Waidmannsheil

Orkenspalter Infokanal via Telegram
Für die demnächst anstehende Wartung (Aktualisierung der Forensoftware) als auch für gelegentliche Informationen rund um den Orkenspalter, Fantasy & Rollenspiel steht Euch ein kleiner Infokanal via Telegram zur Verfügung. Interessierte können diesen Kanal gerne betreten.
  • Rommylis, Spätsommer 1038 BF

    Ein angenehm warmer, sonniger Spätsommertag bricht an und wird von den Lerchen, Staren und dem restlichen Gefolge Aves mit freudigem Gezwitscher und Gesang begrüßt, während sich die frechen Spatzen der Stadt aufmachen, ihrem spitzbübischen Geschäft nachzugehen. Der Duft der Blüten auf den Balkonen und Fensterbrettern der Häuser der Stadt erfüllt die Luft zusammen mit den Düften frisch gebackenen Brotes aus den Öfen der Bäckereien. Allmählich erwacht das Leben in der Großstadt am Darpat, immer mehr Bürger öffnen ihre Läden, Werkstätten und Kontore und beginnen ihrem Tagwerk nachzugehen.

    Der Sommer war nach Jahren der Sorgen vor Krieg, Not und Hunger, die aus der nahen Wildermark hinüber zu schwappen drohten endlich wieder ein erholsamer gewesen. Nachdem ein hart erkämpfter Friede im so verwilderten nördlichen Nachbarn eingekehrt war und nun schon die ersten zwei Ernten ungestört eingeholt werden konnten schickte sich auch dieses Jahr wieder an, die Speicher und Mägen gut zu füllen. Weder war die Ernte im Regen ersoffen, noch von der Hitze verbrannt worden und zumindest die Bauernweisheiten sagten für dieses Jahr einen milden und sturmarmen Herbst voraus.


    Auch wenn das alte Darpatien zum Unmut vieler Alteingesessener vorerst (?) zerschlagen wurde, so war doch zumindest die Rommyliser Mark aus seiner Asche erstanden und blickt mit seiner Markgräfin, der jungen und weithin verehrten Swantje von Rabenmund einer neuen hoffnungsvollen Zukunft entgegen. Schon auf dem Weg durch die Mark in die Stadt hatte man überall die Aufbruchsstimmung verspürt und viele ehemals gramgebeugte Gesichter wieder lächeln sehen. Der Weizen färbt die Felder wieder golden braun, die Äpfelbäume hängen schwer unter ihrer perrainegefälligen Last, Viehherden grasen auf den Weiden und werden zu den Märkten getrieben und auch die Handelszüge kehren zurück und gleichen dabei nicht mehr kleinen Heerlagern vor lauter zum Schutz angeheuerten Söldlingen.


    Diese Aufbruchsstimmung ist dann auch im Viertel um den Fürstenpalast zu spüren, zu dem derzeit die Adligen, Reichen und Mächtigen der neuen Provinz und jene die es erst im Zuge der Befriedung der Wildermark in diesen Stand gespült hat geladen sind um der Markgräfin aufzuwarten und Rat zu über die Zukunft der Grenzprovinz zu halten. Und mit eben jenen Vornehmen sind natürlich auch die Familien angereist Eheleute und Geschwister, Kinder, Neffen, Nichten und Enkel. Wer Verwandte in der Stadt hat, ist in deren Villen und Stadthäusern untergekommen, die vornehmsten in den Gästezimmern des Fürstenpalastes selbst. Für andere wurde andernorts Platz geschaffen, so gut es eben ging. Am Abend des Vortages hatte es ein großes Bankett gegeben, auf dem es ein allgemeines Sehen und Gesehen werden war und viele der neubestellten Adligen oder auch die noch nie bei Hofe vorgestellten Sprösslinge der Angereisten in die Gemeinschaft eingeführt worden waren. Gerade für diese war es oft das erste gesellschaftliche Ereignis überhaupt und die Eindrücke der vielen prächtigen Kleider und die Nervosität sich nicht durch eine falsche Anrede oder ähnliches zu blamieren, steckte manchem wohl noch heute in den Knochen und im flauen Magen.





    Am heutigen Tag nun, sollen die Beratungen beginnen und so wurde das nach der gesellschaftlichen Vorstellung gelangweilte Jungvolk in einen der Höfe berufen, um unter den Fittichen des Haushofmeisters der Markgräfin standesgemäß beschäftigt zu werden, während Ammen und Edelknechte ihre noch zu kleinen Geschwister bespaßen. Der Hof selbst ist ein ordentlich gepflasterter Platz, der hier und dort von Bäumen eingerahmt wird, darunter auch eine mächtige Kastanie, deren Stamm wohl drei Erwachsene gerade so umfassen könnten. Auf einer Seite führt ein Weg weiter in Richtung des Palas, während sich auf der anderen das Torhaus zum Rest der Stadt findet. Das Fallgitter ist grüßend erhoben und die Tore stehen weit offen, während ein gemütlich aussehender, bierbauchiger Wachmann auf seine Hellebarde gelehnt den Blick über die Versammelten schweifen lässt. Auf der dritten Seite des Platzes befinden sich einige Stallungen, in denen sich die Stallmägde und Burschen daran machen, eine Reihe teils sehr edel aussehender Pferde fertig zu machen, zu satteln und die Hufe vorm Ausritt ein letztes Mal zu überprüfen. Auf der letzten Seite schließlich wird er begrenzt von der Rückseite eines Gesindehauses, wo sich dann auch ein paar Bänke finden, auf denen es sich einige der jungen Leute gemütlich gemacht haben, während andere stehen oder sich gar ganz unstandesgemäß zu Fuß der mächtigen Kastanie auf den Boden gesetzt haben. Die übliche Grüppchenbildung hat schon stattgefunden, aber es scheinen doch einige dabei zu sein, die hier noch gar keinen kannten.

    Schließlich tritt ein graumelierter Mittfünfziger mit hochgewachsener Statur und ordentlich gestutztem Schnauzer hervor, der in einem etwas altmodisch wirkenden Aufzug gewandet ist, der ein wenig an einen Hoflehrer erinnert. Ihn umgibt eine nicht abzustreitende Aura der erzieherischen Strenge und ihr zweifelt nicht daran, dass er seine Schäfchen wohl gut im Griff hatte.


    Ein paar Momente steht er dort und mustert euch alle, während es durch das allgemeine Getuschel noch recht laut ist und lässt dann schließlich den zeremoniell aussehenden Stab in seiner Hand dreimal hörbar aufs Pflaster schlagen. Auch den neuen hier wird klar, dass er damit wohl zur Ruhe ruft, was er auch mit einem durchaus strengen Blick noch unterlegt. Dann setzt er mit etwas sonorer Stimme und wenig Pausen in seiner schnellen Rede an:

    Junge Damen und Herren, ich bin Godwin Brandulf von Binsböckel-Sturmfels, Haushofmeister ihrer Erlaucht, der Markgräfin. Mir wurden die Aufgabe und das Vergnügen übertragen, in den nächsten Tagen für ihre Unterhaltung und ihr leibliches Wohl zu sorgen. Lassen sie mich jedoch gleich klarstellen, dass ich von ihren Eltern einen erzieherischen Auftrag erhalten habe und hier die Markgräfin vertrete. Sie werden mich also mit Ihrer Wohlgeboren anreden und mir und den in meinem Auftrag Handelnden den Respekt und Gehorsam zukommen lassen, der dieser Aufgabe gerecht wird. er hebt dabei keinesfalls die Stimme, wirkt aber entschlossen und fixiert hier insbesondere ein lausbübisch aussehendes Päärchen links neben der Kastanie. Dann fasst er mit beiden Händen an seine Feste und schreitet etwas auf und ab, wobei er ein wenig an einen Weibel erinnert, der seine Rekruten inspiziert.


    Mir ist zu Ohren und zu Augen gekommen, dass der eine oder andere von ihnen in seiner standesgemäßen Erziehung noch Verbesserungspotential hat? wohl eine eher rhetorische Frage, wenn ihr euch so umguckt, stehen hier doch einige Junge Leute rum, die nicht so aussehen, als ob sie ihre Jugend überhaupt in einer adligen Erziehung verbracht hätten. Aber keine Sorge, das werden wir in den nächsten Monaten schon noch aus ihnen herauskitzeln. Egal was sie vielleicht selbst über sich oder übereinander denken, seien sie sich bewusst, dass sie die zukünftigen Entscheidungsträger und Repräsentanten unserer schönen Provinz sind und handeln sie entspHIRSCHHAUSEN…“ unterbricht er sich plötzlich mitten im Satz und hebt die Stimme doch deutlich an, während er seinen Stab in Richtung der Kastanie schnellen lässt. Der angezeigte zuckt zusammen und blickt kurz zu Boden.

    Von Hirschhausen Was ist denn so komisch? Na los, ich bin sicher wir wollen alle gerne lachen! Wollen sie nicht ihren Witz mit uns allen teilen? Nein? Dachte ich mir nun wo war ich Ach ja Zukunft der Provinz Repräsentieren Nun denn genug der Vorrede.

    Für den heutigen Tag haben wir einen kleinen Ausritt in die Darpatauen angedacht. Wir werden sie in zwei Gruppen einteilen und es wird auf dem Weg einige Stationen geben, an denen sie sich in Spielen und Wettkämpfen miteinander messen können, wenn sie es wünschen. Zu gewinnen gibt es jeweils eine oder in seltenen Fällen mehrere dieser Münzen…“ womit er eine frisch geprägte silberne Münze mit dem Konterfei der jungen Markgräfin sichtbar in die Luft hält. Am Ende erhält eine jede Gruppe einen Preis, je nachdem ob und wie viele sie ergattern konnten. Letztendlich sollen sie aber Spaß haben und die Gelegenheit einander und unser schönes Land besser kennen zu lernen. Es steht ihnen auch frei einander bei den Aufgaben zu helfen, wenn sie es wollen

    Nun denn, Thalbach, die Liste…“ wendet er sich dann an einen Bediensteten, der ihm sogleich ein Pergament reicht, auf dem einige Namen geschrieben sind. Von Binsböckel-Sturmfels zieht aus seiner Brusttasche einen Kneifer, setzt ihn sich auf die Nase, räuspert sich und liest das Pergament vor sich auf Abstand haltend Die erste Gruppe wird bestehen aus:


    Yasinde von Ockenheld

    Yaquiria Brinaya von Rabenmund

    Yann von Mersingen

    Emeran von Wertlingen

    Quendan W. Groterian

    Aurich-Brin von Travinfurth-Mersingen

    Leona von Trutzbach


    Sein Blick fährt von dem Pergament nach oben und mustert kurz, wen er da aufgerufen hat, wobei er selber recht überrascht über die Auswahl wirkt und dem Bediensteten, der ihm die Liste gegeben hatte einen etwas grimmigen Blick zuwirft, der förmlich zu sagen scheint darüber sprechen wir noch

    Sammeln sie sich bitte hier drüben. Ihre Begleitung bei dem Ausflug wird Minerva, die Falknerin des Grafen Zweifelfels sein, die gleich zu ihnen stoßen wird. Wir haben schon ein paar Erfrischungen vorbereitet, damit sie sich ein wenig kennen lernen können. Die anderen jungen Herrschaften bilden die zweite Gruppe und kommen nun bitte hier hinüber, ich komme dann gleich zu ihnen Sortiert er noch etwas und wendet sich dann vorerst ab, um sich um anderes zu kümmern und sich mit den Begleitern der Ausflugsgesellschaften zu unterhalten.


    Minerva


    Da ihr üblicher Dienstherr sie hier wohl kaum brauchen würde, hatte Minerva die Gelegenheit dankend angenommen, sich als Begleitung für das Jugendprogramm zu melden. Zumal sie schon gehört hatte, dass solcherlei Aufgaben begehrt waren, lockte doch immer ein saftiges Trinkgeld der zufriedenen Eltern, wenn alles gut gelang. Ihr Kollege, der hier mit von der Partie war und die andere Gruppe führen sollte hieß Ugdalf und war Jagdmeister im Dienste des Markgrafenhofes ein zweifellos erfahrener, aber auch sehr gemütlich und etwas träge wirkender Mann mit runden Schultern und einem üppigen, aufwendig gezwirbelten Kaiser Alrik Bart. Ihr hattet euch schon den Morgen über nett über dies und das unterhalten und während von Binsböckel-Sturmfels Ansprache einen Tee genossen. Als der Haushofmeister dann zu euch tritt frischt er noch einmal auf: Also, wie schon besprochen ist es eure Aufgabe, für das Wohl der jungen Herrschaften zu sorgen. Sie sollen sich durchaus vergnügen und es muss nicht alles formal bleiben, aber auf der Nase herumtanzen lassen müsst ihr euch auch nicht. Eine harte Hand in der Jugend erspart einem manchmal viel Ärger im späteren Leben. Ziel dieser ganzen Geschichte ist es, dass sie Kontakte knüpfen und einander schätzen und respektieren lernen. Fördert das, wo ihr könnt. Er zögert etwas bevor er dann noch ergänzt Nun und außerdem möchte ich daran erinnern, dass so wünschenswert es natürlich ist, dass solcherlei Kontakte auch irgendwann einmal traviagefällig fortgeführt werden, ist es nicht erwünscht, dass etwaiige Folgen auftreten, sollte die schöne Göttin Rhaja ihren Zauber weben…“ womit dann wohl gemeint ist, dass ihr auch die Funktion des Anstandswauwau habt Letzteres ist aber interessanterweise vor allem an Minerva gerichtet. Nicht auf eine Vorwurfsvolle Weise sondern wohl mehr, dass das bei ihr als ganz besonders wichtig erachtet wird. Noch irgendwelche Fragen? schließt er ab und stellt sich dabei, die Daumen in seiner Weste vor euch beide hin.


    Die Jugend


    Währenddessen findet sich die erste, so zusammengestellte Gruppe unter den östlichen Zweigen der Kastanie ein, wo Diener einen kleinen Tisch anbringen, auf dem sie eine große Karaffe mit Most und ein paar frisch gebackene kleine Brote, Butter und Salz hinstellen.

    Das Ründchen ist schon speziell. Da wäre eine junge Hofdame, eine Knappin, zwei Jungen in zwar edler Kleidung, auf deren Livree jedoch Bastardwappen gestickt sind, ein junger Mann in feinem bürgerlichen Zwirn, eine Jugendliche, deren Bewegungen und Kleidung fast vermuten lassen, dass sie eher in einem unteren Stand aufgewachsen ist und schließlich ein junger Adeptus. Ein kurzer Blick zur anderen Gruppe hingegen zeigt gleich, dass diese ausschließlich aus jungen Adelssprösslingen und dabei auch eher den Angehörigen von Hochadligen bestand. Entweder Phex hatte sich hier also einen kleinen Streich erlaubt, wenn dies wirklich zufällig geschehen sein sollte oder jemand hatte zumindest einen von euch etwas vorführen wollen.

    Tatsächlich macht Yasinde in der anderen Gruppe den ihr schon bekannten Edelbar von Bregelsaum aus, der ihren Blick mit einem rundheraus frechen Grinsen erwidert, während sich auch einige der anderen gerade ins Fäustchen lachen, als hätten sie einen guten Witz gehört. Nun, daran ließ sich jetzt auch nichts mehr ändern und die hier Anwesenden konnten letztlich auch nichts dafür.

    Während sich der eine oder andere eine Erfrischung nimmt bricht schließlich einer der beiden Bastarde, noch dazu der jüngste unter euch, das Eis und sagt Ich bin übrigens Emeran ähm von Wertlingen. er zögert etwas und sein fragender Blick streift noch einmal kurz den Haushofmeister, der sie an ihre Erziehung erinnert hatte es ist mir eine Ehre euch kennenzulernen. Der eine oder andere von euch erinnert sich vielleicht sogar, dass der ehemalige Marschall Ludalf von Wertlingen beim Bankett Gestern zur Überraschung vieler mit dem wohl 12 jährigen Knaben an seiner Seite aufgetreten war und ihn als Bankert* vorgestellt hatte, von dem er erst kürzlich Kenntnis erhalten hatte.

    Gekleidet in edel verarbeitetem Garether Samt in den Farben seines Hauses sieht man dem dunkelhaarigem Jungen wenn man es weiß die Ähnlichkeit zu seinem Vater durchaus an, wenn ihm auch der oft etwas melancholische Gesichtsausdruck fehlt. Seine Hände, die er bei Bedarf auch gerne zur Begrüßung reicht sind jedoch etwas schwielig, als hätte er noch bis vor kurzem durchaus auch körperlich gearbeitet und er wirkt auch generell nicht so, als wäre er der hiesigen Etikette mächtig. Komplett unter Bauern ist er aber wohl auch nicht aufgewachsen. Er wirkt auf jeden Fall sehr offen und aufgeweckt und scheint sich sehr auf den Ausflug und die neuen Bekanntschaften zu freuen.



    Von Emeran ermutigt stellt sich als nächstes der ältere der beiden Bankerte vor Mich freut es auch. Ich bin Yann von Mersingen. Unsere Väter sind befreundet und wir sind es auch meint er freundlich in Richtung Emeran, der dazu bestätigend nickt. Dabei hat Yann eines der Brote in der Hand und schmiert sich etwas Butter darauf.

    Jene, die darauf Acht gegeben haben oder sich im höfischen Tratsch und Klatsch auskennen wissen zu berichten, das Yann zeitgleich mit Emeran von Leomar von Mersingen-Streitzig, einem Baron aus der ehemaligen Wildermark als sein Bankert vorgestellt wurde. Besagter Leomar stammte aus altem darpatischen Adel und hatte sich wohl wie auch Ludalf von Wertlingen während der Befriedung der Mark auf Seiten der kaiserlichen hervorgetan. Nicht ganz verwunderlich, dass er den aktuellen Schwung der Anerkennung, den ihn das eingebracht hatte genutzt hatte, seinen unehelichen Sohn unter den bestmöglichen Bedingungen in die Gesellschaft einzuführen.

    Yann ist vielleicht 15 Götterläufe alt und für sein Alter sehr stämmig und robust gebaut. Sein Haar ist braun und kurz geschnitten, während sich der erste Bartflaum an seinem Kinn und der Oberlippe zeigt. Seine graublauen Augen liegen unter recht buschigen Brauen und wirken freundlich, wenn er wohl auch so viel Gesellschaft nicht ganz gewohnt ist. Gekleidet ist er in eine solide Lederhose und ein Wams beide wie bei seiner Familie oft anzutreffen tiefschwarz. Alles in allem durchaus geeignete Kleidung auch für eine höfische Jagd, die ebenfalls recht neu und gut verarbeitet zu sein scheint. Von seiner Wirkung her würdet ihr darauf wetten, dass er sehr abgeschieden und sicherlich nicht in einer Großstadt groß geworden ist und auch bei ihm wirkt die Haut an seinen Händen und seine Statur so, als ob er auch schon schwerer körperlich gearbeitet hat.

    (also so stelle ich ihn mir optisch von Statur, Haaren etc. vor. Charakterliche Ähnlichkeiten wären höchstens zufällig)


    * Bankert = unehelich, aber ohne dass einer der Beteiligten Ehebruch begangen hätte





    EDIT: die andere Gruppe:

    Edelbar von Bregelsaum (15): ein junger Knappe, offensichtlich kein Freund von Yasinde von Ockenheld.

    Thalia von Oppstein (17): Fast 2 Schritt große, kräftig gebaute Altadlige, mit einem dicken kastanienbraunen Flechtzopf. Nach Befriedung der Wildermark mit ihrer Familie aus dem Exil zurückgekehrt, in akademischer Ausbildung zur Kriegerin und fähige Reiterin. Erste Erfolge auf Knappenturnieren lassen ihr viele eine große Karriere in den Schranken und Turnierplätzen des Reiches angedenken.

    Rovena von Rabenmund (16): eine Lieblingsnichte von Answin von Rabenmund dem Jüngeren. Gehört zu jenen Adligen, die während der Wildermark nicht ins Exil gingen. Mit dem fast schon sprichwörtlichen Standesbewusstsein (man mag auch sagen Standesdünkel) ihres Onkels gesegnet, aber auch mit seinen Verbindungen und Kontakten. Genießt eine höfische Ausbildung mit vielerlei Hauslehrern und gilt als überaus gebildet.

    Mirhan von Schnattermoor (15) : ein junger Höfling aus dem tobrischen mit einer Vorliebe für Klatsch und Tratsch. Unzertrennlich von seiner Schwester. Schlank, sommersprossig, hervorragend gekleidet und mit geschliffenen Manieren - wenn er sie denn auch an den Tag legen will. Letzteres tut er wohl nur gegenüber Leuten die er als "seiner würdig" betrachtet, was er wohl vor allem an Umgangsformen und standesgemäßem Auftreten (aus welchem Stand man auch kommen mag) festmacht.

    Merishja von Schnattermoor (17): seine Schwester, nicht minder vornehm in Kleidung, Auftreten und geschliffener Rede. Wie ihr Bruder sommersprossig mit goldblondem Haar, dass zu einem Kranz um ihren Kopf geflochten ist. Knappin am Vorabend ihres Ritterschlages, deren Streitaxt auch schon seine ersten Scharmützel gesehen hat.

    Johan von Hirschfurten (14): Geißel der Haushof- und Zeremonienmeister. Ein schelmisch dreinblickender, etwas untersetzter Rotschopf, an dem wohl ein Akrobat und Possenreißer verlorengegangen ist. Einziger Nachkomme seiner reichen Eltern und von diesen rechtschaffen verzogen, da sie ihn auch wenn er Ärger bekommt immer in Schutz nehmen. Immerhin aber im Ruf von keinem Standesdünkel umgeben und in seinen Streichen auch nicht bösartig zu sein.




    Noctum Triumphat

    Edited 3 times, last by Pyroalchi ().

  • "Wir sind wohl verwandt, Yann!" begrüßt Aurich-Brin den Jungen mit einem Handschlag. Auch Emeran und weitere Willige der Gruppe werden mit fast sportlicher Gestik von dem jungen Studiosus begrüßt, der zumindest im Hinblick auf den Stand keine Berührungsängste zu haben scheint. "Ich bin Aurich-Brin von Travinfurth-Mersingen. Aber nennt mich bitte Brin, sonst ist der Tag rum bis ich euch antworten kann."


    Der groß gewachsene hübsche Jüngling von 17 Götterläufen ist in eine dunkle Stoffhose und helles Hemd gekleidet. An der Füßen trägt er Lederstiefel die - frisch geputzt - noch nicht den Unrat des Hofes aufgenommen haben. Neben dem Studiosus steht eine Umhängetasche auf dem Boden an der ein Langdolch mit Scheide lehnt. Am Ledergürtel hängt ein kleiner Geldbeutel. Brin wirkt insgesamt sehr gepflegt, die Kleidung ist zwar wenig verziert aber neu und hochwertig. Die schwarzen Haare sind kurz modisch frisiert, das Gesicht rasiert, die Hände und Nägel sauber. Einziger "Makel" sind Schwielen an der rechten Hand und eine wenige Tage alte Schnittverletzung der linken Wange. Zudem hat er für seine Profession recht breite Schultern und muskulöse Oberarme. Er trägt bis auf einen goldenen Siegelring keinen Schmuck. Auf dem Rücken der linken Hand ist ein perfektes Pentagramm tätowiert, der Kundige wird dies als ersten Stich des komplexeren Magiersiegels von Perricum erkennen.


    "Es sieht danach aus, als wären wir die Favoriten.." kommentiert er das Gehabe der anderen Gruppe mit einem Grinsen.


    Edited once, last by Gast ().

  • Da ist sie nun zu für ihre Begriffe nachtschlafener Zeit aufgestanden, hat sich stundenlang vor dem Spiegel gedreht, dabei ihre gesamte – ihrer Ansicht nach äußerst unzureichende - Garderobe anprobiert, um sie anschließend verdrossen auf ihr Bett zu schleudern, und nun das! Sie hätte sich den ganzen Aufwand sparen können, stellt sie missmutig fest und sieht sich mit betont gleichgültiger Miene unter den Anwesenden um. Landeier fasst sie ihre Gedanken in einem Wort zusammen. Und dann auch noch dieser Binsböckel! Schlimmer als ihre Gouvernante in Punin! Sie hatte gehofft, wenigstens für einen Sommer dem Regiment der alten Jungfer entronnen zu sein, und dann stellt sich heraus, dass es einen wenn auch männlichen Doppelgänger von ihr in Rommilys gibt. Zum Glück wird er an der Jagd nicht teilnehmen, wenn Yaquiria die gedrechselte Ansprache richtig verstanden hat.


    Das Mädchen hatte während der Rede des Haushofmeisters unbewegt im Schatten eines Baumes ausgeharrt und von ferne versucht, ihre neuen Gefährten auf Zeit und vor allem die ihnen wohl als Anstandswauwau zugewiesene Begleitung einzuschätzen.


    Yaquiria zählt etwa sechzehn Götterläufe, und sie ist ausgesprochen hübsch, wenn auch leider etwas klein, ein Umstand, den sie ihrer almadanischen Mutter verdankt. Sie hatte sich zuletzt wenn auch widerwillig für das enge Schnürleibchen aus schwarzem Samt und den dazu passenden Reitrock aus demselben Stoff entschieden. Beides würde zusammen mit ihren schwarzen Locken die vornehme Blässe ihrer Haut, auf die sie großen Wert legt, und ihre zierliche Gestalt überaus vorteilhaft zur Geltung bringen. Unter dem Saum des Rockes lugen Stiefelchen aus feinem, ebenfalls schwarzem Leder hervor, deren Glanz zumindest im Augenblick noch von keinem Staubkorn getrübt ist.

    Als der Schnauzbart zu ihrer Erleichterung endlich zum Ende gekommen ist, löst sie sich mit einem Seufzer aus dem Schatten des Baumes und schlendert hinüber zu den beiden Bankerten der Grafen-wie-auch-immer und dem gutaussehenden dunkelhaarigen Jüngling.


    „Yaquiria Brinaya von Rabenmund“


    stellt sie sich vor und hält dem Ältesten der Gruppe lässig die Hand zum Kuss hin.


    Freunde nennen mich Aya.“


    Der Blick ihrer bernsteinfarbenen Augen lässt nicht erkennen, was genau sie damit sagen will, aber ihr Lächeln ist hinreißend.

  • Schon eine Weile hatte sie sich auf den Empfang gefreut und bisher waren die Tage auch wirklich angenehm, wenn auch arbeitsrecih gewesen, durfte sie ihrem Schwertvater doch nicht zu wenig zur Hand gehen, der diese Arbeit ebenso als Pflicht eines Ritters empfand wie den Lanzengang oder die Minne.


    Yasinde wirkt für einen Moment sichtlich irritiert als sie die Namen ihrer Gruppe hört, immerhin entstammt sie einer der angesehendsten Familien Darpatiens, wenn auch nicht aus einer mit dem Range der Rabenmunds. Aber Bankerte und Bürgerliche...

    Als dann noch ihr Blick auf ihren ganz speziellen "Freund" fällt, färben sich ihre Wangen doch etwas deutlicher rot, aber sie versucht sich ihre Verärgerung nicht anmerken zu lassen, was ihr mehr oder weniger gelingt.

    Die Ansprache lässt sie entspannt über sich ergehen, angemessen aufmerksam, aber auch nicht so, als sei sie besonders beeindruckt. Tatsächlich wandert ihr Blick immer wieder zu Edelbar und die weißen Knöchel der linken Hand sprechen dafür, dass sie ihn als Urheber ausgemacht hat.


    Yasinde hat nicht die blonden Haare mütterlicherseits geerbt, ist doch ihre Haarfarbe definitiv rot wie das Fell eines Fuchses und ihre Locken nur schwer zu bändigen. Dafür hat sie die stahlblauen Augen geerbt, genau so wie das gute Aussehen ihrer Mutter Erdemunde.

    Allerdings kann man ihrer trainierten Statur und den schwieligen Händen ansehen, dass sie eher das Schwert als den Pinsel schwingt.

    Sie trägt Reithosen, darüber den Wappenrock aus dunkelgrünem Stoff mit dem Familienwappen. Gegürtet trägt sie im Omment nur einen Dolch, aber man hat sie an der Seite von Gerim von Sturmfels, ihrem Schwertvater mit einem Schwert reiten sehen.

    Durchaus auffällig ist, dass ihre Kleidung und Erscheinung makellos gehalten ist, etwas, was ihr wohl sehr wichtig ist.


    Nach der Vorstellung der anderen reißt sie sich sichtlich zusammen und ringt sich ein Lächeln ab, reicht den anderen die Hand, wenn sie sich vorstellen und stellt sich schlussendlich als Yasinde von Ockenheld vor. Ihre Stimme hat schon bei diesen Worten einen samtenen Klang, den sich wohl manch ein Bänkelsänger wünschen würde.

    Fear cuts deeper than swords.

  • Minerva


    Das Gesindehaus und die Küche, die Stallungen und natürlich die Volieren der Greifvögel sind in den vergangenen Tagen zu Minervas Revieren geworden. Sie kennt bis jetzt die Namen von immerhin gut zwei Dutzend Bediensteten - von Köchen und Stallmägden, von Küchenjungen und Hofknechten - und legt auch schon einmal Hand in der Küche an, wenn Not am Mann oder der Frau ist. Aber nur, wenn es keine Arbeit für eine Küchenmagd ist.


    Sie sieht gut aus, die Falknerin der Familie Zweifelfels: Ebenmäßige Gesichtszüge, ein gebräunter Teint, wohlgeformte Beine und eine schlanke Taille. Ihre Haare bilden im Nacken einen dicken, kupferroten Dutt, den ein schwarzes Netz zusammenhält. Sie ist fünf Sommer älter als der älteste Adelsspross, mit deren Aufsicht sie betraut wird, zählt also mindestens 22 Götterläufe.

    Für den heutigen Ausritt trägt sie einen grünen Jagdrock mit knielangem, gleichfarbigem Schoß. Das Tuch ist mehr der robusten als der feinen Sparte zuzuordnen, aber tadellos verarbeitet und mit grünen Stickereien an den Säumen aufgewertet. Es ist zu warm, um den Jagdrock zuzuknöpfen, also gibt er den Blick auf eine weiße, kragenlose Bluse frei. Eine Falknertasche hängt an ihrem einfachen Ledergürtel links an ihrer Hüfte, daneben eine Scheide, aus der der Horngriff ihres Jagdmessers hervorschaut. Ihre Beine stecken in weichen Lederhosen und die Füße in halbhohen, weitgereisten braunen Stiefeln.

    Neben ihr liegen zwei Falknerhandschuhe und eine zweite, prächtiger verzierte Falknertasche.

    Minervas Augen sind grau und liegen unter rotblonden, schmalen Brauen. Gerade mustern sie ihre Gesprächspartner, den Jagdmeister Ugdalf und den Haushofmeister Brandulf von Binsböckel-Sturmfels.


    Den jungen Adligen, die sich mit mit einer genaueren Studie der Adelshäuser des Mittelreiches gewidmet haben, haben nicht unbedingt von der Familie Zweifelfels gehört. Denn das Haus ist klein. Es kann sich aber mit gerechtem Stolz damit brüsten, den Favoriten von Kaiserin Rohaja - wenn es um Turniere geht - zu stellen. Auch abseits von Turnieren weicht Yandwig von Zweifelfels der höchsten Fürstin nur selten von der Seite, wie es heißt.

    Das Haus derer von Zweifelfels ist in Garetien, genauer in der Goldenen Au, angestammt. Fruchtbares Land, soweit es nicht von der Dämonenbrache vereinnahmt und verdorben worden ist. Mit der Familie von Hirschfurten ist das Haus über Yolande von Zweifelfels-Hirschfurten, der Gattin von Junker Oldebor, verschwägert.


    Minerva mustert über den Rand ihrer Teetasse das Gruppchen, für das sie verantwortlich ist: Drei junge Frauen und vier junge Männer, einer der letzteren ein Gildenmagier. Ein Mundwinkel verzieht sich ganz kurz. Und mit dem Hinweis, dass rahjanische Anwandlungen bei den jungen Leuten zu unterbinden sind, schließt sie, dass sie wohl die rebellischere der beiden Gruppen erwischt hat. Das verspricht ja, interessant zu werden., denkt sie nicht ohne sich dabei ehrlich darüber zu freuen und blinzelt noch einmal zu dem Grüppchen hinüber.


    "Ja, ich habe eine Frage.", erwidert die Almadani auf die Frage des ältlichen Haushofmeisters und stellt ihre Tasse ab. Wenn sie spricht, lässt ihr Zungenschlag an warme Weinberge, schweren Rotwein, fliegende Röcke und flirrende Hitze - kurzum: Almada! - denken. Das liegt nicht an einem besonderen Klang ihrer Stimme, es ist den leisen Eigenheiten der almadanischen Aussprache begründet. "Welche Aufgaben sind das denn, die vorbereitet worden sind? Und wann sollen wir zurück sein?" Ihre Rede ist nicht so geschliffen wie die höfische Ausdrucksweise des Haushofmeisters.

  • Leona


    Bislang hat sie sich eher im Hintergrund gehalten und zunächst zugehört, was die anderen zu sagen haben... obwohl sie an sich keineswegs schüchtern ist. Sie betrachtet die bezaubernde und wohlgekleidete Yaquiria Brinaya und die nicht minder liebreizende Yasinde und schaut mit einem innerlichen Seufzen an sich hinunter. Obwohl für ihre Verhältnisse überaus anständig gekleidet in beinah neue hellbraune Reithosen, ein dunkelblaues geknöpftes Leinenhemd und halbhohe Stiefel mit nur ganz wenig Kratzern, von ihr selbst liebevoll gewienert, kommt sie sich jetzt schon recht schäbig vor. Erleichtert betrachtet sie daher den jungen Yann von Mersingen - der sogar in ihrem Alter ist und auch nicht ganz so auf Hochglanz poliert aussieht, und der sich dem Essen zugewandt hat. Geschmeidig gleitet sie zunächst an seine Seite und hält ihm die Hand hin. "Ich bin Leona Trutzbacher." Das von lässt sie weg, das war bestimmt ein Irrtum auf der Liste.


    Leona ist 15 Sommer alt und entsprechend ausgewachsen. Besonders groß ist sie mit 165 Halbfingern allerdings nicht geraten. Ihre Figur ist athletisch und eher jungenhaft. Unter einem kinnlangen strohblonden Wuschelkopf schauen tiefblaue Augen hervor, auf der Stupsnase tummeln sich Sommersprossen, ihre Haut hat die gesunde Tönung eines Mädchens, dass sich vor allem unter freiem Himmel aufhält.


    Nur wer mit den lokalen Gegebenheiten vertraut ist, weiß, dass die Trutzbachs die Anführer einer großen Freischärlertruppe waren, die sich um die Fürstin verdient gemacht haben, und dass Leona deren Sprössling ist.


    Stell dir vor, es ist Klimawandel, und keiner tut was - dann kommt der Klimawandel zu dir.

    Edited once, last by Alrike ().

  • Beim Verlesen der Namen unterdrückt Quendan ein Grinsen. Das ein aus der Laune heraus geborener Streich es einmal so weit bringen würde, hätte er nicht erwartet. Vor drei Wochen, bei seiner Ankunft, hatte ihm dieser hochnäsige alte Diener im Livree und mit weißen Handschuhen das 'Buch des Hauses', wie sie es hier nannten, hingehalten. Einem inneren Impuls folgend, setzte er ein schwungvolles 'W.' zwischen Ruf- und Familienname und entgegnete auf den Hinweis, dass es Usus sei, Namen auszuschreiben, dass er den ja selbst ergänzen könne. Vielleicht sollte er das Initial behalten, wer weiß, wozu es noch gut sein konnte. Jedenfalls erklärt es das kurze Zögern am Vorabend, als die Namen verlesen wurden.


    So tritt Quendan Wasauchimmer Groterian gutgelaunt aus dem Halbschatten und besieht sich, wen es noch in diese Gruppe verschlagen hat. DIe mit den Sommersprossen, das ist bestimmt die Tocher von diesem Neuadligem, wie man sie hierzulande wohl nennt. Sieht ja ganz schön nervös aus. Und die Hübsche, mit der dieser Binsböckel-Sturmfels – was das allein für ein Name ist! – spricht, ist wohl auch dabei, das könnte doch unterhaltsam werden. Und Yaquiria… irgendwie dachte ich beim letzten Mal, dass sie noch wachsen würde.


    Er lässt sie aber nicht hängen und nimmt ihre Offerte für einen vollendeten Handkuss entgegen. "DIe Freude ist ganz meinerseits, Yaquiria." Ob die Anrede Absicht oder ein Versehen war, lässt sich für jemanden, der ihn nicht kennt, kaum erkennen. Im Anschluss neigt er kurz seinen Kopf in die Runde und fährt mit sanfter Stimmlage fort. "Quendan Groterian. Ich habe die Ehre, die Gastfreundschaft des Hauses Rabenmunds zu genießen. Und frage mich, was es mit diesen Spielen auf sich hat – ist das eine übliche Freizeitbeschäftigung hier in der Provinz? Verzeiht, ich bin noch nicht so lange vor Ort."


    So steht er da, eingekleidet in Garethische Jagdmode, das Oberteil dezent veredelt mit Bausch, alles im perfekten Sitz, als wurde es ihm auf den Leib geschneidert – was selbstredend den Tatsachen entspricht. Das matte Grün passt auch noch zu seinem dunkelblonden, mittellangem Haar, und irgendwie bekommt er es hin, dass es zwar teuer, aber nicht protzig aussieht. Darin hat er schließlich Übung.

  • Minerva


    "Nun, was genau das für Aufgaben sein werden, wird nicht mitgeteilt. Die jungen Herrschaften sollen sich ja auch etwas überraschen lassen." meint Binsböckel-Sturmfels jovial. Von seinem Ton her hört man aber schon heraus, dass er wohl nicht damit rechnet, dass dort irgendwelche Gefahr droht. "Es wird Geschicklichkeit gefordert sein, es wird etwas dabei sein für jene, die sich auf dem höfischen Parkett beweisen können und auch Firuns Tugenden werden sicherlich von nutzen sein. Alles in allem dürfte jeder in den Gruppen einmal seinen Beitrag zum Gelingen erbringen dürfen, nicht wahr?" was wohl auch eine rhetorische Frage war.

    "Wir werden heute Nacht ein Zeltlager nahe den Darpatauen aufschlagen, mit Lagerfeuer, Stockbrot und Musik. So eine Nacht unterm Sternenzelt ist sicherlich auch einmal ein bereicherndes Erlebnis. Seht zu, dass ihr vor Sonnenuntergang dort seid, aber wenn die jungen Herrschaften sich schon früher zurückziehen oder doch lieber hier in Rommylis nächtigen wollen gerne auch früher. Das Lager liegt auf dem Weg nahe der Straße, ihr solltet es eigentlich nicht verfehlen können.

    Sollten irgendwelche Probleme auftauchen, mit denen ihr nicht klar kommt, so blast in eure Jagdhörner. Ein paar Berittene werden grob in Hörweite der beiden Gruppen bleiben."



    Die Jugend


    Brins sportlich knackigen Handschlag erwidert Yann erleichtert und entgegnet "Gut möglich. Irgendwie scheint hier ja jeder mit jedem zumindest ein bisschen verwandt zu sein. Soweit ich das verstanden habe, stamme ich aus dem mittleren Haus Mersingen und du... oder ihr?" fragt er etwas unbeholfen, da er der Etikette nicht mächtig genug ist um zu wissen, ob er noch weiter siezen sollte, wenn ihm schon der Vorname angeboten wurde. Seiner Stimme entnimmt man dabei auch einen kräftigen Weidener Akzent, so dass er wohl nicht hier in der Gegend aufgewachsen ist. "Mein Vater ist Leomar von Mersingen Streitzig, der Baron von Zweimühlen."


    Leona, die auch eher aus einfachen Verhältnissen zu stammen scheint begrüßt er dann auch herzlich, als sie neben ihm auftaucht und ihm die Hand reicht. Du bemerkt wie er - wohl aus einer Gewohnheit von zu Hause heraus - fast zu einer leichten Umarmung ansetzen will, bevor er sich korrigiert und ihr - vornehm und nicht allzu fest - die Hand schüttelt.

    "Schön dich kennen zu lernen."


    Als Quendan Yaquiria einen Handkuss gibt wechseln Emeran und Yann kurz einen Blick und beobachten dann Brin, ob von ihnen wohl auch erwartet wurde, die Hände der anwesenden Frauen zu küssen. Auch hier sieht man den beiden wieder deutlich an, dass sie das von Binsböckel-Sturmfels erwähnte "Potenzial" in der höfischen Erziehung wohl bestenfalls angekratzt hatten. Ansonsten würden sie es mit einer angedeuteten Verbeugung probieren, zumal sie rein aufgrund der Kleidung davon ausgingen, mit Yaquiria wohl die Ranghöchste der Anwesenden vor sich zu haben.


    Quendan selbst wird von den beiden Bankerten ebenso freundlich begrüßt und auf seine Frage antwortet Emeran "Ich bin auch nicht von hier und neu am Hof." woraufhin er fragend Yann anschaut der ebenfalls den Kopf schüttelt und meint "Ich weiß auch nicht, ob das hier so üblich ist. Aber letztlich... wenn sie sich was ausgedacht haben, dass uns Spaß machen soll, dürfte es schon lustig werden oder? Wo kommt ihr denn ursprünglich her?"


    Yasinde, die die Vorstellung der anderen abgewartet hatte wird natürlich ebenfalls begrüßt wobei der Jüngste in eurer Runde Emeran noch fragt "Ist alles in Ordnung? Ihr wirkt so bedrückt?" da ihm offenbar nicht entgangen ist, dass sie sich ein Lächeln abringen musste. "Kennt ihr einen von denen da drüben?"

    Noctum Triumphat

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  • "Freut mich ebenfalls", antwortet Leona auf Yanns herzliche Begrüßung, und in der Tat ist sie erfreut. Sie hatte damit gerechnet, dass die feinen Leute sie nicht beachten oder schlimmstenfalls gezielt herabsetzen; mit einer Beinah-Umarmung jedenfalls nicht. Quendans Handkuss bei Yaquiria betrachtet sie fasziniert. Überhaupt achtet sie - wie ihr ihre Eltern eingeschärft haben - auf die Umgangsformen der anderen, mit der Absicht, sie zu imitieren.

    Stell dir vor, es ist Klimawandel, und keiner tut was - dann kommt der Klimawandel zu dir.

  • Yasinde schüttelt etwas den Kopf, schaut dann den Jungen an, überlegt und scheint sich die Antwort erst etwas zurechtlegen zu müssen.

    "Nun, ich hoffe es so ausdrücke zu können, dass ihr mich richtig versteht. Ich kenne die meisten der anderen Gruppe, entstamme ich doch auch wie alle in der anderen Gruppe einem alten Adelshaus. Der Herr von Bregelsaum dort drüben hat wohl seinen Einfluss geltend gemacht um die Gruppen zu seinem Vergnügen zusammenszustellen, was eine bewusste Beleidigung ist, die aber nicht handfest genug wäre um entsprechende Forderung auszusprechen."

    Sie seufzt und scheint irgendwie auch mit sich selbst unzufrieden. "Ich weiß, dass der Wert einer Frau nicht von ihrem Stammbaum abhängen. Und ich glaube selbst sogar fest daran, dass ich mit dieser Gruppe deutlich eher verstehen werde, aber unter dem Adal ist das Ansehen nunmal fast alles..."

    Fear cuts deeper than swords.

  • Brin nimmt die zum Kuss angebotene Hand Yaquirias mit einem Lächeln und dem geforderten Kuss an. "Amoris vulnus idem sanat, qui facit."* protzt er ein wenig.


    Yann's Unsicherheit versucht er im weiteren Gespräch auszuräumen: "Meine Familie ist über die Pfalzgräfin von Königsgau mit dem ersten Haus verbunden, entstammt jedoch selbst dem mittleren Haus. Tatsächlich bin ich ein Zweitgeborener aus einer ganzen Ahnenreihe Zweitgeborener, aber dir das zu erzählen wird noch Gelegenheit genug sein."

    Dann richtet er sein Wort an beide Bankerte: "Emeran, Yann, könnt ihr reiten?" Unter Adligen vielleicht eine seltsame Frage, aber hier war ja auch eine etwas außergewöhnliche Situation.


  • Yann und Emeran drückt Quendan natürlich die Hände. "Aus der Hauptstadt des Reiches, die eine gefühlte Ewigkeit von holprigen Wegen und spontanen Kontrollen von hier entfernt liegt. Ach – wenn es euch gefällt, dann können wir uns das Ihr auch sparen und die Anreden der vielen Worte für seine Exzellenz von Binsböckel-Sturmfels aufheben." Er zinkert den beiden jüngeren kurz zu. "Das gilt natürlich auch für dich, wenn du es möchtest," sieht er Leona an, die schließlich noch neben Yann steht und reicht ihr die Hand auf eine Weise, dass sie selbst enscheiden kann, sie zu schütteln oder ihre eigene für einen weiteren Handkuss aufzulegen, und fragt dann beiläufig: "Trutzbach… kommt der Name aus dieser Gegend?"


    Yasinde nimmt er wahr, belässt es aber fürs erste bei der allgemeinen Begrüßung und der Beobachtung, mit wem aus der anderen Gruppe sie wohl einen Zwist trägt.

  • Leona schüttelt Quendans Hand, wie Yann und Emeran. "Leona Trutzbach. Ohne 'von'. - Ja, ich bin von hier", sagt sie mit einem Lächeln. "Unsere Burg" - die verlassene Festung, in der ich groß geworden bin, aber hej, es ist eine Burg! - "liegt allerdings recht weit abseits, im Wald. Am Trutzbach", fügt sie hinzu und grinst. "Daher der Name. Hier am Hof bin ich zum ersten Mal." Ihr Dialekt ist tatsächlich pur ländliche Wildermark.

    Stell dir vor, es ist Klimawandel, und keiner tut was - dann kommt der Klimawandel zu dir.

  • Sie hat nicht die leiseste Ahnung, was die bosparanischen Worte bedeuten. Also beschränkt sie sich auf ein Lächeln und neigt huldvoll den Kopf, bevor sie sich von Brin ab- und dem gut gekleideten jungen Mann zuwendet, der sich als Letzter der kleinen Gruppe hinzugesellt hat. Im gleichen Moment, in dem er sich über ihre lässig dargebotene Hand beugt, erkennt sie ihn wieder. Quendan Groterian. Hatte er das 'W' in der Mitte seines Namens früher auch schon? Und warum habe ich ihn noch nicht getroffen, wenn er zu Gast im Haus meines Onkels und meiner Tante weilt? An Selbstbewusstsein mangelt es ihm jedenfalls nicht. Dabei ist seine Familie so bürgerlich wie man nur sein kann. Aber reich. Echter garethischer Geldadel, sozusagen. Aber er hat etwas durchaus Attraktives an sich.

    Sie schenkt auch dem jungen Groterian ein bezauberndes Lächeln und erwidert,


    „Ein bekanntes Gesicht. Allerdings hast du dich ziemlich verändert seit dem letzten Mal dass wir uns trafen. Wo war das noch?“


    Soll der bloß nicht glauben, dass er wichtig genug ist, sich an mehr als sein zugegebenermaßen recht einnehmendes Äußeres zu erinnern. Sie entzieht ihm die Hand eine wohlberechnete Winzigkeit zu schnell und dreht ihm den Rücken zu, um nacheinander auch Yann und Emeran zu begrüßen, dabei sehr bemüht, den etwas zu festen Händedruck der beiden heroisch zu ignorieren. Landeier denkt sie erneut, stellt aber erstaunt über sich selbst fest, dass das offene Gesicht des Älteren und die schüchterne Miene des Jüngeren ihr durchaus gefallen.


    Ihre Bernstein-Augen richten sich auf die beiden jungen Frauen. Die eine sieht aus wie ein hübsches Bauernmädchen, mit ihren zerzausten Haaren und den Sommersprossen.


    „Leona vom Trutzbach also“,


    zeigt Yaquiria sich großzügig, indem sie kurzerhand das 'von' wieder einfügt, und nickt dem Mädchen freundlich zu.


    „Und ja, lasst uns du zueinander sagen. Immerhin werden wir ein paar Tage zusammen verbringen, wenn man dem alten Griesgram Glauben schenken darf.“


    Die letzte in der Runde ist Yasinde von Ockenheld.


    „Seid Ihr… bist du verwandt mit der Baronin Erdemunde Beergard von Ockenheld?“


    Neugierig mustert sie die junge Frau, die mit ihrem grünen Oberteil zu den leuchtend roten Haaren farblich eine gute Wahl getroffen hat, auch wenn der Wappenrock in Verbindung mit dem Dolch an der Seite nach Yaquirias Geschmack entschieden zu kriegerisch für den Anlass wirkt.


    „Du schätzt den jungen Bregelsaum nicht? Dann sind wir so etwas wie natürliche Verbündete, scheint mir. Die Rabenmunds und die Bregelsaums… aber das ist langweilige Politik, und wir wollen Spaß haben, oder?“,


    mischt sie sich in das Gespräch.

    wir halten noch immer / die wolkenfäden fest in den händen / das versprechen: ich webe dir ein kleid aus traum und dunst und zuversicht / damit du es schön warm hast / im augenblick der zählt


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  • Die Jugend


    die beiden jungen Bankerte sind offensichtlich auch beruhigt, dass allgemein das du angeboten wird und nicken bestätigend. Auf Yasindes Antwort hin erwidert Edit:Emeran "Und warum Beleidigung? Und wer von uns soll denn beleidigt sein?" woraufhin Yann ihm die Haare kurz durchwuschelt und schulterzuckend meint "Weil wir beide in ihren Augen im Heuschober und nicht im fürstlichen Ehebett empfangen wurden, du Unschuldslamm." Dem Älteren scheint das aber eher kalt zu lassen und auch wenn Emeran etwas errötet scheint ihn das auch nicht niederzuschlagen. Zu ihrem Kommentar das Ansehen unter Adligen alles ist wirft Emeran ein "Vater sagt, echtes Ansehen, das auch etwas wert ist, kann man sich nur durch seine Taten verdienen oder verlieren, nicht durch Geburt oder schöne Worte..."

    "Und was hat der Junge gegen dich?" hakt Yann noch nach, während er den gewiesenen Bregelsaum kühl mustert.


    Auf Brins Frage hin erwidert Emeran fröhlich "Das Perrainekloster in dem ich aufgewachsen bin hatte ein Maultier, auf dem wir oft geritten sind. Die älteren Brüder haben es uns beigebracht. Auf einem Pferd habe ich auch schon ein paar mal gesessen, so viel anders war das auch nicht. Auf jeden Fall weiß ich, wie man sie versorgt." - womit allerdings auch klar sein dürfte, dass Galopp wohl eher nicht zu den von dem Jungen beherrschten Disziplinen gehörte. Yann hingegen schaut etwas gequält drein und meint "Naja... ich kann mich oben halten. Aber wir hatten nur eine große alte Stute als Holzrückepferd im Dorf und die pflegen sich nicht wirklich hastig zu bewegen. Ich fürchte ich werde euch da keine große Hilfe sein."

    Tatsächlich hat der junge Zauberlehrling auch den Eindruck, dass Emeran zumindest Teile seines Bosparano verstanden hat.



    Noctum Triumphat

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  • "Ein Perainekloster, sagst du? Das klingt weit fern von rahja- und phexgesegnetem Zeitvertreib, mein Freund."

    Brin legt den Arm um Emerans Schultern und blickt mit ihm durch das Tor in Richtung Stadt.

    "Wir müssen einmal in eine rechte Wirtschaft gehen, mit schwerem Wein und leichten Schankmädchen.. wenn nicht hier, dann in Perricum! Wo der Morgen schmerzhaft und dunkel, und die Nacht fröhlich und hell ist. Wo die Füße vom Tanzen wehtun und nicht vom Kohlstampfen. Vinum et musica laetificant cor."*


  • Leona ist erleichtert, dass sich hier geduzt wird und die anderen Jugendlichen entspannt genug sind, nicht auf ihren Titeln und vielen Nachnamen zu bestehen, das hätte sie sich nicht alles gleich merken können. Auch wenn sie nicht unbedingt doof ist. So lächelt sie freundlich zurück, sagt erstmal nicht allzuviel (auch eins der Dinge, die ihr ihre Mutter geraten hat - "Rede am besten anfangs nur dann, wenn du gefragt wirst!"), sondern hört den Gesprächen zu. Bei dem Gedanken an ihre Eltern muss sie wehmütig lächeln. Die werden jetzt sicher im Land unterwegs sein, durch Wald und Gebirge streifen und für Ruhe und Ordnung sorgen. Aber immerhin soll es hier auch einen Ausritt... Ausflug?... geben. Der alte Mann hat in seiner Rede nichts allzu Genaues angekündigt. Was diese reichen Leute unter einem Ausritt verstehen? Sicher nicht das, was sie sonst kennt. Sie grinst in sich hinein.

    Stell dir vor, es ist Klimawandel, und keiner tut was - dann kommt der Klimawandel zu dir.

  • "Ich glaube, das war letzten Sommer in Punin, beim Empfang der Baronessa di Mandur. Warst du nicht auch dort? Vielleicht kannst du dich noch an Sosyphea erinnern…" Wie in Erinnerung schwelgend sieht Quendan einen Moment lang zu den Baumwipfeln empor.


    Als Emeran und Yann von ihren Erfahrungen mit Pferden und ähnlichen Tieren berichten, nimmt er sich zusammen, um nicht zu lachen. Ist wohl noch nicht zu lange her, dass sie von ihren Vätern entdeckt wurden. Aber da nimmt Brin schon einen der beiden zur Seite, und so sieht er noch einmal zu Leona. "Und wie sieht es mit deiner Erfahrung aus? Wärest du zu einem Ritt bereit? – Und mach dir mal keine Sorgen, Yann. Meister Binsböckel wird dir schon kein Elenviner Vollblut zuteilen."

  • Yasinde zuckt mit den Schultern zu den Erklärungen der beiden Bankerten. "Nun wenn man die höfische Etikette zur Hand nimmt ist es immer dann ein Affront, wenn man z.B. mit Bürgerlichen an einen Tisch gesetzt wird. Das sagt nichts über deren Ehre oder Wert aus, ist aber eine Schmähung des Adligen und in der Verwendung des Bürgerlichen dafür eigentlich auch von ihm. Und das dann noch in alle Abstufungen über Neuadlige, uneheliche Kinder, Barone, Nationalität.." zählt sie auf, was zeigt, dass sie zumindest bei den Etiketteschulungen aufgepasst hat. Gleichsam kann man aber auch den Widerstreit bei ihr sehen. Ihr Ansehen scheint ihr wichtig zu sein, gleichzeitig wirkt sie aber auch nicht so, als ob sie euch geringschätzt.


    Zu Yaquiria hin nickt sie. "Ja, das könnte man so sagen. Sie ist meine Mutter," erklärt sie. "Und auch das mit dem Herrn von Bregelsaum", hier ist jetzt eindeutig Verachtung in der Stimme, "kann ich bestätigen. Lassen wir es vielleicht dabei bewenden, dass wir beide niemals Freunde werden und dass ich mich darauf freue mit ihm die Lanzen kreuzen zu können..."


    Dass sie reiten kann lässt sie unkommentiert, welcher Ritter soltle das denn bitte nicht können.

    Fear cuts deeper than swords.

  • „Natürlich, bei der Baronessa.“


    Yaquirias Miene deutet angestrengtes Nachdenken an. Schließlich schüttelt sie bedauernd den Kopf.


    „An eine Sosyphea erinnere ich mich allerdings nicht. Oder war das die Kleine mit der Zahnlücke und dem entzückenden Lispeln? Wie auch immer, es war ein recht langweiliges Fest, wie übrigens meistens, wenn die Baronessa empfängt.“


    „Sie ist deine Mutter?“


    Neugierig mustert sie Yasinde und versucht sich auf das zu besinnen, was sie über das Haus Ockenheld gehört hat. Die Baronie liegt irgendwo im Sichelhag, wenn sie sich nicht irrt. Sie selbst ist nie in dieser götterverlassenen Gegend gewesen – bis zu diesem Sommer. Plötzlich überfällt sie große Sehnsucht nach ihrer eigenen Mutter. Wie sehr sie sie vermisst, mit ihrem Humor, der manchmal verletzend sein konnte, aber Yaquiria meistens zum Lachen brachte, selbst wenn sie mal wieder wütend auf irgendjemanden war. Denk nicht dran, ruft sie sich zur Ordnung. Es ändert nichts.


    „Die Lanzen kreuzen? Ich dachte, wir sind hier zu einem Jagdausflug und ein paar albernen Spielen. Oder zu einem Ausritt mit anschließendem Picknick, irgendwas in der Art.“


    Das Gespräch über Etikette interessiert sie wenig. Jeder Mensch soll an dem Platz bleiben, den die göttliche Ordnung ihm zugewiesen hat, aber weshalb muss man sich deshalb über die Sitzordnung Gedanken machen?

    wir halten noch immer / die wolkenfäden fest in den händen / das versprechen: ich webe dir ein kleid aus traum und dunst und zuversicht / damit du es schön warm hast / im augenblick der zählt


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