Unterschiede zwischen Rittern und Rondrageweihten

  • Huhu, ich bin gerade dabei mir einen Weidener Ritter zu basteln, einen dienenden Ritter, den verlängerte Waffenarm seines Herren und Schwertvaters.


    Wenn mein Ritter nun ein gläubiger Mann ist... wie unterscheidet dieser sich nun in seinem Verhalten zu einem Rondra-Geweihten. Ich stelle mir vor, dass der Ritter auch zu Rondra sprechen wird, bevor er Goblins aus einer Höhle vertreibt oder streunende Orks jagt. Der Ritter ist genauso verpflichtet durch seine Tugenden den Schwachen und in Not geratenen zu helfen, wie es der Rondra Geweihte ist.


    Wodurch unterscheiden sich die beiden? Was täte der eine was der andere nicht täte...?


    (Nur um es klar zu machen, ich möchte nun keine Werte- und Regeldiskussion es geht mir allein um die Darstellung)

    • Hilfreich

    In der Tat steht der Schwertadel dem Rondratum sehr nahe, allerdings ist der Rondrageweihte auch Priester, demnach ist es an ihm Zeremonien/Messen zu halten, Segen zu sprechen und die Macht Rondras zu mehren. Gleichzeitig hat der Geweihte eine Institution im Rücken stehen, die ihn sowohl spirituell wie auch finanziell unterstützen könnte.
    Der Ritter hingegen entspringt dem Adel, ist demnach einer anderen Gerichtbarkeit unterstellt und eher weltlich orientiert. Für den Ritter stehen politische Diplomatie eher im Vordergrund, als sein strenger Glaube. Der Ritter ist nuneinmal zuerst seinen Untertanen (oder denen seines Herren) verpflichtet und danach erst seiner Religion. Sein Herr würde ihm etwas husten, wenn er lieber dem nächsten Heerzug in die schwarzen Lande folgt, als sein Haus und Hof zu verteidigen.

    Von den einzelnen Handlungen her, kann der Ritter allerdings auch einen sehr strengen Glauben vertreten und dies z.B. innerhalb der Gruppe zu Ausdruck bringen. (Zeigt offen eine Abneigung gegen Armbrüste, missbilligt Hinterhältigkeit, etc).
    Allerdings ist der Ritter dabei deutlich freier, er kann im Notfall auch seine rondrarische Erziehung zugunsten eines höheren Zieles hintenan stellen, für den Geweihten ist soetwas deutlich schwerer.

  • In dem Verhalten wird es kaum einen Unterschied geben.


    Der Geweithe kann halt nur Segnungen sprechen und Gläubige betreuen, während der Ritter das als "Akoluth" auch amcht. Tatsächlich würde ich empfehlen, den Vorteil Akoluth mitzunehmen...

    Nietzsche und Amazeroth - Also sprach Zarathustra (zweiter Teil):


    Was erschrak ich doch so in meinem Traume, dass ich aufwachte? Trat nicht ein Kind zu mir, das einen Spiegel trug?

    "Oh Zarathustra - sprach das Kind zu mir - schaue Dich an im Spiegel!"

    Aber als ich in den Spiegel schaute, da schrie ich auf, und mein Herz war erschüttert: denn nicht mich sah ich darin, sondern eines Teufels Fratze und Hohnlachen.

  • Den gesamten Bereich des Priesters deckt der Ritter natürlich nicht ab.


    Den weltlichen Bereich, das Verwalten von Land als Braon/Graf/Fürst/König/was auch immer, deckt der Geweihte nicht ab.


    In allen restlichen Belangen: Das lässt sich nicht so sagen. Pauschal zu sagen, dass ein Ritter etwas freier ist, ist falsch. Es kommt auf den Ritter an, genauso wie es auf den Geweihten ankommt. Es mag sogar auch einen rondrianischen Ritter geben, der frommer und konsequenter ist, als es manch ein Rondra-Geweihter ist. Die Prinzipien, nach denen ein Rondra-Geweihter handelt, können komplett übernommen werden, wenn sich der Ritter dazu entscheidet, dass er den Lehren und Prinzipien der Rondra-Kirche so nahe steht.


    Der Ritter ist nuneinmal zuerst seinen Untertanen (oder denen seines Herren) verpflichtet und danach erst seiner Religion.

    Und auch diese Prioritäten sind religiöser Natur, da hier der Praios-Glaube eine immense Rolle spielt. Das könnte ein weiterer Unterschied sein: Für Ritter mag die Praios-Kirche einen anderen Stellenwert einnehmen.

  • Ritter könne auch der Traviakirche einen hohe Stellenwert beimessen (Orden der Gänseritter) und Heim und Gemeinschaft als oberste Priorität haben (Schutz der Schwachen/Familie/Untergebenen) oder sich der Kunst und Minne hingeben und einen auf Adelshöfe, Turniere und schöne Lebensführung ausgerichtete Gesinnung haben. Der Kampfaspekt ist dann mit denen eines Schwertgesellen oder Schaukämpfers vergleichbar und auf Ästethik und Grazie ausgelegt, denn auf Kraft und Gewalt ... so ein Turnier-hopper der fast horasische Züge in sich vereint und als Freigeist oder Schönling eventuell belächelt wird macht auf dem Abendlichen Parkett am Hofe aber genauso eine gute Figur, wie im Turnier beim Zweikampf oder Tjost (sofern die Talente dementsprechend sind) und kann somit Überraschen ... und das ein oder andere "Frauenzimmer" bzw. "Männerherz" für sich erwärmen.

  • Ich stimme meinen Vorredner_innen zu. :)


    Geweihte kümmern sich besonders ums Seelenheil. Für Rondrageweihte wäre das Erziehung zur Ehrenhaftigkeit, Regulierung legitimer Kämpfe wie Turniere, Duelle und Fehde, Therapie von Kriegstraumatisierten, Moraloffizier in Streitkräften und Würdigung von Held_innen und ihren Taten auch vor deren Hinterbliebenen.

  • Ein Rondrageweihter ist wesentlich "uniformer" als ein Ritter; bei letzterem ist die Bandbreite möglicher Verhaltensweisen deutlich größer.


    Ein Ritter kann zB mit gutem Gewissen mehr Edler als Krieger sein:

    - ein Ritter muss nicht zwangsläufig Rondra als Hauptgöttin verehren: Für den Adel ist zB auch Praios ein durchaus attraktiver Gott.

    - ein Ritter ist kein Priester, sondern hat ganz andere und vor allem deutlich weltlichere Prioritäten.

    - ein Ritter muss sein Leben nicht zwangsläufig am Kampf ausrichten bzw. er kann im Laufe seines Lebens andere Ziele verfolgen: Es besteht keine Verpflichtung, dauerhaft im Kampf zu stehen bzw sich immer darauf vorzubereiten - er kann auch irgendwann fett und träge werden oder sich mehr der Administration als dem Kampf widmen.


    Ein Ritter ist weniger an bestimmte Werte gebunden:

    - auch wenn das Charaktererstellungskit es nicht unbedingt vorsieht, ist auch ein Ritter ohne Prinzipientreue denkbar: Bloß weil jemand ein Ritter ist, bedeutet es nicht, dass er auch (in DnD-Termini) "Rechtschaffen Gut" oder "Rechtschaffen Neutral" sein muss; der Rondrageweihte hat da weniger Spielraum. Denn nur weil jemand kein Raubritter ist, heißt das noch lange nicht, dass er zu "den Guten" gehört. Und ein Ritter kann komplett von seinen Prinzipien abfallen, ohne dass das irgendwelche Konsequenzen hat (wenn er es geschickt anstellt) - ein Geweihter (gleich welcher Gottheit) kann das eher nicht abziehen.

    - Daran anknüpfend: Ritter ist letztlich vor allem ein Titel. Ein gemeiner Söldner kann durch seine Taten auch in der Hierarchie aufsteigen und den Rang eines Ritters verliehen bekommen. Das bedeutet allerdings nicht, dass er plötzlich automatisch zum edlen Rittersmann aus den Minneliedern wird.

  • Danke schonmal für eure Hilfe. Da sind ein paar Sachen drin die mir helfen. Aktuell versuche ich die Waage zu finden zwischen dem was ich zu tun gedenke, und was meine Verpflichtungen anbelangt.



    Waldbert Storchenkuhl zu Hirschenbruch begleitet die Tochter seines Herren zu einer Hochzeit. Sie ist selbst auf Suche nach einem Gatten, der mit ihr zusammen, an ihrer Seite, in wenigen Jahren die Aufgaben des Vaters übernimmt. Waldbert soll ein Auge darauf werfen... Waldbert weiß aber auch, dass er selbst die erste Wahl wäre, sollte die einzige Tochter seines Herre sich unsterblich in jemanden aus dem Königreich "Weit, Weit Weg" verlieben, und womöglich lieber dorthin ziehen... Soviel zur groben Grundidee. Das versuche ich nun alles in ein passendes Korsett zu schnüren. Der Ritter soll sich selbst nichts vormachen, sondern aus voller Überzeugung handeln. Er ist einfach der richtige für das Lehen seines Schwertvaters... Er soll nicht lügen und betrügen um sein Ziel zu erreichen, sondern innerhalb der ihm gegeben Parameter, sein Glaube und die Tugenden eines Ritters richtig und gerecht handeln...


    Versteht man worauf ich hinaus will?

  • Ich sehe da unter Umständen einige deutliche Unterschiede, wie sie hier teilweise schon genannt wurden.

    RG haben den Moralkodex, also feste Auflagen und tief wurzelnde Überzeugungen, wie sie ihre Kämpfe zu gestalten haben, wie sie zu leben haben und zu handeln im Namen Rondras.

    Ein Ritter, gerade ein Weidener, steht auch Rondra nah, aber in den ritterlichen Tugenden stecken optimalerweise auch die anderen 11. Ein Ritter hat (nach DSA 4) seine Ideale und Tugenden, denen er folgt, die sind aber auch rondrianisch nicht zwingend so eng wie bei einem RG, gerade dessen Auflagen in Sachen Kampf sehr eng gestrickt sind.


    Das kann so unterschieden werden, gilt aber nicht unbedingt pauschalisierend, da sehe ich auch so. Ein Ritter verfügt in der Hinsicht gegenüber dem Ronnie über eine gewisse Bandbreite innerhalb seiner eigenen Ideale. Er kann sie sehr rondrianisch eng auslegen und ähnlich wie der Ronnie die rondrianischen Kampfregeln leben und lieben, er kann sie aber auch (im Rahmen seiner Vorgaben als Ritter) etwas weiter sehen, denn er ist nicht zwingend vor allem Rondra verpflichtet und hat keine fest verankerten Vorgaben, wie er sich im Kampf verhalten soll (außer "ehrenhaft").


    Dazu ist, wie schon angemerkt wurde, ein Ronnie als Geweihter und Priester auch ein Seelsorger und Hirte einer Gläubigen.

    Zusätzlich gilt halt die Unterscheidung, wie sie hier auch schon genannt wurde, dass Ronnie gleich kirchlich und geistlich, Vertreter einer Gottheit auf Dere, Ritter gleich weltlich vor dem Gesetz und sein Reich repräsentierend.


    Ein Ritter hat dazu, quasi als Fokussierung des Ritterseins, andere Schwerpunkte als ein Geweihter der Rondra. Die 12 ritterlichen Tugenden zu leben, seine Pflichten des in diesem Fall dienenden Ritters (ausführender Waffenarm des Herren/Dame, Knappen und Pagen ausbilden, diplomatische Missionen, Leibgarde des Herrn/Dame), aber auch die Minne und Turniere zu bestreiten können recht wichtige Aspekte des Rittertum sein.


    Schutz der Schwachen teilen sich Ritter und Rondrianer, aber Ritter sind dabei durchaus auch Anführer kämpfender Truppen gedacht (während die Rondra-Kirche politische Neutralität von ihren Geweihten wünscht), dazu kommt natürlich das eminent wichtige Selbstverständlich der Ritterschaft: Sie sind elitär, sie sind Adel, sie sind, was auch noch so reiche Bürger nie sein können: Ritter.

    Das ist damit mehr als nur ein Titel.


    Es wird (aus Warte des Rittertums) zwischen Ritter und Ritter Ehrenhalber unterscheiden, denn die Ritter legen darauf großen Wert: Sie haben eine mindestens 12-jährige Ausbildung und die Schwertleite erhalten, ein Ritter Ehrenhalber mag ja die eine oder andere noble Tat begangen haben und den Ritterschlag erhalten haben (Schwertleite und Ritterschlag sind aventurisch nicht identisch in der Zeremonie), aber das macht sie in den Augen der Ritterschaft nicht unbedingt zum (wahren) Ritter. Ritter Ehrenhalber können daher durchaus kritisch betrachtet werden oder ihrem Ritterschlag mit Unverständnis begegnet werden (muss aber nicht, denn auch Ritter können sehr individuell sein).


    Ein Ritter hat allerdings schon Nachteile, wenn er abfällt, ich nehme schon an, dass regeltechnisch in den Wegkauf der PT investiert werden muss, solange sie nich da sind gibt es Abzüge, und inneraventurisch gibt es sinkendes Ansehen (und weltliche Strafen für Räubereien im Falle des Raubritters, jedenfalls dann, wenn die offiziellen Setzungen gerade dazu Willens sind^^)für so jemanden. Denn ein solcher Ritter entspricht ja nicht mehr dem, worauf Ritter so stolz sind.


    Versteht man worauf ich hinaus will?

    Ja, klingt nach einem dienenden Ritter. :)


    Auch wenn ich eher annehmen würde, dass die junge Frau nicht selber einen Ehemann sucht, sondern die Eltern einen politisch geeigneten Gatten lieber selber suchen werden (wenn nicht schon in den zwei Jahrzehnten oder so, solche Verbindungen werden ja durchaus schon im Kindesalter beschlossen) gefunden, nicht, dass da Rahja zwischenfunkt in vorteilhafte Verbindungen.

    Aber das ist in diesem Fall ja egal, das Skizzierte liest sich halt nach einem soliden Ritter mit festen ritterlichen Überzeugungen.