Mit blitzender Klinge... hinein in Rondras Hallen

  • Warnung: Einige Spoiler zur 7G-Kampagne.

    Es heißt, das traurige Schicksal vieler Helden Aventuriens würde meist von Göttern oder Erzdämonen, oder aber auch der Willkür des Schicksals besiegelt.
    Einige machen auch eine als "Meister" bekannte Entität für so manchen Heldentod verantwortlich.
    Doch dieser hier, der unterschrieb selbst sein eigenes Todesurteil [Und ich kann meine Hände reinwaschen].

    Hartugrimm Schimmerschwert, tapferer Krieger, zum Söldner verkommen, doch schließlich zu einem glänzenden Recken Rondras geworden, Verteidiger der Schwachen. Retter von Rothacker, Fluch der schwarzpelzigen Marodeure, Streiter von Greifenfurt. Henker des Henkers, Richter über Korobar, Jäger der Vampire, Vernichter des Edlen von Greifenfurt [Greifenfurter Erzvampir Nummer 2;=O:D]. Er, der niemals stolperte (außer einmal, aber darüber spricht man nicht), Bezwinger des Leviathans, Träger des dritten Zeichens. Er war ein wahrer Held.

    Stets wusste er, wann es galt, das Schwert zu ziehen, und wann es galt, Diplomatisch vorzugehen. Er mag nicht der höflichste gewesen sein, doch stets war er aufrichtig und ehrlich, ein Mann, der zu seiner Meinung stand. Im Kampf erwies er seinen Feinden Gnade, seine Freunde konnten sich stets auf ihn verlassen, die Schutzbedürftigen fanden bei ihm Schutz.
    Er war im Laufe seines viel zu kurzen Lebens zu einem Mann geworden, der sich in vielen Bereichen des Lebens als Abenteurer auskannte, doch wenn er sein Schwert Funkelklinge in der Hand hielt, war im wahrlich keiner gewachsen.
    Aber dann geschah, womit keiner gerechnet hatte. Nachdem er in vielen Schlachten des Krieges gegen Borbarad gekämpft hatte, und zuletzt gar dem Duell Rohals mit Borbarad selbst beigewohnt hatte, begleitete Hartugtimm eines Tages einen großen Zug von Flüchtlingen, die dem Endlosen Heerwurm entkommen wollten. Wie immer begleiteten ihn seine Freunde und Mitstreiter, die meisten von ihnen Gezeichnete wie er. Sie waren besorgt um ihn, denn letztlich hatte sich bei ihm eine Veränderung gezeigt. Nicht nur war sein äußerliches sehr echsisch geworden, er selber war auch immer abweisender, und im Kampf mit einigen Söldnern hatte er sich rücksichtslos ins Getümmel geworfen. Doch was dann geschah, hätte keiner von ihnen geahnt.
    Der Zug wurde plötzlich überfallen! Borbaradianer, Söldner und Paktierer stürmten heran. Nach kurzem Kampf schien es, als würden die Flüchtlinge entkommen, die Angreifer formierten sich neu.
    Da hörten Hartugrimms Gefährten seinen lauten Kriegsschrei! Er stürzte sich auf die Gruppe der Feinde, die noch mindestens 3 dutzend Köpfe zählten, sein Schwert schimmernd und gleichzeitig rot befleckt in der Hand. Seine Freunde waren entsetzt! Hatte ihn der Blutrausch Belhalhars gepackt?

    Doch dann sahen sie den jungen Mann, der auf dem Weg zurückgeblieben war, einen Pfeil im Bein. Sie blickten sich an, schauten wieder zu Hartugrimm. Sollten sie ihm im aussichtslosen Kampf zu Hilfe eilen? Die Elfe war schon mit den Verletzten verschwunden, die Korgeweihte kam gerade von der Spitze des Zuges herangeeilt, die Bogenschützin hatte keine Pfeile mehr, und selbst der Zwerg zögerte und haderte. Schließlich machte der Magier den ersten Schritt, als er einen Kulminato sprach. Dann stürmten sie alle los.

    Mochten die Helden auch fünf zu fünfunddreißig in der Unterzahl sein, und mochte einer ihrer Gegner auch ein Xarfai-Paktierer sein [Stu16, wichtige Meisterperson, 4. KdV], so gewannen die Gezeichneten doch bald die Oberhand, denn niemand vermochte Hartugrimm zu widerstehen. Nun überdeutlich von echsischer Gestalt, mehrfach verwundet, und von Kopf bis Fuß mit Blut bedeckt, in der Rechten Funkelklinge, in der linken eine Streitaxt; so mähte er sich durch die Reihen der Feinde. Schließlich begann der Kampf, abzuebben, und nur wenige Gegner hielten sich noch auf den Beinen. Unter ihnen auch der Xarfai-Paktierer Targoras, der sich nun dem 3. Gezeichneten zum Duell stellte. Es war ein wildes Aufeinandertreffen. Dreimal rief Targoras seinen Herrn an, dreimal antwortete dieser. Zuerst zersplitterte Funkelklinge in Hartumgrimms Hand. Bald darauf schien es, als habe er gewonnen, denn er schlug dem Paktierer beide Hände ab, doch für den Preis eines weiteren Verbannungskreises erhielt der stattdessen stählerne Klingen. Und zuletzt rief Targoras um Unterstützung, und vier Zantim erschienen aus dem Limbus, doch dann Traf ein Faustschlag Hartugrimms den Paktierer im Gesicht, und gleich darauf riss ein Zant seinen Kopf ab, und zerrte ihn in die Niederhöllen. Aber nun standen drei Zantim vor Hartugrimm, dessen Streitaxt eine gewöhnliche Waffe war.
    Seine Gefährten waren beinahe kampfunfähig, selbst die Geweihte des Kor, und er selber spürte eine bleierne Müdigkeit, als er langsam wieder zu Sinnen kam.

    Doch da geschah das Wunder! Denn obwohl dieser Kampf sicherlich kein ehrenhafter Zweikampf war, so gab Rondra ihrem treuen Streiter doch noch ein letztes Geschenk: Die Axt in seiner Hand wurde plötzlich federleicht, und Blitze zuckten über die Schneide. Da streckte Hartugrimm die drei Zant mit drei Streichen nieder, bevor er mit einem Donnerschlag tot zu Boden stürzte. So ging einer der größten Streiter Aventuriens mit nur 28 Götterläufen in Rondras Hallen ein.

    Seine Gefährten, die die Bruchstücke von Funkelklinge, die nun jeden Glanz verloren hatten, sowie die Streitaxt [von meinen "kreativen" Spielern bereits "Donnerschlag" oder "Dreischlag" :/ tituliert] einsammelten, sahen mit Erstaunen, wie sein toter Körper wieder gänzlich menschlich wurde, als das Zeichen ihn aufgab. Sie begruben ihn mit den Stücken von Funkelklinge, die Axt haben sie aber als Andenken behalten; und sie werden ihn nie vergessen, und stets um ihn trauern [bis ein oder zwei ihn wohl nach RdE widersehen, vielleicht auch kurzzeitig mal alle *hust*].

    Möge er an der silbernen Tafel seinen inneren Frieden wiederfinden!


    ANMERKUNG: Als Meister muss ich sagen, dass dieser Tod in keiner Weise geplant war. Es war mehr eine Mischung aus blöder Meisterentscheidung (der junge Mann sollte eigentlich sterben, um den Helden zu zeigen, dass sie nicht jeden retten können) sowie starkes Rollenspiel des Spielers gepaart mit lächerlich schlechten Probenergebnissen bezüglich des 3. Zeichens. Der Spieler hat den Charaktertod billigend in Kauf genommen, und ich habe ihn nicht um jeden Preis davon abbringen wollen. Es war auch eine unglaublich epische Szene, obwohl wir alle (einschließlich des betroffenen Spielers Marco) etwas unpassend in Gelächter ausbrachen, als ich einige schnell gekritzelte Zahlen zusammenrechnete und wir feststellten, dass Hartugrimm -243 von 89 LeP übrig hatte.
    Allerdings muss nun Marco seinen Zweitcharakter, einen Golgariter der 13. Stufe spielen, was die Kampfkraft der Gruppe extrem reduzieren wird. Zusätzlich musste ich ziemlich schnell während einer Abendessenpause eine Szene basteln, wie das dritte Zeichen nun von einem Krieger der 19. Stufe zu einer Kor-Geweihten der 16. Stufe wechselte, die eigentlich nie als Gezeichnete geplant war. Abgesehen davon, dass dies den Konflikt Rondra/Gemetzel eher in "Massenhaftes Massengemetzel der Massen" umwandelt, bringt dieser Umstand auch noch ein paar andere Probleme mit sich, für die ich die Tage vielleicht mal einen Thread aufmachen werde.

    PS: Außerdem hat dies allen mal wieder vor Augen geführt, wie stark die Zeichen sind (vor allem in unserer Gruppe), denn Hartugrimm hatte schon einmal Probleme es mit sieben Rotpelzen aufzunehmen (realistisch wären seine Chancen 1%), und hier hat er zwei dutzend Kultisten, Söldner und Paktierer umgenietet. Aber das Zeichen in seinem jetzigen Status unterdrückt nunmal jeglichen Schaden, wenn ein Kampfrausch ausbricht... aber nur bis er endet.

    Meister [Ich]: "Aus dem Getümmel taucht ein Ork vor dir auf. Sein Kriegshammer ist blutverschmiert, er brüllt dir etwas auf Orkisch entgegen."
    Spieler von Hartugrimm Schimmerschwert [17. Stufe; Krieger]: "Mit einem lauten Schrei stürze ich mich auf ihn: "RONDRAA!'" *Würfelt* "Patzer!"
    Meister: *Würfelt* *Schaut auf Tabelle* "Gerade bevor du den Ork erreichst, stolperst du über deine eigenen Füße und gehst zu Boden."

  • Es war, wie es sich liest, ein epischer und heldenhafter Abgesang und Abgang. Bei Rondra, es war der Tod eines Kriegers. Heldenhaft, Vernichtung übermächtiger Gegner und Schutz von Wehrlosen.