Die Edition, mit der ihr angefangen habt | Welches Element ist das beste?

  • So, nun war ich ein paar Tage lang abgetaucht - und es hat sich ja einiges ergeben hier! :)


    Ich hätte DSA1 gar nicht auf Platz 2 vermutet, wohl aber DSA3 auf Platz 1. Ich bin erstaunt, dass DSA2 in einer Delle liegt. Und die Zahlen für DSA5 finde ich immerhin solide, weil diese Edition ja noch recht jung ist und im Gegensatz dazu viele von euch steintafelalt! :)


    So ganz persönlich muss ich anfügen, dass es tatsächlich kaum etwas Besseres gibt, als die Witzko-DSA-Romane zu lesen.


    Und nebenbei: Ich hatte gestern eine ganz traumatische und mich erschütternde Erfahrung bzw Erkenntnis. Ich füge das hier an, weil ich das falsche Wissen seit wahrscheinlich DSA1-Zeiten gehegt habe, ja, wahrscheinlich durch das Hobby erst erlangt hatte. Das Folgende ist sehr peinlich, und daher bitte ich euch, ganz leise zu lesen und es nicht weiter zu erzählen. Es ist nämlich so, dass ich mir ganz gehörig etwas einbilde auf mein gutes Deutsch. Die Einbildung ist eine Hybris vorgelagerte Insel im Meer der Eitelkeiten, und man ist dort stets in Gesellschaft. Und gestern las ich dann in irgendeinem Blog-Beitrag das Wort "Probenmalusse". Ich dachte sofort an den Untergang des Auenlands. Ich war drauf und dran, die Nerdrage zu starten und hatte schon das Antworten-Fenster auf, meine Antwort im Geiste schon wohlformuliert: "Das heißt Mali! Probenmali! ProbenMALI! 111 Elfen!! Und kein Zwerg!" Ich mein(t)e, es liegt doch wohl auch auf der Hand: Hast du Boni, hast du Mali! ... Manchmal aber winken von einem vorbeifahrenden Schiff die Touristen rüber, während auf Einbildung die Party abgeht.Ihr kennt die Situation, wenn man zurückwinken soll, warum auch immer. Das hat mich aber gerettet! Ich habe meine Nachschlage-Bookmarks ja brav gesetzt und guckte dort mal nach. "Malus, pl. Malus oder Malusse." Ja, nee! Wozu hatte ich mehrere Favoriten gesetzt? Aber auch da: nix Mali. Na gut, so nicht, und ab ans Regal: Duden, 24. Auflage (Neue Deutsche), vielleicht sagt im Internet ja nur jemand was Falsches. "Malus, Malusse" (aber Boni! (Und Bonus, Bonusse.)). Also die 19. Auflage konsultiert (1991, mit allerersten Ossisprecheinflüssen): Mali ist echt nur ein anderes Land. Ich überlegte kurz, ob vielleicht die bösen Ostdeutschen ... aber nein, mir schwante schon, dass ich seit DSA1 in einer komplett falschen Sprachwelt gelebt haben musste. Tränen flossen nicht, aber ich war schwer erschüttert. Ich meine: Boni ... Mali. Und dann schloss ich das Antwortfenster wieder. Und ich werde nie jemandem davon erzählen!

    Ich werde demnächst an geeigneter Stelle eine ausführliche Rezension zu Grimme Herzen von Julian (Härtl) online stellen. - Was meint ihr, muss sich Julian warm anziehen? ;) (Sorry, verzögert sich noch etwas. Muss mich erst trauen, meinen Blog freizuschalten.)

    Edited 5 times, last by rillenmanni ().

  • Na klar, die Adjektive! Mein Lateinunterricht! Der fällt ja auch voll mit meiner DSA1-Zeit zusammen! Daher hatte ich es.

    Ich halte also fest: rillenmanni = Deutsch unterirdisch, Latein ... immerhin die A-Deklination! :)

    Ich werde demnächst an geeigneter Stelle eine ausführliche Rezension zu Grimme Herzen von Julian (Härtl) online stellen. - Was meint ihr, muss sich Julian warm anziehen? ;) (Sorry, verzögert sich noch etwas. Muss mich erst trauen, meinen Blog freizuschalten.)

  • Also die 19. Auflage konsultiert (1991, mit allerersten Ossisprecheinflüssen): Mali ist echt nur ein anderes Land. Ich überlegte kurz, ob vielleicht die bösen Ostdeutschen ...

    Der "gleich ganz böse Ostdeutsche" hier im Faden kann dazu leider nicht viel mehr beitragen, dass umgangssprachlich hier sehr wohl "Mali" verwendet wird, aber auch "Malusse" und das ganze Wort insgesamt eher selten.

    Da DSA allerdings sehr viel Wessisprech enthält (oder eigentlich nur Wessisprech ist ;) ) müsst ihr die Schuld schon bei euch suchen! :)

  • Also die 19. Auflage konsultiert (1991, mit allerersten Ossisprecheinflüssen): Mali ist echt nur ein anderes Land. Ich überlegte kurz, ob vielleicht die bösen Ostdeutschen ...

    Der "gleich ganz böse Ostdeutsche" hier im Faden kann dazu leider nicht viel mehr beitragen, dass umgangssprachlich hier sehr wohl "Mali" verwendet wird, aber auch "Malusse" und das ganze Wort insgesamt eher selten.

    Da DSA allerdings sehr viel Wessisprech enthält (oder eigentlich nur Wessisprech ist ;) ) müsst ihr die Schuld schon bei euch suchen! :)

    Lieber Sachse, ich sehe Dein Trauergesicht unter meinem Beitrag, daher betone ich vorsichtshalber, dass ich den Ossisprechzusatz nur brachte, um die Verrücktheit meines Unterfangens zu pointieren, in meiner Verzweiflung vier Nachschlagewerke zu bemühen.


    Ich bin aufgrund eurer Antworten aber ganz positiv gestimmt: Zum einen der Verweis aufs lateinische Adjektiv, das bei mehrfacher Sichtung auch auf -i endet. Dann der Verweis auf die Umgangssprache. Ich könnte mich also vielleicht auf den "Punk" berufen - das geht fast immer, wenn man etwas partout anders machen möchte - und weiterhin fröhlich von den "Probenmali" sprechen.

    Ich werde demnächst an geeigneter Stelle eine ausführliche Rezension zu Grimme Herzen von Julian (Härtl) online stellen. - Was meint ihr, muss sich Julian warm anziehen? ;) (Sorry, verzögert sich noch etwas. Muss mich erst trauen, meinen Blog freizuschalten.)

  • Tut eben nicht so pseudogebildet und redet anständiges Deutsch. Friedrich, du bekommst eine Erschwernis von 1! Und du, Bertha, eine Erleiterung von 2. Zack, zack und weggetreten.:)

  • Für Blödeleien haben wir einen eigenen Faden, in dem kann und darf man sich sehr gern ausführlich aus- und rumblödeln. Hier bitte wieder zum Thema und Ausgangsfrage zurückkehren.

  • Ab 1985 explodierte der Markt für Fantasy, alleine auf dem C64 kamen Dutzende RPG-Spiele (u.a. Ultima, Nippon, Bards Tale, Pool of Radiance) heraus, die meine Begesiterung für Rollenspiele noch anheizten. Aus der Bücherhalle leihte ich mir MERS ... das fand ich aber überregelt. Komisch, mit Midgard konnte ich mich lange auch nicht anfreunden. Der Umstieg von D&D auf Ad&D wollte - aus guten Abenteuermangel - nicht klappen; und Drachenlanze kam überhaupt nicht in Frage. Also wieder zurück zu DSA, wo sich ja einiges tat ... um 1989.

    Damals nahmen wir es einfach hin das es Weltentore gab, oder ein Haibecken im Bauch eines Schiffes - bei D&D gibt es ähnlich schräges. Die Abenteuer wurde ja besser, u.a. "Der Streuner soll sterben" oder "Strom des Verderbens", beides eher Detektivabenteuer, wozu auch "Göttin der Amazonen" gehört ... und ich war (und bin) ein Fan von der Orklandtrilogie. Eigentlcih hat es mich jedes mal begeistert wenn ein Abenteuer uns nach neuen Orten brachte ... Aventurien war zu dieser Zeit ja noch "jung".

    Und ja, ich bin und war begeistert von den negativen Eigenschaften; was betont werden muß, wir waren beim Heldenerschaffen recht großzügig, das brachte wohl die D&D-Erfahrungen (u.a. mieser Magier) mit sich. Und die Thorwaler boten mir mal die Change einen echten Raufbold zu spielen. ^^

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Die ersten Drachenlanze-Abenteuer halten sich 1:1 an die Romanvorlage ... also recht linear - und sehr typisch D&D.

    Wir warfen großzügig beim Auswürfeln der Grundwerte, wie auch der negativen Eigenschaften, da wir wußten das ein verwürfelter Charakter keinen Spaß macht; d.h. hatte niemand einen Wert unter 9 und einen zu hohen Wer auf negative Eigenschaften.


    Wenn ich ein allgemeines Element von DSA noch betoenen darf: Die wohlklingenden Namen von Orten, Regionen, Götter und manch ersten NSC. :)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Das erinnert mich an die Software "Helden" (nicht die Heldensoftware). Da konnte man sich auch a lá DSA3 einen SC auswürfeln und wenn man zu oft neu gewürfelt hat, hat einem das Programm gefragt, ob man sich den Helden nicht einfach zusammenstellen will. :D Da wusste ich, dass ich eigentlich ein Kaufsystem bevorzuge.

  • Wir warfen großzügig beim Auswürfeln der Grundwerte, wie auch der negativen Eigenschaften, da wir wußten das ein verwürfelter Charakter keinen Spaß macht; d.h. hatte niemand einen Wert unter 9 und einen zu hohen Wer auf negative Eigenschaften.

    Das haben wir auch nicht anders gemacht. Keiner hat seine Helden ehrlich ausgewürfelt. Nur wenn jemand mit wirklich extremem Werten wie z.B. alle guten Eigenschaften 13 UND alle schlechten Eigenschaften 2 angekommen wäre, hätte es Ärger gegeben.

    Die ersten Drachenlanze-Abenteuer halten sich 1:1 an die Romanvorlage ... also recht linear - und sehr typisch D&D.

    Das war aber auch Absicht.

  • Das erinnert mich an die Software "Helden" (nicht die Heldensoftware). Da konnte man sich auch a lá DSA3 einen SC auswürfeln und wenn man zu oft neu gewürfelt hat, hat einem das Programm gefragt, ob man sich den Helden nicht einfach zusammenstellen will. :D Da wusste ich, dass ich eigentlich ein Kaufsystem bevorzuge.

    Echt? Muss ich doch glatt mal ausprobieren :saint::D

  • Hab mit DSA3 angefangen, also die Basis-Box war ganz neu, weshalb ich auch auf DSA2 Sachen zurückgriff. Ich mag die 3w20 Probe, immer noch. Als Spieler, weil es mehr Runen- als Münzenwerfen ist. Und als SL, weil ich so wunderbar durch die drei Eigenschaften oder die Talentepunkte viel hinein interpretieren kann, wie da Ergebnis aussieht.


    Das Handbuch des Reisenden aus der DSA2 Kreaturenbox schleppe ich immer noch jedes Mal beim Leiten mit...

  • Hab mit DSA2 angefangen. Die erste Havena Box hat uns sehr lange beschäftigt bis immer mehr Abenteuer erschienen sind.

    Ich bin so das komplette Gegenteil der meisten Freigeister. Für mich bietet eine Welt mit konkreten Regeln immer ein Gefühl der Sicherheit und vor allem der weitgehenden Gerechtigkeit. Bei den Freigeistern ist es meist immer so, dass jener mit den besten Ideen und mit den besten Schauspielerischen Fähigkeiten im Vordergrund steht. Er bekommt bei jenen meistens mehr AP, nimmt sich mehr von der gemeinsamen Spielzeit, wird immer „mächtiger“ sein als jene die es nicht so sehr haben mit Extrovertiertheit und Ideenvielfalt.

    Diese Leute sollten sich eine Gruppe suchen die alle gleichermassen in dieser Art unterwegs sind.


    Ich fange gerne die Menschen auf, die introvertiert sind und nicht so viel Phantasie haben. Diese werden nun mal am einfachsten gleichberechtigt behandelt wenn es ein etwas ausgearbeitetes Regelkonzept gibt auf das sich alle verlassen können.

    Aus meiner bisherigen Erfahrung sind das auch die Masse der Personen die mir bisher begegnet sind. Damit kann man auch jene für Rollenspiel begeistern die sonst nicht so viel damit anfangen können.


    Aus diesem Grund finde ich persönlich DSA4.1 am besten (In DSA5 arbeite ich mich gerade erst ein).

    Es war mir früher immer ein Graus, dass derjenige, der das meiste Würfelglück hatte, die besten Werte hatte und damit das gesamte Heldenleben lang (und das kann ja bis zu 20 echte Jahre sein) davon profitiert. Das habe ich sogar noch zu Zeiten von DSA2 sofort abgeschafft und alle fanden es gut, dass einfach jeder die gleichen X Punkte hatte, die er auf seine Werte verteilen konnte, ohne zu würfeln.


    Ich selber kann mir Dinge die ich lese oder mir jemand erzählt sehr gut lebhaft vorstellen. Ich habe ein sehr gutes Räumliches Vorstellungsvermögen. Meine Phantasie, bzw. Improvisationsfähigkeit ist dagegen leider nicht besonders ausgeprägt. Aus diesem Grund spiele ich am liebsten vorgefertigte Abenteuer und zum Glück gibt es davon ja mehr als genug.


    Tja, also kurz gefasst, ich finde komplexe Regeln gut, sie bieten mir Halt.

    Aber sie müssen logisch und vergleichbar sein. 💁🏻‍♂️

  • Es war mir früher immer ein Graus, dass derjenige, der das meiste Würfelglück hatte, die besten Werte hatte und damit das gesamte Heldenleben lang (und das kann ja bis zu 20 echte Jahre sein) davon profitiert.

    Da bin ich voll Deiner Meinung! Dann wird Dir DSA5 vermutlich gefallen - oder vielleicht auch Ilaris.

    Ich bin übrigens noch immer nicht sicher ob mein Entscheid für DSA5 anstatt Ilaris richtig war - irgendwie ist Ilaris für mich zu wenig und DSA5 noch immer zu viel Regeln...aber das gehört ja jetzt nicht hierher.


    Quote from Wonderman

    Ich selber kann mir Dinge die ich lese oder mir jemand erzählt sehr gut lebhaft vorstellen. Ich habe ein sehr gutes Räumliches Vorstellungsvermögen. Meine Phantasie, bzw. Improvisationsfähigkeit ist dagegen leider nicht besonders ausgeprägt. Aus diesem Grund spiele ich am liebsten vorgefertigte Abenteuer und zum Glück gibt es davon ja mehr als genug.

    Auch hier sind wir uns vermutlich ähnlich. Ich hatte aber mal ein recht gelungenes (Spielermeinung) Abenteuer gebastelt und zwar in dem ich mir kaum Storyline überlegt hatte, sondern lediglich die Umgebung definiert. Klar, es gab eine kurze Einstiegsgeschichte - die Helden kamen zum Auftrag (wurden dazu gezwungen), einen Armeeverband der Novadis irgendwie aufzuhalten. Sie haben dazu einige Mitstreiter gekriegt und sollten sich zum Schein von den Novadis als Söldner anheuern lassen. Dann hatte ich nur noch die Personen (Mitstreiter sowie relevante Personen der Novadis), das Armeelager und die Umgebung definiert. Ich habe mir nicht überlegt, auf welche Art die Novadis aufgehalten werden können, sondern immer nur auf die Handlungen der Spieler reagiert. Die Spieler damals fanden das ein tolles Abenteuer weil sie merkten, dass sie nicht DIE Lösung herausfinden mussten und für mich als SL war's toll, weil ich mit den NSC's ungehemmt mitdiskutieren konnte (ich wusste ja auch keine fertige Lösung). In dieser Form muss man nicht mal wirklich improvisieren - es ist meist einfache Logik, die bestimmt, wie die Umgebung auf die Aktionen der Helden reagiert.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Deine Stärke (räumliche Vorstellung) ist meiner Meinung nach schon ausreichend, ein Abenteuer selbst zu gestalten, wenn Du diese Stärke ins Zentrum legst (das Umfeld / Raum in dem sich die Helden bewegen und aggieren).