Abschlussfeier für Gildenmagier*innen

  • Liebe DSA-Versierte,


    meine Neersander Magierin bekommt endlich ihr Magiersiegel und wir wollen die Feier gerne ausspielen, da es auch für den Charakter eine ziemlich große Sache ist (weil Backstory). Das hat meine Gruppe und mich aber vor eine größere Frage gestellt: Wie laufen gildenmagische Abschlussfeiern eigentlich ab?

    Das Siegel wird auf die Hand prägniert, der (in Neersand sehr überschaubare) Lehrstuhl ist anwesend und gibt quasi seinen "Segen" und die Bindung des Stabes wird vollzogen. Soweit so gut. Aber was dann? Für über 8 Jahre Lehre ist das ja ein bisschen wenig. Kann man sich das wie unsere "Abifeten" vorstellen? Plant dann der-/diejenige die eigene Feier im Freundeskreis oder gibt es da noch Riten, Bräuche, "Abistreich" Kram oder Ähnliches, was Gildenmagier*innen (hier die Graue gemeint) so üblicherweise machen?

    Bonusfrage: Falls jeder seine/ihre eigene Feier plant, freue ich mich sehr für Ideen-anregenden Input! :)

    Vielen Dank im Voraus!

  • Google mal nach der Abschlussfeierlichkeit einer angelsächsischen Universität. Die machen da sehr viel Pomp.

    Vielleicht im Kern: Aula - Der Absolvent wird vor seinen Kommilitonen und vor den stolzen Angehörigen nach vorne gerufen, legt ein Versprechen ab, seine Fähigkeiten nutzbringend anzuwenden, bekommt dann das Siegel appliziert ... Besonders herausragende Scholaren bekommen Preise und werden nochmal gewürdigt (theoretische Magie / Antimagie / was halt besonders gelehrt wird / zum Schluss einen montypythonesken Preis, dessen Ursprünge im Dunkel der Akademie-Geschichte liegen) ... Viele Reden ... Alle Professoren in großer Gildentracht. Nachher großes Festmahl im Repertorium der Universität. Spät Nachts Unfug in berauschtem Zustand. Techtelmechtel. Am nächsten Tag Kater und traurige Verabschiedung von lieb gewonnenen Freunden ...

  • Meine haben mal in Rashdul die Abschlussfeier besucht. Allerdings war das wirklich nur die Feier.


    Das Siegel, der Stabzauber, das läuft alles im kleinen Rahmen ab. In meiner Vorstellung dauert die Sache mit dem Siegel gerne etwas länger bis das genauso 'hinein gezaubert' wurde. Der Stabzauber ist eher Teil der Abschlussprüfung, denn der könnte ja auch schief gehen und man braucht einen Zweitversuch. Zur Abschlussfeier saß das Siegel, das ja durchaus auch individuell (wie Klassenbeste) angepasst wird und der Stab war fertig und wurde eher nur feierlich überreicht, statt jetzt hergestellt. Aber hauptsächlich saß man im 'Audimax' zusammen auf Kissen, hat Tee getrunken und einer Rede der Vize-Spektabilität zu gehört, die dann allen Absolvent*innen persönlich gratuliert hat. Es gab den Auftritt einer Zaubertänzerin und weil Feuerelementarlisten anwesend waren auch ein echtes Feuerwerk. Danach diverse Leckereien. Und natürlich je später der Abend nicht nur Tee und Wasserpfeife.


    Eingeladen war die ganze Akademie, Lehrkörper, Schüler, sowie Personal, das gerade kein Personal sein musste. Es war zum Einen die Abschlussfeier für die, die fertig geworden sind, aber natürlich auch für das Lehrjahr. Viele anderen Schüler*innen kommen ja genauso in die nächste Jahrgangstufe, was mit gefeiert wird. Auch wenn die Absolvent*innen die Hauptpersonen sind.


    In wie weit diese mit ihren Familien und/oder Freunden noch selbst feiern bleibt diesen überlassen und auch ihren finanziellen Möglichkeiten.

    I ♡ Yakuban.

  • Also als ich mein Studium an der Uni mit Diplom abschloss, durfte ich es mir im Sekretariat abholen. Ende der Geschichte. Keine Feier, kein Tamtam, gar nichts. Und ich hatte an dem Tag auch noch Geburtstag. Hat aber auch keiner gemerkt.

    Nur so, um mal zu zeigen, dass es in Deutschland manchmal recht prosaisch zugeht.

    An einer Magierakademie kann das ganz unterschiedlich sein. Hängt von der Größe der Akademie ab, von der Anzahl der Schüler, die ihren Abschluss machen, von den Traditionen der Akademie usw.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass auch Familienangehörige bei der (offiziellen) Feier dabei sind, ggf. auch vielleicht Vertreter des Ortes, wo die Akademie ansässig ist, möglicherweise auch potenzielle künftige Arbeit- oder Auftraggeber.

  • Alleine wird schon mal nicht gefeiert - Prüfungsfest – Wiki Aventurica, das DSA-Fanprojekt ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ich hab's feierlich überreicht bekommen. :D


    Und würde eher sagen, dass sich Magierakademien das nicht nehmen lassen, denn die sind ja nur ein Bruchteil an Personen im Vergleich zu heutigen Unis oder Fachhochschulen. Da gibt es kaum mehr Studierende als ein Jahrgang eines Faches hier. Dazu kennt man die Personen meist seit sie 8 oder noch jünger sind, sodass es doch familiärer zu gehen wird als bei uns. Dazu hat man mit Lehrpersonal und Alumis sicher noch weiterhin zu tun, weil es so viele Magier*innen auch wieder nicht gibt.

    I ♡ Yakuban.

  • Ich meine, kann mich aber auch irren, in einem DSA-Roman hätte es mal eine Beschreibung einer solchen Feierlichkeit gegeben.

    Ablauf der Feierlichkeiten hängen auch von der Akademie und der Stadt ab (Hallen arkaner Macht, S.24, S.36).

    Die Beschreibung der Neersander Akademie (Horte Magischen Wissens S.117ff.) gibt ja einige gute Anhaltspunkte wie die Akademie tickt.


    Der Rest ist, wie es so schön heißt, Meisterentscheid. :cool:

  • In einer Anthologie aus DSA4 Zeiten, ich meine es war „Leicht verdientes Gold“ oder so ähnlich, sind die Helden Teil der Abschlussprüfung der Akademie Andergast. Da gibt es, wenn ich mich nicht sehr täusche, ein Bankett zum Abschluss.. müsste ich heute Abend mal nachlesen.

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • (JA, daran dachte ich auch - aber du willst doch nicht Andegrast mit Neetha vergleichen? Weh dir, gezeichnet Ernesto von Lichtenstein.)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ist doch alles die gleiche Funzler-Mechpoke... Immer wenn man die mal braucht, Mimimi ich hab Kopfschmerzen, Mimimi meine Astralekraft ist erschöpft, Mimimi ich kann einen Feuerzauber, Mimimi ich kann keine Dämonen bannen... Immer wenn es wichtig wäre haben die irgendwas...

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • Kann man sich das wie unsere "Abifeten" vorstellen?

    Ich bin ein großer Freund von Analogien. Fangen wir mal hier an: Wie war denn "Unsere" Abifete? ICh denke das variiert von Schule zu Schule, von Jahrgang zu Jahrgang. Meine Abifete, awr sehr gesittet - auf einem gemieteten Dampfer mit Eltern, Großeltern, etc. Keine Ausschweifungen, keinen Kater. Aber es war vorbei und man durfte dann zum Bund, das Vaterland mit der Waffe verteidigen (oder 10 Monate absacken).

    Unterschied sich Deine/ Eure Abi-Feier? Vermutlich: Ja.


    Das auf Aventurien gemünzt: Die eine Universität ist eher verkrampft, die andere lockerer. Eine Klasse schießt den Vogel ab, die nächste bekommt strenge Auflagen. Eine Klasse schießt den Vogel ab, die nächste will/ muss sise noch Übertrumpfen... Es gibt viele Möglichkeiten.


    Also als ich mein Studium an der Uni mit Diplom abschloss, durfte ich es mir im Sekretariat abholen. Ende der Geschichte.

    Dito. Hingehen, abholen. Wollen sie an der Feierlichen Überreichung teilnehmen? Nö. Gut, dann tschüss. Dr. Titel genauso.

    Ich meine, kann mich aber auch irren, in einem DSA-Roman hätte es mal eine Beschreibung einer solchen Feierlichkeit gegeben.

    Jap gibt es. Vermutlich mehrfach, zuletzt gelesen in der "Blut der Castesier"-Reihe (sehr schöne Geschichte). Ist zumindest für diese Klasse relevant. Ansonsten: Je nach Akademie und Klasse fällt das anders aus. Wenn es ohnehin "Hintergrundgeschichte" ist, hängt es auch davon ab, welche Charaktere (andere Magier) dabei sind.


    Typische Klischees:

    Der/die Schüchterne (kluge/r)

    Der/die Draufgänger/in

    Der/die Aufreißer/in

    Der/die arrogante aber wenig fähige Schnösel/in (Antagonist?)

    Der/die hinterhältige Egoist/in (Antagonist?)

    Der/die Klassenclown (Ork)


    ==> je nach Zusammensetzung der Klasse :

    Fall A 4 arrogante Schnösel und 2 Schüchterne kanns sehr langweilig werden.

    Fall B 2 Schüchterne und 1 Draufgänger/in 1 Aufreißer/in und 1 Klassenclown ==> hier kanns abgehen vor allem, wenn der Schüchterne das erste mal mit zu viel Alkohol in Kontakt kommt, dann die Stimmung umschlägt und es richtig heiß hergeht... am nächsten Morgen dann versucht wird die alte Rolle wiederzufinden... :D

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Man sollte auch im Auge behalten wie groß die Akademie ist! Eine mit 70 Schülern hat 6-10 Abgänger, eine mit 35-40 Schülern 3-5! Dementsprechend klein oder groß werden die Feierlichkeiten ausfallen.

    Eine andere, nicht unwesentliche Sache, wie wohlhabend ist die Akademie und wie reich sind die Eltern.

    Denke der Abschluss in Gerasim oder Nostria sieht vollkommen anders aus wie in Punin oder Al‘Anfa.

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • Also ich glaube "ausgelassen" zu feiern, heißt nicht sich zu besaufen. Zumal laut AMA zumeist der Hesindedienst und die Vergabe von Zauberstab und Siegel, erst nach der Feier passiert.

  • Danke erstmal für die vielen Rückmeldungen!!

    Die Größe der Klasse scheint ja ein wichtiger Faktor zu sein, hier also ein paar mehr Details:

    Es gibt genau 4 Lehrer*innen inkl. der Spektabilität und aktuell etwa 10 Scholare in der Akademie. Meine Magierin ist die EINZIGE, die in nächster Zeit ihren Abschluss macht.
    Die Akademie in Neersand ist sehr arm, meine Magierin hat keine reichen Eltern, aber eine handvoll cooler Freunde und nen elfischen Ziehvater (der einer der 4 Lehrer ist).


    In der Akademie in Neersand ist es üblich, dass Neulinge in der ersten Nacht von den anderen Scholaren auf eine Schnitzeljagd mit Gruseleffekten rund um die Wälder in Neersand gescheucht werden. Eine Idee, die mir spontan kam, war, dass meine Magierin das selbe mit ihren Freunden (die keine Neersander Magier sind) macht. Allerdings finde ich "Freunde erschrecken" als Abschlussfeier etwas unpassend und langweilig.


    Da ist jetzt eben die Frage, was angemessen und vielleicht auch lustig wäre zu machen, wenn von der Akademie aus nicht viel mehr als die Siegel"feier" geplant ist.

  • Wie steht denn dein Charakter im Alltag zur elfischen Kultur, als einzige Abgängerin ist sie sicher recht frei in der Art und Weise wie sie ihren Abschluss feiern möchte, vielleicht bekommt sie von ihrem Ziehvater ein Bargeldgeschenk, um ihren Freunden einen Tavernen Abend zu spendieren.

    Vielleicht wird der Widderorden eingebunden (arbeitet eng mit der Akademie zusammen). Vielleicht hat sie einen Schwarm/Affäre/Beziehung und möchte die Feier in traviagefälliger Zweisamkeit feiern und sich gebührend von ihm verabschieden, da sie bereits Pläne hat auf Abenteuerreise zu gehen.


    Ich glaube die Feier wird nicht zwangsläufig von der Akademie organisiert und ausgerichtet, sondern dir überlassen.

  • Also in dem Band "Hallen Arkaner Macht" steht ein bisschen was zu dem Thema:

    S. 36: "Das Ende der Prüfungen leitet nahtlos in die oftmals ausschweifenden Abschlussfeierlichkeiten über, welche die örtlichen Schankwirte in Angst und Schrecken versetzen."

    Danach kommt der Hesindedienst, die rituelle Waschung, Laudatio des Schulleiters, feierliche Übergabe von Buch, Stab und Siegel und ein Abschlusssegen.

    Interessant ist noch der Abschnitt "Alumni" auf S. 37:

    "...Manche Alumni schließen sich noch in ihrer Abschlussnacht feierlich zu Akademischen Zirkeln zusammen oder treten geschlossen existierenden Gemeinschaften bei."

    Auch werden Ehemaligentreffen erwähnt.

    Also das kann man sicher ganz schön ausbauen.

  • Und nicht vergessen, nicht alle schaffen den Abschluß ...

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Akademische Vereinigungen mögen auch eine Rolle spielen.

    ROMANES EUNT DOMUS !