Adliger Mitspieler - Problem + Frage zur Rechtskunde

  • Wir haben irgendwo einen oder auch mehrere Fäden, die sich mit Boronfrevel beschäftigen und was dazu gehört oder auch nicht. Jemanden ermorden und dann ausrauben (gerade auch, weil dessen Arroganz auf den Keks ging), wird zumindest in keiner der Zwölfgöttlichen Kirche gut ankommen. Reichtümer plündern, um sie selber zu behalten, sehe ich nach einem Mord zumindest anders, als einen Gegner im Zweikampf zu besiegen und dessen Waffe im Tempel zu spenden. Es mag kein Boronfrevel sein, aber bei der Boron-Kirche (und auch sonst niemandem) macht man damit einen guten Eindruck.


    Wenn der kriminelle, unterdrückte und sich auflehnende "Seefahrerpenner" auch nur ansatzweise einen Funken Verstand hat, dann wird er nicht zulassen, das der Adlige nach dem Vorfall in der Gosse, oder auf der Insel die Möglichkeit haben wird ihn zu "verpetzen".

    Die anderen SC lügt und betrügt er darüber dann auch die ganze Zeit erfolgreich an?

    Ich halte es für zumindest nicht leicht, vor Zeugen Streit mit einem Adligen zu haben, den zu ermorden, seine Besitztümer an sich zu nehmen und das ganz anders vor den anderen Personen dauerhaft darzustellen und rüberzubringen, um später damit davon zu kommen. Da müssten dauerhaft/wiederholt vermutlich Proben sehr gut gelingen, denen mit Konterproben begegnet werden könnte, um damit durchzukommen, und sollte es später zu Untersuchungen kommen, müsste er wieder sehr überzeugend lügen können, um die überzeugen, bis schlimmstenfalls hin zu entsprechenden Eiden oder ähnliche,

    Das ist aber auch sehr hypothetisch und bewegt sich von der beschrieben Ausgangslage (die wir auch nur sehr grob skizziert kennen) weg. Ich hoffe, dass den Adligen IT zu ermorden keine Option sein wird, gleich wie "hartgesotten" der SC angelegt ist.


    Um zu der Ausgangslage zurückzukehren: Das ist ein Problem, das eher OT geregelt werden sollte dahingehend, wie sehr möchte man mit Ständegesellschaft und deren Auswirkungen spielen. Welche Rechte hätte der Adlige (außer arrogant zu sein und es zumindest zu versuchen, andere herum zu kommandieren) und wo liegen Möglichkeiten und Grenzen derjenigen, die in einigen Rangstufen darunter sich befinden.

    Dass oder falls oder schlimmstenfalls bis hin zu SC, die dies eventuell in Erwägung ziehen würden, sich gegenseitig um bringen wollen (oder auch nur einer den anderen), sollte eventuell auch geklärt werden, es gibt viele Spieler, für die so etwas ein "No go" ist (vor allem umso mehr, wenn es aus solchen Gründen geschieht). Eventuell sollte auch besprochen werden, wie dunkel gespielt möchte und darf, denn im Gegenzug ist ja auch ein Raubmörder (Plünderer), der sich gegen göttergewollte Ordnung auflehnt (weil ihm der Typ zu arrogant ist - es ist ja nicht so, als würde der Adlige seine Familie knechten, zu hohe Abgaben einfordern und ihn körperlich immer wieder willkürlich züchtigen, oder etwas vergleichbares tun), nicht das, was man als Mitspieler gerne dabei haben möchte.

    Grundsätzlich ist mMn eine wahrscheinlichere Reaktion (nicht zwingend auf der Insel, aber davor oder danach) einfach zu verschwinden, wenn man auf jemanden keinen Bock hat.

    Aber OT möchte man zusammenspielen und alle sollten möglichst viel Spaß daraus ziehen, da kann es nötig sein, einen Konsens zu finden, um dies für alle versuchen zu gewährleisten.


    Der Charakter um den es in diesem konkreten beispiel geht ist genau das, "hartgesotten" und "bereit moralische Grundsätze mit Füßen zu treten"

    Auch dies beinhaltet für mich nicht zwingend, dass es da inbegriffen ist, andere deshalb zu ermorden, weil man ihr Verhalten nicht mag, obwohl man mit ihnen Seite an Seite schon Gefahren überstanden hat. Daher auch der Vorschlag, in der Gruppe zu klären, wie dunkel man ein SC anlegen darf, kann oder auch sollte, und wie "arschig" noch okay ist, um den allgemeinen Konsens zu treffen.


    Deshalb: Drüber reden, OT, in Ruhe, die Spieler (SL miteinbezogen) untereinander.

    Aber ja, grundsätzlich: spielt jemand einen Adligen, hat Punkte darin investiert, einen Adligen mit all seinen Rechten und Privilegien zu spielen, und hat der den Nachteil oder die Charakterschwäche, arrogant zu sein, darf der das durchaus gegenüber allen, die es ihm nicht verbieten können oder ihrerseits am längeren Hebel sitzen.

    Der nette Adlige von nebenan verbrüdert sich halt nicht sofort mit jedem daher gelaufenen Typen aus der Gasse, bietet das Du an und behandelt so jemanden gleichwertig. Das kommt womöglich erst (zumindest innerhalb der Gruppe, wenn man "privat" und unter sich ist), wenn man sich besser kennt und schätzen gelernt hat und sich gegenseitig schon in Gefahren beigestanden hat. Vielleicht wird auch immer der Standesunterscheid zwar spürbar da sein, aber trotzdem ein gewisser gegenseitiger Respekt und Wertschätzung eintreten. Aber eine gesellschaftliche Annäherung im Umgang müsste vom Adligen ausgehen.

    Spielt man einen SC von "ganz unten", sollte man als Spieler sich wiederum bewusst sein und mit einkalkulieren, dass man den Charakter hat, der in vielen gesellschaftlichen Belangen nichts zu melden hat, zu manchen Kreisen keinen Zugang hat, der derjenige ist, mit dem Angehörige bestimmter Schichten und aufwärts nicht reden (in anderen Milieus ist das wieder genau umgekehrt, weil der Adlige außen vor ist und ein Seemann der ist, an den man sich wendet), und der vor dem weltlichen Gesetz und in einer Ständegesellschaft der ist, der derjenige ganz unten mit den oft wenigsten Möglichkeiten und Rechten ist.

    Das zu beachten und zu berücksichtigen bei Entwurf der Konzepte, finde ich, gehört schon dazu, wenn man mit einer auch nur halbwegs funktionierenden Ständegesellschaft, wie sie für MR und Horasreich offiziell gesetzt ist, spielen möchte. Ob das innerhalb der Gruppe dann zusätzlich auch so gehalten wird, wäre ein weiteres Paar Schuhe, bei man sich innerhalb der Gruppe einer Meinung sein sollte.


    Davon abgesehen sollte man sich als Spieler bewusst sein, dass man mit zu harschem Ausnutzen der Möglichkeiten und Arroganz sowohl seinen Mitspieler über das IT Verhalten auf den Keks gehen kann, als auch deren SC. Ob das okay ist oder nicht, sollte man OT abklären.

    Wenn die Situation soweit eskaliert, dass da IT Mordgedanken aufkommen sollten oder auch nur die körperlicher Gewalt, ist das in meinen Augen in jedem Fall der Punkt erreicht, drüber zu reden und die Eckpunkte des Spieles festzulegen, in denen sich als Gruppe bewegen kann und sollte.

    Dahingehend sind wir dann einer Meinung, so mein Eindruck, auch wenn ich solche schriftlichen Gruppenverträge, in denen einfach alles schriftlich niedergelegt ist, persönlich für übertrieben halte (ich hatte noch nie eine Gruppe mit schriftlichem Gruppenvertrag, selbst der mündliche Gruppenvertrag, wenn man so möchte, beinhaltet nur wenige explizit besprochene Eckpunkte und das meiste ist einfach stillschweigender gemeinschaftlicher Konsens).

  • also wieso das Risiko eingehen, ihn am Leben zu lassen

    Weil er ein Seefahrer und Grobian, aber kein Mörder ist?


    Natürlich kann er auch aus Angst oder Berechnung eine Stufe tiefer sinken. Selbst wenn das Urteil in Beiden Fällen vielleicht Tod lautet (was im ersten Fall aber nicht garantiert ist) gibt es gnädige und grausame Enden.


    Je schändlicher das Verbrechen ist, desto schlimmer fällt auch die Hinrichtung aus (die Leiden vor und bei der Hinrichtung reduzieren nach 12 göttlicher Auffassung die Schuld im Tod). Lieber Hängen als erst teilweise zerstückelt, zerissen, zerschmettert oder sonst was zu werden, um dann schließlich doch aufgehängt zu werden...


    Aber von Zusammenschlagen oder ähnlichen Handlungen war im Eingangsbeitrag auch nicht die Rede und der Richtblock ist entsprechend überhaupt nicht in Sicht. Allerdings reicht wie gesagt in den Feudallanden schon deutlich weniger für empfindliche Strafen aus und der Raufbold sollte es sich dort besser zweimal überlegen, ob er Konter (in welcher Form auch immer) gibt.


    Fern der Heimat und feudaler Reiche, kann er sich schon eher etwas heraus nehmen und auf der Insel "die vermutlich nicht mal mehr in Aventurien ist" auf jeden Fall. Allerdings kommt er vermutlich irgendwann doch wieder zurück und dann hat er (wahrscheinlich) ein Problem (insbesondere wenn er kein Mörder ist ;) ). Letztendlich kommt es wohl vor allem darauf an, auf welche Seite sich die anderen Helden schlagen. Sofern diese nicht ebenfalls aufbegehrender Abschaum sind, könnten sie auf Seite des Adeligen stehen.


    Deshalb auch noch ein Tipp zum Thema


    Hilfestellung um mich dem zu erwehren. Ich bin ziemlich schlagfertig, allerdings ist mein Charakter nicht unbedingt der Hellste, weswegen es sich nicht richtig anfühlt, es so auszuspielen. Vorschläge/Ideen sind erwünscht!


    Du kannst ihn durchaus im Spiel darauf hinweisen, dass Dein Held ein freier Mann ist und er ihm gar nichts kann. Im Stil von "Mach Deinen Dreck alleine!" (wobei schon das DU eine Unverschämtheit ist ;) ). Wenn der Adelige den Helden reizt, kannst Du eine freiwillige Probe auf Willensstärke würfeln und den Held entsprechend des Resultats handeln lassen. Das die "falsche Reaktion" unter Umständen trotzdem nachwirkt, sollte inzwischen klar sein.


    Deine größte Chance sind aber die Mithelden. Wenn Du sie auf Deine Seite ziehen kannst, hat der Adelige wohl früher oder später keine andere Wahl, als Zähne knirschend nach zu geben, wenn er nicht alleine weiterziehen möchte. Ohne Gemeine kommen viele Adelige schließlich nicht über die Runden. Allerdings sollten Deine Mitspieler keinesfalls aus moderner Sicht Partei ergreifen. Für die meisten Aventurier gibt es keinen Zweifel an der Richtigkeit der Dinge, so wie sie sind (also Adel über Gemeine etc.) und vermutlich blicken selbst viele Gemeine auf den Seefahrerpenner mit den schlechten Manieren herab!


    Zumal ein dankbarer Adeliger (dem man z.B. gegen so einen bösen Schläger geholfen hat) sich in der Regel nicht Lumpen lässt und die Hilfe großzügig vergelten wird. Vielleicht nicht auf der einsamen Insel, aber wenn man wieder in die Zivilisation kommt!


    Wichtiger ist aber mMn das schon angesprochene Gespräch über die Gleichheit der Helden und ob diese gewollt ist.

  • Erstmal danke für die zahlreichen Antworten! Als kurzes Feedback - man fühlt sich hier aufgehoben!


    Also der Char ist schonmal legit, das ist gut zu hören (auf die 15 ist er selbst auch gekommen, aber der Meister hat nen Riegel vorgeschoben).


    Also hat er mir rein technisch gesehen nichts zu sagen (bzw. bin ich schonmal nicht seine Bitch, was erleichternd ist).

    Zitat

    Welche Publikationen hast du/habt ihr im Zugriff? "Aventurischer Almanach" befasst sich mit dem Thema "Recht und Gesetzt" (S. 139-143; und darauf folgend "Steuern & Abgaben" S. 143 -144) für DSA5 zumindest anfänglich.

    Kann ich dir ausm Kopf nicht sagen, da ich nur Zugriff auf die Bücher habe, wenn ich dort bin. Der könnte aber mit dabei sein, habs mir mal notiert!


    Zitat

    Zum Thema Rechtskunde:


    Seit kurzem gibt es im Scriptorium Aventuris die Pay-what-you-want-Veröffentlichung "Recht und Gerechtigkeit in Raulschem Reich und Horasien". Ich denke, die eignet sich sehr gut, um sich einen Überblick über aventurische Rechtskunde zu verschaffen.


    Werde ich tun, danke für den Link!


    Zitat

    Zwischen Deinen Fähigkeiten und denen des Charakters unterscheiden, und Deine eigene Schlagfertigkeit außer Acht lassen, wenn der SC nicht schlagfertig ist.

    Genau das ist ja mein Plan, aber was als Alternative dazu, ich bin noch ein Frischling was Pen & Paper betrifft (DSA & Shadowrun seit 4-5 Monaten // Die anderen spielen seit 2-4 Jahren). Und da ich unzufrieden mit meiner Spielweise in der Hinsicht bin, allerdings nicht so recht weiß, was ich stattdessen tun könnte, bin ich etwas überfordert. Bezogen auf Schlagfertigkeit im Zusammenspiel mit dem Adligen.


    Zitat

    Solch schändlich Hämmern an den Grundfesten "(...)das Beschimpfen oder Verächtlichmachen der Götter, ihrer Diener und Stellvertreter." (= Stellvertreter -> also in vielen feudalen Regionen die Adeligen) ist ein Schwerverbrechen. Selbst ein kleiner Zwergenaufstand (z.B. Ohrfeige, Beleidigung...) ist schon ein Verbrechen.

    Das ist gut zu wissen, dann sollte ich es der Hinsicht wohl nicht überstrapazieren. Und wenn er es provozieren würde, bzw. wenn er anfängt, hat man dann automatisch die Arschkarte gezogen, wenn man nach dem Prinzip Auge um Auge handelt? Oder wenn er handgreiflich wird, ich mich wehre & ihn besiege?


    Dem Adligen fehlt es auf jeden Fall an Reichtum. Macht besitzt er durch seinen Stand. Und in der zivilisierten Welt sind wir auch nicht mehr, wir sind zwar noch in einer größeren Menschengruppe unterwegs, aber an sich sind wir auf einer Insel, mitten im Nirgendwo.


    Zitat

    Der Charakter um den es in diesem konkreten beispiel geht ist genau das, "hartgesotten" und "bereit moralische Grundsätze mit Füßen zu treten"

    Das ist der Fall ja, allerdings nen Mitspieler wegen so etwas zu ermorden... So abgefuckt dann auch wieder nicht. Auch wenn es in der Gruppe erlaubt ist, bringt sowas in meinen Augen nur unnötig Spannung rein & egal wie grau/schwarz meine Chars sind, sowas wäre für mich die allerletzte Option. Prügeln wäre schon eher drin, aber selbst dann nur nach ausreichend Provokation, o.Ä..


    Fähig die Lage OT zu klären sind wir. Aber noch besteht aus meiner Sicht kein Klärungsbedarf. Meine Absicht ist es erstmal einen besseren Überblick zu bekommen, was erlaubt ist, welche Reaktion angemessen/bzw. überhaupt möglich sind, wie andere sowas handhaben, wie sehr sich meine Sicht mit der Welt von Aventurien überschneidet, usw.


    Zitat

    Du kannst ihn durchaus im Spiel darauf hinweisen, dass Dein Held ein freier Mann ist und er ihm gar nichts kann. Im Stil von "Mach Deinen Dreck alleine!" (wobei schon das DU eine Unverschämtheit ist ;) ). Wenn der Adelige den Helden reizt, kannst Du eine freiwillige Probe auf Willensstärke würfeln und den Held entsprechend des Resultats handeln lassen. Das die "falsche Reaktion" unter Umständen trotzdem nachwirkt, sollte inzwischen klar sein.


    Deine größte Chance sind aber die Mithelden. Wenn Du sie auf Deine Seite ziehen kannst, hat der Adelige wohl früher oder später keine andere Wahl, als Zähne knirschend nach zu geben, wenn er nicht alleine weiterziehen möchte. Ohne Gemeine kommen viele Adelige schließlich nicht über die Runden. Allerdings sollten Deine Mitspieler keinesfalls aus moderner Sicht Partei ergreifen. Für die meisten Aventurier gibt es keinen Zweifel an der Richtigkeit der Dinge, so wie sie sind (also Adel über Gemeine etc.) und vermutlich blicken selbst viele Gemeine auf den Seefahrerpenner mit den schlechten Manieren herab!


    Das hört sich gut an, die anderen 2 SCs mögen mich zumindestens schonmal. Und auch in einem Teil der Gruppe bin ich schon positiv aufgefallen (und das mit meinen schlechten Manieren, da sieh mal an :P).

    Als Seefahrer, welchen Gott bete ich da an, oder ist das davon unabhängig? Wäre das dann Efferd?


    Könnt ihr mir DSA-Videos auf YT empfehlen? Also wo gespielt wird?


    Sorry, falls ich nicht auf alle Posts eingegangen bin, hab mir aber alles durchgelesen, vielen Dank nochmals!


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  • Als Seefahrer, welchen Gott bete ich da an, oder ist das davon unabhängig? Wäre das dann Efferd?


    Könnt ihr mir DSA-Videos auf YT empfehlen? Also wo gespielt wird?


    Sorry, falls ich nicht auf alle Posts eingegangen bin, hab mir aber alles durchgelesen, vielen Dank nochmals!

    Für DsA Runden auf YouTube kann ich dir die Videos von Affendämon Tsu empfehlen, sie sind unterhaltsam und die Spieler achten drauf das ihre Helden Charaktere sind und nicht 0815 Figuren.

    Viele der Abenteuer die dort gespielt werden sind DSA5 aber es gibt auch selbstgeschriebene und ältere Abenteuer.

    Für mich ist Tsu ein Vorbild was das Meistern angeht da er einerseits eine unglaublich ruhige und dennoch spannende Art beim Erzählen hat, beim verkörpern seiner Figuren aber auf einen Schlag auch super die tiefe Palette der Emotionen rausholt.

    Allgemein legt die Gruppe eher Wert auf das Rollenspiel, Regeln werden bei Bedarf genutzt (oder halt auch nicht) und Fokusregeln sucht man vergebens.

    Sprich mit deinem Meister bevor du dir etwas ansiehst, nicht das du dir ein Abenteuer anschaust das in ein paar Wochen gespielt werden soll!


    Die meisten Seefahrer werden wohl zu Efferd beten, Thorwaler wohl eher zu Swafnir.

    Der Schiffsmagier kann aber auch Besonders mehr Gewicht zugestehen, der Schiffskoch vielleicht Travia und der Seemann der in jedem Hafen eine andere hat wohl Rahja, auch Aves finde ich durchaus passend, es kommt halt auf die Person an.

    Wenn Sturm aufkommt oder der Wind bei einer Flaute ausbleibt ist aber ohne Frage Efferd der, zu dem man am ehesten den Kontakt sucht.

    Allgemein möchte ich empfehlen die Götter nicht als "Abschnittsbevollmächtigte" zu sehen sondern als eine Gruppierung, niemand in Aventurien ist seiner Gottheit zugeteilt worden sondern betrachtet vielleicht die eine für sich selbst als wichtiger als die andere.

    Klar werden viele Seeleute eher Efferd zugewandt sein als Tsa, keine Frage. Jedoch schließt das eine das andere nicht aus.

    Es ist kein Christentum vs Islam sondern ein Polytheismus in dem es nunmal mehrere Götter gibt die ihre Spezialgebiete haben.

    Selbst Praios ist nicht Gott der Götter sondern lediglich 'erster unter Gleichen' (auch wenn das viele Praiosgeweihte anders sehen mögen).

  • Wieso sollte ein freier Mann mit einem Arschloch gemeinsam reisen? Lasst den hochwohlgeborenen Spinner einfach alleine im Wald stehen...


    Diesen Sachverhalt würde ich (die Gruppe) dem Spieler erklären. Wenn sein Charakter weiterhin so handelt, die Trennung eiskalt durchziehen.


    Manche Charaktere sind einfach nicht in einer Gruppe zusamen spielbar, das scheitert oft weil die Charaktere nicht gemeinsam abgesprochen wurden und die Spieler irgendwelche Macken unbedingt den Charakteren verpassen und ausspielen wollen. Dabei wird oft nicht überlegt, dass auch dem Mitspieler der Spaß genommen wird. Stimmt die Charaktere in Zukunft lieber zusammen und mit eurem SL ab.

  • Wenn sein Charakter weiterhin so handelt, die Trennung eiskalt durchziehen.


    Tatsächlich kann aus einer Differenz (wenn sie nur zwischen den Charakteren und nicht zwischen den Spielern herrscht) hervorragendes Rollenspiel entstehen.

    Ein adliger der "Arroganz" als NAchteil aht dürfte nicht so selten sein... die Frage ist nur, wie intensiv das ausgespielt wird.


    Fakt ist:

    Dabei wird oft nicht überlegt, dass auch dem Mitspieler der Spaß genommen wird

    Und das muss man klar trennen. Ansonsten können die Spieler wenn sie sich verstehen (Grundvoraussetzung?) auch absprechen, das sich ihre Charaktere sabotieren: kleine Streiche spielen (wie Winselgras neben das Lager des adligen pflanzen).


    Oder ich soll eure Schuhe fetten? Gern Herr adliger... *fettet die Sohle, sodass der adlige danach durch den Tanzsaal flutscht*


    ==> *Wutschnaubender adliger* Antwort: "Aber Herr, bei Praios, ich tat genau das was ihr von mir verlangt habt. Vielleicht solltet ihr das nächse Mal eucre Schuhe selber fetten"


    Analog kann man das "Harmlos" auch auf andere Tätigkeiten/ Aufgaben übertragen.


    Und grundsätzlich spricht überhaupt nichts dagegen, dass der Adlige anweist: "Wir bauen jetzt unser Lager auf und zwar hier!"


    Selbst wenn das dumm ist, dann kann der Meister es organisieren, dass dann wirklich die Zelte unterspült werden, etc. ... irgendwann lernt der aldige auf die Ratschläge des Waldläufers zu hören.


    Und selbstverständlich kann der adlige anweisen: "Bring du den Brief zum Störrebrandt."


    Klar kann man das als freiheitsliebender Rebell sabotieren und sagen: "Ihr habt mir nichts anzuweisen, euer Hochwohlgeboren." Oder man nimmt es als Plot und Befolgt den Befehl... genauso könnte man argumentieren, dass man Brin oder Hal sagt: "Ihr seid zwar Kaiser, aber ich bin aus Thorwal (etc. pp) und nicht euer Untertan." ==> Nur leider ist dann das Abenteuer vorbei.

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Hallo,


    neben dem vielen sehr richtigem schon gesagten möchte ich noch einen Hinweis aus meiner Spielleitererfahrung geben:


    Ich achte immer bei der Zusammensetzung der Heldengruppe darauf, dass die Gruppe einen nachvollziehbaren Grund hat, zusammen zu reisen. Es ist ja etwas völlig anderes, wenn Dein Seefahrer und der Horasier sich schon von früher kennen, sie beide eine gemeinsame Geschichte verbindet und sie sich aus irgendeinem Grund gegenseitig so schätzen, dass sie gemeinsam unterwegs sind, als wenn das ein völlig zufällig zusammengewürfelter Haufen ist.


    Vielleicht solltet ihr darüber mal nachdenken und (habe ich auch schon mal gemacht) bei Bedarf ein kleines "Prequel" spielen, in dem die Gruppe sich überhaupt erst kennenlernt und dann beschließt, was gemeinsam zu machen.


    Viele Grüße

  • Als Seefahrer, welchen Gott bete ich da an, oder ist das davon unabhängig? Wäre das dann Efferd?

    Für Mittelreicher sind die 12 Götter üblich. Natürlich kann man einen Lieblingsgott haben oder auch mit dem ein oder anderen weniger am Hut haben, aber grundsätzlich glaubt man an die Gemeinschaft der 12e. Wenn Dir das Schiff gerade unter dem Hintern versinkt, ist sicher Efferd die bessere Wahl als Ingerimm, der Gott des Feuers. ;) . Der hilft Dir aber nicht all zu viel wenn Du krank bist (Peraine), Dein Würfelglück in der Taverne heraus forderst (Phex), um kämpferischen Beistand betest (Rondra) oder gerade verzweifelt versuchst das Loch zu flicken, damit Dein Pott doch nicht absäuft (Ingerimm als Handwerksgott).


    Kurzum man wählt den 12 Gott, der einem in der Situation am Besten geeignet scheint. Dafür hat man schließlich nicht nur einen, sondern zwölf Götter. Das man die Göttern, die den Alltag besonders stark beeinflussen (wie Efferd für einen Seefahrer) besonders wichtig schätzt dürfte klar sein.


    Tipp:

    Wie bei uns kennt man sehr viele Heilige, die man in Notlagen als "Vermittler" oder "Helfer" anruft. Nur ein Bruchteil davon ist schriftlich fixiert und entsprechend kannst Du Dir gerne ein paar eigene Schutzheilige ausdenken: Ich rufe Dich an heiliger Alrik von Havena (selbst erfundener Heiliger der sicheren Überfahrt) besänftige Efferds Zorn und führe unser Schiff sicher aus dem Sturm... ". Gerade zu einem Seefahrer passen Heilige gut, da Efferd ein sehr launenhafter Gott ist und dieser sicher nicht immer von seinen Gläubigen wie gewünscht "erreicht" wird. Das verleiht Deinem Held eine schöne Portion "Aventurien".


    wenn er anfängt, hat man dann automatisch die Arschkarte gezogen, wenn man nach dem Prinzip Auge um Auge handelt? Oder wenn er handgreiflich wird, ich mich wehre & ihn besiege?

    In den Feudalreichen (vor allem in traditionellen Regionen) achtet man wie gesagt das ungeschriebene Gesetz der leichten Hand (ein Adeliger darf einen Gemeinen züchtigen, so lange dabei kein Blut fließt). Das ist kein wirkliches Recht, sondern eher tolerierte Praxis. Wenn man einem Seefahrerpenner eine langt, kommt sicher kein Richter oder Stadtwache, um sich für diesen ein zu setzen. Wenn der kleine Adelige den angesehenen Bürger einer Stadt (z.B. Gelehrten, Kaufmann etc.) "nach dem Recht der leichten Hand" züchtigt, wird er sich wundern, wie wenig tolerant die modernen Stadtleute sind. ;)


    Im umgekehrten Fall gibt es aber ziemlich sicher Ärger und im Zweifelsfall glaubt man eher dem Adeligen als dem Gemeinen. Wichtig ist der Status des Freien: viele reisende Helden fallen in die Kategorie "Fahrende" (wie auch Gaukler, Tagelöhner und viele andere einfache Reisende) und diese haben nur minimale Rechte, wenig Rechtsschutz und so gut wie keinen Rückhalt in der "ordentlichen" Bevölkerung.


    Grundsätzlich gibt es in Aventurien kein Recht auf Selbstverteidigung (sie wird jedoch meist toleriert) und nur all zu oft ist es wichtiger "wer wem etwas getan hat" als z.B. wer angefangen hat oder der Verursacher war. Selbst wenn man eigentlich Recht hat, heißt das nicht das man auch Recht oder Gerechtigkeit bekommt.


    Idealistisch betrachtet sollte es auch in Aventurien so sein (Praios ist der höchste Gott und steht u.a. für Gerechtigkeit), aber praktisch führen oft ganz andere Dinge zu Urteilen (Stand in der Gesellschaft, Verbindungen, ein bekannter Name, blaues Blut, Bestechungsgeld...).


    Es ist jedenfalls nicht ungefährlich zurück zu schlagen. Er kann Glück haben und einen wirklich Praios gefälligen (also jemand den tatsächlich die Gerechtigkeit interessiert) Richter (Büttel, Stadtwache, Herrscher was auch immer...) haben, aber es kann eben auch ganz anders laufen. Im Sinne von "zu welcher Gottheit bete ich?", ist Praios in so einem Fall sicher eine gute Wahl. :thumbsup:


    Das sich fast alle Magier einer der großen Magiergilden anschließen, Bürgerliche in Zünften und Gilden Mitglieder sind, man sich kirchlichen oder politischen Orden verschreibt etc. ist kein Zufall. Solche Gemeinschaften bieten Sicherheit und manchmal auch umfassende Rechte und "unter der Hand Vorteile".


    Ein Beispiel aus der Seefahrt sind die Efferdbrüder. Als Efferdbruder hat man mit der Efferdkirche (besonders an den Küsten und in Hafenstädten) einen einflussreichen "Partner". Warum sich viele Seefahrer diesen anschließen, ist inzwischen wahrscheinlich verständlich. Natürlich kostet der Spaß auch etwas und man schränkt sich wie so oft in der Freiheit ein... ;)

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