Nachteil "Eitelkeit" ausspielen/anwenden

  • Hallo Ork-Community!


    Ich habe in meiner Runde einen Spieler, dessen Held sowohl den Nachteil Arroganz 5 als auch Eitelkeit 5 hat.

    Jetzt möchte hier mal in die Runde fragen, wie ihr das ausspielt bzw. anwendet.

    Für den Nachteil Arroganz 5 gibt es bei sehr vielen gesellschaftlichen oder zwischenmenschlichen Proben (bspw. betören) einen Malus von 5 Punkten. Der Held ist nun mal arrogant und das kommt auch in seinem Verhalten zum Tragen.

    Aber wie kann ich den Nachteil Eitelkeit ausspielen/anwenden?

    Klar, kann der Spieler seinen Helden immer die etwas teurere Kleidung kaufen lassen oder in jeder Stadt zum nächsten Barbier laufen. (Übrigens: Der Held ist von Profession Grenzjäger und somit ein Wildnischarakter; da finde ich Eitelkeit schon per se schlecht gewählt....)

    Ich möchte natürlich, dass sich die Nachteile auch spieltechnisch bemerkbar machen und nicht nur in der Heldengenerierung als Punktelieferant dienten, damit man dann tolle SFs nehmen kann, die in jedem Kampf angewandt werden.

    Daher suche ich auch weniger nach einem rollenspielerischen Ausspielen des Nachteils, sondern eher nach Situationen, wo die 5 Punkte einen konkreten Probenmalus bedeuten können.


    Ich bin gespannt auf eure Ideen und wünsche einen schönen dritten Advent.

  • cro

    Added the Label DSA 4.1
  • Ein Händler versucht, dem Helden Körperpflegeprodukte oder besonders schicke Kleidung aufzuschwatzen. Entweder ist die Probe des Helden erschwert, um diesem angebot zu wiederstehen, oder seine Feilschen-Probe ist erschwert, wenn er sich freiwillig für den Kauf entscheidet.

  • Wer eitel ist, sollte entsprechende Körperpflegeutensilien mit sich tragen. Kamm, Rasiermesser, Kosmetik, Parfüm, Seife, Handtuch, Lappen, Bürste, Pinsette, Nagelschere, Feile, Handspiegel... Wer nicht für jeden Punkt in Eitelkeit ein Utensil bei sich hat (und Zeit und Möglichkeit, sie auch zu benutzen), der kann schon Erschwerungen erhalten in meinen Augen. Es jeden Tag zu erwähnen oder gar auszuspielen fände ich aber zu langatmig. Wenn die Kleidung nach langer Reise beschädigt und beschmutzt ist, ist das auch eine Erschwerung wert. In einer größeren Ortschaft sollte natürlich der Barbier aufgesucht werden. Ist der letzte Haarschnitt zu lange her, kann das für eine kleine Erschwerung auf alles reichen. Und wenn er durch den Dreck kriechen oder gar in einem Abwasserkanal steigen muss und entsprechend aussieht und riecht, wird es richtig schlimm. So muss der Held für seinen Nachteil einiges rumschleppen, Geld ausgeben und ist noch immer nicht sicher. Das dürfte fast reichen.

  • Der Held kommt dreckig aus dem Wald in ein Dorf und schämt sich, so dass er den Malus beim Schäkern mit der Schankmaid bekommt.

  • Danke für eure raschen und guten Antworten!

    Besonders der Aspekt, dass sich der Held, wenn er verdreckt ist, sich schämt und daher Mali bei gesellschaftlichen Proben bekommt, finde ich wirklich gut. Um dem zu entgehen wird er zwangsläufig anfangen einen kleinen Schminkkoffer mit sich rum zutragen. :thumbsup:

  • Ich würde auch alles was die Eitelkeit überwindung kostet mit einem Malus belegen. Der Held wird sich kaum gerne in den Dreck werfen oder die Hände schmutzig machen oder riskieren wollen das seine Kleidung,Frisur was auch immer leidet, was ihm in seiner Profession als WIldnischarakter deutliche Schwierigkeiten einbringen dürfte.

  • Eitelkeit ist nicht nur die Sorge um äußerliche Schönheit sondern auch charakterliche Schönheit.

    Auch in Form von Verhalten als Teil der Selbstdarstellung.


    Eitelkeit kann sich also auch in unserem Verhalten wiederspiegeln wie dadurch, dass jemand jedes verdammte mal drei mal so lange braucht einen Post im Orkenspalter zu verfassen, weil er ihn mehrmals korrekturliest, Wörter nachschlägt, auf Rechtschreibung und Grammatik achtet und ggf. mehrfach die Syntax ändert um den gelesenen Text attraktiver und verständlicher zu gestalten.


    Das ist auch Eitelkeit. Nicht zu verwechseln mit Narzissmus wobei das auch Hand in Hand gehen kann.


    Sobald es also um etwas geht, bei dem der Held die Möglichkeit hat sich oder sein Können als schön darzustellen, kannst du es erschweren.


    "Warum hast du den Schuss verzögert?"

    "Ich wollte den perfekten Schuss."

    "Und riskieren, dass der Hirschbock vorher weg ist?"


    "Hast du den lockeren Spruch gerade vorher geübt?"

    "Nein!"

    "Ich könnte schwören du hast den gestern Abend wie ein Mantra gemurmelt."


    "Ist das Essen fertig?"

    "Nein, eine Minute noch."

    "Scheiß auf die Minute."

    "Eine Minute noch!"

  • In DSA 5 gibt Eitelkeit eine Erschwernis auf Gesellschaftstalente, wenn der Charakter nicht standesgemäß gekleidet und frisiert ist oder irgendwie in der Art seines Auftretens eingeschränkt ist (weil er z.B. grade Inkognito unterwegs ist).

  • Eitel kann sich verschieden auswirken. Entweder ist diese Person sehr auf ihr lprerliches Äußeres fixiert oder auf die Sauberkeit seiner Bekleidung ... im Übertriebenensinne benimmt sich so jemand wie ein Adliger am Hof des Sonnenkönigs (wie bei Mel Brooks ^^).

    Passend findet sich im Sinnverwandten Wörterbuch folgende Begriffe: geckenhaft, putzsüchtig (abwertend), überschätzen (sich), gefallsüchtig (abwertend). Zusammen mit Arroganz (= Überheblichkeit) eine gefährliche Mischung, dicht am Egoismus.

    (Hoffentlich rettet diese Heldengruppe meist abseits von größeren Orten, besser in dunklen Höhlen und Wäldern. :D)

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Im Grunde genügt die Beschreibung in WdH, um hinreichend viele Optionen für das Spiel zu finden.

    Quote from Wege der Helden, Seite 262

    Eitelkeit (Schlechte Eigenschaft; je –1 GP):

    Ein eitler Held versucht, in jeder beliebigen Situation gut auszusehen und Eindruck zu schinden. Das macht ihn leichter manipulierbar, da dieses Bedürfnis durchaus auch den ‘vernünftigen’ Rahmen sprengt. Zudem versucht er, Situationen zu meiden, in denen sein Aussehen leiden könnte, und er verbraucht einen guten Teil seiner Zeit mit Körperpflege.

    Die übertriebene Sorge um die eigene äußerliche Erscheinung ist lediglich eine Äußerungsform der Eitelkeit, da jene den Eindruck, welchen andere Menschen vom SC gewinnen, wesentlich beeinflusst. Aber die Eitelkeit erschöpft sich nicht darin, sondern umfasst auch alles andere, welches den Eindruck, die Meinung und Wahrnehmung anderer Personen bezüglich des SCs beeinflussen könnte.


    Beispiele:

    • Die Kleidung mag dreimal so teuer sein und dafür nur etwas besser aussehen, aber dies ist dem SC den Preis wert. (Erschwernis z.B. auf Überreden(Feilschen))
    • Wird das Geld knapp, bittet der SC seine Gefährten nicht um eine Leihgabe, sondern findet andere Wege. Er könnte dies den Gefährten als lohnendes Investment aufschwatzen wollen (Erschwernis z.B. auf Überreden(Feilschen)) und gar noch Dank erwarten oder vielleicht auch plötzlich auf einer strengen Haferdiät sein (Schlechtere Regeneration, evtl. andere Einbusen) und behaupten, dies sei gesund und sollte von jedem zeitweise so gemacht werden, finanzielle Nöte habe er jedenfalls nicht.
    • Fällt der SC in eine Schlammpfütze, kommt einige Tage nicht zum Waschen und verliert dann auch noch, trotz schmutziger Fingernägel, seine Nagelfeile, ist er vor allem in der Gegenwart gepflegterer Personen derart schamvoll, dass er kaum ein Wort herausbekommt (Erschwernis auf alle gesellschaftlichen Talente), den Kontakt am liebsten meidet, seine Kapuze tief in sein Gesicht zieht und das nächste Badehaus aufsucht.
    • Misslingt ihm etwas, gerade in Kombination mit Arroganz, war garantiert nicht er selbst schuld. Ihn hat die Sonne geblendet, das Werkzeug ist schadhaft, der andere hat betrogen, er hatte dies von Anfang an so beabsichtigt, die anderen verstehen ihn schlicht nicht usw.
    • Der SC fragt nicht nach Hilfe, er delegiert bestenfalls niedere Aufgaben an andere oder versucht sich zu drücken.
    • Lehrmeister werden nicht aufgesucht, da der SC selbstverständlich alles allein kann und zudem besser weiß. Falls überhaupt muss dieser spezielle Lehrmeister besonders angesehen sein, wenn auch nicht unbedingt fähig. Der Besuch muss von der gesellschaftlichen Anerkennung des SCs zeugen und möglichst mehren.
    • "Nein, das esse ich nicht." und ähnliche Aussagen könnten recht häufig vorkommen, wenn der SC darum bemüht ist, sich einen besonders edlen Geschmack oder Herkunft anzudichten. Eventuell möchte er sich auch bloß erhöhen, indem er andere erniedrigt.
    • Andersherum könnte er gerade aufgrund des Vorwurfs verweichlicht zu sein, auf einmal viel mehr erdulden oder sich gar demonstrativ mehr Last aufladen, als er am Ende tragen kann. Ganz allgemein ist der SC, sobald das Gegenüber dessen Marotten erst einmal durchschaut hat, sehr leicht zu manipulieren (Erschwernisse für den SC auf Menschenkenntnis, Überreden, Selbstbeherrschung usw., Erleichterungen für andere auf Überreden, Überzeugen und dergleichen)
    • Vielfach wird sich der SC selbst Sachen versagen, weil er befürchtet, andere könnten schlecht über ihn denken. Er wird eine Dame abweisen, obwohl er sie sehr mag, weil ihr Stand zu niedrig ist oder ein Tischnachbar über den Fleck auf ihrem Kleid gelästert hat. Selbst gute Freunde sind auf einmal nur noch entfernte Bekannte, wenn dem SC opportun erscheint, dies vor anderen zu behaupten. Die überteuerten rohen Wachteleier werden gleich im Dutzend verzehrt, auch wenn ihn dies das letzte Hemd kostet und sich der Magen umdreht, weil dies gerade die Speise der feinen Leute ist und nicht der begehrte Schweinebraten mit dem Humpen Bier.
    • ...

    Mitunter kann das Verhalten des SCs deutlich schwanken, abhängig von der umgebenden Gesellschaft und der Vorstellung des SCs davon, was diese Gesellschaft von ihm erwartet bzw. wie er sich ihr möglichst positiv präsentieren kann. Widersprüchliches Verhalten ist keinesfalls auszuschließen und auch der erste handfeste Streit mit den übrigen SCs vermutlich nur eine Frage der Zeit.


    Vielleicht waren all die sich daraus ergebenden Schwierigkeiten SCs gerade der entscheidende Grund, aus welchem er sich in die Wildnis begeben hat, ein Ausweg, endlich all den prüfenden Blicken, der üblen Nachrede, dem Tratsch und der Angst, bloßgestellt zu werden, sowie all den einhergehenden Selbstzweifeln, der Scham und der quälenden Frage, ob er wirklich gut genug ist, zu entkommen.

  • Generell 5 Punkte Erschwernis auf diverse Proben für Arroganz 5? Das finde ich vollkommen überzogen und ist viel zu hart für die 5GP die man dafür bekommt.

    Ich lasse solche Charaktere in verschiedenen Situationen auf den Nachteil würfeln und entscheide dann ob der Charakter z.B. gezwungen ist etwas bestimmtes zu tun / nicht zu tun. Oder ob er aufgrund der geschafften Probe auf den Nachteil Erschwernisse erhält.


    Das gilt sowohl für Arroganz als auch Eitelkeit. Der Unterschied liegt dann Hauptsächlich in den Situationen/Handlungen.

    So muss der Charakter z.B. Proben um nicht das teurere Einzelzimmer im Gasthaus zu nehmen, oder eine Tätigkeit von der er glaubt besser zu sein einem anderen zu überlassen, oder viele andere Dinge.

  • Generell 5 Punkte Erschwernis auf diverse Proben für Arroganz 5? Das finde ich vollkommen überzogen und ist viel zu hart für die 5GP die man dafür bekommt.

    Ich lasse solche Charaktere in verschiedenen Situationen auf den Nachteil würfeln und entscheide dann ob der Charakter z.B. gezwungen ist etwas bestimmtes zu tun / nicht zu tun. Oder ob er aufgrund der geschafften Probe auf den Nachteil Erschwernisse erhält.


    Das gilt sowohl für Arroganz als auch Eitelkeit. Der Unterschied liegt dann Hauptsächlich in den Situationen/Handlungen.

    So muss der Charakter z.B. Proben um nicht das teurere Einzelzimmer im Gasthaus zu nehmen, oder eine Tätigkeit von der er glaubt besser zu sein einem anderen zu überlassen, oder viele andere Dinge.


    Gut, das sind ja die beiden Herangehensweisen, die im WdH vorgeschlagen werden.

    Ich finde auch die erste Variante mit der Erschwernis von 5 nicht zu heftig. Der Malus kommt ja nicht grundsätzlich bei jeder Überreden- oder Menschenkenntnis- oder Selbstbeherrschungsprobe zum Einsatz, sondern nur bei einzelnen Anwendungen, wenn die innere Arroganz triggert.



    Auch wenn dadurch bei Eitelkeit natürlich fiese Situationen entstehen können, wenn jemand dem Helden einreden will, dass er jetzt etwas bestimmtes tun sollte, um sein Gesicht zu wahren. Wenn der Held dann gegen das gegnerische Überreden + seine eigene Eitelkeit würfelt.

  • Um es mit den Worten von Johnny Bravo zu sagen: "But enough about you. Let's talk about me."


    Die Reduzierung von Eitelkeit auf oberflächliche Faktoren wie das Aussehen und Kleidung ist natürlich nicht grundsätzlich falsch, aber nur eine von vielen potentiellen Facetten.

    Man kann auch der letzte Penner sein und sich trotzdem noch was auf seine in den eigenen Augen gewinnende Persönlichkeit einbilden.


    Eitelkeit beschreibt nicht ein Bedürfnis nach Sauberkeit -dafür gibt es "krankhaft Reinlich". Genausowenig muss man nur aus Eitelkeit das beste Zimmer am Platz nehmen- Arroganz oder Verschwendungssucht währen hier die passenden Nachteile.

    Der eitle Charakter hingegen weis, bzw. meint zu wissen, dass er (oder sie) der schärfste Hahn am Platz ist.

    Egal ob der blonde Barde vielleicht neutral gesehen optisch ansprechender sein mag, oder die reiche Gräfin mit der Kaisersuite zehnmal soviel Geld und Einfluss besitzt.


    Die oben genannten Nachteile kommen natürlich häufig in Kombination daher- die beschriebenen Verhaltensmuster passen ja sehr gut zueinander, und natürlich erscheint es auch vordergründig logischer, dass "Gutaussehende" Charaktere häufiger Eitel sind.

    Es geht allerdings ja wie schon erwähnt um ein subjektiv wahrgenommenes Bedürfnis, nicht die Rezeption der Umwelt-

    der eitle Charakter muss vor allem den eigenen Ansprüchen genügen, nicht den der anderen. Sonst fühlt er sich unwohl (und erleidet ggf. Nachteile).

    Hier spalten sich die überlappenden Nachteile dann auch wieder klar auf- dem nur arroganten Charakter ist es egal, ob er dabei schlecht aussieht, solange er auf jemand kleinerem rumhacken kann, der krankhaft reinliche Held wird nicht das schönere, sondern das sauberere Hemd wählen, und die Figur mit Verschwndungssucht wird tatsächlich darunter leiden, wenn sie nicht die oben erwähnte Luxusunterkunft mieten kann.

    Und selbstverständlich kann ein unansehnlicher Charakter genauso versuchen, mit der akutellen Mode im Horasreich Schritt zu halten, weil er eben eitel ist.

    Wird vermutlich eher eine tragische Figur, aber Tragödien müssen nicht unbedingt schlechte Geschichten sein.



    Generell 5 Punkte Erschwernis auf diverse Proben für Arroganz 5? Das finde ich vollkommen überzogen und ist viel zu hart für die 5GP die man dafür bekommt.

    Ich lasse solche Charaktere in verschiedenen Situationen auf den Nachteil würfeln und entscheide dann ob der Charakter z.B. gezwungen ist etwas bestimmtes zu tun / nicht zu tun. Oder ob er aufgrund der geschafften Probe auf den Nachteil Erschwernisse erhält.

    So handhaben wir das auch in unserer Tischgruppe. Meist nicht notwendig, da die Spieler gewählte Nachteile meist ohnehin ausspielen bzw. ihre Werte von alleine benutzen, um sich Orientierungshilfe zu verschaffen ("Mal sehen, wird Swanhilda wütend, weil du sie einen Esel nennst...? Oh, vier! Swanhilda schlägt dem Trinker ins Gesicht, mit voller Kraft!").

    Ernsthafte Mali würde ich verteilen, wenn sich eine Figur wissentlich über einen etwas längeren Zeitraum als ein paar Minuten einer Situation aussetzt, wo von vorn herein klar ist, dass grundlegende Bedürfnisse (wie, gut auszusehen) einfach nicht erfüllt werden können-

    wenn z.B. der vormals reiche -und eitle- Grande in Schuldsklaverei gerät und an ein Galeerenruder gekettet wird, oder derartiges.

    Dann allerdings auch nicht die ganzen Punkte pauschal ohne Widerstand- Selbstbeherrschung ist das relevante Talent, um Haltung zu bewahren, obwohl man sich nicht für schön genug hält, um eine Galeere zu bewegen.

    Sonst würde das System ja nicht funktionieren und niemand könnte je rudern weil's ständig wem zu dreckig, zu schwitzig oder die Sklavenketten nicht goldglänzend genug sind ;)

    Fällt der SC in eine Schlammpfütze, kommt einige Tage nicht zum Waschen und verliert dann auch noch, trotz schmutziger Fingernägel, seine Nagelfeile, ist er vor allem in der Gegenwart gepflegterer Personen derart schamvoll, dass er kaum ein Wort herausbekommt (Erschwernis auf alle gesellschaftlichen Talente), den Kontakt am liebsten meidet, seine Kapuze tief in sein Gesicht zieht und das nächste Badehaus aufsucht.

    Und das muss ich noch herauspicken- auch wenn es aus dem Regelbuch kommt, ist die Definition nicht ganz korrekt, weil es sich sehr mit Krankhaft Reinlich überschneidet.


    Wenn ich nur eitel bin, dann bin ich auch nach 5 Tagen und Dreckstarrend immer noch schöner als ihr es je sein werdet (in meinen Augen) ^^

    "Knock, Knock!"

    "Who's there?"

    "No idea! That's how far I knew the joke!"

  • Und das muss ich noch herauspicken- auch wenn es aus dem Regelbuch kommt, ist die Definition nicht ganz korrekt, weil es sich sehr mit Krankhaft Reinlich überschneidet.


    Wenn ich nur eitel bin, dann bin ich auch nach 5 Tagen und Dreckstarrend immer noch schöner als ihr es je sein werdet (in meinen Augen)

    Eitelkeit (lat. vanitas) ist gemäß Wikipedia die übertriebene Sorge um die eigene körperliche Schönheit oder die geistige Vollkommenheit, den eigenen Körper, das Aussehen und die Attraktivität oder die Wohlgeformtheit des eigenen Charakters. Der Duden nennt als Synonyme unter anderem Einbildung, Koketterie; (bildungssprachlich) Dandytum; (abwertend) Geckenhaftigkeit, Gefallsucht, Selbstgefälligkeit; (umgangssprachlich abwertend) Affigkeit; (veraltend abwertend) Putzsucht, Stutzerhaftigkeit und Stutzertum.

    Wichtiger ist jedoch die Definition des WdH, welche beginnt mit "Ein eitler Held versucht, in jeder beliebigen Situation gut auszusehen und Eindruck zu schinden." und dies spezifizierend die Körperpflege als ein wesentliches Element nennt. Die DSA-Version der Eitelkeit bewegt sich primär im Bereich der Geckenhaftigkeit und Gefallsucht. Wobei dies nicht mit dem Wunsch zu verwechseln ist, von allen gemocht zu werden; dies wird zwar bevorzugt, doch zu Not ist ehrlicher Neid vermutlich auch noch recht.


    Eitelkeit ist nicht zwangsweise mit Hochmut, Überheblichkeit oder Eingebildetheit einhergehend oder mit diesen identisch. Der Eitle muss von seinem Wert keinesfalls selbst überzeugt sein, sondern kann mit seinem Verhalten ebenso gut versuchen, eine tief sitzende Unsicherheit zu überspielen, auf Lob und Anerkennung seiner Umwelt angewiesen sein bzw. an Missachtung und Tadel sein empfindliches Selbstwertgefühl zerbrechen.


    Gewisse Überscheidungen einzelner Nachteile sind insbesondere hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Handlungen des Charakters mitunter nur schwer zu vermeiden. Exemplarisch überschneiden sich deine Beispiele teils mit Größenwahn und Arroganz.


    Den Unterschied zwischen Eitelkeit und krankhafter Reinlichkeit liegt in der Motivation und der Tragweite. Der Eitle möchte unter anderem schön und gepflegt aussehen bzw. so von anderen Wahrgenommen werden, der krankhaft Reinliche erträgt weder den Gedanken noch den Zustand, schmutzig zu sein.

    Krankhafte Reinlichkeit würde ich eher in den Bereich der Keim-, Staub- und Schmutzphobiker verortet sehen. Der Eilte buhlt hingegen um Anerkennung und Bewunderung seiner Umwelt auf zahlreichen Ebenen, nicht allein hinsichtlich seiner Reinlichkeit und sonstigen körperlichen Erscheinung. Daher hätte der Eitle mit seiner Verschmutzung primär nur dann zu kämpfen, wenn er sich dadurch bei anderen unbeliebt macht, diese ihn gar auf sein verdrecktes Äußeres tadelnd ansprechen. Der krankhaft Reinliche hätte hingegen mit dem Schmutz immer ein Problem, egal wer bei ihm ist, wer ihn sehen kann und wie andere dies beurteilen.