Vinsalt: Das tote Schneiderlein

  • Männer! Immer das gleiche..... Stupide Gockel auf ihrem Misthaufen, zumindest der hier..... Madalea bleibt nach aussen weiter freundlich-gelassen. "Ja, vielleicht kommen wir auf Euer grosszügiges Angebot zurück, merci beaucoup, Signor Harbinger." Wieso Harbinger auf einmal Raffayel so blöd angrinst, wundert sie schon nicht mehr..... "Gehen wir?" Madalea schaut fragend ihre Mitkonspiranten an. "Ich würde endlich gerne die Leiche sehen und untersuchen." Lächelnd schaut sie Signor Harbinger an: "Ich liebe es einfach, in Leichen herumzusuchen ...... den menschlichen Körper zu verstehen, woran er gestorben ist..... Vor kurzem musste ich einem tatsächlich beinahe seine ganzen Organe entnehmen, um anhand ihres Gewichts darauf schliessen zu können, dass er an Gift gestorben war. Eine wirklich unschöne Schweinerei, aber man ist doch zufrieden, wenn man ermitteln kann, wieso dieser arme Mensch sterben musste." Madaleas Lächeln bleibt breit und strahlend, als würde sie gerade über eine Blumenwiese reden.

  • Schade, hätte ja sein können. Harbingers Grinsen in Richtung, nein, an Madalea und ihr vorbei, bemerkt sie wohl. Da stehen die anderen? Doch bevor sie sich darüber eingehender Gedanken machen kann, holt Madalea verbal aus. Sehr weit aus.

    Kerry schluckt, macht einen kleinen Schritt zurück, und als bei den Details die schrecklichen Erinnerungen sie schlagartig überfluten, wird ihr ohnehin nicht so sehr gebräuntes Gesucht weiß mit einem so etwas wie grünem Hauch. Übelkeit steigt in ihr auf, sie schluckt härter, macht noch einen Schritt zurück, mit plötzlich unsicheren Beinen und kalt-feuchten Händen.

  • Bei Harbingers Grinsen werden Raffayels Lippen eine Spur schmaler, denn er interpretiert das definitiv als spöttisch.

    Nun, aber Madalea hat ja schon eine passende Erwiederung parat. Die Frage beantwortet er mit einem kurzen Nicken. Auch wenn er durch die anschließenden Ausführungen nicht weniger überrascht ist, als die anderen es sein dürften.Aber immerhin scheint sie seine Meinung zu Harbinger durchaus zu teilen.

    Und dann strauchelt Kerry auch schon. Sie sieht ja tatsächlich aus, als würde sie gleich umfallen. Raffayel macht zwei lange Schritte in ihre Richtung, greift nach ihrem Arm, die andere Hand hat er leicht auf Kerrys Hüfte gelegt, falls er sie doch noch auffangen muss. "Vielleicht setzt Ihr Euch kurz?", schlägt er vor und schaut auffordernd zu den Herren auf der Bank. Einen kleinen Blick in Richtung Harbinger kann er sich allerdings nicht verkneifen.

  • Oh nein, die Falsche kippt gleich um..... Etwas irritiert über die Wirkung ihrer Worte in diese Richtung, wendet sich Madalea hastig um, aber Raffayel hat schon reagiert. "Ja, äh.....sie sollte sich besser setzen", murmelt Madalea jetzt leicht verlegen.

  • "Was? Oh, ja." Kerry blinzelt, atmet tief ein, um sich wieder zu fassen, aber der Anblick vor ihrem inneren Auge und die Erinnerungen wollen so schnell nicht weichen. Wirklich abstützen muss sie sich nicht, kurz vor dem in Ohnmacht fallen steht sie nicht, auch wenn die Beine sich gerade schon wackelig anfühlen. Raffayels Halt ist damit sicherlich nicht am falschen Platze. Das Bündel mit den gefundenen Sachen klemmt, halb vergessen, jedoch fest unter ihrem Arm.

    "Es geht gleich wieder", sagt sie eher halblaut. Sie atmet wieder tief ein, und aus. Ein und aus, ein und aus. Das hilft. Ebenso wie Ablenkung, sie muss sich ablenken. Was war noch ... Nachforschungen, ja. Leute befragen, Maline, wegen ... weshalb noch mal? Ach ja. Und diesen Gesellen. Und den Meister, später. Und ihr Amulett. Sie muss es wieder bekommen, es muss noch in der Schneiderei sein. Und ihr Kleid, wegen dem Ball. Der Ball ist schön, auf den freut sie sich.


    Der ungesunde Hauch verschwindet langsam wieder, auch wenn Kerry noch immer etwas bleich im Gesicht ist. Ein- und ausatmen. An den Ball denken. Nachforschungen. Danach später der Ball.

    Sie blinzelt zu Raffayel hoch. "Danke. Geht schon wieder."

    Jetzt fängt es auch noch an, ihr peinlich zu sein. Großartig. Sie wünschte, Noiona wäre da. Obwohl, der wäre es vielleicht so ähnlich ergangen.

    Jetzt ist sie hier auf offener Straße fast umgefallen. Peinlich!

  • Bei Madaleas Themawechsel ist Kerry nicht die einzige, die wenig begeistert reagiert. Die Gesichter der Strassers zeigen deutliche Abscheu, der Vater schlägt ein Boronsrad. Signor Harbinger sieht sie ein wenig an wie eine Aussätzige, bewahrt aber die Fassung und setzt gerade zu einer Antwort an, als Kerry ins Schwanken gerät. Schnell bietet auch er ihr Halt, durch ihren Schritt zurück ist sie allerdings Raffayel näher. "Bitte, nehmt doch Platz!" Flink zieht er ein Tuch aus der Tasche und wirft es über die Kiste, auf der er zuvor gesessen hatte. "Seid ihr sicher, dass ihr wohlauf seid?" Er klingt besorgt, sein Blick geht kurz von Kerry zu Madalea und zurück.

    Einmal editiert, zuletzt von Lir () aus folgendem Grund: "bewahrt aber die Fassung" hinzugefügt, klang sonst zu hart

  • "Danke", sagt Kerry zu Enrico, mit nun tatsächlich schon festerer Stimme. "Sehr freundlich."

    Das ist es zwar wirklich, aber unter anderen Umständen hätte sie das als angenehmer empfunden. Im Moment ist es ihr nur zusätzlich zu allem anderen unangenehm, hier fast aus ihren Stiefeln gefallen zu sein.

    "Ich glaube, mit etwas Bewegung wird es besser." Und mit Dingen, auf die sich sich konzentrieren kann, die sie ablenken.

  • "Nun gut, wie Ihr meint", antwortet Raffayel, "Dann würde ich vorschlagen, wir gehen einfach noch ein paar Schritte gemeinsam. Ich denke hier sind wir sowieso fertig?" Er schaut fragend zu Madalea und auch in Richtung Alricio. Noch immer steht er nah bei Kerry, so ganz traut er ihrer Sicherheit wohl noch nicht.

  • Elaysa ist bei Madaleas Auswirkungen auch etwas schlecht geworden, aber ihr Gedanken dazu sind von reiner Vorstellungskraft getrieben, weshalb sie es leicht beiseite drängen kann.

    Nachdem die Aufmerksamkeit der Meisten wohl erstmal auf der leidenden Kerry liegt, wirft Elaysa Madalea auch einen fragenden Blick mit hochgezogenen Augenbrauen zu. Nachvollziehen, was das sollte, konnte sie nämlich nicht.

  • Kerry nickt, und schluckt noch einmal. Ein- und ausatmen.

    "Verzeihung", sagt sie in Richtung der drei Männer. Auch wenn sie mit ihren Fragen wohl soweit durch waren, wurde das Gespräch durch sie doch recht plötzlich unterbrochen. "Danke, dass Ihr unsere Fragen beantwortet habt", fügt sie, noch ein wenig schwach klingend, hinzu.

    "Entschuldigt mich bitte ..."

  • "Aber ja. Und falls ihr doch noch etwas benötigt…" Signor Harbinger fischt eine Karte aus seiner Westentasche und hält sie Kerry hin. "Es war mir ein Vergnügen. Signoras, Signor." Er verneigt sich zum Abschied kurz. Die Strassers beschränken sich darauf, kurz zu nicken, der jüngere hebt immerhin kurz die Hand.

  • Kerry nimmt die Karte, schaut eher nur flüchtig drauf, denn für mehr steht ihr gerade nicht der Sinn, und nickt dankend, während die Karte in die Gürteltasche geschoben wird. "Danke. Auf Wiedersehen."


    Noch ein wenig wacklig, wie es aussieht, denn die Schritte der sonst so recht geschmeidigen Albernierin wirken jetzt kurz und fast schon bedächtig, auf dem ersten Stück.

    Gleich wird sie auf die Karten schauen, aber erst ein- und ausatmen, dabei langsam gehen, an den Ball denken und an die heute noch zu führenden Gespräche, um ja nicht an dieses andere zu denken.

  • Alricio Begutachtet noch die kleiner Abdrücke und überträgt einen davon in sein Buch. Als er dann fertig ist bekommt er nur noch Madaleas Ausführung so richtig mit und die Reaktionen der anderen sieht er sich da unauffällig an wie jemand darauf reagiert kann schon was Aussagen. Dann geht er zu den Anderen.

    Meistens vom Handy geschrieben, also bitte seht mir Fehler nach.

  • Das war ja peinlich! Madalea hat sich bei allem anderen jetzt mehr zurückgehalten, sich aber noch von Harbinger und den Strassers verabschiedet. Auf Elaysas fragenden Blick hat diese einen fragenden Blick zurückgeworfen. "Geht es wieder?" fragt auch sie bei Kerry besorgt nach, wenn sie wieder unterwegs sind. "Dieser Signor Harbinger ...... ich mochte einfach nicht, was er so billig und auf so jämmerliche Weise versucht hat..... Aber so ganz glücklich habe ich mich wohl gerade nicht verhalten.....? Immerhin wissen wir, dass die drei ....alle drei .... mit dem Mord eher nichts zu tun haben. Gehen wir, um die Leiche zu untersuchen?" schlägt sie dann Raffayel vor.

  • Raffayel geht weiterhin neben Kerry und hat ihr zudem seinen Arm als Halt angeboten.

    "Ja, er hat sich schon recht Taktlos verhhalten.", stimmt er Madalea zu ohne ihr eigenes verhalten nochmal anzusprechen.

    "Eitler Geck", grummelt er leise.

    "Von mir aus können wir uns auf den Weg machen."sagt er und schaut dann noch einmal ein wenig besorgt Kerry an, "Das heißt, sofern Ihr Euch wieder wohler fühlt?"

  • Den Arm als Halt nimmt Kerry gerne an, und bei Madaleas Frage an sie nickt sie.

    Sie muss sich zusammen nehmen, als Madalea die Untersuchung der Leiche erwähnt. Ein- und ausatmen.Sie mögen Harbinger nicht? "Ich fand ihn nett", murmelt sie.

    Das findet sie wirklich, und es hilft ihr, sich von ungebetenen Bildern mitabzulenken. Mit Leuten sprechen, ihr Amulett wieder finden, ihr Kleid noch vor dem Ball bekommen. Schritt vor Schritt setzen, das ist schön regelmäßig und entspannend, und immer an das denken, was für gleich noch anstehen.

    Es wird wieder vergehen, das weiß sie, weil es das immer tut. Sie braucht nur andere Dinge, an die sie für den Moment denken kann.


    "Ja", sagt sie zu Raffayel, bei dem ihr einfällt, dass er er sie vor wenigen Herzschlägen angesprochen hat. "Ja, danke. Es geht schon wieder."

    Peinliche Sache, das. Ein Gedanke, der ebenfalls ablenkt, aber trotzdem auch ärgerlich ist.

  • "Ich fand ihn auch recht...normal?", stimmt Elaysa Kerry zu und schüttelt leicht den Kopf. "Aber so sind die Wahrnehmungen nun mal unterschiedlich."
    Dann wendet sie sich an Kerry, die ja nun schon mehrmals gesagt hat, dass es wieder geht. "Wenn der Herr und die Dame sich von uns trennen," - Sie erwähnt die Leiche absichtlich nicht noch einmal. - "dann wollten wir nun den Gesellen aufsuchen, nicht wahr?"