Quo Vadis DSA 5 Hintergrund und Metaplot?

  • Quo Vadis DSA 5 Hintergrund und Metaplot?


    Diese Frage beschäftigt mich zunehmend und ich möchte auch eure Meinung dazu wissen!


    Wenn ich als Spieler, Fan und Kunde eine Stimme habe, möchte ich, dass sie in diesem wichtigen Thema gehört wird.


    Ich hatte es an anderer Stelle einmal erwähnt. Der Aventurische Almanach enthält einige Verheißungen, die richtig Lust auf DSA 5 gemacht haben. Nun zum Ende des 5. Jahres DSA 5 sehe ich leider nicht, dass sich diese Verheißungen erfüllen. Ich habe vielmehr den Eindruck, dass es irgendwann in den letzten Jahren ein Umdenken in der Publikationsstrategie gab, der weg von den Verheißungen des Almanachs führt. DSA ist in den letzten Jahren mit Macht vor allem:


    - Einsteigerprodukte, voran die massiv gefüllte Einsteigerbox und nun folgend das Addon

    - Crossover-Produkte und

    -Internationalisierung, inzwischen mit Ausblick auf eine Con in Las Vegas.


    Daneben stehen Regel- und Hintergrundbände, die zum Leidwesen vieler Kunden in viele Teilbände aufgegliedert sind. Über letzteres will ich überhaupt nicht diskutieren. Es gibt eben in der Marktwirtschaft Dinge, die für den Verkäufer gut und für den Käufer lästig sind. So liegen die Dinge meines Erachtens hier vor. Während ich Verständnis für Ulisses habe, hier gutes Geld verdienen zu wollen, ärgert es aus der persönlichen Kundensicht häufig, wenn man Material am Spieltisch sucht. Die Regelwiki - eine tolle Institution - schafft Erleichterung, beseitigt das Problem jedoch nicht.


    Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich seit Jahrzehnten va ein Fan und Liebhaber der epischen Geschichten und Kampagnen bin. Mich hat die G7 auf Gedeih und Verderb im DSA verankert, daneben waren es JdG, JdF, Simyala und Phileasson, die heute noch unter uns Freunden die tollsten Erinnerungen hervorbringen. Dabei entstehen große Geschichten häufig im Kleinen und die Verknüpfung zwischen intimem Rollenspiel und großen Storys war für mich schon immer das entscheidende Band, dass sich durch Aventurien webt.


    Aktuelle haben wir in DSA mit der Theaterritter eine Regionalkampagne im Bornland, mit Sternenträger einen bislang nicht mehr als netten Nostalgietrip auf den Spuren alter Schauplätze (in der Hoffnung dass sich ab Band 3 etwas ändert) und mit Rabenkrieg eine weitere Regionalkampagne, über deren Inhalt ich mir noch keine Meinung bilden konnte.


    Während der Almanach, Unheil über Arivor und Klingen der Nacht Großes angekündigt haben (Danke Dominik Hladec für deine tollen Leistungen darin!), ist der Status Quo leider ziemlich ernüchternd. Wir gehen nun in das 6. Jahr von DSA 5 und ich frage mich tatsächlich, welche Lebensdauer wird dieser Edition und ihrem Metaplot zugeschrieben? Noch hat sich der Vorhang nicht gelüftet, die Inszenierung der Intendanten der aktuellen Edition verblasst zunehmend und die Hoffnung auf epische Geschichten, TNBT, schwindet. Dabei geht es nicht einmal nur um wichtige offene Fäden, die weiter oder zu Ende erzählt werden wollen, sondern auch um NEUE, große Geschichten, die mich mitreißen. Solche die von aventurienweiter Tragweite sind und meinem Helden und mir das Gefühl geben, dass ich Aventurien gerettet habe. Seit jeher war DSA vor allem eines: ein Heldenrollenspiel, was für mich neben dem Aspekt der lebendigen Geschichte eines der wichtigsten Alleinstellungsmwerkmale ist!


    Als Kunde, Spieler und Fan gefällt mir die aktuelle Entwicklung nicht. Es führt soweit, dass wir "alte" DSA 4 Kampagnen auspacken, die wir noch nicht gespielt haben, weil der Abenteuerstoff in DSA 5 inhaltlich zu "dünn" geworden ist. Ws ist mit dem Aikar, der Kaiserin, dem Schwert der Schwerter, aufbegehrenden Göttern, dem Namenlosen und so weiter. Was machen die Shakagra im Norden, wird die Rondrakirche fallen oder sich in neuem Glanze erheben. Was ist mit der Hesindekirche, mit Nandus und anderen Unsterblichen wie dem unsteten Xeledon, der spottend über das Firmament gleitet? Wo sind die großen Storys, die diese Edition prägen (können)? Ich hoffe sehr, dass wir da mehr bekommen werden! Und nicht erst in 5 Jahren. Es ist zwar auch nett, den 15ten Quellenband in Händen zu halten. Aber meine wahre Leidenschaft entzündet sich an den Geschichten, und die vermisse ich aktuell sehr.


    VG!

    Morgel

  • ..., wird die Rondrakirche fallen oder sich in neuem Glanze erheben. ...

    Oh, ist das etwa nicht Gegenstand von "Banner der Treue"? :/

  • Wirklich neue Inhalte gibt es bei DSA schon länger nicht mehr. Selbst die Theaterritter-Kampagne oder bei DSA4 noch die Drachenchronik haben hauptsächlich bestehende Setzungen und Aspekte aufgegriffen und ausgeschmückt.


    Was mich auch besonders ärgert, ist dass einfach wenig dafür getan wird, offene Plots in die Welt zu spülen. Das ist der Hauptgrund, warum DSA so beliebt ist: Immer wieder wurden hier und da Andeutungen gemacht, die auf ein Mysterium, ein Geheimnis oder etwas das man bespielen will hingedeutet haben. Inzwischen kommt sowas nur, wenn es ausdrücklich bald auch bespielbar gemacht wird - als Teaser. So sehe ich hier wenig Zukunft.


    Bei all der Diskussion über Fluff und Crunch hab ich auch das Gefühl, dass Ulisses hier einen wesentlichen Teil übersieht. Crunch ist bei ihnen direkt bespielbarer Inhalt, wie z.B. die Kreaturen aus dem Bestarien. Als Fluff werde meist stimmungsvolle Hintergrundtexte, die Hauptsächlich dazu dienen Atmosphäre zu erzeugen, definiert. Was mir fehlt ist der ganze Teil dazwischen. Das was ich eigentlich als Crunch bezeichnen würde: Ideen für bespielbare Inhalte. Die einzigen Publikationen bei denen sowas momentan erscheint sind die Regionalbände. Und das meist nur im Mysteria et Arcana Teil. Was interessieren mich Handesgüter (Fluff) oder Auflistungen aller Orte einer Stadt (Ulisses-Crunch) solange damit keine potentieller Plot verbunden ist?


    Ich habe ja ein wenig die Hoffnung, dass Ulisses, wenn sie den ganzen Kram veröffentlicht haben, der mich nicht interessiert, sie automatisch plotlastige Crunchbände herausbringen, weil nichts anderes übrig bleibt. Aber momentan sieht es nicht danach aus. Nachdem die rote Reihe massiv ausgebaut wurde, kommt nun die blaue Reihe. Ich glaube es war ein Riesenfehler die grüne Reihe nur mit Begleitbänden fortzuführen, da dies dazu führt, dass sehr viel mehr Text erstellt werden muss, bevor ein neuer grüner Band herauskommt.


    Es stört mich momentan nicht, da ich mit meinen beiden DSA-Gruppen im Jahr 1024 BF spiele und so noch viel Material habe, das ich ausnutzen kann. Aber ich stelle es mir sehr schwer für Neuanfänger vor, dieselbe Faszination für Aventurien zu entwickeln, die ich entwickelt habe. Bedient werden momentan hauptsächlich Gamisten, die sich darüber freuen noch einen neuen Dämon zu bekommen, den ihr Schwarzmagier beschwören kann.

  • Mir fehlen hauptsächlich neue gute Meisterpersonen. Polberra, Jost Gorsam, die Warzensau, Waldemar, Haffax, Yppolita, Muntagonus, Galotta und Co. Heutige NSCs bleiben blass. Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, gefällt mit einzig Wendelmir.

    Sind erst solche Personen vorhanden, kommen die Geschichten rund um ihre Machenschaften von ganz alleine.

    Aber was soll ich mir denn für Abenteuer rund um den Kraftprotzthorwaler oder den Alibaba-Verschnitt ausdenken?

  • Während Splitterdämmerung und TRK explodierte der Sternenfall über Dere - spürbare Auswirkungen auf Dere gab es keine, einzig das plötzlich die Geweihten aus den Boden sprießen und überall das Hallejula verkünden - was ja eigneltich heißt das die die gesamte Arbeit machen können, u.a. die Bevölkerung beruhigen das nicht die Welt untergeht, das nicht der Namenlose sien Netz über Dere zieht, das Arivor kein göttlicher Fingerzeig war, und überhaupt keien Helden mehr gebraucht werden, da nun die Geweihtenschaft dank KE-Power nun überall für Ruhe und Recht sorgen wird.

    Praios- und Hesindekult haben Strafanzeige gegen Kaiser Khadan erlassen, da er für den Schaden am Sternnewall aufkommen muß, immerhin schützt dieser göttlcihe Wall vor den dahinterhausenden Niederhöllen.

    Wie sieht die Lage in Tobrien aus? Juhu, die Heptarchen sind alle weg ... Party. Wird Wehrheim wieder aufgebaut? Man hat bei der deutschen Bahn nachgefragt, die wollen sich darum kümmern. Yppolita veruscht einen Klon von ihrer Schwester herzustellen, damit die Kaiserin einen Thronfolger vorweisen kann, während ihr Sohn inzwischen ein Nanduspriester wurde. Da Efferd sich mit einen anderen Meeresgott streitet zog er einen weiteren Efferdwall vor Uthuria hoch, seitdem gibt es keine Verbindung mehr zum Südkontient.

    Das war mal ein grober, teils fiktionaler, Gedankengang zur "aktuellen Lage" ...

    DSA5 hatte gut mit TRK durchgestartert ... und dann kam Sand ins Getriebe ...

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Die Zwerge wählen einen neuen Hochkönig, der ruft die Heldenzeit aus, bereitet die letzte Schlacht vor .. tötet nun einen untoten Drachen in einem Boten den man nicht mehr downlowden kann und hockt nun in einer Burg und dreht Däumchen. Das DSA 4 Abenteuer das die Heldenzeit vorbereitet ist nicht erhältlich ... Das Volk der Brillis baut seit Jahren an ihrer neuen Hauptstadt, da aber die nicht in den Flußlanden liegt gibt es dort keine News ...

    Der Feuervogel hat Angbar und eine Binge verwüstet. Ok Anbar steht wieder .. wo ist hier mal ein Abenteuer etc ... .


    Und ich liebe die Heldenwerk Idee .. aber bitte mehr und auch so das es irgendwie logisch wäre von Heldenwerk A nach B nach C zu kommen. Als Meister einer Zwergengruppe fühle ich mich echt im Stich gelassen. Zwar ist der Angbarer Bock ein toller Einstieg .. aber danach ?? Misteria Arcana der Flußlande ist erstaunlich dünn was Zwerge angeht ...


    Ich brauche ja keine "Globalen" Verschwörungen und den nächsten Weltuntergang (Hallo Sternenfall), aber wenigstens einen schönen Weg die bisher erschienenen DSA 5 Produkte sinnvoll zu verknüpfen wäre schön. Bei vielen Fantasy Serien gint es doch auch empfohlene Lesereihenfolgen. Warum immer noch ein Heldenwerk rausbringen .. wie wäre es mal mit einem Heldenwerk das eine Hintergrundstory liefert um 4-5 Heldenwerke verknüpft ?

  • Ich glaube die Beurteilung der Frage des Themenerstellers beruht ganz entscheidend auf dem Spielstil. Wir haben teilweise an DSA3-Abenteuern fast ein ganzes Jahr gespielt. Ich will mir nicht ausmalen, wie lange wir für die G7 brauchen würden. Da ist noch so viel offen, dass ich wohl bis zum Ende auf offene Publikationen zurückgreifen könnte ohne je etwas selber schreiben zu müssen.

  • Ich meine, wir hatten hier sogar schon mal einen ähnlichen Faden mit dem Titel: "Quao vadis DSA?"... Weiß aber gar nicht, was mit dem geschah, vielleicht wurde er geschlossen, weil es ausuferte. Also: ich hoffe, das ufert hier nicht auch aus.


    Zu meiner ganz persönlichen Meinung:

    Ich kann @Morgel teilweise nachvollziehen, die Frage nach dem Wohin? geht mir auch regelmäßig im Kopfe herum. Hatte das schonmal bei den RSHs geschrieben: die aventurische Zeit rennt (mir wenigstens) davon, ohne, dass langsam mal ein Stand erreicht wird. Die erste RSH war 1038/39 BF, inzwischen sind wir bei 1043 BF und bis alle erschienen sind, wird es wohl mindestens 1050 BF werden.

    Daher die Frage: Lässt das die Redaktion künftig weiterhin so laufen, verlangsamen sie den aventurischen Zeitfluss oder sagt sie 1044 BF laut "Stopp! Wir halten die laufende Zählung an und füllen stattdessen die Jahre 1038 bis 1044 auf."?

    Ich glaube, dass das Problem der Redaktion bewusst ist, aber alle Lösungen haben unangenehme Begleiteffekte über die sicher erbitterte Diskussionen entbrennen würden.

    Aber für irgendeinen Weg muss sich die Redaktion wohl entscheiden (Zwischen "In den Dschungeln Meridianas" (1027 BF) und "Schattenlande" (1035 BF) lagen IT nur 8 Jahre).

    Warum dieser Blick auf die inneraventurische Zeit?

    Weil sie den Rahmen für größere Kampagnen und Abenteuer, wie von @Morgel gefordert, bilden. Es bringt ja nicht viel, innerweltlich eine Kampagne über mehrere Jahre zu strecken, weil man mit der Veröffentlichung nicht hinterherkommt, andererseits ist es natürlich problematisch, wenn eine Kampagne 1040 BF spielen würde, man innerweltlich aber schon viel weiter ist und "TNBT" die ursprüngliche Planung überrollt.

    Und das ist, glaube ich, einer der Gründe, warum "TNBT" noch in weiter Ferne liegt (gut, "Rabenkrieg" könnte da was liefern): wirft man zu viel um (etwa mittels Orkensturm), dann funktionieren plötzlich Dinge, die gerade im Prozess sind, vielleicht nicht mehr.


    Von daher: ich war schon (als Neueinsteiger) skeptisch, als ich bestimmte Dinge, von wegen "Sternenfall", "Weltzeitwende" und "Hornturm" im Almanach las. Das war einerseits episch (gut für Leute wie @Morgel oder andere, die mehr Epik wollen) andererseits hatte ich schon damals das Gefühl: das alles in vertretbarer Zeit für gute Abenteuer zu nutzen, wird schwierig.

    Andererseits haben wir seitdem eine "Regionalisierung des Metaplots" - eine Lösung, mit der ich persönlich zufrieden bin, aber auch hier steht verstrichene Zeit und geschehene Handlung in einem Missverhältnis.

    Um 1039/40 war in den Streitenden Königreichen etwas los, aber jetzt ist dort offenbar seit einer Weile Ruhe (gut, neulich hat man dort ein paar fleischfressende Karpfen entdeckt ;) ).

    Jede Region bekommt kurz mit Erscheinen der RSH ihren Blitzlichtgewittermoment mit dem Regionalabenteuer und ein paar passenden Heldenwerken, dann ist wieder Schluss und die nächste Region ist dran (aktuell eben gerade Meridiana).

    Dazu kommen Heldenwerke, die frei über Aventurien verstreut sind, aber kaum "richtige" Abenteuer, die unabhängig von der Regionalflöte Metaplot erzählen (anbei: ich freue mich auf "Banner der Treue"!).

    Finde ich persönlich für meine Gruppe nicht schlimm, Metaplot ist mir (auch wegen der rennenden Zeit) nicht ganz so wichtig, aber ich kann @Morgel's Ausführungen trotzdem 100% unterschreiben.

    Geschichten, die nicht nur auf 16 Seiten abgehandelt werden, wären toll (nichts gegen die Heldenwerke, aber das Format setzt Grenzen), gerne auch epischer, damit die, die darauf Wert legen, zufrieden gestellt werden.


    Was die Bände angeht, da will ich nicht viel sagen, außer: Zustimmung zu @Morgel. Ich kaufe mir die Regelbände immer erst als Taschenbücher, von daher ist meine DSA 5-Regelsammlung noch im vertretbaren Rahmen, aber es sind eben noch beide Pandämonien, die Herbarien, das kommende Transmutarium etc. offen.

    Das wird noch lustig-unübersichtlich. Das Konzept hat seine großen Vorteile, gerade für Neueinsteiger wie mich, aber langsam beginnt die Waagschale in die andere Richtung zu schwingen.

    Von daher: auch da hätte ich gern ein "Quao vadis?" beantwortet: "Wie weit will man diesen Weg noch weitergehen?"


    Ich finde zakkarus Wort von wegen

    und dann kam Sand ins Getriebe

    sehr, sehr zutreffend. Und @Morgel hat den Finger da auch schon in die Wunde gelegt:

    Ich habe vielmehr den Eindruck, dass es irgendwann in den letzten Jahren ein Umdenken in der Publikationsstrategie gab, der weg von den Verheißungen des Almanachs führt. DSA ist in den letzten Jahren mit Macht vor allem:


    - Einsteigerprodukte, voran die massiv gefüllte Einsteigerbox und nun folgend das Addon

    - Crossover-Produkte und

    -Internationalisierung, inzwischen mit Ausblick auf eine Con in Las Vegas.

    DSA 5 soll Einsteiger an DSA heranführen, von daher sehe ich den ersten Punkt nicht kritisch. Im Gegenteil, die Box war mein ganz persönlicher Lichtblick, der mir für eine Weile eine Antwort auf das "Quao vadis?" gab - DSA 5 soll neue, jüngere Zielgruppen erschließen, das passt auch zu den Heldenwerken als Konzept. Finde ich stimmig, Ziel und gewähltes Mittel stimmen überein.

    Aber dann kommen zwei Punkte, die mir auch schon auffielen und die mir persönlich schwer im Magen liegen.

    Kurzum: ich glaube (wissen tue ich nichts), die Redaktion verzettelt sich, weil ihr selbst nicht ganz klar ist, wohin der Weg gehen soll. Und damit gewinnt die Frage nach dem "Quao vadis?" gewaltig an Bedeutung.

    Soll DSA internationaler werden? Offenbar ja - das ist ein Ziel.

    Was ist das Mittel? Übersetzungen verbunden mit Crowdfundings ins Englische, Spanische, Italienische, ich glaube Portugiesisch war auch dabei.

    An sich ist das stimmig, aber trotzdem: viel, viel Aufwand, gerade, weil es so viele Linien parallel sind.

    Und die parallelen Linien weisen gleich zu Dingen wie "Mythos-DSA", "Schatten der Macht" oder "Aventuria".

    Und da stelle ich sehr wohl die Frage: "Wohin will man damit?"

    Soll "Mythos-DSA" als zweite Linie neben dem klassischen DSA aufgebaut werden?

    Soll DSA künftig vermehrt nicht nur als Rollenspielmarke, sondern eben auch als Brett- und Kartenspielmarke etabliert werden?

    Die marktwirtschaftlichen Überlegungen sind glaube ich das Eine, das Andere ist das hinter DSA (5) liegende Grundkonzept, der Grundkompass.

    Mehr Metaplot? Mehr Kampagnen? (beides @Morgel's Wünsche, wenn ich das recht las)? Mehr wichtige prägnantere NSCs (wie von Famburasch gewünscht)? Mehr Parallellinien? Mehr Multimedialität? Mehr auf Einsteiger ausgerichtet? Weniger inneraventurische Ereignisdichte und damit mehr Freiheit zum Selberschreiben?"


    Wohin soll es gehen, quao vadis eben.

    Und, da bin ich ganz bei @Morgel zunehmend fällt es mir schwer, da als Außenstehender eine klare Richtung zu erkennen.

    Oder aber, ketzerischer Gedanke ganz zum Schluss: vielleicht soll auch alles gleichzeitig passieren... Nur dann landet man entweder wieder beim obigen Zeitproblem, wenn man es alles nacheinander angeht oder aber, man braucht viele, viele fleißige Hände und einen klaren Plan, dass man sich eben nicht verzettelt.

    Und wenn ich ganz ehrlich bin: letzteres wäre mir auf "Quao vadis DSA 5?" die keine unliebe Antwort - wenn das mit einer stringenten Umsetzung verbunden wird.

  • Sachse schöne Analyse.

    Die zentrale Frage beantworte ich für mich zumindest ganz eindeutig: ich möchte vor allem mehr Metaplot, der sich in zusammenhängenden Abenteuern, Geschichten und Kampagnen äußert. Und der nicht an Flussfrenze x,y endet, nur weil da das Setting der RSH endet.

    Als „Altspieler“ habe ich das Gefühl, dass ich atm vor allem gebraucht werde, um guten Umsatz zu machen (die Schüler und Studenten können da eben noch nicht mithalten, so war es bei uns früher auch), aber die Inhalte sind überhaupt nicht mehr darauf ausgerichtet, mich Altspieler glücklich zu machen (Zielgruppe sind eben va Neuspieler, Schüler etc) 🤷‍♂️ das ist is Sicht des Verlags irgendwie sogar nachvollziehbar, für mich aber auch iwie frustrierend als jemand der DSA seit 35 unterstützt und liebt und feiert!

  • Der andere Faden ist dieser hier, der sich aber mit ganz anderen Fragen in der Ausgangsfragestellung beschäftigt: Quo Vadis DSA? Oder: Reflektiert die DSA Red auch ihre Prioritäten und Problemanalytik?.

  • Ich finde es halt schade das zwischen den Götter Vademecum (immerhin über 100 Seiten Fluff für den passenden Geweiten) und der kürze an Fluff in den RSH nichts gibt womit irgendwie "logisch" die Lücken gestopft werden. Ich grabe hier in DSA 3 und 4 Material um halt das bissel Fluff zu kriegen um was stimmig zu machen.


    Und gerade der Metaplot nervt mich massiv. Also entweder ich hab einen festen strickt eingehaltenen Metaplot aka Battletech etc mit festen Zeitfenstenr Tech XXXX etc oder ich habe halt ein freies Rollenspiel mit detalier beschriebenen Welten wegen meiner. Nur wenn ich als Meister der ncoh ein Leben hat meine Gruppe von A nach B bringen will muss ich halt feststellen das zwischen Region A und B halt Zeitsprünge exestieren, Abenteuer davon ausgehen das Bedrohung X noch existiert, die wurde aber in Boten Y (nicht mehr erhältlich) in 2 Sätzen abgehandelt, dann ist aber Z passiert ...


    Dann lieber ein Metaplot der als fester Zug durch Aventurien fährt, an dem sich alle Abenteuer ausrichten und wo man dann als Gruppe halt für Abenteuer A aufspringen kann und dann klar ist ok für Abenteuer D muss die Gruppe halt bis Datum XY in Ort X sein.


    Gerade durch das hin und her springen (und der kleinen Größe Aventuriens) macht dann irgendwan das Reisen von A nach B sehr auffällig wo da die Bruchstücke sind im Gewebe des Hintergrunds.

  • Meine Meinung in Kurzform:


    Das Fokus auf Einsteiger und Internationalität war und ist meiner Meinung nach zwingend erforderlich. Man sieht ja, wie D&D auch in Deutschland an Raum gewinnt.


    Gleichzeitig finde ich persönlich auch mehr Epik und weniger "Bauerndeiche" wünschens- und erstrebenswert.


    Ich vermute fast, dass es auch teilweise mit den RSH zusammenhängt, da Ulisses hier in einem Dilemma steckt: man will 20+ RSH veröffentlichen, die nicht direkt nach Erscheinen wieder veraltet sind. Ursprünglich wollte man 4 RSH pro Jahr veröffentlichen und wäre dann nach 5-6 Jahren durch gewesen und hätte wieder groß auf den Putz hauen können. Vielleicht mit einer großen Kampagne, vielleicht auch mit einer neuen Edition am Horizont.

    Beim aktuellen Tempo wird man an den Punkt eher wohl erst in 10-15 Jahren sein, was für eine einzelne Edition schon ein sehr langer Zeitraum ist.


    Ich kann nicht bewerten, wie episch Banner der Treue wird, das kannst derzeit wohl nur du selbst @Morgel und ich weiß nicht, wie viel Impact das auf die Horasreich-RSH haben wird. Aber ein zweiter Borbarad-Feldzug wäre aktuell gar nicht möglich, ohne das RSH-Konzept zu torpedieren.


    Also muss etwas regional begrenzteres her, das aber dennoch großen Impact hat. Ich fürchte nur, dass es kaum noch eine Region gibt, die nicht schon über mindestens eine Nachbarregion in RSH-Form verfügt. Die Begrenzung muss also stark sein. Und dann fällt die Epic eigentlich schon wieder hinten rüber ;)

  • - Viele abverkaufte und neue Auflagen sprechen für eine große Nachfrage.

    - Ich lese gefühlt immer häufiger, das Leute (nur) D&D spielen oder auch darüber zum Rollenspiel gekommen sind (dank Let's Plays und Co), obwohl ich eigentlich nur in der DSA-Blase unterwegs bin.

    - Ulisses verkündet das deutsche Critical Rolle-Buch als TNBT auf der Ulisses Online Con.

    - Ulisses macht ne D'n'D-Kampagne auf Youtube, statt DSA 5.

    - Meinungen hier und da.

    - Usw :)

  • Seit Bote 28 - also dem Khom-Krieg startete der aventruischer Metaplot, die fließende Zeitrechnung. Einige Abenteueren über Boten oder (später) RSHs an feste Daten verknüpft, andere nicht. Das einmalige Großereignis, Borbarads Invasion, war an Boten, Romanen und Abentueern miteinder verbuden und lief -irdsich/aventurisch über Jahre; abgeschlossen wurde es (sinnigerweise) mit der Borbarad-Box.

    Danach lag der (sichtbare) Fokus wie sich das MR, HR und Schwarzelande entwickelten, mit Abstecher nach Thorwal und dem Bornland.

    Nächster Schritt war die langsame Befreiung Tobriens - und die Reise nach Myranor, und damit nach DSA4.0.


    Es gab immer ein weiter, ab ins nächste Jahr ... einzig Vorgeschichten druftne neue Vergangenheiten erschaffen. Dann kamen der Splitter-Zyklus und die TRK - und mittendrin, als diese längst abgeschlossen waren, knallte der Sternenfall hinein und hinterläßt seitdem bei mir nur Fragezeichen?

    Der Sternenhimmel verändert sich, wichtige Tempel werden beschädigt etc. und wie reagiert die Bevölkerung - gar nicht.

    Und damit ist schon einmal der phantische Realismus zu dne Akten gelegt - und der gesamtderische Hintergrund gleich mit, auch wenn es in "Sternenleere" sich weitaus besser las - und nach mehr verlangte ... inzwischen sind wir 1042+ BF, und die Gilden haben begonnen sich für den Sternenfall zu interessieren ...

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • GTStar

    Ok, das ist also Dein persönlicher Eindruck. Ich dachte die Aussage basiert auf Zahlen und Fakten. Ich würde gegenhalten das

    • DSA5 sich bisher gut verkauft
    • Ich kenne einen einzigen D&D Spieler und lese eher selten das Leute D&D spielen und eher selten das einer dazu zum Spiel gekommen ist (aber ja, ich bin natürlich auch tief in der DSA-Blase)
    • TNBT in einem anderen System, bedeutet nicht, dass DSA zurück fällt
    • Ulisses macht haufenweise DSA Let's Plays auf Youtube

    Auch nur mein Eindruck, aber wer weiß. Ich fände klare Zahlen dazu mal interessant. D&D als Mainstream wäre für mich eine sehr unschöne Vorstellung. Dann lieber noch DSA5.

  • Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen viel zu langen und - nüchtern betrachtet - viel zu aggressiv Rant posten. Ich habe es mir dann doch anders überlegt und möchte einfach - vielleich etwas lose - mein eigenes Erleben der Situation schildern:

    Ich finde die Verlangsamung und Regionalisierung des Metaplots gut, denn sie gibt mir den Freiraum zum kreativen Arbeiten und vermeidet nervigen Klärungsbedarf, wenn ich Leute in demselben Vorstellungsraum platzieren will ("Wann genau spielen wir? Ist das und das schon passiert?" Etc. pp.). Und um ganz ehrlich zu sein: Die Fokussierung auf den Metaplot hat in meiner Wahrnehmung dazu geführt, dass das Setting an sich eigentlich nicht mehr besonders viel Abenteuerliches hergab und stattdessen ständig mit "TNBT" fremdversorgt werden musste. Und ich sehe zumindest zarte Ansätze in die Richtung, diesen Kurs zu korrigieren und Aventurien selbst wieder als Spielfeld fruchtbar zu machen und eben nicht den aventurischen Metaplot. Mag sein, dass hier der Wunsch Vater des Gedanken ist, aber es würde mich wirklich freuen, wenn es so wäre.

    Ein sinnvoller nächster Schritt wäre eigentlich, aventurische und Echtzeit zu entkoppeln und Aventurien einfach "einzufrieren", bis die Redaktion sich entschieden hat, dass wirklich etwas passiert. Der Druck, dass "halt irgendwas passieren muss, weil ja Zeit vergangen ist", sollte mMn nicht länger auf den beteiligten Kreativen lasten.

    Soweit meine 2 cents.

  • GTStar

    Ok, das ist also Dein persönlicher Eindruck. Ich dachte die Aussage basiert auf Zahlen und Fakten.

    Keine, die ich mit eigenen Augen gesehen oder ermittelt habe :)

  • Ich persönlich sehe schon einige noch recht zaghafte Versuche den Meta-Plot zu füllen. Ob sich das verstetigen wird, wird die Zeit zeigen.


    Aber: Eventuell sind Käufer, die besonders Wert auf den Meta-Plot legen, nicht (mehr) die Mehrheit und zu leise in ihren Forderungen. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich Ulisses grundsätzlich den Wünschen der Kundschaft verschließt. Wenn sie also zu wenig metaplot-lastige AB herausbringen, könnte das ja auch den Grund haben, dass diese sich nicht überproportional besser verkaufen als "normale" Abenteuer.


    Erschwerend könnte auch hinzukommen, dass es vielleicht (Achtung, reine Mutmaßung!) in der Redax niemanden gibt, der sich intensiv und gern mit dem Meta-Plot in Aventurieren auseinandersetzen möchte, der halt wirklich dafür "brennt". Man konnte z.B. beim Herbarium sehr gut erkennen, dass da jemand die Redaktion übernommen hatte, der für das Thema brannte. Es ist auch öfters erwähnt worden, in den Ulisses-Videos, wie sehr Zoe bisweilen gekämpft hat, um ihr Konzept durchzusetzen und ich bin ihr dafür sehr dankbar! Das erste Buch ist wirklich sehr, sehr gut.


    Wie aber schon gesagt, wenn es für den Meta-Plot keinen Redakteur gibt, der dafür ebenso brennt, dann könnte auch das dazu führen, dass sich dahingehend so manches verzögert.

  • Es gab ja noch nicht einmal eine richtigen Plan für den Sternenfall - leider sieht die bisherige aventurische Umsetzung genauso aus.

    Und die Uhr tickt; Bote 203 vom Rondra bis Travia 1043 BF - fast 5 Jahre später.

    Dann sollten sie wirklich die Welt einfrieren bis jemand bei Ullises weiß wohin es grob gehen soll, bevor die zeitlichen Risse zwischen den Regionen und dem Sternenfall zu groß sind. Wieviel av. Zeit ist inzwischen im Bornland seit TRK und dem RSH vergangen? Gut 3 Jahre - würde die RSH dieses Jahr rauskommen.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)