Magiekunde für profane Helden - Welche Einsatzmöglichkeiten?

  • Welche Einsatzmöglichkeiten von Magiekunde gibt es für einen profanen Helden?


    Das Anwendungsgebiet Artefakte kann man nur mit der SF Analytiker oder einem Artefakt mit den entsprechenden Hellsicht-Zaubern nutzen, bei dem Anwendungsgebiet Magische Wesen ist es uneindeutig, was man ohne eine magische Analyse herausfinden kann.

    Bleiben also die Anwendungsgebiete Rituale und Zaubersprüche. Dadurch könnte ein profaner Held beispielsweise feststellen, welchen Zauber ein Gildenmagier gerade versuch zu wirken.


    Für mich scheint der Nutzen, den Magiekunde einem profanen Helden gibt für ein C Talent nicht gerechtfertigt zu sein.

    Kalkulationstabelle für Schadenberechung - Link

  • Analytiker benötigt nur Magiekunde 4 als Voraussetzung, theoretisch könnte also auch jeder profane Held Analytiker erlernen und Artefakte untersuchen, die SF steht im GRW auf Seite 214 ja auch bei den Profanen SF und nicht bei den magischen.

    Die magische Analyse wird im GRW auf Seite 269 beschrieben, dort steht das man ohne Analytiker gar keine QS ansammeln kann, lediglich mit der SF maximal 1QS und mit zusätzlichen Hellsichtszaubern/-liturgien auch mehr QS erreichen.

    Rein nach RAW kann also jeder Held der Magiekunde 4 und Analytiker erlernt hat erkenne ob ein Artefakt mehr oder weniger als 10FP besitzt, ein Wesen ein Dämon/Elementar/Geist ist oder die Wirkung eines Zaubers mehr oder weniger als 10 FP besitzt.


    Bleiben also die Anwendungsgebiete Rituale und Zaubersprüche. Dadurch könnte ein profaner Held beispielsweise feststellen, welchen Zauber ein Gildenmagier gerade versuch zu wirken.

    Da würde ich wohl auch schon den Analytiker und eine Analyse verlangen, so verstehe ich zumindest S.269.

    Das Wissen über einen Zauber ist nur Magiekunde, das Erkennen ob der gegnerische Magier grade Magie wirkt über eine Analyse (wobei du dann nur weißt ob mehr oder weniger als 10FP).

    bei dem Anwendungsgebiet Magische Wesen ist es uneindeutig, was man ohne eine magische Analyse herausfinden kann.

    Bei Tieren wird über Tierkunde halt Wissen über dieses Wesen erlangt/abgerufen.

    Magiekunde bewirkt das selbe bei magischen Wesen, zb gefesselten Seelen (Dämonen und Elementare werden über Spährenkunde abgehandelt).

    Was weiß der Städter mit Tierkunde 0 über einen Dachs? Dessen Diät, Schlafrhythmus, soziale Interaktionen?

    So ähnlich kann man es auch mit Magiekunde und magischen Wesen halten.


    Für mich scheint der Nutzen, den Magiekunde einem profanen Helden gibt für ein C Talent nicht gerechtfertigt zu sein.

    Und der Nutzen von Fliegen dürfte für 95% der Helden auch unnütz sein.

    Ich finde es schöner wenn man nicht Talente danach steigert was für Boni sie dem Helden geben sondern was der Held nach seiner Hintergrundgeschichte mal gelernt haben müsste.

    Hatte dein Held nie was mit Magie am Hut? Keine Theorie darüber gelernt?

    Warum sollte er dann mehr als 0 Punkte in Magiekunde besitzen?

  • Welche Formel wird gesprochen = ohne Analytiker (kannst du ja einfach auswendig lernen).

    Welches Wesen das dort ist = ohne Analytiker (vorausgesetzt es ist nicht zu stark verwandelt, da du es dann nicht erkennen kannst).


    Generell: Alles was du aus Büchern lernen könntest. Bei Artefakten benötigt man Analytiker weil der gleiche Armreif einmal mit nem Gardianum und einmal mit nem Fulminictus gefüllt sein kann. Ein draufgucken "Ah Armreif also X" geht da nicht.

    „Nicht Ruhm, nicht Ehr ist meines Strebens Zweck. Nur in dem Tod meines letzten Feindes, unter Aufbringung des höchsten Mittels, dem meinen, werde ich wahre Erfüllung finden. Dann, werde ich auf seinem Schlachtfeld ewig kämpfen.“


    Zhanduka el’Zul

  • Welche Formel wird gesprochen = ohne Analytiker (kannst du ja einfach auswendig lernen).

    Ja, kannst du, aber da die Zauber in verschiedenen Sprachen gewirkt werden können, ist die Liste des auswendig zu lernenden definitiv länger.

  • Ich glaube ein großes Problem ist dass die Magische Analyse sehr schlecht geregelt wurde.


    Hält man sich beispielsweise an die Tabelle auf GRW S.269 könnte selbst ein Magier mit Magiekunde 18 aber ohne Analytiker nicht erkennen, ob vor ihm ein Dämon, Elementar oder Geist steht.

    Zum Erkennen eines Zauber beim Wirken macht die Magische Analyse wenig Sinn, da zu dem Zeitpunkt noch gar nicht feststeht, ob und mit wie vielen FP der Zauber gelingt. Magische Analyse scheint mir eher für die Untersuchung von Objekten und Personen zu sein, auf denen bereits ein magischer Effekt liegt.


    Magische Orte wäre ein Anwendungsgebiet, das mir spontan einfiele.

    Was fällt denn darunter? Sowas wie Kraftlinie?

    Kalkulationstabelle für Schadenberechung - Link

  • DesertRose

    Auch langanhaltende Zauber können aus meiner Sicht analysiert werden. Deiner generellen Betrachtung stimme ich zu.

    „Nicht Ruhm, nicht Ehr ist meines Strebens Zweck. Nur in dem Tod meines letzten Feindes, unter Aufbringung des höchsten Mittels, dem meinen, werde ich wahre Erfüllung finden. Dann, werde ich auf seinem Schlachtfeld ewig kämpfen.“


    Zhanduka el’Zul

  • Die Magische Analyse war in der 1. Version doch gar nicht enthalten und wurde dann mit der 2. Auflage "reingequetscht" (inklusive Sonderfertigkeit Analytiker und Zauberspruch Analys Arkanstruktur). ich denke das hat auch ein wenig Einfluss auf die Qualität und den Umfang im Regelwerk gehabt.

    Die Tabelle nennt die Einträge selbst als "Beispiel" und sollte als grobe Hilfe gelesen werden und nicht feste Vorgaben wiedergeben.

    [...]


    #Ohne die Sonderfertigkeit Analytiker oder Hellsichtzauber oder -liturgien kann ein Held keine QS ansammeln. Er hat schlicht und einfach keine Ahnung von der Materie.

    #Durch die Sonderfertigkeit Analytiker kann er ohne Hellsichtzauber oder –liturgien maximal 1 QS ansammeln.

    [...]

    Analytiker besitzt keine Voraussetzungen. Demnach kann also jeder mit dieser Sonderfertigkeit eine Magische Analyse mit QS 1 vornehmen.


    Ein Erkennen des Zaubers anhand des Zaubervorgangs würde ich prinzipiell jedem zugestehen. Allerdings würde es wohl um abweichende Tradition, Gesten bzw. Formel weglassen, Sprache (bei Nicht-Zauberern wird dann wohl die Grundlage des Studiums oder in der Kultur vorherrschende Tradition angenommen) erschwert.

  • Magische Orte wäre ein Anwendungsgebiet, das mir spontan einfiele.

    Was fällt denn darunter? Sowas wie Kraftlinie?

    Kraftlinien sind soweit ich weiß ein Berufsgeheimnis, aber vom Prinzip her, ja.

    Ich würde da sowas drunter fassen wie, der SC weiß dass bestimmte Pflanzen an magischen, dämonisch verseuchten, etc Orten wachsen, oder Wissen darüber, dass viele Magierakademien, Druidenzirkel etc an solchen Orten stehen, oder dass die gotische Wüste und die Khom magischen Ursprungs sind etc.

    Auch Wissen über Feenglobulen könnte dazugehören. Nicht der sphäroöogiscje Anteil, mehr eine wissenscjaftlichere Variante dessen, was die (Schauer-)Märchen ungebildeter Menschen über diese offenbaren.

  • Magische Wesen ist es uneindeutig, was man ohne eine magische Analyse herausfinden kann.

    AK S. 65


    "Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, durch eine Probe direkt etwas über magische Wesen zu wissen. Dies ist jeweils bei den Ungeheuern und magischen

    Tieren angegeben."


    Das sind die Dinge die man unter QS findet z.B. hier. Das diese Beispiele wie bei den Tieren in der Regel völlig nutzlos sind ist bekannt. Als SL sollte man entsprechend der QS wirklich wissenswerte Dinge vermitteln.


    Die gleiche Zweitfunktion gibt es auch für Rituale (was treibt der Schwarzmagier da eigentlich und vor allem was kommt am Ende dabei raus und was kann passieren, wenn ich ihm derweil eins auf die Mütze haue?)


    Bei Zaubersprüchen gibt es offiziell alternativ die Recherche. "Welcher Spruch könnte meinem versteinerten Freund helfen?". Genau das machen aber die Helden im Beispiel fürs Ritual weiter oben. ;)


    So eng sollte man das (wie bei anderen Talenten auch) natürlich nicht sehen. Letztendlich kann der Held jede Frage genauso wie ein Magiekundiger beantworten, sofern keine Astrale Sicht o.ä. erforderlich ist. So kann ein Held sicherlich über Magiekunde (Artefakte) schließen, dass er vielleicht den legendären Wunderschild vor sich hat (das Artefakt ist beschrieben und der Held kennt die Beschreibung [falls die Probe gelingt]). Ob es wirklich dieser oder etwas ganz anderes ist, kann aber nur eine Analyse klären.


    Ein nicht zu unterschätzender Nutzen wurde bisher noch nicht angesprochen:

    Der Held kann seine Probe z.B. für Gruppensammelproben beisteuern - also beispielsweise dem Magier dabei helfen etwas über das finstere Ritual des Schwarzmagiers heraus zu finden.


    Nutzlos ist Magiekunde für Profane also nicht, aber Magiekundige und andere "Sehende" können deutlich mehr damit anfangen.


    Zu guter Letzt gibt es viele Fälle die unter allgemeine Magiekunde (also kein spezielles Anwendungsgebiet fallen) und die für profane Helden durchaus interessant sein können: So fällt beispielsweise die Frage "Was kann ich machen, um den gefangenen Zauberer am Zaubern zu hindern?" wohl ebenso unter Magiekunde, wie "Welche Möglichkeiten gibt es, um sich vor Magie zu schützen". Der Wahrheitsgehalt dürfte bei MK sehr viel höher sein, als wenn man die gleichen Fragen mit Sagen und Legenden probt. Auch Fälle "unbekannter magischer Phänomene" dürfen oft ein Fall fürs allgemeine Talent sein.


    Außerdem fällt natürlich viel magisches "Allgemeinwissen" unter das Talent: Welche Zauberprofessionen gibt es eigentlich? Welche Arten von Druiden kennt man und mit was beschäftigen sich diese? Was weiß man über die Fluggeräte der Hexen? Das allgemeine Talent umfasst wie üblich alle Anwendungsgebiete die nicht besonders freigeschaltet werden müssen.


    Aber auch in den entsprechenden Gebieten gibt es interessante Dinge. So gehören wohl die "Metadaten" (wie Reichweite, Zauberdauer etc.) ebenfalls zum Wissen von Magiekunde (Zaubersprüche). "Wird mein Kumpel für immer gelähmt herum stehen?" "Das Ritual wird wohl etwa zwei Tage brauchen". Selbst "Welcher Ort ist ideal für das Ritual" (diesen Ort suchen die Helden zuerst) ist eine angemessene Frage für Magiekunde (Rituale), ebenso wie man sicherlich gängige Materialien für die Reinigung des Ritualplatzes kennen kann (Mal rum fragen, wer solche Dinge verkauft...). Also Wissen das sich aus RW S. 260 ergibt.


    Während Magiekunde (Artefakte) allgemeine Fakten wie "Was für Artefaktarten gibt es denn?" oder "Welche Auslöser gibt es?" liefern kann.


    Alles Dinge die auch ein Profaner wissen könnte. Wie gut die Chancen stehen entscheidet der SL, indem er Modifikationen ansetzt. Grundsätzlich gilt, dass Proben abgelegt werden, wenn der Ausgang ungewiss ist. Dinge die man weiß, verlangen keine Probe. Dinge die man nicht wissen kann, erlauben keine Probe. Wenn der SL proben lässt, dann hat man aber auf jeden Fall eine Erfolgschance (und mit gelungener Probe auch einen Erfolg).

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