John Sinclair - (AP) Der Hölle auf der Spur

  • Hallo Geisterjäger !


    Meine JSA-Runde spielt nun schon seit etwa drei Jahren und wir haben inzwischen eine erkleckliche Zahl von spannenden, interessanten und auch lustigen Fällen bearbeitet. Ich möchte in diesem Thread gerne ein bisschen davon berichten und zeigen, wie JSA als "vollständiges" RPG gespielt werden kann. Mein Hauptaugenmerk wird jedoch darauf liegen von den vorkommenden Charaktern, den Fällen und dem dazugehörigen (Meta-)Plot zu erzählen. Die Werkzeuge, die einem das Erzählspielformat in die Hand gibt (SP/ESP, Gruppen- und Erzähleraktionen, erweiterte Situationen, etc.) sind natürlich nicht nur auf die vier offiziellen Abenteuerbücher beschränkt. Wir nutzen alles davon gerne und regelmäßig auch in "freien" Abenteuern. Wenn es sich anbietet, poste ich in der Beschreibung des jeweiligen Falles gerne die entsprechenden Gegner, Verbündeten, Sonderaktionen oder andere Features. Falls Euch die Lektüre unterhält, oder noch besser, anregt Euch eigene Fälle auszudenken, freue ich mich riesig. Wenn Ihr möchtet, seid doch so nett und schreibt von Euren Ideen oder hinterlasst ein kurzes Kommentar.


    Viel Spaß mit den Geisterjägern vom BKA !



    Geister, Dämonen, fast vergessene Schrecken aus dunkler Urzeit; das Böse existiert noch immer !

    Wissenschaft und Technik glauben unsere Welt erklär- und berechenbar gemacht zu haben, doch finstere Mächte kriechen durch die Spalten des Wahnsinns in die Wirklichkeit.

    Während der britische Geisterjäger John Sinclair eine neue Generation von Kämpfern gegen das Übernatürliche ausbildet, hat einer seiner alten Gefährten in Deutschland ein Team zusammengestellt, das Feuer mit Feuer begegnet.

    Ex-Soldat Boris Tetzlaff, der Gelehrte Simon Wächter und ihre Verbündeten treten den Mächten des Bösen entgegen ! Sie sind: Der Hölle auf der Spur...


    Spaßeshalber versuchen wir derzeit auch eine fan-Hörspielfassung unseres ersten Falles zu basteln. Wenn Ihr möchtet, könnt Ihr hier das Intro als mp3 runterladen: https://www.dropbox.com/s/0hwh…20-%20Intro%2001.mp3?dl=0

  • Das Team:


    Boris Tezlaff, ehemaliger KSK-Elitesoldat hatte bereits mehrere Jahre in verschiedenen Nervenheilanstalten verbracht. Während seines letzten Auslandseinsatzes im Dienst der Bundeswehr in einer abgelegen Balkan-Region war seine Einheit fast vollständig ausgelöscht worden. Nur mit Mühe und schwer traumatisiert hatte Boris den Einsatz überlebt. Als er gefunden wurde, stammelte er etwas von lebenden Leichen, die seine Kameraden wie wilde Tiere angefallen hatten und eine scheinbar tödliche Krankheit übertragen hatten. Boris war ultimativ gezwungen nicht nur gegen diese "Zombies" zu kämpfen, sondern auch gegen seine eigenen Kameraden, die nach einfachen Kratzern oder Bissen von der mysteriösen Seuche infiziert worden waren und sich ebenfalls in hirnlose, reißende Bestien verwandelten, die durch reguläre Waffen kaum auszuschalten waren. Einzig durch gezielte Treffer, die das zentrale Nervensystem der Infizierten zerstörten, oder durch massive Gewaltanwendung, etwa durch Sprengstoff, konnten die Unglücklichen ausgeschaltet werden. Boris wurde nach seinem Bericht mit einer massiven post-traumatischen Belastungsstörung diagnostiziert und schließlich in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen. Dort bekam er nach langer Einsamkeit und massiven Selbstzweifeln Besuch von einem Kommissar, der sich Boris als Will Mallmann vorstellte. Dieser Mallmann schien als einziger daran zu glauben, das Boris Bericht der Wahrheit entsprach und versicherte sein Möglichstes zu tun, den Ex-Soldaten aus seiner unfreiwilligen ärztlichen Obhut zu befreien. Doch nicht genug damit, dass dieser Mallmann Boris Geschichte glauben schenkte. Er versicherte auch, dass er selbst schon an einer Vielzahl an Fällen beteiligt gewesen war, oder sogar eigenhändig solche Ermittlungen geleitet hatte, in die offenbar übernatürliche Dinge und Wesen verwickelt waren. Seine Vorgesetzten hatten ihn mit der Gründung einer Spezialabteilung betraut, die sich mit solchen Fällen befassen sollte. Sie sollte nach dem Vorbild einer britischen Einheit des Scotland Yard aufgezogen werden, mit der Mallmann bereits mehrfach zusammengearbeitet hatte. Nicht ganz ein Jahr später hatte Mallmann sein Versprechen eingelöst. Boris Tetzlaff wurde sowohl aus der Klinik, als auch aus dem Bundeswehrdienst entlassen und als der erste Sonderermittler der neuen, streng geheimen, BKA-Spezialeinheit eingesetzt. Durch seine taktischen Fähigkeiten, seinen messerscharfen Verstand und seine Erfahrung im Feldeinsatz glaubte er, hervorragend gerüstet für seine kommenden Einsätze zu sein. Doch zu diesem Zeitpunkt ahnte er noch nicht, was da alles auf ihn zukommen würde. Boris hat einen stämmigen Körperbau, dunkles Haar in militärischem Kurzschnitt und trägt einen präzise getrimmten Vollbart. Seine Gesichtszüge wirken durch einen osteuropäischen Einschlag etwas kantig doch könnte man ihn durchaus als attraktiv bezeichnen. Er ist mittlerweile Anfang vierzig, hält sich aber inzwischen wieder so fit, wie vor seinem Aufenthalt in der Psychiatrie. Seine Instinkte sind hervorragend und er ist ein hochtrainierter Nahkämpfer und präziser Schütze. Er versteht sich ausgezeichnet auf das Lesen von Spuren und hat viel Erfahrung mit dem Überleben in der Wildnis, selbst unter widrigsten Bedingungen.


    Simon Wächter ist emeritierter Professor der Universität Mainz, spezialisiert auf germanische und altnordische Kultur, Geschichte und Mythologie und so ziemlich das genaue Gegenteil zu Boris. Simon ist Ende Fünfzig, lang und schlacksig und das graue Haar auf seinem Kopf lichtet sich zusehends. Er ist nicht der sportlichste, aber dafür eine absolute Koryphäe auf seinem Gebiet. Er hat verschiedene Doktortitel auf den Gebieten der Anthropologie, Archäologie und Sprachwissenschaft erworben. Auch mit anderen antiken- und mittelalterlichen Kulturen und deren Mythologien kennt sich der Professor bestens aus. Da sich Simon schon Zeit seines Lebens von Mythen und Sagen aber auch von mystischen und okkulten Dingen angezogen fühlt, geriet er, durch eine gewisse Naivität geleitet, in finstere Kreise. Er wurde Mitglied einer Gruppe, die versuchte alte magische Rituale zu rekonstruieren und von einer sehr attraktiven Frau namens Yvonne angeleitet wurde. Sie behauptete von sich eine echte Hexe zu sein. Simon fühlte sich von ihr scheinbar magisch angezogen. Eines Nachts war er im Begriff mit dieser Gruppe an einem mystischen Ritual teilzunehmen, als sich Yvonne und zwei ihrer Vertrauten unvermittelt in grauenvolle, unmenschliche Wesen verwandelten. Die wunderschöne Yvonne war plötzlich zu einer monströsen, von grausamen Narben entstellten, Furie geworden, die mit Hilfe ihrer dämonisch wirkenden Diener den Rest der Ritualteilnehmer einem uralten Dämon opfern wollten, der den unheilvollen Namen "Der Schwarze Tod" trug. Kreischend und geifernd machten sich die dämonischen Dienerwesen mit Klauen und Zähnen bewaffnet über die Anwesenden her. Simon, der sein letztes Stündlein gekommen sah, griff nach einem metaphorischen Strohhalm. Er stammelte unter Entsetzen eine alte Bannformel, die er in den runischen Aufzeichnungen einer alten Wikinger-Stele entziffert hatte und entgegen all seiner Erfahrungen und innerlichen Überzeugungen zeigte diese eine überraschende Wirkung. Die furchtbaren Wesen krümmten sich unter Schmerzen und vergingen vor seinen Augen. Panisch flüchtete der Professor vom Ort des Geschehens, während die Hexe Yvonne durch den unerwarteten Gegenschlag zu verblüfft war, ihn rechtzeitig aufzuhalten. Noch in der selben Nacht machte Simon Wächter Bekanntschaft mit Hauptkommissar Will Malmann vom Bundeskriminalamt im nahen Wiesbaden. Wider erwarten schenkte der Komissar Simons Geschichte nicht nur Glauben, sondern bat den Professor sich als externer Berater seiner im Aufbau befindlichen Spezialeinheit zur Bekämpfung übernatürlicher Bedrohungen anzuschließen. Nach der einschneidenden Erfahrung der vergangenen Nacht, die das Weltbild des Professors unwiderruflich verändert hatte, konnte Simon nicht anders. Was für Wesen und Dinge, die er bis jetzt nur als Mythen und Sagen betrachtet und studiert hatte existierten noch da draußen ? Waren sie wirklich so gefährlich, wie Mallmann angedeutet hatte ? Und hatte man als "Normalsterblicher" wirklich eine Chance diese Dinge zu bekämpfen ? Simon musste dringend Antworten auf diese Fragen finden und ging auf das Angebot des Kommissars ein.


    Boris und Simon werden immer wieder von einigen Freunden und Verbündeten unterstützt, die sie im Laufe ihrer Ermittlungen kennengelernt haben, darunter:


    Marie Hoffmann, eine junge Rettungssanitäterin, die dem Team bereits einige Male Leib und Leben gerettet hat. Nachdem sie durch unerklärliche Todesfälle einiger ihrer ehemaligen Patienten auf die Spur eines sogenannten "Aufhockers", eines Geistwesens, das sich von der Lebensenergie der Menschen nährte, gestoßen war, wurde Mallmann auch auf sie aufmerksam. Doch er hatte nicht mit ihrem festen Glauben an einen Gott des Guten und der Barmherzigkeit gerechnet. Sie wird nach einigen Fällen und der Enttarnung Mallmanns selber Mitglied der Ermittlergruppe.


    Ardan Waldin, ein gut situierter Experte und Händler kostbarer Antiquitäten, der mit seinem Butler auf einem luxuriösen Anwesen in der Nähe von Frankfurt am Main lebt. Waldin jagt schon seit Jahren Werwölfe und andere Tierwesen und hat sich dabei in eine Privatfehde mit dem Götterwolf Fenris verstrickt. Wann immer es die Geisterjäger mit Werwesen oder verfluchten Artefakten zu tun bekommen, ist Ardan Waldin ihre erste Anlaufstelle.


    Mareike Müller, ebenfalls eine Spezialistin für Antiquitäten und andere kostbare und schöne Dinge, jedoch mit eher dubiosen Verbindungen in nicht ganz legale Kreise. Sie betreibt ein kleines Geschäft für erlesen Dinge und Menschen, die sich dies leisten können in Hamburg. Außerdem ist Mareike im Besitz eines alten Runensteins, durch den sie in der Lage ist ein magisches Feuer zu erzeugen, das sich schon im Kampf gegen verschiedenste übernatürliche Wesen bewährt hat.


    Noah Ramsay ist ein langjähriger Bekannter von Mareike und einer ihrer "Lieferanten". Noah ist ein professioneller Einbrecher und Dieb, jedoch mit den Manieren eines Gentelman und gelegentlich dem Herz eines Robin Hood. Nachdem er entdeckt, dass Mallmann sein Talent dafür benutzt mächtige Artefakte zu erlangen, versucht er dem Vampir einen Strich durch die Rechnung zu machen.

  • Weitere Figuren:


    Das Ermittlerduo aus Boris und Simon wird zu Beginn koordiniert und angeleitet von Hauptkommissar Will Mallmann einem alten Freund, aber auch Gegenspieler von John Sinclair. Mallmann ist in Wahrheit ein mächtiger Vampir, der sich eine Zeitlang als Dracula II bezeichnet, und versucht hatte die Herrschaft über alle Vampire an sich zu reißen. Nach einigen Kämpfen gegen seinen ehemaligen Freund John täuschte er seinen endgültigen Tod vor und verbirgt sich seitdem, dank seiner übernatürlichen Kräfte vor den Ermittlern des Yard und deren Verbündeten. Nachdem er viele Jahre damit verbracht hatte auch nur den Bruchteil seiner alten Stärke wieder zu erlangen, entsann er einen Plan sich an seinen Feinden zu rächen. Wenn es ihm gelang, ein geheimes deutsches Gegenstück zu Johns alter Spezialabteilung ins Leben zu rufen, konnte er seine nichtsahnenden menschlichen Marionetten dazu bringen ihm erneut Macht und Einfluss zu verschaffen, ohne das die Aktivitäten übernatürlicher Diener ungewollte Aufmerksamkeit erregten. Sie sollten seine Konkurrenz aus dem Weg räumen, sowie mächtige mystische Gegenstände und Artefakte in seinen Besitz bringen, mit denen er seine Macht weiter steigern konnte. Er hoffte zudem, seine "Geisterjäger", wenn sie sich einen entsprechenden Ruf erworben hatten, an Sinclairs neugegründeter Academy einzuschleusen. Boris und Simon gegenüber lässt Mallmann natürlich nicht durchblicken, was aus ihm geworden ist. Er gibt sich professionell und sogar etwas fürsorglich, wie einst Superintendent Sir James Powell gegenüber John Sinclair und dessen Team.


    Mallmann und sein Ermittlerteam werden außerdem von der Sekretärin Inge Koschmidder unterstützt. Die nicht mehr ganz junge, recht füllige und kettenrauchende Sekretärin ist die Telefonzentrale der Abteilung und verwaltet die Aktenlage. Sie kennt sich bestens mit den Aufzeichnungen über die Altfälle aus, die Mallmann mit oder ohne Unterstützung von John Sinclair in der Vergangenheit bearbeitet hat. Mallmann hat bei ihr jedoch schon mehrfach Erinnerungen löschen müssen, oder ihr mit seinen hypnotischen Kräften bestimmte Befehle eingepflanzt, damit sie den Ermittlern keine Informationen geben kann, die er lieber vor ihnen im Verborgenen hält.


    Die Schmuckdesignerin Marika Revens lebt zurückgezogen an einem kleinen See nahe Runstorf in der Umgebung von Bad Segeberg. Sie wurde unfreiwillig zur Hüterin finsterer Geheimnisse, seit sie als Teenager von einer Werpantherin gebissen und dadurch mit dem Fluch des Gestalwandels belegt worden war. Diese Werpantherin war zwar eine grausame Bestie, aber auch die Hüterin des Sees, in dem seit langer Zeit ein furchtbares extradimensionales Monster gefangen ist. Die vorige Werpantherin wurde von John Sinclair und dessen Verbündeten vernichtet, doch sie bemerkten nicht, dass etwas weitaus gefährlicheres im See lauerte. Seitdem ist Marika die unfreiwillige Hüterin über das unaussprechliche Geheimnis. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin versucht Marika keine anderen Menschen zu gefährden. Wenn sie spürt, das die Verwandlung in eine Bestie bevorsteht, schließt sie sich sicherheitshalber im Keller ihres Hauses ein. Doch eines Nachts versagen ihre Sicherheitsmaßnahmen und Marika jagt in Panthergestalt den Schülern eines nahen Internats einen gewaltigen Schrecken ein. Dies ruft Boris und Simon auf den Plan, die schnell bemerken, das Marika nicht von den Mächten des Bösen vereinnahmt werden konnte. Auch sie können "Das was unter der Oberfläche Lauert", einen monströsen Diener der Großen Alten nicht vernichten. Stattdessen helfen sie Marika einen Weg zu finden ihre Verwandlung und die bestialischen Instinkte mit Hilfe eines Runensteines unter Kontrolle zu bekommen. Während der Ermittlungen verlieben sich Boris und Marika ineinander. Sie werden ein Paar und ziehen einige Monate später in ihrem Haus am See zusammen.


    Die mysteriöse Lagertha hat Boris und Simon schon mehr als einmal das Leben gerettet. Die immer in Leder und Jeans gekleidete Altrockerin mit den silberblonden Flechtzöpfen taucht mit ihrem schweren Motorrad meist genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf. Sie hat die Geisterjäger und einige ihrer Verbündeten unter ständiger Beobachtung, seit diese die Runensteine der Werhexen vom Runstorfer See gefunden haben. Lagertha ist nämlich in Wirklichkeit eine Walküre, die im Auftrag der übrig gebliebenen nordischen Götter in der Welt der Sterblichen unterwegs ist. Sie hat sich, entgegen ihrer Anweisungen, den Geisterjägern offenbart und unterrichtet Simon seitdem im Gebrauch der Runensteine. Sie hat auch Mareike das Angebot gemacht, ihr beizubringen, wie man die Magie der Runen wirken kann, doch diese hat die Walküre entschieden zurückgewiesen. Lagertha hilft den Geisterjägern zwar hin und wieder, doch diese haben inzwischen bemerkt, dass die Walküre auch ihre eigene Agenda verfolgt. Sie sagt selten die ganze Wahrheit und schon mehr als einmal mussten die Geisterjäger feststellen, das die Agentin des Donnergottes sie wohlwissentlich als Waffen in einem uralten Krieg der Götter einsetzt.


    Nachdem sie einige Fälle gelöst und mehrere gefährliche Wesen besiegt haben, wird der Leipziger Geisterjäger Harry Stahl, ein guter Freund von John Sinclair und dessen Kontakt in Deutschland, auf die Ermittler aufmerksam. Er setzt sich auf ihre Spur und versucht herauszufinden in wessen Auftrag die beiden arbeiten. Schließlich konfrontiert er Boris und Simon und hilft ihnen, hinter Mallmanns schreckliches Geheimnis zu kommen. Sie versuchen den Supervampir zu stellen, doch Mallmann kann entkommen und taucht erneut unter. Harry Stahl übernimmt im Auftrag des Innenministeriums die Sonderabteilung und wird damit der neue Chef von Boris und Simon. Im Gegensatz zu Mallmann können sich die Ermittler auf den erfahrenen Geisterjäger voll verlassen. Stahl nimmt auch Marie als Mitglied der Abteilung auf, stellt Kontakt zur Sinclair-Academy her und vernetzt sein neues Team mit ihren britischen Kollegen. Durch die Ressourcen, die Harry Stahl ihnen zur Verfügung stellt, darunter regelmäßiger Nachschub an geweihter Silbermunition und ein für den Feldeinsatz modifiziertes Wohnmobil mit vielen Extras, können die Geisterjäger seitdem um so effektiver ermitteln.

  • Die Gegner:


    Der Supervampir, der sich einst den Namen Dracula II gab und in Wirklichkeit Will Mallmann heißt, hat Boris, Simon und einige ihrer Freunde getäuscht und für seine finsteren Pläne missbraucht. Dadurch hat er es geschafft den mächtigen Blutstein aus Hunderten von winzigen Splittern wieder zusammenzusetzen, der seine vampirische Macht immens steigert und es ihm ermöglicht auch bei Tageslicht zu agieren. Er verfügt zudem über ein kleines Arsenal an schwarzmagischen Artefakten, die Boris, Simon und ihre Verbündeten in seinem Auftrag erbeuten konnten. Seit sie ihn enttarnt haben, versuchen sie dem selbsternannten König der Blutsauger auf die Spur zu kommen, was sich immer wieder als weitaus schwieriger herausstellt als angenommen. Aus dem Verborgenen schickt Mallmann nun wieder und wieder seine Diener aus, um sich an den Geisterjägern zu rächen.


    In einem ihrer ersten Aufträge setzt Mallmann Boris und Simon auf die Spur der Ammen des Schwarzen Todes. Die Gruppe besteht aus fünf Frauen: der Vampirin Claudine, der Werwölfin Miriam, der Hexe Yvonne, der Totenbeschwörerin Pascale, und Fatima, ein Schlangendämonin. Die Frauen waren für lange Zeit die Dienerinnen des Dämoneherolds Kala, getarnt als Prostituierte im Chateu d'Amour, einem abseits gelegenen Lustschlösschen im Spessart. Die Monster in Frauengestalt brüsten sich damit, dem Superdämon bekannt als der Schwarze Tod einst zur Wiedergeburt verholfen zu haben. Seit dieser aber von John Sinclair besiegt, und aus der irdischen Dimension verbannt wurde, versuchen sie ihrem finsteren Herren erneut zur Rückkehr zu verhelfen. Doch Mallmann, seit dem Tod seiner Frau Karin ein Erzfeind des Schwarzen Todes, und seine Geisterjäger machen ihnen immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Nachdem Boris und Simon das Chateu d' Amour aufstöbern und ihrem Meister Kala in der Abwesenheit seiner Dienerinnen den Garaus machen, sind die Ammen unversehens ihre eigenen Herrinnen, was sie nur noch gefährlicher macht. Die Ammen beginnen auf eigene Faust mit unsagbar böser, schwarzer Magie zu experimentieren. Die Hexe Yvonne und die Nekromantin Pascale versuchen einen mächtigen Seuchendämonen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in die Gegenwart zu holen, doch Tetzlaff und Wächter geraten während des Rituals selbst in die Vergangenheit und können ihre Pläne durchkreuzen. Miriam versucht sich selbst zur Königin einer neuen Art von Werwölfen, den Kettenhunden des Schwarzen Todes zu machen, doch können Boris und Simon sie mit Hilfe von Ardan Waldin im letzten Moment stoppen. Auf der schwäbischen Alp können sie Fatima nur knapp davon abhalten eine uralten Lindwurm freizusetzen. Bis jetzt haben die Geisterjäger die Ammen immer wieder in ihre Schranken verweisen können, doch weder der vorübergehende Tod der Werwölfin Miriam noch die Verbannung der Hexe Yvonne in eine schattenhafte Schreckensdimension konnten die Ammen für längere Zeit stoppen. Die übernatürlichen Kräfte der fünf ergänzen sich einfach zu gut, als dass Boris, Simon und ihre Freunde die Ammen bisher endgültig besiegen könnten.


    Fenris der Götterwolf und seine Gefolgschaft an blutrünstigen Bestien sind nicht nur hinter dem Werwolfjäger Ardan Waldin her, der dem mächtigen Wesen aus der nordischen Mythologie bereits mehr als einmal Pläne durchkreuzt hat. Seit sich Waldin mit den Geisterjägern der Spezialabteilung verbündet hat, machen die Kinder des Fenris, ein Geheimbund aus Werwölfen und Wolfsblütigen, auch Jagd auf die Geisterjäger. Auch die Nachfolgeorganisation der Operation Werwolf, einer terroristischen Gruppe aus den letzten Tagen des dritten Reichs, wird von Anhängern des Götterwolfes geführt. In den Tiefen des Berliner Untergrundes kam es zu einer merkwürdigen Allianz zwischen den Geisterjägern und Dienern des Götterwolfs, als untote Wesen aus einem geheimen, unmenschlichen Forschungsprojekt des Dritten Reiches durch ein von den Geisterjägern verschuldetes Unglück freigesetzt wurden.


    Auch der Schlächter aus der Roten Dimension, Nachfolger des Dämonherrschers Nyrranna und dessen dämonische Häscher, die Roten Skelette machen Jagd auf die Mitglieder der Spezialabteilung. Während eines Auftrages im Bayrischen Wald, der sie auf die Spuren eines alten Falles von John Sinclair führt, finden die Geisterjäger heraus, das dem Gestein eines dort niedergegangenen rötlichen Meteoriten eine magische Kraft innewohnt, die sich hervorragend als Waffe gegen die Diener der Hölle einsetzen lässt. Nachdem sie einem menschlichen Diener des Schlächters das Handwerk gelegt haben, ziehen Boris und Simon den Zorn des mächtigen Dämonenprinzen auf sich, der seine blutrote Dimension aus den Energien von Schmerz und Leid speist. Später wird Boris in die fremdartige Dimension entführt und trifft dort auf den seit Jahren verschollenen Freund und ehemaligen Partner von John Sinclair, Suko, der durch grausame Folterungen der Roten Dämonen erblindet ist um Rand des Wahnsinns wandelt. Gemeinsam und mit Hilfe ihrer Freunde, die einen Weg gefunden haben in die Rote Dimension zu reisen, können die beiden aber aus der Roten Dimension entkommen und dem Schlächter eine herbe Niederlage bescheren.

  • Die Fälle:


    Fall 01 - König der Leichen


    Fall 02 - Der Herold des Schwarzen Todes


    Fall 03 - Das Erbe der Werhexen

    Fall 04 - Knochenernte

    Fall 05 - Der Odenwald-Fall

    Fall 06 - Fehde in der Totenstadt

    Fall 07 - Der Untergang der Viking II

    Fall 08 - Pesthauch über Babenhausen

    Fall 09 - Bastion der Vampire

    Fall 10 - Das Monster von Morbach

    Fall 11 - Kettenhunde des Schwarzen Todes

    Fall 12 - Akademie der Geisterjäger

    Fall 13 - Das Zwillingsreich

    Fall 14 - Der Dämon aus dem Teufelsgrund

    Fall 15 - Die Spur des Panthers

    Fall 16 - Die Dämonenfalle

    Fall 17 - Ins Maul der Schlange

    Fall 18 - Kornkreise

    Fall 19 - Blutland

    Fall 20 - Rückkehr in die Totenstadt

    Fall 21 - Zombies aus den Unterwelten

    Fall 22 - Operation Garm

    Fall 23 - Death Metal

    Fall 24 - Vampir-Parasiten

    Fall 25 - Die Red Flower Challenge

    Fall 26 - Grenzwertig

    Fall 27 - Der Zweiköpfige Buddha

  • Fall 01 - König der Leichen


    Boris Tetzlaff und Simon Wächter werden von Will Mallmann für seine neugegründete Spezialabteilung zur Bekämpfung übernatürlicher Bedrohungen angeheuert. Nach einem eingänglichen Briefing erhält Boris eine Walther PPK als Dienstwaffe, die mit geweihten Silberkugeln geladen ist. Mallmann macht deutlich, dass die Munition der Waffen nur im Ernstfall gebraucht werden darf, da ihre Beschaffung höchst aufwendig und sündhaft teuer sei. Simon übergibt er einen speziell gesicherten Einsatzkoffer. Zunächst wissen Boris und Simon aufgrund ihrer unterschiedlichen Laufbahnen nicht viel miteinander anzufangen. Sie bekommen von Mallmann eine Akte mit dem Zeichen GK0176 ausgehändigt und sollen mit ihren Ermittlungen schnellstmöglich beginnen. In dem Fall, der Jahre zurückliegt, waren sich Mallmann und John Sinclair zum zweiten Mal begegnet und jagten lebende Leichen, die von einem Dämon namens Bakuur erweckt worden waren. Wenig später beginnen die zwei in einem winzigen Büro im Keller eines Wiesbadener Behördengebäudes des Bundeskriminalamtes, in das gerade ein Schreibtisch mit zwei Stühlen hineinpasst, mit einer Arbeit, die bei normalen Menschen für blankes Entsetzen gesorgt hätte. Während sie die Fallakte zu studieren, erzählten sie sich, zunächst noch zögernd, von den Ereignissen, die sie mit den Mächten des Bösen konfrontiert und an den Rand des menschlichen Verstandes, teilweise auch darüber hinaus, geführt hatten. Die beiden entwickeln indessen eine gewisse Sympathie zueinander.


    Am nächsten Tag brechen Tetzlaff und Wächter nach Oberwulfbach im Schwarzwald auf, um sich den Schauplatz des Falles aus der Akte persönlich anzusehen und den einzig verbliebenen Zeugen, Dieter König, Sohn und Nachfolger des getöteten Hotelbesitzers Harry König zu den damaligen Ereignissen zu befragen. Sie quartieren sich im kleinen, heruntergewirtschafteten Hotel der Königs ein. Nachdem der Besitzer die vorsichtigen Nachforschungen der beiden zu den damaligen Vorkommnissen barsch abwiegelt, versuchen Tetzlaff und Wächter die Zunge des Mannes mit einer Summe, die ihr Spesenkonto nahezu ausreizt zu lockern. Nach einigem Zögern willigt König ein, sich am Abend mit den beiden im örtlichen Gasthof zu treffen und ihnen Auskunft über den damaligen Vorfall zu erteilen. Um die Zeit bis zum Abend zu nutzen, beschließen die Ermittler sich zunächst den Friedhof des Ortes anzusehen.


    Kaum haben sie den Friedhof betreten, stoßen sie auf ein Grab, aus dem sich just in diesem Moment ein Untoter aus der Erde wühlt. Tetzlaffs im Einsatz geprägte Instinkte springen an, während sich der Professor beim Anblick des Untoten nur mit Mühe davon abhalten kann das Weite zu suchen. Mit gezielten Schüssen aus seiner neuen Dienstwaffe streckt Tetzlaff den wandelnden Kadaver treffsicher nieder. Auf dem Grab finden sie die Replik einer antiken Münze aus Blei, auf der der dämonische Unterweltgott Calu der alten Etrusker dargestellt ist. Sie beschließen auf den Schrecken erst einmal einen kräftigen Schluck im Gasthaus zu nehmen.


    Als Dieter König später am Abend dort eintrifft, haben die beiden Ermittler aufgrund des Vorfalles auf dem Friedhof mehr getrunken als gegessen. Ein Umschlag wechselt den Besitzer und Dieter König beginnt zu erzählen. Nach seiner Darstellung waren der Tod seiner Eltern und anderer damals die Taten eines Triebtäters namens Leitner, der fantasierte im Dienst irgendwelcher antiken Götzen zu stehen. König hat Kenntnis von einem angeblichen etruskischen Grabmal unter dem Friedhof und beschreibt einen Tunnel im kleinen Waldstück hinter dem Friedhof am Ortsrand, der jedoch kurz nach den Vorfällen von Archäologen der Universität Freiburg verschlossen worden sei. Die Berichte über wiederauferstandene Leichen schmettert er als reißerische Phantasien der Regenbogenpresse ab. Boris und Simon verschweigen was ihnen gerade auf dem Friedhof geschehen ist und sind enttäuscht, dass sie für eine beträchtliche Geldsumme nur wenig brauchbare Informationen erhalten haben. König verlässt daraufhin das Gasthaus, während die Ermittler ihr weiteres Vorgehen beratschlagen. Als sie etwa zwei Stunden später den Rückweg zur Pension König antreten, sind die Zungen und Schritte der beiden schwer vom Alkohol. Tetzlaff, aufgrund seiner robusten Konstitution weitaus trinkfester als sein neuer Kollege, muss den schwer angetrunken Professor auf dem Weg stützen, damit dieser nicht über seine eigenen Füße stolpert und hievt ihn in dessen Hotelzimmer ins Bett.


    Während er sich selbst bettfertig macht, hört er einen Schrei aus dem Zimmer seines neuen Kollegen. Er stürzt hinüber und steht erneut einem vergammelten, untoten Ungetüm gegenüber, der durch das offene Fenster ins Zimmer geklettert war. Da Boris seine neue Dienstwaffe gerade nicht bei sich hat, geht er in den Nahkampf mit dem Untoten und schafft es nach einigem Gerangel den Zombie zurück durch das Fenster zu schleudern. Der Zombie stürzt auf die Strasse vor dem Hotel, wo er mit zerschmetterten Knochen liegen bleibt.


    Durch das Adrenalin des Kampfes gegen den Untoten schlagartig ernüchtert, kommen Boris und Simon zu dem Schluss, dass jemand den Leichnam direkt auf sie angesetzt haben muss. Als sie an die unbesetzte Hotelrezeption kommen, entdecken sie dahinter frische Spuren von Walderde und eine der nachgemachten Etruskischen Münzen, die scheinbar achtlos fallengelassen worden war. Boris verfolgt die Spur zurück in den nah gelegenen Wald hinter dem Friedhof, bis zu der Stelle die König ihnen früher am Abend beschrieben hatte. Dort finden sie unter einem leichten Felsüberhang Stufen, die in eine Höhle unter dem Friedhof führen. Das ganze ist allerdings mit einem schweren Gitter gesichert. Sie können nur mit Mühe das Vohängeschloss aufbrechen und ignorierten die Warnschilder, die eine Archäologische Ausgrabungsstätte der Universität Freiburg markieren und vor Einsturzgefahr warnen.


    Nachdem sie den Windungen des gehauenen und gestützten Ganges bis tief unter den Friedhof gefolgt sind, dringt ihnen der Klang hektisch gesprochener Beschwörungsformeln entgegen. Sie entdecken Dieter König vor einem steinernen Sarkophag in der Mitte einer niedrigen Kaverne umgeben von etwa einem Dutzend wiedererweckter Kadaver. Es stinkt nach Verwesung und einem Ekelerregenden beißenden Rauch aus einer Feuerschale in der Nähe des Sarkophags. In der Decke der Kaverne können sie Löcher ausmachen, aus denen sich die wiedererweckten Leichen nach unten gegraben hatten um ihrem Beschwörer zu Diensten zu kommen. Boris bekommt durch den Qualm und die Untoten kein freies Schussfeld auf König. Er hat auch nicht genügend geweihte Silbermunition um alle Zombies zu erschießen. Während er noch abwägt, passiert dem Professor ein Missgeschick und die Anwesenheit der beiden fliegt auf. König schickt ihnen seine Untoten Diener entgegen und die Ermittler treten den taktischen Rückzug an. Da die Untoten relativ langsam sind können Boris und Simon schnell einen kleinen Vorsprung herausholen. Der Professor zieht ein an einen Lippenstift erinnerndes Röhrchen aus der Sakkotasche, malt damit eine Linie und merkwürdige Zeichen auf den Höhlenboden und spricht einige für Boris unverständliche Worte. Da haben die Zombies sie auch schon eingeholt. Als sie die Linie, die Simon gezogen hat überqueren wollen, scheint sie eine blau-weißlich leuchtende mystische Barriere daran zunächst zu hindern, doch die Untoten sind zu zahlreich und können die Bannlinie schließlich durchbrechen. Boris schießt auf einen der Untoten. Aus der Decke brechen Steine und treffen sowohl die Ermittler, als auch die Zombies. Tetzlaff und Wächter rennen um ihr Leben in Richtung des Höhlenausgangs, da kommt ihnen eine rettende Idee. Sie haben das eiserne Gitter des Ausgangs fast erreicht. Boris schießt zielsicher auf die Querverstrebungen des Gitters, das dadurch beginnt wie eine Stimmgabel zu schwingen, den Höhlengang vollends zum Einsturz bringt und die Untoten sowie ihren Totenbeschwörer unter zentnerschweren Steinbrocken begräbt. Als sich der Staub legt, kontaktieren Tetzlaff und Wächter ihren neuen Vorgesetzten, um ihm von der Ereignissen zu berichten. Der beordert seine Ermittler jedoch umgehend nach Wiesbaden zurück.


    [Natürlich war der ganze Fall insgeheim von Mallmann als Test für seine beiden Ermittler inszeniert worden. Die Story basierte auf der Geschichte aus dem Gespensterkrimi 0176 mit dem Titel "Der Alptraumfriedhof". Als "Akte" dient uns häufig ein entsprechender Original-Heftroman in Digitalform (damit man ihn nach Stichworten durchsuchen kann). Regeltechnisch war dieser erste Fall noch ziemlich "Vanille". Beide Geisterjäger hatten die üblichen 120 AP von Startcharakteren. Am Ende des Falls erhielten beide 5 AP. Die Gegner waren Standard-Zombies und ein Totenbeschwörer aus dem Grundbuch. Bis auf eine Ausnahme wurden nur vorgefertigte Gruppen- oder Erzähleraktionen aus den Büchern verwendet. Diese Ausnahme ist eine Gruppenaktion, die seither zu unserem Standard-Repertoire gehört.]


    Gruppenaktion: Spesenkonto: (+1 ESP)

    "Ich hoffe, sie brauchen keine Quittung..."

    Die GJ können einen gewissen Betrag über ihre Spezialabteilung abrechnen. Sie erhalten dadurch Barmittel, die einem 1-AP-Gegenstand entsprechen. Diese Gruppenaktion kann für jeden GJ des Teams einmal pro Kapitel genutzt werden.

  • nomad79

    Changed the title of the thread from “Der Hölle auf der Spur” to “John Sinclair - (AP) Der Hölle auf der Spur”.
  • Fall 02 - Der Herold des Schwarzen Todes


    Früh am Morgen, nach der Rückfahrt von Oberwulfbach noch sehr übermüdet, sitzen Tetzlaff und Wächter erneut im fensterlosen Büro ihres neuen Vorgesetzten Will Mallmann. Der Hauptkommissar und Leiter der gerade erst gegründeten "Sonderabteilung zur Beobachtung und Eindämmung außergewöhnlicher Phänomene" beglückwünscht seine Ermittler herzlich zu ihrem prompten Ermittlungserfolg in ihrem Ersten Fall. Die beiden frischgebackenen Geisterjäger fühlen sich verkatert und von ihrem neuen Chef etwas überrumpelt. Dieser schiebt seinen Ermittlern jedoch schnell eine Packung Schmerztabletten über den Schreibtisch, und ruft ins Zimmer nebenan, er würde doch gerne zwei Glas Wasser für Tetzlaff und Wächter haben. Einige Sekunden später kommt eine korpulente Dame mit einer Zigarette im Mundwinkel und vermutlich nur noch wenigen Jahren bis zur Rente, leicht schnaufend und mit zwei Wassergläsern in Mallmanns Büro. Sie stellt sich als Inge Koschmidder vor, und gibt Boris und Simon zu verstehen, dass sämtliche telefonischen Belange oder Anfragen zu den Akten über sie zu laufen hätten. Die Anweisung Mallmanns in einem Dienstgebäude das Rauchen endlich einzustellen überhört sie dabei geflissentlich. Die Sekretärin händigt Tetzlaff und Wächter eine beigefarbene Aktenhülle, diesmal mit dem Zeichen JS0007 aus, während die beiden ein bis zwei Tabletten herunterspülen. Malmann kommt schnell wieder zur Sache. Er erklärt, dass es sich bei der Akte ebenfalls um einen der Altfälle mit seinem ehemaligen Kollegen, dem Geisterjäger John Sinclair, handelt. Die beiden hatten damals in einem luxuriösen Bordell im Spessart einen Ring aus Teufelsanbetern ausgehoben, die in der Lage waren einen mächtigen Dämon zu beschwören. Dieser Dämon sei das furchtbarste gewesen, gegen das Mallmann und Sinclair jemals zu kämpfen hatten. Dieser Kampf habe Mallmann mehr gekostet, als er je bereit gewesen sei zu geben. Der Dämon sei im Endeffekt jedoch in eine ferne Dimension verbannt worden. Damit das allerdings so bliebe, müsse die Abteilung besonders wachsam sein. Und daher müsste er Boris und Simon nun an den Ort schicken, an dem all das begonnen hatte...


    Erst als Boris und Simon wieder in Wächters SUV sitzen und der gerade aufgehenden Sonne entgegenfahren, scheint sich der Nebel in ihren Gedanken wieder aufzulösen, ob nun durch die Tabletten, den frischen Fahrtwind des offenen Fensters oder etwas anderes, ist ihnen zusehends egal. Mallmann hatte ihnen klare Anweisungen gegeben. Sie sollten von Wiesbaden aus nach Eichtal, einige Kilometer südlich von Aschaffenburg, im nicht allzu fernen Spessart fahren. Dort angekommen sollten sie sich in der Pension "Zum Krug" einquartieren. Mallmann würde dort später zu den Ermittlern stoßen, konnte aber noch keinen konkreten Zeitpunkt seines Erscheinen nennen. Von Eichtal aus sollten Boris und Simon ihre Ermittlungen in der Umgebung starten. Zum einen sollten die Bewohner von Eichtal und der näheren Umgebung über zurückliegende, oder möglicherweise sogar aktuelle Vorkommnisse ausgehorcht werden. Außerdem sollten sie versuchen, einen Überlebenden des damaligen Vorfalls in einer psychologischen Einrichtung im Nahen Aschaffenburg, mit äußerster Vorsicht befragen. Und schließlich sollten die beiden zu bestimmten GPS-Koordinaten am Ende einer von den regulären Verkehrsadern abzweigenden Privatstraße fahren, um dort ein altes, luxuriöses Anwesen, das sogenannte "Chateu D'amour" zu untersuchen. Dort hatte sich nach Mallmanns Angaben die Geburt dieses Wesens ereignet, das der Hauptkommissar ominös als den "Schwarzen Tod" bezeichnet hatte. Als der Professor unterwegs die erhaltenen Koordinaten in die Suchmaschine der Map-Software auf seinem Laptop eingibt, erscheint auf dem Bildschirm nur die unscharfe Satellitenaufnahme einer leeren Lichtung, mitten im Spessart-Wald, dort wo sich das angeblich verlassene, ehemalige Lustschlösschen befinden soll. Die beiden buchen sich zwei Stunden später, noch früh am Morgen, in der pittoresken Dorfpension ein. Während eines stärkenden Frühstücks bekommen sie von der Wirtin erste Hinweise auf das örtliche Museum und beschließen sofort weitere Ermittlungen zu starten. Um Zeit zu sparen, wollen die beiden sich aufzuteilen.


    Während der Professor sich darauf freut das Heimatmuseum zu erkunden, ist Boris etwas unwohl dabei mit Simons Auto nach Aschaffenburg zu fahren, um den damaligen Zeugen in der Anstalt aufzusuchen. Zu sehr erinnert ihn das Schicksal des Mannes an sein eigenes. Wahrscheinlich hatte der Mann zu offen über seine Begegnung mit dem Unerklärlichen gesprochen, und wurde auf Grund dessen für Geisteskrank gehalten. Als Boris sich nur auf vorzeigen seiner noch brandneuen Dienstmarke zu einem Arzt namens Dr. Schneider durchgekämpft hat, der ihm nach einem kurzen, aber unglaublichen Gespräch, sowie einer telefonischen Dienstanweisung von Malmann, schließlich kopfschüttelnd Zugang zu dem Patienten gewährt. Der Patient, dessen Identität seit Jahren ungeklärt ist, verhält sich jedoch keineswegs wie Boris erwartet hat. Als er am Krankenbett des fixierten Mannes mittleren Alters steht, brabbelt dieser nur scheinbar zusammenhangloses Zeug. Der Mann hat durch das, was er gesehen haben muss, tatsächlich völlig den Verstand verloren, denkt sich Boris und verlässt die Anstalt. Auf dem Parkplatz davor hängt er noch eine Weile düsteren Gedanken nach und rätselt über die Bedeutung der gerade gehörten Worte. Schließlich spürt er in sich einen unerklärlichen Impuls, und macht sich schlussendlich auf den Weg. Zurück in Eichtal trifft er seinen Kollegen, Professor Wächter vor dem kleinen Spessartmuseum wieder, wo dieser von einer Frau Kassinski hervorragend bewirtet wurde und sich derweil die komplette Familiengeschichte der Dame anhören durfte. Sie hatte Simon vom den merkwürdigen Auswüchsen des Hobbies ihres Mannes, seit dem spurlosen Verschwinden ihres Sohnes vor einigen Jahren berichtet. Leider kommt keiner von ihnen auf den Gedanken, das der verschwundene Sohn nur wenige Kilometer entfernt in einer geschlossenen Einrichtung unerklärliche Dinge vor sich hin stammelt.


    Am frühen Nachmittag machen sich Tetzlaff und Wächter schließlich auf, um das besagte Schloss, einige Kilometer entfernt inmitten malerischer Waldlandschaft gelegen, aufzusuchen. Ihr Navigationsgerät stellt die beiden jedoch auf eine Nerven-zermalmende Probe. Über zwei Stunden fahren Boris und Simon im Kreis um ihren Zielort, ohne ihn tatsächlich erreichen zu können. Scheinbar übersehen sie jedesmal die entsprechende Einmündung in die beschriebene Privatstraße. Als die beiden noch diskutieren, ob sie einfach zu unfähig, oder einem übernatürlichen Phänomen aufgesessen sind, bemerken sie ein am Straßenrand geparktes Fahrzeug. Sie halten an, um nach dem Weg zu fragen, doch zunächst ist niemand in der Nähe zu entdecken. Nach kurzem Rufen kommt ein älterer Mann mit einem Regenmantel und einem Metalldetektor aus dem Wald. Als sich Simon nach dem Weg erkundigt und barsch Antwort erhält, erkennt er ungeschickterweise nicht, dass es sich bei dem kauzigen Mann um Simon Kassinski handelt, den Betreiber des Spessartmuseums und Ehemann der redseligen Dame früher am Tag. Boris bemerkt jedoch eine familiäre Ähnlichkeit zwischen dem Alten und dem Patienten, den er gerade in Aschaffenburg zu Gesicht bekommen hatte.


    Als die beiden die Fahrt wieder aufgenommen haben und gerade in die lange gesuchte Privatstrasse einbiegen, will Boris seinen Kollegen schließlich auf die merkwürdige Tatsache ansprechen, als die beiden in den sich, durch die unaufhörlich voranschreitende Sonne bereits wieder ausbreitenden Schatten einer Baumgruppe nahe der Straße einige ungewöhnlichen Tiere bemerken. Fledermäuse. Etwa eine Handvoll. Aber von einer enormen Größe. Und von einer tiefschwarzen Farbe, die fast noch dunkler wirkt, als die sie umgebenden Schatten. Sie bemerken im Vorbeifahren, dass mit den Köpfen der Tiere etwas nicht stimmt. Anstatt Schnauzen scheinen sie echsenartige Schnäbel mit unregelmäßig gezackten Zähnen zu besitzen. Als der Professor entsetzt den Rückspiegel ausrichtet, sieht er gerade noch, wie sich die monströsen Wesen von den Ästen abstoßen und auf sie zuschnellen. Statt das Gaspedal wie geplant voll durchzutreten, tritt der Professor abrupt auf die Bremse. Der schwere Geländewagen stoppt plötzlich und das schnellste der Fledermausmonstren kracht gegen die Heckscheibe, die mit einem Klirren zerbirst. Während das geflügelte Wesen auf der Rückbank unter heftigen Zuckungen sein unnatürliches Leben aushaucht, hechten Tetzlaff und Wächter zu beiden Seiten aus dem Wagen. Sofort eröffnet Boris das Feuer mit geweihten Silberkugeln aus seiner Walter PPK auf die kreischenden, flatternden Hybridmonster und holt sie innerhalb kürzester Zeit, eins nach dem anderen, vom Himmel während der Professor versucht, möglichst in Deckung zu bleiben. Die getroffenen unnatürlichen Wesen vergehen noch ehe ihre Körper den Boden erreichen. Gerade als der Professor die Hecktür seines Autos aufreißt, um zu sehen, was aus dem verunfallten Flugsaurier-Fledermaus-Hybriden geworden ist, wird dieser von einem flachen Sonnenstrahl getroffen und löst sich direkt vor seine Augen zu einem Häuflein Asche auf. Fluchend steigen die beiden Geisterjäger zurück ins Fahrzeug und legen noch einige hundert Meter auf dem Kiesgestreuten Weg durch den immer dichter und dunkler werdenden Wald zurück, bis sich ein kleiner Vorplatz vor ihnen öffnet, und den Blick auf die zerfallene Ruine eines ehemals wohl herrschaftlichen Landhauses freigibt.


    Tetzlaff und Wächter spüren, nachdem sie ihren Wagen auf dem freien Platz vor dem halbeingestürzten Trümmerhaufen, der mal ein Bordell gewesen sein soll, abgestellt haben, dass etwas unheilvolles in der Luft liegt. Die Trümmer des Gebäudes, das nicht zu finden und aus der Luft nicht zu erkennen ist, strahlt eine starke, schwarzmagische Aura aus. Angespannt und mit locker sitzender Waffe entlädt Boris den Kofferraum. Nach dem Fiasko mit dem Vorhängeschloss in Oberwulfbach hat er zur Sicherheit ein Brecheisen besorgt. Kurz begutachtet er die Trümmer des Gebäudes und beschließt, statt die einsturzgefährdete Vordertür aufzustemmen, mit Hilfe des Brecheisens kurzerhand die scharfen Splitter aus den kaputten Fenstern herauszubrechen. Dann bietet er seinem Kollegen, der sportlichen Übungen weitaus weniger zugeneigt zu sein schien als er, eine Räuberleiter an. Nachdem er den dumpfen, aber sicheren Aufprall des Professors auf einem stabilen Innenboden hört, zieht er sich selbst durch das Fenster hinterher.


    Schnell und präzise arbeiten sich die beiden durch die ramponierten Räume des Trümmerschlosses. In den Lichtkegel ihrer Taschenlampen findet sich das ein oder andere Indiz auf die früheren Betreiber und auch einige frischere Spuren, die Boris und Simon schließlich vor eine Wendeltreppe im rückwärtigen Teil des Gebäudes führen. Sie steigen in die Tiefe hinab. Plötzlich bäumen sich die Stufen unter ihren Füßen auf wie wilde Tiere. Boris, der die herannahende Gefahr bereits gespürt hat, versucht seinen Kollegen hinter ihm noch rechtzeitig zu warnen, als er die zur holperigen Rutschbahn gewordenen Treppe herunter schliddert, doch schon hört er den verkniffenen Schmerzenslaut eines hart auftreffenden Professoren-Steißbeins.


    Die Rutschpartie endet in einem weitläufigen Gewölbe, tief unter den Schutthaufen des verfluchten Hauses. Als Boris und Simon ihre Taschenlampen über die Silouetten merkwürdiger Gegenstände und Wandbilder schweifen lassen, hören sie unvermittelt eine unnatürlich klingende Stimme. Es ist Kala, der Hausherr, der sich großspurig als Herold des Schwarzen Todes vorstellt. Während der Dämon, der als riesiges Steingesicht in den Mauern zu einem Teil des Schlosses geworden ist, noch vor sich hin prahlt und von Boris dabei ausgefragt wird, zieht Simon mit der Magischen Kreide unbemerkt einen Schutzkreis um sich und seinen Kollegen. Beide haben geahnt, dass ein Angriff folgen würde. Und schon schnellen unzählige steinerne Arme aus Boden, Decke und Wänden, um die Geisterjäger zu greifen. Wie gehofft, werden sie durch die mystische Barriere aufgehalten. Als Boris aus dem weißmagischen Kreis jedoch das Feuer auf Kalas steinernes Gesicht eröffnen will, wird er von Simon zurückgehalten. Der Professor erklärt, dass die schützende magische Barriere ihre Wirkung verlieren würde, sobald man ein Angriff aus ihr heraus startet. Währenddessen schießt der Dämon auch noch magische Blitze aus seinen Augen ab, die Boris und Simon jedoch auch dank des magischen Schutzkreises abwehren können. Auch Kalas Arme werden durch sie in Schach gehalten. Boris überlegt fieberhaft, wie er in die Offensive gehen kann. Sein Blick und der des Dämons treffen sich. Boris zückt die Waffe. Kalas glimmendes Steinauge fest im Blick. Dann tritt er einen Schritt vor. Mit einem weiteren übersteigt er die bläulich glühende magische Barriere. Nur den Bruchteil einer Sekunde später entlädt er die erste Salve gezielter Schüsse mitten in Kalas steinernes Auge. Aus dem höhnischen Lachen des Dämons wird ein schriller Schrei und dutzende von Armen schnellen, ziellos um sich schlagend, auf den Geisterjäger zu. Boris weicht geschickt aus und entleert das Magazin mit den geweihten Silberkugeln in das andere riesige Auge direkt vor sich. Dessen Schrei steigert sich fast ins unerträgliche, bis auch der blau glimmende magische Schutzkreis mit einem Flackern erlischt. Dann lösen sich Gesicht und Arme des Dämons in Staub auf.


    Kaum, dass sich der Staub wieder gelegt hat, untersuchen die zwei Ermittler das Gewölbe. Sie entdecken neben einigen schwarzmagischen Artefakten auch das Mosaik und den Tunnel des Seelenschlingers. Hier stellt Boris endgültig den Zusammenhang zwischen den Wirr erscheinenden Worten des Mannes in der Anstalt, den Vorgängen im Chateu und dessen tragischer Familiengeschichte her. Die beiden packen alle Gegenstände, die sie tragen können zusammen und machen sich aus dem Staub, bevor ihnen der Rest des Gebäudes auch noch auf den Kopf fällt. Als sie keine Stunde später, nicht lange nach Einbruch der Dunkelheit, im Gasthof "Zum Krug" ankommen, werden sie dort bereits von einem erstaunten und äußerst zufriedenen Mallmann erwartet.


    Epilog: Als die Dienerinnen des vernichteten Dämons Kala, die fünf "Ammen des Schwarzen Todes", nur wenige Tage später zum Chateu D'amour zurückkehren, fällt ihnen sofort die Veränderung auf. Die schwarzmagische Aura, die den Ort verborgen hält ist erloschen. Verwirrt dringen sie bis in das Gewölbe vor und müssen mit einer Mischung aus Entsetzen und Freude feststellen, dass ihr dämonischer Herr vernichtet worden ist und dessen Schatz aus verfluchten Gegenständen verschwunden ist. Daraufhin beschließen die fünf, dass sie dem Schwarzen Tod ohne Kala ohnehin besser zu Diensten sein können. Die Schlangendämonin Fatima entdeckt schnell, dass noch Reste weißer Magie im Gewölbe zu spüren sind, während die Vampirin Claudine einige, noch in der Wand steckende Silbergeschosse findet. Sie planen daraufhin einen Ort aufzusuchen, der noch sicher für sie ist, um ein Ritual durchzuführen, das eine Verbindung der übernatürlichen Kräfte der Werwölfin Miriam und der Hexe Yvonne schafft, um denjenigen auf die Spur kommen, die für all das verantwortlich sind.


    [Wie JSA-Erfahrene schnell erkennen, handelt es sich bei diesem Fall um eine Adaption der ersten beiden Kapitel aus dem zweiten John Sinclair Abenteuerspiel Buch "Ewige Jugend", etwas abgekürzt und an unsere Storyline angepasst. Wir haben als Akte natürlich auch den John Sinclair Heftroman Nr.0007 "Das Horror-Schloss im Spessart" verwendet, das bei uns allen auch seit einer Ewigkeit schon als Hörspiel (sowohl Tonstudio Braun als auch Edition 2000) das Ohr wurmt. Im Gegensatz zum Abenteuer im Buch spielt unsere Version sehr viele Jahre später, und der Schatz der Templer spielt zunächst keine Rolle. Stattdessen lässt Mallmann Boris und Simon den Dämon Kala aus dem Weg räumen, um sich dessen schwarzmagischer Artefakte zu bemächtigen und den Dienern des Schwarzen Todes einen unerwarteten Schlag zu versetzen. Er ist der Hexe Yvonne durch Simons Erlebnis erneut auf die Spur gekommen und hat sich darüber an die Geburtsstätte seines schwierigsten Gegners nach John Sinclair erinnert. Mallmann hat absichtlich einen Zeitpunkt gewählt, an dem Yvonne und die anderen vier Dienerinnen Kalas, die sich als die "Ammen des Schwarzen Todes" bezeichnen, nicht im Chateau anwesend sind. Er ahnt, dass seine zwei Neulinge der geballten Macht fünf verschiedener übernatürlicher Wesen, darunter eine Werwölfin und eine Dämonin, noch nicht gewachsen wären. Doch er glaubt zu Recht daran, dass sie eine Chance gegen Kala und die niederen Dienerwesen des Schwarzen Todes haben. Achso, genau: die Vampir-Monstren auf dem Weg zum Chateu waren umfunktionierte Hexenraben. Der Endgegner Kala wurde exakt wie aus dem Buch gespielt, und dafür erstaunlich schnell von den GJ umgelegt. Ihr größter Vorteil gegen den Dämon mit variablem Schadenswert war im Endeffekt, dass sie nur zu zweit waren. Boris hatte sich vor Beginn des Abenteuers eine Brechstange und Painkiller-Tabletten von den XP des letzten Abenteuers gekauft. Den Effekt der Pillen hatten wir als Gruppenaktion für alle GJ für 1 ESP am Anfang in die Szene einfließen lassen, in der Mallmann die Geisterjäger "konditioniert", was als ausgleich für "Eine kurze Nacht" gedacht, aber im Endeffekt dann doch eher sinnfrei war. Zwei andere neue Gruppenaktionen, eine davon ist von Sir James zweckentfremdet, und eine wirklich fiese Erzähleraktion, die wir eingeführt haben, findet ihr weiter unten. Sonst waren die meisten Gruppen- und Erzähleraktionen die selben, wie im Buch. Am Ende gab es statt den regulären 5 XP für das Abenteuer stattdessen 1 XP für jeden Beweispunkt, den die GJ Malmann präsentieren konnten, was aber quasi auf das selbe hinauskam, wenn ich mich richtig erinnere.]


    Gruppenaktion: Telefonzentrale: (+1 ESP)

    "...Jaa ? ...Was wollen SIE denn schon wieder ? <hust, hust> ...Und natürlich wieder gestern, schon klar!"

    Frau Koschmidder macht einen kurzfristigen Termin für die GJ, bucht einen Flug oder ein Hotel, bestellt oder sendet einen 1-AP Gegenstand, sendet oder überstellt einen freigegebenen Gegenstand aus der Asservatenkammer, oder bestätigt einen Auftrag der GJ telefonisch. Mehrmals pro Kapitel einsetzbar, solange die GJ Netzempfang haben und ihre Sekretärin keine noch schlechtere Laune bekommt (Seele + Charisma [so oft die Aktion bereits eingesetzt wurde +1]).


    Gruppenaktion: Von höherer Stelle: (+1 ESP)

    "Geben sie mir den Mann mal ans Telefon!"

    Die Geisterjäger dürfen eine Herausforderung auf Seele + Charisma um Zutritt zu einem Ort zu bekommen, oder jemanden davon zu überzeugen Amtshilfe zu leisten sofort noch einmal ohne eventuellen Malus wiederholen und erhalten sogar einen automatischen Erfolg. Nur einmal pro Kapitel einsetzbar.


    Erzähleraktion: Geheiminformationen: (-1 ESP)

    Ich erinnerte mich, wie der Chef gesagt hatte: "Ich muss mit ihnen noch rasch etwas unter vier Augen besprechen."

    Der betroffene GJ hat von seinem Vorgesetzten einen speziellen Auftrag erhalten, von dem der Rest seines Teams nichts weiß, oder wurde von einem Gegner mit hypnotischen Kräften heimlich manipuliert. Die Erzähleraktion funktioniert wie die Gruppenaktion: "Geistesblitz" für einen einzelnen GJ. Der GJ muss innerhalb der Szene so handeln, dass er der Information nachgeht, ohne seinen Verbündeten jedoch etwas davon sagen zu können. Die Erzähleraktion kann jederzeit eingesetzt werden. Wenn diese Erzähleraktion zum ersten Mal bei einem GJ eingesetzt wird, muss dies festgehalten werden.

  • Fall 03 - Das Erbe der Werhexen (Teil 1 von 2)


    Etwa eine Woche nachdem Tetzlaff und Wächter die Ruine im Spessart, in der der Dämon Kala gehaust hatte, ausgehoben haben, sitzen sie an einem Vormittag erneut im Büro ihres Chefs. Mallmann ist bester Laune. Er wirkt weniger blass und angespannt als zuvor. Dann überreicht er seinen beiden Ermittlern eine weitere Fallakte. Knapp erklärt der Hauptkommissar das es sich erneut um einen Altfall handelt, versehen mit dem Aktenzeichen JS0044, bei dessen Nachbearbeitung möglicherweise ebenfalls magische Gegenstände sichergestellt werden könnten. Tetzlaff und Wächter sollen allerdings auf der Hut sein, da in diesem Fall mehrere Faktoren zu berücksichtigen seien. Die beiden Ermittler sollen nach Runstorf, einem kleinen Ort in Schleswig-Holstein, nicht weit von Bad Seegeberg, fahren, wo sich hartnäckige Gerüchte über ein enormes schwarzes, katzenartiges Raubtier halten würden. Dort hatten Mallmann, Sinclair und zwei weitere damalige Verbündete vor Jahren in einem vornehmen Internat ermittelt, das in einem Schlösschen residierte, welches idyllisch an einem See gelegen war. Aus dem Internat waren Schülerinnen entführt worden. Die Entführer waren drei, ebenfalls am See lebende Hexen gewesen, welche die magische Fähigkeit besaßen, sich in gefährliche Raubtiere zu verwandeln. Die Entführten sollten in einem schwarzmagischen Ritual dem Teufel geopfert werden. Eine der Werhexen konnte die Gestalt eines Tigers annehmen, die zweite die eines Panthers, während die Dritte sich in einen enormen Wolf verwandeln konnte. Malmann und seine Kollegen waren von diesem Trio aus Werhexen damals in eine Falle gelockt worden, hatten die drei Teufelsbuhlen jedoch am Ende knapp vernichten können.


    Etwas zerknirscht erklärt Mallmann, dass er damals noch weitaus weniger erfahren in diesen Dingen gewesen sei als heute, und nach der Vernichtung der Werhexen keine entsprechende Nachbearbeitung des Falles stattgefunden habe. Erst heute, viele Jahre später, habe er endlich die nötige Zeit und die personellen Ressourcen, um sich mit der gebotenen Gründlichkeit darum zu kümmern. Tetzlaff und Wächter sollten sich also ins Runstorf umhören, ob es sich bei dem schwarzen Raubtier - möglicherweise einem Panther - wirklich nur um ein Gerücht handele. Es waren seit den damaligen Ereignissen zumindest keine von Raubtieren verletzten, oder in diesem Zusammenhang verschwundenen Personen amtlich gemeldet worden. Zudem sollten die Ermittler die Überreste der Holzhütte, in der die Werhexen gehaust hatten, aufspüren und untersuchen. Ihre genaue Position sei in der damaligen Aufregung und den daraufhin angefertigten Berichten nicht verzeichnet worden, und es habe auch nie eine nachfolgende Spurensicherung stattgefunden. Mallmann vermutet, die Werhexen hätten seinerzeit auf etwas größeres hingearbeitet, sei sich jedoch nicht sicher, um was es sich gehandelt habe. Es habe in jedem Fall etwas mit dem See zu tun gehabt, den die damalige Ermittlung ebenfalls sträflich vernachlässigt habe. Ein weiteres Detail der damaligen Vorgänge habe nach neueren Erkenntnissen ebenfalls nicht ins Bild gepasst: Die Ermittler waren im Schwimmbad des Internates scheinbar Zufällig von einem völlig fremdartigen, krakenähnlichen Wesen angegriffen worden, das in keiner direkten Verbindung zu den Werhexen gestanden hatte. Dieses Krakenwesen sei zwar zurückgeschlagen, vermutlich aber nicht vernichtet worden. Mallmann schließt damit, dass Tetzlaff und Wächter diese drei unterschiedlichen Faktoren bei ihren Ermittlungen zu berücksichtigen hätten, um herauszufinden, in welchem Zusammenhang sie miteinander stehen.


    Als Boris und Simon am Nachmittag auf der Autobahn gen Norden unterwegs sind, sprechen sie den Inhalt der Akte und die knappen Ergebnisse ihrer bisherigen Recherche noch einmal durch. Mit Hilfe ihrer unwirschen und kettenrauchenden Sekretärin, Inge Koschmidder, haben die beiden Ermittler herausgefunden, das in der Nähe des Runstorfer Sees zwar keine polizeilich relevanten Fälle gemeldet waren, in denen es um ein Raubtier ging, jedoch lagen Berichte über vermisste Personen vor, die möglicherweise beim Schwimmen im See ertrunken waren. Die örtliche Wasserrettungs-Gesellschaft hatte den See mehrmals sperren und durchsuchen lassen, jedoch nichts gefunden. Zudem hatte die Jagd- und Forstbehörde der Gemeinde ein paar Meldungen von gerissen Wildtieren verzeichnet. Diese waren mutmaßlich einem größeren, katzenartigen Raubtier zuzuschreiben. Die Forstleute vermuteten einen aus südlicheren Gegenden zugezogenen, stattlichen Luchs als Täter, der jedoch nur anhand weniger Tatzenspuren fragwürdig identifiziert worden war. Keiner der Forstleute hatte das Tier tatsächlich gesehen. Simon hatte eine recht kurze Liste an Zeugen aufgestellt, die in den damaligen Fall verwickelt gewesen waren und noch immer am Ort wohnten. Hierbei handelte es sich zum einen um einen gewissen Harry Hart, der vom damals einfachen Sportlehrer, arglos unter die Kontrolle der Hexen geraten, inzwischen zum stellvertretenden Schulleiter des Internates avanciert war. Die andere Zeugin der Ereignisse der Akte hieß Marika Revens. Sie war noch recht jung gewesen, als ihr Freund das dritte Mordopfer der Werhexen geworden war. Sie war mit einer schweren posttraumatischen Belastungsstörung, ausgelöst durch die furchtbaren, kaum erklärlichen Vorfälle, diagnostiziert worden und lebte nun zurückgezogen in einem kleinen, ehemaligen Hofgut auf der anderen Seite des Sees, welches sie von ihren verstorbenen Eltern vererbt bekommen hatte. Die Frau lebte scheinbar davon, recht ansehnliche Schmuckstücke verschiedenster Arten und Materialien über eine Reihe von Online-Plattformen zu verkaufen. Am Abend kommen Boris und Simon schließlich in Runstorf an, und beziehen Quartier in einem schön restaurierten, zum Hotel umfunktionierten Bauerhaus, mit Blick auf den See. Dieser leuchtet silbrig in der Nacht, während die Scheibe des nahezu vollen Mondes auf ihn scheint.


    Früh am nächsten Morgen steht Boris auf, um den Tag mit seinem üblichen Fitnessprogramm zu beginnen. Er genießt die frische Morgenluft auf seiner Jogging-Runde entlang des Sees. Dabei sieht er eine einsame Schwimmerin ihre Bahnen ziehen, und schließlich das nahe Ufer ansteuern. Als die attraktive Frau mit langem, schwarzem Haar und heller Haut dem Wasser entsteigt, ist Boris erstaunt, an ihrem Knöchel ein festgeschnalltes Tauchermesser zu bemerken. An einer Schnur hinter sich zieht sie ein triefendes Netzbündel aus dem Wasser. Boris beschließt sie anzusprechen und versucht das Eis mit einem Scherz über im Wasser lauernde Krokodile zu brechen. Zunächst schaut ihn die hübsche Schwimmerin nur irritiert an, doch dann entgegnet sie zögerlich, sie sei gerade dabei gewesen Schlingpflanzen und schwimmende Algen aus dem See zu entfernen, bevor sich diese zu einer Gefahr für Schwimmer entwickeln könnten. Rasch zieht sich die ansehnliche Dame eine ledernes Band mit einem Anhänger über den Kopf und wickelt sich in ein Handtuch, die beide am Ufer gelegen hatten. Boris versucht ein Gespräch zu beginnen, doch die dunkelhaarige Schönheit lässt sich nicht darauf ein. Etwas verhuscht verabschiedet sie sich und eilt davon.


    Später bei Kaffee und Frühstücksbüffet ("Rührei ist schon alle..."), beraten Boris und sein Kollege Professor Wächter ihr weiteres Vorgehen. Zunächst wollen sie die Akten der örtlichen Behörden einsehen und sich die Zeugen zur Befragung vornehmen, später auf die Suche nach der Ruine des Hexenhauses gehen. Da Boris es eher mit Personen anstatt Papier hat, fährt der Professor die örtlichen Ämter ab, während sich Boris zu Fuß zum nahen Internat aufmacht. Dort trifft er auf Harry Hart, den stellvertretenden Schulleiter. Dieser wirkt auf Boris mit seiner athletischen Figur, blondierten Haaren und Zahnpastalächeln eher wie ein klischeehafter Skilehrer. In seinem Büro steht eine beachtliche Anzahl an angestaubten Pokalen und anderer Trophäen eines ehemals erfolgreichen Leistungsschwimmers. Hart ist gerade dabei das jährliche Schwimmturnier seiner Schule zu planen. Aufgrund eines Defektes in der Technik der schuleigenen Schwimmhalle will er die Wettkämpfe direkt im See stattfinden lassen. Der Mann ist erfreut nach all den Jahren doch noch mit jemandem von offizieller Seite über die damaligen Ereignisse reden zu können, doch er erinnert sich an nicht viel, was die Hexen und ihre Pläne betrifft. Stattdessen zeigt er Boris enthusiastisch eine Vielzahl an unscharfen Fotografien und verwackelten Videoschnipseln, die angeblich das mysteriöse Raubtier zeigen sollen. Schließlich legt er dem Ermittler zwei weitere "Beweise" für die Existenz der schwarzen Raubkatze vor: ein zerrupftes Büschel schwarzen Fells und Fragmente einer beachtlich großen, abgebrochenen Kralle. Boris ist erstaunt und verspricht Hart diese durch ein forensisches Labor weiter prüfen zu lassen. Begeistert gibt Hart ihm von beidem Proben und zeigt Boris auf einer vollgekritzelten Landkarte die Stellen, an denen die Stücke gefunden und die Aufnahmen gemacht wurden. Der Mann hat alles davon fleißig, aber auch etwas dilettantisch verzeichnet. Boris macht sich noch eine Kopie von Harts Karte, bevor er sich verabschiedet, um die zweite Zeugin zu befragen.


    Simon fährt gerade mit wenig handfesten Ergebnissen vom etwas außerhalb gelegenen Forstamt zurück nach Runstorf, als er an einer Bushaltestelle ein paar Jugendliche bemerkt, die mittels einer Farbdose und einer Schablone das stilisierte Haupt eines Panthers auf die Plexiglaswand der Haltestelle sprühen. Er hält an und fragt die Jugendlichen, die sich natürlich ertappt fühlen, nach der Bedeutung des merkwürdigen Graffito. Sie entgegnen, dass es sich dabei um das selbsterdachte Zeichen ihrer Clique handelt. Inspiriert von einschlägigen Fernsehsendungen, die cryptozoologischen Phantomen nachjagen und den örtlichen Legenden, fahnden die Kinder in ihrer Freizeit nach eben diesem Wesen. Sie zeigen dem Professor ein wackeliges Handyvideo, das angeblich den Panther im nahem Wald zeigen soll, auf dem aber nichts wirklich substantielles zu erkennen ist. Neugierig geworden hakt Simon bei den Jugendlichen nach, die ihm daraufhin von einer Freundin erzählen, die das Tier mit eigenen Augen gesehen haben will. Der Professor schlägt den Jugendlichen vor, sich am Nachmittag mit ihnen erneut zu treffen. Sie willigen etwas unsicher ein, verdutzt, dass ein Erwachsener sich ernsthaft für das Thema zu interessieren scheint.


    Boris ist erstaunt, als die Zeugin Marika Revens die Tür ihres Hauses öffnet, und er unvermittelt der Schwimmerin von früher am Morgen wieder gegenübersteht. Auch Frau Revens ist nicht minder erstaunt, dass sich Boris als Ermittler des Bundeskriminalamtes vorstellt. Schließlich bittet sie ihn auf eine Tasse Tee ins Haus. Als Boris sie vorsichtig nach dem vergangenen Vorfall befragt, wird sie durch die Erinnerung an die traumatischen Ereignisse des Mordes an ihrem damaligen Freund sehr aufgewühlt. Da Boris eigene Erfahrung mit post-traumatischen Ereignissen hat, glaubt er gut nachvollziehen zu können, was in der Frau ihm gegenüber vorgeht. Er beruhigt sie einfühlsam und lässt andeutungsweise durchblicken, dass er selbst schon mit Dingen zu tun hatte, die mit dem normalen Menschenverstand nicht zu erklären sind. Er erfährt schließlich von ihr, dass eine der drei Hexen in der Nacht nach dem Mord an ihrem Freund in ihr Zimmer kam und sich vor ihren Augen in einen Panther verwandelt hatte. Doch statt auch sie zu töten, fügte das unnatürliche Tier ihr mit einem Krallenschlag nur eine oberflächliche Wunde an Brust und Schulter zu, bevor es einfach wieder verschwand. Sie sei damals so verängstigt gewesen, dass sie den Ermittlern nichts davon erzählt hatte. Boris fällt während des Gesprächs wiederholt auf, wie die hübsche Dunkelhaarige ihm gegenüber nervös an der ledernen Schnur eines von ihrer Kleidung verdeckten Anhängers zupft. Spontan entscheidet er sich Frau Revens das Stück der Kralle zu zeigen, welches er von Harry Hart erhalten hat. Marika sieht zunächst das Stück, dann Boris perplex an. Sie zieht den Anhänger ihrer Halskette hervor. Bei dem handelt es sich ebenfalls um die abgebrochene Kralle eines enormen Raubtiers, gefasst mit einer sorgfältig gearbeiteten goldenen Kappe. Beide Stücke sind farblich sehr ähnlich und könnten möglicherweise vom selben Tier zu stammen. Frau Revens erzählt, dass es sich bei dem Anhänger um ihr Gesellenstück zu Goldschmiedin handele und sie die Kralle, welche von der Pantherhexe in ihrem Zimmer zurückgelassen worden war, seit Jahren um den Hals trage. Dies sei ihre Art die erschreckenden Ereignisse ihrer Vergangenheit sprichwörtlich "mit Fassung zu tragen". Als Boris Frau Revens darauf ansprechen will, ob sie vielleicht eine Verbindung zwischen den Hexen und dem See sähe, bittet die hübsche Dunkelhaarige Boris abrupt zu gehen. Das Gespräch habe sie zu sehr aufgewühlt und angestrengt. Boris fügt sich ihrer Bitte, nicht jedoch ohne ihr seine Mobiltelefonnummer mit dem Hinweis zu hinterlassen, dass sie sich bitte melden sollte, falls ihr doch noch etwas einfalle, oder sie mit jemandem einfach reden wolle. Auf dem Fußweg zurück zur Pension sinniert Boris noch tief über die zurückhaltende, dunkelhaarige Schönheit mit der tragischen Vergangenheit. Sie gefällt ihm auf eine Weise, über die er seit seinem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt nicht einmal in Ansätzen nachgedacht hat.


    Sein Rückweg führt ihn erneut an der Uferstelle vorbei, an der Boris Marika Revens bereits am Morgen getroffen hatte. Dort sieht er nah am Wasser das Netz liegen, welches sie schwimmend hinter sich her gezogen hatte. Er will das Bündel aufzusammeln. Es wäre ein weiterer guten Grund die Schüchterne erneut zu besuchen. Als er näher an das Netz herantritt nimmt er plötzlich eine zappelnde Bewegung darin war. Ob sich wohl ein Fisch darin befindet ? Bei genauerer Betrachtung ist das Netz aber nur mit einer glitschigen, nahezu durchsichtigen Masse verhedderter Stränge gefüllt. Diese pulsieren leicht und bewegen sich träge zuckend. Sie erinnern Boris an die Fangarme einer Qualle. Er will gerade nach dem Bündel greifen, als er eine weitere Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnimmt. Etwas gallertartiges schlängelt sich schnell von den Ausläufern der Wasseroberfläche auf ihn und das zuckende, im Netz gefangene Knäuel zu. Gerade noch rechtzeitig kann Boris ausweichen, als ein fast durchsichtiger, riesenhafter Tentakel auf ihn zu schießt. Der Tentakel umschlingt das Netzbündel. Boris reißt seine Waffe heraus. Die gallertartige Pseudopode rückt zurück Richtung Wasser. Boris gibt eine kurze, präzise Folge von Schüssen ab. Die auftreffenden Projektile schlagen in den glasigen Fangarm. Dabei entstehen in der transparenten Masse ringförmige Wellen, als träfe ein Regentropfen auf eine Pfütze. Zischend spritzt Schleim hervor. Der Tentakel windet sich. Dabei entgleitet ihm das Netz. Erneut feuert Boris auf das monströse Etwas. Daraufhin zieht sich der Fangarm blitzartig zurück zum Wasser und verschwindet. Entsetzt starrt Boris auf die Wasseroberfläche, die sich dabei kaum gekräuselt hat. Als er eine Sekunde später seine Fassung wieder erringt, schnappt sich der Geisterjäger das Netz mit der wabbeligen Substanz und sprintet fort vom Seeufer.


    Derweil sitzt Simon auf der Veranda des kleinen Hotels an seinem Laptop und versucht aus den spärlichen Hinweisen etwas herauszulesen. Da klingelt sein Telefon. Boris ist dran und bittet ihn schleunigst mit dem Auto zu ihm zu kommen. Eiligst macht sich der Professor auf den Weg und findet seinen Kollegen wenig später fluchend an einem Feldweg stehen. Boris berichtet ihm mit knappen Worten von dem gerade erlebten Angriff und zeigt Simon das Netz. Der Inhalt ist gerade dabei sich langsam, aber sicher in eine matschige Pampe aufzulösen, die zähflüssig und stinkend zu Boden tropft. Der Geisterjäger ist frustriert darüber, dass sich erneut Beweise scheinbar in nichts auflösen. Geistesgegenwärtig erinnert sich der Professor an die mitgebrachte Spurensicherungsausrüstung und nimmt eilig ein paar Proben von den Überresten der gallertartigen Substanz. Boris ist sich sicher, dass Marika Revens mehr über das Ding im See weiß, als sie bereit ist zuzugeben. So fahren die beiden erneut zu ihrem Wohnort, doch niemand öffnet. Auch eine kurze Inspektion des Grundstückes ergibt keine Hinweise auf den Verbleib der inzwischen verdächtigen Frau. Die Sache fuchst Boris gewaltig. Während der Professor den Wagen startet, ruft Tetzlaff im Büro an. Am liebsten will er den See komplett sperren lassen, um ihn anschließend trocken zu legen, doch Mallmann überzeugt ihn schnell davon, dass solche Aktionen nur in einer öffentlichen Panik enden würden. Er gibt Anweisung die Sache möglichst vertraulich zu behandeln und weiter verdeckt zu ermitteln. Die gesammelten Proben sollen sofort per Kurierdienst zur Analyse nach Wiesbaden geschickt werden. Ein neuer Plan muss also her.


    Da Simon sich weitere Hinweise von den jugendlichen Hobby-Monsterjägern erhofft, steigt er am verabredeten Treffpunkt aus und überlässt Boris den Wagen. Der fährt ins wenige Kilometer entfernte Bad Seegeberg, um die Proben aufzugeben. Sein nächstes Ziel ist eine Tauchschule vor Ort. Er will der Sache im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen. Während seiner Dienstzeit hat der Ex-Soldat des Kommando Spezialkräfte unter anderem eine Tauchausbildung erhalten, die ihm nun unverhofft zu Gute kommt. Wenig später verlässt er die Tauchschule mit zwei Leihausrüstungen. Auf dem Rückweg sammelt er seinen Kollegen Wächter wieder auf. Der hat von den Jugendlichen ein paar neue Hinweise bekommen. Das Mädchen, welches das schwarze Raubtier selbst gesehen haben will, scheint glaubwürdig. Sie konnte nicht nur relativ genaue Zeit- und Ortsangaben machen, sondern auch bestätigen, dass es sich bei dem Handyvideo um eine authentische Aufnahme handelt. Außerdem kennen die Jugendlichen den Platz, an dem sich die Überreste des zerfallenen Hexenhauses befinden sollen, da sich ihre Gruppe dort regelmäßig treffe. Sie hat Simon den Ort beschrieben, der sich in einem kleinen Waldstück nahe des Internats befinden soll. Darauf entgegnet Boris, dass Harry Hart, der stellvertretende Schulleiter im Besitz weiterer Aufnahmen ist, die ebenfalls genauer unter Augenschein genommen werden sollten. Er will ohnehin noch einmal zu Hart, um ihm das geplante Schwimmturnier auszureden, ohne jedoch eine genaue Idee zu haben, wie er es anstellen soll, ohne die tatsächliche Gefahr im See zu verraten. Er erzählt Simon auch von seinem Plan den See zu durchtauchen. Der ist von der Idee seines Kollegen schockiert und lehnt rigide ab. Boris Einfall erscheint dem Professor wie ein Himmelfahrtskommando. Weder habe er die entsprechende Kenntnis vom Sporttauchen, noch seien sie beide in der Lage gegen ein scheinbar gigantisches Monster mit unverletzbaren Fangarmen anzukämpfen. Harry Hart stellt den beiden Ermittlern nach einem kurzen Anruf, wenig später bereitwillig sein weiteres Material zur Verfügung, während Boris an sich halten muss, dem Lehrer nichts über die lauernde Gefahr im See zu sagen. Es dauert noch bis spät am Abend, bis Tetzlaff und Wächter schließlich glauben, ein erstes Muster in den Hinweisen gefunden zu haben: Alle glaubwürdigen Aussagen und Aufnahmen, die mit dem Raubtier zu tun haben, stammen aus Nächten, in denen ein Vollmond am Himmel stand. Doch eine Sache macht keinen Sinn. Falls sie es tatsächlich mit einer Werkreatur in Form eines Panthers zu tun haben, warum gab es seit der Zeit der Werhexen keine neuen Opfer ? Auch der Zusammenhang mit der Kreatur im See ist ihnen weiterhin ein Rätsel. So beschließen sie, am nächsten Morgen erst einmal damit zu beginnen den ehemaligen Wohnort der Hexen zu untersuchen. Auch in dieser Nacht scheint der Mond silbrig und in fast vollem Rund auf den See, während die beunruhigten Geisterjäger nur mit Mühe Schlaf finden.


    Ende des ersten Teils.


    [Der Fall wurde aufgrund seiner Länge unser erster Zweiteiler. Wie ihr merkt, ist die Geschichte ziemlich Ermittlungslastig gewesen und die Action kam in ersten Teil relativ kurz. Im zweiten Teil nimmt er dann aber doch noch etwas mehr an Fahrt auf. Dafür ist das Bedrohungsszenario zum Ende des ersten Teils schon relativ hoch. Die beiden GJ hatten zu diesem Zeitpunkt der Geschichte nahezu alle SP aufgebraucht und ich hatte leider zu wenig Nachschub daran in die Story eingebaut, da ich noch nicht so erfahren mit dem System war. Aus heutiger Sicht waren die Schwierigkeiten der Herausforderungen auch zu hoch, bzw. die Aufteilung der Geisterjäger auf bestimmte Aspekte des Falles nicht wirklich gut gewählt. Dafür war der Pool an Erzählerspielpunkten ebenfalls sehr übersichtlich. Zu Beginn hatten die beiden eine weitere Gruppenaktion benutzt, die wir über die Figur der Sekretärin Inge Koschmidder ins Spiel gebracht haben (siehe unten). Später kam durch die Taucherausrüstungen noch ein paar ESP hinzu (auch unten). Ich hätte damals aber auch nicht wirklich gewusst, was ich mit den ESP effektiv hätte tun sollen, ohne meine Spieler dadurch zu frustrieren. Meine oberste Prämisse als Spielleiter ist, gemeinsam mit meinen Spielern eine spannende Geschichte zu erzählen, die allen beteiligten Spaß macht. Natürlich möchte ich es ihnen dabei nicht zu leicht machen, denn ein Teil des Spaßes ist es ja schließlich auch, das die Geisterjäger den Sieg nicht geschenkt bekommen, sondern sich angestrengt haben, oder sogar über sich hinausgewachsen sind. Im Umkehrschluss ist es aber natürlich auch nicht spannend, wenn die GJ an jeder Ecke auf Granit beißen und die Ermittlungen nicht voran kommen. So war es gerade genug damit, wie Boris mit drei Würfeln (Seele 2, Charisma 1) versuchen musste, Herausforderungen mit Schwierigkeiten von 2 (Hart) oder 3 (Revens) zu bestehen, um die NPC davon zu überzeugen ihre Infos oder Quest-Items preiszugeben. Ein "Gewinnendes Lächeln" hätte nicht geschadet, aber nicht wirklich zu Boris' doch eher grüblerisch-düsterem Charakter zu diesem Zeitpunkt der Story gepasst. Apropos düster: Mallmann erscheint zu Beginn der Geschichte neuerdings tagsüber und ist weniger blass, weil er durch die nicht näher genannten Artefakte, die seine beiden Ermittler im letzten Fall sichergestellt haben den Blutstein wieder vervollständigen konnte. Damit ist er quasi wieder der Supervampir, den manche aus den alten Sinclair-Geschichten kennen. Der Fall basiert mit einigen Tweaks und Twists auf der Geschichte aus dem Sinclair Roman 0044 "Das Trio des Teufels".]


    Gruppenaktion: Sekretariat (+1 ESP)

    "Hier! <klatsch> Die Unterlagen, die sie unbedingt haben wollten."

    Die GJ erhalten einen automatischen Erfolg für eine Gruppen- oder Sammelherausforderung auf Geist + Nachforschung oder Geist + Wissen, indem sie auf die Fähigkeiten ihrer Sekretärin zurückgreifen. Ein mal pro GJ und Kapitel einsetzbar, solange sich die GJ im Büro befinden.


    Gruppenaktion: Taucherausrüstung (+1 ESP pro GJ)

    ''Wir warfen uns die Pressluftflaschen über die Schultern und befestigten sie an Rücken und Hüfte. Dann stülpten wir die Tauchermasken über den Kopf und überprüften die Atmung...''

    Der Geisterjäger erhält ein Ausrüstungspaket im Wert von 17 AP, die folgende Ausrüstungsgegenstände umfasst: Taucherausrüstung (3 AP; beim Tauchen +1 Bonus auf Körper + Athletik), Tauchermesser (5 AP; Nahkampfwaffe, Physisch +1), Druckluftharpune (5 AP; Fernkampfwaffe, Physisch +2, Nachladen), Unterwasserlampe, Kunstfaserleine, Schwimmboje, Ersatz-Sauerstoffflasche. Diese Gruppenaktion kann für jeden GJ des Teams einmal genutzt werden.