Verpflichtungen

  • Seid gegrüßt! Ich würde mich über eure Meinung zum Nachteil Verpflichtungen freuen. In der Regelwiki steht: "Der Held muss Anweisungen desjenigen befolgen, dem er verpflichtet ist, oder mit den Konsequenzen leben." Rein Punktetechnisch entspricht es Nachteilen wie Artefaktgebunden, Hässlich I und eingeschränktes Gehör (ziemlich underrated meiner Meinung nach) über Hässlich II und Lichtempfindlich, bis hin zu Nachteilen wie Magische Einschränkung, Schlechte Regeneration III und Einarmig/-beinig! Wir sprechen hier also über Nachteile, welche praktisch in einigen Situation bis hin zum gesamten SC-Dasein Mali in Höhe von 1 bis 2 Punkten auferlegen.


    Wie entspreche ich dem mit Verpflichtungen? Ich meine die Helden ins Abenteuer zu bekommen ist kein Nachtteil. Einem SC die standesgerechte Bezahlung zu verweigern ist auch unrealistisch in einer solchen Spielwelt. Er kann darum nicht feilschen, aber kein Adeliger, Geweihter, Zauberer, Handwerksmeister wird sich auf Jahre hin für einen Tagelohn engagieren lassen. Habt ihr schöne Ideen, welche sich nicht mit der Welt schneiden? Das ist mir persönlich wichtig.

  • Wenn die Akademie einem ihrer Abgänger beauftragt, eine Botschaft woanders hinzubringen, bekommt der vielleicht Spesengeld für die Ausgaben, aber keine Bezahlung dafür.

    Die jeweilige Institution (Kirche, Akademie, Familie ...) kann mittels Verpflichtungen halt Ansprüche geltend machen, genau jetzt die Zeit und Möglichkeiten der verpflichteten Person für ihre eigenen Interessen einzusetzen, ohne danach zu fragen, ob das gerade im Interesse oder Zeitmanagement der Person ist.


    Dass man das gerne nutzt für einen AB-Einstieg, oder wenigstens die Gruppe in eine gewünschte Region, ist eine Sache. Ich sehe darin auch keine dauerhaften Betätigungen ("Hier hast Du eine Handwerksstube, arbeite die nächsten 2 Jahre umsonst für uns."), aber wiederholte Einsatzmöglichkeiten für dies und das, für die man halt nicht nach Tarif entlohnt wird.

  • Generell kann der Nachteil als Plothook dienen, aber man kann damit auch die Interessen des SC lenken oder aber seine "entwicklung" beeinflussen, wenn du also einen SC mit verpflichtungen hast und nicht möchstest das er im Zeitsprung zwischen 2 Abenteuern seine Kampfwerte steigert oder SF erwerben kann, seiner ehemaligen Tätigkeit (Handwerk) nachgeht oder sich "Amüsiert" dann kannst du auch den NACHTEIL Verpflichtungen hinweisen und einfach einen Riegel vorschieben, das kann man als SL zwar auch bei anderen Charakteren (da man der oberste Gott ist und alles so drehen kann wie es einem passt) aber dann ist es schon sehr stark ein Fall von "Geschmackssache" bis hin "Bevormundung", wohingegen die verpflichtungen nunmal selbst vom SC (dem Spieler) gewählt wurden ... und nicht einfach nur Punktelieferant sind, dann hätte die ja jeder, und man könnte direkt ohne mit höheren Start-GP/AP starten.

  • Die Idee Verpflichtungen in der Zeit zwischen Abenteuern zu einen nachteil zu machen finde ich Prime.

    Des weiteren sehe ich es auch besonders als Plotthook oder Geldgrab.

    Als Beispiel hier ein Magier, der seiner Akademie verpflichtet ist. Er muss seine Arbeit der Akademie zur Verfügung stellen Analysiert er also etwas interessantes, dann sollte er die Informationen auch mit der Akademie teilen, dafür muss er dann in der nächsten Stadt einen Brief schicken, das kostet Zeit und Geld, ist aber auch ganz nett für die Atmosphäre. Einmal wurde das ganze als Plothook verwendet, der Magier musste dann seine Gruppe überzeugen (bezahlen) mit ihm einer Sache nachzugehen. Das war verdammt teuer.

  • Schattenkatze

    Das werde ich bei uns nicht durchbekommen, weil zu unrealistisch. Verpflichtungen im realen Leben bedeute(te)n nie, das man für ein Speisegeld arbeitet, gerade bei hochspezialisierten Arbeitskräften (was Krieger, Magier, Geweihte, Handwerksmeister) sind. Man will ja nicht den eigenen Stadn untergraben. Ich sehe schon, dass es eine Möglichkeit ist den Nachteil wirksam zu machen, aber diese Lösung geht in unserer Gruppe zu sehr am fantastischen Realismus vorbei. Das Zeitmanagementproblem wiederum ist keines. Zumindest sehe ich jetzt nicht den Nachteil im Spiel.


    Tigerayax

    Wenn sich unsere Gruppe darauf eineichen kann, dass wir den Nachteil so handhaben, dann wäre das eine brauchbare Lösung. Ich vermute jedoch, dass dies für unsere Gruppe zu weit geht. Bei uns ist der Meister nicht mit so viel machtfülle ausgestattet (zumal wechselnd).


    @Topic

    Ein Plothook ist kein Nachteil. Ist ja schön, dass es dafür nutzbar ist, aber als Beispiel für die Anwendung des Nachteils dient es nicht.

  • Hat denn der Charakter immer Lust auf den Plothook? Wenn irgendeine Kirche seine Gläubigen aus schickt irgendwelche 'Barbarenvölker' zu vertreiben zu Zwangs missionieren, wollen das die wahren Helden™ tun? Etwas zu tun wo unser Verständnis von Menschenrechten sagt, ah Moment! Sachen wie 'Fang mir den Sklaven wieder ein, der mir davon gelaufen ist!'


    Oder wenn im Laufe des Abenteuers klar wird, dass der böse Drahtzieher ein Teil der Gruppe ist und der SC eigentlich diesem hörig und es verdammt schwer hat zu glauben, dass der Typ all die schlimmen Dinge getan hat?


    Oder sind moralische Dilemma nicht das Thema der Rollenspielrunde? Nicht das was die Spieler ausspielen wollen, sondern nur abenteuerliche Aktionsgeschichten erleben, die nicht danach fragen, woher das Schwertfutter gerade kam?


    Bei uns heißen Verpflichtungen durchaus, dass der Charakter selbst keine weitere Bezahlung außer Spesen haben will. Denn sein Verzicht kommt seiner Gruppe ja zu Gute. Wenn etwas verdient wird, spendet man das Geld oder gibt Teile der Beute ab. Aber die Verpflichtung gibt auch Vorteile, eigentlich ein Geben und Nehmen, aber auch ein bestimmen der Handlung.


    Aber ich glaube Du suchst eher etwas regeltechnisches? Eher nichts was in der Spielwelt an sich Auswirkungen hat. Sondern ein Nachteil alla macht X auf Y.

    Wie?

    Lernzeit zwischen den Abenteuer steht nur zu 80% zur Verfügung, da der Rest mit Verpflichtungen gefüllt ist.

    Oder 10% der Einnahmen werden an Verpflichtung abgegeben.

    I ♡ Yakuban.

  • hexe

    Ja, da hast Du Recht, ich suche etwas regeltechnisches. Moralische Dilemma kommen bei uns genau so vor und sind teil der Spannung des Abenteuers, aber genau aus diesem Grund kein Nachteil. Die Spesenregelung wird bei uns wahrscheinlich wegen der fehlenden Plausibilität flach fallen, aber die 10% Regelung finde ich super (könnte man bestimmt auch noch anheben). So wird die Arbeit/der Stand gewürdigt, er kann sich materiell weiter entwickeln, wenn auch langsamer als seine Mitstreiter. Die 80% entsprechen ja im Prinzip weniger AP. Wäre auch eine Möglichkeit, würde aber auf Dauer zu dem Problem führen, dass der Held den anderen Helden massiv hinterher hinkt.

  • Verpflichtungen im realen Leben bedeute(te)n nie, das man für ein Speisegeld arbeitet, gerade bei hochspezialisierten Arbeitskräften (was Krieger, Magier, Geweihte, Handwerksmeister) sind. Man will ja nicht den eigenen Stadn untergraben

    Erzähle das mal jemanden der sich beispielsweise Ehrenamtlich betätigt (Verpflichtung gemeinnützige Organisation) und auch im privaten sowie beruflichen Leben gibt es viele Situationen, in denen man etwas tun muss, weil es von einem erwartet wird ohne dafür entlohnt zu werden (und wenn doch, dann meist nicht nach dem eigenen beruflichen Stundenlohn, sondern mit einem Pauschalbetrag der Organisation).


    Bei uns zum Glück nicht mehr so aktuell, aber in Aventurien in vielen Reichen Alltag: Fron- und Wehrdienste. Diese sind Pflicht und werden absolut miserabel bezahlt. Auch Adelige sind im Rahmen ihrer Lehnsverpflichtungen in der Regel ohne Bezahlung unterwegs (die Einnahmen kommen schließlich aus dem eigenen Land und Eigentum und nicht aus dem Säckel des Herren, anders als beim adeligen Hauptmann der direkt in Lohn und Brot steht). Auch in kirchlichen wie weltlichen Orden gibt es für extra Aufgaben in der Regel kein Extrageld und inwieweit man überhaupt eine Bezahlung bekommt ist auch verschieden.


    Zu guter Letzt gibt es noch exklusive Organisationen (Orden, Logen...) die statt Geld zu geben, richtig viel Geld kosten und trotzdem jede Menge Verpflichtungen mit sich bringen!


    Generell sind Verpflichtungen höchst verschieden, doch eines haben sie Gemeinsam: sie greifen mehr oder weniger stark in die Freiheit des Helden ein.


    Finanzielle Verpflichtungen sind oft noch eher die harmlosen Sachen. Die Verpflichtungen "Familie", die wohl die meisten wohlhabenden und mächtigen Junghelden haben, greifen tief in die Persönlichkeitesrechte (bis hin zur Ehepartnerwahl und Zwangsheirat) ein. Ordens- und Gildenverpflichtungen regeln oft jeden noch so kleinen Aspekt des täglichen Lebens: von der Kleidung die man zu tragen hat über einen vorgegebenen Tagesablauf bis hin zu Einschränkungen rechtlicher Freiheiten.


    Wirklich haarig wird das Ganze, wenn die "persönliche Einstellung(Wille, Wunsch...)" in Konflikt mit der Verpflichtung gerät und hier liegt meiner Meinung nach der große Knackpunkt des Nachteils. Der eher gewöhnliche Alltag mag zwar nervig sein oder auch mal die Bezahlung kosten, aber es sind Dinge wie "die unerwünschte Vermählung" oder der "Befehl des Herren (den man eigentlich absolut nicht ausführen möchte)" die zu einem wirklichen Wendepunkt im Leben des verpflichteten Helden werden können.


    Alles "Probleme" für die man mit ein paar AP im voraus pauschal abgegolten wurde!


    Für mich sind und waren Verpflichtungen immer ein schwerer Nachteil. Da sind ein paar Punkte weniger "Regi" oder ne Spaltenverschiebung eher harmlos dagegen. Leichtfertig wähle ich den Nachteil nie, denn er nimmt dem Spieler die Entscheidungsfreiheit bzw. führt zum Konflikt, wenn man sich für die Freiheit entscheidet.


    Der wichtige Punkt zum Schluss: Der Held kann oder will die Verpflichtung gar nicht ohne weiteres brechen. Auch das spiegelt sich natürlich ganz massiv im Rollen- und Charakterspiel wider. Ein Held ohne diesen Nachteil ist da sehr, sehr viel freier!

  • Lernzeit =/= AP, durch Lernzeit wird festgelegt wie "schnell" der Charakter seine AP in SF oder Talentsteigerungen investieren kann, nicht jedoch wieviel er hat ... dies ist aber für viele Gruppen irrelevant, da sie ohne Lernzeitregelung spielen.

    Die 10% weniger Loot entsprechen letztlich dem, was früher als Nachteil "Schulden" verregelt wurde, der besagt das 10% der Schulden pro Zeitintervall beglichen werden müssen (also meist 10% weniger Geld/Loot als der Rest der Gruppe).

    Schulden sind letztlich auch nur eine Form der Verpflichtungen die sich genau auf den finanziellen Aspekt konzentriert siehe hierzu WDH bzw. WDS für genauere Beschreibungen der beiden Nachteile. Analog der Moralkedixes die eine besondere Form der Prinzipientreue darstellen.

  • x76

    Du hast da ein paar gute Beispiele gebracht. Dennoch finde ich es ganz wichtig zwischen Fluff und Crunch zu unterscheiden. Die ganze Sache mit der Heirat, Kleidung etc. ist fluff. Etwas, dass das Spiel bereichert, aber den SC nicht wirklich behindert. Das mag natürlich auch ein wenig mit dem Spielstil zusammenhängen. Bei uns sind solche Dinge schöne Beilagen, aber eben kein tragende Element des Spiels. Es geht selten darum seinen Ehepartner zu finden, sein Haus zu bauen oder dergleichen, sondern mehr darum das Abenteuer zu bestehen (das auch aus solchen Elementen bestehen kann, welche dann jedoch mehr oder weniger alle betreffen und nicht nur einen einzelnen Spieler). Dein Beispiel mit den Fron- und Wehrdiensten (von Bürgern) kann ich gut verwenden. Genau wie da, sollte der fehlende Sold dann hin und wieder und nicht bei jedem Spielabend greifen. So gesehen wäre es auch realistisch. Wichtig auch: Häufig wählt man sich diesen Nachteil nicht freiwillig, sondern er kommt mit der Profession. Würdet ihr es erlauben dies wegzukaufen?

  • ich suche etwas regeltechnisches.

    Meiner Meinung nach solltest Du das anders herum angehen:


    Spricht mit dem Spieler vor dem ersten Spiel über den Nachteil und umreißt so genau wie es für Euch eben nötig ist, was die Verpflichtungen umfassen. Bei irgendwelchen pauschalen Abzügen, würde ich meinem SL etwas husten denn dazu sind die Verpflichtungen viel zu verschieden und die "Entwicklung" zu individuell.


    Das ist einfach kein Nachteil, der für alle gleich ist. In etwa fest zu legen, was "geht und was nicht" kann aber sinnvoll sein.


    Bei meinem Beispiel mit der Ehe gehen die Meinungen extrem auseinander. Für mich ist so etwas absolut im normalen Rahmen bei z.B. Verpflichtung "Adelsfamilie" , während andere Spieler sich da völlig verarscht und unterdrückt vorkommen.


    Dazu gehört natürlich auch über die Folgen zu reden, falls man seinen Verpflichtungen nicht gerecht wird. Während Informationen bei Orden und Gilden oft in offiziellen Publikationen zu finden sind, ist das bei "hausgemachten" Verpflichtungen nicht der Fall (wie steht man beispielsweise in der Familie? wie ist dort der Umgangston? ).


    Wenn es Dir immer noch so wichtig ist, dass da eine "Rechenbare Summe" heraus kommt, bietet sich ein Baukasten an:


    Du vergibst bestimmten "Unterpunkten" einen Punktwert und der Spieler muss sich dann bis zum entsprechenden Wert Dinge aussuchen. Muss 10 Punkte ausfüllen, also nehme ich Geld (X % , 3 Punkte), Kleidung (2 Punkte)... bis eben die Punkte voll sind. Fair, für alle gleich und doch sehr viel flexibler als Dein momentaner Ansatz! Neuen, individuellen Unterpunkten kann man natürlich jederzeit ein Preisschild verpassen und so die Liste erweitern! Schließlich sind Verpflichtungen bekanntlich höchst individuell. ;)


    Edit:

    Etwas, dass das Spiel bereichert, aber den SC nicht wirklich behindert. D

    Die Offensichtlichkeit von Ordensmitgliedern, Gildenmagiern etc., die Einschränkungen bei der Waffenwahl uvm. empfinde ich nicht gerade als Fluff. Klar gehört es dazu, aber "nicht anders zu können" ist gerade der Nachteil daran!


    Für mich ist aber vor allem die Tatsache, dass man im Regelfall in den Interessen des "Chefs" handeln muss die vielleicht größte Einschränkung. Das ist kein Fluff, sondern Crunch. Wie hoch der Preis ist, sieht man wenn man bepreist was der Held gerade eigentlich machen möchte und was ihm das Wert wäre.


    Würdet ihr es erlauben dies wegzukaufen?

    Auf jeden Fall. Von offizieller Seite entscheidet der SL, wann und unter welchen Umständen das möglich ist. Es ist einfach unrealistisch, wenn z.B. der Schwertgeselle längst selbst Meister ist und immer noch der Laufbursche seines alten Lehrers ist und auch der Adelige tritt wenn er sich finanziell, wirtschaftlich, gesellschaftlich "selbstständig" gemacht hat aus dem Abhängigkeitsverhältnis zum Familienoberhaupt.


    Du darfst nicht vergessen, dass man auch ohne den Nachteil immer noch verpflichtet sein kann. Klar ist man nicht mehr nur "Alrik von Blaubeers völlig finanziell und gesellschaftlich abhängiger Sohn", aber wenn z.B. die Familie Unterstützung braucht ist es trotzdem nicht leicht einfach "Nein" zu sagen. Das Oberhaupt kann es aber nicht mehr einfach befehlen, wie zu Zeiten als man noch den Nachteil hatte.


    Ebenso wie so manche Kirche ihrem sehr erfahrenen Geweihtenhelden sicherlich entgegenkommt, indem er Freiheiten erhält die normalen Kirchenmitgliedern nicht gewährt werden. Dennoch ist man natürlich in vielen Belangen immer noch "Mitglied im Verein" und hat Verpflichtungen (aber nicht mehr so wie mit dem Nachteil).


    Auch ohne Jähzorn (Nachteil) kann man wütend werden, ohne Eifersucht (Nachteil) eifersüchtig werden etc. aber man ist nicht mehr so sehr Spielball seiner Nachteile und das gilt auch für weg gekaufte Verpflichtungen.


    Edit2: Nicht vergessen, dass Du als SL zweckgebundene AP vergeben darfst (z.B. auch zum Wegkauf eines Nachteils, wenn die "Umstände" ingame "weg gespielt" wurden). Es ist nicht zwangsweise nötig, dass der Spieler für etwas das längst real ist, auch noch AP ansparen muss (RW S. 391).

    6 Mal editiert, zuletzt von x76 ()

  • Das werde ich bei uns nicht durchbekommen, weil zu unrealistisch. Verpflichtungen im realen Leben bedeute(te)n nie, das man für ein Speisegeld arbeitet, gerade bei hochspezialisierten Arbeitskräften (was Krieger, Magier, Geweihte, Handwerksmeister) sind.

    Bekämen sie reguläre Bezahlung dafür, ihren Verpflichtungen nachzukommen, wäre es kein Nachteil mehr und es bleibe "nur" das "Ich gehe, auch wenn es mir nicht so ganz recht in den Kram passt. Aber immerhin ist es eine super Bezahlung". Ist man jemandem oder einer Institution verpflichtet, ist man deren Befehlsempfänger (mit entsprechend wenig freiem eigenen Entscheidungsraum in dieser Sache). Ob es Geld und gibt wie viel, obliegt nicht im Entscheidungsrahmen desjenigen mit Verpflichtungen.

    Als jemand mit Verpflichtungen ist man nicht in der Position zu sagen "nicht ohne Bezahlung" oder "Nö, ist mir zu wenig Geld / passt gerade nicht in meine Pläne, mache ich nicht."

    Man kann standesgemäß auftreten kann, weil das Spesengeld dafür natürlich angelegt ist - man kommt halt nicht (unbedingt) mit Plus aus der Sache raus.

  • Schattenkatze

    Ich glaube wir gehen das "Problem" von unterschiedlichen Richtungen an. Natürlich wäre es kein Nachteil, wenn man sich entscheiden kann, die Regelung dazu einfach nicht zu befolgen. Mein "Problem" war nun nicht, das eine ausbleibende Bezahlung kein Nachtteil ist, sondern ich diese als unrealistisch empfinde. Deswegen will ich gerne einen Weg finden, der Nachteil und Realistisch ist. Eine prozentuale oder zeitweilige Lösung bietet gegenüber einer absoluten Lösung diesen Vorteil.


    x76

    Ja, genau dieses Husten will ich verhindern. Das Gespräch hätte ich ohnehin geführt, aber so habe ich dann auch noch ein paar Ideen.

  • Falls ihr mit Lebenskosten nach SO spielt kannst du auch die Lebenskosten verdoppeln um die Abgaben an und das durchfüttern eventueller Familie oder "Arbeitgeber" und deren "unangenehme Aufträge" darzustellen, damit wird der Nachteil zu einem Skalierenden Effekt, von dem höhere SO Charaktere stärker betroffen sind als niedere, aber erstere haben auch eher die potenziell stärkeren Verpflichtungen im Gegensatz zu einem freien Handwerker der durch seiner Verpflichtungen nicht für die eigene sondern die Tasche des Meisters (Ausbilders) arbeitet (Wenn er denn Verpflichtungen hat).

  • Tigerayax

    Keine schlechte Idee, wenn auch Hardcore (das sind bei Stufe 3 Niederadel 100D die man bekommen muss. So viel Geld muss man als Held überhaupt erst mal verdienen). Wir spielen allerdings nicht mit den Lebenskostenregeln. Das ist uns zu viel Piepsellei, weswegen wir davon ausgehen, das der Held sich seine Standeskosten leisten kann.

  • Gudder

    Auch wenn Du das Thema nicht mit DSA5 getaggt hast, geht es Dir eher darum, oder?

    Du möchtest einen Crunch-Teil für einen Fluff-Nachteil? Weil Fluff für Euch keine Nachteile bringt, da man sie ja bespielt.


    Wenn bei DSA5 weniger Lernzeit zu zu viel Ungleichgewicht führt. Dann vielleicht zweckgebundene Lernzeit? Eben für die Sachen, die man so im Rahmen seiner Verpflichtungen macht? Dadurch wäre die Zeit nich völlig vergeudet, sondern nur weniger frei verfügbar.


    Z. B. Der Peraine-Geweihte steigert Heilkunde Krankheiten, weil er im Hospital ausgeholfen hat und nicht „besser zam'schla'gen“.

    I ♡ Yakuban.

  • hexe

    Ich halte das Problem für recht universal (deswegen der Tag). DSA5 hatt eich nur angebracht in der Vermutung, dass durch die neue Edition für mehr Leute besser nachvollziehbar ist. Fluff ist für mich kein Nachtteil. Wir alle wollen spielen. Dieses Spiel wird mal durch die Spieler, mal durch die Meister in eine bestimmte Richtung gelenkt, aber es bleibt immer das Ziel des Spiels. Ein Nachteil im Regelsystem entsteht also mehr oder weniger dadurch, dass man im Vergleich zu anderen eine Schwäche aufweist. Eine bestimmte Frau nach freier Entscheidung heiraten zu wollen, wird jedoch in den seltensten Fällen ein vergleichbares Maß sein. Daher mein Ansatz. Einen Helden zu einer bestimmten Richtung zu zwingen (durch Deine genannten Lerneinschränkungen) kann natürlich auch eine Möglichkeit sein. Je nach Konzept mag das dann gar keine AP Wert sein (Held will ohnehin in genau diese Richtung gehen) oder unbezahlbar werden (die Einschränkung macht quasi die Entwicklungsvorstellung des SPielers zu seinem Helden obsolet). Daher halteich diese Lösung für nur bedingt gut geeignet. Trotzdem Danke für den Input! =)

  • Für mich ist Verpflichtung ein Nachteil, weil in manchen Situationen ein Charakter nicht das tun kann, was sein Spieler möchte, bzw. etwas tun muss, was sein Spieler nicht möchte.

    Am Ende sind Nachteile mit Auswirkung auf Werte/Proben nichts anderes.

    In einigen Fällen kannst Du ............ nicht, weil es Dir nicht gelingt.

    In einigen Fällen kannst Du ............ nicht, weil es Dir nicht erlaubt wird.

    Der Zusatz mit möglichen Sanktionen muss gelten, weil der Spielleiter Gelingen von Aktionen entscheiden darf, Entscheidungen von Charakteren jedoch weiterhin beim Spieler liegen.

    Ich habe keine Macken, das sind special effects!

  • Unser JdF-Magier war Offizier der mittelreichischen Armee. Als solcher hatte er einen sehr klaren Auftrag, wie mit Leuten umzuspringen sei, die dem Kaiserreich nach eigenem Ermessen helfen wollten. Das widersprach dem Gruppenkonsenz und unseren strategischen Überlegungen, der Spieler hat den Konflikt aber sehr sauber gespielt.

    Man könnte nun argumentieren, dass das kein Nachteil ist, weil es ja nur ROLLENSPIEL erforderlich gemacht hat. Ich finde es in der Lenkung und Ausgestaltung meines Charakters jedoch ein ganz erheblichen Nachteil, wenn der Spielleiter mir auferlegen kann, diese oder jene Ansicht und Vorgehensweise einer anderen vorzuziehen.


    Ähnliches ereilt nun unsere DC-Magierin. Sie ist nämlich aus der Schule eines ähem... konkurrierenden Lehrmeisters. Müsste ihm natürlich eigentlich wenigstens vom Forschungsfortschritt berichten, Fundstücke doch wohl zu ihm tragen. Insbesondere kann sie sich aber schlecht einem anderen Auftraggeber (Akademie/Magister) verpflichten, weil der Interessenkonflikt vorprogrammiert ist. Hier wird der Nachteil "Verpflichtung" nach meinem Geschmack wenig gespielt, und in dieser Situation kommt der Passus zum Tragen: "...oder mit den Konsequenzen leben".

    Mir schwebt hier als Konsequenz vor, dass ein Besuch in der Heimakademie keinen (automatischen) Zugang zu Level-angemessenen Zauberformeln erbringt. Dann ist es durchaus ein werte-relevanter Nachteil.


    Unglücklicher finde ich den Nachteil "finanzielle Verpflichtung", im RL zöge eine Missachtung die Zwangsversteigerung, Privatinsolvenz oder ehemals Schuldturm nach sich, das finde ich im Rollenspiel deutlich schwerer umsetzbar.


    Im Vergleich: ein Nachteil, der mir z.B. in allen Proben auf gesellschaftliche Talente einen Malus einbringt, wird von den meisten als "echterer" Nachteil eingestuft. Tatsächlich sehe ich bei dem Nachteil "Verpflichtung" ständig meine Entscheidungshoheit in Frage gestellt, bei einem Malus muss ich "nur" die Talente oder Eigenschaften zur Kompensation des Malus steigern. Da könnte ich ebenso sagen, dass das tatsächlich kein nachhaltiger Nachteil ist.

    Ich habe keine Macken, das sind special effects!

    Einmal editiert, zuletzt von E.C.D. ()