Kritische Treffer und Fehlschläge – ein kleiner Ausblick

  • Quelle: http://www.ulisses-spiele.de/n…ege-ein-kleiner-ausblick/

  • Ich halte es ja für eine vollkommene Fehlannahme zu glaube, dass der Kampf spannender wird, wenn man die Patzer- und Krit-Tabelle erweitert. Der Kampf ist schon so nicht spannend, jetzt noch mehr zu würfeln und mehr nachzuschlagen ist ein totaler Fehlgriff (gerade auch für das gamistische Element, welches ja beim Kampf betont wird). Aber ich sehe schon, dass es Sinn macht sowas anzubieten, immerhin füllt man so noch mal ein paar Seiten mit richtig viel Unsinn fürs Kompendium (die Tabellen kann man ja auch zweimal abdrucken, einmal vorne wo Krits erklärt werden und einmal im hinteren Bereich wo alles nochmal gesammelt wird) und dann kann man sie auch noch einmal auf vier Kartensets drucken, die dann, total schnell verfügbar und total immersiv wertvoll am Spieltisch durchgemischt werden können.


    Wieso man mit so etwas Werbung macht, ist mir nicht klar. War zu viel Platz im Kompendium? Sollte es noch einen dritten Teil geben und man wollte sich die zweieinhalb Seiten noch sparen, damit man ein neues Regelwerk rechtfertigen kann? Rastullah erleuchte mich, denn ich bin verwirrt.

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  • Es ist doch nur ein Angebot Sumaro .

    Außerdem ist es ja auch nicht mehr als deine eigene völlig subjektive Meinung, dass Kämpfe für dich nicht spannend sind.

    Ich finde bis zu 6,7,8 Stunden dauernde Kämpfe mit Battlemap, Miniaturen und intensiver, immersiver Beschreibung jeder Handlung tatsächlich äußerst spannend.

    Besonders wenn es in ihnen wirklich um etwas geht.


    Und dort in den taktischen Kampf durch erweiterte Zufallstabellen mehr Unwägbarkeit, Risikio und Chance rein zu bringen, das kann für viele Gruppen sehr interessant sein.

    Die Kompendien sind Bände mit Regeloptionen.

    DSA 5 geht da nun mal seit jeher einen explizit modularen Weg und will Bausteine für ganz verschiedene Spielstile liefern.

    Dass man da auch vieles vorfindet was nicht zum eigenen, persönlichen Spielstil passt ist doch nur selbstverständlich.

  • Ich denke ja auch immer, dass dieses Gewürfel Quatsch ist, aber mir der Großteil aller Rollenspieler_innen, die ich kenne, haben richtig Spaß dran. Da hilft kein noch so elegantes Argument, dass eine vollverregelte Runde in Kämpfen nur ein schlecht designtes Brettspiel ist. ;)


    Also für mich ist es ja nichts, aber gut, wer's mag. :)

  • Ich finde bis zu 6,7,8 Stunden dauernde Kämpfe mit Battlemap, Miniaturen und intensiver, immersiver Beschreibung jeder Handlung tatsächlich äußerst spannend.

    Besonders wenn es in ihnen wirklich um etwas geht.

    Und dabei hilft dir eine Patzertabelle wie genau? Immersive Beschreibung endet, sobald ich Würfeltabellen nachschlagen muss.

    Kämpfe können spannend sein, allerdings habe ich aktuell wenig Regelsysteme erlebt, die das angemessen unterstützen und DSA5 akut auch nicht.


    Aber ja, das ist nur meine Meinung. Ein seltsames Werbeargument für Inhalte, die reichlich optional sind und auch noch recht sperrig.


    Klar ist das Produktpolitik. Seiten mit viel Kram füllen, den man eigentlich nicht bräuchte (das Problem ist ja, dass die meisten Leute auch gar nicht wissen, was sie aktuell besseres haben könnten, aber was besseres als Würfeltabellen gibt es faktisch immer) und das dann fünfmal verlegen, ist wirtschaftlich sinnvoll, aber ich denke dennoch problemlos kritikwürdig. Kann ja jeder anders sehen, für mich ist es mal wieder symptomatisch.

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  • Ich muss sagen, meine liebste Patzertabelle ist noch immer die Nahkampftabelle von 4.1 - 6 mögliche Ereignisse, davon drei sehr leicht merkbare, die 90 % der Patzerwürfe abdecken. Tabellenwälzen ist bei einem ohnehin schon nicht gerade schnellen Kampfsystem meines Erachtens Gift für den Spielfluss.

    Jeder Mensch ein Magier!
    Avatar by Tacimur

  • Ich habe bisher keine Kartensets erworben, da ich sie als überflüssig erachtet habe. Bei den Patzern/Kritischen Treffern werde ich aber mal nachdenken, ob ich sie nicht doch erwerbe.

    Dann liegen die Stapel gemischt auf dem Tisch und man muss nix nachschlagen. Einfach ne Karte vom Stapel ziehen und gut ist.

    Ob man dafür Geld ausgeben möchte, kann ja jeder selbst entscheiden.

  • Für mich ist die Ablösung der furchtbar langweiligen Patzertabellen eine großartige Neuerung: Wir hatten in unserer Gruppe schon seit Jahren keinen Bock mehr irgendwoher die Tabelle hervorzukramen, die ohnehin immer nur "Stolpern" oder "Sturz" ergab (möglichst noch mit dem alten Zusatz "Der Gegner lacht hämisch!"). Wenn sich hier wirklich mehr als 50 verschiedene, sich tatsächlich unterschiedlich anfühlende Folgen ergeben würden, könnte das am Spieltisch mutmaßlich für einigen Spaß sorgen.


    Immerhin sind es doch gerade die extremen Patzer (mehrere 20er hintereinander), die einem gut im Gedächnis bleiben und für erinnerungswürdige Szenen sorgen. In meiner Gruppe wird auch nach über 25 Jahren niemand die Szene mit den Harpyen und der Hängebrücke in Grauen von Ranak je vergessen haben.


    Wenn die Spielkarten nun dafür sorgen, dass nicht nur negative Spieleffekte, sondern auch erzählerische Möglichkeiten eröffnet werden (wie es die "Waffe bleibt stecken"-Karte ja schon ansatzweise zeigt), kann das einen Kampf durchaus beleben und dem Meister Aufhänger für neue Richtungen geben, in die sich ein Kampf entwickeln kann. Insobesondere für Mantel-und-Degen-Gefechte im Horasreich oder anständige Kneipenkämpfe stelle ich mir das sehr anregend vor.


    Und auch für den Spielfluß kann es hilfreich sein, schnell eine Karte zu ziehen und vorzulesen, anstatt zu würfeln, in der Tabelle nachzuschlagen, und dann ggf. vom Meister noch eine Szenenabhängige Deutung des Wurfs improvisieren zu lassen.


    Ob ich das Fallen-Kartenset jetzt unbedingt brauche, weiß ich nicht. So viele Dungeons erfinde ich für gewöhnlich nicht. Aber die Schatz-Spielkarten finde ich schon cool: Ein paar anständige Belohnungen zu ziehen, die vielleicht nicht unbedingt dem Dreigespann Geld/Trank/Waffe entsprechen, klingt in jedem Fall sympathisch. Mal sehen, wie es umgesetzt wurde.

    Und nein, ich lobhudle nicht blind jedes Kartenset: Zwar fand ich das Spielkartenset zum Tavernen-Kneipenschirm schon aufgrund der Alkoholika großartig. Das letzte Spielkartenset zu Katakomben und Ruinen war dagegen weniger hilfreich: Drei Gegner hier, vier Fallen da... das war mir eindeutig zu wenig.


    Bevor jetzt wieder eine große Diskussion über die Sinnhaftigkeit der Kartensets aufkommt, nur noch mal für die Akten: Es ist ein vollkommen freiwilliges, optionales, niemandem aufgezwungenes Produkt, das bitte nur diejenigen kaufen sollen, die Geld dafür und Lust darauf haben. Alle anderen können auch problemlos mit der alten Patzertabelle glücklich werden. Da es aber durchaus viele Leute da draußen geben dürfte, die sich (wie ich) auf diese Neuerung freuen, halte ich Werbung dafür für vollkommen legitim und notwendig.

  • Um das mal klarzustellen, ich zweifele nicht einen Moment daran, dass es Leute gibt, die sich über die Kartensets und die Würfeltabellen freuen. Die auch den Kampf verlangsamen, weil sie nach einem kritischen Treffer noch einmal aus einer Liste von Dutzenden Optionen eine zusätzliche auswürfeln (oder per Karte ziehen) und die alleine daran Spaß haben, eine Karte in der Hand zu haben, die auch noch ein DSA-Logo aufgedruckt hat. Das steht gar nicht zur Debatte.


    Was ich hoffe (aber sicherlich bezweifle) ist, dass dies die Neuerung ist, mit der man Kompendium II ankündigt, weil es das geilste ist, was das Buch zu bieten hat. Und was ich auch in den Raum stelle ist, ob der Platz nicht besser genutzt werden könnte. Mir ist natürlich klar, dass hier wirtschaftlich gedacht wird. Die Tabelle kann man mehrfach abdrucken und mehrfach verkaufen. Vielleicht sogar noch einmal im passenden Meisterschirm, der passend zum neuen Kompendium sicherlich kommen wird und alle Regeln und Tabellen noch einmal komprimiert beinhalten wird, allerdings ohne Kampfstile etc. (man soll sich ja schon das Kompendium kaufen), ich frage mich nur, ob das quasi wirklich das ist, was die Fans sich vom besten DSA aller Zeiten erhoffen und ob sie sich das genauso vorgestellt hätten, wenn man sie vor ein paar Jahren beim Ende von DSA4 gefragt hätte "Leute, mögt ihr mehr Tabellen und mehr Regeln haben, die kleinschrittiger sind als jemals zuvor und die wir an mehreren Stellen abdrucken, damit ihr sie euch mehrfach kaufen könnt?"?


    Ich meine, es ist noch immer kein Al'Anfa am Horizont zu sehen, es sind keine weiteren, großen Abenteuer (irgendwas mit Bezug auf Metaplot) zu sehen, dafür aber jede Menge zusätzlicher Kram, der in doppelter und dreifacher Ausführung diesselben Bilder und diesselben Inhalte aufführt. Und ganz ehrlich, aventurische Alkoholika sind ein nettes Gimmick, aber Gratenfelser Greifenbrand oder Rommyliser Rotkelchen kann sich wirklich jeder noch selbst ausdenken. Die politische Entwicklung in Aventurien hingegen, welches mit einer lebendigen Geschichte wirbt, die sich mehr als dreißig Jahre lang entwickelt hat, die ist Aufgabe der Redaktion und der offiziellen Autoren und mein Eindruck ist, dass man sich hier, natürlich nicht wirtschaftlich aber kreativ, verzettelt.


    Auch Belohnungskarten sind sicherlich ne tolle Sache, wenn man keinen ordentlichen Ausrüstungsband hat. Mittlerweile erhärtet sich bei mir der Eindruck, DSA verliert viel von seinem Charme auf dem Weg zum Gesellschafts- und Kartenspiel. Und je "professioneller" der Verlag sich darstellt, desto mehr Werbung fährt er auf, die doch recht "durchsichtig" ist. Letztens erst wieder Let's Plays geschaut von Ulisses und alle fünf Minuten spielt Niko als SL Werbung ein, die jegliche rollenspielerische Stimmung zersprengt, weil er ein neues Produkt von Mhaire in die Kamera halten lässt. Vielleicht ist das der neue Weg von Ulisses, aber mit Rollenspiel hat es doch zunehmend weniger zu tun.

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  • Und wieder einmal ärgere ich mich über die Lebenszeit, die ich vergeudet habe, um auf einen Post von Sumaro zu antworten und seine geifernde Antwort zu lesen. <X

  • Obwohl Sumaro hier häufig diametral andere Ansichten vertritt, als ich selber, lese ich seine Postings eigentlich recht gerne. Er hat auch meiner Meinung nach nicht immer unrecht. Es wirkt wirklich so, als sei er mit der Politik von Ulisses überhaupt nicht einverstanden und macht diese auch grundsätzlich schlecht.

    Die Fragen, die er aufwirft, sind aber nicht immer einfach von der Hand zu weisen.

    Daher kann ich nur empfehlen, wenn man seine Ansicht von Anfang an nicht wissen möchte, seine Postings nicht zu lesen.

    Ich für meinen Teil werde sie in den mich interessierenden Themen weiter verfolgen, weil ich gerne beide Seiten sehe und es für mich auch kein reines "Schwarz und Weiß" in der aktuellen Publikationspolitik gibt.

  • Hier bitte beim Thema bleiben. Differenzen sollen nicht im Thread ausgetragen werden, und Themen sollen konstruktiv und themenbezogen bleiben.

  • Selbst bin ich ja ein großer Verfechter der DSA 3 und 4.1 Sachen und finde bisher die 5er abgesehen von der Optik ein Rückschritt.

    Aber das Kartenset sehe ich als Vorteil.

    Bei einem Patzer oder Krit einfach eine Karte ziehen finde ich angenehmer, als zu würfeln und Tabellen zu wälzen

  • Ich musste jetzt echt lange nachdenken bis mir eingefallen ist, dass wir ja seit Jahrzehnten keine Patzertabellen verwenden, weil es keine Patzer gibt. Aber unsere Hausregeln sind da auch eher narrativ und gut. Dafür sind die Kämpfe in einer halben Stunde auch wieder vorbei.


    Aber es gibt viele Rollenspieler, die Tabellen mögen und Würfeln an sich spannend finden.

    I ♡ Yakuban.

  • Von den Kartensets kann man halten was man will - ich persönlich finde sie ganz ok.


    ABER - mit seiner Kritik zur Veröffentlichungspolitik hat Sumaro nicht unrecht. Ich warte ebenfalls seit geraumer Zeit auf mehrere Bände übergreifende Abenteuer, die den Metaplott voranbringen. Ich hatte an dieser Stelle auf die Theaterritter-Kampagne gehofft, aber die hat mich in vielerlei Hinsicht sehr entäuscht. Ein paar der Heldenwerk-Oneshots sind zwar ganz ok, aber so richtig umgehauen hat mich keines bis jetzt.


    Insgesamt habe auch ich das Gefühl, dass zuviel Zeit in "wenig nützlichen" Kleinkram gesteckt wird und die großen Projekte (so diese überhaupt noch geplant sind) auf Eis liegen.