Wann im Einhändiger Kampf, wann in BHK

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    Hallo zusammen,


    nachdem ich mir den Sammelstrang mit Redaktionsantworten auf Regelfragen zum Beidhändigen Kampf durchgelesen habe, und mich durch verschiedene, sich teilweise widersprechende Antworten gequält habe, denke ich jetzt, dass ich ein einigermaßen kohärentes Bild in meinem Kopf habe, wie die Regeln funktionieren. Nur damit ich das richtig verstehe:


    1.) Sobald ich in mehr als einer Hand was halte, kann ich die SF "Einhändiger Kampf" nicht benutzen.

    2.) Auch wenn ich in beiden Händen Waffen halte, bin ich noch nicht automatisch im BHK.

    3.) Wenn ich in beiden Händen eine Waffe trage, kann ich mit einer parieren und mit der anderen angreifen, und bin trotzdem nicht im BHK.

    3b.) Das heißt: ich kann völlig ohne SF "BHK I+II" und ohne Vorteil "Beidhändig" mit Schwert und Schild kämpfen, und mit Schwert angreifen, und mit Schild aktiv parieren, und erhalte keinerlei Abzüge, wenn ich Schwert in der Haupthand und Schild in der Nebenhand führe.

    4.) Ich bin wirklich erst dann im BHK, wenn ich mit beiden Waffen (Schild zählt auch als Waffe) in einer Aktion angreife. Wenn ich also keinerlei SF "BHK I+II" und keinen Vorteil "Beidhändig" habe, und mit Schwert und Schild in einer KR gleichzeitig angreife, dann bin ich im BHK und bekomme -6 AT auf den Schild und -2 AT auf das Schwert. Wenn ich in der gleichen KR mit dem Schwert parieren würde, würde ich -2 PA erhalten. Wenn ich stattdessen mit dem Schild pariere, dann kann ich ohne Abzüge parieren (weil die Waffenart "Schild" die Eigenschaft hat, dass alle Abzüge aus BHK und Kampf mit falscher Hand entfallen).

    4b.) Nur falls ich im BHK bin, gilt die Regel, dass ich keine Spezialmanöver einsetzen darf (außer, das Spezialmanöver erlaubt die ausdrücklich).


    Hab ich das richtig verstanden?

  • zum Thema BHK: Keine Ahnung.

    Meine Frage wie die Aussagen aus der Redaktion und die veröffentlichten Regeln zum BHK kombinierbar sind oder wie es angedacht ist, kann oder will die Redaktion anscheinend nicht beantworten (seit über einem Jahren offen... - rechne nicht mehr mit einer Antwort also und bin da wirklich enttäuscht!).

  • Schön zusammengefasst stimmt so weit alles meines Wissens nach. :)

  • Jawohl

  • 1.) Korrekt, Einhändiger Kampf und Klingensturm setzen explizit in der Beschreibung eine leere Nebenhand voraus.

    2.) Ansichtsache ab wann man im BHK ist, gibt da unterschiedliche Aussagen von der Redaktion. Korrekt ist, dass keine Abzüge zum tragen kommen.

    3.) Ansichtsache ab wann man im BHK ist, streng nach dem Regeltext, darf nur mit einem Schild oder der Haupthand aktiv parieren, ansonsten benutzt man Beidhändigen Kampf, hat aber per se keine Abzüge außer eventuell -4 für die falsche Hand.

    3.b) korrekt, man kann ohne Vorteil und KSF mit beiden Waffen angreifen und sich aussuchen, mit welcher Hand man parriet. Vorteil und BHK verringern/negieren nur die Abzüge.

    4.) Ansichtsache, wann man im BHK ist. Unstrittig ist, dass die Abzüge erst ab dem Moment gelten, wen man mit beiden Waffen in der gleichen Aktion angreift. PA-Abzüge durch BHK und falsche Hand werden von Schilden immer ignoriert, dass ist richtig.

    4b.) In der Aktion, in der du mit beiden Waffen angreifst, darfst du kein Spezialmanöver nutzen (außer das Manöver erlaubt es explizit, wie Doppelangriff). Du darfst sehr wohl aber noch Spezialmanöver bei der Parade nutzen (Riposte z.B.).

  • Einhändiger Kampf und Klingensturm setzen explizit in der Beschreibung eine leere Nebenhand voraus.

    In den Regeln steht, dass man für "Einhändiger Kampf" keinen Gegenstand "führen" darf, aber muss die Hand leer sein? Darf ich beim Kampf auf dem Schiff mich mit einer Hand in der Takelage festhalten und mit der anderen mit der SF "Einhändiger Kampf" angreifen?


    Bei der SF "Klingensturm" lese ich zumindest im Regelwiki nichts bezüglich der Voraussetzung, dass die Hände frei sein müssen (nur, dass die KSF "Einhändiger Kampf" vorhanden sein muss, und der Angriff nicht mit einem Schild oder Parierwaffe oder anderen 1H-Waffe "kombiniert" werden darf, aber ich darf da einen Strauß Blumen halten, oder?).

    Unstrittig ist, dass die Abzüge erst ab dem Moment gelten, wen man mit beiden Waffen in der gleichen Aktion angreift.

    "erst ab dem Moment", also auch erst ab dem Moment in der KR? Wenn das stimmt, gilt dann also:


    Angenommen ich kämpfe mit Schild in der Neben- und Schwert in der Haupthand, habe keine SF "BHK I+II", und bin durch Initiativreiheihenfolge nach meinem Gegner dran. Der attackiert mich. Dann darf ich mit meinem Schwert parieren ohne Abzüge, und danach in derselben KR aber mit Schwert + Schild gleichzeitig angreifen (jeweils -2 AT und -6 AT)?

  • Yelemiz Und ich dachte ich bin gut im Haare spalten. Klingensturm verbietet tatsächlich nur "Waffen" (inklusive Schilde) in der Nebenhand, Einhändiger Kampf auch das führen sonstiger Gegenstände. Rein von dem wortlaut der Regeln herkann man Einhändiger Stil also nicht mit einer Fackel in der zweiten Hand benutzen, Klingensturm aber schon. Je nach dem, was "geführt" heißt. "Führt" man das Buch oder hält es nur, sind nur Gegenstände ausgeschlossen, die (akut) einen spieltechnischen Vorteil bringen?

    An einem Seil schwingend oder Händchen haltend kann man vom wortlaut her beide KSF nutzen, man kann mutmaßen, ob es die Intention hinter der Beschreibung ist, dies zu erlauben oder ob man nur sehr kompliziert sagen wollte, dass die zweite Hand frei sein muss.


    Zur zweiten Frage: ja.


    Quote from GRW S. 238

    Für beide Angriffe gilt eine Erschwernis von 2 auf die Attacke und alle Verteidigungen des Angreifers in der laufenden Kampfrunde, da die Koordination und das ungewöhnliche Gewicht stören, so lange der Held mit beiden Waffen angreift. Die Erschwernis entfällt, wenn er pro Kampfrunde nur eine Waffe im Angriff nutzt. Diese Erschwernis gilt nicht bei der Verteidigung mit einem Schild, sehr wohl aber beim Angriff mit diesem. Durch die Sonderfertigkeiten Beidhändiger Kampf I-II kann dieser Abzug gesenkt werden.

    Die Regeln sagen nicht aus, dass man sich am anfang der KR entscheiden muss, daher gilt der Abzug erst ab dem Zeitpunkt, an dem man mit beiden Waffen angreift, bis zum Ende der aktuellen KR.

  • Wenn das in der anderen Hand als Waffe verwendet werden kann...kann ich ein Schiff, eine Leiter auf der ich stehe oder das Kind im Arm als Waffe benutzen?


    Irgendwann verrennt man sich so sehr in den Details einer Formulierung, dass ihr die Absicht vergesst. Einhändiger Kampf ist dazu da um einhändig zu kämpfen und der Klingensturm baut darauf auf.

  • Bei uns kam's in der letzten Sitzung in der Tat vor: Kampf auf dem Schiff, und mein Charakter (der "Einhändig" und "Klingensturm" benutzt), ist mit einer Aktion in eine vorteilhafte Position gekommen -- und das war halt die Wanten hoch, und sich seeräubertechnisch mit einer Hand festhaltend, mit der anderen Hand nach unten fechtend. Wir haben es in der Tat so geregelt, dass beide SF benutzt werden durften (es ist ja auch cool :) ), aber die Frage kam auf, ob das RAW widerspricht oder nicht. Daher mein Interesse.

  • Solange du nicht vor hattest das Schiff als Hiebwaffe zu schwingen. :D


    Wir sprechen aber von, ich denke, gewollten Grauzonen. Ähnlich bei Angriffen von hinten.

    Was ist hinten? Ist hinten alles, was ich nicht sehen kann? Ist hinten der 90° Bereich hinter mir? Ist hinten nur die Stelle am Rücken, die ich nicht selber kratzen kann?

    Das sind Detailfragen, die man durchaus stellen kann aber dem Spiel abträglich sind.

    Ein Angriff von hinten ist ein Angriff, den du nur schwer abwehren kannst und demnach ist "Hinten" ein dehnbarer Begriff und sollte situativ neu beurteilt werden.


    Mit der freien linken Hand ist das für mich ähnlich. Fragt nach dem Sinn und Zweck dieser Einschränkung.

  • Also neben dem Dank an Yelemiz für das kohärente Bild vom BHK gebührt auch Ubrot unser Dank, weil er eindrucksvoll bewiesen hat, dass man alles - aber mit Sicherheit kein kohärentes Bild vom BHK haben kann.


    Ich würde dem Kämpfer in den Wanten alle SF-Anwendungen streichen, die eine freie Nebenhand erfordern.

    Und ihm mit Bedauern mitteilen, das "in den Wanten festhalten" und "Aktion=Kampf" eine Form der Fixierung ist.

    Nicht cool&flexibel, wenn's gefällt. Einhändig in den Wanten zu hängen ist IMO ziemlich die unflexibelste Position nach dem Marterpfahl.

    In Bodennähe ist das für mich eher das Bild einer Piñata, als eine vorteilhafte Position.

  • Pinata-Kampfstil?

  • Wir nähern uns gefährlich den Wegen der Vereinigung.


    Aber die Frage ist durchaus interessant: Sind gefühlt widersprüchliche Modifikatoren eventuell doch nicht so widersprüchlich?

    Ja, am Seil hängend bist du erstmal fixiert.

    Nicht im Sinne von du bist gefesselt aber du kannst dich nicht wegbewegen oder ausweichen.

    Dafür kann es doch sein, dass du dich in einer vorteilhafteren Position befindest z.B. dadurch, dass du von oben einhieben kannst oder einfach schwerer zu erreichen bist.


    Es gibt bestimmt noch mehr Szenarien in denen es zu sowas kommen kann, oder?

    Edited once, last by Ricordis ().

  • Ja, z.B. schwer gerüstet bist Du a) besser geschützt und b) unbeweglicher.

    Im Blutrausch bist Du a) gefährlicher und b) gefährdeter.

    Das finde ich also überhaupt nicht überraschend.


    Den Typen in den Wanten finde ich hingegen nur gefährlich exponiert, es sei denn die anderen müssten mit dem selben Handycap hinterher.

  • Ich wollte mich jetzt auf den Status beziehen.

    Mir ist nämlich gerade erst bewusst geworden, dass das alles frei kombinierbar ist. Ja, bisschen spät, ich weiß.


    Z.B. hörte ich häufiger die Beschwerde, dass Stangenwaffen mit scharfer Spitze in beengter Umgebung zu stark eingeschränkt werden.

    Jetzt würde ich einfach so weit gehen und sagen, dass man das Ding einfach einhändig führen soll und aufgrund des Engpasses eine vorteilhafte Position hat.


    Sorry, mein Kopf explodiert gerade wegen dieser doch eigentlich offensichtlichen Erkenntnis ?