Ewige Schätze

  • Wir schreiben den 17 Decimus 1668. Der Winter hält langsam in Théah Einzug, doch einige tapfere Seelen schert es nicht, wenn sein kalter Atem die Welt langsam in Schnee und Eis versinken lässt. Vor allem, wenn sie das Knurren ihrer Mägen hören und dem Tadel ihrer Partner entgehen wollen, die ebenfalls an undichten Dächern und leeren Tellern leiden.


    In Carleon, der Hauptstadt des magischen Königreiches Avalon, beginnt unsere Geschichte. Einige Kapitäne der königlichen Freibeuter, der berühmten Sea Dogs, haben sich in der Taverne Salty Witch versammelt, um Freiwillige für gewagte Abenteuer anzuwerben, die Gold, Ruhm und wärmere Gefilde versprechen.


    Captain Morgaine O'Hara gehört zu diesen visionären Anführern und sitzt als erste Anwerberin im Schankraum. Es ist noch früher Morgen, aber der Wind sollte ihr schon bald neue Seeleute in den Bauch ihres Schiffes wehen ...

    Das Leben ist hart, unnachgiebig, brutal, langweilig, kurz, tränenreich, gefühllos,
    arm an Freude und Wundern, aus kosmischer Sicht nutzlos und schlichtweg schön.
    Gibt es einen besseren Grund um zu lächeln?

  • Morgaine O'Hara, Captain der Brigantine Réalta Dubh und Baroness of Dunlair, hat sich bereits früh in der 'Salty Witch' eingefunden. An einem Tag wie diesem sollte sie sich viel Zeitnehmen, mit möglichen neuen Mannschafts-Mitgliedern zu sprechen, denn das Wetter kann durchaus manchen Interessenten doch zu Hause halten, auch wenn sie sich andererseits gute Chancen ausrechnet, aufgrund ihrer ertragreichen und namhaften letzten Fahrten doch einige benötigte gute Leute zu finden.


    In ihrer Begleitung befinden sich zwei Männer. Der eine ist ein gedrungener, kräftig wirkender Mann Mitte der vierziger Jahre. Er hat rötlich-braunes, lockiges Haar, das kurz getragen ist, trägt sein Gesicht glattrasiert. Die breitschultrige Gestalt neben ihm den trägt trotz der Kälte einen Kilt in den Farben der MacDougals, das volle Haar und der dichte, gepflegte Vollbart sind dunkelbraun.


    Morgaine hat eine Tasse mit Tee vor sich stehen, und Schreibutensilien liegen vor ihr bereit auf dem Tisch.

    Die jung aussehende Kapitänin hat ihre wetterfeste Jacke nach dem Eintreten über eine neben ihr stehende Stuhllehne geworfen, und sitzt nun in weißem Rüschenhemd, eng sitzender brauner Hose, deren Beine in hochschäftigen Stiefeln verschwinden und einem smaragdgrünem Wams am Tisch, das an der Hüfte von einem Gürtel mit schön gearbeiteter Schnalle gehalten wird. Ihr flammendrotes Haar, bis deutlich über die Schultern fallend, wird von einem farblich zum Wams passenden Samtband im Nacken zusammen gehalten. Augen, blau wie das Meer bei ruhigem Wetter an einem sonnigen Tag, richten sich gerade auf ihren Segelmeister, als dieser eine Bemerkung macht.

    Einen Degen trägt sie an der einen Seite, einen Dolch an der anderen. Beide lederumwickelte Griffe zeigen ebenso wie die bis zum Knie hochschäftigen Lederstiefel einige Gebrauchsspuren, sind aber offenbar gut gepflegt.
    Ihr Gesicht mit der hellen Haut (die sich unter Sonneneinstrahlung nie merklich dunkler gefärbt hat) hat etwas Anziehendes, so man diesen Typ Frau mag, doch hätten ihre Brauen noch etwas mehr Schwung und die Backenknochen eine leicht andere Form, wäre sie wohl als noch hübscher zu bezeichnen.
    Gerade das rote Haar, aber auch der Schnitt der Gesichtszüge legen dem kundigen Betrachter nahe, dass er es hier mit einer Frau aus Inismore zu tun hat, wie man auch den Donegal-Akzent aus ihrem Avalonisch heraus hören kann.

    Ihre Gestalt ist schlank und ohne Stiefel und im Stehen kann man auf sie auf um die 1,70 schätzen. Ihre Körperhaltung und auch ihr fester Blick zeugen von Selbstbewusstsein, Autorität und einem festen Willen, dabei bleibt ihre ganze, charismatische Erscheinung eine durchaus als 'weiblich' zu bezeichnende.

    Allerdings sieht sie sicherlich jünger aus, als bei einer gestandenen Kapitänin anzunehmen ist. Gerade 20, mehr möchte man ihr nicht geben, aber üblicherweise kommandiert niemand in diesem Alter schon seit Monaten ein eigenes Schiff.

    Auffallen kann noch, dass sie an der rechten Hand einen dünnen, grünen Baumwollhandschuh trägt, der bis unter den Ärmel des Rüschenhemdes verschwindet, an der Linken mit dem Ehering am Ringfinger nicht.

    Auf der linken Seite zwischen Schulter und Brust sitzt die bronzenen Anstecknadel, der sie als Lehrling kennzeichnet.


    Das ist Morgaine O'Hara, die in diesem laufenden Jahr wiederholt sich einen Namen gemacht hat. Im Quintus, vor nicht einmal einem dreiviertel Jahr, kehrte die Dubh nach ihrer ersten Fahrt als Freibeuter unter avalonischer Flagge nach Carleon zurück, jedoch nicht nur mit der Beute zweier Prisen in ihren Laderäumen, sondern auch in Begleitung zweier Schiffe, denen man ihr Alter von einigen hundert Jahren gar nicht ansah, in solch gutem Zustand waren sie (und ihre Ladungen). Beide Schiffe waren aber tatsächlich vom legendären Captain Rogers vor 400 Jahren erobert worden, ein Umstand, der für einiges Aufsehen sorgte.

    Von der nächsten Fahrt kehrte die Brigantine im Julius mit ihrem Anteil zurück, der Hälfte zweier castilischer Schatzgaleonen, die sie mit Hilfe anderer Freibeuter erobert hatte.

    Bei der schließlich zerschlagenen Rebellion von König Piram von Breg segelte die Dubh im Octavus wieder für Königin Elaine und brachte den O'Bannon, König von Inismore, rechtzeitig zum Schauplatz des Geschehens.


    Nun liegt die Brigantine in Carleon und Captain O'Hara sucht Leute für die nächste Kaperfahrt. Jetzt ist sie keine gänzlich unbekannte Kaperfahrerin mehr, und es ist zu hoffen, dass dies geeignete Leute zu ihr führt. Sie hatte schon am Vortag, als sie mit der Dubh einlief, die Nachricht ausgegeben und bis heute sollte sie sich weiter verbreitet haben, und ein paar Aushänge hat sie auch verteilen lassen, dass hier und heute für eine Heuer auf der Réalta Dubh vorzusprechen ist.

  • Trotz der frühen Stunde geht die Tür zum Schankraum auf, und mit einem Schwall kalter Luft kommt ein großer Kerl herein, sicher 1,85 oder größer, mit breiten Schultern, der offensichtlich aus den Hochlandmarschen stammt - er trägt einen Kilt und einen Tammie mit dem Tartan der MacIntoshs, einem der weniger bedeutenden Clans. Er hat schwarze, wilde Haare, die ihm bis auf die Schultern fallen, und einen ebenso schwarzen und wilden Vollbart und mag vielleicht dreißig Winter gesehen haben - dem leicht schwankenden Gang nach zu urteilen, wohl etliche an Bord eines Schiffes. Hübsch ist er eher nicht, sein Gesicht ist wettergegerbt und zeigt Spuren von zu viel Sonne (und womöglich zu viel Alkohol). Seine Kleidung, abgesehen vom Kilt und Tammie ein ehemals weißes Hemd, eine dunkle Wolljacke und niedrige Stiefel, hat schon bessere Tage gesehen, und er sieht etwas übernächtigt und verfroren aus. Als einzige Waffe hat er einen der typischen Degen, wie sie in den Hochlandmarschen gern verwendet werden, an der Seite hängen, der duchaus benutzt aussieht. Am Gürtel hängt noch ein Sporran und eine Kalebasse.


    Nach dem Eintreten schaut er sich erst einmal um, und mustert die Anwesenden kurz. Dann tritt er auf den Tisch zu, an dem Captain O´Hara sitzt. "Captain O´Hara?"

  • Nur einige Momente später öffnet sich die Tür erneut und mit einem Schwall kalter Luft kommt eine junge Frau herein. Sobald sie die Kapuze ihres Mantels, erkennt man, dass sie nicht aus einem der drei Inselkönigreiche kommt, sondern von weiter südlich. Die junge Frau mag vielleicht 20 Jahre alt sein, wahrscheinlich aber etwas weniger. Ihre schwarzen Haare fallen ihr glatt und offen bis etwa zu den Schulterblättern und rahmen ein gebräuntes, ebenmäßiges Gesicht ein. Ihre schwarzen Augen suchen den Raum kurz ab, ehe sie sich in Richtung der Kapitänin O’Hara bewegt. Aber anscheinend hat der Mann, der vor ihr eingetreten ist, das gleiche Ziel. Da er zuerst hier war, bleibt sie in einige Schritte entfernt stehen und wartet dort ab.

    Nach einigen Minuten des Aufwärmens zieht sie ihren Mantel aus und hängt ihn sich über den Arm. Darunter kommt ein schmaler, schlanker Körper zum Vorschein. Mit etwas über 1,60m fällt sie kaum unter anderen Frauen auf. Insgesamt ist sie zwar hübsch, aber nicht so, dass sie aus einer Menge von Frauen herausstechen würde. Auch das schlichte schwarze Kleid, das sie trägt, trägt nicht dazu bei, aufzufallen. Der einzige Schmuck, den sie trägt, ist ein silberner Ring am Ringfinger ihrer linken Hand. An ihrer Hüfte findet sich ein Messer.

    Sie wartet ab, bis das Gespräch vor ihr beendet ist, die Hände vor dem Körper gefaltet und den Kopf leicht gesenkt, Nur wer genau hinsieht, mag sehen, dass ihre Augen ständig den Raum um sie herum zu überwachen scheinen.

  • Als der Hochländer eintritt, schauen Morgaine und ihre Begleiter, die mit am Tisch sitzen, ihm entgegen und unterbrechen ihre dahin plätschernde Unterhaltung. Als sich direkt nach ihm die Tür wieder öffnet, schaut die junge Kapitänin wieder dahin, aber schon richten sich die blauen Auge auf den Mann, der an ihren Tisch tritt.

    "Aye", bestätigt sie. "Das bin ich. Ihr sucht eine Heuer bei mir?"

    Nebenbei bemerkt sie, dass die eingetretene Frau, wohl ebenfalls zu ihr möchte und in der Nähe stehen geblieben ist.

  • Der Hochländer antwortet: "Aye, das such´ ich. Angus Macintosh der Name. Steuermann und Rudergänger seit fünf Jahren, Matrose lang davor. Und n´paar Tricks vom alten Rogers" - hierbei schlägt er einmal kurz auf den Degengriff - " kenn ich wohl auch. Und wenn ich meine Pistolen noch hätt, wärs noch besser..." Seine Stimme ist ein kräftiger, rauher Baß, und jeder im Schankraum hört, was er gesagt hat. Die Stimme ist es wohl gewohnt, gegen Lärm durchzudringen. "Wo immer Ihr hinwollt, ich bring Euch hin."

  • Kurz und knapp und gleich das Wichtigste genannt, das weiß Morgaine zu schätzen.

    "Bitte, nehmt doch Platz, Mr. MacIntosh", lädt sie ein und weist auf einen Stuhl ihr gegenüber, wo Angus steht.

    Sie deutet kurz auf die beiden Männer in ihrer Begleitung. "Das sind mein Segelmeister Ian O'Brannag, und mein Bootsmann James MacDougal.

    Steuermann klingt gut, wie die Dinge liegen, ist auch diese Position bei uns gerade unbesetzt. Auf welchen Schiffen seid Ihr schon gefahren, gerade als Steuermann? Wart Ihr schon einmal auf Kaperfahrt, Mr. MacIntosh?"

  • Angus Macintosh nickt den beiden Männern kurz zu, bevor er sich wenig elegant auf den Stuhl fallen läßt. "Na, da hab´ ich Glück, wenn Ihr´n Steuermann braucht. Bei meiner letzten Heuer, war ne Kaperfahrt, ging´s mächtig schief, Käptn Maddox hat sich mit seiner Valiant mit den falschen angelegt, und wir konnten grad noch fliehen, sonst wärn wir erledigt gewesen. Maddox meinte, ohne mich hättn wir das nich geschafft - konnt ich mir aber au´ nix für kaufn. Die Valiant war´n bisschen schneller als das andere Schiff, hat gerade so gereicht." Er holt tief Luft. "Davor hatt´ ich auf nem Vendelschen Kauffahrer angeheuert, ich sprech Vendel, war nich schlecht, aber zu langweilich. Kaperfahrt is mehr mein Ding."

  • Aye, Glück kann man das wohl nennen, wenn als erstes ein Steuermann herein geweht wird, da kann Morgaine Angus nur innerlich beipflichten.

    Seine letzte Aussage gefällt ihr, kurz schmunzelt sie.

    "Das klingt gut. Kaperfahrten sind mein Metier. Ich habe zwei erfolgreiche Fahrten hinter mir. Mein Schiff ist eine Zweimast-Brigantine, und ich gedenke in den nächsten Tagen, wenn die Mannschaft vervollständigt ist, wieder auszulaufen. Habt Ihr das Steuermanns-Patent bei Euch?", erkundigt sie sich noch.

  • "Erfolgreiche Kaperfahrt? Dann nennt Ihr ´nen Sturm auch ne frische Brise? Is´ja nich´so, das ich nicht wüsst, mit wem ich hier rede..." Mit diesen Worten nestelt er ein gefaltetes, zerknicktes und fleckiges Pergament aus dem Sporran und reicht es ihr.

  • Morgaines Schmunzeln öffnet sich zu einem breiten Lächeln bei der Retour. Dann greift sie nach dem sichtlich abgenutzten Papier und studiert es aufmerksam.

    "Sehr gut, Mr. MacIntosh. Ich suche einen Steuermann, Ihr bringt die Befähigungen und Erfahrungen mit. Ich möchte Euch als Steuermann anheuern Als Offizier würdet Ihr die üblichen vier Anteile der Beuteerlöse erhalten, nach Abzug der Anteile der Krone." Was in der Tat beides der Handhabung der avalonischen Kaperfahrer entspricht, wie Angus weiß, da er schon auf Kaperfahrern gefahren ist. "Im Dienst erwarte ich ein gewisses Maß an Disziplin, Freiwache ist selbstverständlich Freizeit.

    Habt Ihr noch Fragen an uns?" Sie reicht ihm das Patent zurück.

  • "Aye, dann sind wir uns einig. Wann kann ich an Bord gehen?" Er zögert, atmet tief ein und spricht dann leiser und etwas stockend weiter, es ist ihm sichtlich unangenehm. " Eine große Bitte hätte ich noch: Da meine letzte Heuer so ein Desaster war, bin ich ziemlich abgebrannt, wie Ihr seht. Ich musste meine beiden Pistolen gegen 20 Gulden versetzen. Könnt Ihr mir einen Vorschuß geben, sie auszulösen?"

  • Das ist ein avalonisches Pfund, rechnet Morgaine sogleich um, dann nickt sie.

    "Meldet Euch um 8 Glasen der Morgenwachen*, dann könnt Ihr auch das Frühstück mitessen, wenn Ihr möchtet. Ich gebe Euch eine Nachricht mit, damit wendet Ihr Euch heute noch an Mr. Tronjeson, das ist der Zahlmeister, der wird Euch das Pfund als Vorschuss auszahlen." Dass sie sein Unbehagen bemerkt, lässt sie sich nicht anmerken.

    "Doch zuerst: Willkommen an Bord, Mr. MacIntosh. Auf eine gute gemeinsame Fahrt." Morgaine streckt die rechte, grün behandschuhte Hand zum Handschlag für Angus aus.

    Hat dieser die Hand ergriffen und geschüttelt, greift sie zu Papier und Feder. Sie trägt seinen Namen in die Musterrolle ein und dreht das Dokument zu Angus hin und reicht ihm die Feder. "Bitte daneben unterschreiben."

    Wenn das getan ist, schreibt sie auf einem Blatt Papier kurz in schwungvoller Schrift, dass Angus MacIntosh der neue Steuermann ist und Mr. Tronjeson angehalten ist, ihm ein avalonisches Pfund als Vorschuss auf den ersten Beuteanteil auszuzahlen, gegen Unterschrift. Das Blatt faltet sie und reicht es Angus.



    *[Das ist 8.00 morgens]

  • Angus steht auf, ergreift die Hand und schüttelt sie herzhaft. Er unterschreibt dann mit kraftvoller, geübter Handschrift. Dann nimmt er das angebotene Blatt und steckt es mit seinem Patent in den Sporran. "Aye, Käptn." Er nickt dabei kurz. Dann wendet er sich um und verläßt den Schankraum, wobei er der jungen Frau einen Blick zuwirft und ihr zunickt.

  • Die beiden Männer bei Morgaine hatten sich während des Gespräches still verhalten und nur zugehört. Hätten sie Bedenken gehabt, weiß Morgaine, oder noch spezifische Fragen gehabt, hätten sie sich zu Wort gemeldet.

    Morgaine schaut zu der jungen Frau, die ein Stück hinter Angus gewartet hatte. "Bitte, tretet heran", fordert sie die Frau höflich auf.

  • Fiora hat das Gespräch vor ihr schweigend verfolgt. Als der neue Steuermann ihr beim gehen zunickt, hält sie den Blick zwar gesenkt, erwidert aber das Nicken.


    Nach der Aufforderung tritt sie an den Tisch heran und hebt auch den Blick. "Guten Morgen Captain O'Hara", begrüßt sie ihre Gegenüber. Anscheinend schätzt die Frau vor ihr eine direktere Herangehensweise, wie sie aus dem Gespräch gerade eben annimmt.

    "Mein Name ist Fiora Russo und ich möchte als Schiffsärztin bei Euch anheuern." Ihr Avalonisch ist zwar fließend, aber man kann einen deutlichen Akzent aus Vodacce hören.

  • "Guten Morgen, Miss Russo", antwortet Morgaine, die der Vorstellung keine konkrete Anrede entnehmen kann. "Bitte, nehmt Platz, und wir sprechen über die Einzelheiten." Morgaine verweist auf den Stuhl, den Angus gerade frei gemacht hat.

    Sie deutet auf die beiden Männer in ihrer Begleitung. "Mein Segelmeister Ian O'Brannag, und mein Bootsmann James MacDougal." Beide Männer nicken und wünschen ebenfalls einen guten Morgen.

    "Seid Ihr Ärztin, habt Ihr ein Diplom oder etwas in der Art? Habt Ihr Erfahrungen als Schiffsärztin?", stellt sie ihre ersten Fragen.

  • Nach der Aufforderung nimmt sie Platz, braucht aber einen Moment, um die beiden Männer nach ihrer Vorstellung anzusehen und mit einem Nicken zu grüßen. Danach wandern ihre Augen schnell wieder zu Morgaine.


    Und dann kommt auch schnell die Frage, die sie auch bei dem Steuermann gehört hat und die ihr seitdem einiges Kopfzerbrechen bereitet. Sie unterdrückt ein Seufzen ehe sie antwortet. "Tatsächlich habe ich kein Diplom. Wie Ihr wahrscheinlich wisst bekommen Frauen in meiner Heimat nicht die Gelegenheit, sich auf diese Weise fortzubilden. Allerdings konnte ich in der Dilatante Schule einige Dinge über Medizin und andere Fachbereiche hören und mir merken. Auf der Fahrt hierher konnte ich dem Schiffsarzt zur Hand gehen und er fand mich nach seiner Aussage überaus hilfreich. Seit ich in Avalon bin habe ich versucht in dieser Richtung weiterzubilden, zumindest im Rahmen meiner momentanen finanziellen Möglichkeiten."

  • "Nun, tatsächlich hatte ich schon einmal eine Schiffsärztin aus Vodacce, mit Diplom einer Medica einer Universität in Vodacce. Ich bin mit den Gepflogenheiten Eures Landes nicht vertraut über das Wenige hinaus, was einiger Vodacce, die auf der Dubh fuhren, hinaus geht", erklärt Morgaine.

    Sie überlegt kurz, statt aber das Gespräch abzubrechen, erkundigt sie sich: "Ihr habt also Eure Fähigkeiten gewissermaßen nachträglich erlernt? Wie versiert seit Ihr denn damit? Was ist die Dialante Schule? Auf einem Schiff geht es nicht nur darum, Wunden zu verbinden, das wäre voraussichtlich nicht einmal das Wichtigste. Es kann zu Verletzungen wie Knochenbrüchen und ähnlichem kommen, oder eventuell habt Ihr es auch mit einer Krankheit zu tun. Dazu ist der Posten des Schiffsarztes im Rang der eines Offiziers. Ihr werdet verstehen, dass damit gewisse Kenntnisse und Anforderungen einhergehen, über die ich mich versichern muss."

  • Und wieder muss sie ein Seufzen unterdrücken. Andererseits sollte es ihr klar sein, dass es nicht so leicht werden würde, diese Position zu bekommen. Wobei ihre Augenbrauen dann schon ein wenig nach oben wandern, bei der Erwähnung einer Medica aus Vodacce.

    "Bei der besagten Dame wird es sich dann wohl um jemanden aus dem Stand der Kurtisanen meiner Heimat handeln. Für diese ist Bildung eher vorgesehen." Sie überlegt kurz, wieviel sie tatsächlich erzählen soll. Aber jetzt irgendetwas zu verschweigen, würde sie entweder gar nicht auf das Schiff bringen, oder noch mehr Probleme verursachen, wenn es schließlich doch raus kommt. Und in der beengten Umgebung eines Schiffes, lassen sich bestimmte Dinge schlecht verheimlichen.

    "Die Dilatente ist eine Schule für junge, adlige Töchter, in der sie lernen sollen, einen Haushalt zu führen und was sonst noch in einer Ehe von ihnen erwartet wird. Vor allem aber sollen sie dort auch den Umgang mit Sorte lernen. Was aber nicht heißt, dass nicht manche doch auf Umwegen mehr lernen, als sie sollten."

    Ein kurzes Blick geht währenddessen zu den beiden Männern neben Morgaine. Aus Vodacce ist sie es gewohnt, dass Männer eher zusammen zucken, wenn sie such plötzlich und unerwartet einer Schicksalshexe gegenüber sehen. Mal sehen, wie man hier reagiert,

    "Die praktischen Fähigkeiten, habe ich mir nachträglich angelernt, einige der Grundlage, hatte ich vorher bereits gehört. Und wie gesagt, ich habe jede Möglichkeit genutzt, zu lernen und zu versuchen. Mir sind die üblichen Verletzungen auf einem Schiff bekannt und ich habe bereits bei mehreren Operationen assistiert oder Teile davon selbst übernommen."