Seelsorge bei Kor-Geweihten

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    Ich muss zugeben, ich tue mich sehr schwer, mir einen Korgeweihten bei tatsächlicher seelsorgerischer Arbeit vorzustellen. Also, im Sinne von "da kommt jemand mit einem Problem und ich höre ihm zu und gebe ihm Ratschläge etc." Vor allem, wenn ich an die Korgeweihten denke, die ich als Spielercharaktere kenne...

    Wenn man das aber als "Gottesdiesnt halten" versteht, dann vielleicht schon.

    Gerade bei uns ist dem aber so, der Korgeweihte kümmert sich nicht um die Probleme von Fischer Alrik, aber von Soldatin Wiebke und Söldner Ahmad. Er vertritt diese beiden bei der Obrigkeit, er hilft bei Problemen. Ist er ruppiger? Vielleicht. Aber niemand bestreitet die Seelsorge bei Efferdgeweihten und deren Laune ist wie der Wind.
    Ein ausgewogenes Darstellen von Geweihten ist bei uns Gang und Gebe, nicht 'alle Geweihten von X sind so oder so' sondern dass auch hier Persönlichkeiten sind. Und der Korgeweihte ist wie ein Schäferhund bei uns, der seine Herde bewacht. Mit Knurren und Schnappen, aber er kann auch mal auf dem Niedergeschlagenen den Kopf in den Schoß legen und Trost geben.

  • Ich denke man sollte Seelsorge hier nicht unbedingt mit unseren modernen Maßstäben messen. Der Geweihte der den gebrochenen Soldaten zum Letzten Kampf motiviert, damit er nicht umsonst stirbt und seine wortwörtliche Seele gerettet ist, betreibt auch Seelsorge.

  • Betreibt der Geweihte, der flüchtenden Bauer Alrik erschlägt, weil er Feigheit vor dem Feind gezeigt hat, dann auch Seelsorge? Besser Tod als in Schande vor Kor leben?

    Klingt eher nach Paktierer, ich würde einen Kor-Geweihten das nie machen lassen und unser SC Kor-Geweihter auch nicht. In die Linie zurückprügeln schon. Aber erschlagen ist unverhältnismäßig.

    Unser Korgeweihter wollte gegnerische Krieger ohne Rücksicht niedermachen, nach der Logik, wer sich auf's Schlachtfeld begibt, der muss schon abgeschlossen haben mit dem Leben. Eine tatsächlich weit verbreitete Meinung unter Kriegerkulturen. Aber als der Befehl vom Kommandanten kam, die fliehenden fliehen zu lassen, da hat sich der Korgeweihte sofort daran gehalten.


    Was in deinem Beispiel mir eher einfallen würde, ich kann mir einen Korgeweihten vorstellen, der den Krieger oder Berufssoldaten wegen Feigheit vor dem Feind tötet. Berufsstand entehrt. Aber ein flüchtender Bauer, vermutlich gepresst ... der ist kein Kämpfer. Verachtung reicht da.

  • Seelsorge unter Kriegspriestern sollte man sich imho auch nicht im Sinne der heute bekannten seelsorgerischen Tätigkeit z.b. der Kirche vorstellen, also wie das aventurisch bspw. Boronis oder Traviageweihte machen würden.

    Die menschliche Seele reagiert auf das Chaos eines Schlachtfeldes unabhängig vom kulturellen Hintergrund oft sehr ähnlich. Es gibt antike Texte, die ein PTBS bei Soldaten aus den Armeen der alten Griechen nahelegen. (Vor Jahren mal gelesen, Quellensuche daher gerade unmöglich, sry). Diesen Leuten zu helfen, ihre Persönlichkeit wieder aufzubauen und somit wieder nützlich für die Armee zu werden (denn sie sind trotz der psychischen Probleme erfahrene Veteranen), dürfte ein wichtiger Aspekt in der Seelsorge der meisten Kriegspriester sein. Ich sehe das bspw. nicht etwa im Zwiegespräch ausgedrückt, sondern eher in entgleißenden Siegesfeierlichkeiten und der Bestärkung darin, dass das, was der Betreffende Soldat getan hat, das richtige war, und dass er oder seine Kameraden eben keine Schuld auf sich geladen oder umsonst gelitten haben, sondern im Gegenteil heldenhaft und gerecht gehandelt haben. Irdische Parallelen wären bspw. die Walhallavorstellung der alten nordischen Kulturen, die Verheißung der 72 Jungfrauen im Islam oder ganz profan auch die militärischen Orden in den meisten modernen Armeen. Diese Aspekte so in den Köpfen der Kämpfer zu verankern, dass sie ihnen helfen, nicht am Gesehenen zu verzweifeln, und erlebtes oder verursachtes Leid durch Eindrücke von größter Anerkennung und Freude zu überlagern sehe ich in den priesterlichen Kompetenzen der Korgeweihten, aber auch bei Rondra und allen anderen Kriegsgöttern, weil Krieg für alle das gleiche Elend bedeutet. Ich glaube nicht, dass es sich durch einen Rondrakamm angenehmer stirbt, als durch einen Korspieß. Zudem dürfte auch bei den aventurischen Kriegsgöttern ein starker Erinnerungskult für die Gefallenen bestehen, denn wenn es sonst nichts gibt um dafür zu kämpfen, dann kämpft man, damit die eigenen Gefallenen nicht umsonst gestorben sind.


    Zur Blutrüstigkeit der Korgeweihten und ihrer Anhänger habe ich ein eher moderates Bild vor Augen, immerhin ist Kor bei aller martialischer Darstellung immernoch ein Göttersohn und kein Dämon. Er mag die vorderste Linie im Ringen mit den Mächten der 7. Sphäre darstellen, aber er verteidigt immernoch die zwölfgöttliche Ordnung und das sollten auch seine Geweihten. Ich kann mir deswegen kaum vorstellen, dass ein Korgeweihter es dulden würde, wenn seine Leute sich einem Blutrausch hingeben und Nichtkombattanten oder fliehende Gegner nieder metzeln. Das wäre nämlich absolut nicht im Sinn der anderen Götter.


    Anders mag das wieder bei Shinxir aussehen, aber der gehört auch einem anderen Pantheon an und seine Kirche betrachtet den Einzelnen explizit als Bedeutungslos.

  • Interessant. Ich kenne es tatsächlich so, dass (zumindest in der Antike) von einem Mann erwartet wurde, dass er kämpft. PTSD als solches war sagen wir mal gesellschaftlich nicht anerkannt. Du warst einfach ein Schwächling...
    Anders war es bei Angriffen von wilden Tieren. Es war wohl üblich bei Sklaven das anzugeben, iirc sogar pflicht, wenn der von einem Bären oder Löwen attackiert wurde (weil PTSD), aber nicht, wenn er im Krieg war.

    Wir haben auch anscheinend sehr unterschiedliche Vorstellungen von Seelsorge. Gerade Jenseitsvorstellungen würde ich weniger als "überwindungsmechanismus" ansehen, sondern viel mer als Motivationswerkzeug, damit sich überhaupt jemand in die Schlacht begibt.
    Btw., dass sich islamistische Selbstmordattentäter in die Luft jagen o.Ä. um 72 Jungfrauen zu bekommen ist ein Mythos. Die meisten machen es schlicht, weil es einen Haufen Geld für die meistens bettelarmen Familien gibt.
    Siegefeiern sind in meinen Augen auch eher "Gott sei Dank ist es vorbei" und Selbstdarstellung der Heerführer, und Orden etnweder Trostpflaster oder Dinge, um andere Soldaten anzuspornen. Es gibt einen Grund, warum z.B. Vietnam-Veteranen ihre Purple Hearts verbrannt haben, als Protest.

    [...] weil Krieg für alle das gleiche Elend bedeutet. Ich glaube nicht, dass es sich durch einen Rondrakamm angenehmer stirbt, als durch einen Korspieß.

    Das ist schon Richtig. Der Unterschied ist, so sehe ich das, dass Rondra Krieg als notwendiges Übel sieht, im Sinne von "Si vis pacem para bellum", während Kor Krieg und Schlacht gut heißt und erstrebenswert findet. Der trägt Beinamen wie "Der-lachend-über-das-Schlachtfeld-schreitet" und "„Er, dem Morden Freude ist“" jetzt auch nicht umsonst.
    Diese Blutrünstigkeit steht Gladiatoren eher gut zu Gesicht als Soldaten. Daher sehe ich Kor wie erwähnt auch eher in der Arena als auf dem Schlachtfeld.

    In die Linie zurückprügeln schon. Aber erschlagen ist unverhältnismäßig.

    Und wenn er sich nicht zurückprügeln lässt? Nein, ob Bauer oder Soldat, ich denke das wäre nem Korgeweihten dann egal. So in der Logik von "Du kämpfst, du bist Soldat!"

  • Wenn er sich nicht zurückprügeln lässt, zieh Leine Bauer. Den zu töten wäre weder einen Guter Kampf, noch gäbe es Gutes Gold dafür. Ergo wäre es nicht für einen Korgeweihten wahrscheinlicher als für einen anderen Geweihten.

  • Ich vermute sehr stark, wer Feigheit vor dem Feind zeigt oder desertiert, wird nach ordentlicher Verurteilung durch ein Kriegsgericht mit Zustimmung der meisten Korgeweihten, exekutiert. So komme ich zu dieser EInschätzung:


    Auch Koris haben einen Moralkodex und da gilt:

    "Alle Formen von Moralkodex beinhalten, wenn nicht ausdrücklich anders erwähnt, die Pflicht, den Glauben an die eigene Religion in der Bevölkerung zu festigen, das Lob der Gottheit zu predigen, Frevel gegen die Gottheit und ihre Prinzipien zu verhindern, Ratsuchende zu beraten, Frevler zur Umkehr zu bewegen und, wenn sie Reue zeigen, ihnen die Beichte abzunehmen. Weiterhin ist jedem Geweihten und jedem Akoluthen bewusst, dass er durch sein Verhalten das Ansehen seiner Kirche mehren und nicht mindern sollte." WdH266


    Zu bedenken sind freilich auch zwei der Kor-spezifschen Aspekte des Moralkodex:


    "Gnadenlosigkeit: Ein Geweihter jammert nie um Gnade und gewährt auch nur in den seltensten Fällen selbst welche.

    Söldnerehre: Ein Geweihterdes Kor achtet darauf, dass man während des Krieges oder einer Schlacht die Gesetze der Söldnerehre einhält. Er geht gegen Schändungen (sowohl von Menschen, als auch gegenüber Dingen) vor, da es die Söldnerehre verbietet (Plünderungen sind jedoch erlaubt, da es hier Richtlinien im Kodex gibt). Auch ist er verantwortlich für Kars Gefolgsleute (Söldner und Gladiatoren) und tritt für deren Rechte ein." WdG57


    Kor ist, was oft übersehen wird, auch der Gott der Henker.

    "Er ist der Gott der Schlachten, des Blutvergießens, der Kampfeslust, des Siegeswillens und des Kampfrausches, und neben Söldnern und Gladiatoren haben Scharfrichter ihn zu ihrem Schutzpatron erhoben." WdG55


    "Söldnerhauptleute sind oft Korgeweihte" GA172


    Leute aus dem Affekt umzunieten wäre in der Tat eher Dämonen wie Blakaraz und Belhalhar zuzuordnen als irgendeinem Gott. Es würde dem Ansehen der Kirche Schaden zufügen und ist auch darum verboten. Fahnenfluch und Feigheit vor dem Feind sind traditionell "Verbrechen", die mit dem Tod bestraft werden. Eine aventurische Quelle konnte ich dafür aber zugegebenermaßen nicht finden, nur dass militärische Richter (das können auch Geweihte sein vgl. GA145) über Leben und Tod entscheiden können - wo kein ziviler Richter zugegen ist übrigens auch über Zivilisten). Dem im Moralkodes festgeschriebenen Prinzip der Gnadenlosigkeit folgend, würde der Kori den Flüchtigen verfolgen lassen, anklagen, aburteilen und als Diener des Gottes der Scharfrichter hinrichten (lassen). Die Gesetze der Söldnerehre dürften eben gebieten, einen Kameraden nicht einfach abzuschlachten, sondern ihm die Möglichkeit zu geben, sich zu verteidigen. Sein Recht auf einen Prozess muss gewahrt werden. Zuvor wird er ihm aber auf Wunsch die Beichte abnehmen. Wenn er sich bei der Hinrichtung mutiger zeigt, als auf dem Schlachtfeld, wird der Delinquent vielleicht dennoch seinen Weg auf Kors ewiges Schlachtfeld finden.

    In die Reihe zurückprügeln sehe ich nicht. Du willst keinen "Feigling" in der Schlacht an deiner Seite haben. Wenn möglich, schnappt man ihn gleich, fesselt ihn und richtet nach der Schlacht über ihn. Wenn nicht, jagt man ihn später. Als Söldnerhauptmann gehört auch das zu den Aufgaben, die zu erledigen sind. Durch Abschreckung die Diszipin aufrechterhalten oder schaffen.

  • Feigheit vor dem Feind und Fahnenflucht ist aber nicht das selbe. Bei ersterem mag es auf die genauen Umstände und auch den Betroffenen ankommen. Ich halte es aber für denkbar das ein Kor (oder auch Shinxir) Geweihter ein Exempel statuiert wenn die "kacke am dampfen" ist.


    Generell zielen viele militärische (und soziale) Traditionen quer durch die Geschichte darauf ab das die Kombatanten wenn es "hart auf hart" kommt nicht die Nerven verlieren.

    Edited once, last by Goltron ().

  • Noch eine Ergänzung: "Feindbilder: Schwäche, Zögerlichkeit, mangelnde Opferbereitschaft, Deserteure, zahlungsunwillige Auftraggeber, Verräter" für den Korgeweihten WdG54. Das zusammen mit: "Alle Formen von Moralkodex beinhalten, [...] Frevel gegen die Gottheit und ihre Prinzipien zu verhindern," ergibt wohl ein Bild, dass ein Kori Fahnenflucht und besoders Feigheit vor dem Feind nicht durchgehen lassen kann.

    Kameraden ohne Befehl von höherer Ebene und ohne Prozess zu erschlagen, passt in meinen Augen höchstens zu Koris, die ihre Karriere in den schwarzen Landen verbracht haben (was in Schwarztobrien durchaus vorkam).

  • Und bedenkt, das Vertragstreue wichtig ist. Also wenn der Fürst in den Vertrag reinschreibt, keine Feldexekutionen, dann werden auch keine durchgeführt. Korgeweihte sind harte Hunde aber keine Psychopathen. Da wird sich an Regeln gehalten, wenn auch an harte.

  • Bei der ganzen Diskussion darf man nicht vergessen, dass Korgeweihte es nur ganz knapp geschafft haben mehr Struktur in ihre Kirche und ihre individuelle Glaubensauslegung zu bekommen, als dies bei Firungeweihten der Fall ist. Selbst die drei höchsten Geweihten der Kirche haben keine wirkliche Befehlsgewalt, sondern eher eine Vorbildwirkung in ihrer jeweiligen Funktion.


    Dadurch, dass ein Korgeweihter nur sich selbst und dem Herrn der Neun tödlichen Streiche Rechenschaft schuldet, kann man kaum eine allgemeine Aussage dazu treffen, wo nun in bestimmten Fällen die Grenze ist. Der Khunchomer Kodex bietet zwar Anhaltspunkte, aber auch der wurde im Laufe der Jahren von einzelnen Korgeweihten erweitert.

    Hierzu muss man ebenfalls bedenken, dass Söldnerehre auch eine vollkommen andere Form des Ehrgefühls darstellt, als die Ehre eines adligen Ritters, des Kriegers von einer Kriegerakademie oder gar des Rondra-Geweihten.


    Vielleicht mag der eine Kor Geweihte den flüchtigen, in den Kriegsdienst gepressten Bauern nur zurückzerren und auspeitschen lassen, weil er wegen seiner Feigheit die Loyalität und Moral der ganzen Einheit untergraben hat. Kein Bauer kämpft gerne. Deswegen müssen sie ja in den Kriegsdienst gepresst werden. Ist der Kor-Geweihte für die Loyalität des Haufens verantwortlich hat er sich darum zu kümmern... und wenn aufheizen, anstacheln und motivieren nicht hilft, müssen eben Strafen her.

    Vielleicht belässt es auch der nächste Geweihte nicht mit Auspeitschen, sondern richtet den Deserteur gleich hin. Aus den gleichen Gründen. Moral, Verrat, etc.pp.


    Das Beispiel mit dem 40K-Kommissar finde ich daher auch ziemlich treffend. Abgesehen von dem permanent wiederholten 'Eigene Soldaten erschießen'-Witz sind diese eben auch Polit-/Moraloffiziere. Womit ich dann endgültig den Bogen zum eigentlichen Thema zurück schlagen möchte.


    Söldner, einfache Soldaten und allgemein einfaches Fußvolk brauchen eine vollkommen andere Art der Seelsorge. Die Form, die einem erlaubt am nächsten Morgen in der Schlachtreihe zu stehen, auch wenn man weiß das schwere Reiterei herandonnern wird, der Himmel voller Pfeilen sein wird, Kampfmagier Feuer und Tod auf´s Schlachtfeld schleudern und Dämonenbestien deinen Nebenmann in Stücke reißen werden. Überspitzt dargestellt, aber solche Ängste kommen am Vorabend der Schlacht auf. Nach der Schlacht, wenn das Adrenalin verbraucht ist, die Toten eingesammelt werden und das langsame sterben in den Feldlazaretten beginnt wird dann auch noch Seelsorge gebraucht.

    In beiden Fällen wird dies bei einem Geweihten des Kor aber weniger ein ruhiges, besonnenes Zuhören und das lauschen der Probleme jedes einzelnen Soldaten sein. Hier ist die Seelsorge dann aber wohl eher prophylaktisch. Die Moral der Truppe hoch halten, ab und an mal ne flammende Rede im Sinne des Herrn der Neun tödlichen Streiche und Appelle an die Loyalität.


  • Gut, ein Unterschied zwischen Söldnern oder Soldaten und gepressten Bauern muss schon gemacht werden. Korgeweihte werden vermutlich eher in den Söldnerfähnlein und Soldatenbannern dienen und gar keine Chance haben, den Landwehrkämpfer zu exekutieren, wenn der flieht. Und danach sollte der Feldherr die Strafen vollziehen.

    Die Seelsorge wird eher bei Frontschweinen notwendig sein, und bei denen, die gegen Dämonen oder Untote gezogen sind. Da hilft prügeln nicht, da muss geredet werden.

    'Prügelnde' Seelsorge wäre eher, wenn Soldaten und Söldnerinnen vergewaltigen oder übermäßig plündern wollen, da schreiten die Korgeweihten auch ein. Gnadenlosigkeit nur gegen Kombattanten.

  • Um mal ein Beispiel aus unserer Runde zu geben, wo uns Julian eine wundervolle Havena Kampagne gebaut hat, extra auf unsere Charaktere zugeschnitten:


    Der Henker hat ein Problem, also wendet er sich an meinen Korgeweihten. Seine junge Tochter ist anscheinend magisch begabt und als sich diese Magie ihren Weg gebahnt hat, brach dabei ein Feuer aus. Eine Lagerhalle brannte ab und ein Arbeiter kam ums Leben. Jetzt soll die Tochter hingerichtet werden und die Stadt will (aufgestachelt durch einen fehlgeleiteten Praioten, aber das is ne andere Geschichte und mal cool das nicht aus einer Rolle heraus zu erleben, die das befürwortet), dass der Henker die Hinrichtung durchführt. An seiner eigenen Tochter. Als Korgeweihter ist mein Char da der Ansprechpartner für den Henker. Also versprochen: du wirst das nicht tun müssen. Mit dem Hintergedanken: ich führe die Hinrichtung im Notfall selbst durch, aber niemand kann das von einem Menschen verlangen. Und dann gings los ans Ermitteln, was da bitte los is, weil irgendwie kommts uns doch alles bisschen almadanisch vor.


    Seelsorge bei Kor existiert durchaus. Kor ist gegenüber seinen Feinden mitleidlos. Darum gehts. Nicht darum ein eiskalter Mensch zu sein, der von nichts mehr berührt wird. Als Geweihter obliegt einem auch der Schutz der Unschuldigen, wobei Kor Unschuld anders definitiert als alle anderen: wer seine Waffe gegen dich erhebt ist schuldig. Wer sich nicht am Kampf beteiligt (beteiligen kann), ist unschuldig (weil schwach).

  • Gut, ein Unterschied zwischen Söldnern oder Soldaten und gepressten Bauern muss schon gemacht werden.

    und

    wer seine Waffe gegen dich erhebt ist schuldig.

    Widersprechen sich halt.
    Entweder, man sieht den Bauern als Bauer, der gezwungener Maßen kämpft, und sei es nur um sein Hab und Gut gegen z.B. de Söldner unter dem Kommando des Korgeweihten zu verteidigen.
    Oder man sagt: Jeder der eine Waffe (und wenn's nur ne Mistgabel oder ein Knüppel ist) aufnimmt und sich zum Kampf stellt, ist ein Gegner und hat keine Gnade verdient.

    Beides zu vereinen ist schwer. Gerade wenn man letzteres verfolgt, könnte da so aussehen:
    Die Söldner wollen einen Hof plünder und haben einen Bauern umzingelt, der seine Frau und Tochter versucht zu verteidigen (ok, in Aventurien: Eine Bäuerin, die ihren Mann und Sohn versucht zu verteidigen). Der Korgeweihte müsste diese dann erschlagen - Waffe = Gegner - und sich dann gegen seine Söldner stellen, weil die sich an Unbewaffneten und Unschuldigen angreifen wollen.

    Und dann abends noch Gottesdienst und seinen Söldnern irgend eine Moralpredigt halten...


    Das "wir unterscheiden zwischen Bauern im Kriegsdienst und professionellen Söldnern" ist halt wirklich was, was ich eher bei Rondra und Shinxir sehe.


    Vielleicht mag der eine Kor Geweihte den flüchtigen, in den Kriegsdienst gepressten Bauern nur zurückzerren und auspeitschen lassen, weil er wegen seiner Feigheit die Loyalität und Moral der ganzen Einheit untergraben hat

    Das klappt nur, wenn man Zeit und Ressourcen dafür hat. Und läuft im Zweifel auch darauf hinaus, dass der Bauer erschlagen wird. "Auf der Flucht erschossen" wie es so schön heißt.

    Das Szenario, das ich mir vorstelle, ist eben wirklich jemand der in der Schlacht aus dem Spießhaufen wegrennt. So was lässt eigentlich keine große Verhandlung zu, denn wenn einer wegrennt, rennen meistens bald alle andern weg.
    Lindybeige hat da schon vor Jahren ein in meinen Augen gutes Video zu gemacht.
    Und da kommt für mich eben der Unterschied ziwschen den Göttern durch (auch wenn das inwzischen ausgelagert wurde).
    Kor arbeitet mit Angst. Für einen Korgeweihten ist Angst keine Ausrede. Wenn du Angst haben solltest, dann vor ihm. Wenn der Feind das weniger Schreckliche ist, rennen die Männer nach vorne...
    Rondra arbeitet mit "Führen durch Vorbild." Wenn einer Wegrennt, springt die Geweihte in die Presche und zeigt wie es geht.
    Shinxir arbeitet mit Disziplin. Entweder rennt da eh keiner weg, und wenn, dann schließen die anderen die Lücke.
    Also, wenn man davon ausgeht, dass die so wie so nicht direkt in erster Linie stehen...



  • Beides zu vereinen ist schwer. Gerade wenn man letzteres verfolgt, könnte da so aussehen:
    Die Söldner wollen einen Hof plünder und haben einen Bauern umzingelt, der seine Frau und Tochter versucht zu verteidigen (ok, in Aventurien: Eine Bäuerin, die ihren Mann und Sohn versucht zu verteidigen). Der Korgeweihte müsste diese dann erschlagen - Waffe = Gegner - und sich dann gegen seine Söldner stellen, weil die sich an Unbewaffneten und Unschuldigen angreifen wollen.

    Und dann abends noch Gottesdienst und seinen Söldnern irgend eine Moralpredigt halten...

    Da greift halt wieder das Argument der postulierten Hirnamputation von NSCs die nur mit KL 5 an ihre "Dogmen" rangehen. Nach diesem Axiom der Hirnamputation verliert jeder Ronni den Zweikampf mit einem Kind nur weil es ihm bockig und konsequent den Rücken zukehrt.


    Was hindert den Kor-Geweihten mit dem Bauern zu sprechen. Ihm zu versprechen dass er dafür sorgt dass niemandem was passiert wenn er die Waffe nieder legt. Und dann kann der Bauer wählen.


    Oder noch besser. Der Bauer greift NICHT den Geweihten an. Der Geweihte will ja nicht vergewaltigen und plündern (geht ja gegen seine Dogmen). Also muss er ihn auch nicht niedermetzeln wie ein Irrer. Er wird seine Truppe zurück pfeifen und gut ist. Der Bauer entspannt sich und die Moralpredigt an die Truppe kommt trotzdem.


    So einfach kann es sein wenn man die Gebote nicht als fanatische Dogmen sieht.

  • Klar, da kommt erstmal die laute Ansage, wer die Bauern angreift ist der Korgeweihten Feind. Das dürfte viele abschrecken, besonders da man die Korgeweihten der Einheit oft kennt oder weiß, was die machen. Die Bäuerin ... Kor ist nicht so bekannt, aber im Zweifel stellt man sich MIT demjenigen, der gerade Schutz ausruft. Idealfall: Beide Seiten lassen voneinander ab, die Korgeweihte überwacht die Beutesammlung /-requirierung und die Bauern klagen beim Adligen damit der den Heerführer dieser Gruppe angeht.

  • Plünderungen befindet Kor übrigens als gut. Aber nur die, weil sie Teil des Krieges sind. Dem Sieger die Beute. Aber wer dabei mordend und vergewaltigend vorgeht, wird vom Korgeweihten in ein frühes Grab befördert.



    Widersprechen sich halt.
    Entweder, man sieht den Bauern als Bauer, der gezwungener Maßen kämpft, und sei es nur um sein Hab und Gut gegen z.B. de Söldner unter dem Kommando des Korgeweihten zu verteidigen.

    Und die Korkirche hat da ebenfalls keine genaue Auslegung. Denn 1) ist die Korkirche nur eine sehr lose Institution und 2) soll jeder Geweihte selbst entscheiden, wann Mitleid doch angebracht sein könnte. Korgeweihte sind erst mal für sich selbst verantwortlich und niemand sonst. Die folgen nur ihrem eigenen Verständnis der Lehren Kors und keiner klaren Doktrin einer Kirche, da es diese in nur wenigen Fällen überhaupt klar definiert gibt.