Holde, Seelenwanderung und manifestierte Dämonen

  • Bezüglich der Kontrollübernahme über einen Dämon (WdZ S.192) muss man aber auch anmerken, dass man sich dafür eine gewisse Zeit lang auf den Dämon und die Übernahme konzentrieren muss (halber Beherrschungswert in Aktionen). Gut möglich, dass Liscom und der Dämon Teclador keine Zeit für längeres Konzentrieren gelassen haben bzw. seine Konzentration unterbrochen haben. Oder Liscom hatte Kenntnis von unbekannten Zauberformeln, die einen Dämon vor Übernahme schützen. Vielleicht ähnlich wie ein PROTECTIONIS der vor Antimagie schützt. In Liscoms Zauber-Repertoire befanden sich ja so einige völlig unbekannte Zauber, die man nicht im LCD findet.

    Wir haben das bei uns ein bisschen abgeändert. Liscolm hat Tecladors wahren Namen herausbekommen, und konnte ihm damit recht übel zusetzen.

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    The shadows lengthen
    In Carcosa.

  • Ich würde gar nicht erst versuchen das seltsame PC-Spiel zum Kanon zu erklären. Man muss eine gewisse Unschärfe zu den Regeln in Kauf nehmen und auch zum Hintergrund. Es gibt da eben jede Menge Kram, den man nicht sooo ernst nehmen darf (wie z.B. auch den Zauberstaub mit dem man den Namenlosen von seinen Ketten befreien kann, weil er jeden Wunsch erfüllt).


    Was Liscom und Teclador betrifft, da würde ich eher zu einer Lösung greifen, die entweder einen Diener betrifft oder eine gewisse Absichtlichkeit von Teclador ausgehen lässt. Alles andere wird eben dem Wesen nicht gerecht. Und das sage ich als ausgesprochener Fan von Liscom und seinen Taten.

    Rein regeltechnisch wäre ein Wesen wie Teclador einfach nicht zu besiegen. Auch nicht im Limbus von einem achtgehörnten und einem Erzmagier. Man muss schon viele Erklärungen überstrapazieren, um dahin zu kommen (Teclador in einem eingeschränkten Körper, der keine Pluripräsenz zulässt, Teclador als der Vorausschauende erkennt weder seinen Feind noch dessen Schachzüge, seine Macht ist in der Tat begrenzt auf 200 AsP usw. usf.). Davon würde ich persönlich immer absehen.


    Den wahren Namen zu kennen erscheint mir auch wie etwas, was man nicht mal eben herausbekommt. Das würde Jahrzehnte der Forschung in genau dieser Richtung erfordern, um Ergebnisse zu liefern. Oder eben ein "Verplappern" von dem weisen und nahezu allwissenden Drachen. Ersteres nicht gegeben, zweites ist nicht stilvoll. Auch wenn es eine Erklärung sein könnte für die Ereignisse, ist es eben nichts was ich Liscom hier zutraue (auch Pyrs wahrer Name ist niemandem bekannt und das obwohl der Karfunkel seit Jahrhunderten verwahrt wird.

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  • Bezüglich der Kontrollübernahme über einen Dämon (WdZ S.192) muss man aber auch anmerken, dass man sich dafür eine gewisse Zeit lang auf den Dämon und die Übernahme konzentrieren muss (halber Beherrschungswert in Aktionen). Gut möglich, dass Liscom und der Dämon Teclador keine Zeit für längeres Konzentrieren gelassen haben bzw. seine Konzentration unterbrochen haben. Oder Liscom hatte Kenntnis von unbekannten Zauberformeln, die einen Dämon vor Übernahme schützen. Vielleicht ähnlich wie ein PROTECTIONIS der vor Antimagie schützt. In Liscoms Zauber-Repertoire befanden sich ja so einige völlig unbekannte Zauber, die man nicht im LCD findet.

    Freie Dämonen kann man nicht übernehmen - eventuell kann es ein Beschwörer drauf anlegen und hoffen, das der Dämon mehr Hass auf den alten Drachen als auch den Beschwörer hat. Hat dieser Dämon dann noch ein paar fiese Eigenschaften, z.B. Bonusschaden gegen Nandus-Alveraniare, dann kann der ebenfalls einem so hohen Drachen ordentlich einheizen.


    Wie gesagt, der wahre Name war das Loop-Hole, welches damals unser Meister genutzt hat, ob das sinnvoll ist oder nicht ist wieder eine andere Sache. Ich persönlich mag die Erklärung "Teclador könnte, will aber nicht" meist die noch schlechtere, da komm ich mir dann als Spieler verarscht vor, wenn im Hintergrund immer ein Halbgott rumhopst und im Notfall jederzeit Armageddon auf die Bösen niederregnen lassen könnte...

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  • Ich sehe keinen großen Unterschied in den Fähigkeiten von beseelten und besessenen Artefakten - für mich ist das eine undeutliche Formulierung im Regeltext. Jedes besessene Artefakt ist beseelt, aber nicht jedes beseelte Artefakt ist besessen. Die Beseeltheit ist ein Sonderfall der Besessenheit und abgesehen von einigen Spezialfällen (präferierte Zauber und Verbleib des Wesens nach der Artefaktzerstörung) identisch. Ich sehe, woher deine Interpretation kommt, lese den Regeltext aber wie oben beschrieben. Es gab auf dem Forum auch einmal eine Diskussion zu dieser Thematik, aber ich kann sie gerade nicht finden.


    Ich weiß schon, wie die Regeln zur Beherrschungsübernahme funktionieren. Unter anderem ist Kenntnis das Beschwörungszaubers vorausgesetzt und das Paktgeschenk Herrschaft über Dämonen macht so eine Probe wahrscheinlich unmöglich. Aber ein Alter Drache könnte wahrscheinlich sogar per Herrschaftszauber gegen doppelte MR den Dämon umdrehen. Ich sehe einfach keine Fähigkeiten Liscoms, denen Teclador nicht schon einmal erfolgreich getrotzt haben muss. Und wie gesagt - wenn Teclador verliert, fangen Liscoms Probleme gerade erst an. Alles andere erscheint mir unplausibel. Aber das kann jeder so halten wie er will... mir ist der Purpurwurm lieber.



    Zurück zur Fee: Angenommen, das Spiel ist Kanon - beim ersten Teil ist das nicht komplett unplausibel. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein neuer Körper eine Fee in die Wirklichkeit zerrt. Aber ob sie sich geistig dem Körper anpasst? In dem Spiel gibt es sehr ungewöhnliche Umstände. Der Körper war lange von einem bösen (muhaha) magischen Wesen besetzt, die Fee war bereits Jahre in der Wirklichkeit gefangen, der Seelentausch fand an einem äußerst seltsamen Ort statt und Satinav hat seine schuppigen Finger im Spiel. Außerdem sind Holde um einiges mächtiger als Nuri. Fest steht aber, dass Seelenwanderung auf Feen demnach zumindest prinzipiell funktioniert.

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  • the_BlackEyeOwl


    Man spricht zwar umgangssprachlich auch oft von einem beseelten Artefakt, wenn man eigentlich ein besessenes Artefakt meint aber regeltechnisch besteht da eine sehr genaue Trennung zwischen Beseelt und Besessen. In WdA ab S.99 werden die Unterschiede eigentlich sehr genau erklärt, wobei schon die fett gedruckte Überschrift "Experte: Beseelte und besessene Artefakte" lautet. Und der Abschnitt "Magie" auf Seite S.101 zählt beispielsweise nur für beseelte Artefakte (also die mit einer echten Artefaktseele). Auch schon mal eine wichtiger und entscheidender Unterschied zu einem besessenen Artefakt. Insbesondere, wenn es um die begrenzt freizauberischen Fähigkeiten einer Artefaktseele geht. Daher kann ich mich deiner Meinung, dass es keinen Unterschied zwischen Beseeltheiten und Besessenheiten gibt (außer bei der Vernichtung des Artefakts), nicht anschließen.


    Die Geschichte mit Teclador mag einem zwar komisch vorkommen aber so ist sie nun mal im offiziellen Aventurien geschehen. Wir können daher nur versuchen eine mögliche Erklärung dafür zu finden. Die Annahme, dass sich Tecladors Brüder oder sonst jemand im Falle seiner Niederlage gleich und persönlich einschreitet hat sich auch nicht bewahrheitet. Gut möglich, dass auf lange Sicht irgendwann mal einer der Alveranischen nach dem Rechten gesehen hätte aber bei Göttern und deren Dienern kann das unter Umständen Jahre dauern, bis da mal einer reagiert. Die Alveranischen denken da meist in anderen zeitlichen Größenordnungen. Vielleicht waren es aber auch die Helden selbst, die von den Alveranischen unwissentlich auf die Spur von Liscom geführt wurden, um die Angelegenheit so subtil wie möglich zu lösen. So könnte ich es mir zumindest vorstellen, da die Götter durch das Mysterium von Kha etwas eingeschränkter agieren. So ähnlich war es dann ja auch später mit den Gezeichneten, die stellvertretend für die Götter gegen Borbarad in den Krieg zogen.


    Bezüglich der Feen denke ich auch, dass eine Seelenwanderung wahrscheinlich möglich ist.


    Sternenfaenger


    Die Sache mit dem Wahren Namen wäre theoretisch eine Idee aber da Liscom von Teclador überrascht wurde und sich somit nicht direkt auf diesen Kampf vorbereiten konnte erscheint es mir eher unwahrscheinlich, dass er gerade da den Wahren Namen zur Hand hatte. Und während des Kampfes den Wahren Namen zu ermitteln scheint mir ebenfalls recht unwahrscheinlich.


    Bezüglich der Unbeherrschbarkeit freier Dämonen hast du zwar Recht aber freie Dämonen sind ja Dämonen, die nicht von einem Beschwörer gerufen wurden. Das trifft auf den Dämon in Liscoms Fall ja leider nicht zu.

  • Ich sehe bei den Artefaktseelen auch keinen Diskussionsbedarf. Aus meiner Sicht sind - abgesehen von einigen wenigen Stellen - eindeutig beide Arten im Text betroffen und beide Arten Beseeltheit bis auf wenige Punkte gleich. Der Magie-Absatz kann durchaus auch auf gebundene Wesen zutreffen. Warum sollte ein Dämon in einem Artefakt nicht mehr oder weniger AE haben als normal? Das empfinde ich nicht als seltsam.


    Irgendwo wird bei jedem im offiziellen Aventurien die Suspension of Disbelieve gebrochen. Es zwingt dich niemand, an diesem Punkt abzuweichen. Aber hier fällt es besonders leicht, denn Staub und Sterne lässt die Wahl, einen Purpurwurm an die Stelle Tecladors treten zu lassen - und da das keine Auswirkungen auf irgendein Ereignis außerhalb des ABs hat sehe ich keine Grund, diesen Weg nicht zu gehen. Ich kenne nur eine Stelle, an der ein Unterschied zwischen beiden Szenarien gemacht wird und das ist die Erwähnung des Purpurwurms als Nachfahre Tecladors in der Drachenchronik... ein Eintrag mit wahrlich großer Tragweite.:zwinker:

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