Waidmannsheil

  • Da sind es nur noch zwei Mädchen auf vier Jungen. Echtes Bedauern klingt aus der Stimme der rothaarigen Falknerin, als sie Yasinde knapp verabschiedet. Sie hatte sich eine gleichgesinnte Landsfrau erhofft, mit der sie Erinnerungen an die vertraute, schon länger ferne Heimat austauschen austauschen konnte.


    Die zwei an der Beizjagd Interessierten - Brin und Leona - werden mit Emerans und Yanns Antworten zu drei Interessierten und einem Enthusiasten. Minervas Lippen formen ein breites Lächeln, als ihr Yanns Begeisterung entgegen sprudelt. "Ich lebe am Hof der Familie Zweifelfels, ja. Ich will euch alle mit den anderen Sachen nicht langweilen - reite gleich doch neben mir und wenn du willst, erzähl ich dir von meiner Arbeit, junger von Mersingen."

    So beginnt das Aufsitzen. "Dann hat sich das Hornsignal zum Aufsitzen ja schon erledigt.", sagt Minerva mit einem Augenzwinkern zu den Stallburschen, die die Pferde im Zaum halten. Minervas Reitpferd ist ein willfähriger brauner Wallach mit dunkler Mähne und dunklem Schweif. Außerdem hat sie ein Packpferd von der Farbe nassen Sandes. Bevor sie aufsitzt verschwindet sie noch einmal vom Hof und kommt wenig später mit einem Blaufalken auf der Hand - und dem ledernen Handschuh - zurück. Dem Blaufalken wird in der Falknerei vor anderen Falkenarten der Vorzug gegeben: Er ist ausdauernd, wendig und wird nicht zuletzt aufgrund seines auffälligen Gefieders, das ihm seinen Namen gibt, hoch geschätzt.

    Und dieser Falke ist ein prächtiges Tier: Sein blau-graues Gefieder glänzt in der Sonne, Bauch, Brust und Kehle sind von weißen Federn bedeckt, die Füße des Greifvogels sind gelb. Die Krallen und der Schnabel sind grauschwarz. Wie ein König thront er stolz, aufgerichtet und mit breiter Brust, auf der Faust, nur trägt er statt einer goldenen Krone eine Haube aus weichem Leder auf dem Kopf, die mit einem blauen Federbüschel - offensichtlich stammen sie von ebendiesem Falken - verziert ist.


    An Minervas Sattelknopf ist eine T-förmige Anfertigung angebracht. Auf dieser Stange stellt sie den Vogel ab und bindet ihn an, bevor sie ohne Hilfe aufsteigt.


  • Yasinde ist unterdessen aufgesessen und lenkt ihr Pferd nur mit leichtem Schenkeldruck zu den anderen. Ihre ganze Haltung auf dem Pferd spricht doch eine klare Sprache. Diese junge Frau ist keine schlechte Reiterin und macht auf dem Pferd eine recht imposante Gestalt. Tatsächlich kann man ihrem Pferd die gute Zucht und die wildere Art deutlich anmerken und auch, dass man besser etwas reiten können sollte, sonst wäre das Vergnügen mit ihm wohl schnell vorbei.

    Fear cuts deeper than swords.

  • Ah, es geht los. Leona geht zu ihrer Luna, krault sie zunächst zwischen den Ohren und am Hals, dann schwingt sie sich gewandt in den Sattel. Ihre Haltung ist sicher und zweckmäßig, wenn auch sicher nicht original Garether Hofreitschule, und ihr struppiges falbes Pony erscheint von freundlichem Temperament.

    "Ständig haben wir unsere Kinder genötigt, ihre Teller leer zu essen, damit es schönes Wetter gibt, und was haben wir jetzt? Globale Erwärmung und dicke Kinder."

  • Quendans Frage ob man aufbrechen wolle und Minervas Aufmunterung dazu nehmen dann auch Emeran und Yann zum Anlass ihre Pferde zu besteigen und sich den anderen Anzuschließen. Yann greift sich dazu noch etwas Ausrüstug, die er an eine Wand des Platzes gelehnt hatte. Eine kleine Jagdtasche bringt er bei den Satteltaschen unter, wo er auch einen Köcher mit 2 schlanken Wurfspeeren und einer Stabschleuder für kleinere Beute unterbringt. Hinzu kommt auch noch ein schlanker Jagdspeer mit breitem Knebel, bei dem er versucht ihn so gut es geht mit dem Ende an seinem Steigbügel einzuhaken und dann mit der Hand aufrecht zu halten. Man sieht ihm dabei schon an, dass er es nicht gewohnt war, seine Jagdausrüstung zu Pferde zu transportieren. Der Rappe auf dem er sitzt nimmt es gelassen und setzt sich mit den anderen in Bewegung, wobei er seine zottelig behangenen Hufe recht selbstständig hinter Minervas Pferd leitet. Die erfahreren Reiter sehen dann auch, dass Yann bestenfalls rudimentäre Reiterfahrung hat, das Tier dafür aber auch sehr geeignet, aber auch wirklich langsam ist.


    Emeran steigt - mit etwas Hilfe eines Stallburschen - ebenfalls auf seinen Fuchs auf und wirkt dabei schon deutlich fähiger, allerdings ähnlich Leona in der Haltung nicht höfisch ausgebildet. Vor allem lässt er seinen Reittier viele Freiheiten und reitet wohl mehr mit, als dass er jetzt wirklich Kontrolle ausüben würde. Aber da ihr ja in der "Herde" unterwegs seid, wird der etwas verspielte Fuchs auch nicht zu übermütig.


    Die andere Gruppe lässt sich etwas mehr Zeit und so sind sie noch nicht aufgesessen, als ihr den Hof verlasst und das Stadtviertel mit dem Markgrafenpalast hinter euch bringt. Von dort ist es nur ein kurzer Weg, bis zum nördlichen Stadttor. Das treiben in den Gassen und Straßen ist nun schon sehr geschäftig und ab und an müsst ihr auch etwas warten und Geduld haben, wo eine Brauereikutsche in ihrem gemächlichen Tempo einen Weg versperrt oder sich streitende Fuhrknechte fluchend ihre Gefährte umeinander buxieren müssen. Sowohl aus den Fenstern der Häuser als auch von der Straße trifft euch der eine oder andere neugierige Blick aus den Augen der Bürgerlichen und Gemeinen, wobei auch der eine oder andere wirklich interessierte Blick die teils wirklich sehr gut aussehenden, schnittigen Reiter und Reiterinnen mustert.
    Schließlich erreicht ihr das Tor, wo ihr - deutlich erkennbar als die angekündigte Ausflugsgesellschaft mit Verbeugungen der Wachen begrüßt und durchgewunken werdet. Nach dem Lärm, der Enge und den vielen Menschen der Stadt, ist die relative Ruhe und Freiheit draußen ein erhebender Anblick und auch euren Pferden merkt ihr an, dass sie sich hier wohler fühlen. Auf der Straße zum Tor kommen euch natürlich noch einige Wagen und Karren entgegen, mit denen Bauern und Händler ihr Gut zum Markt nach Rommylis karren, aber nach einer Meile zweigt ein einfacher Weg nach Norden ab, der in Richtung der Darpatauen führt. Das erste Ziel eures Ausrittes ist eine gute Stunde im lockeren Reittempo entfernt, Zeit genug, sich mit den teils geliehenen Tieren und vor allem natürlich miteinander bekannt zu machen. Der Tag verspricht heiter und sonnig zu werden und um euch herum summen, brummen und zirpen fleißig die Bienen, Grillen und anderen Insekten im hohen Gras, während ihr in der Ferne im Westen eine große Herde braunweiß gefleckter Rinder friedlich grasen seht. Der Wegrand und die Wiesen sind voll von allerlei Blumen und Blüten tragenden Kräutern und Büschen und Emerans Fuchs zupft sich übermütig hier und da ein Maul voll Löwenzahn heraus um zu naschen.


    Yann wendet nun erstmal so gut es geht seinen Rappen neben Minerva und betrachtet interessiert ihren Falken. "kann man ihn auch streicheln? Also mag er das?"

    Noctum Triumphat

  • Yasindes Ausrüstung ist ebenfalls schon auf dem Pferd verstaut, hauptsächlich ein Kurzbogen samt Köcher, auch wenn die Schwertscheide daneben deutlich so aussieht, als ob sie mehr Benutzung erfahren hat.

    Die Ausrüstung wirkt tadellos gepflegt und sie lenkt ihr Pferd zu Emeran.
    "Hast du denn schon Erfahrungen in der Jadg?", fragt sie den jungen Adligen, schleißlich war das Jagen bei seinem ursrpünglichen Stand mit Sicherheit nicht üblich gewesen.

    Fear cuts deeper than swords.

  • Minerva und Yann


    Während des Ritts durch die Stadt sitzt der Falke ruhig auf der Stange. Ungeachtet des Trubels gibt ihm die Dunkelheit unter der Haube Sicherheit.

    Die Falknerin dreht sich immer wieder im Sattel um und gibt Acht, dass sie niemanden im Betrieb der Stadt verlieren, aber die Gruppe bleibt gut zusammen. Manchmal ist das mehr dem Herdentrieb der Pferde als dem Können und Aufpassen des Reiters geschuldet. Die Almadani zählt nicht zu denen, sie sitzt so sicher im Sattel, als könne sie auf dem Pferderücken jeden Steilhang hinauf- oder hinunterklettern (Im Raschtulswall, daran erinnert sie sich manchmal mit leisem Schmunzeln, hat sie vor wenigen Jahren bei einem Ausflug mit Arvan von Zweifelfels das Reiten gelernt) - wenngleich ihre Haltung auch nicht höfisch ist, wie bei Leona und Emeran.


    "Man kann, aber sie mögen es nicht. Raffael ist ein Wildfang, deshalb ist er es nochmal weniger gewohnt als eine Handaufzucht. Die sind von Klein auf an Menschenhände gewöhnt. So etwas wie Streicheln gibt es unter den Greifvögeln nicht. Bei der Brutpflege putzen die Alttiere das Gefieder der Jungen, das kommt noch am nächsten an 'streicheln' heran. Das Anfassen bringen sie eher mit Feinden als mit Zärtlichkeiten in Verbindung." Dass sie seine Fragen gerne beantwortet, kann er hören.

    "Und du richtest also gerade deinen ersten Jagdhund ab. Was ist es denn für einer, und wo ist dein Hund jetzt? Wieso hast du ihn nicht mitgebracht?", knüpft sie dann an das vorherige Gespräch im Hof an.

  • Während des Weges durch die Stadt ist Leona den anderen einfach gefolgt, dann auf der größeren Straße lenkt sie ihr Pony ebenfalls neben Yann - auf seine andere Seite - und hört seiner Unterhaltung mit Minerva zu, denn das mit dem Falken interessiert sie auch.

    "Ständig haben wir unsere Kinder genötigt, ihre Teller leer zu essen, damit es schönes Wetter gibt, und was haben wir jetzt? Globale Erwärmung und dicke Kinder."

  • Yasinde und Emeran


    "Nein, habe ich nicht" gibt Emeran unumwunden zu. "Aber wir hatten im Kloster auch Tiere und die würden auch ab und an geschlachtet, ich weiß also zumindest, wie man einem Karnickel das Fell abzieht und einen schönen Hasengulasch zubereitet, wenn das hilft." ergänzt er noch pragmatisch. Dann scheint ihm etwas einzufallen und er meint höflich entschuldigend "Entschuldigst du mich kurz? Ich wollte Yann noch etwas fragen. Ich bin bald zurück, dann können wir uns gerne weiter unterhalten.


    Minerva und Yann


    "Es ist ein Wehrheimer... oder besser, es wird einer sein. Vater hat ein Päärchen die er als Wachhunde nutzt und die Hündin erwartet bald einen Wurf. Das sind wirklich riesige Tiere, sicherlich 60 Stein schwer. Genau das richtige für die Jagd auf Schwarzwild." erwidert der junge Mann "Vater will mir dann beibringen wie man sie zu Gehorsam erzieht. Und dann wollte er mir einen Lehrer besorgen, der mir alles weitere zeigen kann." während dessen hat Emeran sein Pferd neben Yann gelenkt und meint mit entschuldigenden Blick zu Minerva " Yann, kann ich dich noch kurz was fragen?" Woraufhin dieser nickt und sich von Minerva mit einem "bis gleich" verabschiedet. Die beißen lassen sich dann ein paar Meter zurückfallen, halten aber Anschluss zu euch, während sie sich leise besprechen

    Noctum Triumphat

  • Yasinde und Leona

    Yasinde verabschiedet Yann mit einem freundlichen "Bis später." Dann lenkt sie das vergleichsweise massige Streitross neben Leonas Pony.

    Sie lächelt die junge Frau an.

    Etwas Kennenlernen schadet ja nicht. Man muss sich ja mit den Neuadligen auseinandersetzen...

    "Sollen wir uns ein wenig unterhalten. Ich würde dich gerne ein wenig kennenlernen, wenn wir bald zusammen Aufgaben bewältigen sollen. Darf man dich fragen, was du bisher gemacht und gelernt hast?"

    Fear cuts deeper than swords.

  • Minerva, Leona und Yasinde


    Die rothaarige Frau entlässt Yann mit einem verständnisvollen Blick zwischen Emeran und Yann und einem knappen Nicken aus der Unterhaltung.

    Kurzerhand nimmt Yasinde, das Mädchen, das vom Aussehen her fast Minervas Schwester sein könnte, mit ihrem riesigen Ross den Platz des jungen Bankerts ein und verwickelt Leona in ein Gespräch.

    Minerva hält ihren Blick mal auf die Straße, mal auf die beiden jungen Frauen neben sich und wirft auch mal einen Blick nach hinten, damit niemand den Anschluss verliert. Sie toleriert es aber, wenn sich die Gruppe nun, auf der weiten Wiese, etwas weiter streckt und mehr Luft zwischen den Pferden oder den kleineren Grüppchen entsteht.

  • Yasinde und Leona


    Das musste ja so kommen. Aber was soll's. Ich habe nichts zu verbergen. "Sicher", sagt Leona zu Yasinde mit einem leicht verlegenen Grinsen. "Meine Eltern sind die ehemaligen Anführer einer der größten Gruppe von Freischärlern in der Wildermark und haben sich im Krieg offensichtlich sehr um die Fürstin verdient gemacht. So kam ich zu dieser Einladung. - Daher bin ich mehr oder weniger in der Wildnis aufgewachsen." Sie deutet auf ihre ordentlichen, aber keineswegs neuen Klamotten. "Das hier ist todschick für meine Verhältnisse." Sie grinst. "Also... einen richtigen Beruf habe ich bislang nicht gelernt. Ich dachte, ich gehe später mal zu den Grenzreitern der Fürstin, so wie meine Eltern auch." Sie tätschelt zärtlich Lunas Hals. "Das würde uns gefallen. - Und du?"

    "Ständig haben wir unsere Kinder genötigt, ihre Teller leer zu essen, damit es schönes Wetter gibt, und was haben wir jetzt? Globale Erwärmung und dicke Kinder."

  • Yasinde und Leona

    Bei dem Begriff Freischärler verzieht Yasinde für einen Moment das Gesicht und man kann sehen, dass sie den Begriff vermutlich eher mit Räubern als mit Widerstandskämpfern in Verbindung bringt. Als Leona dann erzählt, dass sie sich sehr um die Fürstin verdeint gemacht haben, hellt sich die Miene doch deutlich auf, während die Wildnis sie nicht abzuschrekcne scheint.

    "Hmm über todschick müsste man dann wirklich reden, aber für eine Jagd ist das doch mehr als ausreichend. Weshalb willst du denn zu Grenzreitern?" fragt sie nach, bevor sie von sich erzählt. "Ich bin die Tochter eines alten Adelshauses und meine Mutter ist eine der führenden Figuren der Stahlherzen, also stand unser aller Zukunft eigentlich fest. Entweder man zeigt eine magische Begabung, sehr großes Interesse sich einem der Zwölfe zu weihen oder man wird Ritter. Wie man sieht kann ich keine Feuerbälle werfen und habe den Praiostagsunterricht mit Vorliebe... vergessen," antwortet sie mit einem Schmunzeln. Eine Wahl zu hben, was man werden wollte. Ja das hatten nur die Bürgerlichen...

    Fear cuts deeper than swords.

  • Als Minerva sich umsieht, sieht sie Quendan, wie er sie anlächelt und seinen Schimmel nach vorn neben ihr Pferd leitet. "Nur keine Sorge, es geht euch schon keines der Schäfchen verloren." Er zwinkert ihr kurz zu. "Wie seid ihr eigentlich zu dieser… reizvollen Aufgabe gekommen? Dient ihr schon länger an diesem Hofe? Ich kann mich nicht daran erinnern, euch während meiner bisherigen kurzen Anwesenheit hier schon zu Gesicht bekommen zu haben, und ich glaube, ich würde mich daran erinnern."

  • Minerva und Quendan


    Minerva erwidert das Lächeln des Jungmagiers freundlich. "Na, wenn du das sagst, Jungherr Quendan.", entgegnet sie schelmisch. Unter den Jungadligen ist er der Älteste und damit derjenige, der am nächsten an ihr Alter heranreicht.


    "Ich bin nicht hier am Hof Falknerin, sondern beim Junker von Zweifelfels in der Goldenen Au, in Garetien.", beantwortet sie zuerst seine letzte Frage mit ihrem almadanischen Zungenschlag und übergeht geflissentlich das subtile Kompliment. "Deshalb bin ich meistens bei Familia Zweifelfels.

    Öfter aber bin ich bei den Volieren der Markgräfin zu finden, wo sie ihre Falken und Habichte abträgt und züchtet. Und mein Dienstherr hat hier auf dem höfischen Parkett andere Pflichten, als dass er jetzt viel an die Beiz denkt, also braucht er mich gerade nicht. Aber Rafi braucht trotzdem Ausflug." Minerva hält die Zügel in der rechten Hand, die freie Linke lag bis jetzt auf ihrem Oberschenkel und mit dieser weist sie auf den schönen Blaufalken vor ihr, der seelenruhig mitreitet.

    "Aus dem Grund komm ich auch jetzt bei euch mit.

    Ich bin kein Höfling und deshalb... wie sagt man... abkömmlich, wenn es um Politik geht." Sie grinst zähneblitzend ob dieser Freiheit. Den Hof sieht sie offenkundig als einen Ort, der die persönliche Freiheit einengt - ein Aspekt, der sich gleich darauf wiederfindet.

    "Und es ist immer gut, neue Leute kennenzulernen - vor allem, wenn ich mich dazu nicht in ein enges Korsett schnüren muss." Sie lacht. Und ihr ist gar nicht bewusst, dass es eine Unschicklichkeit sein könnte, öffentlich von Korsetten zu sprechen.

  • Yasinde und Leona


    "Dann wirst du Ritterin." Zu der Bemerkung über den Praiostagsunterricht muss Leona hell auflachen. "Priesterin wäre auch rein gar nichts für mich, und ich bin so magisch wie diese Pferdeäpfel da." Sie deutet auf den Weg neben sich. "Und ein Handwerk habe ich nicht gelernt und bin zum Lehrling sicher auch zu alt. Und zu ungeduldig. Und ich mag mir nicht gern etwas sagen lassen." Diese edle Selbsterkenntnis trägt sie sehr gelassen vor. "Mag mich nicht von Gesellen schikanieren lassen, die kaum älter sind als ich, oder von tyrannischen Meistern. Aber ich kann reiten und finde mich in der Wildnis gut zurecht, meine Eltern sind bei den Grenzreitern, also...", sie zuckt die Schultern, "werde ich auch eine. Oder Kundschafterin oder Botenreiterin, so etwas wird auch immer gebraucht. Ich finde schon mein Auskommen. - Und sag mal, besuchst du dann eine Kriegerschule oder Akademie? Oder gehst du dann später zur Armee?" fragt sie weiter bei Yasinde nach.

    "Ständig haben wir unsere Kinder genötigt, ihre Teller leer zu essen, damit es schönes Wetter gibt, und was haben wir jetzt? Globale Erwärmung und dicke Kinder."

  • Yasinde und Leona

    Als sie Yasinde unterstellt auf einer Kreigerschule oder Rondra bewahre einer Offiziersakademie zu sein, wirkt diese beinahe entsetzt. "Nein auf gar keinen Fall besuche ich eine Kriegerschule. Ich werde Ritterin, habe also einen Schwertvater, der mich in allen belangen unterrichtet. Das sind Welten zu diesen neumodischen Kriegerschulen. Ich habe auch nicht vor zur Armee zu gehen. Ritter werden überall gebraucht, sei es am Hofe der Fürstin oder bei anderen Adligen. Vielleicht auch ein eigenes Lehen...."


    Das Leona zur Armee will, aber sich nichts sagen lassen will, scheint sie auch zu verwundern. Aber muss man bei den Grenzreitern nicht Befehle befolgen?" fragt sie deshalb nach.

    Fear cuts deeper than swords.

  • Yasinde und Leona


    "Ja, im weitesten Sinne schon, aber die meiste Zeit ist man ja dennoch allein oder in kleinen Gruppen unterwegs und auf sich gestellt", erzählt Leona - das, was sie von ihren Eltern gehört hat. "Sicher hast du Befehle und Aufgaben zu erledigen, du reitest auf Kundschaft, kontrollierst die Grenzen, meldest Übertritte und so, aber man redet dir wenig rein, wie du das genau machen musst. Ich meine, irgendwie abhängig ist man ja doch immer, oder?" Sie denkt kurz über Yasindes Worte davor nach. "Ein Schwertvater, ach so. Das ist ja gut, da wirst du bestimmt sehr gründlich ausgebildet." Über Akademien und Schulen kann sie nichts sagen, daher hakt sie da nicht weiter nach. "Und ja, du hast bestimmt Recht. Ritter werden immer gebraucht."

    "Ständig haben wir unsere Kinder genötigt, ihre Teller leer zu essen, damit es schönes Wetter gibt, und was haben wir jetzt? Globale Erwärmung und dicke Kinder."

  • Yasinde und Leona

    Yasinde wirkt nicht so ganz überzeugt, dass dieser Beruf so viel Freiheit bieten soll, das kann man sehen. "Wie war es denn für dich in der Wildnis aufzuwachsen? Irgendwie stelle ich es mir ein wenig romantisch vor, aber mein Kopf sagt mir, dass es das vermutlich ganz und gar nicht war..."

    Fear cuts deeper than swords.

  • Yasinde und Leona


    Leona zuckt wieder die Schultern. "Also ich kenn ja nun nichts anderes. Und wir hatten ja schon was, in dem wir wohnen konnten, so eine alte Feste. Aber wir waren als Kinder natürlich schon viel draußen und haben uns rumgetrieben, im Wald gespielt. Und natürlich Nahrung gesammelt und Holz geholt. Wir haben auch zeitig Ringen und ein bisschen Fechten gelernt. Aber vor allem waren wir draußen, spielen. Ob das nun romantisch war, keine Ahnung. Im Sommer war es zu heiß, im Winter ganz schön kalt, und das Dach war kaputt. Schon ganz gut, dass wir da jetzt weg sind." Sie mustert Yasinde. "Du bist adlig und hattest wahrscheinlich alles, was man sich nur wünschen kann, oder?", fragt sie, weder spöttisch noch neidisch, einfach sachlich.

    "Ständig haben wir unsere Kinder genötigt, ihre Teller leer zu essen, damit es schönes Wetter gibt, und was haben wir jetzt? Globale Erwärmung und dicke Kinder."

  • Yasinde und Leona

    Sie zuckt mit den Schultern. "Das kommt darauf an, was man sich wünscht, aber ich kann dir versichern, dass eure Burg nicht die einzige ist, die zugig und kalt ist. Ich glaube der Baumeister, der es schafft eine komfortable und sichere Burg zu bauen wird nicht arm sterben..." Sie schaut zu Leona hinunter. "Aber ja unser Dach war dicht und auch sonst kann ich mich als Tochter einer Baronin nicht beklagen. Und jetzt da der Krieg vorbei ist wird es sogar noch besser werden. Wir brauchen nur gute Leute und die Hilfe der Götter..."

    Fear cuts deeper than swords.