Rondra, Kor, Shinxir

  • [infobox]Schattenkatze: Diese Diskussion entstand aus einer anderen und fußt in etwa hieraus:[/infobox]

    Shinxir ist der große Favorit, verspricht er doch das beste: Effektivität und Gemeinschaft der Kämpfenden, keine dummen Einzelaktionen "Heldentaten" geheißen sondern kontrolliertes Vorgehen. Ich liebe die Legionen Bosparans oder die Myriaden des Imperiums.

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    Naja, Shinxir ist derzeit bei vielen beliebt, weil der noch kein so klar definiertes Profil hat, wie Rondra oder Kor. Da ist nocht viel Platz. Deshalb hat der derzeit auch noch keine "negativen" Seiten, aber auch die werden noch kommen. :)

  • Naja, Shinxir ist derzeit bei vielen beliebt, weil der noch kein so klar definiertes Profil hat, wie Rondra oder Kor. Da ist nocht viel Platz. Deshalb hat der derzeit auch noch keine "negativen" Seiten, aber auch die werden noch kommen. :)

    Ich finde eigentlich ist Shinxir schon klar definiert. Und natürlich hat er auch negative Seiten. Man muss jetzt nicht extrem fantasievoll sein um eine Insektengottheit mit Kollektivismus, Bauernopfern und gefühlsloser Effizienz zu verbinden. Sein negativer Aspekt ist halt: "Wenn du für den Sieg sterben sollst dann stirb und beschwer dich nicht, du als Einzelner bist vollkommen bedeutungslos". Aus den Texten zur Norbardengottheit Mokoscha kann man auch viel Entnehmen zum Thema "Schwarmgottheit", dort wird auch das Schicksal des einzelnen als unbedeutend empfunden.

  • Shinxir - negativ?

    jo, er lässt Null Freiraum für Heldentaten, so ziemlich der uninteressanteste Gott für Abenteurer. An den Glauben doch nur ein paar durchgeknallte Gröfaze von der Vinsalter Kriegerakademie.

    Nein, der kann Rondra nicht das Schwert reichen! Der hat keine Seele, kein Esprit, nichtmal Wut und Hass, einfach eine Maschine. Schickt den Shinxir nach Verdun und Stalingrad, dort gehört er hin, denn zum richtigen Krieg brauchts kein Rollenspiel, da haben wir genug in der Realität davon.


    Blöder Kerl...!

  • Auch Insektenschwärme bilden Spezialisten aus und was ist heldenhafter als ein Aufopfern für ein höheres Wohl. Und der Schwarm benötigt alle Bestandteile, also wird man niemanden verheizen, sondern sinnvoll einsetzen. Shinxir wird das denke ich mal anerkennen, so wie Rondra anerkennt, dass man einzeln mutig steht.

    Aber frag' mal einen Waffenknecht, wen er lieber mag: jemand der so taktiert das die meisten gewinnen, oder jemand, die Bögen im Krieg als unrondrianisch verbietet?


    Alle Kriegsgötter haben ihre Berechtigung, aber jeder hat seinen favorisierten Stil. Ich mag klug taktierende Einheiten lieber als eine stampfende brüllende Masse ehrensuchender Einzelkämpfer.

  • Shinxir - negativ?

    jo, er lässt Null Freiraum für Heldentaten, so ziemlich der uninteressanteste Gott für Abenteurer. An den Glauben doch nur ein paar durchgeknallte Gröfaze von der Vinsalter Kriegerakademie.

    Nein, der kann Rondra nicht das Schwert reichen! Der hat keine Seele, kein Esprit, nichtmal Wut und Hass, einfach eine Maschine. Schickt den Shinxir nach Verdun und Stalingrad, dort gehört er hin, denn zum richtigen Krieg brauchts kein Rollenspiel, da haben wir genug in der Realität davon.


    Blöder Kerl...!

    Guter Kommentar. Aber ich finde Shinxir trotzdem toll, weil er einfach ein Kriegsgott ist den ich als glaubwürdig emfpinde, und dass ohne die Blutrünstigkeit Kors. Rondra naja, in einer Fantasy Rollenspielwelt wird wohl kein Gott Rondra das Wasser reichen können, schließlich ist Rondra eine Spielercharaktergottheit, es ist aber nach meinem empfinden absolut nicht plausibel dass sie als wichtige Gottheit anerkannt/verehrt wird sobald man die klassische Heldengruppe weg nimmt.

  • Aber frag' mal einen Waffenknecht, wen er lieber mag: jemand der so taktiert das die meisten gewinnen, oder jemand, die Bögen im Krieg als unrondrianisch verbietet?

    Sorry, wenn das jetzt etwas hart klingt, es ist gar nicht so gemeint.

    Wenn der Waffenknecht bei klarem Verstand ist (und es auch für die Gegenseite gilt), letzteren. Denn das heißt auch, dass sein Gambeson nicht von einem gehärteten Kriegspfeil mit Widerhaken durchschlagen werden könnte. (Es wäre vielleicht sinnig, das Verbot von Bögen und Armbrüsten gegen Gegner zu beschränken, die den gleichen moralischen Anforderungen genügen. Dann ist es aber ein echter Glücksfall für jeden Kompatanten, denn Pfeile sind echt fies!) Für Waffenknechte ist das Verbot gewisser militärischer Möglichkeiten wie Sordulsäpfeln ein Segen und kein Fluch. Rondra ist durch ihre Ehre eine Göttin der Genfer Konvention, wenn man so will. Sie steht für Gnade gegenüber besiegten Gegnern und Verbot der aventurischen Entsprechungen zu ABC-Waffen. Frag man einen Soldaten unserer Welt, ob es ihm lieber wäre, man dürfe international noch Senfgas und Sarin einsetzen. Dazu kommt natürlich auch, dass die Rondrakirche Bögen nur in ihren Hardlinergruppen verbietet. Geht man jetzt wie Kant davon aus, dass Religion der Moral dient, dann muss der Glaube an Götter wie Shinxir und Kor als atheistisch gelten. Ich weiß nicht, ob ich dem alten Kant ganz zustimme, aber ich finde es schon gut, wenn Gottheiten für Moral, Ethik und Menschlichkeit stehen, statt für Rücksichtslosigkeit, Blutdurst und kalte Effizienz.

    Rondra schafft es aus anderen Gründen nicht unter meine Lieblinge in dieser Liste, aber ich muss ihr definitiv zu Gute halten, dass sie Moral in den Krieg bringt, die dem Einzelnen, ja dem einzelenen Waffenknecht, eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit bringt, ihm unnötige Schrecken und Versehrungen ersprart. Da muss ich Famburasch ein Stück weit zustimmen - Götter wie Kor und Shinxir führen zu Zuständen wie in Stalingrad, ein Krieg, in dem nicht einmal mehr grundlegende Regeln gelten und alles erlaubt ist, was Effektiv ist und den Sieg bringt. Und was das für beide Seiten bedeutet, Soldaten wie Zivilisten, wäre in Aventurien nicht anders.

    Edited once, last by Gast ().

  • Das ist ein guter Punkt, moralisch schlägt Rondra schon viele anderen auf dem religiösen Schlachtfeld. Aber dann könnte man auch argumentieren, jegliche Gewalt ist unmoralisch und wir wenden uns Tsa zu. Moralisch noch besser, aber noch unrealistischer.

    Nur so viele Gegner in unserer Art des RP halten sich kein Stück an Rondras Gebote und dann habe ich halt lieber einen Gott der mich mit Taktik schützt als mit Duellfähigkeiten.

    Und jede Gottheit kann verzwirbelt werden, doch ich sehe Shinxir auch als jemanden, der Verluste minimieren will, denn jeder Verlust schwächt die Gemeinschaft. Am Ende hängt es aber immer von den ausführenden Gläubigen ab.

  • Götter wie Kor und Shinxir führen zu Zuständen wie in Stalingrad, ein Krieg, in dem nicht einmal mehr grundlegende Regeln gelten und alles erlaubt ist,

    bitte was?

    Quote from Kor-Vademecum S. 79

    Viel Wichtiger ist die Verantwortung eines Kämpfers, durch sein Verhalten Ordnung ins Chaos der Schlachten zu tragen und durch ein gefästigtes Wesen den dunklen Versuchungen der dämonischen Widersacher in From von Grausamkeit und Gleichgültigkeit zu widerstehen.

    desweiteren sind Schändung, Brandschatz und Töten von nichtkombattanten Vergehn die bestraft gehören

    Eis ist nicht Tot, es ist Erinnerung.
    Eis will keine Starre, es will Geduld und Warten.
    Eis zerstört nicht, es bewahrt.
    Kälte bringt nicht Schmerz, sie sucht Stärke.
    Kälte ist nicht Leid, sie gebiert Hoffnung.
    Kälte fordert kein Leben, sie prüft es.
    Sein Zorn jedoch, so entfacht
    ist Tod, ist Starre, ist Zerstörung.

    Seine Strafe: Schmerz, Leid und Verderben


    33% Powergamer 38% Buttkicker 75%Tactican 33% Specialist 79% Method Actor 75% Storyteller 46% Casual Gamer

  • Aber dann könnte man auch argumentieren, jegliche Gewalt ist unmoralisch und wir wenden uns Tsa zu.

    Im Grunde sollte der Thread "Welchen von den Kampfassoziierten Gottheiten haltet ihr für das kleinste Übel?" heißen.:D

    Ich kann übrigens natürlich die Faszination für effiziente und effektive Kriegsführung verstehen. Es ist schwer, von den Leistungen der römischen Legionen, der Spartanner, der Armeen Alexanders des Großen oder der Truppen Dschingis Khans (die die anderen in meinen Augen locker in die Taschen stecken) nicht beeindrukt zu sein. Und wenn jemandem das besonders wichtig bei einem Kampfgott ist, dann gewinnen Kor und Shinxir natürlich. Verständliche und legitime Meinung. Ich will nur meine Meinung darlegen, ohne andere abzuwerten, und da gewinnt eine Gottheit, der es gelingt, wenigstens etwas Menschlichkeit in die Niederhöllen auf Dere namens Kriege zu bringen. Wobei Tsa, Rahja (hat durch Große Wunder persönlich mehrfach Schlachten beendet und in Orgien verwandelt) und Travia (Gastfreundschaft für verhungernde Belagerer einer Stadt - für mich eines der eindrucksvollsten Ereignisse der aventurischen Kriegsgeschichte und ein wahrer Sieg der Menschlichkeit, und ja, das ist tatsächlich gutgegangen^^) da freilich noch viel mehr leisten als Rondra. Letztlich auch ein Grund, warum die Göttin der Amazonen es nicht unter meine Lieblinge geschafft hat.


    EDIT


    Killerpranke Ok, ok, du hast mich erwischt. Kor steht so nah an den Niederhöllen, dass ich manchmal vergesse, dass er eben noch nicht völlig hineingestürzt, sondern immer noch auf Seiten der göttlichen Ordnung ist. Die erste Verteidigungslinie, wenn man so will. Aber dennoch steht er mir persönlich ein bisschen zu nahe am Reich der Dämonen. Rondra ist mir persönlich trotzdem lieber. Aber du hast recht - Kor ist nicht Belhalhar, sondern, ganz im Gegenteil, dessen scharfer Gegner. Danke für diese wichtige Korrektur, ich bin über das Ziel hinausgeschossen.

    Edited once, last by Gast ().

  • Und jede Gottheit kann verzwirbelt werden, doch ich sehe Shinxir auch als jemanden, der Verluste minimieren will, denn jeder Verlust schwächt die Gemeinschaft.

    Das sehe ich auch bei Rondra - nur kämpfen, wenn es nötig ist, am besten unter gewissen Grundbedingungen, und ein Kampf darf auch vermeidbar sein unter gewissen Bedingungen.

    Oder gar ein Stellvertreterkampf - das Beste für alle Beteiligten, gerade für den einfachen Soldaten oder gar den Bauern in der Landwehr. (Leider lassen sich die Wenigsten darauf ein, denn man bringt ja nicht so viele Leute mit, um es doch unter zweien ausmachen zu lassen - das wäre allerdings der verlustfreiste und kürzeste Kampf direkt nach gar keinem Kampf).


    was ist heldenhafter als ein Aufopfern für ein höheres Wohl

    Das gilt nun gerade auch für Rondra und Rondrianer.


    Aber frag' mal einen Waffenknecht, wen er lieber mag: jemand der so taktiert das die meisten gewinnen, oder jemand, die Bögen im Krieg als unrondrianisch verbietet?

    Rondrianer sind nicht alle per se gegen Bögen, oder Taktik und Strategie (Kriegskunst als Leittalent in DSA 4).


    Ich mag klug taktierende Einheiten lieber als eine stampfende brüllende Masse ehrensuchender Einzelkämpfer.

    Ich sehe nun nirgendwo Rondrianer als stumpf sich in den Kampf stürzende, brüllende Einzelkämpfer (bzw. - auch Kor-Anhänger und Shinxir-Leute mögen sich und die Kameraden durch Gebrüll ebenso anfeuern, oder den Gegner einschüchtern wollen. Das ist nun ein Merkmal für gar nichts).

    Das Duell ist das höchste Ziel und das Ideal des Rondrianers, wenn die Fähigkeiten des einen sich mit den Fähigkeiten des anderen messen, statt das einfach die größere Zahl gewinnt, ohne dass nach Können und Mut gefragt wird, aber das heißt nicht, dass jeder für sich kämpft und Rondrianer sich nicht im Kampf gegenseitig unterstützen, oder Taktik anwenden (Kriegskunst als Leittalent in DSA 4), und sich schlicht um den Nebenmann scheren (im Gegenteil - sie müssen).



    Im Gegensatz ist bei Shinxir ja auch zu erwarten, dass da Einheiten bewusst riskiert und als Verlust akzeptiert werden, wenn es für das Wohl der größeren Armee ist.

    Einzelne als nicht wichtig einzuordnen, ist vielleicht auch nicht der Traum des einzelnen Waffenknechts. Der Einzelne, das Individuum, zählt nicht, und das dürfte für den Einzelnen, dem sein Wohl am Herzen liegt, nicht unbedingt als Pluspunkt zählen.

  • Shinxir - unbekannt? Ist das nicht der böse Kriegsgott in Tharun, und der loakle Kriegsgott des myranorischen Imperiums? Also im MyrGött ist er - neben Kor und Rondra - recht gut festgelegt.

    (Hm, wie mag sich der Sternenfall in Tharun und ZzheTa auswirken?)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Auch die reale Welt kannte SEHR viele Kulturen in denen Ehre, Form und individuelle Tapferkeit weit über militärische Gruppentaktiken gestellt wurden und/oder in denen Angehörige von Kriegerkasten häufiger in kleinen Gruppen als Wahrer der Gesetze fungierten denn an großen Feldschlachten teilnahmen.


    Ich denke da an das mitteleuropäische Frühmittelalter, das nordische Mittelalter, den Kiewer Rus, das alte Japan oder die Etrusker.

    Nur um ein paar Beispiele zu nennen.


    Und das heutige zwölfgöttliche Aventurien ist eben auch so eine Kultur.

  • Tja, wer mag wohl für die ZWÖLF Pate gestande haben - oder Rondra, die ehrenvolle, tapfere Ritterin - die alle Ideale des alten irdischen Rittertums in sich vereint ;)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Das gilt nun gerade auch für Rondra und Rondrianer.

    Ich kann das auch in Rondra sehen, nur halt nicht auf die Art, die mich anspricht. Und ich kann eher den Ritter sehen, der für Rondra auszieht um irgendjemanden zu duellieren oder ein vermeintliches Monster zu erschlagen, als das ich persönlich Shinxir-Anhänger sehe, die nur für ihre Gottheit losrennen und einen Krieg beginnen.


    Rondrianer sind nicht alle per se gegen Bögen, oder Taktik und Strategie (Kriegskunst als Leittalent in DSA 4).

    Nicht alle sind per se gegen Fernwaffen, aber doch einige und es reicht aus um mir Rondra unsympatischer zu machen als Shinxir.

    Im Gegensatz ist bei Shinxir ja auch zu erwarten, dass da Einheiten bewusst riskiert und als Verlust akzeptiert werden, wenn es für das Wohl der größeren Armee ist.

    Da würde ich sagen: ja. Das Wohl vieler wiegt mehr als das Wohl des Einzelnen. Weil dieses Heer steht nicht auf dem Schlachtfeld um Ruhm zu suchen, sondern weil sie ihre Heimat und Familie schützen wollen. Wenn der linke Flügel fällt um den Sieg der Schlacht herbeizurufen bedeutet es, eine Stadt wird nicht geschleift, eine Kultur nicht unterjocht.


    Wohlgemerkt, 1.: was Politiker daraus machen ist was ganz anderes und denke ich eher Praios Werk als das der Kriegsgötter.

    2.: Ja, bosparanische Legionen sind motiviert von Ruhm losgezogen, laut der Romane. Das ändert aber nichts an der Kernaussage des Kriegsgottes, nur an der Fehlbarkeit der Gläubigen. Dazu kommt, die bosparanischen Legionen werden meines Erachtens nicht als streng shinxirgläubig beschrieben, sondern auch als Heimat von Rondrianern, Brazoragh-Anhängern, Kor-Gläubigen und und und ...

  • Weil dieses Heer steht nicht auf dem Schlachtfeld um Ruhm zu suchen, sondern weil sie ihre Heimat und Familie schützen wollen.

    Das tun die Rondrianer auch. Sie schützen die, die nicht da sind, nicht kämpfen können. Sie gehen mit guten Beispiel voran, besonnen zu kämpfen, Gnade walten zu lassen, wo es nur geht, halten Stand, wo andere nicht standhalten würden, stehen sich gegenseitig und anderen bei, zeigen Verantwortung, Standhaftigkeit und Menschlichkeit, wo sonst nur der Wilde Kampfrausch und Mordlust regieren könnte.


    Monster erschlagen ist löblich, wenn es eine Gefahr für jemanden darstellt. Einen Krieg beginnen ist nicht löblich.

  • Ich mag die alte Rondra sehe gerne, als sie noch eine richtige Kriegsgöttin war und für Kampfesmut und wilde Stürme stand und der Aspekt der Ehrenhaften, beschützenden Heldengottheit eben nur ein Aspekt war. Das geht mir in DSA4.1 etwas zu sehr verloren, wie es in DSA5 aussieht weis ich aber nicht.


    Generell bin ich der Meinung das Kriegsführung und Taktik eine zutiefst profane Kunst ist und deshalb ein Taktikgott etwas befremdliches an sich hat. Sieht man sich mal in der Geschichte um stehen die Kriegsgötter auch meist für Kampfesmut und Schlachtenglück und nicht für strategische Meisterleistungen... das ist auch nicht weiter verwunderlich, für den überwältigenden Großteil der Kombatanten sind taktische Erwägungen der Anführer abstrakt und kaum greifbar, auf Aventuriek übertragen ist Kriegstaktik kein Allgemeingültigkeit Prinzip das man sich zueigen machen könnte, sondern etwas das zutiefst abhängig von dem ist der sie anwendet. Ein Gott kann einen Anführer noch am ehesten die Einsicht und Weisheit schenken richtig zu handeln, von daher mag der gemeine Soldat hoffen sein Chef betet mehr zu Hesinde (oder Phex) als zu Rondra oder Kor...


    Beschäftigt man sich mit historischen Schlachten stellt man auch fest das (vorallem vor der Neuzeit) Kriegstaktiken deutlich eingeschränkter sind als Spieler das gerne übernehmen und das viele Auseinandersetzungen scheinbar durch glückliche Fügungen entschieden werden - tatsächlich braucht man aber auch den Mut und Willen um diese herauszufordern und zu nutzen, und tatsächlich könnte man sagen das das die unverzichtbaren Voraussetzungek erfolgreicher Kriegsführung sind, während man auf Glück oder Taktik zur Not auch mal verzichten kann... überaus hilfreich sind sie aber trotzdem.


    Mit dem Willen und Mut zum Kampf von Rondra, hesindianischer Einsicht und ein wenig phexischem Glück ist man wohl am besten aufgestellt und braucht dann keinen Shinxir...


    Gott ist mit der Armee mit der disziplinierteren Infanterie, der schnelleren Kavallerie und der zielsicheren Artillerie! ;)

  • Auch die reale Welt kannte SEHR viele Kulturen in denen Ehre, Form und individuelle Tapferkeit weit über militärische Gruppentaktiken gestellt wurden und/oder in denen Angehörige von Kriegerkasten häufiger in kleinen Gruppen als Wahrer der Gesetze fungierten denn an großen Feldschlachten teilnahmen.

    Es geht nicht um große Feldschlachten. Sondern um darum wie die Gottheit bzw. deren Anhänger zu Krieg und Kampf stehen. Rondra lehnt den echten Kampf (als Gegensatz zum Wettkampf bei dem man sich auf Spielregeln einigt) ab, den Krieg sowieso da keine Ehre darin steckt durch cleveres taktieren oder Ressourcenmanagement den Feind zu zermürben.


    Bei Kor dagegen ist ein Abziehbild des griechischen Kriegsgottes Ares, Ares wurde in der griechischen Mythologie sowohl von den Göttern als auch von den Sterblichen verachtet, gleichzeitig galt er als Verkörperung männlicher Schönheit und Stärke. Er versinnbildlicht also die morbide Faszination des Menschen für Gewalt und Krieg. Er gilt in der Mythologie auch als Stammvater der Amazonen. Für Rondra gibt es keine entsprechung im griechischen Pantheon.


    Shinxir dagegen erinnert eher an Mars, er wurde im Gegensatz zu Kor/Ares stark verehrt und repräsentierte militärische Stärke zur Sicherung des Friendens, außerdem galt er als Stammvater des römischen Volkes sinnbildlich auch als Vater der Nation (Gemeinschaft). Wichtig ist auch das er keine Kriegerklasse wie Ritter hatte sondern für alle wehrhaften Bürgers Roms stand. Mars wurde auch als Gott der Agrarwirtschaft verehrt, auch hier scheint der gesellschaftlich effizient organisierte Charakter durch, Feldarbeit im Frieden, Militärdienst im Krieg. Eine entsprechung für Rondra gab es auch bei den Römern nicht.


    Ich denke da an das mitteleuropäische Frühmittelalter, das nordische Mittelalter, den Kiewer Rus, das alte Japan oder die Etrusker.

    Nur um ein paar Beispiele zu nennen.


    Und das heutige zwölfgöttliche Aventurien ist eben auch so eine Kultur.

    Da bin ich mir nicht so sicher, gerade was das Götterbild angeht ist Aventurien deutlich an Rom angelehnt, und nicht am Mittelalter. Das ist halt der Kontext in dem ich mich mit Rondra schwer tu.

  • Ich bin mit Rondra ganz zufrieden, Kor ist mir irgendwie zu nah an Belhalhar dran, zu blutrünstig.

  • Naja, Shinxir ist derzeit bei vielen beliebt, weil der noch kein so klar definiertes Profil hat, wie Rondra oder Kor. Da ist nocht viel Platz. Deshalb hat der derzeit auch noch keine "negativen" Seiten, aber auch die werden noch kommen. :)

    "Du bist nichts, dein (Insektten-)Volk ist alles" ist für mich eine sehr negative Seite, da bin ich historisch vorbelastet.

    Ominibus ceteris caesis solum is et eius legiones steterunt.

  • Kompatanten

    Kompas-Tanten? Oder Kombattanten?

    Im Gegensatz ist bei Shinxir ja auch zu erwarten, dass da Einheiten bewusst riskiert und als Verlust akzeptiert werden, wenn es für das Wohl der größeren Armee ist.

    Einzelne als nicht wichtig einzuordnen, ist vielleicht auch nicht der Traum des einzelnen Waffenknechts. Der Einzelne, das Individuum, zählt nicht, und das dürfte für den Einzelnen, dem sein Wohl am Herzen liegt, nicht unbedingt als Pluspunkt zählen.

    Ja einzelne Einheiten werden geopfert. Aber unterm Strich hat man dadurch geringere Verluste. Beispiel Hinterhalt. Eine Einheit ist das "Bauernopfer". Es sterben 90%... ganze 90 Soldaten. Dafür aus den anderen Abteilungen nur 1%. Nochmal 90 Soldaten (insgesamt 180 von den ursprünglichen 1.000 Mann).


    Andere Variante (Rondra): Hinerhalt und Armbrüste sind ehrlos. Offen Feldschlacht. niemand wird geopfert. Es sterben 30% (von 1.000 Mann: 300).


    Das ist Shinxir. Doof, wenn man in den 10% sind, die ganz vorne stehen... Unterm Strich trotzdem effizienter! Rondra ist wahlloser und schränkt sich selbst in den Mitteln ein. Wo das hinführt hat der Krieg gegen Borbel usw. gezeigt.


    Bei Kor dagegen ist ein Abziehbild


    Shinxir dagegen erinnert eher an Mars,


    Grrr. Da rollen sich mir immer die Fingernägel hoch. Aventurische Götter sind i.d.R. keine Abziehbilder. Ich finde man kann immer Parallelen zu anderen Göttern suchen... und wer sucht der findet. Aber ein "Abziehbild" ist eine 1:1 Kopie. Davon sie die aventurischen Götter zum Glück meilenweit entfernt.


    Was ich ganz doof finde: Irdische Bezüge. Verdun, Stalingrad haben in einer Aventurischen Diskussion nichts zu zu suchen.


    Wenn wir anfangen hier irdische Bezüge und Meinungen. Ja gleich „Unsere“ privaten Moralvorstellungen nach Aventurien zu holen, dann dauert es nicht mehr lange bis die Forenkultur hier im Orki, ähnlich wie bei ZON ist. Dann fliegen Beleidigungen, wie Naz…, linksgrünvers…

    Daher an dieser Stelle:


    STOPP! Keine irdischen Vergleiche. Danke!



    Zurück zum Shinxir:

    Bisher haben wir vergessen Aspekte wie Athleten (hier geht es um das Individuum). Und höchste Leistung, Aufopferung (sehr Rondrianisch und Shinxir gefällig), etc. zu nennen. Der Sportliche Wettkampf ist ganz ohne gefühlskalte Berechnung möglich. Hier kann das Individuum einen kurzen Moment einen Funken der göttlichen Aufmerksamkeit erhaschen.


    Auch sind Rondra und Shinxir nicht so verschieden, wie man glaubt. Eine Hand Ritter deckt freiwillig den Rückzug der Fußsoldaten und opfert sich: Rondrianisch, mit den Worten "Für Rondra!"


    Eine Hand Ritter wird von dem Kommandanten zur Rückendeckung und deckt den Rückzug der Fußsoldaten. Sie opfern sich mit den Worten: "Shinxir vult!"


    Am Ende sind sie alle tot und ihre Kameraden in Sicherheit. Fürs erste.


    Der Unterschied: Die Rondrianer machen es "freiwillig" (aus ihrem Gottesbild). Wenn sie es nicht machen (darauf ist kein Verlass), dann ziehen die Fußsoldaten

    zu Boron...

    Den "Shinxir-Rittern" wird es befohlen. Aus Notwendigkeit. Sie folgen dem Befehl aber ebenfalls aus ihrem Gottesbild heraus. Verweigern sie sich und khomtieren (Khom: von Wüste = Desert, desertieren), dann ziehn die Fußsoldaten zu Boron.

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.