Bezahlung für Krieger

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    denn schließlich hat er in den letzten Monaten als Lehrer (Turnierkämpfer, Hauptmann was auch immer...) gut verdient.

    Es ist eher unwahrscheinlich das jemand mal eben für einige Wochen oder wenige Monate als Hauptmann tätig ist, immerhin ist diese Position meist besetzt und sehr begehrt und auf der anderen Seite benötigt sie sehr viel Erfahrung und Verständnis von den Aufgaben, einen guten Einblick in die regionalen Besonderheiten und überblick über die zu betreuenden Einheiten, und Verwaltungsaufgaben, das ist etwas in das ein Fähnrich über Jahre hinweg erlernt, zum Weibel und später zum Hauptmann wird, wenn die Position verfügbar ist und er/sie sich für diese Position qualifiziert hat UND beim Regenten oder örtlichen Verwalter ein gewisses wohlwollen und vertrauen erarbeitet hat. Immerhin ist es eine sehr wichtige und Bedeutende Aufgabe, die man nur Personen überträgt denen man vertraut, und deren politischen und moralischen Einstellungen der Eigenen nicht im Wege stehen.


    Sollte er im Kriegsdienst als Hauptmann eingesetzt werden aufgrund von Qualifikation oder Ermangelung anderer geeigneter Personen (nach verlustreicher Schlacht) ist das etwas anderes, dort kann der Krieger mit gutem Leumund und eventueller Ausbildung oder Diszipliniertem verhalten diese Funktion temporär übernehmen (wenn kein Offizier oder Veteran zur Verfügung steht). Diese Situation entspricht aber weniger der eigentlichen Fragestellung des Threaderstellers ... es sei denn er will etwas Schlachtfeldtourismus betreiben und sieht dies als "Rundreise" durch Aventurien ... immerhin eine sehr Kor-gefällige Pilgerreise.

  • Eine Handvoll Begleiter einzuteilen schafft der Händler vermutlich noch selber und zahlt dazu nicht noch mal extra.

    Begleiter einteilen? Sicherlich. Söldner kompetent in den Kampf führen? Eher unwahrscheinlich. Gerade wenn man in Überzahl angegriffen wird, ist ein Krieger mit ordentlicher Kriegskunde Gold wert. Es kommt halt drauf an, ob der Händler seine Begleiter zusammen anwirbt (dann bringen die ihren Anführer gleich mit) oder einzeln - in letzterem Fall sollte er definitiv auch jemanden anheuern, der aus dem Haufen eine Einheit schmieden kann.


    Es ist eher unwahrscheinlich das jemand mal eben für einige Wochen oder wenige Monate als Hauptmann tätig ist, immerhin ist diese Position meist besetzt und sehr begehrt und auf der anderen Seite benötigt sie sehr viel Erfahrung und Verständnis von den Aufgaben, einen guten Einblick in die regionalen Besonderheiten und überblick über die zu betreuenden Einheiten, und Verwaltungsaufgaben, das ist etwas in das ein Fähnrich über Jahre hinweg erlernt, zum Weibel und später zum Hauptmann wird,

    Der Vollständigkeit halber: Der Weibel ist ein Unteroffiziersdienstgrad (und meist das höchste, was man als Gemeiner ohne Offiziersausbildung und/oder adlige Abstammung überhaupt erreichen kann), der Fähnrich beginnt bereits über diesem Dienstgrad und allgemein sind aventurische Militärstrukturen zu stark unterschiedlich, um darüber eine Aussage treffen zu können - wenn es um die zehnköpfige Burgwache geht, dann hat deren Chef, auch wenn er Hauptmann genannt wird, vermutlich keine Offizierslaufbahn, sondern ist einfach der Dienstritter, der die höchste Kombination aus Loyalität und Fähigkeit aufweist. Als reisender Krieger in diesen Posten reinzurutschen, ist natürlich dennoch eher unwahrscheinlich, da hier ja eine Kontinuität wünschenswert ist und der neue Chef nicht zwei Wochen später wieder abdampfen soll. Da ist eine Position als Fechtlehrer oder Leibwächter passender.

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  • Auch ein Söldner hat Kriegskunst, gerade Söldner, die eben während ihrer Ausbildung auch schone Karawanenschutzdienst gemacht haben, haben dann praktische Erfahrung, worauf es ankommt und was wichtig ist. Ich sehe mich weiterhin nicht überzeugt, dass ein Krieger, weil er ein Krieger ist, mehr Geld verlangen kann und bekommen würde, wenn er Schutzdienst bei Händlern macht. Da sind nicht 20 Wagen mit 50 Söldnern, die alle von einem Anführer militärisch koordiniert werden, sondern irgendwas zwischen einem und einer Handvoll Wagen (von denen unterwegs der eine sein Ziel erreicht, und andernorts womöglich ein anderer dazu kommt), und vermutlich bringt jeder Wagenbesitzer seine eigenen Leute mit, bzw. heuert sie an, die die Aufgabe haben, ihren/ihre Wagen vorrangig zu verteidigen, so dass eine übergeordnete angeheuerte Instanz, der alle Wächter koordiniert, meinem Verständnis nach gar nicht existieren wird.



    Mit den Links soll vermutlich daraufhin gewiesen werden, dass ein Weibel ein Unteroffizier ist (also noch unterhalb des Fähnrichs sich befindet), ein Hauptmann kein ganz niedriger Rang ist, bei dem darunter und oberhalb des Fähnrichs im Militärdienst noch der Leutnant liegt.

    Eine Wache, trotz Hauptmann, ist anders gegliedert als das Militär, allerdings denke auch ich, dass man als Krieger auf Arbeitssuche nicht für ein paar Wochen oder Monate den Hauptmann gibt, da es vermutlich schon einen gibt, und falls der gerade ausfallen sollte, jemand anders aus der Wache der Nachfolger sein wird, weil dazu tatsächlich anderes als ein Akademiepatent gesucht wird.

  • Es ist eher unwahrscheinlich das jemand mal eben für einige Wochen oder wenige Monate als Hauptmann tätig ist,

    Für ein paar Monate irgendwo als Gast zu dienen ist in der Tat eher unwahrscheinlich (es sei denn als Söldnerhauptmann oder ähnliches). Als berühmter Held und Militär mehr oder weniger regelmäßig für den gleichen Dienstherren "den Hauptmann" zu machen schon weniger (und sei es als Aushängeschild...). Wo der wissenschaftsbegeisterte Herrscher einen Gelehrten mit zweifelhaften Forschungsgebiet oder der Mäzen einen Künstler unterhält, nimmt sich der stolze Militär eben einen Kriegerhelden.


    Aber auch für spezielle Aufgaben z.B. die Schulung von Truppen oder Offizieren für besondere Kampfgebiete (wie die schwarzen Lande) ist bei entsprechenden Helden durchaus denkbar. Aber auch Semester als Gastdozent an einer Akademie sind sicher üblich. Zu guter Letzt ist auch der "Hauptmann der Reserve" (auch wenn man den in Aventurien wohl anders nennt) ein Posten der sich mit einem Leben als Held manchmal vereinen lässt. Held heißt nach meinem Verständnis nicht automatisch Vagabund und viele Helden kehren in meinem Aventurien mehr oder weniger regelmäßig nach Hause zurück.


    Wobei viele Positionen (wie z.B. der Dozent an einer Kämpferschule oder der Anführer einer Garde) eben umgangssprachlich mit einem Hauptmann vergleichbar sein dürften.


    Je unsteter das Leben des Helden ist, desto eher wird er natürlich auf Gelegenheitsjobs angewiesen sein. Das Auskommen als Lehrmeister gehört dabei sicherlich zu den verlässlichsten und flexibelsten gut bezahlten Einkommensquellen.

  • Zwei Gedanken noch zu den Militärränken. Ich würde die Angaben eher als Richtlinie für organisierte Armeen nehmen. Die Begriffe, wie sie in Aventurien benutzt werden, kommen ja auch eher aus dem 19. Jahrhundert.


    Aber gerade der Begriff Hauptmann ist vermutlich sehr viel weiter zu fassen, quasi auch jeder Befehlshaber einer kleinerer Gruppe von Kämpfer, egal ob Wache, Söldner, oder halt ca. 50 Soldaten.


    Zum anderen ist eine Beförderung zum Hauptmann innerhalb einer Laufbahn eher unwahrscheinlich. Offizierspatente werden eher innerhalb des Adels vergeben und halt auch eine politische Entscheidung.

  • Die Frage des Angebots ist bei der Suche nach Geleitschutz natürlich auch immer ein wichtiger Faktor.


    Es gibt in Aventurien ca. 60 Großstädte (mit >5000 Einwohnern, Metropolen inklusive) und in Summe etwa 260 Städte mit mehr als 1000 Einwohnern (Großstädte und Metropolen mit eingeschlossen). In diesen Orten kann man vermutlich noch recht regelmäßig zwischen Mietklingen auswählen. Mit sinkender Einwohnerzahl ist aber anzunehmen, dass das Angebot sinkt.


    Man muss auch bedenken, dass Händler, so sie schon unterwegs sind, nicht sonderlich schnell vorankommen, da der Karren mit Waren gezogen werden will. Das bedeutet, er wird nicht ganz so häufig auf Leute treffen, die in der gleichen Richtung unterwegs sind, denn Fußgänger hinter ihm werden ihn nicht einholen, Fußgänger vor ihm auf dem Weg wird er aber auch nicht regelmäßig antreffen. Viele Söldner / Krieger werden daher in der falschen Richtung unterwegs sein und müssen erst überredet werden, mit dem Händler zu reisen. Oder die Söldner / Krieger sind zu Pferde unterwegs und verlangen dann aber vermutlich schon rein deshalb einen höheren Tagessold.


    In einer Stadt wie Gareth habe ich dann die Auswahl, wen ich anheuere. Wenn aber nur ein Krieger in der Taverne sitzt, in der mir der Wirt erklärt, dass das nächste Stück Weg in letzter Zeit nicht mehr sicher ist, dann können vier Söldner immer noch günstiger sein als der Krieger, aber in dem verschlafenen 500-Seelen-Nest (korrigiere: Kleinstadt) gibt es aber nunmal keinen Söldner, den ich anheuern könnte. Und dann zahle ich halt die 5 Taler / Tag plus Gefahrenzulage, falls es zum Kampf kommen sollte, bevor ich ganz allein dastehe.

  • Die Frage des Angebots ist bei der Suche nach Geleitschutz natürlich auch immer ein wichtiger Faktor.

    Da mag ich dir Recht geben.


    Man muss auch bedenken, dass Händler, so sie schon unterwegs sind, nicht sonderlich schnell vorankommen, da der Karren mit Waren gezogen werden will. Das bedeutet, er wird nicht ganz so häufig auf Leute treffen, die in der gleichen Richtung unterwegs sind, denn Fußgänger hinter ihm werden ihn nicht einholen, Fußgänger vor ihm auf dem Weg wird er aber auch nicht regelmäßig antreffen. Viele Söldner / Krieger werden daher in der falschen Richtung unterwegs sein und müssen erst überredet werden, mit dem Händler zu reisen. Oder die Söldner / Krieger sind zu Pferde unterwegs und verlangen dann aber vermutlich schon rein deshalb einen höheren Tagessold.

    Hier habe ich leider ein Problem mit, welchen Grund hätte ein Händler keinen Geleitschutz mit zu nehmen? Also von Vornherein? Also ausser Geldmangel, weil dann kann er sich auch keinem Geleitschutz unterwegs leisten.


    Wenn aber nur ein Krieger in der Taverne sitzt, in der mir der Wirt erklärt, dass das nächste Stück Weg in letzter Zeit nicht mehr sicher ist, dann können vier Söldner immer noch günstiger sein als der Krieger, aber in dem verschlafenen 500-Seelen-Nest (korrigiere: Kleinstadt) gibt es aber nunmal keinen Söldner, den ich anheuern könnte. Und dann zahle ich halt die 5 Taler / Tag plus Gefahrenzulage, falls es zum Kampf kommen sollte, bevor ich ganz allein dastehe.

    Rein logisch würdest du dann dort aber trotzdem eher Söldner als Krieger finden? Ein Krieger wird sich eben, wenn er seinen SO halten will nicht dort aufhalten, während Söldner dort die Möglichkeiten sehen können Geld zu verdienen.

    Wissen und Weisheit bedingen sich nicht gegenseitig, mein Freund. - Argelion

  • Hier habe ich leider ein Problem mit, welchen Grund hätte ein Händler keinen Geleitschutz mit zu nehmen? Also von Vornherein? Also ausser Geldmangel, weil dann kann er sich auch keinem Geleitschutz unterwegs leisten.

    Da ist schlicht die Frage, wo der Händler zur Reise aufbricht.


    Rein logisch würdest du dann dort aber trotzdem eher Söldner als Krieger finden? Ein Krieger wird sich eben, wenn er seinen SO halten will nicht dort aufhalten, während Söldner dort die Möglichkeiten sehen können Geld zu verdienen.

    "Eher" ja. Aber im Zweifel nimmt man halt, was da ist, und wenn es der teure Krieger ist.

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  • Es gibt da so viele Möglichkeiten warum ein Händler auch mal einen Krieger in Lohn nehmen sollte. Es geht letztendlich eher darum was ein angemessener Preis ist und diese Information steht im Meisterschirm (siehe oben).


    Um auch gleich nochmal ein Beispiel zu geben. Ein reicher Fernhändler braucht einen Befehlshaber für den Rest seiner Söldner.

  • Ein reicher Fernhändler braucht einen Befehlshaber für den Rest seiner Söldner.

    Das ist wie mit einem BWLer frisch von der Uni. Ein Kriegerbrief befähigt nicht automatisch das man eine Truppe anführen kann. Vor allem wenn die Söldner doppelt so alt sind und viel praktische Erfahrung haben.

  • Es gibt da so viele Möglichkeiten warum ein Händler auch mal einen Krieger in Lohn nehmen sollte.

    Ja Klar, gibt es das. Ich wollte nur bei Logik bleiben.


    "Eher" ja. Aber im Zweifel nimmt man halt, was da ist, und wenn es der teure Krieger ist.

    Wenn der Händler sich das leisten kann, nimmt er auch denn Krieger. Es kommt auf die Situation an. Auch hier versuche ich nur mit Logik ran zu gehen. Nicht jeder Händler kann sich das leisten, dann auch angemessen (zu viel) denn Lohn des Kriegers zu bezahlen ob wohl er doch gerade mal so ein paar Söldner hätte verpflichten können.


    Um auch gleich nochmal ein Beispiel zu geben. Ein reicher Fernhändler braucht einen Befehlshaber für den Rest seiner Söldner.

    Ein reicher Fernhändler hätte auch Stand und Geld, sich einen Krieger zu verpflichten. Ansonsten würde ich mir als Fernhändler wohl eher ein Söldnerführer, oder einen Veteranen Söldner höhlen.


    Ich würde dem guten Krieger eben auch 2 Silber plus Verpflegung anbieten, für normale Händler. Wenn er Leuten begegnet die sich mehr leisten könnten, kann man denn lohn auch auf bis zu 7 Silber erhöhen. Macht im ersten Fall ungefähr 6 Dukaten pro Monat und im Zweiten 21 Dukaten. Er könnte also über die Zeit jeden Monat ungefähr 10 Dukaten, wenn es gut Läuft 12 Dukaten einnehmen. Gehen wir weiter davon aus, das er hier und da mal doch wo anders Isst, bzw ein Bad im Zuber nimmt oder in ein Museum besucht (er will sich die Welt ja anschauen), würde ich wieder bis zu 5 Dukaten abziehen. Heißt sparen würde er alles darüber!

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  • Ein reicher Fernhändler braucht einen Befehlshaber für den Rest seiner Söldner.

    Das ist wie mit einem BWLer frisch von der Uni. Ein Kriegerbrief befähigt nicht automatisch das man eine Truppe anführen kann. Vor allem wenn die Söldner doppelt so alt sind und viel praktische Erfahrung haben.

    Ich denke, da verwechselst du moderne und ältere Führungsstrukturen. Gerade in aventurischen militärischen Strukturen ist es völlig normal, dass Grünschnäbel Altgediente anführen, schlicht, weil erstere mit dem Silberlöffel im Mund geboren wurden.

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