Alte AB mit Relevanz zum Metaplot

  • Hallo,


    ich bin ein bisschen auf den Geschmack gekommen ältere AB (bis DSA3) zu lesen. Dadurch auch mein Hintergrundwissen zum Metaplot ein bisschen aufzumöbeln. (Natürlich nur, wenn ich mir relativ sicher bin, dass ich die nicht spielen werde, dazu nehme ich jetzt mal konkret z.B. die G7 aus.)


    Könnt ihr mir einiger der alten Schätzchen empfehlen, die besonders wichtig in der aventurischen Geschichte bzw. Metaplot sind? Was wäre denn da zu empfehlen?


    Bisher habe ich:

    - Die Verschwörung von Gareth

    - Der Löwe und der Rabe

    - Donnersturmrennen

    - Mehr als 1000 Oger

    - Die Attentäter

    - Das Jahr des Greifen

    - Staub und Sterne

    - Krieg der Magier


    Viele Grüße

    hafgan

  • Das kommt teilweise hart drauf an, wie weit du G7 fassen willst. Nur die 7 Abenteuer der Hauptlinie ?

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Das kommt teilweise hart drauf an, wie weit du G7 fassen willst. Nur die 7 Abenteuer der Hauptlinie ?

    Ja, genau. Also alles was in den Sammelbändern ist würde ich für mich ausschließen. Den Rest würde ich ggf. lesen, aber auch dann würde ich für mich immer prüfen ob ich mich spoilern will! ;)


    EDIT: Oder anders gesagt, bis 1015BF.

  • Klingt fair !
    Phileasson-Saga könnte man anführen, denke ich.

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Mmh, bei DSA3 fällt mir da noch die Simyala-Kampagne ein, und die Phileasson Saga...

    Wie sieht es mit Blutige See aus?

    "Es gibt keine Zufälle" M. Wittgenstein

  • Gute Frage, baut ja ebenso wie Jahr des Feuers schon ziemlich direkt auf Konsequenzen der 7G auf.

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Ich denke den Cut würde ich bei 1015BF ansiedeln... Alles was danach kommt, geht dann in die G7 und läuft Gefahr, das ich es dann doch mal spielen will.

  • Hallo,

    die von dir genannten Abenteuer sind schon mal allesamt für den Metaplot bedeutsam. Dann fallen mir noch zu DSA1+2 ein:

    - Die sieben magischen Kelche (wobei bis auf die Tatsache, dass diese dort vorkommen keine besonders wichtigen Informationen enthalten sind. Dafür tritt hier Rakorius erstmalig auf)

    - Die Orklandtrilogie (zumindest auf die Entstehung der Holberker bezogen)

    - Die Göttin der Amazonen (es geht halt um die Geschichte der Amazonen und bildet den Ausgangspunkt für die Gründung der Schwarzen Amazonen)

    - Die Südmeerkampagne (Entdeckung südlich gelegener Inseln)

    - Die Seelen der Magier (erstmalige Beschreibung der Borbaradianer, Azaril Scharlachkraut hat ihren ersten Auftritt)

    - Gaukelspiel (Graf Answin!)

    - Wie Sand in Rastullahs Hand (politische Novadi-Intrigen-Geschichte mit dem späteren Kalifen Malkillah III.)

    - Stromaufwärts (Uriel von Notmark tritt auf, Prolog zur Ehe von Tjeika und Stane)

    - Das Grabmal von Brig Lo ("... ist das erste einer Reihe von Abenteuern für "Das Schwarze Auge", die direkt in die Geschichte des fantastischen Kontinentes Aventurien eingebunden sind", S. 5)

    - Schatten über Travias Haus (Gründung eines Tempels und der Ortschaft Travingen)

    - Phileasson-Saga (natürlich)


    Na ja, "besonders wichtig" ist da bis auf die Phileasson-Saga eigentlich nichts :D

    "In den Rachen der Drachen hexen die Echsen!"
    getreulich gehört auf den Hesinde-Disputen 1030 BF

  • Wobei man sich (finde ich) gut überlegen sollte ob man Phileasson nicht doch noch aktiv am Tisch spielen will.

    Das ist zumindest in meinen Augen die zweitwichtigste DSA-Kampagne nach den 7G, ein echtes Erlebnis wenn man sie stimmungsvoll spielt und leitet und eine tolle Einführung in den Kontinent.


    Sehr viel Abenteuer, "sense of wonder" und unglaubliche Orte und Überraschungen.

  • Will man noch manches Hintergrundwissen einiger der späteren Bösewichter (gar Heptarchen) erfahren, böte sich noch an:

    In den Fängen des Dämons (alleine die Artefaktkammer ist legendäre)

    Das Geheimnis des Mechanicus & Die Taucherglocke (Leonardos großer Auftritt in DSA)

    Das Experiment (wir lassen A. Megalon verschwinden)

    Kommanod Olachtai (wegen der große Steinschlange ... und Paavi ... ääähhh)

    Die Kanäle von Grangor (eine wichtige Nebennotiz zu G7)

    Hexennacht (wegen Luzelin)


    Der Streuner soll sterben (Khunchom & Thalusa; es gab viel später einen Boten-"Fortsetzung")


    Findet das Schwert der Göttin (Horasreichentwicklung)


    Es gibt noch manche Solos und 1-2 Boten-Abenteuer die man dazu rechnen müßte.


    Phielasson - wie der Name schon sagt - ist ein "In 80 Tagen um Aventurien", der sich mit dem Khom-Krieg überschneidet. Gastauftritt im JdG ...

    Südmeer - das warten sicherlich noch paar Geheimnisse ;)


    Was zum Plot "wichtig" ist und was nicht entscheiden sowieso erst spätere Abenteuer (wie G7) oder Regionalbeschreibungen.

    So wird "Seelen der Magier" und "Sieben Kelche" zur Vorgeschichte von G7 gezählt; "Göttin der Amazonen" obwohl Mr. X vorkommt nicht. Natürlich darf "Mehr als 1000 Oger" nicht fehlen, zählt für mich aber zur Gareth-Chronik. Ich verweise mal -frech- auf dieses hier -> https://www.orkenspalter.de/fi…file-list/11132-zakkarus/

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

  • Deine Liste ist eigentlich schon ziemlich gut; die allermeisten Abenteuer sind zwar irgendwie in den Metaplot eingebunden, aber trotzdem nur von nachrangiger Wichtigkeit - nicht zuletzt wohl auch deswegen, weil die Autoren damals einen Großteil der "Lore" für sich behalten haben (was wohl auch mehr dem Umstand geschuldet war, dass es damals eher ums Spielen ging und der Metaplot mindestens ebensosehr ein Rahmen für die Redaktion selbst darstellte wie für die Spieler). Und das gilt wohlgemerkt auch für Hintergrunddetails, die damals schon festgelegt gewesen waren!


    Als Beispiel dafür mal "Die Göttin der Amazonen", "Der Purpurturm", "Die Verschwörung von Gareth" und die Erstausgabe von "Die Gabe der Amazonen", alles Produkte der Anfangszeit ('84-'85):

    • In DVVG kann man Yppolita begegnen, wobei nur gesagt wird, wer sie ist - eine Information, die für Spieler, die weder DGaDA und DGöDA kennen, nutzlos ist. Ebenso kann man Fürst Cuanu begegnen, über den man aber auch nicht wirklich viel erfährt. Dass man kaum etwas über Answin erfährt, nehme ich mal als gegeben hin - ich vermute, dass der Charakter erst später wirklich vertieft worden ist.
    • In DGöDA werden im Grunde so gut wie keine Details rausgerückt: Man erfährt weder viel über Yppolita (außer dass sie die Königin der Amazonen ist und etwas scharfsinniger als ihre Schäfchen, die auch nach Wochen noch auf die blöde schwarze Göttin reinfallen) noch etwas über Xeraan (außer dass er klein, skrupellos und geldgeil ist). Die Mactaleänata sind auch eher eine post hoc-Erklärung, auf die die Redaktion bei der Entwicklung des Schwarze Lande-Settings gekommen ist: "ach, wisst ihr noch, die schwarze Göttin und die naiven Amazonen damals? Da könnte man doch mehr draus machen, oder...?"
    • In "DPT" begegnet man den Grolmen in ihrer geheimen Stadt und der mysteriösen (und etwas hängengebliebenen) Rondrageweihten Yunivera, bei der gesagt wird, dass sie Jahrelang in der Sklaverei der Grolme gewesen ist.


    Aufgelöst werden diese Plotfäden erst in "Die Gabe der Amazonen": Hier lernt man Yppolita kennen, ihren Hintergrund, ihre Persönlichkeit, ihre Elternverhältnisse (sie ist die Halbschwester von Fürst Cuanu); man erfährt mehr von den Grolmen, und was mit der Rondrageweihten Yunivera passiert ist und wie sie in die Sklaverei geraten ist (ein selten dämlicher Aufhänger wenn man mich fragt, aber ich halte die meisten DSA-Bücher jetzt auch nicht für so supergelungen); und die blinde Köchin Hana aus der Amazonenburg hat auch ihren Auftritt zu einer Zeit, als sie noch sehen konnte.

    Es ist also nicht so, als hätte es damals keinen ausgefeilten Metaplot gegeben - den gab es schon, auch wenn er natürlich im Vergleich zu später noch in den Kinderschuhen steckte. Nur erfährt man in diesen Abenteuern im Grunde kaum davon. Da Ulrich Kiesow sich kaum die ganze Hintergrundgeschichte erst nachträglich aus den Fingern gesogen hat (unwahrscheinlich, das Buch ist aus dem selben Jahr wie DGöDA, er musste also zumindest schonmal sehr klare Vorstellungen davon haben, was er erzählen wollte), liegt die Deutung nahe, dass er einfach nur nicht zuviel davon in seine Abenteuer packen wollte. Und so kommt es dazu, dass man zum ganzen Amazonen-Metaplot und selbst zur Hintergrundgeschichte von Yppolita persönlich im Abenteuer "Goldene Blüten auf blauem Grund" mehr erfährt als in DGöDA.


    Aus dem Grund würde ich mir auch nicht zuviel erfhoffen, wenn ich alte Abenteuer lese; der metaplotrelevante Informationsgehalt ist teilweise dünner, als man glauben möchte.


    EDIT: Okay, meine Dusseligkeit: "Die Gabe der Amazonen" ist doch erst von 1987; also hat Ulli hier wohl rückwirkend die Plotfäden zusammengewogen.

  • Das gerade so manche Bücher die derische Geschichte ergänzen/erweitern - teils gar einige Computerspiele - mag auch eine Besonderheit von DSA sein (und die Boten nicht vergessen). Die Quellen verteilen sich kreuz und quer.

    Nur was davon historisch wichtig ist, u.a. Haus Gareth; Borbarads Rückkehr und seine Heptarchen; Phielasson, Travingen und Simyala, oder eher nicht, mag jeder für sich sehen. Es gelang jedenfalls früher oft den Autoren aus älteren Publikationen Sachen aufzugreifen (selbst aus dem gescheiterten Schwertmeister) und in spätere Abenteuer auftauchen zu lassen (wie so manche Artefakte aus "Fängen des Dämons" oder die "Taucherglocke" von Leonardo).

    Das machte für mich den Reiz an DSA aus - man kann öfters bekannte NSCs (Haupt- wie Nebenfiguren) treffen (denkt nur an die drei Abenteuer im Schwarzen Keiler ;)) wiedersehen. Artefakte (wie der Wellenreif) tauchen irgendwann wieder auf, bzw. finden ihre Bestimmung (wie der Donnersturm). Und dies war alles nie geplant ... es passiert einfach - wie im "wirklichen Leben".

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

  • Vielen Dank an alle die sich hier beteiligt haben.


    Ich hatte auch schon die Vermutung mit den paar AB die ich gelesen habe, dass ich da jetzt gar nicht sooo viel heraus holen könnte. Gerade bei den 1000 Ogern kam mir der Gedanke 'Das ist alles?'. ;) Viel später wurde erst alles ausgeschmückt.


    Wahrscheinlich ist es wirklich geschickter bei den Romanen zu bleiben wenn man für sich lesen will. Aber irgendwie machts mir Spaß in den alten Schätzchen zu schmökern...


    Danke Euch!

    hafgan

  • Ich habe heute mal wieder in "Secret Wars" von Marvel geblättert, wo viele bekannte Helden auf viele ihrer bekannten Gegner auf einem fremden Planeten (des Beyonders) stoßen und um ihr Leben kämpfen müssen. Dabei entstehen neue Helden (wie Spider-Woman) und Gegner, oder vermeidliche Tote (wie Klaw) tauchen wieder auf. Spider-Man erhält hier sein berühmtes schwarzes Kostüm (= Venom).

    Wieso erinnerte mich das so sehr an 7G? Bekannte NSCs (Luzelin, Radiri, Rakorium etc.) müssen gegen alte Schurken (Xerran, Galotta ect.) im Kampf gegen einen Halbgott antreten.

    Weder das eine besondere Comic-Sonderereignis noch die 7G-Kampagne waren vorher geplant gewesen. Doch sie funktionieren trotzdem. Abgesehen davon wie roh noch einige der Marvel-Bösewichter gezeichnet waren, und Wasp macht sich fast nur sorgen um ihre äußere Erscheinung. Aber "Secret Wars" hatte nur wenig Auswirkungen auf das Marvel-Universum (da es nicht auf der Erde spielte), jedoch auf Spider-Man, die FF (da Ben Grimm auf dem Planeten bleibt und She-Hulk seine Rolle solange übernimmt), Hulk (verliert anscheinend seine Intelligenz - mal wieder), Spider-Woman (neu dabei); und was Spider-Mans Kostüm angeht, da muß bereits eine Idee geplant sein ...

    Borbarads Invasion hingegen warf die gesamte Ostküste - und Maraskan - in dämonische Finsternis - die selbst heute (um 1040 BF) nicht völlig gewichen ist.

    Nimmt man beide Geschichten - ist weniger die Planung von Wichtigkeit sondern mit welchen Figuren ich da reingehe und womit ich hinauskomme.

    Während Spider-Man und Co. noch heute auf der Erde ihre Heldentaten vollbringen, drehte sich Dere weiter ... und hinterließ wenig neue berühmte Helden (NSCs). Die Verschmelzung von Romanen, Abenteuern, Botenartikeln und Regionalbeschreibungen ist mit DSA4 weit zurückgefallen ...

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

  • Während Spider-Man und Co. noch heute auf der Erde ihre Heldentaten vollbringen, drehte sich Dere weiter ... und hinterließ wenig neue berühmte Helden (NSCs). Die Verschmelzung von Romanen, Abenteuern, Botenartikeln und Regionalbeschreibungen ist mit DSA4 weit zurückgefallen ...

    Also, ich bin ja jetzt noch nicht so lange bei DSA dabei und habe Vieles noch nicht entdeckt. Falls mich mein Eindruck da täuschen sollte, dann tuts mir vorab schon leid und lerne gerne dazu. Aber was Du da schreibst, kommt mir genauso vor und die DSA seit Anbeginn in 3 Phasen einteilen:


    1. DSA Anfangszeit (bis zu den 7G):

    Vieles wurde einfach ausprobiert und vieles war nicht so gut (ich glaube da gibts sogar ein AB in dem Außerirdische spielen). Aber es war eine Pionierarbeit. Viele Regionen wurden mit Leben gefüllt. NSCs wurden aufgebaut und konnten sich später weiterentwickeln. Ich finde es spannend, die Romane, die später geschrieben wurden, diese Geschichten in neuem Licht erscheinen lassen (z.B. Galotta, Answin, Raidri). Genau deswegen lese ich gerne in der "Verschwörung von Gareth". Es erscheint irgendwie ursprünglich, aber plotmäßig ist es nur halb so ergiebig, wie man vielleicht auf ersten Blick meinen könnte. (Haben wir ja oben schon so besprochen).


    2. Die mittlere Zeit (7G bis zum Jahr des Feuers):

    Hier wurde echt der Metaplot weiterentwickelt. Umbruch der Regionen. Tod oder Weiterentwicklung oder Fallen vieler NSCs, Abenteuer und Romane, die das alles verbinden. Manchen Roman habe ich schon gelesen, aber ich schrecke noch davor zurück mich tiefer rein zu lesen, weil ich mich nicht zu sehr spoilern möchte. Aber das war wohl echt die Blütezeit.


    3. Neuzeit( Ab dem Jahr des Feuers)

    Das muss auch die Zeit gewesen (2006) sein, als auf 4.1 gewechselt wurde. Ab hier tue ich mich echt schwer für mich interessante Plots zu finden. Wenn ich mir die Produktpalette so ansah, was in der Zeit alles veröffentlicht wurde, dann lag der Schwerpunkt doch eher auf Hintergrundpublikationen. Die Regeln wurden extrem weiterentwickelt, das Generieren, die Regionalbeschreibungen, Themenbände, 'Dunkle Zeiten Box'. Jedoch finde ich da weniger 'legendäre' AB die mich so interessieren, wie die davor oder besser gesagt, der Fortgang der Story! Es Könnte aber auch daran liegen, dass es noch nicht zu lange her ist. Da gehts mir wie Dir zakkahrus ... falls ich Dich richtig verstanden habe.


    Alles ein sehr subjektiver, gefühlter Eindruck, bitte um Richtigstellung wo ich falsch liege!

  • Für mich gehören in die mittlere Zeit der Orkensturm (Jahr des Greifen) und der Khomkrieg. Die Answinkrise fühlt sich da tatsächlich wie ein Schwellenereignis der beiden 'Epochen' an.

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Also ich möchte dieser Einteilung so schon mehr oder weniger zustimmen.


    Dazu muss man aber auch sagen, dass die 7G-Kampagne - inbesondere in ihrer Überarbeitung - und ihr Nachspiel mit allem was dazu gehört eine ganz besondere Kampagne ist die unter den PnP-Abenteuern große Kunst ist mit einem Alleinstellungsmerkmal weit über DSA hinaus.

    Wären diese Kampagne und ihre zugehörigen Romane und Hintergrundpublikationen auf Englisch und nicht auf Deutsch erschienen, dann wären sie heute weltbekannt und ein Popkultur-Meilenstein in der weltweiten PnP-Szene.

    Ich denke zumindest nicht, dass es sowas ein zweites Mal gibt.


    Bei (A)D&D gibt es auch große Geschichten aber vor allem über hervorragende Fantasy-Romanreihen.

    Kaufabenteuer die so eine große und epische Geschichte wie die Borbarad-Kampagne derart erlebbar und interaktiv gestaltbar machen mit den SCs als Helden im Zentrum ... also wenn jemand in irgendeinem System ein zweites Epos dieser Art kennt bitte melden, ich wäre sehr interessiert!


    Aber so sollte man es auch sehen und einordnen.

    Genau wie nicht jedes Jahrzehnt ein "The Lord of the Rings" oder ein "A Song of Ice and Fire" erscheint, so wenig kann jedes Jahrzehnt auf Kommando eine Kampagnen-Saga wie "Die sieben Gezeichneten" erscheinen.

    Sowas ist ja keine Fleißarbeit sondern die Krönung von langem Worldbuilding und langer Entwicklung durch hervorragende kreative Köpfe für die sich dann zur rechten Zeit alles zu ihrem großen Werk zusammenfügt.


    Wer sowas 2030 für DSA will, der muss dafür heute das Feld bestellen und die Grundlagen legen aus denen sowas wachsen kann.

    Der muss heute anfangen verdammt gute Ideen zu verfolgen und zu kultivieren.

    So sehe ich das zumindest.

    Einen Anspruch sowas in DSA und Aventurien immer zu haben den fände ich absolut nicht realistisch.

  • Nö - offiziell beginnt die lebendige Spielwelt mit dem Khomkrieg, bzw. mit Boten 28 (Seite 2, 1990).

    Dies war der Praiosmond 15 Hal.

    Alles was zuvor geschehen ist, und nicht in der Ausbau-Spiel-Chronik-Liste festgehalten, ist daher sehr wage (hinzu kommt das 0-Hal-Chaos).

    Da nützt es wenig das bereits Bote 8 offizielles Regelwerk wurde, da selten Datumsangaben gemacht wurden.

    Das aventurische Datum - zum Boten - wurde erstmals beim AB19 mit abgedruckt: Firun 12 n.H.

    Schlimm waren die irdischen Anfangsjahre (speziell 1984 wo es noch nicht einmal eine "Weltkarte" gab), da wurde tatsächlich Aventurien kreuz und quer bereist - und so nebenbei erschaffen.

    https://de.wiki-aventurica.de/…nungsdatum/1984-1990#1989

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.

  • Also, ich bin ja jetzt noch nicht so lange bei DSA dabei und habe Vieles noch nicht entdeckt. Falls mich mein Eindruck da täuschen sollte, dann tuts mir vorab schon leid und lerne gerne dazu. Aber was Du da schreibst, kommt mir genauso vor und die DSA seit Anbeginn in 3 Phasen einteilen:

    Auffallend ist auch, wie umfassend das "hand-holding" in den ganz alten Abenteuern war.

    Nehmen wir nochmal DGDA als Beispiel: Das Abenteuer ist ein sogenannter Abenteuer-Großband mit beeindruckenden 83 Seiten. Aber wie ist das Abenteuer aufgeteilt?


    1. Nach der Anwerbung reist man von Beilunk aus nach Shamaham, wobei den Helden einige Begegnungen aufs Auge gedrückt werden.

    2. In Shamaham angekommen, darf man Informationen darüber sammeln, warum die Amazonen plötzlich durchgeknallt sind.

    3. Man reist weiter nach Kurkum, wo einem wieder einige Begegnungen aufs Auge gedrückt werden

    4. Kurkum selbst ist Raum für Raum beschrieben, mitsamt einer Liste der Werte für jede einzelne Amazone in der Burg.


    Aber wenn man sich das ganze mal bei Licht betrachtet, hat man es de facto mit einem Abenteuer zu tun, das aus einer langen Reise inklusive Zwischenstop in einem Kaff besteht, und einem Castle-Crawl - alles in allem ein eher dünner Story-Arc, mit ebensolchem Spannungsbogen. In späteren Abenteuer (oder einem von einem anderen Autoren) wäre diese ganze Inhalt mehr Teil einer weitaus umfassenderen Rahmenhandlung gewesen: Die Reise hätte man wohl größtenteils mit Verweisen auf Begegnungstabellen aus Hintergrundbüchern/boxen abgehakt, und nur die notwenigen Begegnungen thematisiert. Das Dort hätte es auch mit ein oder zwei Seiten bewenden lassen müssen und nicht deren 7 (!) bekommen, es wären einzelne Plotaufhänger vorgeschlagen worden, ohne aber eine komplette vorgefertigte Siedlung mit allem drum und dran zu beschreibe. Auch die Amazonenfestung wäre kaum so detailliert beschrieben worden; dafür ist der meiste Inhalt zu unspektakulär und irrelevant.


    Wenn ich daran denke, was Bernhard Hennen in den Phileasson-Vierteiler gepackt hat, sieht die Sache ganz anders aus...

  • (Du solltest dir mal die damaligen D&D-Abenteuer dazulegen ... gewisse Ähnlichkeiten sind da noch vorhanden ;))


    Das war noch vor 1990 ... zudem hatte Kurkum danach noch zwei Auftritte - unverändert. Nur das in einem Abenteuer so viele (seltene!) SA vorkamen, passierte nicht wieder. ^^

    Pflicht des Historikers:
    das Wahre vom Falschen, das Gewisse vom Ungewissen, das Zweifelhafte vom Verwerflichen zu unterschieden.