Charypta / Herkunft von Göttern und Dämonen

  • Bei niederen und vielen anderen Dämonen ist nicht klar, ob es sich um Individuuen handelt. Klar haben alle einen wahren Namen, der beim Beschwören hilft, aber viele Dämonen sind in meinen Augen eher vom Beschwörer ausformuliertes Grauen aus den Niederhöllen - also weniger eine Kreatur, die dort unten tatsächlich lebt, sondern eher chaotische Essenz, die durch den Namen und den Willen des Beschwöreres (hier das gesprochene Wort als Ausformulierung des Willens!) ins "leben" gerufen werden.

    Und da fängt dann das Henne/Ei Problem wieder an: Gibt es Dämonen und bei Kenntnis ihres wahren Namens kann man sie besser beschören, oder ist der "Name" praktisch ein Teil der Thesis des Dämons, sozusagen eine Konstruktionsanleitung, nach welcher der Dämon entwicklet wird?


    Für diese These spricht zum einen, dass das aussehen eines Dämons von der Vorstellung des Beschwörers abhängen kann (siehe TcD) und das die Namen echte AP kosten. Sprich der "wahre Name" einer Sache wäre mehr die Erkenntnis der Art, über die man Macht erlangt, und weniger ein unspezifischer Name, der einem was bringt. Ich habe noch nirgendwo gesehen, wie so ein Wahrer Name lauten könnte (wenn man mal von der Aroqua-Rune absieht), und daher bin ich mir realtiv sicher, dass die Kenntnis eines wahren Names mehr ein metaphyisches Verständnis ist ist, als dass man nur Otto mit Zant verbindet und den dann plötzlich besser rufen kann.

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  • Sternenfaenger  


    Na ja, also so ganz allgemein kann man wohl sagen, dass beides stimmt. Es gibt Dämonen in der 7. Sphäre, die man mit dem Wahren Namen besser beschwören kann und der Wahre Name ist ein Thesis-ähnliches Konstrukt. In diesem Zusammenhang ist auch der Zauber SPHAEROVISIO SCHRECKENSBILD recht interessant. "Ordnung ins Chaos" S.72 (Dunkle Zeiten Box) Zitat:

    "Sinn und Zweck des Zaubers ist neben der Machtdemonstration und der Einschüchterung dritter vor allem das Austreiben der Angst angehender Dämonenbeschwörer während der Ausbildung und die Befragung niederhöllischer Wesen, ohne einen Dämon beschwören zu müssen."


    Dieser Textstelle kann man also entnehmen, dass man auch zu nicht beschworenen Dämonen in der 7. Sphäre Kontakt aufnehmen bzw. sich mit ihnen unterhalten kann. Das ist aber natürlich nur möglich, wenn die Dämonen auch außerhalb der 3. Sphäre (wo sie meist hin gerufen werden) über eine Art Bewustseins-Kern bzw. eine Art Persönlichkeit verfügen.


    Aber auch die Sache mit dem Wahren Namen als Thesis-ähnliches Konstrukt ist wahr. Diese Frage wurde schon mal im alten Regelwerk "Compendium Salamandris" geklärt. Damals sammelte die DSA Redax einige spezielle Fragen von Spielern und brachte sie samt den entsprechenden Antworten in einem Regelwerk heraus. Zitat "Compendium Salamandris" S.85:

    "Ist der Wahre Name eines Dämons der ureigene Name des gerufenen Individuums oder der Wahre Name der Dämonenrasse? Im ersteren Fall: Was passiert, wenn zwei Magier zeitgleich den selben Dämon rufen bzw. der eine den Dämon ruft während dieser noch in den Diensten des anderen steht?


    [die Antwort darauf] Der Wahre Name bezieht sich auf eine Klasse von Dämonen, so dass wohl kaum ein Mangel besteht, falls einmal zwei Magier gleichzeitig die gleichen Dämonen beschwören wollen. Der 'Wahre Name' ist ja eigentlich noch nicht einmal ein Name, sondern ein Thesis-ähnliches Konstrukt, mit dem ein Wesen aus einer bestimmten Klasse von Dämonen beschworen werden kann oder (nach einigen Spekulationen) sogar nur eine Methode, die Energien des Chaos in eine bestimmte Form zu zwingen."


    In Verbindung mit der Beschreibung des SPHAEROVISIO kann man also davon ausgehen, dass die Dämonen bei einer Beschwörung ihren Bewustseins-Kern aus den Niederhöllen mitbringen um den der Beschwörer dann den derischen Leib des Dämons mittels seiner Magie erschafft und gestaltet. Der Wahre Name erleichtert dies bis zu einem gewissen Grad, ist jedoch nicht zwingend notwendig für eine Beschwörung.

  • Bei niederen und vielen anderen Dämonen ist nicht klar, ob es sich um Individuuen handelt.

    Seit der HA ist diese Frage eindeutig geklärt.

    ALLE Dämonen sind ehemalige Seelen. Alle, ohne Ausnahme. Inc. der Erzies (Sind alle ehemalige Götter).

    Das macht aber das Matrizen-Modell, das du Beschreibst, nicht zwangsläufig falsch.

    Nur weil jeder Dämon mal eine Seele war, heist das nicht das von der noch Ausreichend übrig ist um eine Echte Individualität aus zu Prägen.

    Und ohne diese Greift dieses Modell wieder.


    Wobei man auch festhalten muss, das auch eine faktische Seele einen Beschwörer nicht daran hindert, das gerufene Wesen seinen Wünschen nach an zu Passen. Die Grenzen sind nur Enger gesteckt...

    (vGl Beschwögrungsregeln in WdZ zu v.A. Geistern)

  • Ach ja, die HA... Ist in meinem Aventurien nie passiert die HA... Muss sowas wie der Mandela-Effekt sein oder so :-P
    Auch weil diese Aussage wieder mehr Fragen und Probleme mit sich bringt als Antworten und Lösungen hergibt...
    Damit wird bestenfalls geklärt, aus was die Suppe, die dämonische Essenz, die man da beschwört bestehen könnte.

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  • Die Suppe ist "Chaos-Essenz".

    Die Seelenfragmente sind "nur" so etwas wie der Kern des ganzen.

    Ich muss sagen, das ich diese Setzung einfach nur Maximal langweilig finde...

    Die alte Aussage "Manche Dämonen ja, andere aber nicht. Wie viele wovon? Keine Ahnung..." sehr viel Spannender.

    Dadurch werden Erzies wie Charyp plötzlich zu etwas besonderem. Aber jetzt....

  • ChaoGirDja


    Na ja, so richtig Setzung war es eigentlich nie, dass manche Dämonen nicht aus Seelen entstanden. Wenn ich mich nicht irre war es nur eine Vermutung. Die HA gibt über den genauen Sachverhalt aber auch keine genaue Angabe. Zwar wird der Sachverhalt in Chalwens Erzählung beschrieben aber im Vorwort (S.5) weist die Redax ja darauf hin, dass man die ganzen Kapitel der Frühgeschichte in der HA NICHT als Faktensammlung nutzen soll, da Chalwens Erzählung sehr subjektiv geprägt ist. So wie es die Redax beschreibt, ist die Geschichte die Chalwen erzählt ein Mythos der daher nicht exakt und widerspruchsfrei sein muss. Im Grunde genommen beschreibt die Redax damit das, was wir aus früheren Publikationen als die kursiv gedruckten Sagen und Legendentexte kennen, die zum Teil wahr oder auch falsch sein können. Von daher würde ich ältere Setzungen aus anderen Regelwerken als genauer und wahrer einstufen, wenn sie einigen Stellen in den frühgeschichtlichen Kapiteln der HA widersprechen. Den bei diesen handelte es sich um eindeutige Fakten und Hintergrundwissen darüber wie es nun wirklich ist (sofern keine Einschränkungen angegeben wurden). Eine Ausnahme davon stellen aber wohl die grauen Redaktionskästchen dar, die schon etwas mehr den unmythologischen Sachverhalt und das Hintergrundwissen der Redax darstellen.