Produktausstoß von Ulisses für DSA

  • EDIT Schattenkatze: Dieses Thema wurde aus einem anderen Thema ausgegliedert.

    Ich rufe wieder einmal dazu auf, bei einem abweichenden Thema frühzeitig selber abzuwandern.


    Ich möchte mich nicht streiten. Und ich habe keine Lust hier Argumente auszutauschen, ob der Vergleich richtig oder "falsch" ist.


    Was ich konkret wissen will:


    Seid ihr mit dem Produktausstoß von DSA5 zufrieden?

    Seht ihr einen Zusammenhang zwischen der DSA5 Produktflaute und der CF-Frequenz bei Ulisses?


    P.S. Bevor ich des Trollens verdächtig werde, möchte ich noch hinzufügen: DSA5 ist rundum extremst genial - ansonsten wäre es mir auch völlig wurscht wann da was erscheint. Da es meinen Geschmack aber zu 100% trifft, bin ich da etwas genervt.

    Edited once, last by Gast ().

  • Auf die Sachen, auf die ich gerade selber warte bzw bevorzuge, könnte es ruhig schneller sein ("sofort!!!" und ohne Fehler usw...), bei den anderen ist "es kommt wenn es kommt" auch akzeptabel. ;)


    Schlimmer als die Verzögerung finde ich aber, wenn ein erwartetes Produkt erscheint und ich dann enttäuscht bin. Sei es, weil es zu viele (gefühlte und echte) Wiederholungen enthält, der Fehlerteufel sich zu oft eingeschlichen hat oder Sachen einfach fehlen (z.B. Aventurische Magie 2 die fehlenden Unterrichts-Beschreibungen zu Grangor und Festum oder die Herbeirufung von mittleren Gestern bzw. Feen ohne Beispiele dafür im Anhang) bzw. auf spätere Publikationen erneut ausgelagert werden (da warten manche auf Geoden).


    Auch hat nicht nur das Crowdfunding darauf Einfluss, sondern ich sehe da auch andere Faktoren (Krankheitsstand wurde zuletzt erwähnt, aber auch Messen/Veranstaltungen, Urlaubszeit, Zulieferer/Druckerei), so dass ich mich an einer Einschätzung als Ursache nicht beteiligen will.

    Ich nehme auch sehr selten an Crowdfunding teil, da ich es gerne vorher anschauen bzw. mich informieren will. Aber auch hier zwingt keiner einen an etwas teilzunehmen und darüber könnte gesteuert werden ob das mehr oder weniger oft genutzt wird.

  • Beim letzten Jahresrückblick auf die DSA-Sachen hatte ich nicht den Eindruck, dass da zu wenig kommt. Aktuell merkt man schon, dass es etwas zu haken scheint. Der eigentlich für das 1. Quartal angekündigte Havena- Band ist gerade irgendwie gar kein Thema, einige Abenteuer sind von Februar auf Ende April/Mai verschoben worden. Die Al'Anfa-romane sollten die Kampagne einleiten, da hört man gerade auch nichts, Heike Wolf hat aber verlauten lassen, dass sie schnell nichts erwartet. Weitere Regionalspielhilfen haben kein konkretes Datum, obwohl man ja die Schlagzahl erhöhen wollte.

    Ich habe da durchaus Verständnis, da stecken ja auch sichtbar Erkrankungen hinter und sogar ein Todesfall hinter, anfang das Jahres lag zudem gefühlt halb Deutschland flach. Außerdem scheint sich die DSA-Redaktion verkleinert zu haben, ich weiß da nur noch von zwei Leuten.

    Die Crowdfundings sind zudem ein legitimes Geschäftsmodell, das man aber nicht übertreiben sollte. Ich fand Retro super, bei den Vereinigungen überwiegt noch die Skepsis. Ich würde es jetzt nur gern sehen, wenn jetzt wieder das Hauptaugenmerk auf die Kernsachen gerichtet würde, mein Bedarf an Sachen, die ich als nette Gags einstufen würde, ist jetzt - bei Retro in sehr positiver Weise - erst einmal gesättigt.

    Ich verstehe in dem Kontext Verzögerungen, kann da nur nicht ganz nachvollziehen, dass mit Myranor und Tharun Marken zurückholt, die man offenbar nicht so schnell bedienen können wird.

    Der Silberstreif am Horizont: Der neue Meisterschirm und "Der Rote Schlächter" (Auf den freu ich mich besonders) haben im Shop mit dem 25. April ein konkretes Datum. Und das Kompendium 2 soll zur RPC da sein.

  • Seht ihr einen Zusammenhang zwischen der DSA5 Produktflaute und der CF-Frequenz bei Ulisses?


    Da andere Systeme soweit ich das mitbekommen habe nicht von"DSA-Personal" bearbeitet werden, beißen sich zumindest die CFs nicht mit DSA.


    Im DSA-Forum drüben hat sich mal jemand die Mühe gemacht, die 4.1-Veröffentlichungen und die 5er Veröffentlichungen zu vergleichen. Fazit war, das für DSA 5 nicht weniger veröffentlicht wurde im Vergleich, und wenn ich es richtig im Kopf habe, hatte er bei dem Vergleich Dinge wie die Karten extra ausgespart.


    Wenn ich mir ansehe, wie lange es gedauert hat, in 4.1 alle RSH zu veröffentlichen, kann man sich denken, das diese auch für 5 erst irgendwann 202x vollständig sein werden. Die Zersplitterung der der Veröffentlichungen in mehrere Bände trägt allerdings dazu bei, das es recht langsam voran zu gehen scheint... und ist der Grund für meine persönliche Verweigerung von DSA 5

    Edited once, last by Rufio: Rechtschreibung^^ ().

  • zum Thema Crowdfunding:

    Ob Firma X das betreibt und Firma Y es nicht macht. Am Ende ist Crowdfunding nichts weiter als ein gewisser finanzieller Vorschuss. Nicht mehr nicht weniger. Ob es wirklich irgendeinen wirklichen Einfluss auf Publikationen hat, ob sie heraus kommen oder nicht sei mal dahin gestellt.

    Ich für meinen Teil nehme an keinen Teil, weil es einfach so ein "die Katze im Sack kaufen" für mich ist.

    Im PC Spiele Sektor gibt es einfach so viele extrem negative Beispiele wo mit "Crowdfunding" "Early Access" "Alpha-Was auch immer" Menschen Geld aus der Tasche gezogen wurde, das Produkt am Ende aber auch nach 1-2-3 Jahren noch nicht erschienen ist bzw es inzwischen eingestellt wurde.


    zum Thema DSA5:

    DSA5 ist einfach ein extremes "Mischprodukt". Auf der einen Seite steht der Kern Gedanke, bzw gewisse Kern Entscheidungen die getroffen wurden. Vereinheitlichung von gewissen Mechanismen (Erschwernis/Erleichterung) Das QS System, welches neue Aspekte eine Probe mit sich bringt, Senkung der PA, Schwächung der Magier.

    All das sind Punkte die DSA5 in meinen Augen sehr viel besser machen als DSA4/4.1

    Dagegen stehen halt die Publikationen und deren Aufbau und deren Verkaufspolitik.

    Das der Aufbau der Bücher strukturell sinnvoll ist oder einen nutzen mit sich bringt wird vermutlich nicht ein einziger Ulisses Mitarbeiter selber denken.

    Die Bücher sind so gefächert worden, um möglichst überall ein wenig drin zu haben um den "Kauf Zwang" zu erhöhen.

    Und am Ende muss man sagen unschön, aber nachvollziehbar. Gelod regiert nun mal die Welt und die Bücher wachsen halt auch nicht auf den Bäumen.

    Die Ausgaben an sich sind super gemacht, schön aufgearbeitet, hochwertig gemacht. Ein Buch einzig und allein für sich ist mit das beste was es je in DSA gab 9/10 Punkte

    Der Aufbau die Verteilung von Regeln ist halt ein absolutes Desaster 0/10 Punkte.

    Ulisses wird das auch erkannt haben, dass sowas einfach unspielbar ist, nervig und für den täglichen Gebrauch eine Zumutung ist. Also kam das Regelwiki.

    Aber auch da leider.

    War das Wiki nötig 10/10 Punkte

    Ist das Wiki gut umgesetzt. 4/10 Punkten

    Es gibt keine Verlinkungen, die Suchfunktion ist eine Katastrophe und spukt die seltsamsten Ergebnisse aus, und das Design war unübersichtlich und ist genauso katastrophal nach dem Rework.

    Nehmen wir ein simples Beispiel:

    Person X will sich einen Waldelfen bauen.

    Dann die Frage ... hmmm Welche Elfenzauber gibt es eigentlich. Schon packt er Grundregelwerk ... Magie 1 + Magie 2 aus. Ok unübersichtlich.

    Fragen wir das Regelwiki und tippen mal in die Suche ein: Zauber Verbreitung Elf.


    ARTEFAKTHERSTELLUNG [100.00% RELEVANZ]


    BAND DER FREUNDSCHAFT [58.18% RELEVANZ

    Öhm ja. Also doch wieder zu den Büchern. Da gabs doch irgendwo mal eine Liste. Aber ist die überhaupt aktuell? Da kamen ja noch andere bücher raus. Oder Regionalspielhilfen denn da sind ja auch schon Zauber drin.


    Das sich an den Schwachpunkten der DSA Publikationen noch was ändern kann ist ausgeschlossen bevor 5.1 kommt.

    Aber das man irgendwann das Wiki funktional gestaltet ist eine Hoffnung, wobei es auch jetzt schon sehr Stiefmütterlich behandelt wird und ich mir deswegen mittelfristig (2018) keinerlei Verbesserung erhoffe, obwohl in meinen Augen bei der Publikationspolitik für die man sich entschieden hat, dies ein absolutes Muss in meinen Augen ist.


    zum Thema Timeing und DSA5 Crowdfunding:

    Das Problem das ich sehe und vermutlich deswegen ärgerlich ausstößt ist das Timeing von den ganzen Crowdfunding Geschichten.

    auf der einen Seite hast du ein System mit gewissen Missständen und Lücken noch, eine eher fragliche Buchzusammenstellung und ein furchtbare "Trostlösung" um dies zu kompensieren und damit gefühlt einen extremen Berg an arbeit der im Grunde vorgestern schon erledigt worden hätte müssen. danaben noch Spielhilfen die man gerne hätte aber am Ende nicht wirklich eilig sind. Auf der anderen Seite kommen dann halt immer wieder Publikationen raus wie Spielkartensets, DSA Katze, DSA für Kinder, DSA für Cybersexler. Und zu all diesen würde keiner was sagen, wenn es diesen riesigen Berg an "dringlichen" Dingen nicht geben würde.

    Selbst wenn, wie bei "Wege der Vereinigung" gesagt wird, man hätte damit x00 Stunden Freizeit investiert und garantiert nicht eine Minute Arbeitszeit, bleibt am Ende nur die Frage bei den meisten: "Wieso hat man diese x00 Stunden Freizeit nicht in was anderes investiert"

    Ist diese Meinung ungerecht? Vielleicht. Aber dennoch weiß man, das die Leute so empfinden werden.


    Deswegen auch da:

    Crowdfunding an sich x/10 Punkte - wer es mag ok wer nicht dann halt nicht.

    Timeing von Ulisses 1/10 Punkte.


    Also ja. DSA5 ist ein tolles Regelwerk, ein Produkt mit Licht und Schattenseiten. Mit tollen stärken, mit schwächen die man nicht mehr bereinigen kann in dieser Editiona, aber leider hat man das Gefühl dass die Punkte die man halt selber in der Hand um sie zu verbessern auch nur eher sehr spärlich wenn überhaupt behandelt werden. Und genau das Gefühl führt dann halt doch zu Unmut unter den Leuten.


    Welche Konsequenzen jeder daraus zieht muss er wissen. Ich spiele weiter DSA5, kaufe aber gewisse Publikationsreihen bewusst nicht mehr, da ich einfach gewisse Entscheidungen nicht mittragen möchte bzw durch den Kauf aktiv unterstütze. Dadurch werden mir gewisse Dinge zwangsläufig fehlen und sollte mir dieses "fehlen" irgendwann unangenehm aufstoßen und mir den Spaß verderben, dann wird man halt DSA nicht mehr spielen.


    So aber das war es nun mit den jammern.

    Kommt Zeit kommt Rat.

  • Ich habe da durchaus Verständnis, da stecken ja auch sichtbar Erkrankungen hinter und sogar ein Todesfall hinter, anfang das Jahres lag zudem gefühlt halb Deutschland flach. Außerdem scheint sich die DSA-Redaktion verkleinert zu haben, ich weiß da nur noch von zwei Leuten.


    Das war auch nach dem KRK und dem was man drumrum so mitbekommen hat mein Eindruck, dass da im letzten halben Jahr einfach Aufgrund der teils unglücklichen, teils tragischen persönlichen Umstände in vielen Bereichen teils völliger Stillstand herrschte. Deshalb bin ich jetzt auch noch nicht gewillt, die Fackeln und Mistgabeln rauszuholen, aber es wäre schon sehr wichtig auch für das Vertrauen in die Marke und um DSA5 zu stärken (gibt ja immer noch einen alles andere als unbedeutenden Teil der Spielerschaft der nicht gewillt ist umzusteigen, und das wird sicher nicht besser wenn man das Gefühl hat DSA5 tritt auf der Stelle) wenn man im Laufe der nächsten Monate zeigen kann dass dieser Engpass überwunden ist.

  • (gibt ja immer noch einen alles andere als unbedeutenden Teil der Spielerschaft der nicht gewillt ist umzusteigen, und das wird sicher nicht besser wenn man das Gefühl hat DSA5 tritt auf der Stelle)

    Also bei mir als Nicht-Umsteiger ist es nicht das Gefühl, dass DSA5 auf der Stelle tritt, sondern eher, dass es mir rein spielerisch mehr weggenommen als gegeben hätte und dass ich keine Lust auf mehrere Bände zu einem Thema und noch stärkeren Publikationshopping habe, als das bei DSA4 schon mehr als genug der Fall ist. Von der Warte her sind mehr und regelmäßigere Publikationen nicht mein Weg zurück ;) .

    Der Himmel hat dem Menschen als Gegengewicht gegen die vielen Mühseligkeiten des Lebens drei Dinge gegeben: die Hoffnung, den Schlaf und das Lachen.


    - Immanuel Kant

  • Also bei mir als Nicht-Umsteiger ist es nicht das Gefühl, dass DSA5 auf der Stelle tritt, sondern eher, dass es mir rein spielerisch mehr weggenommen als gegeben hätte und dass ich keine Lust auf mehrere Bände zu einem Thema und noch stärkeren Publikationshopping habe, als das bei DSA4 schon mehr als genug der Fall ist. Von der Warte her sind mehr und regelmäßigere Publikationen nicht mein Weg zurück ;) .


    Hab ich ja auch nichts dagegen gesagt, habe ja nicht behauptet dass das der einzige Grund wäre 5 abzulehnen oder so etwas. Aber die Realität ist halt nunmal dass man im Großen und Ganzen Leute die ohnehin schon kritisch eingestellt sind nicht leichter davon überzeugt umzusteigen wenn sie das Gefühl haben das Spiel steckt auch veröffentlichungstechnisch in einem Tief.


    Sieht man ja gut an Shadowrun, wo ich das Gefühl habe dass man am Ende die 5. Edition ja primär gemacht hat um die ganzen drumherum angesammelten Altlasten durch Affären, Lizenzwechsel etc. loszuwerden die das Spiel über Jahre hinaus massivst gebremst hatten. Und ich fände es halt schöner wenn DSA sowas erspart bleibt, und das klappt halt am Besten wenn man merkt es geht voran.

  • Hmm, ich weiß gar nicht, ob der Publikationsausstoß wirklich so viel geringer ist als zu DSA4-Zeiten. Habe auf der wiki mal randomisiert das Jahr 2006 ausgewählt und habe jetzt nur an Kernpublikationen (Regel, RSH, Abenteuer) 12 Publikationen gezählt, also eine pro Monat, ca. Auf etwa die gleiche Menge (ebenfalls nur Regeln, RSH, Abenteuer) kommt man auch im Jahr 2017. 2018 sieht natürlich bisher etwas dürftig aus, aber das Jahr ist ja noch nicht mal halb durch. Ein Gefühl, dass DSA5 auf der Stelle trampelt dürfte tatsächlich eher in der Publikationsstrategie liegen. Die Magiebände sind eben immer noch nicht alle raus, die Götterbände sind immer noch nicht fertig, das System ist damit kurz vor seinem 3. Geburtstag immer noch nicht im Ansatz fertig (gibt es inzwischen schon die Schamanen?), während beide DSA4-Iterationen dafür +/- 2 Jahre gebraucht haben um das Kernregelwerk kompakt auf den Markt zu bringen. An der Stelle muss man natürlich in der Tat fragen, ob man wirklich Zeit hat sich einen Luxus, wie ein Crowdfunding zu leisten oder ob der Verlag nicht besser beraten wäre erst einmal den Kern von DSA5 fertig zu kriegen, bevor nicht am Ende noch die "eigenen Leute", also die DSA5-Spieler zu viel Frust schieben und anfangen abzuspringen. Das sehe ich an der Stelle nämlich als das drängendere Problem, als dass man die "alten Hasen" nicht mehr rekrutiert bekommt. Allerdings werden sich die Genossen schon was bei gedacht haben und Ulisses wird schon sehr genau wissen, ob sie sich das leisten können oder nicht ;) .

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    - Immanuel Kant

  • @Lyral :

    Ich sehe die Veröffentlichungspolitik von Ulisses absolut nicht als eine Art Strategie der Geldschneiderei durch maximale Streuung aller Inhalte über möglichst viele Publikationen.

    Im Gegenteil ist es in meinen Augen gerade das von Ulisses-Mitarbeitern immer wieder erklärte Konzept der gewollten Modularität von DSA5 das den Publikationen einen höheren Anteil an inhaltlicher Mischung und Redundanz verordnet.

    Der Wunsch und Wille alles zu haben, alle Regeln, alle Hintergründe, am besten jede publizierte Seite, dieser Wunsch nach Vollständigkeit der kommt aus dem Inneren der alteingesessenen Kenner von DSA, der langjährigen Fans und Sammler und Profis des Schwarzen Auges.

    Das ist genau diese Zielgruppe die diese Kritik immer wieder äußert und für die das ganze derzeitige System der DSA5-Publikationen denkbar schlecht ausgelegt ist.

    Und das ist in der Form ein Problem, keine Frage.


    Aber für Einsteiger und für Durchschnittsspieler die sich jeweils hier und da ein paar Bände für ihren persönlichen Bedarf kaufen, für die Charaktere die sie besonders gerne spielen und die eine Region die sie so schön finden, für die sind die (bzw. die meisten) Publikationen gut bis ideal wie sie sind.

    Die profitieren von inhaltlicher Durchmischung und Redundanz, von einem Grundregelwerk das ein Einsteiger-Set ist, von ihrem Druiden in ihrem Nostria/Andergast-Band, von der netten kleinen Rüstkammer für ihre Region, von den Regeln im Abenteuerband usw.

    Die haben für ihr Spiel Bände die sehr selbstgenügsam und abgerundet sind und die sie unabhängig von vielen anderen Bänden machen, die sie garnicht haben wollen.


    Das ist schon ein echter Interessenkonflikt und eine nicht einfache Güterabwägung, ideell wie betriebswirtschaftlich.

    Denn DSA 4.1 - ein wohlgeordnetes Magnum Opus für Pen&Paper-Profis und Simulationismus-Liebhaber - ist brachial einsteigerunfreundlich und befindet sich an der Grenze eines Komplexitätsgrades der die Tür zur Positionierung als Massenprodukt (im positiven Sinne) völlig verschließen würde.

    Ich mag dieses System sehr und spiele es seit ich vor guten 15 Jahren von DSA3 rübergewechselt bin.

    Ich halte es für ein zeitloses Filetstück, wenn auch ein schwergewichtiges.

    Aber für eine Offensive um breite neue Käufergruppen und bedeutende neue Marktanteile oder gar zur großen Trendwende im seit 20 Jahren schrumpfenden Pen&Paper-Markt, für die braucht man mit DSA 4.1 nicht anzutreten.

    Wenn man einem Durchnittsbürger aus dem Freundeskreis den schwarzen Schuber mit Wege-Sammelband 1 und 2 auf den Tisch legt und sagt: "So, das ist unsere Entsprechung eines Spielerhandbuchs für alle Professionen.", der fragt einen ob man ihn ver******* will oder ob er Studiengebühren bezahlen muss und wann die Aventuristik-Vorlesungen beginnen.


    Gleichzeitig einsteigerfreundlich und zugänglich für neue normale (!) Gelegenheitsspieler zu sein als auch zufriedenstellend und gut organisiert für die Kenner und Alleskäufer und alteingessenen DSA-Fans (wie sie sich hier im Orkenspalter tummeln) - das ist ein Balanceakt.


    Und auf diese Frage "Wie vorwärts und aufwärts und gar hin zu einer Renaissance in diesem arg geschrumpften Markt?" da haben Verlage und Spieleentwickler verschiedene Antworten und verfolgen verschiedene Strategien.

    (Das alles meine ich hier jetzt nicht nur an @Lyral , auch wenn der Name oben drüber steht. ^^)

    Zu diesen Strategien gehört auch Crowdfunding.

    Oder bei anderen Verlagen wie Wizards of the Coast für D&D der Ansatz eines ganz minimierten Publikationsoutputs von sorgsam doppelt und dreifach geprüften Deluxe-Produkten + massiver, professioneller Offensive in den neuen und sozialen Medien.

    Aber am Ende fliegen da um so mehr bei einem deutschen Verlag wie Ulisses die gebratenen Hähnchen nicht in den Mund und der Veröffentlichungsrythmus den manche Systeme (garnicht mal unbedingt DSA) in den 90ern und frühen und mittleren 2000ern mal hatten, da wüsste ich von niemandem der das in unserer Zeit schafft.


    Und die Frage wie man zugängliches Rollenspiel wieder stärker in die Massen und in den Mainstream herein tragen kann die sollte uns alle interessieren und wir sollten uns auch bewusst sein, dass das eine Frage ist die das Verhalten und die Politik von entsprechenden Verlagen heute maßgeblich bestimmen muss.

    Edited 3 times, last by BardDM ().

  • Das wäre ja nur dann wahr, wenn man DSA auch nur mit GRW spielen könnte. Was man nicht kann. Es fehlen 50% aller Geweihten und 50% aller Magiekundigen und auch noch ein guter Teil an profanen Differenzierungen. Ich würde sagen, dass DSA5 GRW liefert was zum anfixen UND es stürzt sich auf die Wechsel- und Zahlungswilligen DSA4.1 Sammler. Schaut man sich so an, was an Publikationen kommt, ist doch ganz klar welche Zielgruppe hier angesprochen wird.


    Modularität ist ein schöner Schein, aber nicht ernst gemeint. :)

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  • edit & @Topic:

    Ja, ich klicke seit geraumer Zeit auf dem F-Shop herum, ob sich dort mal ein Kompendium II oder Magie III oder Götter II ankündigt. Und scheinbar jedes mal wenn ich das (frustran) getan habe, finde ich eine Backer-notification im Email-Korb...

    Das wäre ja nur dann wahr, wenn man DSA auch nur mit GRW spielen könnte. Was man nicht kann.

    Ein ähnlich reflektierte Behauptung wäre, man könne mit "Siedler von Catan" kein Siedler von Catan spielen.

    Wie BardDM (sinngemäß) schrieb, ist ein Freak ein Freak ein Freak und kann das nicht.

    Vielleicht kann ein (Siedler-) Freak nicht einmal glauben, dass das irgend jemand könnte.

    Aber das ist dann nur die Basis eines zulässigen und ähm... offensichtlich funktionierenden Marketingkonzeptes.


    @Lyral bezüglich Veröffentlichung/Übersicht:Regelwiki etc sprichst Du wohl wahr.

    Der 'Helden.jar'-DSA5 ist aber im Bau... und wird Deine Elfen-Generierung ermöglichen.

    Ohne Helden-Software würde unsere Gruppe auch kein DSA4.1 spielen.

    Ohne Wiki-Aventurica könnte ich keine (kanonisch befriedigenden) Abenteuer mehr vorbereiten.

    Im nerdigsten Spielesektor auf Nerd-Aktivität zu setzen, ist irgendwie nicht unlogisch.

    Jetzt im Scriptorium: Die Kinder des 23sten Ingerimm

    Ich habe keine Macken, das sind special effects!

    Edited 3 times, last by E.C.D. ().

  • Sumaro

    Zumindest hat das GRW überhaupt profane, zaubernde und geweihte Professionen in einem Band und jeder der einen Magier generieren und spielen will muss dafür nicht 3 Hardcover-Bände durchwälzen (und erst mal zur Verfügung haben/kaufen).


    In meinen Augen ist das GRW tatsächlich kein vollständiges Spielerhandbuch, sondern ein Einsteiger-Set.

    Aber den Job macht es hervorragend.

    Und für viele Spieler ist das auch schon die einzige Publikation die sie besitzen müssen/wollen.


    So eine Publikation gab es für DSA 4.1 nicht und das ist/war in meinen Augen ein gigantisches Problem des Systems.

    Nicht für uns hier, aber für interessierte neue Spieler und betriebswirtschaftlich für Ulisses.

  • Na doch, man kann es. Das muss man schon sagen. Du kannst DSA5 nur mit GRW spielen, du kannst nur nicht alles mit dem GRW spielen. Das ist für einen Startband aber an sich OK. Die Kernprofessionen sind ja im Prinzip drin - Nein, der Druide gehört da nicht dazu ;) . Aber ja, ich gebe dir recht, dass das GRW ganz gezielt anfüttert mit dem Ziel dass man sich die fehlenden Publikationen schon besorgt (alles andere wäre auch reichlich unklug von Verlagsseite aus).


    Den Ansatz der Modularität begrüße ich sogar - ich bräuchte für mich keine Regeln zu Hexen, Elfen oder Amazonen - zumindest nicht aus Spielersicht. Oh, Mist. Bin Meister. Padautz :D . Egal, ich denke, dass klar ist, was ich meine. Der Ansatz, die Idee ist in meinen Augen also lobenswert, jedoch empfinde ich für mich die Aufteilung suboptimal. Ich möchte gerne einen Druiden spielen, mag aber Nostergast nicht - tja, muss ich trotzdem die RSH Nostergast kaufen (Achtung: Beispiel!). Ob man das anders hätte lösen können - fraglich. Der Ansatz, die Idee ist erst einmal lobenswert. Natürlich zielt es aber trotzdem darauf ab, dass man sich möglichst alles kauft - wenigstens der Meister hat da durchaus ja einen gewissen Zugzwang, insbesondere, wenn man zwischen den Abenteuern auch etwas freier spielt.

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  • So eine Publikation gab es für DSA 4.1 nicht und das ist/war in meinen Augen ein gigantisches Problem des Systems.

    Gab es nicht? Was hab ich dann hier im Regal zu stehen?

    Also, klar, das 4.1er Basisregelwerk hat keine klerikalen Professionen enthalten und wurde von den Erweiterungen komplett ersetzt statt nur ergänzt - das kann man ihm durchaus vorwerfen (dafür bleibt die Zahl der Bände am Spieltisch halt kleiner, weil z.B. Kampf halt nicht Regelwerk+Kompendium+X, sondern nur entweder Basisregelwerk oder WdS ist). Aber andersherum muss man sagen, dass das Basisbuch eben auch etwas von der Welt beinhaltet und gute Teile von Almanach und erster Regionalspielhilfe enthält, wo das 5er GRW an Fluff faktisch nur die Kulturen, ein paar Professionen und Archetypen vorweist und alles andere in den Almanach oder noch weiter auslagert.

    Jeder Mensch ein Magier!
    Avatar by Tacimur

  • Man kann ein DSA-ähnliches, generisches Fantasysetting bespielen, das schon. Man kann allerdings nur gegen sehr begrenzte Anzahl von Gegnern kämpfen (es gibt kaum etwas an übernatürlichem oder natürlichem Kram, da bieten andere GRWs deutlich mehr), man kann nur eine sehr begrenzte Anzahl von Konzepten spielen (interessant, dass man solche Dinge wie die Nutte aufnimmt, aber beliebigen Magier etc. außen vorlässt, spielen so viel mehr Leute Nutten? Und ist es wichtig, für die eine gefertigte Schablone zu haben) und man bekommt auch nur eine sehr begrenzte Aussicht auf die Spielwelt. Man hat nicht mal ein Abenteuer oder Szenario, das man bespielen kann. Das macht SR alles sehr viel besser (deren Struktur ist auch noch immer grausig).


    Modularität ist nicht optional, es ist eine Karotte vor der Nase der Spielerschaft. Sind wir mal ehrlich, hat sich jemand, der Magie I gekauft hat, nicht auch Magie II gekauft? Zumindest solange er aktiv spielt und nicht den ganzen Kram wieder aufgegeben hat? Dieser Wust an Publikationen ist doch nicht zur "Modularität" gedacht, wer sich das denkt, macht sich was vor. Denn die sind nicht so aufgebaut, dass man z.B. nur mit Magie II weitermachen soll. Das ist nicht Sinn der Strategie.


    Also ja, das DSA5-GRW und der Almanach erlauben das bespielen von etwas wie Aventurien, generisches Fantasy mit austauschbaren Gesichtern. Mehr aber nun wirklich nicht. Und auch das nur in einem eng gesteckten Feld.

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  • Cifer :

    Dieses Basis-Regelwerk war aber später nicht mehr wirklich präsent und prominent in der Editionsgeschichte.

    Zumindest nicht bei mir.

    Ich selbst habe es z.B. jetzt eben einfach vergessen und erinnere mich auch jetzt nur ganz dunkel, dass es da mal was gab, auch wenn ich sonst wirklich fast alle Nicht-Abenteuer-Publikationen aller DSA-Editionen kenne. ^^


    So ein nicht all zu dickes Buch was man Leuten in die Hand geben kann und ihnen sagen kann: "Das ist der solide Einstieg ins System, da sind die Grundregeln drin und damit kannst du ein gutes Angebot aller klassischen Heldentypen spielen und bist voll dabei." das halte ich für ganz wichtig.

  • Man kann ein DSA-ähnliches, generisches Fantasysetting bespielen, das schon.

    [...]

    Also ja, das DSA5-GRW und der Almanach erlauben das bespielen von etwas wie Aventurien, generisches Fantasy mit austauschbaren Gesichtern. Mehr aber nun wirklich nicht. Und auch das nur in einem eng gesteckten Feld.

    ... das wiederum wäre nur wahr, wenn es das eine große und einzig wahre Aventurien und DSA-Gefühl gäbe.

    Und davon gäbe es schon 2, wenn nur wir beide um einen Tisch säßen^^


    Modular kann auch bedeuten:

    - GRW, GRW+Almanach, GRW+1 Abenteuer. Reicht vielleicht für einen Kennenlern- und Heldenbastel-Nachmittag und einige Abende. Wenn es den Nerv nicht trifft: totes Kapital. Spielekäufer kennen das wohl... Wenn es den Nerv trifft:

    -- Kernbände, zunächst wahrscheinlich Magie I, II, III. Später Götter und Kompendien. Mehr Abenteuer. Wenn man Lust an der Welt entwickelt:

    --- Weltbeschreibung. Startregion. Vielleicht mehr. Vielleicht Kompletterwerb im Rausch. Jetzt bist Du einer von uns.


    Dass WIR Magie I ohne die folgenden Teile nicht arg hilfreich finden, liegt daran, dass wir immer auf eine Aussage zu Frage xy warten. Die wir in einer vorherigen Edition beantwortet wissen. Solange man sich gedanklich aus dieser Position nicht herausdenken kann, ist auch ein faires Urteil über die Modularität nicht möglich.

  • Es geht doch darum, ob die Werke für sich alleine stehen und das tun sie nicht. Man bekommt im GRW angeteasert und nicht spielbar z.B. den Elementaristen. Diesen kann man jetzt aber nicht ausbauen. Man kann allerdings schon einen Teil "Magier" ausbauen, dafür muss man nur Magie 1 und 2 kaufen. Erst damit kommt das Konzept so ins Laufen.


    Wie gesagt, generische Sprücheschleuder funktioniert, DSA ist das aber eben nicht (zumindest nicht was man unter DSA im GRW anpreist.


    Aber klar, man kann auch Spaghetti Bolognese mit Kartoffelecken und einer Sahnesoße machen. Ist dann nicht mehr das Gericht, aber man kann es trotzdem so nennen.


    Ich verstehe allerdings ohnehin nicht, wieso vehement verteidigt wird, was man unter anderen Umständen bestimmt gerne im GRW gesehen hätte. Hätte es jemanden gestört oder gefreut, wären Druiden dabei gewesen? Wäre es schlecht oder toll gewesen, hätte man alle Zwölfgöttergeweihten untergebracht? Wer diese Aussicht nicht furchtbar findet, der würde wohl sagen, dass es durchaus Luft nach oben gibt und man ein GRW zu DSA durchaus umfassender gestalten könnte, als es gemacht wurde.

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  • Cifer :

    Dieses Basis-Regelwerk war aber später nicht mehr wirklich präsent und prominent in der Editionsgeschichte.

    Zumindest nicht bei mir.

    Ich selbst habe es z.B. jetzt eben einfach vergessen und erinnere mich auch jetzt nur ganz dunkel, dass es da mal was gab, auch wenn ich sonst wirklich fast alle Nicht-Abenteuer-Publikationen aller DSA-Editionen kenne. ^^

    Wie hält man denn ein Einsteigerregelwerk "präsent und prominent in der Editionsgeschichte"? Es gab das Basisregelwerk und einige Abenteuer, die auf dessen reduzierten Regelwerk aufbauten. Ich glaube, viel mehr ist halt auch nicht zu machen – den Versuch, jedem erfahreneren Spieler permanent im Gedächtnis zu halten: "Es gibt da übrigens noch dieses Einsteigerregelwerk! Brauchst du zwar nicht, aber: Gibt es!!", halte ich eher für zum Scheitern verurteilt.

    So ein nicht all zu dickes Buch was man Leuten in die Hand geben kann und ihnen sagen kann: "Das ist der solide Einstieg ins System, da sind die Grundregeln drin und damit kannst du ein gutes Angebot aller klassischen Heldentypen spielen und bist voll dabei." das halte ich für ganz wichtig.

    Kann man natürlich machen – die Frage ist halt, was da reingehört und wie man es aufzieht. Geht es um den einzelnen Spieler in einer Profigruppe, der damit den Grundstock bekommen soll? Dann passt das 5er Regelwerk. Geht es um den SL, der damit auch einen groben Überblick über die Welt kriegen und eigene Abenteuer improvisieren können soll? Dann ist das 4.1er deutlich vorzuziehen, denn zum 5er braucht man praktisch zwingend den Almanach dazu.

    Und was das "nicht allzu dickes" angeht, ist man bei 4.1 mit 288 Seiten dabei, wo das 5er Regelwerk mit 414 (weniger dicht bedruckten) zu Buche schlägt.

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