Reiterwaffe für einen Ritter

  • Ich habe mich für einen nordaventurischen Ritter entschieden, also einen klassischen aufrechten Streiter für das Gute. Charakterlich möchte ich ihn teils konservativ, teilweise auch "gegen Konventionen aufbegehrend" darstellen. Ein ungestümer junger Mann, der an die eigene Stärke glaubt und sich auch mal überschätzt.


    Als Spezialisierung habe ich mir "Ritter des neuen Weges" rausgepickt. Eigentlich wollte ich eher einen Duellkämpfer und Schwertmeister. Die Schwertgesellen und Krieger haben sich für mich bei diesem Helden aber nicht "richtig" angefühlt. So habe ich mich schlussendlich für den Ritter entschieden. Der Ritter ist bekanntermaßen vor allem ein Kämpfer zu Pferd.


    Am Boden wird er mit Anderthalbhänder und Plattenrüstung kämpfen.


    Da mein Ritter stimmig sein soll will ich ihn auch oft beritten kämpfen lassen. Kann ich ihn direkt mit einem Reitersäbel (Amazonensäbel) ausstatten oder wäre das unpassend?

  • Säbel und Nordaventurien finde ich nicht so schön. Also, klar, kann man irgendwie machen – die nördlichste Amazonenburg liegt in den Drachensteinen, deren Kampfstil wird schon irgendwie ausstrahlen. Aber allgemein gehören für Nordaventurien eher klobigere und altmodischere Waffen ins Bild.


    Wenn du dir schon spezifisch für den Kampf zu Pferd was suchst: Wie wäre es mit einer Lanze?


    (Und um welches System geht es überhaupt? 4.1 oder 5?)

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  • In der Senne Bornland zumindest genießt der Reitersäbel im Einsatz vom Pferderücken ehrenhaftes Ansehen und wird laut Vademecum dem Kampf zu Fuß mit Schwert gleichgesetzt.

  • Ich finde im Gegenteil den Reitersäbel absolut passend.

    Man denke an die berüchtigste Reiterkavallerie der Neuzeit: Die Flügelhusaren; für die sind Säbel durchaus passend und ich würde wenn jemand einen solchen spielen wollen würde ihn ins Bornland packen.

    Alternativ kann es auch ein Reiterhammer sein (ähnlich dem Rabenschnabel). Die wurden auch effwktiv und ohne viel Kraftaufwand vom Pferd eingesetzt.

    Andere Waffen die natürlich sinnvoll wären:

    -Lanze / Speer (als Lanzenersatz und auch für den Bodenkampf geeignet)

    -Streitkolben

    -Reiterbogen

    -einige Borndorne oder Wurfbeile.


    Eher unpassend als Reiterwaffe ist das normale Langschwert meiner Meinung nach; theoretisch machbar ist aber schwer vom Sattel aus einzusetzen. Ist natürlich regelkonform (also DSA 5) aber bedenke dass die Schadenswerte nicht von der Waffe selbst sondern von der Wucht hinter der Geschwindigkeit kommt. Daher ist eben so ein normaler und dünner Reitersäbel die Go-To Waffe in der Neuzeit. Gegen Rüstung hilft die Lanze.

    Ein Säbel (oder auch ein Schwert) muss übrigens nicht krumm (oder gerade) sein. Du darfst das aussehen so gestalten wie du magst und so wuchtig oder dünn definieren wie es für dich passt. Die sind ja nicht alle aus einem Guss.

  • Eine Klingenwaffe muss es schon sein.


    Lanze ist soweit klar, wobei ich die ausschließlich als offensive Waffe sehe. Lanze ist für mich eher speziell als Waffe.


    Helden werden ja gerne schon mal von Räubern im Wald aus dem Hinterhalt angegriffen. Da gehe ich davon aus, dass der Kampf beritten, aber im Nahkampf stattfindet

  • Von wo genau soll der Held denn stammen? "Nordaventurien" ist ja nicht gerade klein.

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  • Mein Backup Charakter ist ein Ritter. Diesem habe ich einen Reithammer gegeben (schau mal im Arsenal unter Rabenschnabel, die gibts einmal für Boronies und einmal als Reithammer). Fand ich passend, weil die ja irdisch dazu dienten Gepanzerte zu töten und in Weiden und co laufen nunmal noch echte Dosen rum.


    Ps: war Ritter des neuen Schlags nicht sowas aus dem lieblichen Felde? Sitze grade in Ungarn im Wald und kann deshalb nicht nachschauen.

  • Ich finde eher einen Streitkolben oder Reiterhammer(Rabenschnabel) zusammen mit einem Schild passender.


    Zudem würde ich örtliche Waffen in den Ring werfen, je nachdem wo dein Ritter herkommt.

  • Kontext, Kontext, Kontext.



    Ritter von wo? Das sagt gegen wen er gelernt hat zu kämpfen und wie er das getan hat. Entscheidend für die Wahl der Waffe ist immer der Gegner.


    Wer gegen andere Schwergepanzerte kämpft, der benutzt Reiterhammer und Streitaxt dazu. Gegen Tuchrüstungen benutzt man scharfe Schwerter und Säbel. Wer vom Pferd aus kämpft bevorzugt dabei krumme Klingen, wohingegen zu Fuss gerade Schwerter besser sind. Im engen Gemenge wiederum sind Streitkolben prima Waffen, weil sie keine Ausrichtung benötigen und man mit ihnen prima um sich schlagen kann. Auch die Frage ob man einen Schild verwendet ist wichtig. Ein Schwert irgendeiner Art hat am Ende eh jeder Ritter. Aber Schwerter sind ja keine Hauptwaffen. Das ist aber nur die realistische Betrachtung. Fiktionalisiert kann man das auch ganz anders sehen.


    Am Ende des Tages sollte ein echter Ritter ohnehin mit nahezu allen Waffengattungen kämpfen können. Schon allein weil er eigentlich gar nicht drum herum kommt. Dolch ist Pflicht als Notwaffe, Schwert ist Standeswaffe, Stangenwaffen lernt man allein schon durch das Training für die Lanze, dann ist da die Lanze selbst und dazu Hiebwaffen aller Art, vor allem einhändig, ggf. auch zweihändig. Zweihändige Schwerter hingegen kann man am ehesten auslassen.

  • Am Ende des Tages sollte ein echter Ritter ohnehin mit nahezu allen Waffengattungen kämpfen können. Schon allein weil er eigentlich gar nicht drum herum kommt. Dolch ist Pflicht als Notwaffe, Schwert ist Standeswaffe, Stangenwaffen lernt man allein schon durch das Training für die Lanze, dann ist da die Lanze selbst und dazu Hiebwaffen aller Art, vor allem einhändig, ggf. auch zweihändig. Zweihändige Schwerter hingegen kann man am ehesten auslassen.

    Ob der Bauernzehnt neuerdings auch in AP abgeliefert wird?

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  • Mein Ritter hätte vornehmlich mit Kettenwaffen gekämpft also Morgenstern+Schild oder gar Ochsenherde. Zumindest der Morgenstern dürfte auch gut vom Pferderücken gehen. Passt vllt besser zu einem Ritter alten Weges aber du wolltest ja mit konventionen brechen:))

  • Wenn man es „mittelalterlich eingefärbt“ will, kann es nur ein Schwert sein!

    Als zusätzliche Alternative zum Kampf gegen schwer Gerüstete halt der oben mehrfach genannte Reiterhammer. Oder halt auch Streitkolben und Morgenstern gegen leichter Gerüstete.


    Ist er eher „neuzeitlich eingefärbt“ sind Reitersäbel oder Reiterschwert (ein schwereres und längeres Rapier, auch „Papenheimer“ genannt). Auch hier noch der Reiterhammer und natürlich Degen und Rapier.


    Die Lanze ist, vom Pferderücken, für einen Ritter immer die erste Wahl.


    Dazu Schild, Kettenstecher, Langdolch und oder Linkhanddolche...

    Überführte, kleptomanische Witze-Diebin

  • Laut AR (S. 83) "In der Reiterei und im Süden Aventuriens sind bei Kämpfern auch ungeweihte Varianten des Rabenschnabels beliebt, oft unter dem Namen Reiterhammer", während der Reitersäbel (Amazonensäbel) "von Reitern Mittel- und Nordaventuriens" (und natürlich Amazonen) bevorzugt wird.


    Der Reiterhammer ist also auch im Norden nicht unbekannt, aber deutlich häufiger im Süden an zu treffen.


    Wobei ich den Säbel "obwohl er eine höchst rondrianische Waffe" ist, eher keinem klassischen Ritter in die Hand drücken würde. So jemand führt Klassiker wie Lang- oder gar Breit/Bastardschwert.


    Einem modernen Ritter steht der Säbel hingegen gut und bei den almadanischen Caballeros (den modernen "Nachfahren" der Ritter) ist er sogar die beliebteste Waffe (neben dem Raufdegen).


    Ein nördlicher Ritter mit einem Amazonensäbel ist deshalb eher ein Exot, ebenso wie der nördliche Ritter mit einem modernen garethischen Anderthalbhänder (statt althergebrachten Standeswaffen wie dem Zweihänder). Aber gerade darum geht es Dir schließlich: an Traditionen zu rütteln. Moderne Sichtweisen sowie Waffen und Rüstungen (mehr Platte als Kette) aus der Mitte zu nutzen, passt da hervorragend ins Konzept.

  • x76 hat ganz gut beschrieben was ich meinte. Habe mich für Anderhalbhänder zu Fuß und Reitersäbel (Amazonensäbel) zu Pferd entscheiden. Die Lanze ist natürlich auch dabei, aber nur situativ passend eingesetzt. In den Lanzenkampf muss ich mich noch etwas einlesen.


    Den Anderthalbhänder trägt er an der Hüft bzw. linke Seite. Mit 1,85 Meter Größe sollte das gehen. Der Reitersäbel wird am Sattel befestigt. Als Rüstung dient eine einfache Plattenrüstung.


    Wenn ich den Helden weiterentwickle möchte ich ihm auch eine Fernkampfwaffe verpassen. Ich denke da an einen Wurfspeer, vor allem für die Jagdt. Bei einer Belagerung ist eine Fernkampfwaffe vielleicht auch angemessen.

  • Erlan von Rommilys

    Würdest Du denn den Amazonensäbel auch dann noch nehmen, wenn auch ein Schwert den 2er Bonus auf die TP geben würde? Der Säbel ist unbestritten die beste Waffe zu Pferd und es ist schade, dass man sich hier wieder mal für Stil oder Effektivität entscheiden muss. Vom Anderthalbhänder an der Hüfte würde ich Dir abraten. Mit 1,40m schleift Dir das Ding die ganze Zeit auf dem Boden.

  • Scoon

    Der Bonus spielt ganz klar ne Rolle. Allerdings nur im Rahmen, es muss schon eine Klingenwaffe sein.


    Als ich früher gespielt habe, habe ich die Erfahrung gemacht, dass man gerade am Anfang Probleme hat Kämpfe zu gewinnen, weil man keinen Schaden macht. Gerade mit einem Kämpfer kann es dann schon frustig bis absurd werden.


    Zu unserer Gruppe wird wohl noch eine Schwertgesellin dazu kommen. Da darf mein Ritter auf keinen Fall underperformen. ;) Das ist alles etwas unserer Gruppe geschuldet.

  • Vielleicht kannst Du ja Deinen Meister fragen, ob er Dir ein Schwert mit den gleichen Werten zugesetehn würde. Würde ich zumindest für meinen Ritter so machen.

  • Naja wenn der Prophet nicht zu Berg kommt, ...


    Spiel doch einfach ne Amazone, dann passts auch stilistisch wieder mit der Waffe:)

  • Naja wenn der Prophet nicht zu Berg kommt, ...


    Spiel doch einfach ne Amazone, dann passts auch stilistisch wieder mit der Waffe:)

    Nix da Amazone. Ich hab das noch nie hinbekommen vernünftig eine weibliche Figur darzustellen. Am Ende hat die bei mir faktisch immer die Profession Prostituierte.

  • Mit dem Amazonensäbel ist das wie mit dem Wikingerschwert: Hat nichts wirklich mit den Amazonen zu tun.


    Der Amazonensäbel ist ein ganz normaler Reitersäbel polnischer Machart, also ein Szabla. Aventurisch würde ihm das eine Entwicklung aus den Tulamidenlanden heraus suggerieren, von wo aus er sich nach Norden hin in die spätere Form fortentwickelt hat, während die andere Säbelform, welche aventurisch Säbel heißt, sich im Westen des Kontinents entwickelt hat. Warum auch immer.


    Denkt einfach nicht zuviel darüber nach woher irgendwelche Waffen in Aventurien kommen. Da grabt ihr nur an Stellen, an denen sofort der Boden nachgibt. Und selbst wenn man die Verbreitungen wichtig fände ist das dennoch bedeutungslos. Eines der beliebtesten Objekte in naturalistischen Stillleben der Renaissancemalerei war... Das Katana, das Wakizashi und das Tanto. Speziell in den Fernhandelsstaaten. Das ist ein sehr deutlicher Beleg dafür, dass solche Objekte praktisch überall auf einer Handel treibenden Welt auftauchen können.


    Und dann haben wir da noch den Umstand, dass Aventurien eben NICHT das käsigste aller Klischeemitelalterwelten ist. Oder sein sollte. Wenn Spielerhelden wild herumreisen und sich irgendwann irgendwo niederlassen, wer sagt dann, dass das nicht auch ihre Eltern und deren Eltern und Generationen auf Generationen von Aventuriern gemacht haben? Dabei reicht es völlig aus, wenn es wenige sind, die das tun. Aber es führt dennoch dazu, dass an der Wand eines Bornländischen Ritters völlig problemlos ein Tulamidischer Helm, ein Maraskanisches Ninjaschwert und ein Marinierdolch aus Mengbillar hängen können. Und es kann ebenso gut sein, dass es eben statt "Hier ist dein Langschwert einheimischer Machart, Sohn" heißt "Hier ist der Doppelkunchomer, den mein Großvater aus dem dritten Dattelkrieg mitbrachte, Tochter".