Dungeons & Dragons - Geschichte und historische Versionen des Spiels

  • Hello,


    First of all, sorry to speak in english but my german is really really bad... :/


    Maybe you can help me... For years, I am compiling all datas I can collect to establish a full list of the licensed D&D jigsaw puzzles.

    Here it is in its actual state if you want to have a look :

    https://kuronons.blogspot.com/…zles-definitive-list.html


    Now, I am looking for info concerning D&D jigsaw puzzles published by FSV. I found one only picture of their existing evidence of the web.

    Here it is for an insight :

    https://sites.google.com/site/…df/TSR%20FSV%20German.JPG

    I have no idea if only these 2 exist or if there are more, no idea of the publishing year also. And obviously no ref.


    Have you guys already seen these ?


    Any piece of info would be greatly appreciated !


    Thanks in advance !


    Kuro

    My blog of D&D Vintage products reviews (mostly comics) : Kuronons'

  • Now, I am looking for info concerning D&D jigsaw puzzles published by FSV. I found one only picture of their existing evidence of the web.

    Here it is for an insight :

    https://sites.google.com/site/…df/TSR%20FSV%20German.JPG

    I have no idea if only these 2 exist or if there are more, no idea of the publishing year also. And obviously no ref.

    Hello Kuronons,


    I have never seen these jigsaws, all I know is that picture you got. The logo used is from 1985 or 86 onward (can´t find the information at the moment), up until 1988, when the company was dissolved. I wrote quite a bit about the history of D&D in Germany here:

    https://www.acaeum.com/forum/viewtopic.php?f=1&t=16170&c=1 Somewhere in there the information about the logo used should be included.


    The Schmidt Spiele jigsaws might be earlier than 1986. From what I remember, the light blue box design was used for some RPG products in 1984/85, but could have been used later, of course. This is obviously a product for the french market.

  • The logo used is from 1985 or 86 onward (can´t find the information at the moment), up until 1988, when the company was dissolved. I wrote quite a bit about the history of D&D in Germany here:

    https://www.acaeum.com/forum/viewtopic.php?f=1&t=16170&c=1 Somewhere in there the information about the logo used should be included.

    Hello stebehil,


    Well thanks for the prompt reply ! Knowing the FSV's ones were issued between 1985-88 is some info ! :)

    Kinda hard to find much info on this company during this period. (well, I surely haven't dig enough in german search tho..)


    I think I may have posted something in Acaeum (maybe in this one topic even) but for some reason, since a few weeks I have no longer access to the forum there... surely due to my VPN... technology heh... -_-;

    The Schmidt Spiele jigsaws might be earlier than 1986. From what I remember, the light blue box design was used for some RPG products in 1984/85, but could have been used later, of course. This is obviously a product for the french market.

    Well, I am pretty sure one is from 1986 at least (red box). But indeed maybe the blue box one was issued earlier tho... Not easy to find info on these too...


    Anyway, I ll keep digging and hopefully someone will know more on this very particular subject ! :)


    Thanks again !


    Kuro

    My blog of D&D Vintage products reviews (mostly comics) : Kuronons'

  • I think it was from 1985 to 1988 for sure that the "dragon logo" (the one I use here, a scan from the Master Set) was used. Prior to that, they had no logo, just printing the address on the books and boxes.

    Thanks for this info !

    Now after digging (well sorting stuff on my PC... XD), it appears I have the FSV references for the 2 jigsaw puzzles : 8548/3 & 8561/6.

    Could these be useful to determine the date of issuing ?

    My blog of D&D Vintage products reviews (mostly comics) : Kuronons'

  • I think it was from 1985 to 1988 for sure that the "dragon logo" (the one I use here, a scan from the Master Set) was used. Prior to that, they had no logo, just printing the address on the books and boxes.

    Thanks for this info !

    Now after digging (well sorting stuff on my PC... XD), it appears I have the FSV references for the 2 jigsaw puzzles : 8548/3 & 8561/6.

    Could these be useful to determine the date of issuing ?

    Not exactly. The reference numbers fit the general nomenclature of FSV. Most items start with a 85, a few with a 86, and one or two each with a 81 or 82. This is not the publication year. Yet, the 85xx and the 86xx numbers seem to follow some sort of chronology, as the first two rulesets have low 85xx numbers, and the first few Basic modules and the accessories as well. But it gets muddied further down the road. Still, seeing that the Companion Set has 8542 and was out in 1985, I would guesstimate the jigsaws at 1985 or 86. I would have to go through the attempts at a publication chronology I made a while back to see if I can gain more ideas about how the reference numbers were issued, but I guess it will be not that exact.

  • Hier gibt es auch mal wieder Neuigkeiten:


    Ich hatte vor einigen Wochen das Vergnügen, mit Uwe Körner länger zu telefonieren. Er war auf meine Ausführungen zur Geschichte von D&D in Deutschland aufmerksam geworden, und hatte mir das Gespräch angeboten.


    Wem der Name nichts sagt: Uwe gehört zum Urgestein des Rollenspiels in Deutschland bzw. auf Deutsch, und vor allem zu D&D – was nicht heißt, dass er nicht auch andere Spuren hinterlassen hat. Sein erster Kontakt war 1979 oder 80 im Kölner Fantasy & Science Fiction Laden, dort stieß er auf das damals blaue Regelbuch (das müsste die „Holmes“-Version gewesen sein) und das Abenteuer „In the Search of the Unknown“ von Mike Carr mit dem damaligen monochromen Cover.


    1982 oder 83 gab es die Fantasy-Tage in Bergisch Gladbach, bei denen er auf Reiner Müller traf, der dort die rote Basis Box ausgestellt hatte, aber auf wenig Aufmerksamkeit stieß, bis Uwe ihn davon überzeugte, eine Demorunde zu machen – danach war der Stand dann umlagert von interessierten Zuschauern. Reiner Müller war der Initiator der Zeitschrift Spielbox und der Essener Spieletage.


    In der Folge arbeitete er am deutschen „Drachen“ des FSV mit, und hatte engen Kontakt zu dem Verlag. Er arbeitete auch als Übersetzer an mehreren Projekten mit, so der Übersetzung von AD&D. Die Übersetzungsarbeit war auf drei Leute aufgeteilt, die jeweils ein Drittel übersetzten, und die anderen beiden haben dann das Ergebnis gegengelesen. Da das Monsterhandbuch von jemandem, der nicht zu diesem Team gehörte, nicht gut übersetzt worden war (hier 2 Beispiele: dolphin communities underwater – Delphine kommunizieren unter Wasser/he has a caninelike chest – er hat einen kaninchenförmigen Brustkasten), hat er auf Wunsch der FSV es zusammen mit einem anderen Übersetzer kurzfristig noch einmal komplett neu übersetzt...


    Der berüchtigte Anhang K im deutschen Spielleiterhandbuch ist wohl ein besonderes Kapitel. Die erste Übersetzung, die veröffentlicht wurde, war eine Katastrophe, mit furchtbarem Satzbau und teils schlicht unpassenden oder falschen Übersetzungen einzelner Begriffe (In diesem Kontext „torch“ mit „Taschenlampe“ zu übersetzen, ist natürlich völlig unpassend.). Uwe konnte dazu berichten, dass die Übersetzung dieses Kapitels auf dem Weg zur FSV verloren gegangen ist – zweimal. Da zu diesem Zeitpunkt die Bezahlung mehrerer Übersetzungen überfällig war und nichts in dieser Hinsicht geschah, weigerte sich Uwe, den Anhang K bis zur Bezahlung zu schicken. Was dann passierte, ist unklar. Es sieht aber so aus, als hätte jemand sich schlicht und ergreifend ein Langenscheidt-Wörterbuch gegriffen und den Text neu übersetzt. Die Anordnung der Vokabeln im Langenscheidt lässt vermuten, dass die jeweils erste Übersetzung eines englischen Begriffs verwendet wurde, die dort auftauchte, ohne Überprüfung des Sinngehalts. Das führte zu dem bekannt bizarren Ergebnis, von dem sich Uwe später ausdrücklich distanzierte.


    Der Geschäftsführer von FSV, Hans Jany, hatte wohl etwas eigenwillige Ideen, wie man dem Spiel zu Erfolg verhelfen könnte. Auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1984, der Geburtsstunde von DSA und D&D in Deutschland, wenn man so will, ließ er den Originaltitel des Moduls B1 mit der Aufschrift „Das Schwarze Auge“ überdecken, und wollte so suggerieren, dass all das, was der Konkurrent Schmidt Spiele in seinen ganzen Spiel hatte, hier in einem einzigen Modul zu finden sei. Wenig überraschend fanden die Vertreter von Schmidt das nicht sonderlich amüsant....

    Vertrieb und Logistik von FSV liefen über die Mutter ASS Spielkarten, die paar Mitarbeiter von FSV saßen wohl in einer Baracke auf dem Firmengelände (alles längst abgerissen und neu überbaut). Wie schon früher mal berichtet, hat Karl-Heinz Striezel vom Games-In in München nach der Pleite von FSV/ASS die ganzen Restbestände von D&D und Sternengarde aufgekauft und bei sich eingelagert, und verkauft die Bestände bis heute.


    Gary Gygax hat sich auf der Nürnberger Spielwarenmesse 1984 von zwei Messehostessen begleiten lassen – durchgehend. Uwe empfand das als amüsant, kennzeichnend und meinte, Gygax wäre später kein unschuldiges Opfer im Haifischbecken gewesen....


    Von Uwe stammt auch der Begriff des Geweihten bei DSA – und der Borbarad-Moskito. Was hab´ ich die Viecher gehasst...


    1984 hob er mit Volker Otzen und Alfred Meyer die Zeitschrift Fantasywelt aus der Taufe. Die Nullnummer wurde auf den Essener Spielertagen verteilt. Es zeigte sich jedoch, dass sie mit derart vielen Rechtschreibfehlern durchsetzt war, dass sie zum Gespött der Leser wurde. Also entschieden sich Uwe und seine Mitstreiter, die Exemplare einzusammeln und zu vernichten. Die wenigen überlebenden Exemplare sind schon lange sehr rare und teure Sammlerstücke. Die richtige Erstausgabe enthielt dann eine Aventurienkarte in schwarz/weiß. Wie die in die Hände der Macher gelangte, ist ein gut gehütetes Geheimnis... Das Magazin wurde jedenfalls ein voller Erfolg. Uwe meinte, es war damals einfach eine Zeit, in der man schauen konnte, was so geht, und sie hätten Lust gehabt, das Heft zu machen. Erst viele Jahre später war irgendwann die Luft raus, der Aufwand wurde zu groß, und das Heft wurde dann eingestellt. (Die letzte Ausgabe, die ich besitze, ist die Nr. 42 von 1995)


    Nach der Pleite von FSV/ASS ging TSR UK dazu über, die deutschen Übersetzungen für AD&D2 herzustellen. Dazu brauchte es natürlich Übersetzer. Auf der Spielemesse Essen kam dann ein bebrillter Engländer auf ihn zu und fragte ihn, ob er das nicht machen könnte. Uwe bekam den Zuschlag und ging nun in Vollzeit dafür über; er gründete mit Volker Otzen die Fantasywelt GmbH. Er selber hat allerdings in dieser Zeit wenig selber übersetzt, sondern andere, vor allem schnellere, Übersetzer beauftragt. Seine Aufgabe war die Chefredaktion und die Druckaufbereitung der Texte. Laut Aussagen Uwe gegenüber hatte der Geschäftsführer von TSR UK die Übersetzung des Spieler-Handbuchs vom Goethe-Institut (in England, wahrscheinlich Cambridge) auf Genauigkeit prüfen lassen - das Ergebnis von 94-96 % hatte Uwe zunächst furchtbar erschreckt und zweifeln lassen, bis er sich hat erklären lassen, dass das eine fabelhaft gute Quote ist – alles über 90 % ist sehr gut. Der bebrillte Engländer war der Managing Director von TSR UK, Malcolm Mitchell


    Nach der Pleite von TSR übernahm bekanntlich Wizards D&D. Deren Vertriebspartner in Deutschland war bereits Amigo Spiele, so dass Amigo nun auch AD&D vertreiben sollte. Die Frage, warum die Regelwerke in Kartons daherkamen und nicht als Bücher, begründete Uwe mit den Gepflogenheiten des deutschen Spielwarenhandels: Spiele kommen aus einer Spieleschachtel, nicht aus Büchern! Daran ging kein Weg vorbei. Also hat Uwe wenigstens dafür gesorgt, dass der Inhalt der Kartons einigermaßen sinnvoll thematisch sortiert war.


    Zu der Zeit – Ende der 90er Jahre – war ein anderes Thema ein Problem für freie Übersetzer und andere typische Nischen im Rollenspielgeschäft: Sie erfüllten teilweise die Kriterien für eine Scheinselbständigkeit, die damals als erklärtes Ziel der Politik bekämpft wurde. Das hat dazu beigetragen, die Szene in erhebliche Schwierigkeiten zu bringen, und führte zum Ende des einen oder anderen Kleinstverlages.


    Uwe war über das Ende von AD&D2 hinaus bis zu D&D 3.0 involviert. Bei der Übersetzung von 3.5 hatte man ihn dann nicht mehr gefragt – da hat wohl irgendwer geschlafen. Er hat auch Übersetzungen von Computerspielen wie Baldur’s Gate 2 und anderen gemacht und damit seine Brötchen verdient.


    Was er noch hervorgehoben hat: Alle Menschen, mit denen er in der Szene zu tun hatte, wären zu ihm ausnahmslos nett und professionell gewesen, mit einem korrekten Umgang untereinander. Er wusste aber auch zu berichten, dass es eine Reihe von Menschen gegeben hat, die durch psychische Probleme, die sie hatten, andere Leute in ernsthafte Schwierigkeiten gebracht haben.
    Angesichts dessen, dass das bis heute unterschätzt wird, kann man da gar nicht oft genug drauf hinweisen, dass das eben kein „Anstellen“ ist und es mit „Zusammenreißen“ nicht getan ist, das wollte ich bei der Gelegenheit ergänzen.


    Ganz herzlichen Dank an Uwe für das Interview und die bereitwillige Unterstützung hierbei! Von dem Kontakt kann ich mir gut vorstellen, warum alle Leute sehr nett zu ihm waren, er ist ein ausgesprochen netter Mensch.

  • Nach einer langen Pause möchte ich noch einmal auf die World of Greyhawk zurückkommen.


    Es gab zu Beginn der 3. Edition gleich die von Wizards of the Coast angelegte "Living Greyhawk" Kampagne. Die "Living" Kampagnen waren schon früher von der RPGA angebotene Runden, in denen die Abenteuer für jedes Jahr neu geschrieben wurden - und die mehrheitlichen Ergebnisse der Abenteuer des Vorjahres prägten dann die Spielwelt. Ab 2000 bis 2008 (glaube ich) war das halt Living Greyhawk. Da die Welt recht groß ist, hat man einzelne Länder jeweils der US-Bundesstaaten zugeordnet (oder anderen realen Ländern), so dass jeweils Teilstücke bespielt wurden. Als Gesamtübersichtsband gab es zunächst das "Gazetteer" rechts im Bild, das auf nur 32 Seiten versuchte, so viel Infos wie möglich über die Welt rüberzubringen. Umfassender war die "Living Greyhawk Gazeetter" mit dem "renovierten" Mordenkainen auf dem Titelbild. Das hat glaube ich 128 Seiten, auf denen die Informationen über Greyhawk recht kompakt wiedergegeben werden. Besitzt man allerdings schon die "World of Greyhawk"-Box oder die "From the Ashes"-Box, ist das meiste bloße Wiederholung. Die Priester für 3e sind natürlich interessant. Die kleine Gazetteer ist eher so ein Digest-Format, eigentlich relativ überflüssig. Zu beiden Heften gehört je eine Karte der World of Greyhawk, vier bzw. 8 Seiten groß.


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  • Und natürlich dürfen auch Abenteuer nicht fehlen. "Fright at Tristor" ist ein RPGA-exclusive gewesen, glaube ich. So richtig kann ich mich nicht dran erinnern, ich glaube, so gut war es nicht. Beeindruckender ist da schon "Return to the Temple of Elemental Evil", wohl das erste der "Retro-Abenteuer", mit denen Wizards bis heute Umsatz macht. Ich weiß allerdings nicht, ob das RPGA-legal war.

    Apropos RPGA: Gesamtkoordinator der Kampagne war Jason Bulmahn, der heute bei paizo die Regeln schreibt. Und dann gab es noch das "Living Greyhawk Journal" mit mehreren Ausgaben und jeweils neuen Informationen zur Kampagne.


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  • Return to the Temple of Elemental Evil ist definitiv kein RPGA-Abenteuer, denn der Hinweis auf dem Cover fehlt.

  • Ich habe gerade den Film "Secrets of Blackmoor" gesehen: https://www.secretsofblackmoor.com/

    Die Geschichte des Rollenspiels, bevor es Rollenspiel gab. Hier wird der Hintergrund der Wargaming-Gruppe aus Minneapolis, zu der Dave Arneson dazukam, und deren weitere Entwicklung nachgezeichnet. Es kommen viele Zeitzeugen, u.a. Dave Arnesons Vater (!) zu Wort. Einer der Spieler, David Wesely, entwickelte um 1970 ein Spiel namens Braunstein, in dem die Spieler eine Figur in einem fiktiven Grenzort Preußens zu Frankreich in den Jahren der franz. Revolution führten, und relativ frei entscheiden konnten, was sie tun. Wesely hielt den ersten Versuch für ein Desaster, aber die Spieler wollten auf diese Art weiterspielen. Das kann man wohl mit Fug und Recht als Geburtsstunde des Rollenspiels bezeichnen. Dass Dave Arnesons Figur recht früh bei einem Duell starb, ist heute eine Fußnote der Geschichte.

    Bemerkenswert aus heutiger Sicht ist die Größe der Spielrunde mit ca. 10 Mitspielern.


    Ich finde den Film sehenswert, und wer zwei Stunden Zeit, ungefähr 6 Euro übrig und ein starkes Interesse an der Geschichte unseres Hobbys hat, sollte sich das ansehen.

  • Weil ich letztens gerade meine deutsche D&D-Sammlung neu sortiert habe(siehe hier: Zeigt her eure Regale! =)), dachte ich mir, ich nehme mal zwei Boxen aus dem Regal (eine davon habe ich erst vor ein paar Tagen bekommen) und stelle die mal ausführlicher vor. Es handelt sich um zwei Versionen des Forgotten Realms Kampagnen-Sets.

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    Links die berühmte Graue Box, im Original von 1987, auf deutsch erst 1992 von TSR UK herausgebracht. Rechts die dritte Version dieses Settings, im Original von 1993/96, deutsch 1998. Es gab auch eine Version von TSR UK, die zweite deutsche Box von 1996, die sich in einigen Details unterscheidet. Die fehlt mir noch in meiner Sammlung. Wenn da jemand ein Exemplar übrig haben sollte....


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    Die Rückseiten entsprechen den jeweiligen englischen Ausgaben und beschreiben den Inhalt der Box. Bei meinem Amigo-Exemplar fehlen die Würfel, was ich aber verschmerzen kann. Interessanterweise ist Amigo für das Cover auf die alte Version zurückgegangen, während die englische Ausgabe von 1996 schon ein anderes Cover hatte. Das zeigt einmal mehr, dass Amigo offenbar große Freiheiten bei der Gestaltung hatte.

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    Die ältere Box beinhaltet zwei Hefte mit je 128 Seiten, die einmal eine Beschreibung der VR und einmal Hinweise für den Spielleiter enthalten. Ich habe sie mir nicht weiter durchgelesen.


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    Insgesamt vier großformatige Kartenblätter gehören zum Set (und zwei Hexrasterfolien zum Ermitteln von Entfernungen), zwei davon gehören zusammen und zeigen die Vergessenen Reiche als Übersicht. Die anderen beiden sind Detailkarten, einmal die Innere See mit Cormyr, ein zentraler Bereich der VR und einmal ein Ausschnitt der Schwertküste, der u.a. Niewinter zeigt. Die Orte sind, soweit möglich, ins Deutsche übersetzt.


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    Das spätere Set enthält vier Hefte: Eine große Rundreise (128 Seiten), Schattental (96), Leitfaden für Spielleiter (64), und Monster der Reiche (24). Der Unterschied zu der etwas älteren Ausgabe von TSR UK besteht wohl darin, dass in der älteren Version die Monster als lose "Monstrous Compendium" Seiten beiliegen, und zudem mehrere Bögen mit Runen, Magischen Sigilen, heraldischen Zeichen und Symbolen der Götter dazugehören. Letztere hat Amigo offenbar weggelassen.


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    Das Kartenmaterial ist bunter, aber grafisch einfacher gehalten. Ansonsten entspricht es den älteren Karten. Ein transparentes Hexfeldraster liegt auch noch bei.


    Beide Sets sind auf ihre Art bemerkenswert: Die graue Box ist im Original 1987 erschienen. Nachdem Gygax bei TSR rausgeworfen wurde, konnte und wollte man seine Welt, die World of Greyhawk, zunächst nicht weiter verwenden. (das änderte sich bald wieder). Also brauchte man einen "neue Welt". Ein kanadischer Bibliothekar hatte schon mehrere Artikel im Dragon veröffentlicht, die in einer offenbar von ihm erdachten Welt angesiedelt waren. Er wurde angefragt, ob seine Welt als neue Standardwelt zur Verfügung stünde. Der Rest ist Geschichte, wie man so sagt. Seine Originalzeichnung der Weltkarte, die er an TSR übersandte, ist mittlerweile in Sammlerhänden. Ed Greenwood kann wunderbar erzählen und hat ein großes Talent darin, verschiedene Charaktere sprachlich zu verkörpern, ich hatte einmal die Gelegenheit, einem Vortrag von ihm zu lauschen (Hannover spielt! vor ca. 25 Jahren, damals in der Unimensa. Die Veranstalter hatten ihn als Ehrengast eingeladen.)


    Die Box erschien erst 1992 auf deutsch. Ob sie bereits von FSV in den 80ern angedacht war, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich glaube aber nicht, denn FSV hatte einige Drachenlanze-Abenteuer übersetzt, und einiges älteres AD&D-Material, das auf Greyhawk bzw. dem Subsetting der Lendore-Inseln von Len Lakofka angesiedelt war. Das hätte nun wiederum erst auf die VR angepasst werden müssen. Somit kam es dazu, dass ein AD&D1-Produkt erst zu einer Zeit auf deutsch erschien, als die AD&D2-Regeln bereits etabliert waren. Gut, die Unterschiede zwischen den Editionen sind gering, und das Material läßt sich ohne weiteres mit beiden Editionen nutzen. Aber seltsam ist es schon.


    Die Amigo-Version ist wie schon erwähnt bemerkenswert, weil sie vom Original in einigen Punkten abweicht: Gesamtgestaltung, Covergrafik und Präsentation der Inhalte weichen ab. Ich nehme ja an, wie schon mal erwähnt, dass es Wizards nicht so wichtig war, weil die Vorbereitungen für 3e sowieso schon liefen, und die Hauptsache war, dass Geld reinkam, um die Rettung von D&D erfolgreich werden zu lassen. Wenn die Deutschen dann was anderes wollten, sollen sie doch machen...


    Beide Übersetzungen liefen unter der Redaktion von Uwe Körner, wie es nach dem Interview mit ihm auch zu erwarten war.

  • Die Amigo-Version ist wie schon erwähnt bemerkenswert, weil sie vom Original in einigen Punkten abweicht: Gesamtgestaltung, Covergrafik und Präsentation der Inhalte weichen ab. Ich nehme ja an, wie schon mal erwähnt, dass es Wizards nicht so wichtig war, weil die Vorbereitungen für 3e sowieso schon liefen, und die Hauptsache war, dass Geld reinkam, um die Rettung von D&D erfolgreich werden zu lassen. Wenn die Deutschen dann was anderes wollten, sollen sie doch machen...

    Das war nicht WotC, sondern damals im Rollenspielmarkt noch üblich. Die Verlage hatten alle Freiheiten. Die deutsche Version der 3e-Bücher wurde damals als Boxen veröffentlicht. Und wenn man mal nachforscht, wird man feststellen, dass fremdspracheige Editionen meist ganz andere Cover haben. Auch gibt es dort z.T. auch Bücher, die es in der Originalversion nicht gibt.

  • Eine tolle Box. Schande über mein Haupt das ich sie damals für 20 Euro verklopft habe.

    Find es nach wie vor eine der schönsten Realm Beschreibungen. Auch die Karten mit dem Hexfeldplastik war witzig. Danke für den schönen Exkurs.

  • Die Amigo-Version ist wie schon erwähnt bemerkenswert, weil sie vom Original in einigen Punkten abweicht: Gesamtgestaltung, Covergrafik und Präsentation der Inhalte weichen ab. Ich nehme ja an, wie schon mal erwähnt, dass es Wizards nicht so wichtig war, weil die Vorbereitungen für 3e sowieso schon liefen, und die Hauptsache war, dass Geld reinkam, um die Rettung von D&D erfolgreich werden zu lassen. Wenn die Deutschen dann was anderes wollten, sollen sie doch machen...

    Das war nicht WotC, sondern damals im Rollenspielmarkt noch üblich. Die Verlage hatten alle Freiheiten. Die deutsche Version der 3e-Bücher wurde damals als Boxen veröffentlicht. Und wenn man mal nachforscht, wird man feststellen, dass fremdspracheige Editionen meist ganz andere Cover haben. Auch gibt es dort z.T. auch Bücher, die es in der Originalversion nicht gibt.

    Ich bin mir nicht sicher, wie frei die Verlage wirklich waren. In der Regel folgten die übersetzten Ausgaben den Originalausgaben sehr eng. Große Abweichungen gab es regelmäßig in Japan, aufgrund völlig anderer Sehgewohnheiten dort, würde ich denken. Große Abweichungen sind nach meiner Erinnerung eher die Ausnahme als die Regel. Aber das wird auch vom Jeweiligen Verlag abhängen.

    Für D&D empfehle ich für internationale Ausgaben diese Seite hier zum Vergleich: http://www.tsrarchive.com/in/in-index.html

  • Ich bin mir nicht sicher, wie frei die Verlage wirklich waren. In der Regel folgten die übersetzten Ausgaben den Originalausgaben sehr eng. Große Abweichungen gab es regelmäßig in Japan, aufgrund völlig anderer Sehgewohnheiten dort, würde ich denken. Große Abweichungen sind nach meiner Erinnerung eher die Ausnahme als die Regel. Aber das wird auch vom Jeweiligen Verlag abhängen.

    Ich weis, dass FanPro recht viel Freiheit hatte. Für Traveller gab es z.B. mindestens zwei Bücher, die es in dieser Form auf Englisch nie gab, deren Inhalt aber aus anderen Büchern (und sogar dem GDW-Hausmagazin) stammte. Genauso war es auch bei BattleTech, und zwar noch bevor FASA seine Tore schloss und FanPro die gesamte Produktpalette übernahm.

    Amigo scheint ebenfalls eine gewisse Entscheidungsfreiheit gehabt zu haben, denn wie sonst lässt sich erklären, dass sie manche 3e-Bücher als Boxen mit Zusatzmaterial veröffentlicht haben, die Cover neugestaltet haben und ein Abenteuer sogar in zwei Teilen veröffentlicht haben.