Praios und KGIA

  • Hallo Schwarm,


    wir erstellen gerade eine neue DSA5-Gruppe, welche sich zur Zeit des dritten Orkensturms bewegen soll. Ich werde wahrscheinlich einen Pala... einen kämpferisch eingestellten Praiosgeweihten spielen. Einer meiner Mitspieler, mit dem SC-Konzept Spitzel, hat nun den Vorschlag gebracht, unsere Hintergründe zu verbinden. Nun hört sich das erst mal im Rahmen der KGIA nicht verkehrt an, aber mir wird bewusst, dass das auch falsch sein könnte. Dexter Nemrod ist ja nun auch kein glühender Verfechter des Praiosglaubens, wenn ich mich recht entsinne. Die Vorgehensweise der KGIA, gerade als Geheimdienst, im Verborgenen mit Täuschung usw., dürften ja eklatant gegen die Prinzipien der Praioskirche verstoßen, auch wenn sie das Prinzip der Ordnung und Adelsherrschaft stützt. Was meint ihr dazu?


    Viele Grüße

    Scoon

  • Dexter Nemrod war sogar zeitweise Bannstrahler und danach Inquisitor, bevor er Reichsgroßgeheimrat wurde. Er führte bis zur Schlacht auf den Mythraelsfeldern auch den praiosgeweihten Rapier Greifenwuth. Der Kerl war durch und durch praiosgläubig.


    Praioskirche und KGIA arbeiten zusammen, auch wenn die Praiosgeweihten natürlich nicht selbst die Mittel des KGIA einsetzen würden.

  • Wo Licht ist ist auch Schatten, das ist im Grunde schon eine Ordnung.

    Und Praios hat Phex nicht ohne Grund nach Alveran geholt, wissend das er zwar das Recht vertritt, die Ordnung jedoch aus mehr als nur Recht besteht.


    Dein Praiosgeweihter sollte natürlich nicht die Methoden der KGIA anwenden, für ihn ist das nichts.

    Er sollte sie jedoch als das betrachtet was sie ist, eine Notwendigkeit (und NICHT als notwendiges Übel).

    Wie würde das Mittelreich ohne die KGIA aussehen?

    Wie würde es ohne Phex aussehen?

    Dein Praiosgeweihter sollte wissen das Praios Licht allein die Ordnung nicht aufrecht erhalten kann, das Ordnung und Harmonie doch immer nur existieren wenn es auch Kontraste gibt.


    Wo Licht ist, ist auch Schatten und sie benötigen sich gegenseitig weil sie Rücken an Rücken stehen, denn um beide herum erschließt sich das Chaos in seiner Unendlichkeit.

  • Bei den göttlichen Prinzipien muss man allgemein zwischen denen unterscheiden, die für die Geweihtenschaft gelten, und denen, von denen sich die Geweihtenschaft wünscht, dass sie auch in der breiteren Gesellschaft wirken. Bestes Beispiel: Efferds Feuerverzicht. Wenn den alle befolgen, gibt es keine Schiffahrt mehr - im Gegenteil, die Efferdkirche erwartet ja sogar, dass die Gläubigen ihren Priestern gegebenenfalls mal ein Feuer anmachen, damit die nicht im nächsten Winter erfrieren. Das Feuerverzichtgebot betrifft also die Reinheit für den Tempeldienst, nicht die Moral. Wer regelmäßig Feuer nutzt, ist als Efferdgeweihter ungeeignet, aber dadurch kein schlechter Mensch, und Efferdgeweihte würden wohl auch nicht Schiffsbauern ausreden wollen, die Schiffe zu kalfatern.


    Zurück zur Praioskirche: Ein Praiosgeweihter ist wahrhaftig, offensichtlich, dem Recht dienlich und so weiter. Wenn er aber nicht unter völligem Realitätsverlust leidet, wird er wissen, dass einige dieser Eigenschaften nicht mal auf die von Praios auserwählten Adligen zutreffen und dass die Staatsgeschäfte mit bedingungsloser Ehrlichkeit auch nicht notwendigerweise besser laufen. Aufgabe der Praiosgeweihtenschaft ist also, die Eigenschaften unters Volk (und den Adel) zu tragen, die tatsächlich für alle gelten sollen und sich selbst an jene zu halten, die nur für die Priesterschaft gedacht sind. Absolute Wahrhaftigkeit und Offensichtlichkeit gilt dabei aus meiner Sicht in erster Linie für den Geweihten selbst – was Gesetzestreue angeht, an die sich alle halten sollen, hat die KGIA ja je nach Zeitpunkt sowieso den großen Darf-Schein.


    Insofern kann ich mir die Kombination durchaus gut vorstellen, gern auch mit regelmäßiger Beichte und Buße gewürzt, um Verfehlungen in den Augen des Götterfürsten zu sühnen.

    Jeder Mensch ein Magier!
    Avatar by Tacimur

  • Danke an euch, das hilft mir weiter. Dann werde ich das jetzt wohl so einordnen wie irdisch das Zölibat. Bindend für den Geweihten, aber nicht wirklich wünschenswert für die gesamte Bevölkerung!