Und das "U-Boot Sandwich" eine absolut korrekte mögliche deutsche Wiedergabe von "Submarine Sandwich" ist, ist auch klar? Wo liegt dann überhaupt das Problem? Der Übersetzer hat alles richtig gemacht. Hätte er "U-Bahn Sandwich" geschrieben, hätte man annehmen können, dass er die Kette nicht kannte. So muss ich sagen, bin ich der Meinung, dass es nichts auszusetzen gibt. ![]()
Übersetzungen
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Barbarossa Rotbart -
April 3, 2021 at 11:12 AM -
Thread is Resolved
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U-Bahnsandwich klingt auch etwas seltsam, auch wenn ich regelmässig ein Bahnhofsbrötchen kaufen.
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Hier haben wil wohl den seltenen Fall, dass etwas richtig übersetzt wurde, aber der Leser es als Übersetzungsfehler ansieht, weil der diesen Ausdruck nicht kennt ...

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Nix übersetzt, fast jeder Bahnhof in Hamburg hat einen Service-Shop (argh) mit Brötchenstand & Kaffee.

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Diese Konversation werde ich ausdrucken und einrahmen.
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In einem Buch, dessen Ausgabe von 1990 ist, wird das "(American) Quarter Horse" als "Viertelpferd" übersetzt.
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Woher mag wohl das sinnlose Macht Sinn kommen, sinnvoller wäre es zu verdammen.
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Eine Frage: Was würdet Ihr unter einer zeitgemäßen Neuübersetzung verstehen? Das steht nämlich hinter auf dem Schutzumschlag der über tausend Seiten starken Elric-Gesamtausgabe drauf. Das dir Romane neuübersetzt werden mussten, ist klar, denn die einzelnen Bände sind schon seit sehr langer Zeit nicht mehr erhältlich.
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Politisch-Korrekt?
Oder werkgetreuer.
Kommt immer auf den Verlag an.
Ich habe festgestellt das Oettinger kinderfreundlicher übersetze, und etwas kürzte.
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Ich vermute letzteres, da mir beim ersten Durchblättern keine politischkorrekten Formulierungen aufgefallen sind.
Was hat Öttinger denn so Übersetzt?
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Was würdet Ihr unter einer zeitgemäßen Neuübersetzung verstehen?
Keine Ahnung, wie gut war denn die alte?
Wenn die erste Übersetzung gut war, kann sowas nix Gutes bedeuten.
(Siehe die Neuübersetzung von Herr der Ringe, die nachdem die erste Übersetzerin eng mit dem Autor zusammenarbeitete - Tolkien soll wohl ziemlich gut Deutsch gekonnt haben - nur schlechter werden konnte. Teils hatte der Übersetzer zwar gute Ideen, aber der Einfall, die Bewohner von Mittelerde moderne Jugendsprache sprechen zu lassen, gehörte nicht dazu.)
Bei dem Wort "zeitgemäß" kommt mir in dem Zusammenhang sowieso meist das Gruseln. Sowas wäre, wenn, dann höchstens bei Übersetzungen gerechtfertigt die so alt sind, dass sie keiner mehr versteht. Nachdem man aber die Bibelübersetzung von Luther immer noch so mehr oder minder verstehen kann, wüsste ich nicht, wo das zutreffen sollte.
Fantasybücher die in mittelalterlichen Welten spielen, brauchen nicht dem aktuellen Zeitgeist der realen Welt angepasst zu werden!
Wenn die alte Übersetzung irgendwie hingeschludert wurde, weil man keinen Bock hatte, da ordentlich Geld zu investieren, wäre eine neue mal angebracht, aber nachdem man heute dank Google Übersetzer eher die Erwartung hat, dass ein menschlicher Übersetzer besser nicht allzu viel mehr kosten sollte als die kostenlose Maschine, bin ich da wenig optimistisch.
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Keine Ahnung, wie gut war denn die alte?
Das ist eine sehr gute Frage. Sechs der achte Romane wurden 1979/80 von Thomas Schlück für Heyne übersetzt, die beiden anderen Romane in den 1990ern von anderen. Allein dies macht eine Neuübersetzung sinnvoll, da sie dann wirklich aus einem Guss ist.
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Oettinger bringt Kinder- und Jugendbücher raus. Darunter waren Mary Pippins, Der kleine Lord, Der Hobbit, auch Fantasy - Einzelbücher aus Serien - die vor paar Jahren Carlsen nach Harry Potter herausbrachte.
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Was würdet Ihr unter einer zeitgemäßen Neuübersetzung verstehen? Das steht nämlich hinter auf dem Schutzumschlag der über tausend Seiten starken Elric-Gesamtausgabe drauf. Das dir Romane neuübersetzt werden mussten, ist klar, denn die einzelnen Bände sind schon seit sehr langer Zeit nicht mehr erhältlich.
Naja veraltete Wörter weg, "moderne" Wörter rein. Zeitgemäß eben.
Politisch-Korrekt?
Oder werkgetreuer.
Kommt immer auf den Verlag an.
Ich habe festgestellt das Oettinger kinderfreundlicher übersetze, und etwas kürzte.
Das ist dann aber keine Übersetzung mehr sondern eine Zensur, beziehungsweise eine inhaltliche Anpassung. Ich hoffe doch das kein Übersetzer selbstständig auf den Trichter kommt den Inhalt zu verändern. Es kann alerdings sein dass es vom Verlag gewünscht ist das Werk politisch moderner zu machen oder bestimmte Inhalte zu zensieren, das hat aber wie gesagt nichts mit der Übersetzung zu tun.
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Naja veraltete Wörter weg, "moderne" Wörter rein. Zeitgemäß eben.
Was u.U. aber total daneben gehen kann, siehe z.B. Kreges Übersetzungen vom Hobbit und vom Herrn der Ringe.
Das ist dann aber keine Übersetzung mehr sondern eine Zensur, beziehungsweise eine inhaltliche Anpassung. Ich hoffe doch das kein Übersetzer selbstständig auf den Trichter kommt den Inhalt zu verändern. Es kann alerdings sein dass es vom Verlag gewünscht ist das Werk politisch moderner zu machen oder bestimmte Inhalte zu zensieren, das hat aber wie gesagt nichts mit der Übersetzung zu tun.
Sind kinderfreundliche Übersetzungen nicht auch schon eine Art von Zensur?
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Ich hoffe doch das kein Übersetzer selbstständig auf den Trichter kommt den Inhalt zu verändern.
Das wird dich desillusionieren, aber das machen Übersetzerinnen die ganze Zeit. Ist quasi Teil der Jobbeschreibung.
Anständig ist, die Autorin oder den Autor des Originals zu fragen, aber ...
Du kannst ein Buch kaum übersetzen ohne irgendwas wegzunehmen, hinzuzufügen oder sonst wie zu verändern.
Simpelstes Beispiel: Da steht im Englischen "the vet" - da darfst du dich schon entscheiden, ob das eine Frau oder ein Mann ist. Wenn's nicht dasteht, musst du es entscheiden.
(War einer der lustigeren Fails der Harry Potter Übersetzung - Rowena Ravenclaw und Helga Hufflepuff wurden kurzerhand zu Männern gemacht, weil der Übersetzer vergessen hatte, dass sie schon mal mitsamt Vornamen erwähnt worden waren, und anscheinend keinen Bock oder keine Zeit hatte, Rowling zu fragen. Übersetzt also fröhlich drauflos, annehmend, dass alle historisch wichtigen Persönlichkeiten selbstverständlich Männer sind ... "Fair Ravenclaw from glen"? Klaro, der schöne Ravenclaw!)
Und das ist Englisch-Deutsch, zwei extrem nah verwandte Sprachen. Ich kann kein Japanisch, aber ich bin sicher, dass bei einer Japanisch-Deutsch Übersetzung noch viel mehr geändert und selbst entschieden werden muss. Umgekehrt definitiv, denn im Japanischen verwendet man je nach Situation ein anderes Wort für "Ich". Die Info kriegst du aus einem deutschen Text nicht raus, da kannst du dich auf den Kopf stellen.
Du wirst einer Übersetzung immer anmerken, was für ein Weltbild die Person, die sie angefertigt hat, hatte. Sogar wenn's mit Google Translate gemacht wurde, merkst du der Übersetzung an, mit welchen Daten man Google Translate gefüttert hat.
Wenn du also bisher gedacht hast, die Übersetzung würde dir die gleichen Informationen geben wie das Original ... nein. Dem ist nicht so.
Selbst einer durch und durch moralisch integren Person wird es schwerfallen, ihre Weltsicht aus einer Übersetzung rauszuhalten, denn das genaue Gegenteil von dem zu übersetzen, was man selbst richtig fände, ist ja auch eine Art von Veränderung.
Und eine nicht moralisch integre Person, wie es sie gefühlt immer häufiger gibt ... wird unter Garantie ihre eigene Ideologie einbringen, und das auch noch mit Absicht.
Dafür, dass ein Verlag nicht durch die Hintertür einer neuen Übersetzung auch ein bisschen rumzensieren würde, würde ich auch nicht die Hand ins Feuer legen.
Herr der Ringe wurde in der Neuübersetzung extrem modernisiert - das war mit "G steht für g***" statt "G steht für großartig" zwar eher das Gegenteil dessen was man im herkömmlichen Sinne unter Zensur versteht, aber das machte es für die Qualität nicht weniger katastrophal.
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Astrin Lindgren selbst sol noch vor ihrem Tode gebeten haben das u.a. Pippis Papa nicht mehr Negerkönig genannt wird - und das war mW vor der Negerkußdebatte (= Negro Baiser)

Zeitgemäß halt ...
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Astrin Lindgren selbst sol noch vor ihrem Tode gebeten haben das u.a. Pippis Papa nicht mehr Negerkönig genannt wird - und das war mW vor der Negerkußdebatte (= Negro Baiser)

Zeitgemäß halt ...
1. Gibt es dafür Beweise?
2. Die Negerkuß-Debatte fand in den 1990ern statt (wenn nicht sogar früher), also noch vor ihrem Tod 2002.
3. Was hat das jetzt mit Übersetzungen zu tun?
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Simpelstes Beispiel: Da steht im Englischen "the vet" - da darfst du dich schon entscheiden, ob das eine Frau oder ein Mann ist. Wenn's nicht dasteht, musst du es entscheiden.
Wenn es sich nicht aus dem Kontext ergibt dann reicht auch das generische Maskulinum, da muss man nichts entscheiden als Übersetzer.
(War einer der lustigeren Fails der Harry Potter Übersetzung - Rowena Ravenclaw und Helga Hufflepuff wurden kurzerhand zu Männern gemacht, weil der Übersetzer vergessen hatte, dass sie schon mal mitsamt Vornamen erwähnt worden waren, und anscheinend keinen Bock oder keine Zeit hatte, Rowling zu fragen. Übersetzt also fröhlich drauflos, annehmend, dass alle historisch wichtigen Persönlichkeiten selbstverständlich Männer sind ... "Fair Ravenclaw from glen"? Klaro, der schöne Ravenclaw!)
Und genau dass ist dann ein Übersetzungsfehler. Also, hier geht es nicht darum dass die Übersetzer hier was inhaltlich verädern mussten, sie kannten einfach den Kontext nicht und haben dementsprechend falsch übersetzt.
Die Info kriegst du aus einem deutschen Text nicht raus, da kannst du dich auf den Kopf stellen.
Wieso nicht? Was hindert dich daran den Text zu lesen und herauszufinden welches Ich gemeint ist? Also ich kann auch kein japanisch aber das ergibt für mich keinen Sinn wie du das erklärst. Wenn es denn wirklich unmöglich ist herauszufinden welches Wort gemeint ist, dann kann es ja nicht besonders viel Sinn machen zwei Worte dafür zu haben... Wenn selbst ein Übersetzer nicht dazu in der Lage ist herauszufinden welches Ich in welchem Kontext angemessen ist, dann kann es vermutlich niemand, was bedeutet dass man hier ohnehin nichts falsch machen kann da niemand den Unterschied kennt.
Selbst einer durch und durch moralisch integren Person wird es schwerfallen, ihre Weltsicht aus einer Übersetzung rauszuhalten, denn das genaue Gegenteil von dem zu übersetzen, was man selbst richtig fände, ist ja auch eine Art von Veränderung.
Das ergibt noch weniger Sinn für mich. Also es kann ja durchaus sein dass manche Übersetzer lieber selbst Autoren wären und deshalb ihre "Botschaft" vermitteln wollen, aber das hat halt einfach nichts mit Übersetzungsarbeit zu tun, Übersetzer haben nicht die Aufgabe eigene Kunst zu produzieren (auch wenn Übersetzung manchmal durchaus eine Kunst sein kann), der Zweck einer Übersetzung ist es einen Inhalt in einer anderen Sprache zu vermitteln. Alles andere ist schlicht falsch übersetzt. Und ja sowas kommt vor, ist aber nicht die Norm wie du es hier darstellst.
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Wenn es sich nicht aus dem Kontext ergibt dann reicht auch das generische Maskulinum, da muss man nichts entscheiden als Übersetzer.
Äh, nein. Wenn da die Rede von einem Individuum ist, und den Fall meinte ich, dann weist man diesem mit dem "generischen Maskulinum" im Deutschen das männliche Geschlecht zu. Das ist keine neutrale Entscheidung, damit hat man dann schon mal seine Weltsicht, das männliche Geschlecht sei der "normale Standard" in die Übersetzung eingebracht.
Gerade die Ansicht, das sei dann "keine Entscheidung", ist eine sehr extrem ideologisch gefärbte Ansicht, von genau der Art, die imho in einer anständigen Übersetzung nix zu suchen hat. Da ist mir ein ehrlicher Übersetzer, der zugibt, dass er da raten muss, um Welten lieber.
Und im Zweifel kommt man dann bei der Fortsetzung ins Schwimmen, weil die Autorin diese scheinbar unwichtige Nebenfigur plötzlich zu einer weiblichen Hauptfigur macht, und ihr eine Romanze mit dem Protagonisten andichtet, und dann ist der Protagonist plötzlich homosexuell, wenn man an der eigenen Entscheidung festhält. Was doch eine recht bedeutende Veränderung des Originals ist.
Merke: Der Kontext kommt oft erst später.
Da ist am Anfang vielleicht nur "the vet" und diese Person steckt bis zur Schulter in einer Kuh (woraus man schließen darf, dass es sich um eine weibliche Kuh, und um eine Tierärztin oder einen Tierarzt handelt und keine Veteranin oder einen Veteranen), und die Romanze der männlichen Hauptfigur mit der Person, die damals seiner einzigen Kuh das Leben gerettet hat, kommt erst im Folgeroman.
(Und der Übersetzer von Harry Potter hätte diesen wahnsinnig auffälligen Fehler trotz Vergesslichkeit nicht gemacht, wenn er nicht so in der "Männer sind der Normalfall, da mach ich nix falsch" Weltsicht verhaftet gewesen wäre - denn dann hätte er gewusst, dass er eben nicht weiß, welches Geschlecht die erwähnten Personen haben, und die Autorin gefragt. Dass du in ein und demselben Post behauptest, mit generischem Maskulinum mache man ja nix falsch, und dann einen typischen Folgefehler dieser Annahme als offensichtlichen Fehler verdammst, finde ich gerade doch so ein bisschen amüsant. Wären die Harry Potter Bücher keine zeitgenössische Kinderliteratur sondern ein verschollener Bibeltext, und die Teile, in denen das Geschlecht der Hogwarts-Gründerinnen erwähnt wird, verschollen, dann hätte der Übersetzer immer noch eine Entscheidung getroffen, indem er die Gründerinnen vermännlicht, und diese Entscheidung wäre durch verschollenen Kontext und längst verstorbene Autorinnen kein bisschen richtiger. Der Unterschied ist: Gute Übersetzerinnen geben zu, dass sie Entscheidungen treffen, und, dass diese Entscheidungen eventuell nicht der Absicht der Autorin entsprechen.)
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