Quo Vadis DSA 5 Hintergrund und Metaplot?

  • Es gibt immer wieder Artikel im Av. Boten, die bestimmte Metaplotfragen schildern

    Grob angerissen werden sie, das wohl.

    Botenartikel, doch diese dienen häufig vor allem der Produktwerbung und sind nicht auf längerfristigere Entwicklungen angelegt.

    Das ist auch seit ein paar Jahren mein Empfinden. Produktbegleitend kommen kurze Zeit passende Teaser-Artikel und wenn neue Ware ansteht, wird halt diese beworben. Das war zwar auch früher schon so, aber nicht NUR. Allerdings ist eben die hochmotivierte aktive und enorme Fanbase geschrumpft und das wirkt sich natürlich entsprechend aus. Warum so viele Leute (seit dem großen "Umbruch" vor knapp 10 Jahren) von der Fahne gegangen sind, tolle Webseiten eingestellt wurden und die Fluktuation der redaktionellen Mitarbeiter*innen für mich gefühlt immer stärker wird ... gänzlich anderes Thema, welches zu vertiefen hier eh unmöglich ist.

    Das, wovon DSA seit Jahrzehnten lebt, nämlich die unglaublich große Autorenschaft, ist halt gleichzeitig einer seiner größeren Pferdefüße. Nämlich die große Abhängigkeit von so vielen Individuen,die alle anders ticken und ihre eigenen Ideen und Motivationen haben.

    Sehe ich anders. Wie du schreibst, ist bzw. war "die unglaubliche Autorenschaft" "das, wovon DSA seit Jahrzehnten lebt." Genau so! Bezogen auf Aventurien haben viele Köche den Brei weniger verdorben als bereichert. DAS war DSA, jahrzehntelang hat das so funktioniert. Klingt so, als ob das wie ein Damoklesschwert seit jeher über dem Spiel gehangen hätte und wir jetzt die Rechnung kriegen. Mag sein :/

    Und bei Bernds Ideen ist es ja nicht anders. Mit ihm wird wohl augenscheinlich nicht mehr dran gearbeitet, ohne ihn kann Ulisses nicht und verkaufen wollte Bernd sie nach eigenen Aussagen auch nicht. Daher muss Ulisses dort nun wohl oder übel (?) andere Wege beschreiten.

    Ein stets positiver Blick auf Ulisses in Ehren, aber Herrn Ochs jetzt als Schwarzen Peter darzustellen, sollte dann doch lieber vermieden werden. Niemand von uns "Fanboys" (zu denen übrigens auch ich mich zähle - denn selbst Fußballfanatiker schimpfen zuweilen bis oft auf ihren Verein) kennt die konkreten Hintergründe.

    Aber, ehrlich gesagt ist die Diskussion hier für meinen Geschmack schon zu negativ von der Grundstimmung her und zu plakativ

    Bei einem Thread mit Titel "Quo Vadis DSA5 Hintergrund und Metaplot?" ist die negative Konnotation doch bereits Programm. Der einstmals erheblich präsentere Metaplot ist nicht mehr vorhanden. Diese defizitorientierte Sichtweise schlägt sich logischerweise hier nieder. Es ist eine Kritik, ein Feedback der Fans. Und sicherlich aus deren Sicht berechtigt. Warum der Metaplot und Hintergrund so zurückgefahren wurde, erschließt sich vermutlich eher aus einer langfristig wirtschaftlichen Planung der Marke DSA für die Zukunft. Im Übrigen wurden hier auch schon stimmen laut, die eben diese Vereinfachung (gerade für Neuspieler*innen) begrüßen. Nur sind vornehmlich langjährig Aktive präsenter im Diskurs um Pro und Kontra der Lebendigen Geschichte, wie man merkt.


    Ich persönlich hatte fast zwanzig Jahre DSA-Pause und bin lange nicht so richtig drin. Aber: Würde ich vergleichsweise ein historisches Rollenspiel präferieren, gäbe es auch eine unüberschaubare Masse an Hintergrundwissen. Ich finde das toll, es macht Aventurien für mich lebendiger (für andere statischer). Ungünstig ist nur, dass es eben sehr sehr teuer ist, sich zu Recherchezwecken all die alten Publikationen ranzuschaffen. Wer will soviel Geld ausgeben? Dann ist so ein "Monster" auch für viele Neulinge abschreckend. Das ist ein Dilemma.


    Den Unmut der Altspieler kann ich jedenfalls verstehen. DSA hat sich in den letzten Jahren formal und inhaltlich sehr verändert.

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

    Edited 2 times, last by Zwerg Nase ().

  • Naja, sehen wir uns Borbarads Invasion aan - mußte dafür jeder Spieler die Vorabenteuer (u.a Fänge des Dämons) kennen? Nein - aber als ältere Spieler war das schön. Mußte man alle Hinweise aus den Splitter-Zyklus oder DC kennen? Natürlich nicht. Muß ich "Schwarzen Keiler" (1) gespielt hasen um ide "Fortsetzungen" zu verstehen? Auch nein.

    Aber all diese liebevollen kleinen versteckten Hinweise - wie es viele Filme auch machen - verknüpfen Aventuriens Zeiten einen lebendigen Welt - zu einem großen Metaplot. Selbst bei Doctor Who wird heute noch Anspielungen auf ältere Folgen gemacht ...

    Hinzu kommt -leider- das der Bote als Ergänzung zum Spiel (so wie es mal Kiesow ausdrückte) nichts mehr taugt. Die meisten Akrtikel beziehen isch auf (akutelle) Abenteuer oder Spielhifen, was anderswo Rakorium und Co. so treiben ... NSC wurde gerade durch (oft längere) Botenartikel oder Kurzgeschichten erst "lebendig", da sie in Abenteuern oft zu kurz (sollen ide Heldne ja nciht die Show stehlen) kommen.


    Und was nun nur die spielbare Geischchte angeht - die gibt es ja hier beim Orkenspalter völluig umsonst.

    Denn das war immer die größte Kraft von DSA - die aktiven Spieler (und Gruppen wie Riesland-Forum, DereGlobus-Projekt, diverse Regionalforen), die Aventurien seit 1985 mitgestaltet haben.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Das, wovon DSA seit Jahrzehnten lebt, nämlich die unglaublich große Autorenschaft, ist halt gleichzeitig einer seiner größeren Pferdefüße. Nämlich die große Abhängigkeit von so vielen Individuen,die alle anders ticken und ihre eigenen Ideen und Motivationen haben.

    Sehe ich anders. Wie du schreibst, ist bzw. war "die unglaubliche Autorenschaft" "das, wovon DSA seit Jahrzehnten lebt." Genau so! Bezogen auf Aventurien haben viele Köche den Brei weniger verdorben als bereichert. DAS war DSA, jahrzehntelang hat das so funktioniert. Klingt so, als ob das wie ein Damoklesschwert seit jeher über dem Spiel gehangen hätte und wir jetzt die Rechnung kriegen. Mag sein :/

    Und bei Bernds Ideen ist es ja nicht anders. Mit ihm wird wohl augenscheinlich nicht mehr dran gearbeitet, ohne ihn kann Ulisses nicht und verkaufen wollte Bernd sie nach eigenen Aussagen auch nicht. Daher muss Ulisses dort nun wohl oder übel (?) andere Wege beschreiten.

    Ein stets positiver Blick auf Ulisses in Ehren, aber Herrn Ochs jetzt als Schwarzen Peter darzustellen, sollte dann doch lieber vermieden werden. Niemand von uns "Fanboys" (zu denen übrigens auch ich mich zähle - denn selbst Fußballfanatiker schimpfen zuweilen bis oft auf ihren Verein) kennt die konkreten Hintergründe.

    Zum 1.: Ich sagte nicht, dass die Autoren schlechte Arbeit abgeliefert haben. Das sehe ich keinesfalls so! Ich sage lediglich, dass mit jedem weiteren Autor das Gesamtkonstrukt unüberschaubarer und wackeliger wurde. Wie bei einem Motor (juhu, Autovergleich :D ), der mit jedem weiteren Schnickschnack vielleicht besser, aber eben auch anfälliger wird.


    Wenn du durchgehend einen Autor hast (was für DSA natürlich nahezu undenkbar wäre, aber es ist ja nur ein Vergleich) - nennen wir ihn Alrik Allesschreiber -, dann wäre alles in einer Hand. Aventurien wäre nur von Alrik abhängig und jegliche Idee könnte und würde genau so weitergestrickt, wie es sich Alrik vorstellt bzw. nicht weiter verfolgt, wenn Alrik sie für (zu) schlecht/unpassend hält.


    Hast du hunderte Autoren, dann gibt es eben auch hunderte Ideen, was vermutlich zu einer deutlich höheren Abwechslung und höherem Ideenreichtum führt. Aber auf der anderen Seite wandern dann eben Ideen und angefangene Plotstränge mit gehenden Autoren ab. Mal bewusst, weil man die Ideen gar nicht weiterführen will, mal unbewusst, weil keiner mehr die genaue Idee kennt oder sie im Blick hat, mal weil es rechtliche Probleme gibt, mal, weil neue Autoren lieber eigene Ideen umsetzen als alte aufzugreifen. Oder was weiß ich, was noch. Es gibt da bestimmt auch fast hunderte Gründe.


    Es mag sein, dass man bei Ulisses sagt "all die alten Ideen und Plotstränge wollen wir gezielt nicht mehr umsetzen", aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das so extrem ist. Und selbst wenn, dann sicher nicht, weil man damit "Altspieler" ärgern will, sondern weil man irgendwelche guten Gründe dafür hat. Vielleicht gehören von mir weiter vor genannte dazu, vielleicht auch ganz andere. Wir kennen sie halt nicht.

    Denn mal (meiner Meinung nach) ganz realistisch betrachtet: Wenn es so viele geile Ideen geben würde, die man problemlos(!) aufgreifen könnte und um die sich die aktuellen(!) Autoren miteinander streiten, wer den Plotstrang aufgreifen darf - dann würde Ulisses die vermutlich aufgreifen (oder tut dies auch) und sich nicht komplett andere Dinge ausdenken. Das sage ich bewusst so global, weil es sicher auch Fälle gibt, wo es genau nicht so läuft, aus was für Gründen auch immer (vermutlich ist es dann oft eine Geschmacksfrage oder ein bewusster Reset, um alte Zöpfe abzuschneiden, wobei dann auch die ein oder andere Goldlocke dabei ist). Aber dass sie bewusst "alle" guten Ideen und Ansätze einfach so grundlos in die Tonne schmeißen, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und den Eindruck hatte ich bisher auch nicht.


    Zum 2.: Da muss ich dich enttäuschen, ich habe keinen "stets positiven Blick auf Ulisses", höchstens eine positivere Grundhaltung als einige andere hier ;)

    Und ich habe oder wollte @Bernd Ochs keineswegs den Schwarzen Peter zuschieben (falls es so rüber kam: Sorry Bernd!). Ich weiß ja nicht mal, ob Bernds Ideen die besten aller Zeiten sind oder ob Ulisses eh lieber etwas anderes machen sollte, da ich die Ideen nicht kenne. Auch hier habe ich lediglich gesagt, dass Ulisses in der Situation eben gar nichts anderes übrig bleibt als andere/eigene Ideen zu verfolgen, weil man eben auf keinem Wege zusammen kommt. Und das war für mich ein gutes Beispiel, wie es in der Vergangenheit auch durchaus öfters mal gelaufen sein könnte bzw. welchen Fällen Ulisses gezielt aus dem Wege gegangen sein könnte.

  • Ich sagte nicht, dass die Autoren schlechte Arbeit abgeliefert haben. Das sehe ich keinesfalls so!

    Das hatte ich auch nirgendwo rausgelesen, noch dir unterstellt zu meinen.

    Es mag sein, dass man bei Ulisses sagt "all die alten Ideen und Plotstränge wollen wir gezielt nicht mehr umsetzen", aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass das so extrem ist. Und selbst wenn, dann sicher nicht, weil man damit "Altspieler" ärgern will, sondern weil man irgendwelche guten Gründe dafür hat.

    Auch solcherlei Unterstellungen Ulisses gegenüber hatte ich überhaupt nicht im Sinn. Woher kommt das Zitat?

    Aber dass sie bewusst "alle" guten Ideen und Ansätze einfach so grundlos in die Tonne schmeißen, das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und den Eindruck hatte ich bisher auch nicht.

    Hatte ich auch nicht ... :/


    Oder habe jetzt ich dich falsch verstanden? Gehe gerade wegen deines Zitats meiner Anmerkungen aus, dass alles, was zwischen "Zum 1. und "Zum 2." steht, eine Reaktion auf meinen letzten Post ist. Nur erkenne ich da gar keinen Zusammenhang. Echt jetzt. Ich wollte mit dem ersten von dir zitierten Zitat ausdrücken, dass gerade die ehemals "große Autorenschaft" letztlich die Essenz der Beschreibung Aventuriens und der darin erlebten Abenteuer ausgemacht hat - und dass ich der Masse der Schreiber*innen eben keinen "Pferdefuß" sehe, sondern den Motor - wissend, dass da natürlich viel Widersrpüchliches veröffentlicht wurde. Dass sich hinter verschlossenen Türen immer schon seit Bestehen von DSA die Köppe eingeschlagen wurden, ist ja kein großes Geheimnis.


    Und ich habe oder wollte Bernd Ochs keineswegs den Schwarzen Peter zuschieben (falls es so rüber kam: Sorry Bernd!).

    Ja denn, okay. So habe ich das "übel" in "wohl oder übel (?)" wohl überinterpretiert. Peace!


    Onlinekommunikation ist schon lustig. Da meint man (bzw. ich), sich deutlich genug auszdücken und dennoch schreibt man aneinander vorbei :D

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    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

  • Meine zwei Cents zur Zukunft des Metaplots. Dies ist meine persönliche Meinung und diese kann – wie jede andere Meinung auch – fehlbar sein.


    Als Außenstehender nehme ich wahr, dass sich der Metaplot für mich mit einem Hamsterrad vergleichen lässt. Als es losging, lief es noch gemächlich und wurde dann im Laufe der Jahre immer schneller. Seinen Zenit hatte der Metaplot für mich gefühlt Ende der Neunziger und während der Nuller Jahre. Durch das hohe Tempo sind nicht wenige aus dem Rad geflogen. Wenn man jedoch einmal aus diesem Rad draußen ist bzw. nicht von Anfang an dabei gewesen, fällt es mir zumindest schwer, wieder aufzuspringen. Deshalb finde ich die Entscheidung, das Tempo des Metaplots zu drosseln, grundsätzlich nachvollziehbar. Auf der anderen Seite bleiben dadurch jedoch viele prominente NSCs über Jahre hin brachliegen (z.B. der Aikar) und werden in Ruhe und Frieden alt… Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Das ist ein Dilemma, auf das es keine schnellen und einfachen Antworten gibt. Dies sollte man meines Erachtens auch all denjenigen, die für die Gestaltung des Metaplots verantwortlich sind, zugestehen.


    Metaplot heißt jedoch nicht nur, den Blick nach vorne zu richten, sondern auch nach hinten. Viele ältere Publikationen sind heute (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr erhältlich und wenn, dann nur zu horrenden Preisen. Dass das neue Fans abschreckt, ist ebenfalls nachvollziehbar. Somit haftet dem Metaplot meines Erachtens – wenn auch unbeabsichtigter Weise – der Geschmack des Elitären an. Metaplot lesen kann, wer von der ersten Stunde an dabei ist bzw. wer es sich finanziell leisten kann oder mag. Das ist in meinen Augen das größere Problem.


    Eine Folge dessen ist es auch, dass es immer weniger Leute gibt, die für DSA schreiben können, weil ihnen der Zugang zum kompletten Metaplot fehlt – gerade wenn es darum geht, ältere Handlungsstränge aufzugreifen.


    Doch wie ist diese Problematik um den Metaplot zu lösen? Mein spontaner, unausgereifter Gedanke lautet: Bei der nächsten Edition mal nicht die Regeln auf Reset setzen, sondern den Hintergrund. 5 Editionen lang ging es um Optimierung der Regeln. Warum nicht sich einfach mal einen Zeitpunkt raussuchen (z.B. das Jahr 993 BF) und einen alternativen Geschichtsverlauf wählen? In diesem Zusammenhang könnte man auch gleich die Größe der Welt nochmals nachjustieren oder andere Ungereimtheiten verbessern (z.B. fällt es mir persönlich sehr schwer nachzuvollziehen, dass Fjarninger und Horasreich derographisch so nah beieinander liegen und technologisch sie um Welten getrennt sind). Außerdem hätte dies den Vorteil, dass wenn sich dieses Szenario tatsächlich als Flop entwickelt, man es wieder getrost einstampfen könnte, ohne das bisherige Aventurien aufgeben zu müssen. Metaplot neu erleben – meiner Meinung nach wäre es einen Versuch wert.

  • Da der Metaplot sowieso hinüber ist, wäre ein Zeitsprung um mehrere Generationen vielleicht besser als ein Reboot.

  • Sowohl ein "Reboot" als auch ein "Timewarp" würden das Alleinstellungsmerkmal von DSA schwer beschädigen. In meinen Augen ist beides daher keine Option. Entsprechende, ähnliche Versuche "Dunkle Zeiten" waren kein Kassenschlager. Am "Zahn" der Zeit zu spielen, ist bei DSA nie schlau, wenn man zeitlich früher einsteigt, kann man das Metaplot Problem locker aussitzen. Allerdings hat das den Nachteil, dass man massiv auf DSA RSH+AB früherer Edt. zugreifen muss. Abgesehen von "€" scheint es mir aber trotzdem die beste Lösung zu sein. Dann sieht man nämlich auch das "Slow/Delayed Publishing" nicht mehr als Problem und lebt entspannter.

  • Ich unterstelle, dass es wahrscheinlich am Willen gefehlt hat, die "lebendige Geschichte" bzw. den Mteaplot fortzuführen. Denn es geht ja gar nicht darum, dass man irgendwelche Ideen der vorherigen Redakteure oder Autoren unbedingt gebraucht hätte, um mal solche Plots wie den Hornturm des Aikar Brazoragh, die Erben des Zorns und Aktivitäten der Drachenorden, oder die Sieben-Simia-Flammen aufzugreifen und diese fortzuführen.


    Dass man es trotz der angeblichen ach so großen Komplexität von DSA4 hinbekommen hätte, beweist gerade die DSA4-Spätphase. Mit den (erstklassigen) Aventurischen Jahrbüchern und dem alten Aventurischen Boten hätten adäquate Mittel bereit gestanden, um den Metaplot gesamtaventurisch fortzuführen. Das hat man dann mit DSA5 ad acta gelegt. Ich stimme also mit Zwerg Nase überein, dass der Bote sich sehr geändert hat und nur noch vor Erscheinen einer Spielhilfe Schlaglichter auf die regionale Entwicklung liefert (also reines Marketing) und nicht den Metaplot - wie früher - eng und gesamtaventurisch begleitet.


    Leider äußert sich Ulisses nicht einmal offiziell, warum der Metaplot überhaupt abgeschossen wurde.

  • Entsprechende, ähnliche Versuche "Dunkle Zeiten" waren kein Kassenschlager

    Ich will dir in deiner Hauptaussage gar nicht groß widersprechen aber die zitierte Aussage finde ich sehr verwunderlich. Woher hast du diese Info? Denn die DDZ Box hat mit die besten Rezensionen und Bewertungen und das durchweg (bspw. hier). Natürlich muss sich das nicht immer in Verkaufszahlen äußern und ich denke der Erfolg der SH lag eher an der guten Qualität. Eine Zeit lang war ja geplant das für die Hochelfen zu wiederholen, was dann aber im Zuge der Umstrukturierungen und DSA5 glaube ich unterging.


    Viele Grüße

    Shirwan

  • Onlinekommunikation ist schon lustig. Da meint man (bzw. ich), sich deutlich genug auszdücken und dennoch schreibt man aneinander vorbei :D

    Ja, vermutlich beenden wir das hier besser ^^


    Leider äußert sich Ulisses nicht einmal offiziell, warum der Metaplot überhaupt abgeschossen wurde.

    Da den Metaplot niemand abgeschossen hat, muss dafür ja auch keiner Gründe äußern? :/

  • Was halt bei DSA auffällt ist schlicht und ergreifend das es ziemlich offensichtlich kein Exposé für einen „Metaplot“ gibt. Irgendwie wurschtelt man sich da seit fast 40 Jahren so durch und guckt mal was passiert. Hat halt bei Ulrich Kiesow funktioniert aber bei der heutigen Datenflut halt nicht mehr.

    Hätte man ein feststehendes Exposé, das der ChefredakteurIn vorgibt, wäre es nicht jedesmal ein kleines Drama wenn ein Autor ausfällt/aussteigt..

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • Das fand ich im DSA vs D&D - Was eignet sich besser für wen? Diskussionsrunde - YouTube -Talk ganz interessant. Thomas Römer sagt da ja nochmal recht klar, dass "der Metaplot" (tm) eigentlich erst durch die Borbarad-Kampagne entstanden ist (und selbst da wissen wir ja, dass dort im Nachhinein bis zum Sammelband auch noch einiges gerade gerückt wurde). Und dass man dann im Nachgang eben alles vorherige irgendwie dort einsortiert oder geretcont hat.


    Ich bin mir sicher, dass Ulisses irgendwelche Papiere mit Ideen hat (bzw. auch Whiteboards), aber ganz sicher ist auch da nur recht grob skizziert, wohin es geht bzw. was wann genau beschrieben wird.


    Von daher liegst du da vermutlich sehr richtig ;)

  • Bei einer rigiden Vorgabe würden vermutlich die Autoren streiken. Zumindest hätte ich da keinen Bock drauf, wenn ich nicht mehr gestalten dürfte, sondern vor allem Inhalte nach harten Vorgaben erstellen müsste. Das wäre mMn auch für die Qualität nicht förderlich. Ansonsten kann ich aber sagen, dass bei der Projektplanung auch die längerfristige Setting-Perspektive eine Rolle spielt.

    Gaze no more in the bitter glass the demons, with their subtle guile,

    Lift up before us when they pass, or only gaze a little while;

    For there a fatal image grows that the stormy night receives,

    Roots half hidden under snows, broken boughs and blackened leaves.

    -- W. B.Yeats, The Two Trees

  • Die "lebendige Geschichte" - und damit sozusagen der Startschuß des Großaventurischen-Metaplots startete im Boten 28 (1990) mit dem Khomkrieg - aber erst zum März 1993 kam nachträglich das Abenteuer dazu.

    Kann u.a. jeder hier nachlesen -> RE: DSA, Realismus und Fantasy (die Datei gibt auch einen guten Einblick wie DSA und seine Metaplots über Jahre aufgebaut wurde).

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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Wann und wie wird der Metaplot in Aventurien umgesetzt? Da haben sich nach meinem Empfinden die Prämissen gewandelt. Früher haben sich Autoren und Redakteure die Frage gestellt, was braucht Aventurien (Tom Finn hat das in einem Interview ganz anschaulich zum Enstehen der Simyala Kampagne dargelegt) und es umgesetzt bzw versucht umzusetzen. Wir hatten im Grunde seit dem Orkensturm auf vielen Ebenen einen reichhaltigen Metaplot, der das lebendige Aventurien ausgemacht hat. Die G7 war natürlich ein Anker, der für die Ewigkeit gesetzt wurde.


    Heutzutage steht im Vordergrund: was verkauft sich am Besten und wie vermarkte ich es bestmöglich? Aus Unternehmenssicht durchaus legitim. Aus Fan- und Spielersicht leider nicht immer schön. Aber aus Hippies die Rollenspiel gemacht haben, sind 2-3 Generationen später Unternehmer geworden, die mit DSA Geld verdienen wollen. Ich persönlich empfinde diese Entwicklung schon irgendwie schicksalshaft, damit extrem schade, denn ich habe das Gefühl, dass zentrale Aspekte meiner großen Leidenschaft DSA für die aktuellen Produzenten sind mehr so vorrangig sind, aber auch irgendwie in der Entwicklung unserer Zeit wohl auch unvermeidbar *Schulterzucken*. TNBT steht für DSA 5 immer noch aus und ist auch nicht am Horizont ersichtlich. Aber vielleicht bewegt diese Zeit auch die Fanbase und Community nochmal stärker, eigene Werke zu erstellen, den Metaplot selbst zu entwickeln, damit wir alle etwas davon haben. Ich für meinen Teil schreibe gerade die dreiteilige Kampagne Nemekaths Erbe, hier Nemekaths Erbe - ein episches Kampagnenkonzept in drei Akten informiere ich regelmäßig über den Fortgang. Am Ende liegt es immer in den Händen der Kunden. Wenn wir Metaplot wollen und kaufen, werden wir ihn auch bekommen. Gratis gibt es heutzutage fast nichts mehr ;)


    Eines der größten Säumnisse ist für mich die fehlende Spielhilfe zum Sternenfall. Hintergründe, Auswirkungen bei den Völkern, Erklärungsansätze in Magierschaft und Geweihtenkreisen, der tägliche Umgang damit, Veränderungen im Alltag, Gefahren, Ereignisse, Plotansätze usw. Quasi ein Hintergrundband, der Spieler und Meister Informationen über die Bühne bietet, die sich seit DSA 5 eröffnet hat. Zugleich Anker und Kompass für Meister und Autoren, Geschichten darauf zu bereiten. Ein solcher Band wäre aus meiner Sicht ein absolutes Muss. Gut und stimmungsvoll inszeniert würde er fraglos ein Highligt dieser Edition sein können. Der Almanach - nach wie vor mein Lieblingsbuch in DSA 5 - hat hierzu einige tolle Ansätze geliefert, die man aufgreifen und ausbauen könnte. Ok, vieleicht machen die Fans es noch? ;)


    VG und schönen dritten Advent!

    B.

  • Bei einer rigiden Vorgabe würden vermutlich die Autoren streiken. Zumindest hätte ich da keinen Bock drauf, wenn ich nicht mehr gestalten dürfte, sondern vor allem Inhalte nach harten Vorgaben erstellen müsste. Das wäre mMn auch für die Qualität nicht förderlich. Ansonsten kann ich aber sagen, dass bei der Projektplanung auch die längerfristige Setting-Perspektive eine Rolle spielt.

    Naja, das ist ja nicht richtig das man mit einem festen Exposé keine künstlerische Freiheit hätte. Über 3000 Perry Rhodan Hefte und fast 60 Jahre wöchentlich ein Heftroman beweisen da ja was ganz anderes. Der Job eines Chefredakteurin ist halt nun einmal die Richtung vorzugeben. Wem das von den AutorenInnen nicht schmeckt, kann ja jederzeit die Zusammenarbeit beenden. Das ist der Gang der Welt. Wenn ich aber Exposé‘s habe, kann ich diesen Auftrag dann jederzeit an einen anderen AutorIn abgeben.

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • Ich habe Sammelbände wo Autoren gefragt wurden, ob sie etwas zum u.a. Thema Cthulhu vs. Holmes beitragen würden; bereits mit der Anfrage wurde klar das Thema umrissen, sonst hatten sie völlige Freiheit - und das dürfte bei Borbarads Invasion kaum anders gewesen sein.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • "Die Richtung vorgeben" ist aber nicht, den Metaplot zentral festlegen. Natürlich gibt die Redax Punkte vor und schaut auch auf die Ideen, ob die sich mit etwas beißen. Aber diese Planung ist eher grob. Und das muss sie mMn auch sein, damit ich als Autor noch genügend Freiraum habe und durchaus auch Richtungen ändern und neue starten kann.
    Und Perry Rhodan in Ehren, ich glaube durch die Vielzahl paralleler Produkt bei DSA ist die Entwicklung da komplexer.
    Ich bin halt kein Freund der Wacholz-Idee mit der Festlegung der Entwicklung für X Figuren für die nächsten Y Jahre. Das ist etwas, was mMn mit DSA nicht funktioniert. Schon bei DSA4 wurde sich da mMn oft zu viel aufgeladen, wenn die Entwicklung der nächsten Jahre in einer RSH vorgegeben wurde. Das läuft dann mit einer Garantie, dass man das irgendwo reißen wird.

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    -- W. B.Yeats, The Two Trees

  • Ich glaube, dass die heutige Redaktion schlicht vergessen hat, dass es in den Jahrbüchern und den letzten DSA4-Regionalspielen Ausblicke mit festen Jahreszahlen auf die zukünftige Entwicklung gab. Bis heute ist mir nicht mal klar, ob diese Ausblicke noch gelten oder nicht.

    Und da war übrigens bereits schon lange Mark Wachholz nicht mehr von der Partie...


    Man hat es erst gar nicht versucht, diese Vorgaben mit Leben zu füllen. Und sollte ich mit meiner Vermutung recht haben, dann wäre das schlicht ein höchst unprofessionelles Verhalten der Redaktion.

  • Entsprechende, ähnliche Versuche "Dunkle Zeiten" waren kein Kassenschlager

    Ich will dir in deiner Hauptaussage gar nicht groß widersprechen aber die zitierte Aussage finde ich sehr verwunderlich. Woher hast du diese Info? Denn die DDZ Box hat mit die besten Rezensionen und Bewertungen und das durchweg (bspw. hier). Natürlich muss sich das nicht immer in Verkaufszahlen äußern und ich denke der Erfolg der SH lag eher an der guten Qualität. Eine Zeit lang war ja geplant das für die Hochelfen zu wiederholen, was dann aber im Zuge der Umstrukturierungen und DSA5 glaube ich unterging.


    Viele Grüße

    Shirwan

    Dafür habe ich keine Belege, es ging mir nicht um die Qualität sondern um die Verkaufszahlen. Ich habe das eher aus meinem Umfeld heraus extrapoliert (vielleicht auch falsch:) ), da hat sie niemand gekauft und auf die Tatsache dass außer einem AB (das glaub ich irgendein pädag. Projekt war) nichts mehr gekommen ist (abgesehen von Romanen). Lasse mich aber mit Fakten gern vom Gegenteil überzeugen. Hätte auch andere Zeiten für interessanter (für einen Chrononautus) gefunden (Hochelfen, Magiermogule, etc.). Das DDZ ist mir irgendwie zu "römisch".