Kunstwissen mit Talenten abdecken

  • Ahoi!


    Ich bin dabei mir einen neuen Charakter zu basteln und würde nun gerne wissen, wie ich denn mögliches Kunstwissen, bzw Kunstverständnis mithilfe von Talenten darstellen kann.

    Bei dem Charakter soll es sich um eine Einbrecherin handeln, die im Auftrag Kunstgegenstände stehlen soll. Durch die Begegnung mit vielen Kunstgegenständen und Erklärungen zu solchen von ihrem Auftraggeber dachte ich mir, dass sie ein gewisses Wissen über Kunst im Allgemeinen erhalten hat.

    Habt ihr da Ideen für mich? :confused2:

  • An so was ähnliches habe ich auch gedacht, aber dann würde der andere künstlerische Bereich noch nicht abgedeckt sein, bspw Skulpturen oder so.

    Man könnte deinen Vorschlag natürlich auf Metall- und Steinbearbeitung anwenden, ich hoffe aber noch auf eine allgemeinere Lösung :zwinker:. Danke auf jeden Fall für die Antwort!

  • Als erstes sehe ich da das jeweilige Handwerkstalent. Ja nach Kunstrichtung eben Malen, Stein-, Holzbearbeitung. Daneben gibt es ein paar passende Sonderfertigkeiten wie Hehler und "Werte schätzen" die diesen Kompetenzbereich abdecken.

  • Wenn sie ein wirklicher Kunstkenner sein soll, würde ich noch Etikette und vielleicht Geschichtswissen mit reinnehmen (Analog zu Heraldik: Der Name des Künstlers bestimmt maßgeblich den Wert des Kunstwerks mit).

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein

  • Ok, hätte nicht gedacht, dass es so komplex sein könnte :rolleyes2:.

    Könnte man da eine Art Metatalent entwickeln? Also die jeweiligen Talente zusammenfügen und den Schnitt als Talentwert oder so was?

    Danke für den Input auf jeden Fall!

  • Puh tatsächlich eine schwierige Angelegenheit.

    Wie bereits erwähnt bieten sich die einzelnen Handwerke als Ausgangspunkt an.

    -Holzbearbeitung

    -Steinbearbeitung

    -Metallbearbeitung

    -Malen/Zeichnen

    -Stoffbearbeitung (evtl)


    Ansonsten bietet sich im Allgemeinen das Talent Handeln an mit dem Anwendungsgebiet "Schätzen" um den groben Wert festzulegen.


    Desweiteren könnte man Geschichtswissen für Kenntnisse über den Künstler herranziehen.

    Ebenso wäre auch Sagen/Legenden eine Möglichkeit, wenn es dahingehend evtl schon Legenden gibt, wie z.B. allen Gemälden von Golodion Seemond.


    In Rücksprache mit deinem SL würde ich eine Sonderfertigkeit "Kunstverständnis" für 2-5AP erwerben, welches dir eine dauerhafte Erleichterung von 1 auf alle kunstrelevanten Proben ermöglicht.
    Immerhin sind die meisten kunstrelevanten Proben nicht sonderlich häufig und abenteuerrelevant, als dass eine solche dauerhafte Erleichterung wirklich gefährlich werden würde. Andererseits wäre es eine Möglichkeit das Charakterwissen abzubilden.

    Ich würde mich dabei analog zum Heraldikspezialisten bewegen: http://www.ulisses-regelwiki.de/index.php/hspez.html

  • Schätzen wäre auch mein erster Gedanken gewesen und ist eigentlich genau dafür gedacht. Ich erkläre den Mitspielern auch gerne, dass man es auch Warenkunde nennen könnte und gar nichts damit zu tun hat, ab zu schätzen wie lange eine Strecke ist.

    I ♡ Yakuban.

  • Vielen Dank für Antworten! :lol2:

    Ich werde es mit meinem SL besprechen, wie wir das handhaben wollen.

    Die SF Kunstverständnis gepaart mit Schätzen klingt gut, in diese Richtung wird es gehen.

  • Als erstes würde ich empfehlen, abzuklären, welchen Stellenwert das im laufenden Spiel haben soll.


    Wenn die gesamte Kamapgne sich im Oceans-Stile umd Heist-/Einbruchs-ABs bewegt, kann mann auch mit der kompletten Bandbreite an Talenten arbeiten.

    Wenn es nur ein Nebenthema (d)eines Charakters ist, dass nur selten bis fasst nie zum einsatz kommt, würde ich es für DSA 5 auf die SF Werte schätzen hinauslaufen lassen, zusammen mit Handeln (Materialwert bei bekannten Edelsteinen und -metallen) und Geschichtswissen/Etikette (War war der Künstler/welches Objekt ist das/wer oder was ist dargestellt).


    Es fühlt sich sonst schnell zu aufgeblasen auf, 100 AP auf alle möglichen Handwerkstalente zu verteilen, mit denen mann dann nichts macht außer jedes 15. AB zu würfeln, ob man Seide von Baumwolle oder Diamanten von Bernstein unterscheiden kann.

  • Achtung: Es gibt nur wenige bekannte Künstler in Aventurien - aber verschiedene zeitliche Baustile. Wobei ja Baustile ja auch zur Kunst gehören.

    Kunstwissen (allgemein) wäre eine Metatalent, das Kulturwissen, Völkerwissen, Geschichtswissen - und bei Gemälden Zeichnen - enthalten müßte.

    Nun, es gibt ja den Gelehrten - einfach verstärkt auf Malen und ähnliche Kunstthemen versträken - und fertig ...?


    Anderseits gibt es ja solche umfassende Talente wie Kriegskunde und Magiekunde - warum also nicht ein egnes Talent Kunstkunde, das um Punkte aus Geschichtswissen/Malen etc. erleichtert werden kann. Mit Grundvorraussetzung Malen/Architektur + Geschichte von 5-10 Punkten.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Im Kompendium II wurde eher allgemein eine Sonderfertigkeit Werte schätzen eingeführt.

    Evtl kann man sich daran orientieren. Oder man benutzt es um ein Anwendungsgebiet in einem (passenden) Talent freizuschalten (ein wenig wie Waffenbau für die entsprechenden Handwerkstalente). Bei Spezialgebieten könnte durch Berufsgehemnisse es evtl unterstützt werden. (also entweder die einzelnen Talente zur Herstellung oder halt wie schon von anderen erwähnt Handel oder Etikette oder (Kunst-)Geschichte ...?)

  • So etwas wie Werte schätzen gab's früher schon, hieß einfach "Schätzen" - nur ging dies eher um normale Gegenstände, Waffen und so.

    Als Kunstexperte will man ja nciht den Wert nur schätzen können, sondern auch mehr dazu sagen - also schon etwas Geographie (Wo?), Mneschenkenntnis (Wer?) und Geschichte (Wann?) besitzen.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


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    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Könnte man da eine Art Metatalent entwickeln? Also die jeweiligen Talente zusammenfügen und den Schnitt als Talentwert oder so was?

    Natürlich kann man nach wie vor Metatalente wie in DSA 4 bilden, allerdings sind diese kein offizieller Bestandteil von DSA 5 mehr.


    Die vorgesehene DSA 5 Lösung nach Regelbuch ist die Sammelprobe (RW S. 26). Der SL kann dabei auch verschiedene Fertigkeiten (z.B. Malen, Geschichtswissen, Handel oder was auch immer er im vorliegenden Fall für sinnvoll hält) prüfen lassen. Natürlich ist das umständlicher als ein einzelner Wurf aufs Metatalent, aber die Methode hat auch einen entscheidenden Vorteil: die Proben können individuell nach Umständen modifiziert sein (so könnte die Malenprobe "Gemäldeart und verwendete Pinsel Technik" eine leichte Probe sein, alte Maler mit solchen Techniken zu kennen aber eine erschwerte Probe auf Geschichtswissen erfordern). Am Ende zählt die Summe der erzielten QS aus den einzelnen Proben.


    Das ist entscheidender, als es vielleicht auf den ersten Blick erscheint. Bei DSA 5 geben Vorteile, Nachteile, SF etc. entweder eine Probenerleichterung oder einen FP Bonus (allerdings erst nach erfolgreicher Probe!). Von beidem würde man beim alten Metatalentsystem nicht mehr profitieren. Umgekehrt gibt es neue Anwendungsgebiete, die kein Bestandteil des Haupttalentes sind und die erst per SF/Vorteil freigeschaltet werden müssen und deren Fehlen erhebliche Abzüge mit sich bringt (sofern man überhaupt proben darf). Ebenso bringen viele Vorteile, SF etc. nur einen Bonus/Erleichterung auf bestimmte Anwendungsgebiete (also nicht auf Handel, sondern z.B. nur auf Handel (Feilschen)).


    Der umständlichere Weg über die Sammelprobe erlaubt es all diese Dinge individuell zu berücksichtigen. Wobei der Aufwand mMn nicht so hoch ist, dass es für einen wichtigen Fall nicht vertretbar ist. Für die Schnellabhandlung "klaue ich das rechte oder linke Bild?" ist die Probe auf Handel bzw. die SF "Werte schätzen" völlig ausreichend.


    Detailfragen (z.B. geschichtliches Wissen über ein Bild) kann man natürlich auch wie gehabt über Erfolgsproben klären.


    Generell gibt es keine wirklich gute Lösung für Dein Problem. Die Handwerkstalente sind vor allem praktischer Natur (der Kunstkenner muss also auch ein toller Maler sein [auch wenn man, wie vorgeschlagen auf alternative EW probt]). Umgekehrt ist eigentlich auch nicht jeder talentierte Künstler auch ein Kunstexperte.


    Es gibt zwar ein paar geeignete Wissentalente (z.B. Geschichtswissen), aber sie haben keine passenden Anwendungsgebiete (Geschichtswissen hat z.B. nur Spezi nach Region) mehr auf die man sich spezialisieren könnte. Andere Anwendungsgebiete (z.B. Kunst) wären neue Anwendungsgebiete (s.o.) und müssen erst einmal existieren (damit man sich darauf spezialisieren kann). Selbst wenn man so ein Anwendungsgebiet einführt, gibt es keine Vorteile, SF etc. die sich (speziell) darauf auswirken. Man müsste also viel Hausregeln.


    So bleibt nur die Probe aufs allgemeine Talent (das alles enthält, was kein neues Anwendungsgebiet ist, z.B. die "Kunst" als Teil des allgemeinen Geschichtswissens -> also Probe "Geschichtswissen" und nicht Geschichtswissen (Kunst)).


    Effektiv bräuchte man am Besten einen "Weg des Kunstdiebes" (oder allgemeiner "Weg des Einbrechers"), wobei mit Einschränkungen sicher der Weg der Künstlerin, des Händlers oder ein anderer "Weg" für Dich eine Überlegung innerhalb der offiziellen Regeln wert ist. Unter dem Strich stehen dann exklusive SF wie "Kunstbegabt".


    Es gibt also viele Möglichkeiten Dein Problem anzugehen. Die einfachste Lösung möchte ich Dir aber zum Schluss präsentieren:


    Der SL soll einfach die Vorbildung Deines Helden bei jeglichen Proben berücksichtigen. Die Fachrichtung "Kunstdieb" drückt sich dann in der Höhe der Modifikation aus. So wie man z.B. die Magiekundeprobe bei einem "Hexenfall" für eine Hexe leichter gestalten kann, als für einen Magier oder Streuner Alrik (da die Hexe durch ihre Profession glaubhaft Fachwissen hat), kann man natürlich auch Geschichtswissen etc. für Deinen Helden leichter machen, wenn es um Kunst geht. Dafür ist der Held dann vermutlich bei normalem Diebesgut "Wertsachen" weniger versiert (erhält höhere Zuschläge als ein normaler Einbrecher bei seinen Proben). Effektiv handelt es sich also einfach um eine individuelle Einschätzung einer Fertigkeitsmodifikation (RW S. 24) und keine neue Hausregel.


    Diese Methode kann man selbstverständlich auch bei Sammelproben (s.o.) anwenden!

    Edited once, last by x76 ().

  • Vielleicht auch "Schätzen" mit Talentspez Kunstwerke?

    War auch mein erster Gedanke, einziges Problem ist das Schätzen nach RAW bei DSA5 selbst eine Talentspezialisierung oder Anwendung von Handeln ist und kein eigenes Talent mehr!

    Da finde ich die Lösung mit der SF Wert schätzen eleganter!

  • Es gab (gibt?) Hobby-Talente ... aber warum sollte sich jemand - am Ende des Mittelalters! - sich als Kunstexperte oder gar Kunstkritiker ansehen?

    Kunstsammler (also Bilder )sind eher die Reichen, wie Soterrebrandts, die gewisser Vorrasusetzungen (Aventurienkenner, etc.) mitbringen.

    Bei einem Heldencharakter fällt mir da nur der Gelehrte mit "Spezialgebiet Kunst" ein ... warum auch immer.

    Thema "Kunst" beschreibt der Almanach ab S.121 - und sollte für so einen Charakter gelesen werden.

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterscheiden.

    (nach Johann W. von Goethe)


    Kinder deuten ohne Furcht in die Sterne, während andere, nach dem Volksglauben, die Engel damit beleidigen.

    (Vorrede der Grimms Märchen 1819)

  • Ahoi!


    Komme endlich dazu mal wieder hier reinzuschauen und in Ruhe eure Antworten durchzugehen.

    Vielen Dank nochmal mal dafür! Ich hätte nicht gedacht, dass die Antowrten so zahlreich ausfallen. Es hat mir auf jeden Fall sehr weitergeholfen. :lol2:

    Wir werden es nun tatsächlich sehr individuell und situationsorientiert angehen. Sooft wird es wahrscheinlich nicht vorkommen.

    Es sollte für die Handwerkstalente die Möglickeit geben, diese rein theoretisch abzudecken. Gab es da nicht mal einen Nachteil, der in diese Richtung ging?


    Liebe Grüße!

  • In der DSA5-Beta gab es eine Unterscheidungsmöglichkeit für "Theoretiker" bzw. im gegenteiligen Fall "Praktiker". Dies wurde aber bei der "endgültigen" DSA5-Version nicht übernommen. (Falls dir das Gefallen hat, dann führt es als Hausregel ein, bin mir aber nciht so sicher wie genau es gewirkt hatte.)