Schicksalsfäden [WoD - Scion]

  • Das Schicksal spinnt seltsame Fäden. Es erschafft sie, webt sie zusammen, ohne Sinn, ohne Ziel. Doch so mag es einzig der menschliche Betrachter sehen. Dennoch ist es in vielen Wegen nebulös und verwirrend, unvorhersehbar und schwer zu fassen; dann wiederum so klar wie der hellichte Tag, so fest in Stein gemeißelt wie die Naturgesetze höchstselbst.

    Es ist seltsam, das gute Schicksal. Und mal wieder spinnt es eine Geschichte, die man sich vielleicht mal erzählen wird.


    Eine Geschichte, die ihren Anfang in Paris nimmt, der Stadt der Liebe, der Stadt der Kunst und Kultur, einer Stadt im Herzen Europas.


    Und Paris bei Nacht sieht beeindruckend aus - besoders von oben. Sophie sitzt auf ihrem Begleiter und er fliegt lautlos durch die Luft. Die Lichter in allen Farben sehen wie ein endloser Sternenhimmel auf der Erdoberfläche aus, als wenn sich der Himmel spiegelt. Doch dieser ist heute hinter Wolken verhangen und nur fade dringt das Mondlicht durch die Nebelschleier des Himmels. Und das Schicksal hat Sophie hierher geführt, zumindest eine Nachricht, die ihre Neugier geweckt hat. Sie war immer schon eine neugierige junge Frau voller Enthusiasmus, wenn es darum geht, Mysterien zu erforschen. Wenn nicht Paris selbst ein Mysterium für sich ist, dann sicher der ominöse Grund, warum sie hier ist.

    Paris bei Nacht, eine Stadt, die ähnlich wie New York, niemals zu schlafen scheint. Feuchte Straßen spiegeln die Laternen und auf dem Asphalt schimmern Scheinwerfer von Fahrzeugen und die diffusen Lichter der Fenster. Der kalte Frühling lässt Dampf aus den Kanaldeckeln steigen; hier und da ist es ziemlich nebelig.


    Sophie macht noch eine Runde auf ihrem riesigen, tierischen Begleiter, der hier und da mit den Flügeln schlägt. Ace ist ein treuer Gefährte und trägt sie dort hin, wohin sie es ihm befiehlt. Der große Vogel trägt ihre Reisetasche zwischen den Kopfgroßen Klauen und lässt diese dann auf ein Zeichen auf einem Parkhausdach fallen. Eine weitere Schleife geflogen und Sophie springt ab, landet mit einer geschmeidigen Rolle auf dem nassen Beton neben ihrer Tasche. Sie winkt dem großen Greifvogel kurz nach, dann schultert sie die schwere Tasche. Es hat Vorteile, wenn man die strengen Ein- und Ausreisekontrollen so umgehen kann. Man spart sich eine Menge Erklärungsnöte, auch wenn es eigentlich nicht Rechtens ist. Aber Sophie kann einfach nicht lügen und so hat sie den Weg gewählt, der ihre Neugier am schnellsten bedient.

    Sie ist eine junge Frau von knapp 1,70 Meter Körpergröße. Sie ist schlank, athletisch und (für menschliche Verhältnisse) sehr hübsch. Nachkommen würden in ihr zwar auch eine gewisse Schönheit erkennen, aber es gibt hübschere Exemplare. Sie hat rötlich schimmernde Haare, die in einer wilden Mähne, aber durchaus gepflegt und ansehnlich, nach hinten wallen. Ihr Straßenoutfit ist eine recht eng anliegende, dunkle Lederkombi, die sonst so wohl eher von Motorradfahrern getragen wird - sie selbst besitzt solch ein Gefährt nicht. In einer Lederlasche am Gürtel hängt eine goldene Taschenlampe, die sich komplett vom Dunkel ihrer Kleidung abhebt. Dann öffnet sie die Tür zum Parkdeck und sucht sich ihren Weg zur Straße.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • Paris in einer lauen Sommernacht ist wunderschön. Paris in einer feuchtnassen, kalten Frühlingsnacht ist zwar immer noch schön, aber weit weniger, wenn man es nicht aus der Vogelperspektive, sondern mit beiden Füßen fest auf dem Erdboden betrachtet – eine Tatsache, die Sasha mit Bedauern zur Kenntnis nimmt. Heute Nachmittag ist er erst angekommen und die Aussicht aus dem Fenster des Jets war atemberaubend, doch jetzt am Abend, da der Himmel von Wolken verhangen ist und die Straßen trist und grau aussehen, muss er zugeben, dass er schon ein wenig enttäuscht ist. Irgendwie hatte er sich von der Stadt der Liebe (haha, wirklich komisch) ein bisschen mehr… Glamour erhofft. Da hilft es natürlich auch nicht, dass er erst den halben Weg zurückgelegt hat und seine Füße ihn bereits umbringen; retrospektiv war es eine dumme Idee, vom Hotel zum Club laufen zu wollen, aber er wollte es sich nicht nehmen lassen, einen Abstecher zur Seine zu machen und die Lichter der Stadt auf dem Fluss glitzern zu sehen. Vielleicht hätte es auch schon geholfen, etwas anderes anzuziehen, High Heels eignen sich irgendwie nicht für lange Spaziergänge. Aber er hat schon früh gelernt, wer schön sein will, muss nun mal leiden – und verdammt, wenn er heute nicht verboten gut aussieht. Oder wohl eher sie, wenn man’s genau nimmt, denn die entscheidenden Teile sind alle dort, wo sie hingehören, dank dem Schmuckstück um seinen… ihren Hals. Ist ja eigentlich auch egal, was sich unter der Kleidung verbirgt, widerstehen können würde ja doch niemand. Ein trotz der Umstände zufriedenes Lächeln legt sich auf volle, blutrote Lippen. Für seinen Besuch im VIP-Room hat er sichergestellt, dass er Eindruck hinterlassen würde – heute mal inklusiver weiblicher Reize. Ein knielanges, scharlachrotes Seidenkleid, schräg geschnitten und mit einem Ausschnitt, der zu Blicken verführt, ohne jedoch nuttig zu wirken, umhüllt elegante Kurven, die eigentlich gar nicht dort sein dürften und es dennoch sind. Das weißblonde, leicht wellige, schulterlange Haar ist zu einer aufwändigen Frisur geflochten und hochgesteckt; ein Paar schwarzer Lackpumps, Silberschmuck und relativ schlichte Perlenohrringe vervollständigen das Outfit zusammen mit einer sündhaft teuren Handtasche passend zum Kleid. Das Gesicht zu diesem Körper ist da nicht minder umwerfend: strahlend blaue Augen betont durch schlichtes, aber effektives Make-Up, hohe Wangenknochen, makellose Porzellanhaut – nicht nur nach sterblichen Maßstäben ein Anblick von echter Schönheit. Sasha hat nichts zu verstecken, doch dem Wetter geschuldet liegt ein weicher, weißer Pelzmantel um seine Schultern drapiert (es gibt Leute, die behaupten, Pelz zu tragen sei Mord, aber ihn interessiert das nicht). Sein stiller, aber wachsamer Begleiter hält für den Fall der Fälle einen aufgespannten Regenschirm über seinen Kopf. Süß von ihm, nicht wahr? Und er sieht auch noch so schick aus in seinem schwarzen Anzug… beinahe gut genug zum Vernaschen. Aber das würde sich Sasha für später aufheben, Felix läuft ihm ja schließlich nicht weg. Und es würde sich auch niemand anders wagen, sich an seinem Bodyguard zu vergreifen, denn Sasha ist nicht dafür bekannt, seinen großen, breitschultrigen Beschützer mit dem dunklen Haar und den tiefbraunen Augen gerne zu teilen.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Helena läßt sich mehr oder weniger ziellos durch die Straßen treiben. Etwas wird passieren, soviel ist klar, und sie wird eine Rolle darin zu spielen haben. Ihr Verlangen nach sowas trivialem wie Details hat sie mittlerweile aufgegeben. Erzwingen bringt nichts, das weiß sie selber, aber auf etwas zu warten, von dem sie nicht weiß, was es ist, wie es aussieht oder wann es eintritt... Das konnte sie noch nie gut, und obwohl sie sich gerne für eine geduldige Person hält, kann sie nicht sagen, daß es sie nicht doch jedesmal wieder furchtbar nervt. Aber da Lamentieren nicht hilft, wartet sie eben. Und da sie sich nicht gerne den Hintern platt sitzt, während sie wartet und auch nicht besonders gut schläft, geht sie eben. Einen Schritt setzt sie vor den anderen. Paris also ! Ihre Blicke streifen die Gebäude um sich herum, während sie den Weg nachdenklich fortsetzt und sich zusamenstückelt, was sie so über die Stadt weiß. Was zugegebenermaßen nicht eben viel ist...


    Den Franzosen von Welt mag es gruseln, wie die drahtige Endzwanzigerin mit den etwas über schulterlangen blonden Haaren da über den Bürgersteig geht, in der rechten Hand das belegte Brot, an dem sie währenddessen kaut, in der Linken das Bier, das sie nur deshalb noch nicht in die Tonne getreten hat, weil sie dann fast 10 Euro verschenkt und dann auch nichts mehr zu trinken hätte. Vor der Brühe hat sie natürlich keiner gewarnt ! Turnschuhe, Jeans und das rote T-Shirt an sich lassen sie nicht sonderlich auffallen, natürlich, das besorgt ihr Schweinefranzösisch schon, wenn sie denn mal mit Leuten reden muß. Der kleine Rucksack, den sie mit sich herumträgt, mag sie auch zumindest als Auswärtige verraten.


    Wo hat sie ihr alter Herr wohl jetzt wieder reingeritten ?

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Der erste Weg führt natürlich in ein Hotel. Sophie hat sich zugegebenermaßen vorher schlau gemacht und in Parkhaus gewählt, das nahe einer kleinen Pension ist. Und sie hat sich vorher ein paar Euro gewechselt. So hat sie ein kleines Zimmer mit viel kleinerem Bad, aber das sollte ausreichen, legt die Tasche vor ihr Bett und schaut aus dem Fenster, das vom Regen nass ist. Dann nickt die junge Kanadierin, dreht sich um und öffnet die große, schwarze Reisetasche. Es scheppert und rumpelt. Kurz darauf ist sie auf dem Flur, schließt die Tür ab und geht hinaus auf die Straße. Der warme Atem der Frau kondensiert sofort, aber für ein Nordlicht wie Sophie eine ist, ist sie viel kälteres Klima gewohnt. Auch wenn sie es nicht mag, kann sie damit leben.


    Knapp 30 Minuten Später steigt sie aus dem Bus aus, der sie in die Innenstadt gebracht hat. Hier haben die Läden noch lange offen, überall sind Licher an und Schilder beleuchtet. Das Partyvolk ist unterwegs, doch das ist erstmal egal. Sophie möchte keine Party besuchen. Viel mehr will sie sich die Innenstadt einprägen. Den Stadtplan auf G-Maps ist im Kopf, aber zu sehen wie es auf den Straßen aussieht, ist eine ganz andere Sache. Sie plant gerne, sie bereitet gerne vor, und somit nutzt sie die Zeit, die Umgebung kennenzulernen. Morgen möchte sie dann dem Hinweis nachgehen, dem sie nur folgen kann, wenn die Öffnungszeiten ordnungsgemäß eingehalten werden - und ins Louvre einbrechen ist nicht gerade das intelligenteste.

    There are some battles that you can never win. Trying to explain jokes is one of them.

  • Bald kommt die Stichstraße zum Club in Sicht, doch Sasha entscheidet sich spontan, stattdessen die nächste Abbiegung zu nehmen, und zieht seinen Begleiter am Arm weiter, als dieser sich vom Fluss abwenden will. Dunkelbraune Augen werfen ihm einen fragenden Blick zu. "Madam?" Ohhh, er ist ja so süß, wenn er verwirrt ist. "Shush, Felix. Wir machen nur einen kleinen Umweg." Der Bodyguard nickt ergeben und folgt ihm weiter das Flussufer entlang. "Jawohl, Madam." Sasha ist sich bewusst, dass die Abweichung von der ausgemachten Strecke seinem Begleiter nicht gefällt, aber ist ja nicht so, als würde der Umweg sich nicht lohnen.

    Denn keine 300m weiter erhebt sich eins der Wahrzeichen Paris' direkt neben der Seine. Der Louvre ist ein eindrucksvolles Gebäude, groß und majestätisch strahlt der ehemalige Palast auch heute noch eine durchaus royale Erhabenheit aus. Auch die Glaspyramide auf dem Vorplatz hat ein gewisses Flair, gerade am Abend, wenn sie hell erleuchtet ist, dennoch ist Sasha der Meinung, dass es sich dabei um einen unnötigen Zusatz zu der Eleganz des historischen Baus handelt. Moderne Architektur schön und gut, aber hier dann doch einen Hauch fehl am Platz. Leider, leider ist sein Urteil darüber für seinen Auftrag hier in Paris jedoch relativ irrelevant. Wenn der Designer das Shooting unbedingt hier stattfinden lassen will, dann soll es eben so sein. Er würde nochmal in Isabelles E-Mail schauen, was genau jetzt eigentlich verlangt war. Seine Managerin hatte ihm irgendwas von Aufnahmen für einen Werbespot erzählt, für die erste Parfum-Kreation eines aufstrebenden Designers oder so. Sasha muss zugeben, nachdem sie "Paris" gesagt hatte, hat er nicht mehr so genau zugehört. Wie dem auch sei, das Shooting ist sowieso erst in zwei Tagen, also noch massig Zeit bis dahin. Zeit, die er definitiv vorhat auszunutzen.

    Auch am heutigen Abend ist vor dem Museum viel los - Touristen, Einheimische, Nachtschwärmer, und Nachzügler auf dem Heimweg, allerhand bunt gemischtes Volk. Sasha zieht in seinem Outfit natürlich Blicke auf sich, aber das ist er ja gewöhnt. Schließlich ist sein Gesicht hinreichend bekannt. Vereinzeltes aufgeregtes Getuschel fällt ihm ebenfalls leicht zu ignorieren, und in Felix Anwesenheit traut sich niemand, ihm zu nahe zu kommen. Naja, fast niemand...

    Irgendwo etwas links von ihm werden Stimmen lauter, zwei Franzosen, die sich anschreien. Zwar versteht er kein Wort Französisch, aber der Tonfall und die Lautstärke lassen Sasha vermuten, dass sie sich gegenseitig Beleidigungen an den Kopf werfen. Mehrere Leute haben sich bereits umgedreht, um zu sehen was los ist; ein relativ desinteressierter Blick Sashas in die entsprechende Richtung zeigt neben den beiden streitenden jungen Männern außerdem eine ziemlich eingeschüchtert wirkende junge Frau, die hilflos daneben steht und wohl nicht so recht weiß, was sie machen soll. Sieht aus, als hätte sie sich zum Ausgehen schick gemacht, bevor dieser Streit sich zwischen sie und einen lustigen Abend in den Clubs der Stadt gestellt hat. Tja, Pech für sie. "Madam..." Felix' leicht drängende Stimme holt ihn aus seinen Gedanken wieder ins Hier und Jetzt zurück und mit einem leisen Schnauben wendet er sich seinem Beschützer zu, um ihm ein strahlendes Lächeln zu schenken. "Felix?" Dieser fühlt sich wohl tatsächlich ein wenig unwohl. Wie süß. "Madam, ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich denke, es wäre ratsam, hier nicht länger als nötig zu verweilen." Ahhh, ist er nicht herzallerliebst? Macht sich Sorgen wegen ein paar übermütiger Streithähne und ihrem zu hohen Testosteronspiegel. Naja, wenn er sich dann besser fühlt, will Sasha mal nicht so sein. "Oh, aber natürlich, Darling. Wollen wir dann?"

    Besonders weit kommen sie allerdings nicht. Bei Felix untergehakt steuert er zielstrebig auf das andere Ende der Stichstraße zu, als neben ihnen ein dumpfes Klatschen ertönt - und einer der Streitenden sich rückwärts stolpernd direkt vor Sashas Füßen lang macht, sich dabei die blutende Nase haltend. Sofort schrillen bei Felix die Alarmglocken los, während Sasha jedoch bloß pikiert auf den am Boden liegenden Franzosen herab blickt, welcher seinerseits ziemlich verdattert zu ihm hoch schaut - genau unter das rote Seidenkleid. Perversling.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

    [quote]
    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Vor kurzem war Sophie noch in einem 24h Shop und hat sich einen Ringblock und einen Bleistift zugelegt. In einer Plastiktüte trägt sie ihre Beute zur Seine und will Abends den Louve zeichnen. Auch zum Zeitvertreib; aber auch, um sich im wahrsten Sinne ein Bild von dem Gebäude zu machen. Fotos wären zwar einfacher, aber keine Kamera der Welt kann in der Nacht so perfekt fotografieren, wie sie sehen kann. Zugegeben, ihre Wahrnehmung war hinreichend schlecht für ihresgleichen, aber für sie ist die hell erleuchtete Nacht so strahlend wie der Tag. Blitzlicht einer Digicam wirkt da wie amateurhafte Beleuchtung.

    So sitzt sie schon eine Weile auf einer feuchten Parkbank vor dem großen Gebäude und hat angefangen die ersten Linien zu ziehen, da ertönt Radau. Sie bemerkt es nicht - Anfangs. Erst als ein Frauenschrei die Nacht durchbricht, blickt sie auf. Zwei dutzend Meter weiter scheint sich jemand zu prügeln, wie es aussieht. Sie dreht sich, zuerst aus Niegierde, auf der Bank so, dass sie zusehen kann. Das sind Belange der Menschen, in die sie sich besser nicht einmischt, sofern nicht notwendig.

    "Uh...", lässt sie dann heraus, als ein großer Kerl zu Boden geht. Sie hat zwar keine Details erkennen können, aber es scheint wohl eine sehr aufgeheizte Stimmung zu sein. Sie steckt ihren Block in die Plastiktüte, den Stift zwischen die Ringe, welche die Papiere zusammenhalten und steht auf. "Sicher ist sicher. Hab noch die ganze Nacht Zeit...", murmelt sie und schlendert etwas näher, nur um sich an die nächste Laterne zu lehnen, damit sie zusehen kann. auch wenn das meiste wahrscheinlich schon wieder vorbei ist.

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  • Empört verzieht Sasha den Mund und macht einen Schritt zurück, während er gleichzeitig mit den Fingern schnippt. "Felix." Der reagiert dann auch prompt und zieht den Kerl, der seinem Boss da gerade relativ ungeniert unter den Rock starrt (und wohl viel zu überrascht ist, um sonst irgendwas zu tun), mühelos am Kragen wieder auf die Füße. Sasha betrachtet den Typen und seine blutende Nase einen Moment lang missbilligend - dann verpasst er ihm eine schallende Ohrfeige. Er ist vielleicht kein solcher Kraftprotz wie sein Bodyguard, aber das tut trotzdem weh. "свинья (Schwein)."

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  • Da ist jemand aber zickig. Gut, Sophie hätte ähnlich empört und aufgebracht reagiert, das muss sie sich schon eingestehen, aber eigentlich kann der arme Tropf ja nichts dafür. Er wurde ja umgeboxt. Im Nachhinein ist diese Erkenntnis immer da, aber im Eifer des Gefechts meistens nicht sehr eingängig. Nun, er wird es sich jetzt sicher zwei mal überlegen, sich um ein Mädchen zu streiten. Sowieso eine total lächerliche Form der Zurschaustellung männlicher Dummheit. Muskeln und viel Gebrüll - da kann sie auch ins Affenhaus eines x-beliebigen Zoos gehen. Sophie schüttelt den Kopf. Vermutlich wird der Typ gleich wieder losgelassen und taumelt wie ein Hund davon, geschlagen, peinlich berührt und erniedrigt. Allerdings ist da noch der andere Verursacher des Streits und die schillernde Person im (neuen) mittelpunkt der Szenerie. Das war Russisch, was die Frau von sich gab. Ganz ruhig steckt sich Sophie einen Ohrstöpsel ins Ohr und sucht im Internet nach russischen Sprachproben am Handy. Auf einem Ohr hört sie dort zu, während es spannend bleibt. Nach einer halben Minute hat sie genug Russisch gehört, um die Sprache zu verstehen.

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  • Völlig orientierungslos stolpert der Franzose dann auch tatsächlich von dannen, als Felix ihn wieder loslässt, und Sasha will bereits brüskiert davon stolzieren, doch da stellt sich ihm der zweite Beteiligte an dem Streit entgegen und beginnt, in ziemlich schnellem und erregtem Französisch auf ihn einzureden, wobei er auch ziemlich wild gestikuliert. Die Blondine vor seiner Nase wirft ihm einen vernichtenden Blick zu, während Felix hinter ihm (ihr) Stellung bezieht und bedrohlich aussieht, und antwortet dann deutlich säuerlich in fließendem Englisch, aber mit hörbarem russischem Akzent: "Wenn du mir was zu sagen hast, benutz Englisch. Oder Russisch." Das scheint den Kerl allerdings nur noch mehr aufzuregen.

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Das wird garantiert noch eskalieren. Eine Seite versteht kein Französisch und die andere will kein Englisch kapieren. Dummheit mit Löffeln gefressen. Aber, kann ja nicht jeder die Sprachen auf die Weise lernen, wie Sophie, die es quasi modern ausgedrückt, in ihrer DNS hat. "(Französisch) Reg dich ab, die beiden verstehen dich nicht.", ruft Sophie dem aufgebrachten Schläger zu. Dann in Russisch: "Geht weiter, ich regel das schon. Keiner soll mehr verletzt werden."

    Dann tritt die junge Frau vor und versucht zwischen die beiden Parteien zu treten. "Hier gibt es nichts zu sehen.", setzt sie einmal auf Französisch und Russisch an.

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  • Überrascht dreht Sasha sich um und lässt den Franzosen einfach dumm stehen, als ihn jemand auf Russisch anspricht. Davon ist der Streithahn natürlich überhaupt nicht begeistert, doch Felix hält ihn mit einem grimmigen Blick und einer Hand auf seiner Brust davon ab, hinterher zu gehen. Relativ schnell ist die junge Frau ausfindig gemacht, die sich da einmischt, und Sasha mustert sie skeptisch mit einer gehobenen Augenbraue. Aha, eine Bikerin. Und die will das jetzt regeln. So, so... Ebenfalls auf Russisch erwidert er: "Schätzchen, ich weiß ja nicht, ob du es mitbekommen hast, aber dieser Herr hat offenbar ein Problem mit mir. Wenn er das nicht in den Griff bekommt, wird Felix das schon regeln. Kein Grund, sich einzumischen." Obwohl er nicht in ihre Richtung sieht, nickt der Bodyguard einmal. "Natürlich, Madam."

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  • Ouch! Wunder Punkt, der getroffen wurde. Schätzchen ist ein Schlüsselwort, das Sophie sofort um zwei Stufen wütender macht, als sie eigentlich sein will. "Tja, tu ich aber. Wenn sich jeder beruhigt, wird das noch friedlich von statten gehen.", kommt auf Russisch. Jetzt ist Sophie relativ angepisst. Aber sie beherrscht sich. Die letzte Person, die sie inhaltlich 'Schätzchen' nannte, wurde von ihr eiskalt bestraft. Diesmal wird sie aber noch zurückhaltend sein - nimmt sie sich vor.
    "Und du verschwindest. Ihr alle: Haut ab! Die Show ist vorbei.", ruft sie in der hiesigen Landessprache.

    Dann wieder an die elegant gekleidete Dame gerichtet: "Pfeiff deinen Glücksjungen zurück. Ist besser so."

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  • Weiter weg ist Lärm von der ziemlich eindeutigen Sorte zu hören. Helenas Russisch ist deutlich besser als ihr Französisch, aber Ton und Lautstärke sind international... Man muß kein Sprachgenie sein, um zu erschließen, was da vor sich geht. Als sie um die Ecke biegt, taumelt ein Mann nur knapp an ihr vorbei. Nase nicht eingeschlagen aber zumindest hat er eins mitbekommen. Während sie die letzten Reste ihres Brotes kaut, fingert sie eine zerdrückte Zigarette aus der Tasche und steckt sie zwischen die Lippen. Sie kann sich denken was jetzt kommt und verdreht kurz die Augen. Es läuft ja doch immer auf das eine hinaus, oder ?

    Die Szene ist schnell überblickt. Zwei Männer, zwei Frauen. Ein Mann und eine Frau, die zusammenzugehören scheinen, der andere sieht mehr wie ein Kollege von Taumelnase aus, also ist die letzte wohl alleine. Hm.

    "(Russisch)Is'n hier los ? Zu oft Fight Club gesehen ?"

    Als ob sie sich jetzt erst wieder an das Feuerzeug in der Hand erinnert, zündet sie die Kippe an, während sie die letzten Meter überbrückt.

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • "Oh, Sweetheart, ich bin ganz ruhig." antwortet Sasha Sophie mit einem süffisanten Lächeln. Die ist aber leicht reizbar... wie amüsant. Dann wendet er sich halb ab und meint über die Schulter: "Felix, werd dieses Subjekt los, das Geplappere nervt." Anschließend wieder in Richtung Sophie: "So, Honey, wo waren wir? Ach ja, du wolltest mir erklären, was ich zu tun und zu lassen habe... Ich bin ganz Ohr, Darling." Dabei schenkt er ihr ein Lächeln, dass ebenso falsch wie strahlend ist, während Felix den aufgebrachten Franzosen einfach wegschiebt. Der scheint allerdings tatsächlich keine Lust zu haben, sich mit dem Hünen anzulegen, und geht fluchend davon.

    Der jungen blonden Frau, die sich jetzt auch noch einzumischen meint, wirft er nur einen kurzen, angewiderten Blick zu - unsaubere Aussprache, die Auswahl der Klamotten so öde, das man beim Hinsehen fast schon einschläft, mieser Filmgeschmack und dann auch noch mit Bier in der Hand und etwas, das mit viel Fantasie noch als Zigarette durchgehen könnte. Bah.

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  • Auf den ersten Blick erkennt Sophie die Abscheu im Blick der Frau, als die Blondine dazutritt. Sie lächelt gezwungen. "Zuerst mal behandelt man Menschen nicht so herablassend. Würdest du mich ebenfalls 'entfernen lassen', sollte ich ausversehen unter deinen hässlichen Rock schauen? Mal im Ernst, welcher Vollidiot denkt sich so einen Fummel aus? Und dass es Menschen gibt, die sowas tragen..." Sophie winkt ab. "Aber manchmal rennt man gegen Betonwände gemischt aus Dummheit und Arroganz. Ich hab Besseres zu tun."

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  • Für einen Moment huscht so etwas wie Irritation über Sashas Züge, aber anstatt sich aufzuregen, runzelt er bloß die Stirn und sieht leicht mitleidig auf Sophie herunter (sowohl wortwörtlich, als auch im übertragenden Sinne). "Schatz, wirklich, unter welchem Stein hat man dich denn vor geholt? Das ist kein Fummel, das ist Haute Couture von Versace. Und für den Fall, dass man dir das in deinem Land auch nicht beigebracht hat, einer Lady unter den Rock zu schauen ist unhöflich." Dann verziehen sich die dunkelroten Lippen jedoch wieder zu einem Lächeln und er zwinkert Sophie einmal spöttisch zu. "Vielleicht würde ich für dich aber eine Ausnahme machen." Fast als Nachgedanke fügt er allerdings noch hinzu, begleitet von einer wegwerfenden Geste einer perfekt manikürten Hand: "Übrigens, Sweetness, sich nach zwei Minuten der Bekanntschaft bereits ein Urteil über jemandes Intelligenz erlauben zu wollen, spricht nicht gerade von eben selbiger."

    Felix tritt dann auch hinzu und bezieht wieder seine übliche Position schräg hinter Sasha. Im Gegensatz zu diesem ist ihm sein Missfallen über Sophies Äußerungen jedoch deutlich anzusehen.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • Daraufhin atmet Sophie einmal durch. "Es gibt viel Schönes in der Welt. Allerdings ist hier nichts davon zu sehen. Einen angenehmen Abend voll falschem Lachen und aufgesetzter Höflichkeit." Dann dreht sie sich um und beschließt, irgendetwas Hässliches zu zerstören, um sich abzureagieren. Irgendetwas, das schon zerstört ist, wie brachliegende Gebäude oder so. Der Klügere gibt in diesem Fall nach und der Anlass dieses Streits ist es nicht wert, den Vulkan, der in ihr brodelt zum ausbrechen zu bringen.

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  • Was man hier für Gestalten auf die Straße läßt... Huuuuui !

    Sie hat den angewiderten Blick wohl bemerkt, der ihr aber nur ein kurzes Grinsen entlockt. Über solche Leute regt sie sich nicht auf, auf ihre Weise tun sie ihr sogar leid. Gerade wenn sie so offensichtlich außerhalb ihres gewohnten Umfeldes sind. Sie mustert Sasha kurz mit einem anschätzigen Blick. Felix taxiert sie deutlich länger und aufmerksamer. Er ist immerhin die größere direkte Quelle von Ärger im Moment.

    "(Englisch) Was treibt sich und deinen Prinzen zum Mieten zwischen den Pöbel ? Ist dir langweilig, Snegurotschka ?"

    Der Akzent verrät sie als Nicht-Muttersprachler, klingt aber ein wenig förmlicher als ihr Russisch.

    ROMANES EUNT DOMUS !

  • Sasha sieht Sophie noch einen Moment hinterher und wendet sich dann mit einem gedanklichen Achselzucken ab. Das kommt eben mit dem Business - wenn man nicht die Art Person ist, hinter jemandes Rücken über ihn oder sie zu lästern und im nächsten Moment eine herzliche Umarmung hinzulegen und einen auf beste Freunde zu machen, würde man früher oder später an der Scheinheiligkeit kaputt gehen. Wie gut, dass Sasha verdammt geübt im Interesse heucheln ist...

    Oh, ach ja, diese blonde Ausländerin in den furchtbar langweiligen Klamotten ist ja auch noch da. Und jetzt spricht sie ihn auch noch an. Sowas. Naja, immerhin ist ihre Aussprache jetzt deutlicher. Schneemädchen nennt sie ihn, wie reizend. Wenn die wüsste, dass er Schnee nicht ausstehen kann. Dennoch lässt er sich zu einem Lächeln und einer Antwort herab, jetzt ebenfalls auf Englisch. Vielleicht ist sie ja einfach so unterprivilegiert, dass sie solche Lumpen anziehen muss. Das entschuldigt aber trotzdem nicht Bier und Kippe. Das ist einfach nur niveaulos, so mitten auf der Straße. "Felix und ich sind auf dem Weg in den VIP-Room. Der Pöbel kam lediglich auf die Idee, zwischendurch für etwas Aufregung zu sorgen."

    Helena kann jedoch schon bevor Sasha sich ihr zuwendet Felix' wachsamen Blick auf sich ruhen sehen. Kühl erwidert er ihre Musterung, ohne sich dabei groß irgendwelche Gefühlsregungen anmerken zu lassen. Nicht mehr jedenfalls.

    "Ah, Felix, Süßer, du kannst den Regenschirm jetzt übrigens einklappen, ich glaube, den brauchen wir erstmal nicht mehr." setzt sein Boss dann noch an ihn gewandt hinzu; eine Aufforderung, der er mit seinem üblichen folgsamen "Ja, Madam." nachkommt.

    ‘Are you deliberately collecting animated heads, Johannes?’ he asked.
    Cabal frowned, then accepted the point. 'Not deliberately. It just happens.’

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    The Brothers Cabal, Jonathan L. Howard

  • VIP-Room, hm ? Da helena nicht von hier ist, muß sie Schneewittchens Äußerung wohl oder übel für voll nehmen, da sie keine Ahnung hat, wo besagter Raum ist oder wo die und ihr Prinz zum Mieten jetzt genau herkommen. Aber ein mieser Nachgeschmack bleibt trotzdem.

    "Naja, trotzdem schon ein wenig aufreizend, hier so rumzuspazieren, nicht ? Ist ja jetzt nicht unbedingt deine Gegend, denke ich mal. Hast du da nen Auftritt, oder was ?"

    Wenn dem Esel langweilig wurde, ging er aufs Eis tanzen. So wohl auch hier. Aber das war dann wohl die Art und Weise, wie man sich in den oberen Zehntausend amüsierte ? Mußte schön sein, wenn man sich Freunde kaufen konnte.

    ROMANES EUNT DOMUS !