Quo Vadis DSA 5 Hintergrund und Metaplot?

  • Also ich finde, der Meta-Plot kommt in sehr vielen Abenteuern vor, einige wurden ja schon genannt. Auch in vielen anderen Publikationen, dem Almanach, den RSHs und den Quellenbänden wird darauf eingegangen bzw. wir er erwähnt.

    Ja, Zitate aus dem Metaplot sind da, aber eben grundsätzlich so schwammig, dass man daraus keine Stossrichtung entnehmen kann, um die sehr fragmentarischen Sternenfall-Ereignisse vernünftig verknüpfen zu können. Kommt vielleicht auch darauf an, ob man v.a. als Spieler oder Spielleiter damit zu tun hat. Meine Perspektive ist überwiegend die des Spielleiters und da ist das anhaltende Schweigen zum Sternenfall einfach nur nervig.


    Ich habe zunächst gedacht, dass das eine eher unglücklich aufgezogene Art der Dramaturgie ist, bei der Ulisses bei allen DSA-Kunden Spannung erzeugen will, indem nur nebulöse Andeutungen und vage Prognosen raugegeben werden. Aber als Spielleiter will ich nicht über Jahre durch eine von Marketing-Gedanken getragene Spannung angeteasert werden. Die Spannung erzeuge ich mit dem ganzen Hintergrundwissen am Spieltisch für meine Spieler. Dazu brauche ich Infos und Meisterwissen. Und das fehlt einfach. MEISTERWISSEN!! Am besten wie hier schon mal angedeutet in einem extra Band, denn ganz offensichtlich weigert sich die Redaktion irgendwas Konkretes zum Sternenfall oder dem Metaplot (der Sternenfall ist ja nur ein Phänomen des Metaplots) in die Abenteuer oder Regionalspielhilfen zu packen.


    Beim Sternenfall hat mich v.a. die Sprachlosigkeit der Dornenreich-Spielhilfe zu diesem Komplex enttäuscht. Wenn man in den Streitenden Königreichen nichts vom Sternenfall mitkriegt oder nur abergläubisch daran herumdeutet – ok, gegessen! Aber Aranien? Die Hochburg der Astronomie und Astrologie verschläft komplett dieses Thema bzw. schiebt es mit vagen Andeutungen und Allgemeinpositionen („mysteriös! seeehr mysteriös!! wirklich!!!“) vor sich her. Ich steckte da grad mitten in Niobaras Vermächtnis und wollte das Abenteuer als Aufhänger für weitere ABs zum Sternenfall nutzen. Habe daher auch ganz brav – vermutlich gemäss der Strategie des Verlags – andere Sternefall-ABs eingeschoben (z.B. Federfall) aber der fehlende Zusammenhang zwischen den Ereignissen und vor allem das totale Schweigen zum Hintergrund des Sternenfalls haben mich und dann letztlich auch die Spieler so genervt, dass wir das Thema umgewandelt haben in ein diffuses Hintergrundrauschen, auf das bald keiner mehr hört – der Sternenrausch als Tinnitus. Schade, aber für mich aktuell nicht anders umsetzbar.

    Auch glaube ich das die Redax schon einen großen Plan im Hinterstübchen, wenn nicht sogar auf einer oder mehrerer Metaplanwände oder in Exceltabellen hat.

    Ja, das hoffe ich auch! In der geheimen M&A-Schublade der Redaktion gibt es ihn vielleicht, den Sternenfall-Masterplan, aber da komme ich als SL halt nicht ran und bei der Publikationsgeschwindigkeit wird es sicher auch so bleiben! Insofern landete das Thema dann bei meiner Gruppe ebenfalls in einer Schublade, nämlich er der mit der Aufschrift „tolle Idee – schlechte Umsetzung“.

    Was mich an der Handhabung des Themas stört ist einfach dieses Irrlichtern zwischen: „Der Sternenfall ist GROOOSS! Er ändert alles!!“ einerseits und der „alles wie bisher“-gelebten Realität in den Regionalbeschreibungen. Gerade dort wird dieses eigentlich kosmische Ereignis eher marginalisiert:

    Nichts geändert? Wenn die Sternkarten bei Niobaras Vermächtnis auch nur ansatzweise die kommenden Verschiebungen widerspiegeln, dürfte die aventurische Astrologie durch eine Krise gehen, zu der Corona vergleichsweise harmlos wirkt, schliesslich werden Sterndeutungen erschwert bzw. unmöglich. Wie soll nun ein verlässliches Geburtshoroskop erstellt werden? Welcher Herrscher will unter solchen Sternen noch eine Schlacht beginnen, einen wichtigen Posten besetzen, welcher Fromme weiss, wann er sich auf eine Pilgerreise begeben oder einen wichtigen Handel einlassen soll? Heiler und Astromediziner schauen verunsichert zum Himmel und wissen nicht mehr, wann sie operieren sollen oder welche Einflüsse auf Leib und Seele bestehen und wie wirkt sich das veränderte Himmelszelt auf die Tier- und Pflanzenwelt aus?


    Selbst im Tiefen Süden müssten die dortigen Priester und Anführer zittern angesichts der Veränderungen am Sternenhimmel, schliesslich wird auch dort der Lauf der Gestirne genauestens beobachtet und in aufwendigen Interpretationen fixiert (z.B. Tempel der Sumukopa, Kuruke-Lahe, Dampfende Dschungel, S. 32, 47, 57). Aber auch dort findet sich nichts, was einen als Spielleiter irgendwie weiterbringt. Der ausführlichste Part bringt weniger Infos als der Almanach:

    Nichts, womit sich dem SL die Hintergründe des Sternenfalls erklären oder womit ich am Spieltisch etwas anfangen kann.


    Auf S. 140 der Aranien-Spielhilfe versucht sich ein Abschnitt ebenfalls als Erklärung zum Sternenfall. Aber auch dort bleibt man bei dem schon bekannten Refrain:

    Genauso belanglos geht es leider bei dem Thema im Heldenbrevier zu.


    Dass das Thema Sternenfall eigentlich schon erledigt ist, deutet sich in den „Dampfenden Dschungeln“ (S. 52) an:

    Was kann ich dem entnehmen? Kurzes Chaos bei der Kalender- und Prophezeiungs-Planung, dann business as usual... War da was?


    Gerade die Dornenreich-Spielhilfe hätte eine hervorragende Plattform geboten, Meisterwissen zu verpacken und den Metaplot endlich ein gutes Stück voranzubringen bzw. zu erklären. Aber die Gelegenheit hat man wohl verstreichen lassen. Bei dem Fokus der Spielhilfe hätte ich eigentlich erwartet, dass da mindestens ein eigenes Kapitel mit Forschungsergebnissen oder Karten mitgeliefert wird. In den Beschreibungen heisst es schliesslich (S. 74):

    Es gibt bislang keine brauchbaren Sternenkarten, die die Ereignisse ingame-tauglich visualisieren oder den aventurischen Kalender brauchbar abbilden. Ich freue mich über jedes nette Bildchen von Hunden, Katzen oder Echsen, das die vielen Facebook-Posts von Ulisses begleitet, aber dass dann keine Zeit bleibt so ein elementares Hilfsmittel wie einige astronomische Sternenkarten und astrologische Handouts zu skizzieren, kann ich nicht verstehen.


    Mein Fazit: Aranien hat keine Lust auf den Sternenfall! Und Ulisses irgendwie auch nicht (mehr).


    Vielleicht hatten einige der Vorschreiber Recht und man hat den Sternenfall von Anfang nur als Alibi eingeführt, um eine Erklärung für die neuen Regeln zu haben. Meine Vermutung ist mittlerweile, dass sich Ulisses beim Sternenfall aus verkaufs-strategischer Motivation heraus nie festlegen wollte: Zwar soll die Sternenfall-Katastrophe allumfassend aventurisch (derisch?) geschehen („Ein Stern hier… und noch ein Stern dort…“), der impact auf die aventurische Entwicklung/Kultur/Religion soll aber so beschränkt wie möglich bleiben, damit man Spielergruppen, die dieses Thema nicht ausspielen wollen, keinen neuen Borbarad „aufzwingt“.

    Man wollte also vielleicht zwei Aventurien gleichzeitig bedienen. Eines mit (kosmisches Drama) und eines ohne (Kleinkonflikte) Sternenfall, damit jeder Spielertyp happy ist. Daher ist vielleicht auch die Community so gespalten. Die einen, die den Sternenfall von Anfang an als Mega-Ereignis wahrgenommen haben und entsprechend ihr Spiel und ihre Kampagnen organisiert haben und dann die Gruppe, die den Sternenfall eher als Hintergrundrauschen mitnehmen, ohne daraus konkrete Änderungen in ihrem Spiel abzuleiten. Die eine Fraktion versteht die Position der andere nicht, weil sie eben in ihrer eigenen, Ulisses-konformen Welt unterwegs sind.


    Eine Möglichkeit wäre in meinen Augen, den Sternenfall aus der Metaplot-Ebene herauszulösen und z.B. nur noch als Kampagne mit einem fundierten Meisterwissen-Band „Sternenfall“ und dezidiert damit verbundene ABs/Kampagnen aufzuziehen.

  • Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ich habe zunächst gedacht, dass das eine eher unglücklich aufgezogene Art der Dramaturgie ist, bei der Ulisses bei allen DSA-Kunden Spannung erzeugen will, indem nur nebulöse Andeutungen und vage Prognosen raugegeben werden.

    Zumindest 2016 hieß es dazu noch in einem Workshopbericht: "Der Sternenfall wird DSA und Aventurien in nächster Zeit beschäftigen. Er ist eine neue übergeordnete Handlungsebene, die Unterschiede zu bisherigen Metaplots aufweist. Er ist nicht durchgeplant, das Ende steht noch nicht fest (auch wenn es Ideen gibt) und auch nicht, wie lange der Plot läuft. Das ist explizit so gewollt und soll Spontanität, Flexibilität und Kreativität ermöglichen. Dies gilt für die Redaktion/Autor*innen wie auch die Spieler*innen."

    Zumindest damals konnte kein roter Faden vorgestellt werden, weil es vorsätzlich keinen geben sollte. Vielleicht hat sich das je geändert, oder wird sich noch.

  • Danke, Schattenkatze, für diesen Einblick hinter die Kulissen. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich "verblüfft", dass man sich auf so ein Experiment eingelassen hat. Wird dann in der Redaktion zu jedem aventurischen Ereignis gewürfelt, ob und wie es mit dem Sternenfall in Verbindung steht? :cry:

  • Ja, bei StarWars dachten wir auch noch nach Episode I+II kann es nicht schlimmer werden - dann folgten die letzten 3 Teile ... auch die hatten sicherlich einen tollen Metaplot ... nur niemand war mit der Umsetzung zufrieden. Vielleicht weil es sich nicht mehr nach StarWars anfühlte, u.a. Lea plötzlich einen auf Mary Poppins machte etc. Warum ergeht es mir derzeit bei DSA genauso?


    Hm, wie steht es im GRW: Aber was fasziniert die Fans auch nach Jahrzehnten noch am Schwarzen Auge? Es ist die Lebendigkeit der Spielwelt.

    Die Zeit bleibt dort nicht stehen und große Abenteuer haben nachhaltig Einfluss auf das weitere Geschehen. ... Doch nicht nur die Autoren und Redakteure sind für das lebendige Aventurien verantwortlich. DSA lebt von seinen kreativen Fans, die jederzeit die Möglichkeit haben sich einzubringen, beispielsweise über den Aventurischen Boten. (S.4)

    Tipps für SL und Spieler, u.a. Abenteuer (S.387): Ist es wichtiger, dass die Abenteuer besonders dramatisch sind, beispielsweise mit einem großen Finale? Oder hat gegebenenfalls die glaubwürdige Darstellung der Welt oder die exakte Befolgung der Regeln einen größeren Vorrang?

    Metaplot und Freie Abenteuer (S.388): Eine Besonderheit von DSA stellt die fortlaufende Geschichte da. Über offizielle Publikationen werden Ereignisse geschildert, die Aventurien verändern; u.a. von den Göttern geschickte Naturkatastrophen zerstören ganze Regionen. Diese fortgeschriebene Geschichte und der umfassende Handlungsrahmen wird auch Metaplot genannt. Neben Abenteuern, die sich stärker mit der zusammenhängenden Geschichte beschäftigen, gibt es auch Freie Abenteuer, die oft keinen Bezug dazu aufweisen.

    (Letzte Zitat leicht gekürzt, da sonst zu lang.)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Äh, im Almanach stand ziemlich offen (okay, etwas verklausuliert), dass der Sternenfall in erster Linie ein Plot Device ist und sein Hintergrund zwecks Setzung des Spielgefühls der Gruppe überlassen bleibt. Daher auch meine Verwunderung, dass Jahre später immer noch Leute nach einem "Sternenfallmetaplot" suchen.

  • Äh, im Almanach stand ziemlich offen (okay, etwas verklausuliert), dass der Sternenfall in erster Linie ein Plot Device ist und sein Hintergrund zwecks Setzung des Spielgefühls der Gruppe überlassen bleibt. Daher auch meine Verwunderung, dass Jahre später immer noch Leute nach einem "Sternenfallmetaplot" suchen.

    Dann soll also die Zerstörung der Rondra-Stadt Arivor, der Verlust der Schwertspitze von Rondras Sternbild und die Zerstörung des Haupttempels in Perricum einfach passieren ohne Plan, Grund und Nachbereitung?


    Das Sternbild Hesindes ändert sic drastisch und niemand weiß warum oder sorgt sich?


    Dann hätte sich der Verlag den Sternenfall und das Heldenzeitalter auch einfach schenken können.

  • Das es Arivor - und nicht Neetha oder eine andere Stadt außerhalb des MR traf, war eher ein Zufall, nicht ganz wie im Workshopbericht zu lesen war:

    Schließlich gab es für Arivor auch noch den geeigneten Hintergrund, daß die Arivorer Gegend äußerst trocken ist, wodurch der Einsturz der Stadt ermöglicht wurde.

    Warum das ganze?

    Kurz: Weil’s weh tun muß! Die Zerstörung einer Stadt war gesetzt. Dabei war klar, daß es den Spielern und Helden weh tun muß und sie betreffen muß, weil es sonst allen egal ist und man es auch lassen könnte.

    Ja, reißt dem Schwert die Spitze ab, Haffax in Perricum einfallen und später das S.d.S. umbringen, und als Nachtisch Arivor zerschmettern mit ihrem Großmeister - und überall in Aventurien jubeln die Rondrainer Korsanhänger: "Rondra ist am Arsch!"

    Was macht seitdem eigentlich der Rondrakult um Schadensbegrenzung - ach, hat Frau Merkel zur Pressesprecherin erklärt ... na dann. ;(

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Es fehlen noch immer Spuren von anderen Mächten. Zwar mögen sich die Korkinder freuen, was sagen aber die Anhänger des Herrn der Legionen. Was ist mit wiedererwachenden Echsengötter. Wo sind die ominösen Neugötter geblieben, die in Wege der Götter und in der Silem-Horas-Bibliothek erwähnt wurden. Numinoru ist über die See gekommen, genauso der gute Arkan'Zin; wobei letzter geradezu ein Türchen sowohl für den Widersacher als auch den Herrn der Rache geöffnet hat...
    Was passiert auf politischer Ebene? Festigen sich die Menschenreiche? wird es weitere Kriege geben (Rabenkrieg ist wahrscheinlich auch nur einer von vielen, so blöd es klingen mag)?
    Neuigkeiten aus den Wüsten hat man auch nie so wirklich bekommen... ein paar schöne Augen natürlich, ja. Aber sonst?

    Metaplot gibt es wohl, rar gesäht, aber es gibt ihn.


    Wird eigentlich bald auch eine neue politische Generation vielleicht in Aventurien anwachsen?

  • Also ich finde Boten etc cool. Trotzdem finde ich irgendwie eine feste Zeit mit Sprüngen wie bei Shadowrun oder Battletech doch deutlich netter. Da gibt es dann einen Band mit was passierte von X-Y ... wie gesagt mich nervt der Hochkönig der Zwerge der halt erst brüllt alle Krieger zu mir und dann .. mit 4o Leuten oder so auf ner Burg hockt .. da fehlt was ...


    Irgendwie fehlt mir halt doch der rote Faden wenn man ehrlich ist. Und wäre schon cool wenn man grob wüßte wo es hingehen soll (Battletech und Clan Invasion als BSP).


    Was ich mir als Produkt wünschen würde wäre halt wirklich ein Band "Meisterwissen" , danke für die Idee , mit tollen Plottideen und halt der Idee der Redax wo es halt hingehen soll. Nur Grob ... nur so könnte man als Meister besser agieren. Es ist zwar toll das RSH immer 2-3 Seiten haben. Aber ein echtes Meisterbuch, meinetwegen auch mit Meistertipps wäre was tolles. Welche NSC sind für das große Ganze wichtig etc .. ja die gibt es verteilt in allen Bänden aber ich fände es halt cool explizit was in der Hand zu halten was einem Meister hilft. Und da ja gerne alles in mehreren Bänden kommt wäre auch gerne Handbuch des Meisters 1-X und alle 5 JAhre oder so ne neue Edition mit den nächsten Jahren Geschichte ...

  • Also nachdem ich Johannes Kaub in Frostys letztem Aventurischen Quartett (DSA Aventurisches Quartett #10 - Aventurischer Bote 203 - YouTube) gehört habe, habe ich den Eindruck, dass nicht PLÄNE fehlen, sondern lediglich die Kapazitäten für die Umsetzung. Der Verlag hatte in den letzten Jahren schließlich immer wieder Großprojekte, die zum Beispiel redaktionelle Betreuung erforderten. Und bei einer begrenzten Anzahl an Redakteuren und mehreren parallel laufenden Kampagnen und RSHs sowie Crowdfundings habe ich durchaus Verständnis, wenn für ein weiteres Vorausplanen/ein Umsetzen von Plotsträngen einfach niemand mehr Zeit hat.

  • Reden wir bei den Plänen von immer mehr Kulte durchzustarten, die gewissermaßen die Feinde der ZWÖLF siind, oder darum wie der ZWölfgötterkult sich auf diese Berdrohung vorbereit? Oder sind plötzlich alle Götter Freunde und kämpfen vereint gegen die Erzdämonen, yeah?

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Also die ganzen Abenteuer mit Kulten füllen sich ja nicht von alleine. Aber ganz ehrlich: Liebe Redax macht doch bitte ein Band mit all euren Ideen. Ob ihr sie nun als Abenteuer umsetzt oder nicht. Ein dickes Meisterbuch mit IDEEN und Informationen wäre echt was tolles ...

  • Genau das wird es aus zwei Gründen nicht geben:

    1) Wenn man in dem Umfang die Ideen zur Entwicklung schriftlich fixiert in die Spielerschaft gibt, verlieren die Autoren massiv an Möglichkeiten, neue Ideen da einzuarbeiten. Denn wenn die Sachen erstmal klar umrissen veröffentlicht wurden, werden Spielerinnen und Spieler zurecht darauf verweisen, dass das doch so geplant war, sollte dann Richtungen doch noch mal angepasst werden. Damit verliert man mehr, als man gewinnt in meinen Augen.

    2) Die Umsetzung der veröffentlichten Ideen wird regelmäßig eingefordert werden. Diese kann Ulisses aber nicht garantieren, da unter den Autoren halt sehr viele Freelancer sind und so Verschiebungen und daraus resultierende Anpassungen immer nötig sein werden.

    Ich kann den Wunsch nach einem solchen Werk durchaus verstehen, aber ich sehe nicht, wie das in der Praxis am Ende dann wirklich funktionieren soll, ohne wieder an anderen Stellen für Unfrieden zu sorgen.

    Gaze no more in the bitter glass the demons, with their subtle guile,

    Lift up before us when they pass, or only gaze a little while;

    For there a fatal image grows that the stormy night receives,

    Roots half hidden under snows, broken boughs and blackened leaves.

    -- W. B.Yeats, The Two Trees

  • Shahynrox: Danke für die Mühe und die Zitate. Ich finde gerade Deine Spoiler beschreiben ja das, was ich angedeutet habe. Überall wird der Metaplot erwähnt und es wird auf ihn eingegangen, mal mehr mal weniger stark. Und gerade der Sternenfall als einer davon ist für mich er etwas Großes und Unfassbares dahinter. In der Theater-Ritter-Kampagne und in der Rabenkrieg-Kampagne ist der Sternenfall der Auslöser.


    Ich glaube mich auch daran zu erinnern, dass mal gesagt/schrieben wurde das der Sternefall bzw. die Zeitalterwende Jahrhunderte und länger gehen könnte.


    Das mit so einem Meister-Info-Band sehe ich auch eher kritisch. Dann wäre man daran gebunden und wir alle wissen doch: "Nichts ist so beständig wie die Veränderung." Und ich glaube so was hats bisher noch nicht gegeben bei DSA oder?


    Mir persönlich reichen die Andeutungen, gerade zum Thema Sternenfall.

    "Schick doch die Maraskaner, die werden wiedergeboren"

    Ausspruch Helme Haffax bei der Eroberung Medenas im Efferd 1029 BF

  • Nein, in TRK ist das Erwachen des Bornlandes -wie bereits im Bornland-RSH angekündigt war, der Auslöser. Der Sternenfall wird auf S.58 als Optimaler Inhalt kurz abgehakt.

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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ja da hast du recht.

    Die Zeitalterwende wird aber mitaufgegriffen - Erstarken des Namenlosen, Erwachen des Bornlandes und Staffel-Übergabe an die nächste Spezies. Für mich wird daher auch indirekt der Sternfall angesprochen. Und Optional ist es dann ja sogar erwähnt.

    "Schick doch die Maraskaner, die werden wiedergeboren"

    Ausspruch Helme Haffax bei der Eroberung Medenas im Efferd 1029 BF

  • Ja, aber man sollte doch erwarten das der Sternenfall auch in Teil2 vorkommt, während in Teil3 gar im Tsa 1039 BF die "Sterne gar günstig" stehen, und Berüchsichtigung bei den NSC die Sternenkunde? Teil4 erwähnt im SL-Teil kurz den Sternenfall in Verbindung mit den Schwertern des Nordens, während im 5.Teil die Helden sich einmal Orientieren müssen, entweder am Sonnenstand oder Sternenhimmel. Teil6 schweigt sich da völlig aus.

    Das Begleitheft findet auch so gut wie keine Worte (S.39) dazu - aber dafür liebt ein NSC (S.40) den Sternenhimmel. ;)

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    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Zumindest 2016 hieß es dazu noch in einem Workshopbericht: "Der Sternenfall wird DSA und Aventurien in nächster Zeit beschäftigen. Er ist eine neue übergeordnete Handlungsebene, die Unterschiede zu bisherigen Metaplots aufweist. Er ist nicht durchgeplant, das Ende steht noch nicht fest (auch wenn es Ideen gibt) und auch nicht, wie lange der Plot läuft. Das ist explizit so gewollt und soll Spontanität, Flexibilität und Kreativität ermöglichen. Dies gilt für die Redaktion/Autor*innen wie auch die Spieler*innen."

    Zumindest damals konnte kein roter Faden vorgestellt werden, weil es vorsätzlich keinen geben sollte. Vielleicht hat sich das je geändert, oder wird sich noch.

    So etwas ist meiner Meinung nach tödlich! So etwas ist verdammt schlechte Planung! Ein solchen Plot, der eigentlich massive Auswirkungen auf alle Teile der Bevölkerung ganz Aventuriens haben müsste, mus gut geplant sein, sonst wird das einfach nichts! Der Sternenfall hätte wirklich jedes Abenteuer dominieren müssen, weil er einfach alles beeinflusst. Wenn die Redax so weiter macht, war es das mit dem aventurischen Metaplot! Manche hier mögen das anders sehen, aber das ist meine ehrliche Meinung.

  • Ja, manche sehen nur die Verzahnung der Abenteuer, die den Sternefall behandeln, als Metaplot - nicht aber das der Sternefall der Ultimative-Metaplot ist, änlich wie Borbarads Invasion und später die Heptarchenreiche. Oder man bedenke, wie sich Aventuriien veränderte, als Kaiser Hal im Bornland verschwand - überall neue Machthaber und Chaos.

    Naja, mna kann es auch wie Trump machen: "Sternenfall - gibt es nicht. Ist eine Erfindung der Maraskananer." :P


    Nachtrag:

    Was ist der rote Faden der alle Abenteuer und Publikatione von DSA zusammenhält? Das ist Aventurien. Da geht morgens die Sonne auf, abends zieht das Madamal seine Bahn, es gibt vier Jahreszeiten, tagüber ziehen Wolken oder gar Regen über den Himmel, abends erstrahlen Sternen. Flüsse ziehen abwärts zum Meer hin usw. Es ist eine realistische Welt - zusätzlich mit Zauberei, Drachen und Göttern ausgestattet, von denen die Menschen wissen das sie Real sind. Früher gab es dafür einen umstrittenen Begriff: Phantastischer Realismus.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

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