Verloren im Düsterwald

  • Ein weiterer arbeitsamer Tag neigt sich seinem Ende entgegen. So kurz vor dem Saatfest am gibt es allerhand zu tun, sollen Äcker und Gärten in bester Ordnung sein, wenn sie zum Fest dann, wie jedes Jahr, in einer feierlichen Prozession geweiht werden sollen. Trotzdem ist wie jeden Abend Zeit sich zu Speis und Trank zusammen zu setzen. Dementsprechend ist auch die an die Mühle am Bach unterhalb des Dorfweihers angebaute Gaststube gut gefüllt. Allerlei Gesprächsfetzen dringen durch die offene Tür ins Freie. Hauptgesprächsthema scheint der Krach zu sein, den es scheinbar im laufe des Tages bei den Vientacaras gegeben hat. Es ist sogar so voll und laut, dass sich gerade die jüngeren Leute eher nach draußen zurückgezogen haben, um den Abend unter den alten Kastanienbäumen am Ufer ausklingen zu lassen. Man merkt zwar, dass es noch etwas dauern wird, bis es richtig Sommer ist, aber mit einem Becher Wein und etwas warmen und würzigen aus der Küche der Castanyedas kann man es auf den großen Steinen am Ufer unter dem Blätterdach der alten Bäume schon ganz gut aushalten.

  • Bei so viel Besuch hat nicht nur Aurelio alle Hände voll zu tun; beinahe die ganze Familie hilft mit, den Andrang in der Schenke zu bewältigen. Neraida Castanyeda steht mit ihrem Mann Tsayano in der Küche, während ihre Tochter Zafira die Tische bedient. Aurelio indes hat Posten hinter der Theke bezogen und sorgt dafür, dass niemand den Abend ohne etwas zu trinken verbringen muss, einzig der Jüngste, Korim, ist noch zu klein, um mit anzupacken. So bekommt der älteste Sohn der Familie denn auch allerhand Gespräche mit. Was da wohl bei den Vientacaras vorgefallen sein mag? So viel dringt von den Privatangelegenheiten der hohen Herrschaften ja doch nicht nach draußen, wenn die Bediensteten nicht gerade mal wieder Klatsch und Tratsch rumerzählen...

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Auch die Elfe Madaya ist gerne am Ufer und genießt das kühle Wasser. Doch als die ersten Menschen kamen verzog sie sich lieber erst auf einen der vielen Bäume, ins dichte Blätterdach, vor den Augen der Menschen versteckt. Doch die Neugier trieb sie wieder etwas weiter zu ihnen hin, womöglich nicht mehr ganz so gut versteckt und lauscht über ihnen in einem Baum sitzend. Immer wenn einer zufällig nach oben blickt, versteckt sie sich wieder, nur um dann erneut näher zu kommen. Doch vielleicht manchmal etwas zu langsam...

  • Yanturio Pichelstein


    Yanturio ist müde von seiner letzten Fahrt. Hätte der verflucht-faule Sengoggio seine Waren nicht früher bringen können, damit der Fuhrmann diese in das nächstgelegene Dorf bringt? Dann hätte er bereits vor 2 Stunden etwas zum Beissen bekommen können.


    Er müht sich gar nicht erst seinen Karren nach Hause zu bringen, sondern stellt ihn in der Nähe der Schänke ab und gönnt sich als erstes ein Bier (das schmeckt einfach viel besser als Wein. Nur scheinen die meisten hier dies nicht zu bemerken...), welches er mit nach draußen nimmt um sich an das Ufer des Baches zu setzen und vielleicht auch den großen Zeh ins Wasser zu tauchen. Nebenher betrachtet er die ebenfalls draußen Sitzenden, um nicht zu verpassen falls etwas aufregendes passiert....

    Solange man am Boden liegen kann, ohne sich festzuhalten, ist man auch nicht betrunken.

  • Leóns Gemütszustand ist nicht in der besten Verfassung. Die Ereignisse des Tages waren zuviel für ihn, der eigentlich auf freudige, gute Nachrichten gehofft hatte. Aber dann.. Die Welt, die er sich in seinen Träumen aufbaute wurde mit einem Mal zerschlagen und mit Füßen getreten. Und das von seinem eigenen Bruder, den er lauthals einen "missratenen Verräter" nannte. Also hat er sich eine Auszeit gegönnt. Er stromert etwas durch die Felder, schon seit ein oder zwei Stunden und er macht sich alsbald auf den Rückweg. Irgendwann muss es sein und irgendwann wollte er seinen Frust gerne in Alkohol und Selbstmitleid ertränken. Und da er das ungerne zu Hause macht, sollte er wohl woanders an Wein kommen. Er lehnt an einem Baum und grübelt, ob er, der das Dorfgespräch ist, jetzt dort hingehen sollte. Aber warten bringt gar nichts, also fasst er all seinen Mut und geht auf die Mühle zu.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • Ghazalita


    Der Weg zwischen den Weinbergen hindurch, herunter zum Bach ist eigentlich eine von Ghazalitas liebsten Strecken, ausser zu dieser Jahrezeit.

    Den ganzen Tag hatte sie beim Düngen der Weinstöcke mitangepackt. Und der Geruch hing noch überall in der Luft. Eine grässliche Arbeit, wenn man sie gefragt hätte. Hatte aber natürlich niemand. Bein SChneiden und Biegen und Düngen und natürlich beim Lesen mussten sie alle helfen. Wobei alle... Farfania hatte vor zwei Jahren geheiratet und für Vater die Leitung des andren Guts übernommen und Yanzinto hatte sich davon gemacht um eine schicke Ausbildung "Im Dienste Rahjas" anzutreten. Naja und Tsaya... Tsaya war sowieso bei allem aussen vor.

    Ghazalita führt Gedankenverloren ihren Zopf an die Nase. Nicht das sie doch noch von dem ekligen Düngergeruch an sich haften hatte. Das wäre peinlich. Ob das diesen Bauern überhaupt auffallen würde? Aber nein, es ist nichts mehr zu riechen. Bloss das Arangenöl, mit dem sie die Haare durchgekämmt hat.

    Sie betritt die Schenke und schaut sich nach einem freien Plätzchen um. "Hola, Aurelio!", grüßt sie ihn, "Wie gehts? Ihr habt ja reichlich Betrieb heute."

  • "Ghazalita, schön dass du's auch her geschafft hast. Muss an der Jahreszeit liegen, dass die jetzt alle aus ihren Löchern kommen." antwortet Aurelio lachend. "Uns geht's gut, und selbst so? Dürfte ja ganz schön viel zu tun sein bei euch." Trotz dem so viel los ist, scheint er ja heute ziemlich gut gelaunt zu sein. Wobei viel Betrieb ja auch viel Umsatz heißt, das ist nie schlecht. "Aber erstmal, was darf's sein?"

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • "Gib mir einen Krug Roten, bitte.", sagt sie und lehnt sich gegen die Theke, "Und fang bloss nicht davon an. Ich hab den ganzen Tag Mist unter die Reben geschaufelt. Mir tun alle Knochen weh." Dennoch hat sie inzwischen ein gutgelauntes Grinsen im Gesicht. "Und dann noch das Geplapper von Caldaya. Die kennt auch kein anderes Thema mehr, als ihre Verlobung. Sei bloss froh, dass du nur eine Schwester hast"

  • "Kommt sofort, die Dame." Sodenn bekommt sie auch gleich einen ganzen Krug Wein vor die Nase gestellt, natürlich mit Becher dazu, die Flüssigkeit so dunkel, dass sie in diesem Licht beinahe schwarz erscheint. Ihre weiteren Ausführungen zaubern Aurelio ein Schmunzeln ins Gesicht. "Na wenn du wüsstest... jetzt ist es also beschlossene Sache mit deiner Schwester und Juán? Das ist doch eigentlich ganz schön. Versteh gar nicht, was die hier dann alle von einem Riesenkrach bei den Vientacaras erzählen." entgegnet er auf die Theke gestützt halb amüsiert und halb nachdenklich.

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Ghazalita nickt ihm dankbar zu und schenkt sich einen Becher ein. "Seit zwei Tagen. Es wurde aber auch Zeit, wenn man bedenkt wie lange das mit den Beiden schon geht. Vater wurde schon langsam ungeduldig" Sie nippt an ihrem Wein und nickt zufrieden. "Sehr gut. Aber was erzählt man sich denn? Hast du selbst auch etwas mitbekommen oder nur Gerüchte aufgeschnappt?"

  • "Ich? Nee, gar nichts. Aber das ist heute das Thema unter den Leuten, irgendein Streit der Familie. Hat wohl mal wieder einer der Bediensteten die Klappe nicht halten können, selber erzählen die Herrschaften ja nix. Genaueres hab ich aber auch noch nicht rausgefunden. Weißt du denn nichts darüber?" Es geht ihn zwar eigentlich nichts an, aber neugierig ist Aurelio ja schon. Streit im Hause der Großgrundbesitzer klingt wenigstens ausnahmsweise mal etwas spannender, als der übliche Dorf-Klatsch.

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  • Schon als Leon draußen vor der Mühle ins Sichtfeld der Gäste, die das frische Frühlingswetter genießen wollen, tritt, wird es etwas ruhiger und sofort geht das Getuschel los. Hier wird geflüstert und verstohlene Blicke werden in Seine Richtung und zu anderen Gästen geworfen. Er selbst geht schnurstracks hinein, lässt sich nicht beirren. León ist groß gewachsen, fast schn zwei Schritt, was man ihm früher nicht ansehen konnte. Da war er eher dicklicher und wirkte mollig. Nun ist er groß und athletisch. Was ein paar Jahre Ausbildung alles mit einem anstlelen können... Er trägt sein dunkelblondes Haar einige Fingerlang und die meisten davon sind unter einen breiten Hut mit Fasanenfeder gestopft. An seiner Seite schlackert ein ordentlicher Rapier immer wieder im Takt seiner Schritte hin und her und neben seiner Familie dürfen nur andere Adlige oder Grundbesitzer eine solche Waffe bei sich führen, weswegen er nirgends etwas zu befürchten hat. Er trägt einen hellblauen Umhand, dessen Ränder dunkelblau gefärbt, die Farben seiner Familie zeigt. Dazu das einfache Wappen auf der SChnalle, die den Mantel vor der Brust fixiert. Hohe Stulpenstiefel aus gutem Leder, eine dunkle lederne Hose und ein ordentlich gemachtes dunkelblaues Wams runden seine Aufmachung ab. Sein Gesicht ist gepflegt und sein Bart ist ordentlich gestutzt, vor allem, da er es sich leisten kann is seiner Stellung. Er trägt keinen Vollbart, vielmehr eine modischere Variante aus Punin.

    Dann betritt er, viele Blicke im Rücken, die Mühle und der erste Schritt hallt laut durch das Gebäude, da sicherlich nicht wenige sich nach ihm umsehen und das REden einstellen. Man sieht seinem Gesicht an, dass er nicht in der Stimmung ist, angesprochen zu werden, geschweige denn, dass man ihm auf die Nerven geht. Früher war er sehr umgänglich, doch heute, kurz nach seiner Ankunft am Vormittag, hat sich alles geändert. Seine unterschwellige Wut, die er immer beherrschen konnte, brach hervor und wo Rauch ist, da ist auch Feuer. Und León scheint förmlich wie ein Feuerschlot zu qualmen, so stink sauer ist er auf seinen Bruder.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • "Nein, ich hör zum ersten Mal davon. Aber ich kann später Caldaya fragen", antwortet Ghazalita und nimmt noch einen Schluck von dem Wein. Doch dann wird es ruhig um sie. Überrascht dreht sie sich zur Tür um. Welcher Neuankömmling wohl so eine Reaktion hervorruft? Nun, es ist jedenfalls eine eindrucksvolle Erscheinung. Aber irgendwie kommt er ihr doch bekannt vor...

  • Auch Aurelio mustert den Neuankömmling, allerdings eher abschätzig und mit einem Hauch Misstrauen, als dieser die Schenke betritt. Federhut, Bewaffnung, edle Kleidung - muss schon mal adlig sein. Die Farben müsste eigentlich jeder im Dorf als die der Vientacaras wiedererkennen können, aber vielleicht ist das auch bloßer Zufall; das Gesicht erkennt er jedenfalls nicht (und um das Wappen wahrzunehmen, ist der noch zu weit weg). Mann, hat der Kerl eine miese Laune, so wie der guckt wird nachher noch der Wein sauer. Was einen Adligen wohl ausgerechnet hier her verschlägt? Vielleicht ist der ja irgendwo zu Gast. Bei Ghazalitas Familie ja wohl nicht, dann würde sie nicht so starren - und so viel mehr Auswahl hat das Dorf ja nicht, wo so einer hin wollen könnte... Erstmal abwarten, was der will. Hoffentlich ja keinen Ärger, das könnte ungemütlich werden.

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  • Die Blicke sind egal. León hat ein Ziel und das will er erreichen. Er schaut sich um und erblickt den Ausschank. Er macht sich auf, direkt dort hin. Auf dem Weg ballt sich seine Hand immer wieder zur Faust. Er kommt einfach nicht über die düsteren Gedanken hinweg. "Wein...", meint er dann, als er in Hörweite ist. "Und zwar viel.... Bitte.", knurrt er hinterher. Er setzt sich und streicht mit den Händen über das Holz.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • Das Bier ist schon alle. Frechheit.

    Nun, da muss neues her, also macht Yanturio sich wieder auf den Weg nach drinnen. Angekommen setzt er sich an die Theke und meint: "Mach mir mal den Krug wieder voll. Der Straßenstaub hat sich festgesetzt und die Kehle will schwimmen".

    Er klopft flink wiederholt auf das Thekenholz, damit seine Kehle nicht vor Hast absäuft. Sicher ist nunmal sicher.

    Dann wartet er auf sein Bier und schaut sich geruhsam ein wenig um.

    Solange man am Boden liegen kann, ohne sich festzuhalten, ist man auch nicht betrunken.

  • Naja, immerhin hin hat er Bitte gesagt... "Wie der Herr wünscht..." erwidert Aurelio dem adligen Gast und beäugt dabei skeptisch das Wappen auf dessen Brosche. Vientacara, hmmmm... ob der wohl da für Stress gesorgt hat? Wütend genug sieht er ja aus. Wer ist 'n das überhaupt? Ein entfernter Verwandter? So von nahem kommt ihm das Gesicht vage bekannt vor; war bestimmt schon mal hier. Jedenfalls bekommt auch der einen Krug und einen Becher vorgesetzt, ehe Aurelio sich mit einem "Viel Spaß damit." dem nächsten Gast zuwendet. "Schon leer? Das ging ja schnell, mein Freund. Hier ist dein Nachschub, darf's sonst noch was sein?" meint er, während er den Krug wieder auffüllt und auf dem Tresen abstellt.

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Nachdenklich zwirbelt Ghazalita die Spitze ihres Zopfes zwischen den Fingern. So richtig kommt sie immer noch nicht darauf, um wen es sich handelt. Erst als sie das Wappen registriert hat, fällt der Groschen."Leon? Leon Vientacara?", fragt sie halb überrascht, halb erfreut (Oder vielleicht doch eher 3/4 überrascht?) und stellt ihren Becher vielleicht eine Spur zu hastig ab, sodass ein bisschen von dem Wein überschwappt. Schnell bringt sie ihre Ärmel in Sicherheit und wirft Aurelio einen entschuldigenden Blick zu.

  • Oha... den Namen kennt er allerdings. Als Aurelio ihn vernimmt, wandert sein Blick ebenso überrascht zu seinem ungewöhnlichen Gast zurück. "Nein... Alejandro? Echt? Hast dich ganz schön- ah, Kacke! Mann, Ghazalita, ey! Pass doch auf, das Zeug macht Flecken wie Sau!" Grummelnd holt er sich einen Lappen und wischt mit verdrießlichem Gesichtsausdruck den Wein auf. "Also, du bist wieder hier, hmmm?" meint er währenddessen zu seinem Gegenüber, dessen schlechte Laune ignorierend.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • "Danke Dir! Dein Bier schmeckt halt zu köstlich um es lange im Krug zu behalten", sagt er und grinst. "Haste noch etwas von dem Fleischtopf auf Lager? Würde ne Schüssel nehmen".

    Mit diesen Worten nickt er Aurelio zu und wendet sich dann in Richtung León. "Wieder zurück in der Heimat? Stattlich siehste aus! Hätte nicht erwartet Dich so bald wiederzusehen", sagt er mit einem leichten, gutmütigen Grinsen.

    Solange man am Boden liegen kann, ohne sich festzuhalten, ist man auch nicht betrunken.