Ritter SC eigenes Lehen?

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  • Hallo,

    ich brauche mal Euren Rat. Wir haben eine neue Spielerin in der Gruppe, die eine Weidener Ritterin spielt (Hintergrund Baronstochter). Bis auf einen Zwergen sind alle anderen SC auch adelig und haben den Vorteil adelige Abstammung.

    Jetzt kommt mein Problemchen: Hat ein Ritter nicht normalerweise ein Lehen? Also ein Rittergut über das er gebietet? Oder gibt es auch Ritter ohne Lehen?

    Klar könnte ihr Vater, der Baron ihr ein Rittergut zugeschanzt haben, aber das fände ich den anderen Spielern irgendwie gegenüber unfair, da sie ja regeltechnisch den gleichen Vorteil haben ohne automatisches Lehen.

    Wie würdet ihr das handhaben?

  • Bei Rittern muss zwischen dem kriegerischen Titel (den man nach Ablauf seiner Knappenzeit eben durch den Ritterschlag erhält) und dem Adelsrang (den man durch ein Rittergut erhält) unterschieden werden.


    Bei einer weidener Baronstochter wäre es schon sehr merkwürdig, wenn der Vater ihr kein passendes Lehen vergeben würde nach dem Ritterschlag, aber grundsätzlich ist ein Ritter ohne Lehen natürlich absolut denkbar. Bei reisenden Spielerhelden kann es ja aber durchaus auch im Interesse des Helden sein (gerade wenn sie noch jünger ist), sich noch gar nicht um ein eigenes Lehen zu kümmern, immerhin sind damit eine Menge Pflichten verbunden die sich nur schwer mit dem Abenteurerleben vereinbar sind.


    Ich würde daher empfehlen entweder davon auszugehen, dass sie kein eigenes Lehen hat, oder wenn dann hat sie eben einen Vogt eingesetzt der für sie das Lehen führt während sie in Aventurien umherheldet dann hast du als SL die Freiheit, das Lehen einzuführen wenn es wichtig wird, oder sonst eben rauszulassen.


    Da du adlige Abstammung schreibst, wäre es natürlich auch wichtig zu sagen, ein eigenes Lehen sollte im Normalfall bei Charerschaffung durch den Vorteil Adliges Erbe erworben werden, die Abstammung selbst enthält kein eigenes Lehen.

  • Nein, ein Ritter hat nicht zwingend ein Lehen.

    In "Schild des Reiches" gibt es eine kleine Ritter-Spielhilfe. Demnach gibt es den dienenden, den regierenden und den fahrenden Ritter. Der dienende ist der, der in Diensten steht und stellt dabei die größte Gruppe unter den Rittern dar. Der regierende Ritter ist der mit einem eigenen kleinen Lehen (EDIT: das nicht zwingend ererbt wurde: es kann auch verliehen werden), und der fahrende Ritter ist der, was vermutlich Deine Ritterin ist: eine Ritterin, die weder Lehen hat noch in festen Diensten steht, sondern (ggf. mit ihrer Lanze (nicht die Waffe, sondern die recht fest umrissene Gruppe von Begleitern), so vorhanden) durch die Land reist und ritterlichen Tugenden nachgeht.


    Fall die diese Ritterin auch den Vorteil adliges Erbe hat, wird sie irgendwann regierend sein, allerdings als Baronin. Es kann auch sein, dass Du als SL vielleicht mal irgendwann (und irgendwo) ein Lehen an die Ritterin vergibst. Aber automatisch hat niemand ein Lehen, und selbst vom Vorteil Besonderer Besitz (mehrfach) wird ein Lehen, meine ich, nicht abgedeckt.


    Die Ritterin wird gerade in Weiden und auch dem weiteren MR und auch in anderen Ländern mit Feudalherrschaft immer ein gewisses Ansehen aufgrund ihrws SO, dem Stand als Ritterin (gerade in traditionellen Gegenden) und als Baronstochter (gerade halt in Weiden) entsprechenden Respekt genießen.

    Ein Anrecht auf ein automatisches Lehen hat sie nicht, nur weil sie eine Ritterin ist. Höchstens auf ein Erbe bei entsprechendem weiteren Vorteil, das aber auch nur, falls die Eltern sterben (was bei Dir als SL liegt und kein Automatismus durch den Vorteil ist).


    EDIT:

    Es gibt keinen reinen Adelsrang "Ritter" (in dem man reingeboren wird oder so), da ein Ritter immer durch seine Schwertleite ein solcher wird (oder es hat sich bei DSA 5 gravierend geändert). Es gibt noch den Ritter Ehrenhalber, aber jeder Ritter weiß, dass das kein "echter" Ritter ist, und Anspruch auf ein Lehen geht mit dem noch weniger einher.

    Ritter kann halt in jedem Adelsrang zu finden sein. Kaiserin Rohaja ist Ritterin, und manch Baron, Graf oder Herzog des MR ist ebenfalls Ritter, weil er erst Page, dann Knappe war und seine Schwertleite erfuhr.

  • Entweder hat sie Besonderer Besitz: Lehen im werte von unaussprechlich vielen GP ... das wird teuer^^ oder sie hat aufgrund von PLOT ein lehen das bespielt werden soll, ansonsten ist sie ohne Lehen und Reichtum und startet wie jeder andere Held auch, mit ihrem Startgeld und Ausrüstung und sonst nichts ... alles was sie mehr haben will muss sie mit GP oder AP (DSA 5) hinterlegen, aus Gründen der Spielbalance.

    Als Meister kannst du wenn es Thematisiert werden soll besondere Dinge ermöglichen, die dann aber für das Spiel relevant werden und kein privater Vorteil des Charakters sind, beispielsweise die Burg/Dorf das dann bespielt wird, oder die Karavane samt NSC die für das Abenteuer notwendig sind (bei einem Händler aus den Tulamidenlanden).


    Nicht jeder Ritter hat ein Lehen, wenn es 2 Kinder gibt und nur einer das Lehen erben kann, dann geht der andere Leer aus, oder wird Verwalter, Angestellter, Verheiratet oder Held und zieht aus auf Abenteuer.

    Sollte ein Held auf die grandiose Idee kommen sich ein Lehen alsbesonderen Besitz irgendwie zu ermöglichen und dann nicht dort sein, hat er davon nichts, wenn er dort bleibt kann er nicht mit der Gruppe reisen und wenn er einen Verwalter einsetzt und nur "Geldeinnahmen" dadurch erhofft, dann kann derjenige sich auch gleich mehr Startgeld durch GP/AP generieren.

    Durch die Hintergrundgeschichte und festlegung der Eltern und deren Lehen kann aber dieser Ort im verlauf der Abenteuer, wenn es sich anbietet, mal bespielt werden und dort ein oder zwei Abenteuer erlebt werden. Das ist sehr gut für die Charakterentwicklung und schafft angenehme Abwechslung zur eventuell erdrückenden Plotjagd einiger Kaufabenteuer und ist ideal für Leerlaufphasen oder Zeitsprünge. dort könnten auch die anderen Charaktere die ebenfalls Adlig sind ihren Status ausspielen und mann kann von Ränkespiel über Dorfgeschichten und Jagdausflügen bis hin zur Verschwörung und Kriegsszenarien einiges Thematisieren ohne dafür weit zu Reisen oder ständig neue NSC einzuführen.


    !!!Vorsicht bei Sandbox!!! dies sollte nur in direkter Absprache mit besagtem Spieler als Hintergrund für ein offenes Spiel genutzt werden und setzt einen Erfahrenen Spieler voraus, da derjenige Befehlsgewalt und dadurch die Größte Einflusskraft in dem Szenario ist. (Ansonsten wird es Spieler vs Meister, und das ist sehr unbefriedigend)

  • Nein, ein Ritter braucht nicht zwangsweise ein Lehen. Primär ist "Ritter" ersteinmal ein Titel. Da sie Baronstochter ist, kann sie ja das 2., 3., oder 4. Kind des Barons sein und hat somit keinen Anspruch auf das Erbe.
    Somit wäre sie Ritterin ohne Lehen. Sie hat die entsprechende Ausbildung (Knappschaft und Ritterschlag) druchlaufen, jedoch befindet sich das Gut in Besitz anderer Familienmitglieder.


    "Da es jedoch deutlich mehr Ritter als Lehen gibt und es außerdem auch Lehnsnehmer gibt, die zwar adlig, aber keine Ritter sind, müssen sich zahlreiche Ritter und Ritterinnen anderen Aufgaben widmen. So tritt der oder die Erstgeborene eines Adelshofes zumeist das Erbe der Eltern an, während alle weiteren Kinder entweder eine ganz andere Laufbahn einschlagen (zum Beispiel als Geweihte oder Gelehrte) oder aber zwar die Knappenschaft hinter sich bringen, aber dennoch keine Aussicht auf ein eigenes Lehen haben. So lassen sich die aventurischen Ritter grob in drei Kategorien unterteilen: die regierenden, die dienenden und die fahrenden Ritter." Schild des Reiches S.9


    So könnte sie eine dienende Ritterin sein - im Dienst ihrer Familie.
    "Die dienenden Ritter bilden die größte Gruppe innerhalb der Ritterschaft. Sie stehen in den Diensten eines Lehnsherrn und fungieren als dessen verlängerter Waffenarm." Schild des Reiches S.9


    Oder eine fahrende Ritterin.
    "Der fahrende Ritter hingegen lebt nicht am Hof eines Adligen, obwohl natürlich auch er einem Herrn oder einer Herrin seine Treue geschworen hat. Er reist alleine oder in Begleitung von seinem Knappen und vielleicht weiterer Waffenknechte durch das Land. Der Wagemut ist dabei seine höchste Tugend, sucht er doch stets nach Orten, an denen sein rettender Schwertarm von Nöten ist." Schild des Reiches S.9


    Gruß

    Gnupi

  • Danke, das hilft mir echt weiter. Also die Spielerin hat nie davon geredet, dass sie ein Lehen will. Ich war mir nur nicht sicher, ob ein Ritter automatisch ein Rittergut hat. Daher wollte ich das klären, bevor das irgendwann mal zur Spache kommt.

  • Die Stadtgarde von Andergast City besteht zu einem Großteil aus verarmten Rittern bzw. solchen, die nie ein Lehen besessen haben.

    Ich weiß immer nicht wo das herkommt...


    Ich weiß das sich die Abgänger des Kampfseminars für eine gewissr Zeit der Armee zu verpflichten haben, aber das mit den Rittern?!? Dat müsste dann ja die ultimative Eingreiftruppe sein. Langjährig ausgebildete Ritter zuzüglich eine beachtliche Anzahl an Kampfmagiern. Da müsste dann also nur die Wache Andergasts los, um die Fischköppe zu überrennen...?!?

  • Naja, Andergast (Stadt) hat 6500EW - laut Wiki-A 30 Stadtwachen. Selbst wenn alle 30 Ritter sind wird es schwer mit den paar Nasen die Fischköppe zu überrennen.

  • Es sollen in Andergast Stadt vorwiegend 30 Ritter sein, seltener Söldner. Landlose Ritter gibt es aber häufiger, wie landlose Adelige zB im Bornland. Das sogenannte Brückenjunker.

    Man muss auch sagen, dass in Andergast nicht mit vielen Titeln um sich geworfen wird. Es gibt eigentlich fast ausschließlich Adel, Ritter, Freiherrn.

    Also, landlose Ritter, die sich sozusagen als Lohn-Ritter irgendwelchen Herren anbieten, ist nichts unüblichen in ganz Aventurien.

    "Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt." Wilhelm Busch

  • Die Stadtwache Andergast ist hier nicht Thema.

    Dass es lehenlose Ritter gibt, ist auch außerhalb Andergasts (alte) Setzung.