Die "Réalta Dubh" und ihre Mannschaft

Orkenspalter Downloads - Rezensionswettbewerb
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  • Die Réalta Dubh ist eine kleine Brigantine, auf der bis zu 80 Mann Besatzung unterzubringen sind. Sie führt insgesamt 16 10-Pfünder und im Bug noch zwei 6-Pfünder als Jagdgeschütze. Sie ist ein Glattdecker, das heißt, dass sie kein eigenes Geschützdeck hat, sondern die Kanonen auf dem Oberdeck stehen.
    Ihr schlanke Linienführung verrät dem kundigen Auge schnell, dass sie vermutlich auf einer montaignischen Werft erbaut worden ist. Ihre Flagge zeigt einen schwarzen Stern, der aus einer grünen Wellenlinie auf blutrotem Felde aufsteigt.
    Die Dubh hat 2 Beiboote, die je 12 Mann fassen können, und ein drittes für 6 Mann


    Bewaffnung: Neben den 8 10-Pfündern pro Breitseite und den beiden 6-Pfünder Jagdgeschützen im Bug verfügt die Dubh für ihre Besatzung über 2 Kurzbögen, 2 Langbögen (auch z.B., um z.B. ein Seil auf ein anderes Schiff zu befördern oder für ähnliche Zwecke),1 Armbrust, Entermesser, Enterbeile, ein paar Rapiere und Säbel, die für die ganze Mannschaft reichen.
    Musketen und Pistolen sind ausreichend vorhanden, um etwa 50 Leute auszustatten (es gibt etwas mehr Pistolen als Musketen), dazu gibt es etwa ein halbes Dutzend Bajonette für die Musketen. Darin enthalten sind die 10 Musketen und 4 Pistolen, die bislang von Prisen erbeutetet wurden. Zuletzt gibt es noch ein halbes Dutzend Claymores (Zweihandschwerter).



    Mein alter Scanner war nur mäßig und die hellen Segel sind auf hellem Untergrund schlecht auszumachen, daher habe ich es zweimal gescannt: Einmal, um mehr Details am Rumpf sehen zu können, und einmal, damit die Segel zu erkennen sind.
    Die Brigantine ist ein Zweimaster, deren Großmast wahlweise Rah- oder Gaffelsegel trägt oder auch eine Kombination von beidem. Das macht sie zu einem vergleichsweise beweglichen Schiff, denn mit Rahsegeln macht sie gute Fahrt bei Backstagswind (das ist raumer Wind, also Wind, der zwischen 90° und 170°, damit von schräg hinten einfällt), mit dem Gaffelsegel am Wind (da kommt der Wind von seitlich vorne, also bei weniger als 90°). Die Brigantine der Abbildung ist 80 Fuß lang, wiegt 150 Tonnen und fasst 10 Kanonen und rund 100 Mann.
    Die Brigantine ist ein vielseitiges Schiff: zwar kann sie mit einer Schaluppe nicht mithalten und hat auch mehr Tiefgang als ein Schoner, aber sie ist robust, recht kampfkräftig und auch kein langsames Schiff.





    aus: Douglas Botting, Redaktion der Time-Life Bücher: Die Seefahrer: Die Piraten, 1979, S. 35



    Besatzung (Offiziere und Unteroffiziere):
    Kapitän: Captain Morgaine O'Hara von Dunlair, Inismore
    1. Offizier:
    Schiffsarzt/Schiffskaplan:
    Steuermann:
    Bootsmann: Mr. James MacDougal, Hochlandmarschen
    Stückmeister: Mr. Jeffrey Holmes, Avalon
    Segelmeister: Mr. Ian O'Brannag, Inismore
    Zahlmeister: Mr. Olaf Tronjeson, Vendel
    Bootsmannsmaat: Mrs. Dora Peacock, Avalon
    Segelmeistersmaat: Miss Jenny Stanforsdshire, Avalon
    Steuermannsmaat: Mr. Garth MacIntyre, Hochlandmarschen
    Büchsenmacher: Mr. Morgan Gleanncannon, Inismore
    Zimmermann: Mr. Brian MacIntyre, Hochlandmarschen
    Böttcher/Grobschmied: Mrs. Deirdre Meadow, Inismore
    Smutje: Mr. "Long" John Gold, Avalon


    Besatzung (Matrosen), auszugsweise
    Reinhard Schneider, Toppsgast (und Vertrauensmann), Eisenlande

    Ellen Miller, Toppsgast, Avalon
    Benjamin, Schiffsjunge, Avalon
    Isaiha Henderson, Leichtmatrose, Avalon
    Lars Svenson, Toppsgast, Vendel
    Lester Flynch, Leichtmatrose, Avalon
    Paula Fletcher, Leichtmatrosin, Avalon
    Duncan McAllister, Leichtmatrose, Hochlandmarschen
    Gregor Hauke, Leichtmatrose, Eisenlande




    Beschreibungen:


    Der Hochländer James MacDougal trägt bevorzugt den Kilt im Muster seines Clans. Sein Haar und dichter Vollbart sind dunkelbraun. Er ist der "Spieß" der Dubh und treibt die Leute mit dröhnender Stimme, den Fäusten und seinem Bootsmannsstock an, wenn es sein muss.


    Die Haare auf Jeffrey Holmes' Kopf sind von eher karottenfarbenem Rot, ebenso wie sein dicker Schnauzer. Der gut 50-jährige Stückmeister wirkt auf einen ersten Blick quadratisch von der Statur her, ist er doch bestenfalls durchschnittlich groß, aber extrem breit und untersetzt gebaut, doch dazu ist er in seinem Fach auch gut.


    Dröhnendes Lachen und ein schlagfertiges Mundwerk kennzeichnen Ian O'Bannag aus, einen gedrungenen, kräftig wirkenden Mann Mitte der vierziger Jahre. Er hat rötlich-braunes, lockiges Haar, das kurz getragen ist, trägt sein Gesicht glattrasiert und unter Sonneneinstrahlung kommen immer einige Sommersprossen zum Vorschein.


    Dass der Zahlmeister ein Vendel ist, überrascht womöglich wenig, sind diese doch zu Lande wie zu Meer als Händler bekannt. Olaf Tronjeson ist schmal, fast hager und dabei sehr lang. Er trägt eine Brille und der Umstand, dass er oft mit der Nase in einem Buch zu finden ist und so gar nichts für den Umgang mit der Waffe oder überhaupt körperliche Auseinandersetzungen zu haben ist, hat ihm schnell den Beinamen "Stubenhocker" eingetragen.


    Dora Peacock ("Mrs. Peacock") hält ihr dunkelblondes oder hellbraunes Haar kurz, und ihr Körperbau ist etwas untersetzt. Sie ist ebenfalls Mitte der 40 Jahre alt.


    Jenny Stanfordshire, Anfang der Dreißig Jahre alt und ihr blondes Haar stets zu einem dicken geflochtenen Zopf tragend, kennt laut eigener Aussage sämtliche Jenny-Witze und hat schon vor sehr vielen Jahren aufgehört, sie lustig zu finden. Sie kann nicht nur mit Zahlen, Zirkel und Karten gut umgehen, sondern im Zweifelsfall auch ihre Fäuste nachdrücklich einsetzen (etwa, wenn sie Jenny-Witze wirklich nicht lustig findet und ihr Gegenüber das nicht merken möchte).


    Soweit eine solche Einschätzung der identisch wirkenden Gesichtszüge durch die wild gewachsenen Vollbärte zugelassen wird, sind Garth und Brian MacIntyre ganz offensichtlich Brüder, vielleicht gar Zwillinge. Sie sind hochgewachsen, haben lange, dunkelblonde Haare und blaue Augen und tragen beide den Kilt des MacIntyre-Clans.
    Garth MacIntyre ist zudem stumm, der Grund dafür, eine Narbe an der Kehle, wird durch seinen Bart in der Regel verdeckt.

    Brian kann sich mit Garth dennoch sehr gut verständigen, durch Handzeichen und gutes Kennen, und durch Gestiken kann sich Garth auch recht gut mit anderen verständigen.


    Morgan Gleanncannon versteht sich auch außerhalb des beruflichen Miteinanders mit dem Stückmeister Holmes sehr gut. Beide fachsimpeln oft und gerne über Geschütze, Pistolen und Musketen, über Zündschlösser und Zündschnüre, wie glatt geschliffen eine Kanonenkugel sein soll. Der Hochländer trägt jedoch keinen Kilt, sondern in der Regel Hosen und Hemd. Er ist glattrasiert (Barthaare können sich zu leicht in Mechanismen verfangen, findet er).


    Deirdre Meadow ist eine kräftige, ein wenig in die Breite gehende Frau mit stahlblau funkelnden Augen, um die dreißig Jahre alt.


    Seinen Spitznamen "Long" John hat John Gold aufgrund seiner langen und eher schmalen Gestalt bekommen (wenn er es auch nicht in Sachen Hagerkeit mit Olaf Tronjeson aufnehmen kann). Er fährt laut eigener Aussage zu See - nur auf avalonischen Schiffen, wie er stolz bemerkt - , seit er 7 oder 8 war und das soll schon 40 Jahre her sein, was gut hinkommen kann. Das schüttere, schon halb graue braune Haar wird im Seemannszopf getragen. Er war früher Toppsgast gewesen, seit er sein linkes Bein ab dem Knie in einem Gefecht vor zwei Jahrzehnten verlor, ist er Smutje.




    Reinhard Gregor Schneider ist ein Mann mit kurzgeschorenen braunen Haaren, knapp überdurchschnittlich groß (was aber allerhöchstens Leuten die sehr auf Details achten auffällt) der ein Buch des Propheten ein eigen nennt. Er fuhr früher unter O’Donnell auf der „Lucky Charme“, ist auf der „Dubh“ geblieben und hat sich stets als verlässlich, vertrauenswürdig und treu erwiesen.


    Das Haupt von Ellen Miller wird von lockigem, schwarzem Haar geziert. Sie ist eine eher drahtig wirkende Frau.


    Benjamin ist in 13-jähriger Bursche aus Carleon mit rotem Haar, der erst seit wenigen Monaten zur See fährt.


    Bevor er auf der Brigantine anheuerte, war Isaiha Henderson ein Weber. Diese Erfahrungen sind brauchbar, wenn es darum geht, Qualität von erbeuteten Stoffen einzuschätzen. Er ist ein eher schmächtiger Mann, noch nicht ganz dreißig Jahre alt, aber mit schütterem, braunem Haar Haar.


    Der große und breitschultrige Vestenmannavnjar Lars Svenson ist Toppsgast und daher noch recht jung, in den Zwanzigern. Dichtes blondes Haar fällt offen auf seine Schultern. Auf Oberarmen und Schultern sind eintätowierte Runenzeichen zu sehen.


    Lester Flynch ist ein unauffällig aussehender Avalonier, dessen braunes Haar im Nacken zu einem Seemannszopf gebunden ist und der die Dreißig bereits hinter sich gelassen hat.


    Duncan McAllister ist ein Leichtmatrose mit typischen Seemannszopf, der seine ersten Seeerfahrungen schon vor dem Anheuern auf der Réalta Dubh hatte. Mit unauffälligen Gesicht ausgestattet, versteht er seine Arbeit.


    Paula Fletcher ist ebenfalls eine versierte Leichtmatrosin in den 20ern, die ihr braunes Haar pragmatisch kurz trägt.


    Der Eisenländer Gregor Hauke hat ebenfalls als erfahrener Leichtmatrose angeheuert. Er hat hellbraunes Haar und ist von etwas hagerer Statur.



    Bordroutine
    Ein nautischer (also neuer) Tag beginnt um 12.00 mittags.
    Demnach laufen die Wachen wie folgt ab:
    12.00-16.00: Nachmittagswache
    16.00-20.00: zwei verkürzte Wachen, die nämlich von 16.00 bis 18.00 und von 18.00 bis 20.00 dauern, damit man nicht jeden Tag die gleiche Wache hat.
    20.00-24.00: Erste Wache
    0.00-4.00: Hundewache
    4.00-8.00: Morgenwache
    8.00-12.00: Vormittagswache


    Auf der Dubh gibt es das Dreiwach-System: Eine Wache dauert 4 Stunden, danach folgen 8 Stunden Freiwache. Eine Wache untersteht immer einem Offizier, bzw. Unteroffizier.
    0.00–4.00 und 12.00–16.00 Uhr, Steuermann
    4.00–08.00 und 16.00–20.00 Uhr, 1. Offizier
    8.00–12.00 und 20.00–24.00 Uhr, Segelmeister
    Die Mannschaft wird dabei aufgeteilt und wechselt sich in diesem Rhythmus ab.
    Es wird jede halbe Stunde geglast, d.h. das Stundenglas wird gewendet und entsprechend dann die Schiffsglocke geschlagen.


    Tagesroutine ist sich so vorzustellen (OT basierend auf Regularien der alten irdischen englischen Royal Navy):
    Die jeweilige Freiwache wird um 7.30 an Deck gepfiffen, Hängematten werden zusammengerollt und in den Finknetzen (das sind Taschen oder Netze am Schanzkleid) verstaut und dienen dort im Falle eines Gefechtes als Kugelfang. Um 8.00 ist bis 8.30 Frühstück, dann folgt Dienst, der je nach Wetter (und Captain, aber Morgaine ist daran interessiert, eine gut funktionierende Mannschaft zu haben) abhängig ist: an einem Tag in der Woche wird Wäsche gewaschen und aufgehängt, dazu natürlich üblicherweise jeden Tag Drill an den Segeln, den Geschützen und/oder mit den Handwaffen.
    Sollte mal eine Bestrafung stattfinden, dann wird um 11.00 'Alle Mann zur Bestrafung' gepfiffen, ansonsten tritt die Mannschaft einmal in der Woche, am Sonntag, vollzählig an (und natürlich zusätzlich, wenn es befohlen wird, aber das ist dann Uhrzeiten unabhängig). Das wäre die Zeit, zu der ein Kaplan einen allgemeinen Gottesdienst abhalten wird.
    Um 11.30 gibt es die erste Hälfte der täglichen Grogration, von 12.00-13.00 ist backen und banken angesagt, Mittagessen. Danach gibt es wieder Drill.
    17.00-17.30 ist Zeit zum Abendessen mit zweiter Hälfte der Grogration, danach Freizeit. Um 20.00 werden die Hängematten gespannt, etwas später ist Licht aus.
    Der Sonntagnachmittag ist frei (so das Wetter dies zulässt).
    Einmal in der Woche wird die Freiwache früher am Morgen gepfiffen, nämlich, wenn es gilt, das Deck zuscheuern, mit Meerwasser abzuspülen und trocken zu wischen. Ein zweites Mal in der Woche wird das Deck nur aufgewischt. Das Zwischendeck wird dabei einmal gefegt und einmal gewischt und alle 14 Tage gescheuert (so das Klima dies zulässt, denn Feuchtigkeit im Schiff wird natürlich vermieden).



    Bei den Einteilungen auf die verschiedenen Stationen geht es darum, dass jeder dahin kommt, wo er am besten aufgehoben ist aufgrund seiner Fähigkeiten, und seine Station auch kennt, damit jeder weiß, was er bei den verschiedenen Gelegenheiten zu erledigen hat und auch die Vorgesetzten das nachhalten können. Die ältesten und erfahrensten Matrosen haben ihren Platz auf dem Vordeck, wo sie den Anker bergen oder auswerfen, Vorsegel setzen und auch die Bedienung für die Jagdgeschütze stellen. In einem Gefecht sind sie mit Pistolen, Musketen und Säbeln ausgestattet.
    Toppsgasten sind immer nur junge wie gleichermaßen erfahrene Matrosen, denn die oberen Segel zu bedienen ist mithin die gefährlichste Aufgabe auf einem Schiff. Toppsgasten werden auf die einzelnen Masten eingeteilt und jeder Mast hat seinen eigenen 'Captain'. Wenn sie im Gefechtsfalle nicht die Segel bedienen, sind sie mit Pistolen, Musketen, Säbeln und Entermessern bewaffnet und zwischen den Geschützen stationiert, um Enterer abzuwehren oder selber zu entern.
    Die dritte Gruppe bilden die Leichtmatrosen, schiffsintern auch gerne schon mal als 'Landratten' bezeichnet. Ihre Station ist zwischen Vor- und Achterdeck in der Kuhl. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört die Bedienung der unteren Segel, sie bemannen die Pumpen, versorgen das Vieh und bemannen im Gefechtsfall die Geschütze.
    Eine weitere Station ist das Achterdeck, auf dem jene Matrosen eingeteilt sind, die die unteren Segel des Besanmastes bedienen.
    Zuletzt sind da noch die sogenannten 'Faulenzer', die keiner Wache zugeteilt sind, deren Arbeit aber auch nie endet. Zu ihnen gehören die Handwerker, die reparieren, einfetten oder auch schon mal anstreichen - denn die Réalta Dubh soll eine schmucke Brigantine bleiben -, der Reiniger der Mannschaftstoiletten und der Barbier.
    Von daher werden alle Matrosen aufgrund solcher Voraussetzungen und Bedingungen in die Listen für Wach-, Deck- und Gefechtsstationen mit jeweils einer Nummer versehen eingetragen.



    Glossare für seemännnische Begriffe gibt es so einige: http://de.wikibooks.org/wiki/S…eem%C3%A4nnische_Begriffe, oder http://de.wikipedia.org/wiki/L…Fachw%C3%B6rter_(A_bis_M). Auch marinehistorische Romane warten oft mit einem Glossar am Ende auf.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Wache_(Schiff)