Uliberts Tagebuch - Der Zorn der Bärin

  • ... die beiden stellten sich uns als Simanka Cavazaro und ihren Begleiter Rojan Gareter vor. Simanka ist Inhaberin eines Gasthauses, "Zum Brüllenden Stier" im Ort Siwasch, noch weiter im Norden. Wie sich im Laufe unseres Gesprächs herausstellte kannten sich Avaris und Simanka zumindest flüchtig aus Punin. Siwasch war in Gerasim, um noch schnell ein paar Vorräte für den Winter zu kaufen, an die sie in Siwasch nicht kommt. Rojan, der einen Hundeschlitten führt, hilft ihr die Waren zu transportieren. Siwasch ist ein kleiner Ort, noch weiter nördlich als Gerasim, doch scheinbar ist das der Weg, den wir einschlagen sollten. Für mich selbst ist der kleine Peraine-Tempel ein ausschlaggebender Punkt weiter nach Norden zu reisen und womöglich den Winter in Siwasch zu verbringen. Wir konnten einen guten Preis aushandeln, und verpflichteten uns bei den alltäglichen Arbeiten zu helfen, um uns so dann auch den Winter in einem Gasthaus zu finanzieren. Das ging nun alles ziemlich schnell, wir haben noch zwei Tage um unsere Reise nun vorzubereiten, am 12. Hesinde wollen wir los in Richtung Siwasch. Es bleibt uns nun noch ein wenig Zeit um uns in Gerasim zu verabschieden. Avaris verasbchiedete sich auf ihrer Art mit einem Auftritt an unserem letzten Abend in unserer bisherigen Bleibe.


    Am 12.Hesinde reisten wir, und unsere Reise nach Siwasch verlief recht ereignislos. Inzwischen wussten wir ja worauf wir uns einlassen, wenn wir ein paar Tage durch die verschneite Ebenen reisen. Der Hundeschlitte war wirklich eine große Hilfe. Am 17. Hesinde erreichten wir bereits Siwasch, einen kleinen Ort, mit knapp 500 Einwohnern. Namensgebend für den Ort ist der Bach Siwasch, der in einem kleinen See mündet, der im Winter zugefroren ist. Als wir am späten Nachmittag ankamen glitten einige Kinder des Ortes auf Kufen über den See. Der "Brüllende Stier" liegt im Nordosten des Orts, der kleine Perainetempel, geführt von einem gewissen Erdward Blauruh, wie mir Simanka auf unserer Reise erzählte. Im "Stier" begrüßte uns Jobdan Eichinger, der in Simankas Abwesenheit den "Stier" hütet, sowie die junge, Varna. Avaris machte Bekanntschaft mit den Hunden Dumko und Dirko, die beide knurrten und bellten, als Avaris in ihre Nähe kam. Am Abend gab's einen deftigen Eintopf.

    Wir hatten das Gasthaus allein für uns, ich selbst teilte mir mit Nestario ein Doppelzimmer, Avaris und Darida nahmen sich je ein Einzelzimmer.

    Ich freue mich schon darauf am morgigen Tag den Perainetempel zu besuchen. Die anderen wollen sich ein wenig im Ort umschauen und sich vorstellen.


    Wir wurden am heutigen 18.Hesinde Opfer eines hinterhältigen Überfalls. Die Unholde waren gemein und rücksichtslos, und ließen uns keine Chance. Wir trafen uns alle gegen Mittag auf dem Marktplatz, wo wir uns den Winterbold ansehen konnten. Eine große Strohfigur, die den Ort, so erzählt man es sich, vor den Unglücken des Winters bewahrt. Die Einwohner des Nachbarorts Torwien werden, so wie jedes Jahr, bald wieder versuchen die zu stehlen, so wie die Einwohner Siwaschs versuchen den Winterbold aus Torwien zu entführen. In einer Gasse, die vom Marktplatz wegführte passierte dann der Überfall, und es entbrannte eine Schneeballschlacht... die wir knapp verloren haben.


    Am Abend im "Stier" kamen etliche Bewohner vorbei, um die "Neuen" also unsere Reisegruppe, zu begutachten. Nestario nutzte gleich seine Chance, um mit der Jägerin des Orts zu sprechen, und sich zu erkundigen wo und was er zu dieser Jahreszeit jagen kann. Am nächsten Morgen machte er sich bei Tagesanbruch auf, um der Jagd nach zu gehen, genau wie ich, der im Perainetempel zum Morgengebet ging....

  • Der 19. Hesinde begann für mich und Nestario in aller früh. Nestario machte sich auf zur Jagd, und ich besuchte das Morgengebet im Perainetempel, um später dann den Bäcker aufzuschen für einen köstlichen Kuchen als Nachtisch am Praiostag. Nestario war erfolgreich bei der Jagd und brachte ein Karen mit, welches wir zu viert ausgenommen und gehäutet haben. Jobdan war Nestario, Darida und mir dabei eine große Hilfe. Avaris hat den ganzen Tag damit verbracht Samen, die sie im Kräuterladen gekauft hatte zum keimen zu bringen. Sie hatte Erfolg dabei. So zufrieden habe ich sie glaube ich noch nie gesehen. Avaris Erfolg war jedoch zum Missfallen Daridas. Avaris konnte eine ansehnliche Petersilienpflanze heranziehen, mit der wir so gleich das Karen würzen wollten. Aber die "magischen" Kräuter waren wohl nicht das, was Darida sich für ein gutes Mahl vorstellt... verzauberte Kräuter sind also ihren gekochte Spinne...


    Später am Abend haben wir uns im Gasthaus an ein paar der hier üblichen Wettkämpfe versucht. Armdrücken, Messer werfen und ähnliches. Darida hat am Ende sogar das Armdrücken gewonnen. Avaris hatte weniger Glück, und ihre Freude über die Kräuter war schnell verflogen, und so rauschte sie in ihr Zimmer.


    Auch heute, am 20. Hesinde, besuchte ich das Morgengebet bei Bruder Blauruh. Er schlug vor mich bei einer Karmalqueste anzuleiten. Das wäre das erste Mal...

    Avaris stand heute auch vor einer großen Herausforderung. Sie und die Hunde sollten sich ein wenig annähern, was leichter gesagt, als tatsächlich getan war. Während Nestario mit dem einen Hund hinausging, versuchten wir den anderen an Avaris zu gewöhnen. Das klappt, wie man ja wieß, am besten mit Leckerchen, großen Fleischhappen. Nach einiger Zeit verloren die Hunde tatsächlich ein wenig ihrer Abneigung gegenüber Avaris... Was die nur haben, die beiden...?


    Die letzten Tage verliefen unspektakulär, Avaris übte weiterhin mit ihren Kräutern, sehr zur Freude der Küche, weniger zu Daridas Freude. Jobdan erzählte uns an einem Abend ein paar spannende Geschichten aus seiner Zeit auf Maraskan, einer fernen Insel im Südosten. Davon hab ich in Havena schon mal gehört.

    Die Nacht zum 25.Hesinde hatte es jedoch in sich... In der Nacht klopfte es an unserer Tür. Tränen, Panik, Schreie... ein großes Tier ist in einen Stall eingedrungen und hat eine Milchkuh einfach so davon getragen. Das Tier warf sich die Kuh über die Schulter und lief in den Wald. Wir haben uns sofort angezogen und sind zu dem Stall, um Spuren zu finden und das Biest zu verfolgen. Nach etlichen hundert Schritten legte das Biest die Kuh ab und zog sie durch den Wald hinter sich her, das verrieten die Spuren Nestario. Immer tiefer folgten wir den Spuren durch den Wald, bis wir schließlich Kratzspuren an einem Baum fanden. Der Kadaver der Kuh wurde über einen dicken Ast gelegt und regelrecht zerissen. Als wir dort unter der Kuh standen, spürten wir, dass etwas in unserer Nähe war... Wölfe....

    Wir zogen uns langsam zurück und überließen den Wölfen die tote Kuh im Baum, Nestario deckte unseren Rücken, damit nicht doch wir zum Mahl der Wölfe werden würden. Es wurde allmählich hell. Wir fanden Spuren eines anderen Jägers...

    Gegen Vormittag näherten wir uns einem Steinhügel, Tiergebrüll war zu hören. Eine in Fell gehüllte Gestalt stand dem Tier, offenbar einem riesigen Bären, gegenüber. Der Bär war bereits von etlichen Pfeilen durchbohrt, getrenn wurden die beiden durch den Weg in die Tiefe. Erst später erkannten wir in der Gestalt Marline, die Jägerin des Dorfes. Ein weiterer Schuss, ein Treffer, und der Bär stürzte in die Tiefe. Gemeinsam mit Marline beschlossen wir den Weg zurück nach Siwasch anzutreten, und alles Nötige zu besorgen, um den Bären zu transportieren...


    Zurück im Dorf, zurück im Stier, es war nun mittlerwele schon wieder fast Abend, stellten wir dann fest, dass Vana und die Hunde weg waren. Das Herdfeuer war ebenfalls aus, was in den ganzen letzten Tagen und Nächten noch nie vorgekommen ist. Sie war nicht in ihrem Zimmer, keine Spur von ihr. Wir machten uns Sorgen und beschlossen nach ihr zu suchen. Bereits am Marktplatz hatten wir sie dann schon gefunden, sie stand mit etlichen anderen Jugendlichen beim Winterbold. Vana und die anderen machen sich Sorgen, dass der Bär ein böses Omen für den Winterbold bedeuten könnte. Beim Abendessen wirkte Vana sehr unruhig, ich bot ihr schlussendlich an, ihre Aufgaben für den heutigen Abend zu übernehmen, damit sie dem nachgehen konnte, dass ihren Geist bescchäftigt. Und eh ich es mich versah stand ich spülend in der Küche, und sie war wieder den Winterbold bewachen... Nach der kurzen Nacht ging es für uns alle früh ins Bett, um am nächsten Morgen zeitig aufzubrechen, und unsere Trophäe, den Bären zu holen. Beim Frühstück sahen wir auch Vana wieder, die offenbar die ganze Nacht beim Winterbold gewacht hat, aber immerhin ist nichts geschehen. Das ist das Wichtigste.


    Mit einem Schlitten machten wir uns auf den Weg zum Steinhügel und dem Abgrund. Die Fahrt dauerte einige Zeit und mit dem Schlitten war es gar nicht mal so komfortabel durch den Wald zu kommen. Endlich angekommen, wollten wir einen zufriedenen Blick auf unsere Trophäe werfen, doch uns erwartete...Nichts

    Der Bär war verschwunden. Nur ein Pfeil und ein wenig Blut zeugten davon, dass hier mal jemand oder etwas war. Es gab keine Spuren, wo hin der Bär verschwunden sein könnte. Absolut nichts. Wir suchten noch ein wenig nach Spuren, Hinweisen, doch erfolglos. Also machten wir uns auf den Weg zurück nach Siwasch.

    Enttäuscht führten wir noch eine kurze Unterredung mit Simanka. Wir beschlossen Wachen aufzustellen, um einen weiteren nächtlichen Angriff zu verhindern. Außerdem sollten insbesondere die Kinder und Jugendlichen nicht mehr allein in der Nacht unterwegs sein. Weiterhin wurde auch eine Nachricht in den Nachbarort gesteckt, um auch dort vor den Gefahren des Bären zu warnen, und die Jugend zu beschützen.

  • Am 26. Hesinde erholten wir uns am Tage noch von unserer erfolglosen Jagd, entsprechend ereignislos war der Tag. Vor ein paar Stunden betrat dann jedoch eine zunächst sehr seltsam wirkende Gestalt das Gasthaus. Blass, in alte Felle gehüllt, mit einem langen Bart und langen Haare war die Gestalt selbst einem Tier nicht ganz unähnlich. Er wurde uns als Hesindian vorgestellt und war ebenfalls Jäger, und hatte seine Hütte hier im Ort. Wir sprachen ein wenig mit ihm über die Ereignisse der letzten Tage. Zusammen mit Simanka beschlossen wir uns in einer Versammlung gemeinsam mit den anderen Einwohnern Gedanken zur Situation zu machen.


    Die Versammlung fand zur elften Stunde am folgenden Tag statt. Darida dachte kurz laut darüber nach, dass ein Drache den riesigen Bärenkadaver hätte geraubt haben können, was urplötzlich sehr schnell die Runde machte. Manchmal sollte Darida mit ihren zwergischen Überlegungen ein wenig zurückhaltender sein. Es blieb dabei, dass wir Wachen in der Nacht und auch am Tage aufstellen. Der Bär ist eine Gefahr für alle und muss verfolgt werden. So schlossen wir uns mit den Jägern des Ortes zusammen, und suchten den Weg nochmal nach Spuren ab. Hesindian stand uns als Waldkundiger mit Rat und Tat zur Seite. Wir gingen nochmal zurück zu dem Ort, an dem der Bär die Kuh abgelegt hatte, in der Hoffnung, dass er dorthin zurückgekehrt ist. Doch auch damit hatten wir leider kein Glück. In einem Umkreis von 100 Schritt suchten wir alles gründlich ab, es blieb dabei. Keine Spuren. Zwischendurch erzählte uns Hesindian dann von einer Höhle, etwas weiter weg, in der Nähe eines Nivesenstammes. Da es schon Nachmittag war machten wir die Höhlen zum Ziel des nächsten Tages. Zurück im Dorf, die gute Nachricht, dass absolut nichts geschehen ist. Wir wärmten uns auf, aßen zu Abend und ruhten uns für die Reise am nächsten Tag aus.


    Am 28.Hesinde machten wir uns dann früh auf zu den von Hesindian beschriebenen Höhlen. Auf dem Weg dorthin gab es im Wald eine Schrecksekunde, als es plötzlich und unvermittelt ungewöhnliche Geräusche gab und Äste knackten. Die Ursache dafür konnten wir jedoch nicht herausfinden. Angekommen an der Höhle entdeckten wir tatsächlich Spuren des Bären. Wir machten uns dann jedoch auf den Rückweg, um mit so vielen wie möglich den Bären anzugreifen, und sicherzustellen dass das Vieh tot ist und bleibt. Am Abend besprachen wir uns deshalb mit Jobdan, Marline, einer Holzfällerin und sogar Bruder Blauruh hat uns seine Hilfe als Heiler versprochen.

    Doch soweit sollte es gar nicht erst kommen.


    Der Bär attackierte noch in der Nacht erneut das Dorf. Vom Gebrüll des Bären geweckt stürzten wir alle schnellstmöglich nach draußen. Nestario und Darida stürzten sich furchtlos auf das riesige Vieh und wurde beide einfach umgestoßen. Avaris sprang dem riesigen Biest auf den Rücken und attackierte es mit mit ihren gruseligen Krallen. Sowas habe ich noch nie gesehen. Ich selbst hab den Bären mit meinem Stab abgelenkt so gut ich konnte, so dass die anderen ihn richtig verletzen konnten. Ich glaube ich habe mich ganz gut angestellt dabei, wenigstens ist niemand wirklich ernsthaft zu Schaden gekommen. Mit einem letzten harten Treffer streckte Nestario das Vieh nieder, und es stürzte fast auf Darida. Nestario und Darida wurden von Avaris und mir nach dem Kampf versorgt, ich reinigte und Verband die Wunden, Avaris zauberte einen Balsam, der sie viel Kraft kostete. Die Holzfällerin schlug dem Bären den Kopf ab. Dieser wurde einige Schritt weiter anschließend im Schnee vergraben. Nach diesen Ereignisse gingen wir alle wieder ins Bett. Es wurde fast schon wieder hell.

    Wir waren uns unserer Sache wohl aber zu sicher. Am Morgen war der Kadaver des Bären verschwunden, so wie auch sein Kopf. Es geht hier nicht mit Rechten Dingen zu... Soviel steht jetzt fest...

  • lollo84de

    Hat den Titel des Themas von „Uliberts Tagebuch - In Siwasch“ zu „Uliberts Tagebuch - Der Zorn der Bärin“ geändert.
  • Genau dies war die Nachricht, die wir an diesem Morgen nicht hören wollten. Wir alle hofften, dass dieser Spuk ein Ende hat, und die Bärin, in all ihren Teilen dort bleibt, wo wir sie abgelegt haben. Aber Nein... Der Morgen des 29. Hesinde begann mit neuen Diskussionen und Gespräche über unser weiteres Vorgehen. Der Platz vor der Herberge füllte sich langsam mit immer mehr Menschen, die wissen wollten, was geschehen ist.

    Mittlerweile haben wir ja schon Erfahrungen mit seltsamen Dingen, man möchte beinahe sagen, es stellt sich eine gewisse Routine ein. Also versuchten wir mehr über diese Gegend, ihre Geschichten und ihre Vergangenheit kennen zu lernen. Gab es Geschichten, in denen eine Bärin eine wichtige Rolle spielt? Vielleicht können wir so einen Hinweis entdecken, einen Anhaltspunkt. Ein Bär oder eine Bärin, die ihrem eindeutigen Schicksal, den Göttern da selbst gar trotzt, sollte in Geschichten erwähnt werden... Und tatsächlich:


    Wir erfuhren, dass die alte Liota, die Großmutter Nadeschas, etliche alte Sagen und Legenden kennt, sogar alte Legenden der Nivesen, und wir erfuhren tatsächlich mehr, als wir erwartet hatten. Es gab sogar zwei alte, nivesische Geschichten und in beiden spielte je eine Frau die wichtigste Rolle, deren Namen sich erstaunlich ähneln. Nevilav und Nevilada... In beiden Geschichten wird die Frau zu einer Bärin. In der ersten Geschichte war sie eine große Jägerin, die habgierig wurde, Firun selbst warnte sie vor ihrer Habgier, doch sie ignorierte diese Warnung, worauf Firun die Frau in eine Bärin verwandelt.

    Die zweite Geschichte war eine Liebesgeschichte, in der Nevilada, ihr Geliebter Erm-Sen und ein Kobold eine Rolle spielten. Der Kobold provozierte Erm-Sen, der nur die Stärkste Frau der Sippe zur Frau nehmen sollte. Um herauszufinden, ob seine Nevilada tatsächlich die Stärkste ist sollte sie einen besonders großen und mächtigen Bären besiegen, so der Vorschlag des Kobolds und Erm-Sen stimmnte dem zu. Also stellte er Nevilada diese Aufgabe, die zunächst nicht wusste was sie tun soll. Also betete sie zu Firun, sie bat um Hilfe, darum die Kraft zu bekommen, den großen Bären zu besiegen. Nach Firun kann nur ein anderer mächtiger Bär diesen Bären besiegen, und so wandelte Firun Nevilada zu einer Bärin. Beim Anblick seiner Nevilada verstarb Erm-Sen vor Schreck und so blieb Nevilada auf Ewig eine Bärin.


    In beiden Geschichten spielten Firun und eine Jägerin eine wichtige Rolle, doch welche Geschichte nun näher an der Wahrheit ist, konnten wir nicht herausfinden. Wir beschlossen gemeinsam am nächsten Tag aufzubrechen und die Nahe Siwasch überwinternde Nivesensippe Valins aufzusuchen, um dort mehr über diese alten Geschichten zu erfahren. Den Rest des Tages verwendeten wir darauf unsere Reise vorzubereiten, die ca. einen Tag dauern würde... Vorräte, ein Schlitten und was man sonst noch so braucht.


    Am 30. Hesinde brachen wir noch vor Tagesanbruch auf, um nicht in der Wildnis übernachten zu müssen. Während der Reise gab es einen kleinen Kurs im Hundeschlittenfahren, außerdem testeten Avaris und Nestario ihre Fähigkeiten... eine gute Beschreibung dafür, was andere eine Schneeballschlacht genannt hätten.

    In der Abenddämmerung erreichten wir das Nivesendorf...

  • Ungefähr genau so hatte ich mir so ein Nivesendorf vorgestellt. Ein Haufen Zelte aus Leder. Wobei das eher Zelthütten waren. So eben stellt man die kaum auf. Überall hatte es in Felle gehüllte relativ kleine Menschen, denen rotes Haar unter der Mütze hervor quoll. Ihre Augen waren irgendwie seltsam, so schräg gestellt, aber auf eine gewisse Art und Weise fand ich ... wunderschön. Einige hatten sogar bernsteinfarbene oder gar gelbe Augen, es war eigenartig, aber ... wunderschön.

    Jedenfalls erweckten wir natürlich Aufsehen, wir wurden angeguckt, neugierig vornehmlich. Ein Bursche namens Danjuk versuchte radebrechend, sich mit uns zu verständigen, und es hat etwas gedauert, bis wir ihm begreiflich machen konnten, das wir nicht Handeln wollte, sondern Bärengeschichten hören. Er holte Vahlen, einen älteren Mann, der auch Namensgeber der Sippe und damit der Anführer war. Er sprach immerhin ganz gut Garethi, und wir erzähltem ihm von unserer Plackerei mit der Bärin. So wirklich wusste er auch nicht, lud uns dennoch in seine Hütte ein, um mit Kisa, so was wie eine Schamanin, zu reden.

    Während wir anderen mit einem großen Schritt den Eingang durchtraten, mehr aus Reflex, soweit es mich angeht, schickte sich Ulibert an, seine Stiefel auf dem Schwellenholz abzuklopfen, und Vahlen hielt ihn zurück. Offenbar ist es nach dem Brauch der Nivesen wichtig, die Schwelle nicht zu "entweihen", denn überquert man das Holz, so bleiben Streit und Zwietracht draußen, beschmutzt man die Schwelle jedoch ... Hätte mir ebenso gut passieren können, aber naja, hat sein Glück wohl beim Zocken verbraucht.


    Kisa, die mir wirklich alt erschien, gesellte sich kurz darauf zu uns, und Vahlens Kinder, die auch dort wahren, schenkten uns einen Tee ein, der, gelinde gesagt, absolut widerwärtig roch, aber nur halb so widerlich schmeckte. Offenbar gaben sie ranziges Karenschmalz hinein, wobei sich mir verschließt, wieso man überhaupt Schmalz in irgendein Getränk pappen sollte. Jedenfalls schwamm das Zeug oben auf und man konnte den Tee drunter weg schlürfen. Erleichternder weise war das gebräuchlich. Ein Nachfrage ergab, das frisches Schmalz zu kostbar sei, um im Tee vergeudet zu werden. Wenn es nach mir ginge, hätte man das alte Fett entsorgen können, anstatt einen guten Kräutertee damit zu vergiften.


    Kisa erzählte uns die nivesische Version der Geschichte, in welcher die Jägerin Nivilau, oder Nivilauka Nivilaukaju hieß. Ebenso war der Kobold kein Kobold, sondern ein Feuergeist, oder Kekele, der Erm-Sen erschien, und ihm unbemerkt den Bockmist einflüsterte. Der Rest mit dem Bären war den beiden anderen Geschichten sehr ähnlich, der bedeutenste Unterschied lag jedoch in dem, was die Menschengeschihte hat unter den Tisch fallen lassen:

    Nivilaukaju bat natürlich nicht den Herrn Firun um seine Gunst, sonder die Wintermutter Fianjai, man bemerkte die Unähnlichkeit der Namensgebung, welche ihr daraufhin im Traum erschien und in eine Bärin verwandelte, natürlich mit der Auflage, den Wunsch nicht rückgängig zu machen. Erm-Sen also wollte seine Braut zurück, und Nivilaukaju brach in Tränen aus, diese lockten Fiarnjei, so was wie die gütige Frühlingsmutter, die ihr sagte, sie könne das wirken nicht zurücknehmen, aber die Zeit begrenzen. So solle Nivilaukaju von der Liebe eines Sterblichen von ihrem Fluch erlöst sein, so sie denn Hochzeit halten.

    Beschwingt also geht sie zu ihrer Hochzeit, und der Feigling Erm-Sen fällt vor Angst tot um. Was für ein Jäger. Der Vollidiot war einer Frau wie ihr vorn und hinten nicht würdigen. Schon ohne diese blöden Koboldideen oder was auch immer. Memme.

    Also die Moral von der Geschichte, die so rund 1000 Götterläufe halt ist: Tu nichts für einen Mann, schon gar nicht, wenn er Liebesbeweise will, sonst muss man nämlich einmal jedes Menschenalter im Winter herum stromern, Menschen in Angst und Schrecken versetzten, in der Hoffnung das es irgendeinen so sehr anmacht, das er eine dafür auch noch heiratet.


    Das dämlich dabei ist noch, das ich sogar so blöde wäre. Eine starke und vielleicht sogar hübsche Jägerin ... mit diesen Augen ... die offenbar treu ergeben ist, und auch bereit ist, für ihre Liebe große Opfer zu bringen, wenn auch in dem Falle die Falschen... Aber die Gute ist ja offenbar "hetero", wie der Bosperanier sagt, und alle erzählen immer nur vom Bräutigam. Dabei scheint es bei den Nivesen keine große Sache zu sein, das sich auch gleichgeschlechtliche Paare finden. Mein Glück halt. Hah...

    Wir einigten uns mit Kisa und Vahlen darauf, das wir gemeinsam das Bärenproblem lösen, und während wie einen Bräutigam auftun würden, würden die Nivesen traditionelle Tracht und Zelt vorbereiten und nach Siwasch bringen, denn dort treibt die Bärin sich um, und es könnte doch etwas schwer werden, sie zu den Nivesen zu locken.


    Danach aßen wir zusammen zu Abend, wobei die Nivesen es offenbar gern herb mögen, vermutlich wegen dem Tee. Das Karenfleisch geht auch anders, das weiß ich sehr wohl, aber es war auch nicht so schlecht. Nach ein Übernachtung brachen wir mit dem Schlitten wieder auf. Und eine Schneeballschlacht weiter entdeckten wir etwas rotes in einer Schneewehe, gar nicht mal so weit vom Siwasch entfernt. Der ältliche Mann in dem roten Mantel mit der ebenso roten Mütze und dem weißen Bart nannte sich ... habe ich vergessen- nein halt. Walzjeff hieß er.

    Jedenfalls macht er beim Reden immer wieder "Ho Ho Ho!" und kommt wohl immer um diese Zeit ihm Jahr, um den Kindern kleine Geschenke zu bringen. Gemeinsam reisten wir nach Siwasch zurück, wo wir den Abend ausklingen ließen und Cimanka und den anderen Erzählten was wir erfahren hatten, während wir und beim Essen und Tee aufwärmten. Dunko und Dirko musste ich wieder bestechen, zwar knurren sie weniger, aber das sie mich nur wegen dem Futter mögen, ist offensichtlich. Eigentlich mag ich Tiere, aber sie mögen mich nicht. Und deshalb mag ich sie nicht.

    Später am Abend wurde es wieder voll, so das wir die Geschichten noch ein paar Mal erzählen mussten, außerdem verschenken Darida und Nestario noch ihr bestes Schnitzwerk, und weil es mir an so ziemlich allem Mangelte, begnügte ich mich damit, ein Aufführungen darzubieten, wobei ich es am Ende habe im Gasthaus Schneien lassen. Natürlich nicht wirklich. Sah halt nur so aus.

    Des weiteren brüteten wir, wo wir wohl einen Bräutigam her kriegen würden. Ich sprach es daher mal laut aus, das ich bereit wäre, den Bräutigam zu geben, wenn sich sonst niemand findet, da ich ja eine Frau sei. Verdammt aber auch... Und dann erklärt sich Nestario bereit, den Bräutigam zu geben. Verdammt aber auch...

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • So 'schön' der der gestrige Abend auch ausließ, um so noch ärgerlicher ließ sich der Morgen an. Varna servierte mit einem blauen Auge und Grabesmine das Frühstück, denn offenbar hatten die Torwiner gestern Nacht zu geschlagen und den Winterbold gestohlen. Ein mittelschwerer Weltuntergang also, und dazu noch ungerecht, da offenbar 'Erwachsene' den Winterbold gestohlen hatten. Ein Traditionsbruch übelster Art also, und etwas, das nicht ungestraft bleiben dürfte, zumindest wenn es nach Varna ging. Cimanka nahm die Katastrophe eher gelassen hin, meinen Vorschlag die Torwiner Häuser anzuzünden fand aber immer noch keinen Anklang. Sowenig wie mein Vorschlag, denen kräftig aufs Maul zu hauen.

    Trotzdem erklärt wir uns bereit, bei er Wiederbeschaffung zu helfen. Das wäre ja nur gerecht, auch wenn Darida das nicht unbedingt so teilte. Aber das Dreckspack hatte einen Hundeschlitten, wir brauchten also auch einen, oder besser zwei, da vier Leute und ein Bold etwas zu viel für ein paar Hunde wären. Also machten Nestario und ich uns daran, das wir mit den Hundeschlitten übten. Was ihm wesentlich besser gelang, als mir. Die blöden Sauviecher. Stehen da und kläffen mich an, anstatt auch nur einen Schritt zu tun, nachdem wir sie eingespannt hatten. Irgendwann haben wir sie zu laufen gekriegt, nur nicht da wo ich hin wollte. Außerdem blieb das Pack dauernd stehen, um mich voll zu kläffen. Schließlich brachen wir für den Tag ab, und während wir noch sinnierten, ob wir morgen los könnten, bemerkte der Lumin dass das wohl eh nichts würde. Ein Schneesturm naht. Die beiden hübschen Kräuterhexen Gwynna und Hannafried sahen das eben so, und damit war die Sache erst mal begraben.

    Unter Schnee. Davon hatten wir in den nächsten Tagen nämlich eine Menge. Es wurde alles festgezurrt, und Seile gespannt damit man sich im Sturm nicht verirrte, sollte man mal raus müssen. Zum Lokus zum Beispiel... Tja, und dann kam der Schnee. Erst leis und seicht, das dick und laut... Der Schneesturm heulte und wir verschanzten uns in der Küche, der einzige geheizte Raum und versuchten uns die Tage zu vertreiben. Würfelspielen, Lesen und Schreiben lernen, Kochen und Geschichten erzählen, ich brütete über meinen Formeln... sogar etwas Faustkampf haben wir geübt, während es draußen mehr heulte und toste. Selbst unter den Decken im Schlafzimmer wurde es den Anderen zu kalt, aller heißen Steine zum trotz, und ja, eigentlich mag ich es kalt, aber so langsam wurde mir das auch zu frisch.


    Als Darida mich also fragte, ob wir uns das Bett teilen wollen, so ganz platonisch und allein wegen der Wärme, erschien mir das wie eine gute Idee. Dann erinnerte ich mich daran, warum ich die Gesellschaft anderen Me- Personen auf Tuchfühlung bislang immer vermieden hatte und meine Zuversicht erhielt einen ziemlichen Dämpfer. Ich willigte dennoch ein. Darida war ja ganz hübsch, und auch wenn ihr Busen ebenso hübsch anzusehen ist, wie ihr Gesicht, mache ich mir aus derlei Oberweite ja an sich eher wenig. Trotzdem bleib das ungute Gefühl. Was, wenn mein Körper zu sehr auf sie reagieren würde? Wenn sie das merkt? Ich kann mich besser in Nestarios Situation als fremdartige Person versetzten, als er ahnt. Mit dem Unterschied, das ich mich verbergen kann, ihm Gegensatz zu ihm mit seiner Haut.

    Aber es schlief sich gut im warmen Bette, mit so zwei heißen Steinen, von denen einer nicht mal kalt wurde. Und auch wenn mich die Nähe hin und wieder aufwühlte, so blieb es im Unauffälligem Maße. Glaube ich zumindest. jedenfalls hat Darida sich weder beschwert, noch etwas kommentiert oder mich seltsam angeschaut.


    Der Schneesturm, bei dem Varna bis zu Letzt von überzeugt war, dass bloß das Unglück des gestohlenen Winterboldes Schuld sei, legte sich erst am 4. Firun, wo wir unsere Mangelnde Bewegung mit jede Menge Schnee Schaufeln aufarbeiten konnten. Bis wir den Bold würden holen können war aber noch mehr Üben von Nöten, und während es bei Nestario immer besser ging, hätten sich die blöden Dreckviecher fast samt Schlitten auf mich gestürzt. Ich gabs also auf. Betet, ihr dämlichen Köter, das mir nie ein Rezept für Hundebraten in die Hände fällt. Varna bot sich an, den zweiten Schlitten zu fahren. Immerhin mochten die Hunde sie, und sie konnte die dazu bringen, dem anderen Schlitten nach zu laufen. Ja, lacht ruhig.


    In der Nacht auf den 7. Firun schoben wir, als Darida und ich, wache auf dem Ausguck, während uns der Wind um die Ohren pfiff. Und während sie mit einem der Hundeführer mal den Platz tauschte, saß ich da oben aus bekannten gründen im eisigen Wind fest. Ja, du blöde Kuh, was ich nicht alles für dich durchstehe, aber nein. Du musst ja einen Mann heiraten wollen. Und noch während ich mich meinem wärmenden Ärger hingab, tauchte die Bärin auf. Flux war ich unten, und Nestario ging auch schon mit ausgebreiteten Armen auf sie zu. Das schien sie zu verwirren, aber sie machte keine Anstalten sich auf ihn zu stürzen. Ich schöpfte schon Hoffnung, als sich plötzlich eines der blöden Mistviecher von seinem Herrchen los riss und wild kläffend auf Nivilaukaju zu rannte. Die schreckte zurück und richtete sich zu ihren vollen Schritt auf. Immerhin fraß sie Nestario nicht sofort. Ich hingegen stellte mich auch mit ausgebreiteten Armen in den Weg, doch die blöde Töle machte einen Bogen um mich. Zum Glück war der Schnee tief und das Vieh musste mehr Hüpfen als das es Rennen konnte. Ich passte als den Moment ab wo es wieder im Schnee versank, und warf mich auf sie. Jaulend gingen wir beide in den Schnee dieser, und sogleich versuchte das Vieh mich zu beißen, aber ich rollte mich gerade noch weg und packte das Halsband. Damit hatte ich es im Nacken und unter Kontrolle, bis der Besitzer sich die Leine schnappte, und beschämt und wortreich entschuldigte. Blödmann. Zum Glück war niemandem was passiert. Es hätte leicht Tote geben können. Nivilaukaju jedenfalls war längst fort. Und wenn wir Pech hatte, alls Hoffnung gleich mit. Drecksköter.


    Am 9. Firun machten wir des Abends auf, Richtung Torwin, um deren Bold zu stehlen, und nicht um die Häuser anzuzünden. Wirklich, was für blöde Trottel wohnen dort, das sie ihre halbwüchsigen Blagen nicht im Griff haben? Die Strecke nach Torwin ging zäh und langsam, und erst gegen Mitternacht erreichten wir das Dorf. Der Bold war, wie bei uns, auf dem Marktplatz an seinen Stock gebunden, und wurde von vier Kindern bewacht, auch wenn zwei von denen sehr groß für Kinder aussahen. Zuviele Also, um ihnen kräftig auf die Schnauze zu hauen, das Leben ist so ungerecht.

    Nestario schlich um das Dorf und in das Dorf, und schließlich fassten wir so was wie einen endgültigen Plan. Ich würde von unten ins Dorf schleichen, und versuchen die Burschen weg zu locken, während Varna und Darida von oben kommen sich auf die verbliebenen stürzen würden. Nestario würde den Bold stehlen, und dann würden wir nach rechts zurück zu Schlitten eilen. Ich besorge mir noch zwei schöne, verzweigte Äste und schlich in Position. Begabte Konifere die ich bin, machte ich also mit dem Auris Geräusche von kämpfenden Hunden nach, wie die Köter dabei klingen weiß ich ja nun, bei der Mutter, gut genug. Das Locke zwei der Burschen an. Einen großen und einen kleinen, Dicken, die nach den Hunden schauen wollten. Dann zauberte ich ein pulsierendes, nicht so helles, aber dafür blutrotes Licht hinter mich. So würde meine Pelzbefellte Gestalt schön dunkel aussehen, und ich hob meine Äste als hätte ich lange und krallige Finger, während ich wankend auf die Burschen zuhielt und dabei Schmatzlaute von mir gab, während ich "Seelen fressen" nuschelte. Der Eine nahm sofort reiß aus, der Andere starrte mich noch an, offenbar hatte er mehr Eier in der Hose, und erst als ich lauter drohte, seine Seele auszusaugen, ergriff er die Flucht.


    Derweil rächte sich Varna für ihr blaues Auge, und auch Darida verprügelte ihr etwas zu bärtiges Kind während Nestario sich den Bold schnappte. Dann ergriffen wir die Flucht. Es folgte uns niemand, während wir den Bold versteckte und warteten, kehrte wieder Ruhe ein. Trotz Bärenwacht kein Zeichen von Nivilaukaju. Am 11. Firun schließlich erschien Vahlen, der mit einem Schlitten zur Mittagsstunde ankam. Wir erzählten ihm die Geschehnisse, während er verkündete, das nun die Hochzeit vorbereitet sei. Also die Gaben. Darida fragte noch, was sich Nestario als Hochzeitsgeschenk wünschen würde. Er nannte einen Fellmantel.

    Vahlen reiste zurück um am nächsten Tag mit seiner Sippe zu kommen. Wir hingegen gingen zur Marline um uns Rat zu holen, wie wir die Bärin locken könnten. Sie schlug vor, einen Köder auszulegen, um die Bärin erst einmal generell in die Nähe zu bringen, und einen Zweiten für die Hochzeit. Einige Dörfler spendeten Hühner, und eines davon legten wir Abends in den Wald. Doch keine Spur von Nivilaukaja. Nicht das es schlimm wäre, Nestario hat eh Stubenarrest, immerhin darf er seine Braut j nicht sehen. Mittags am 11. Firun treffen die Nivesen ein. Bauen die große Hochzeits-Jurte auf, und albinisieren Nestario, damit er mehr wie ein Nivese aussah. Er wurde schön gepudert und die Haare rot gefärbt, in das Festgewand gesteckt, und dabei mit der wohl ödesten Musik voll gedröhnt, die ich je gehört habe.


    Was bluten meine Zahoriohren, wnn ich dieses ... es ist nicht mal Musik. Es ist ein Ton der die Leiter hoch und runter geleiert wird. Gut. Nivesen, also deren Frauen, können ja echte Augenweiden sein, aber von Musik haben die absolut keine Ahnung. Währen Nestario besungen wird, und darüber seine rituelle Formel und Handlung beigebracht bekam, legten wir den zweiten Köder aus, eine spurt von Blut, vom Waldrand aus bis zum Rande des Dorfes, wo wir ein halbes Huhn liegen ließen. Der Rest der verbleibenden drei Hühner wurden gebraten, um nachher beim Festmahl serviert zu werden. Es dämmerte, und die Dunkelheit brach herein. Und mit ihr eine Seltsame Unruhe, die mich bis ins letzte Glied durchdrang...

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe