Mid- bis Endgame Adepten gänzlich overpowered (Stacking)?

  • Moinsen erstmal :)


    in unserer letzten Sitzung ist uns (mal wieder) aufgefallen, wie stark unsere kleine 4-Mann-Spezialeinheit ist. Wie haben problemlos zwei Drakos zerlegt und noch einige andere "Herausforderungen" für Kreis 8. Nun muss aber auch erwähnt werden, dass wir erst Kreis 6 sind :)


    Mein Co-SL und ich haben uns mal die Ausrüstung der Jungs angesehen und so unglaublich fies sind die Sachen gar nicht. Alles adequates Zeugs für Gesellen. Das Grundproblem, dass sich nach weiteren Recherchen und Probekämpfen herauskristallisierte war: STACKING


    Mein Dieb knüppelt regelmäßig mit Schadensstufe 40+ drauf (Ü-Schlag, Schwachstelle erkennen, Waffe, Erfolge beim Angriffswurf, usw.). Ähnlich gehts unserem Schwertmeister. Da kommen dann schnell Schadenswurfergebnisse von 60+ zustande und wenn das 2-3 Adepten pro Runde schaffen liegt auch ein Drako mal schnell im Staub.


    Jetzt ist die Frage (mal wieder, ich weiß, dass ich die hier auch schon einmal stellte), ob das Stacking wirklich so seitens FASA gedacht war. Aktuell haben wir beiden SLs arge Probleme einen auch nur halbwegs interessanten Kampf zu designen. Die Jungs zerrupfen einfach alles direkt, was nicht auf den Namen Bergschatten hört.



    Habt ihr schon Erfahrungen im Mid-Endgame??? :)



    Danke und Grüße,

    R

  • Raggok

    Hat den Titel des Themas von „Mid- bis Endgame Adepten gänzlich overpowered?“ zu „Mid- bis Endgame Adepten gänzlich overpowered (Stacking)?“ geändert.
  • Heiho.

    Kreis sechs ist ja noch nicht gerade "Endgame". Immerhin soll es da dann noch neun weitere geben. Dass die Charaktere stark sind, ist klar. Aber das bedeutet eben für den Spielleiter auch, er kann nicht wie bei D&D eine Auswahl an Monstern aus dem Spielleiterhandbuch nehmen und sie gegen die Charaktere werfen. Der Trick besteht darin, sie ebenso intelligent einzusetzen oder Situationen zu schaffen, in denen die Charaktere mit ihren Talenten tricksen müssen, um etwas zu bewirken.


    Wir sind neulich auf einen Qural'lotectica gestoßen. Das Ding hat aus dem Hinterhalt heraus angegriffen und einen Umschlungen und jede Runde einen weiteren, bis zu vier. Was meiner Meinung nach die falsche Herangehensweise war. Hätte der Spielleiter die Werte nicht angepasst, wäre es bereits nach einer Runde erledigt gewesen. Es hätte gleich vier mit Umschlingen plus Gift aus einem Hinterhalt heraus angreifen können und den Körper außerhalb der Reichweite der Nahkämpfer belassen können. Wäre es dann noch nicht alleine aufgetreten, sondern begleitet von kleineren Kämpfern, hätte es der Gruppe ernsthaft schaden können.

    Dazu kommen Herausforderungen jenseits des Kampfes. Infiziere probehalber mal eine Gruppe mit der Seuche einer Geißel und lass sie dann in ein Dorf zurückkehren. Die Charaktere kommen vielleicht mit dem Leben davon, aber das Dorf erleidet dabei voraussichtlich ein furchtbares Schicksal.


    Auch eine nette Variante ist eine andere Gruppe gegen die eigenen antreten zu lassen. Anfangs nimmt man dafür noch die selben oder ähnlichen Disziplinen. So muss man sich nicht mit vielen neuen Talenten vertraut machen. Aber einmal drin, kann man auch zunehmend Disziplinen verwenden, mit denen man nicht so vertraut ist.


    Viel Spaß beim Ausprobieren,

    Bosheit

  • Also mein Kreis 5 Trollluftpirat hat:


    Nahkampfwaffen Stufe 12

    eine Kristalltrollstreitaxt mit Schmiederverbesserung +3 macht dann Schadenstufe 19.

    An Artefakten besitzt er nur eine Fadenrüstung mit Fadenrang 2.


    Ein minderer Draco hat körperliche Verteidigung 15.


    Da muss ich schon offensiv kämpfen um im Durchschnitt zu treffen. Viel zusätzliche Erfolge kommen da eher nicht rum. Dann bin ich also bei einer Schadensstufe 21.

    Mit Buffzaubern und Talenten komme ich vielleicht auf Angriff 20 Schadensstufe 30.

    Und ein Kreis mehr wird da nicht viel ändern. Dem Rest der Gruppe geht es ähnlich.



    Generell habe ich aber den Eindruck, dass man bei Gegnern mit Herausforderungstufe = durchschnittlicher Kreis der Gruppe. Einen Gegner pro Spieler benötigt sonst ist das zu schwach. Wenn man nur einen Gegner will muss man den Gruppendurchschnitt deutlich überschreiten.


    Mit dem Gift und der Flugfähigkeit gepaart mit drei Angriffen ist ein Drako eigenlich schon ziemlich fett.


    Generell finde ich das Thema Stacking bei Earthdawn aber auch eher unklar. Wenn man alles zulässt insbesondere Zauberkombinationen kann man seine Werte sehr deutlich verbessern. Allerdings ist es im Kampf für einen Zauberer oft schwer sein Zauber durchzubekommen, weil die Reichweiten sehr kurz sind, man sich also ins Getümmel stürzen muss.

  • Wir sind noch nicht soooo hoch, aber dass die Werte schnell steigen können, das ist durchaus klar. Aber Gegner haben die gleichen Möglichkeiten - auch eine feindliche Kreatur oder ein feindlicher Adept kann die gleichen Talente und Zauber kombinieren. Das Ausnutzen von Strukturgegenständen und gewebten Fäden kann gewaltig sein. Au Kreis 6 haben sich eure Chars sicher schon Feinde gemacht - wenn da jemand clever ist, versucht er einen Strukturgegenstand eines der Charaktere zu bekommen oder gar einen eurer Gruppenstruktur und das kann ein Feind sehr übel ausnutzen.


    Ich denke auch, dass es vor allem darauf ankommt, die Feinde intelligent wirken zu lassen - wenn der Gegner seine Möglichkeiten nicht nutzt oder keine Möglichkeiten schafft, dann ist es kein Wunder, dass er leicht besiegt wird.

  • Ich bin aber von den Schadensspitzen auch ziemlich überrascht, da scheint gleichzeitig auch eine Menge Würfelglück mit im Spiel zu sein, ähnlich wie es Ma'tetz auch schon vorgerechnet hat sieht es bei uns aus.

    In dem Kreis hat man das Angriffsattribut sicher schon 3x gesteigert, macht Rang 6 + Attribut 7 (ggf. Aggressiver Angriff + 3) = 13/16 + Karma im Angriff, damit trifft man sicherlich den Gegner, mehr als 2 Erfolge sollten es allerdings seltenst sein.

    Schwachstelle Erkennen ähnliche Rechnung: 6+6 = 12 + Karma, auch hier sollten es seltenst mehr als 2 Erfolge werden, falls es überhaupt gelingt.

    Macht meinetwegen Schaden von 8 (verstärkte 1 Handwaffe) + 6 + 4 Erfolge + Aggressiver Angriff = Stufe 25 Schaden. (Mit Ü-Schlag dann meinetwegen 31, aber dies ist auch nur wirklich oft im selben Kampf einsetzbar).

    Dazu kann ein Drako fliegen, beherrscht den Drachenodem und hat andere nützliche Fähigkeiten, bisher sehe ich nicht, wieso er sich am Boden überhaupt von einem Schwertmeister und Dieb (falls dieser keine Projektilwaffen nutzt, geschieht ja vergleichsweise doch recht selten) zerstückeln lassen sollte.