprechen über das, was man möchte, und könnte sich die Gefahr des Einbruchs sparen.

  • Die Helden hätten also ggf. noch eine Chance, sich aus der Sache herauszureden; bei einem paranoiden Gastgeber aber eher schwer.

    Ein Gastgeber, der wieviele WAchen ebschäftigt? In der Nacht sind nach meiner Zählnug ca. 3+2*2+3*3 also 16 Wachen beschäftigt. Denkt man an 2 Schichten a 12 Stunden beschäftigt der Gastgeber 32 Wachen (soviel, wie üblicherweise in einer Kleinstadt Wache schieben).

    das dachte ich mir auch. Jede Wache will auch bezahlt werden.

    Zur guten Vorbereitung gehört schließlich auch ein Fluchtplan falls was schiefgeht, also auch eine Sache wo die Helden sich gedanken machen müssen.

    Nebenbei einzelne Wachen können auch im Vorfeld bestochen oder verführt werden ;)


    Sollten sie erwischt werden falls die Würfel das wollen, sollten sie auch eingesperrt werden. Erstmal in einem eigenem (geheimen) kerker, wo der Hausherr seiner geheimen perversionen nachgeht.

    Anhören wird er die helden mitten in der Nacht nicht das hat auch noch bis zum nächsten morgen zeit. Ggf ist der Hausherr auch gar nicht zuhause dann haben die Helden etwas mehr zeit für einen Fluchtplan (ein neues Abenteuer)


    also ganz wichtig: wenn die Helden scheitern heißt es ja nicht das sie direkt sterben müssen. Auch eine Hinrichtung erscheint mir bei Hausfriedensbruch wo keiner zu Schaden gekommen ist erwas hart.


    "Öhh wir dachten das hier wäre ein öffentlicher Park :/ "

  • Du schickst eine ganze Gruppe in ein Szenario, dass sie von ihren Werten her (eher) nicht schaffen können, aber sollen. Das finde ich problematisch.

    Wichtiges Feedback; ich hadere ja auch mit dem Ding ein wenig und werde bis heute Abend nochmal überlegen, ob ich noch bewusst eine Alternative anbieten kann; wie gesagt, es ist ja nicht gesagt, dass die Spieler das machen, aber trotz der schlechten Werte für ein solches Unterfangen auch nicht ausgeschlossen. Sie waren auch bei zwei Szenen vorher in diese Richtung aktionistisch, am Überlegen, ob man in einer Krypta nicht einfach an einem Boroni vorbei einen Sarg öffnen sollte oder, andere Szene, in einem Kunstmuseum ein Gemälde stehlen. In beiden Fällen habe ich sie in die Richtung ihrer Stärken gelenkt (soziale Interaktion) und es wurden am Ende sehr schöne Spieleabende; so auch das Feedback. Da sie bisher fast das ganze Abenteuer aber ausschließlich mit diesen Fähigkeiten untewergs waren und auch Optionen hatten, diese zu nutzen, war meine Überlegung bei dieser Szene halt, dass ich Ihnen zumindest eine mögliche Aufgabe stelle, sofern sie keine andere idee haben, bei der sie nicht auf diese Kernfähigkeiten zurückgreifen können, sondern auf anderen Feldern an ihre Grenzen gehen müssen. Aber möglicherweise habe ich das überreizt.

    Deshalb:

    Ein Gastgeber, der wieviele WAchen ebschäftigt? In der Nacht sind nach meiner Zählnug ca. 3+2*2+3*3 also 16 Wachen beschäftigt. Denkt man an 2 Schichten a 12 Stunden beschäftigt der Gastgeber 32 Wachen (soviel, wie üblicherweise in einer Kleinstadt Wache schieben).

    Aktion No 1, habe ich die Wachen reduziert; es stehen jetzt "nur" noch 2 am Hauseingang, 2 drehen fleißig Runden ums Haus, und 2 Teams a 2 Wächer gehen Streife auf dem Gebiet. Das sind dann 8 Wächter und wenn ich die beiden Schichten einbeziehen insgesamt 16. Damit wird der Druck ein wenig aus dem Kessel genommen, sollten sie sich für das Ding entscheiden.

    einer der Wächter kennt einen der Helden.

    Ein guter Ansatz für eine Notlösung; habe ich gerade eingebaut: Einer der Wächter kennt den (einzigen) Krieger der kleinen Heldentruppe; beide wurden auf der gleichen örtlichen Akademie in Havena ausgebildet und waren befreundet; wenn jemand die Truppe entdeckt, wird er es sein und er wird seinen Kameraden daran hindern, Hilfe zu holen.

    Und ich überlege, diesen Freund aus alten Tagen ggf. auch noch an anderer Stelle zu bringen, etwa sollten die Spieler auf die Idee kommen, anstatt einzubrechen, ihre Dienste anzubieten. Angesichts der Prädisposition des Hausherrn bietet sich der Krieger an und wenn er erst einmal in Diensten des Hauses steht, dann hilt ihm sein Freund ggf. bei einer nächtlichen Runde an die Burg zu kommen.


    Aktion No 2. Ich werde mir aber auch nochmal Gedanken über die Figur des Hausherrn machen; vielleicht fällt mir noch eine andere Story ein, die den Spielern mehr Möglichkeiten bietet, auf anderen Wegen die Burg zu erreichen; für das Job-suchen-Szenario habe ich ja schon einen Ansatz, aber vielleicht kommen sie nicht auf die Idee und vielleicht bietet auch der Hausherr selbst noch einen solchen Ansatz.

    Das ätzende ist, jeder der beruflich schreibt, kennt das, während mich bei allen anderen Szenen irgendwie die Muse geküsst hat, nicht zuletzt auch durch Anregungen hier im Forum, habe ich bei diesem Szenario ein leeres-Blatt-Syndrom; mir fällt bisher keine wirklich gute Story für den Herrn des Hauses ein, die den Helden zudem noch eine interessante Aufgabe stellt; wohl auch, weil ich mich zu sehr auf dieses Einbruchsszenario konzentriert habe.


    Deshalb: Sollte jemand Muse spielen wollen und vielleicht eine gute Idee haben, gerne her damit.

  • "Öhh wir dachten das hier wäre ein öffentlicher Park :/ "

    Am ebsten in einer wilden Knutscherei... mehr Ablekung ähm Ablenkung kann sich de rDieb der Gruppe nicht wünschen.

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.