[DSA 4.1]: Unter Barbaren - Marbos Rabe

  • Disclaimer: Das Abenteuer "Marbos Rabe" ist Teil des Abenteuer-Bandes "167 - Unter Barbaren" und wurde geschrieben von Matthias Freund und Lena Kalupner. Alle Rechte an dem Abenteuer liegen bei Ulisses Spiele.


    Al'Anfa im Firun 1032 BF/ 347 GE


    Al'Anfa ist eine schwüle Stadt; eine heiße Stadt; eine stinkende Stadt. Jeden Tag brennt die PRAiosscheibe hinab, fast jeden Tag lässt EFFerd seinen Segen herniedergehen. Und das Resultat ist ein Klima, dessen Luftfeuchte fast greifbar ist. Und so vegetiert die Stadt vor sich hin und nur der Silberberg im Osten wirkt wie ein strahlendes Leuchtfeuer der Reinheit und Hoffnung für all jene, die es zu Ruhm und Reichtum bringen wollen. Doch dort hin zu gelangen ist außer jeder Reichweite der meisten Fanas. Nur die wenigsten haben das Glück, in eine der reichsten Familien Aventuriens einheiraten zu dürfen. Es liegt ein Graben zwischen den Granden und den Fana. Ein Graben, der spürbarer geworden ist, seit den letzten Ereignissen im Horasreich. Überall hört man mahnende Stimmen, verschöwrerische Hetzreden und simple Drohungen gegen die Granden. Die Fana haben die Schnauze gestrichen voll - das kann jeder mitbekommen. Und die Stadt ist voll von Menschen aller Farben und jeder Herkunft. Selbst ein paar Orks oder Achaz sieht man hier und da einmal. Geschäftiges Treiben regelt trotz der schlechten Stimmung den Alltag.


    Einige der geladenen Gäste vertreiben sich die Zeit, während andere noch auf sich warten lassen. Denn Cessario Paligan hat praktisch einem jeden von euch einen Brief geschickt sich bis Ende Firun in Al'Anfa einzufinden. Für die Reise hat er bezahlt und für den Aufenthalt in einem einfachen Gasthaus auch (sofern benötigt).

    Und sobald der letzte geladene Gast eintrifft bittet die Spektabilität der Universität alle von euch zu sich.

    Ihr sollt euch in der Universität einfinden, genauer gesagt in sein persönliches Arbeitszimmer kommen. Wer noch nie in dem riesigen Gebäudekomplex der Universität war, dem verschlägt es fast schon die Sprache: Große Gebäude, die wie Bauklötze auf dem Gelände der Universität stehen, ragen in die Höhe, teilweise drei oder vierstöckig. Sie sind weiß getüncht und tragen rote Ziegeldächer.

    ÜBerall laufen Gelehrte und Sklaven umher, ein paar freie Bedienstete wuseln umher und das stete Rauschen der geschäftigen Stadt ebbt zu einer harmonischen Stille ab, sobald man das große Portal hinter sich gelassen hat. Man könnte meinen, man stünde in einem Boron-Tempel oder einer Bibliothek, wobei zweiteres nicht ganz abwegig scheint. Jeder hier trägt Schriftrollen mit sich oder Bücher sind unter die Arme geklemmt. Studenten lesen, sitzend auf marmornen Bänken, einen Springbrunnen im Hintergrund. Palmen und Baldachine spenden Schatten und Dozenten diskutieren die neuesten Forschungen aus.


    Ein Sklave kommt einem jeden von euch entgegen und führt euch nacheinander (in der Reihenfolge der Ankunft) in Richtung hauptgebäude, welches direkt geradezu von euch erkennbar ist. Es ist das größte Gebäude und ragt zwischen allen anderen empor. Dort bittet euch der Sklave in einer Art Warteraum Platz zu nehmen. Eine Pendeluhr lässt unabdingbar sein Ticken in den Raum schallen und überall an den Wänden sind kunstvolle Gemälde. Zumeist sind es Bilder von Landschaften, Schiffen oder auch berühmten Personen, die hier gelehrt haben. Hinter einer Glasscheibe ist die Urkunde der Schwarzen Gilde zu sehen, die die magische Fakultät als eine der ihren ausweist. Weiche gepolsterte Stühle machen das Warten angenehm und auf einem kleinen Tisch liegen gebundene Fachschriften, gedruckt in der hauseigenen Druckerei zu den neuesten Forschungsthemen der Universität. Den Hauptartikel bildet eine medizinische Abhandlung über den Zusammenhang von Hygiene und Gesundheit - geschrieben vom leitenden Professor Tirion Florios - anbei diverse Fallbeispiele. Aber auch kleinere Artikel sind zu finden, darunter historische Diskussionen und kurze Standpunktnahmen verschiedener Gelehrter.


    Wem nicht nach Lesen ist, der kann sich am mit Wasser verdünnten Wein bedienen, der von einer Sklavin gereicht wird.

    Und wer auch daran keine Wartefreude verspürt: Auf einem Tischchen neben der Tür zum Dekan findet sich eine kleine Holzbox. Diese hat in sich verschiebbare Teile, die wohl richtig zusammen und auseinandergeschoben die Box öffnen. Ein kleines Spielzeug zum Zeitvertreib.


    Und so wartet ihr. Tick - Tack - Tick - Tack.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • Einen Brief mitten ins Nirgendwo zu schicken, gestaltet sich auch für einen Cessario Paligan schwierig. Glück für die Spektabilität, dass Alean sowieso so ungefähr im Firun wieder zurück sein wollte und Dementsprechendes in seiner letzten Nachricht hatte verlauten lassen - es wäre wahrscheinlich schneller gegangen, hätte er sich nicht für den Landweg zurück in die Heimat entschieden. Seine Ankunft wird wohl auch schon ungeduldig erwartet, denn kaum tritt er mit seiner Gefolgschaft durch das Stadttor, wird er auch schon von einem Boten abgefangen, der ihm Cessarios Einladung überbringt. Wer weiß, wie lange der da schon wartet. Eigentlich würde Alean ja viel lieber erst nach Hause gehen, sich ordentlich waschen und etwas essen, auf jeden Fall etwas anderes anziehen, aber davon will der Bote gar nichts wissen. Er soll jetzt sofort mitkommen, am besten gestern, und auch wenn er gar keine wirkliche Lust dazu hat nach einem weiteren langen Reisetag, gibt er seinen Reisegefährten einen Wink, dass man ihn anderswo brauchen würde, und macht sich etwas widerwillig auf den Weg zur Universität.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Währenddessen hat sich Mhanach bereits dort eingefunden. Wie es seine Unart ist, vergeudet er keine Zeit es sich bequem zu machen. Die Sklavin erleichtert er um die Weinkaraffe und zieht die medizinische Abhandlung zu sich her.


    `Medizin. Pah. Tirion, dieser Pfuscher, würde eine Bauchspeicheldrüse nicht einmal erkennen, wenn sie ihm in den Allerwertesten tritt´, denkt er sich und beginnt mit dem Beitrag über Hygiene.


    Aber irgendetwas stört...


    Diese nervige Uhr... Tick Tack Tick Tack...


    Unsäglich!


    Mhanach steht auf, hängt das Pendel der Uhr aus und wirft es aus dem Fenster. Schon besser. Er wirft sich erneut in den Sessel und schenkt sich Wein nach.

    `Wo war ich? Ach ja. Bei dem Schwachsinn über die nicht sichtbaren Lebewesen, die Krankheiten verursachen...´

  • Hinter dem vergleichsweise hochgewachsenen Alean tritt ein kleiner Moha durch das Stadttor. Selbst neben dem durchschnittlichen Mittelländer wirkt er mit etwas mehr als 1 Schritt und 30 Halbfinger fast schon wie ein Zwerg. Doch sein athletischer Körper, der nur von einem Lendenschurz und schienbeinhohen Schuhen bedeckt wird, das zum Pferdeschwanz zusammengebundene Haar, die dunkle Haut und mangelnde Gesichtsbehaarung lassen doch wenig Rückschlüsse auf einen Zwergen zu.

    Mit großen Augen aus denen Angst und Neugier gleichzeitig sprechen schaut er sich um während er Alean in Richtung der Universität folgt. Immer wieder tastet er dabei nach seinem Speer und einem Stoffbeutel, die über Kreuz auf seinem Rücken trägt.

    Das Leben ist ein Spiel!

    Einmal editiert, zuletzt von LeCicero ()

  • Das Pendel herauszureißen und hinauszuwerfen ist leider nicht möglich. Dafür ist die Uhr zu massiv und ohne Magie oder Werkzeug ist das Entfernen des Pendels nur mit Sachbeschädigung und sehr viel Kraft zu erreichen (KK-Probe +5). Das wird die Schulden allerdings nicht grade schwinden lassen. Viel einfacher ist es, die Pendelgewichte auszuhängen und in den Uhrenkasten stellen. Das lässt das Pendel ganz still und einfach hinabhängen. Und schon ist Ruhe im Raum. Die Uhr blieb um 13:37 Uhr stehen.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • Es ist wohl gut, dass sie bereits in der großen Stadt des Raben war, als dieser Brief sie erreichte. Wer konnte schon wissen, wie lange es sonst gedauert hätte, bis sie das Schreiben sonst in Händen gehalten hätte. Sie hatte sich die Nachricht zwar vorlesen lassen müssen, aber so ungefähr hatte sie sich schon vorstellen können, worum es ging, sobald sie das Siegel gesehen hatte, hatte sie doch auch schon in der Vergangenheit für diese Akademie gearbeitet. Noch nie jedoch war sie zu den Räumlichkeiten einer Person die Spektabilität genannt wurde, geführt worden.


    Dementsprechend neugierig sieht sie sich auch um, als sie der Sklavin hierher folgt. Alles zieht ihren Blick zumindest kurz auf sich, aber nirgendwo bleibt er länger hängen. zumindest bis sie in diesen Raum gebracht wird, wo auch schon andere warten. Ebenso neugierig wie zuvor alles andere, musterte sie die anderen Anwesenden mit einem freundlichen Lächeln. Zumindest so lange, bis ihr Blick an der still stehenden Uhr hängen bleibt. Das Lächeln weicht einer gewissen Entgeisterung. "Dieses Ding. Sollte es nicht die Zeit in kleine Scheibchen schneiden?" Sie legt zwei Finger der Hand, mit der sie nicht Speer und Blasrohr umklammert hält, an ihren Hals, ganz als ob sie an ihrem eigenen Herzschlag prüfen wolle, ob die Zeit trotzdem vergeht.

  • "Hapu." Aleans Tonfall ist ruhig, als er sich an seinen sichtlich nervösen Begleiter wendet. "Entspann dich. Du wirst deinen Speer nicht brauchen." Es missfällt ihm, dass die erste Reaktion des Waldmenschen auf die große Stadt der Griff zur Waffe ist, aber übel nehmen kann er es dem kleineren Mann wohl nicht. Dafür ist das alles noch zu neu. Auf Hapu müssen die großen Häuser, vor allem die massigen Klotzbauten der Universität, ja regelrecht einschüchternd wirken.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Mhanach schaut von seiner Lektüre auf, als sich die Waldmenschenfrau nähert.


    "Ich hoffe, du bist die Sklavin, die mich zu Paligan hereinbitten soll", er blättert verächtlich durch die Abhandlung, "Ich bin durch diesen Unfug beinahe durch und mich graut die Vorstellung mehr davon lesen zu müssen, während er mich warten lässt."


    Dann fällt sein Blick auf ihre Waffen. Er zieht eine Braue in die Höhe.


    "Ah. Offensichtlich irre ich mich. Das Leben ist wirklich voller Enttäuschungen."

  • Die kleine Waldmenschenfrau nimmt die Finger wieder vom Hals und schütteltden Kopf leicht, so dass die Perlen im Haar fröhlich klimpern. "Offensichtlich. Denn unser Leben ist nicht voller Enttäuschungen. Dafür aber voller Überraschungen." Sie wirft dem Mann von der Seite einen Blick zu und zuckt dann mit den Schultern, bevor ihr Blick auf die kleine Holzbox fällt. "Hm?" Einen Moment überlegt sie, ob sie es anfassen soll, aber dann zieht sie die Finger wieder zurück. Abermals klimpern die Perlen als sie den Kopf schüttelt.

  • "Spielzeug", bemerkt der Magier mit einem Blick auf das Kästchen. "Kann nicht teuer sein, sonst wäre es von dem Studentenpack längst geklaut worden. Nun ja, vielleicht ist der Inhalt längst weg. Enttäuschung oder Überraschung, hm?"

  • "Geklaut? Wäre sehr unangebracht." Nun geht sie tatsächlich etwas auf Abstand zu dem Kästchen. "Einer Spektabilität wäre es zuzutrauen eine Überraschung für sein Studentenpack im Kästchen zu verbergen. Unvorsichtiges Studentenpack hätte vielleicht keine Gelegenheit mehr enttäuscht zu sein." Zufrieden mit dieser Schlussfolgerung wendet sie sich endgültig von dem Spielzeug ab um stattdessen die Bilder an den Wänden zu mustern.

  • Mhanach schnaubt amüsiert.

    "In dem Fall würde ich es an seiner Stelle nur den Eleven geben. Wieso Zeit und Bildung verschwenden?" Die Frage scheint rhetorisch zu sein. Der Mann schenkt sich erneut nach, zum dritten Mal, und führt den Kelch an die Lippen.


    "Das Bild da...", sagt er unvermittelt "...das dort,... von Methelessa ya Comari... wird ihr nicht gerecht" Er deutet auf das Gemälde einer Frau mit beindruckendem Kopfschmuck. "Sie sieht in Wirklichkeit aus wie Anfang Dreißig,... zumindest auf den Konventen. Denn die Wirklichkeit ist in ihrer Nähe mit Vorsicht zu genießen. Ihre Hände fühlen sich nicht nach Anfang Dreißig an und der Tastsinn ist bekanntlich am Schwersten zu täuschen..."


    Er leckt sich nachdenklich über die Vorderzähne.


    "Ich bin Magister Mhanach ibn Dajin. Mit wem habe ich das Vergnügen?"

  • "Wahrscheinlich habt ihr Recht... Aber ich kann nicht richtig hören hier, nicht richtig meine Umgebung fühlen. Als wäre ich...", er sucht nach dem richtigen Wort, "Blind! Ja genau! Kein Gespür für Umgebung..." Seine Stimme ist eindeutig Mohisch gefärbt. Zwar beherrscht er Brabaci einigermaßen, jedoch fehlt ihm jegliche Sprachpraxis, so dass er die Worte oft falsch betont. "Aber die Hütten sind beeindruckend! Wie baut man sie? Und was sollen diese ganzen Tische auf den Wegen?", er deutet auf einige Marktstände, "Verschenken die was?" Mittlerweile scheint die Neugier zu überwiegen.

    Das Leben ist ein Spiel!

  • "Taub. Wenn man ein eingeschränktes Gehör hat, gilt man als taub. Blindheit hingegen betrifft die Fähigkeit zu sehen." Korrigiert ihn Alean. Schließlich soll er es ja richtig lernen. "Und diese 'Hütten' nennt man Gebäude oder auch Häuser, falls sie vornehmlich Wohnzwecken dienen. Man baut sie aus Stein oder gebrannten Lehmziegeln, manchmal auch aus Holz." Er seufzt einmal bei dem plötzlichen Schwall an Fragen. "Die Tische sind Marktstände zum Feilbieten von Waren. Diese Leute dort verschenken nichts, sie handeln. Nicht viel anders als bei deinem Volk, allerdings wird hier im Normalfall keine Tauschwirtschaft betrieben, sondern man erhält die gewünschte Ware gegen Geld; in der Regel wird erwartet, über die Höhe der Summe verhandeln zu können, bis ein gemeinsamer Konsens gefunden ist. Diesen Prozess bezeichnet man dann als Feilschen." Ob Hapu das jetzt alles verstanden hat, darf man wohl zu bezweifeln wagen, denn Alean achtet nicht immer unbedingt explizit darauf, sich für ihn einfach auszudrücken. Ist anscheinend Gewohnheit, und die sind ja bekanntlich schwer abzulegen.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Ximena ist nicht zum ersten Mal in der Universität, wohnt sie doch in der Nähe und hat durchaus Kontakte zu dem ein oder anderen Magister oder der ein oder anderen Magistra. Nun heute war sie wegen einer anderen Einladung hier und wenn die Granden rufen kommen die Fanas. Noch. Wobei ihre Treue zur Stadt oder der Kirche nie in Frage stand, aber irgendetwas liegt in der Luft. Und das hieß nichts Gutes.


    Sie nickt den bereits Anwesenden zu und stellt sich knapp aber nicht unhöflich vor. "Boron zum Gruße. Ximena Rodriguez. Ich denke ihr wartet auch darauf eingelassen zu werden."



    Während sie so wartet fällt ihr Blick nach einer Weile auf das Kästchen, welches sie dann prüfend in die Hand nimmt, dreht, vorsichtig drückt, bevor sie ein wenig Schmunzeln muss. Es dauert einen Moment aber nach ein wenig Hantieren öffnet sich das Kästchen und sie wirft einen Blick hinein.

    Mechanik +7 gelungen


    Noch deutlich amüsierter betrachtet sie den Inhalt und verewigt sich dann auf dem Zettel darin, bevor sie das Kästchen schließt und wieder zurück stellt.

    Fear cuts deeper than swords.

  • In der Universität


    Nach einer weiteren kurzen Wartezeit öffnet sich die Tür und ein Secretarius tritt hervor. "Oh, wie ich sehe sind die Gäste eingetroffen. Wenn ihr mir bitte folgen mögt." Er öffnet die Tür zur Gänze und geht hinein. Man gelangt in einen kleinen Vorraum, der mit dem Tisch des Secretarius ausgestattet ist, einigen Regalen samt Inhalt und einer weiteren Tür. Diese öffnet der junge Gehilfe. "Die Damen und Herren Questadores, Euer Spektabilität.", dann an die Gäste gewandt: "Wenn ich bitten dürfte?"


    Im Innern erwarten den Besucher hohe Regalwände, die mit Büchern und allerlei Skurrilitäten gefüllt sind: Schrumpfköpfe, Totemmasken, Statuetten und eine ziemlich große Zahl weiterer Stücke mohischer Kultur. An einem großen Salontisch, der von bequemen Sesseln umzingelt wird, sitzt ein charismatischer Mann Anfang 40, der sich erhebt, als ihr herein kommt. Sein Äußeres ist gepflegt, die Haare orentlich gekämmt und sein Lächeln ist gewinnbringend, einnehmend, freundlich. Und hinter euch schließt sich die Türe durch den Secretarius.



    (Wie mir eben Mitgeteilt wurde sind ein Paar Leute ja noch in der Stadt. Nächste mal bitte einfach angeben wo ihr euch befindet. Wenn ich die Info nicht habe gehe och von aus ihr seid alle zusammen.)


    In der Stadt (Alean und Hapu)

    Die Stadt ist weiterhin geschäftig und der Bote, der euch vom Stadttor aus zur Universität bringt - quasi einmal durch die gesamte Stadt - scheint ein wenig unter Zeitdruck zu stehen. Vermutlich hat er schon viel zu lange auf die Gäste gewartet und nun scheint er ungeduldig zu sein. Glücklicherweise betritt man kurz bevor der alltägliche REgen losbricht die Universität und kann ins trockene Innere gelangen.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

    Einmal editiert, zuletzt von KampfGurke ()

  • "Danke, den Rest des Weges finde ich mich auch allein zurecht." Mit diesen Worten entlässt Alean den Boten beim Betreten des Hauptgebäudes, auf dass dieser sich anderen Aufgaben zuwenden möge. Schließlich ist das nicht das erste Mal, dass er auf diesen Fluren wandelt, und auch nicht das erste Mal, dass er bei Cessario vorstellig wird. Für Hapu allerdings schon, deshalb sollte der kleine Waldmensch besser Schritt halten, sonst verläuft er sich in den weitläufigen Gängen noch. Anscheinend kommen die beiden aber trotzdem zu spät, denn als sie in den Warteraum treten, kommt ihnen bereits der Secretarius wieder entgegen. Erfreut scheint dieser über die Verzögerung nicht zu sein, führt sie aber trotzdem durch sein eigenes Vorzimmer zu der zweiten Tür. Nach allen anderen betreten Hapu und Alean das Arbeitszimmer der Spektabilität, im Falle letzterens mit seinem Rucksack noch über der Schulter und staubig und ein wenig abgekämpft vom langen Fußmarsch.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • In der Stadt (Alean und Hapu)


    'Alean redet so schnell... Geld? Was war das nochmal? Diese hübschen Goldstücke, oder?', die nächsten Fragen schießen Hapu durch den Kopf aber er schweigt zunächst und saugt nun alle Eindrücke in sich auf. Dabei achtet er dennoch darauf immer nah bei seinem Begleiter zu bleiben, da auch sein Orientierungssinn in den Straßen der Stadt nicht so zu funktionieren scheint, wie er es gewohnt ist.

    Als sie das mächtige Universitätsgebäude betreten kommt Hapu aus dem Staunen nicht mehr heraus. Er murmelt einige leise Worte auf Mohisch und streicht im Vorbeigehen kurz über die gepolsterten Sessel. Viel hat er über die Blasshäute gehört, über ihre Verschwendungssucht und ihre Gier, aber auch über ihre Handwerkskunst. Und hier scheint sich alles zu vereinen.

    Hinter Alean betritt also ein kleiner Waldmensch den Raum. Er sieht bei weitem nicht so abgekämpft aus wie der weiße Mann vor ihm, doch einige frische Narben zieren seinen ansonsten muskulösen Körper. Eine dieser Narben sitzt direkt auf seiner Schläfe. Sofern man ihn gelassen hat trägt er noch immer seinen Speer und Beutel

    Beim Anblick der bekleideten Waldmenschenfrau verzieht er das Gesicht. 'Eine "Verlorene". Was für eine Schande!' Stattdessen bleibt sein Blick an der wunderschönen Tulamidin hängen.

    Das Leben ist ein Spiel!

  • Mhanach wirft den Neuankömmlingen einen kurzen Blick zu. Nachdem ihn der Bote in der Gosse ausfindig gemacht hat, hat sich der Schwarzmagier zwei Tage Zeit gelassen um auszunüchtern und war erst dann der Einladung gefolgt.


    `Und trotzdem kommen diese ganzen Gestalten nach mir an. Wieso habe ich mich überhaupt beeilt?´, denkt er sich im Stillen.`Und dann auch noch die Gesellschaft... Eine Waldmenschenfrau mit bissigem Humor, das Abbild Rhajas selbst, ein heruntergekommener Mittelländer und ein halbnackter Moha. Und ich.´


    Mhanach strich sich die ungekämmten Haare aus dem Gesicht. `Was mache ich hier überhaupt?´, überlegte er in Gedanken, `Ach ja, die Schulden. Wie viel war das nochmal? Eintausend? Zweitausend?... Oder war das in Gareth?...´


    Seine schwarzen Augen mustern die Spektabilität kritisch. Questadores... Das verheißt nichts Gutes.


    `Lauferei, Schlafen im Freien, Insekten, fragwürdiges Essen... Ich frage mich, ob Questadora Decoletté einen Narren findet, der ihr die Dornen aus dem Kleid klaubt und sie über Pfützen trägt´, sinniert er, bemerkt den Blick des Mohamannes und grinst.

    Einmal editiert, zuletzt von Shahane ()

  • Alean seinerseits wirft nur einen flüchtigen Blick auf die anderen Anwesenden - unwichtig, schmuddelig und unwichtig und ohhhh, hübsch, aber trotzdem erstmal unwichtig, vielleicht später mal eine eingehendere Betrachtung wert. Oder morgen. Er unterdrückt ein Gähnen. Ja, morgen klingt besser. Hoffentlich ist er hier schnell fertig. Ein ordentliches Bad und danach entspannen, vorzugsweise in seinem eigenen Bett, das wäre jetzt einfach himmlisch... Wieso konnte Cessario denn nicht bis morgen warten?!

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard