Western!

  • @Ronald: Besser hätte ich es auch nicht sagen können. :wink:


    Daß der Bürgerkrieg gefochten wurde, um die Sklaverei abzuschaffen, ist ein ähnlich verfälschender Mythos, wie daß Custer General war, als er bei Little Big Horn fiel, und daß der \"Gunfight at O.K. Corral\" im Corral statt gefunden hat ... alles sehr vereinfachend und nicht einmal richtig.

  • Ich seh nicht wo Du mir wiedersprichst, Ronald ;)

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
    Oberst des Ordens des zweifach geheiligten Famerlors.


    DVD-Profiler

  • Kennin


    Den einzigen Vorwurf, den ich dir aus Sicht des Historikers machen könnte, ist, dass du die Behauptung einfach so in den Raum stellts, ohne sie weiter zu erläutern. Dadurch kann es leicht zu Mißverständnissen kommen, etwa das Bild eines reichen Südens und eines arme darbenden Nordens, das sich mir beim Lesen deines Posts aufgedrängt hat. Offensichlich hattest du eher ein Bild im Sinn, wie ich es beschrieben habe. Dies war für mich aus deinem ersten Post nicht ganz ersichtlich. Da du meinem vorigen Post aber zustimmst, hat sich dieses Missverständnis nun aufgeklärt.


    Nochmals zum Thema Bürgerkrieg zurück. Unbestreitbar wurde die Sklavenfrage im Laufe des Krieges vom Norden zu einem Kriegsgrund gemacht. Viele Freiwillige des Nordens zogen in diesen Krieg, um die Sklaven zu befreien. Besonders nach der Freilassungsdeklaration 1862 wurde diese Tendenz sichtbar. Durch diese Proklamation wurde zwar kein einziger Sklave befreit, doch der Süden hatte den Krieg moralisch verloren. Die Proklamation war ein poltischer Schritt, um die Europäischen Mächte von der Anerkennung des Südens abzuhalten (es stand zu dieser Zeit militärisch nicht gut um die Union.) Dies gelang und der Süden musste seine Hoffnungen auf einen Sieg begraben.
    Die fast schon religiöse Motivation der Abolitionisten lässt sich auch an der Schlachthymne des Nordens, Glory Glory Halleluja sehen. Dort heisst es:


    Quote

    Jesus died to make man holy,
    let us die to make man free,
    his truth is marching on!


    Sogesehen hat sich schon im Bürgerkrieg dieser unseelige Kreuzzugsgedanke geäussert, der seit dem immer wieder gerne von den Amerikanern als Legitimation ihrer Kriege genutzt wird.

    Seid wachsam gegenueber den Maechtigen und der Macht, die sie vorgeben, fuer euch erwerben zu muessen! (Kurt Tucholsky)

  • Gerade eben hab ich "Gods and Generals" gesehen. Es ist der Prequel zu "Gettysburg" und ist am 11. November hier erschienen, sofort auf DVD, ohne ins Kino zu gelangen.
    Leider Hesindes habe ich "Gettysburg" noch immer nicht gesehen, werde ihn mir jedoch wohl bald anschauen, und zwar deshalb weil ich mir sicher bin, dass er um Einiges besser sein wird als G&G.


    G&G ist für Alrik-Normal-Filmliebhaber eine einzige Langeweile. Es gibt keine wirklich erkennbare Handlung, die Szenen sind oftmals viel zu lang und sämtliche Charaktere sind filosofischer als Plato.
    Jeder, aber auch wirklich jeder Einzelne hat irgendwelchen zwei-, drei- oder gar vierdeutigen Spruch auf Lager in jeder erdenklichen Situation und in jedem einzelnen Dialog. Wirklich, das musste nicht sein...


    Aber für jemanden wie mich, der interessiert ist in dieser Epoche hat der Film durchaus einiges zu bieten. Ich sehe den Streifen dann auch eher als ein riesiges Reenactment Spektakel in dem unter Anderen die Schlachten von Fredericksburg und Chancellorsville wunderbar gezeigt werden auch wenn es den Anschein hat alsob damals nur an einer Front gekämpft wurde.
    Im grossen Ganzen versucht der Film den Krieg aus der Sicht einer der grossen Generäle der Südstaaten zu beschreiben, nämlich aus der Perspektive von General Thomas Jonathan "Stonewall" Jackson.


    Jackson hatte seinen linken Arm verloren in der Schlacht von Chancellorsville, in einem nächtlichen Hinterhalt seiner eigenen Leute die dachten es sei der Feind.
    Gemunkelt wird dass der Verlust von Jackson der erste Ansatz zur Wende des Krieges war. Lee konnte den Verlust Jacksons nicht überwinden, wie er auch selber sagte: "Jackson hat seinen linken Arm verloren, ich meinen Rechten..."
    Jackson's Arm wurde erfolgreich amputiert aber er hat das Krankenbett nie mehr verlassen. Einige Wochen später erlag er einer Lungenentzündung...


    Die Biografie Jacksons, so wie sie im Film gezeigt wird, ist selbstverständlich äusserst romantisiert. Als General war er ein Meister, als Mensch ein Versager.


    http://us.imdb.com/title/tt0279111/ (Gods and Generals)
    http://www.imdb.com/title/tt0107007/ (Gettysburg)
    `
    Wer mehr wissen will über General Stonewall Jackson, oder "Tom Fool" oder "Old Blue Light" oder wie er sonnst noch genannt wurde, kann hier Einiges nachlesen:
    http://www.civilwarhome.com/jackbio.htm


    http://imagecache2.allposters.com/images/OWP/2246C.jpg

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  • Vorgestern habe ich mal seit langem wieder " Chatos Land " mit Charles Bronson in der Hauptrolle gesehen.
    Ein bedrückender , erschütternder , in seiner Konsequenz aber auch ein wenig Mut machender Streifen .
    Allerdings herrscht hier nicht der Versöhnungsgedanke vor , sonder hier prägt eher der Sinn nach Rache die Handlungen der Charaktere.
    Dennoch , immer wieder faszinierend.

    Wir mischen uns , da `n bisschen ein - so soll es sein , so wird es sein .

  • Au ja, laßt uns diesen Thread wieder beleben! :-)
    Ende des Monats läuft "Open Range" an, auf den ich natürlich schon sehr gespannt bin. Anfang Februar läuft "The Missing", der auch ein Western ist, bei dem ich mir aber noch nicht ganz so im Klaren bin, ob die Western-Elemente da nicht nur den Hintergrund bilden.
    Wenn ich beide gesehen habe, tue ich es gerne kund.


    Mein Freund lernt weiterhin peu a peu berühmte Western-Klassiker kennen. Nach "Spiel mir das Lied vom Tod" war zuletzt "El Dorado" dran (in meinen Augen viel besser als "Rio Bravo", egal, was die Kritiker sagen), "Stagecoach" wartet noch immer auf ihn. :-)

  • Ohje, da kommt eine große Westernkeule auf mich zu. Ich muss ja mit ins Kino *duck*


    Aber mal im Ernst. Ich glaube meine Vorurteile gegen Western beruhen hauptsächlich darauf, das die meisten älteren Datums sind. Mit schönen 11KHz Ton, und malfarben. Letztlich wurde mir bis jetzt noch kein Western vorgesetzt, den ich nicht mochte. Und mein erster Kinowestern (American Outlaws (2001), gesehen in Flagstaff AZ, also O-Ton) hat mich sogar begeistert. Den $4 trauer ich bis heute nicht hinter her. :D Ok, es waren nur $3 wegen Studentenermässigung, die es eigentlich nicht gab, aber der Typ an der Kasse war so frei.


    Kurzum, eigentlich freue ich mich schon. Etwas, von dem ich vor 3 Jahren noch nicht geglaubt hätte, das es das geben würde. Hey Leute! Guckt Western!

    Of course she's gay!


    Mod-Mode Farbe

  • Open Range ist übrigens empfehlenswert.
    Der Film läßt sich in allem sehr viel Zeit, sogar in Szenen, wo man meint, daß die Dramatik da jetzt ein etwas höheres Tempo verangt, bleibt das gemächliche Tempo - dabei ist der Film nicht im mindestens langweilig.
    Als ich nach Filmende auf die Uhr sah, stellte ich fest, daß er über zwei Stunden lang ist, und das überraschte mich dann doch, weil es mir gar nicht so lang vorkam.
    Kanada macht eine wunderbare Vertretung für den amerikanischen Nordwesten und der Film lebt primär von der Zeichnung und Darstellung der beiden Hauptcharaktere, die wirklich schön gemacht sind und trotz ihrer deutlichen charakterlichen Schwächen doch gleichzeitig sehr sympathisch sind.
    Die sehr lange Schießerei am Ende erinnert mich ein wenig an den Gunfight at O.K. Corral und zeigt wirklich wunderbar, wie viele Leute sehr lange aufeinander schießen können aus größter Nähe, ohne sich gegenseitig zu treffen, womit tatsächlich mal in einem Western Realismus in dieser Beziehung gezeigt wird, da sich dieses Genre ja sonst meist dadaurch auszeichnet, mit einem Revolver von einem galoppierenden Pferd noch auf 50 m genau ins Schwarze zu treffen.
    Es gibt ein paar lustige Dialoge und Situationen, so daß ein paar vereinzelte Lacher mit dazu gehören, obwohl der Film einen grundsätzlich ernsten Hintergrund hat.


    Für mich hat sich der Gang ins Kino allemal gelohnt, und wenn Open Range auch nicht gleich auf die Skala meiner bevorzugten Western ganz nach oben steigt, werde ich ihn mir spätestens im TV wieder angucken.

  • Es gibt noch zwei aktuelle Western:


    1. Cold Mountain... ein Bürgerkriegsdrama.
    2. Blueberry, verfilmung der berühmten Comicreihe: Marshall Blueberry (spielt sich ab NACH der Reihe "Leutenant Blueberry")

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  • Ich habe Lust, den Thread hier wieder aufleben zu lassen, da in einem anderen Thread zumindest kurzzeitig das Thema 'Western' wieder aufgenommen wurde. Außerdem kommen im Augenblick verblüffend viele Western, und zwar einige der Besseren, im TV auf verschiedenen Sendern.


    Auch wenn der letzte Beitrag in keiner Weise mehr aktuell ist: Bürgerkriegswestern haben in meinen Augen das Banko, dass sie eher periphär nur Western sind. Der Bürgerkrieg hat nun mal hauptsächlich nur im Osten stattgefunden und die üblichen Westernthemen kommen notgedrungen darin nicht vor. Allerdings heißen Bürgerkriegswestern nicht umsonst so, irgendwie gehören sie ja doch zum Genre.
    Rückkehr nach Cold Mountain habe ich gesehen. Renée Zellweger fand ich toll und war fast gar nicht wieder zu erkennen, Obwohl der Film eigentlich nicht schlecht ist, krankte er doch daran in meinen Augen, dass er über große Strecken beängstigend nah an der Langeweile war.


    Blueberry kenne ich nicht, auch wenn ich seit Jahr und Tag vorhabe, ihn mir mal anzuschauen. Er soll aber, wenn ich die Beschreibungen und Kritiken richtig verstanden haben, mehr oder minder gar nicht an die Comicfigur anknüpfen und mittels Trance/Drogenkonsum zu sehr in Mystizismus und Selbstfindung abdriften.


    Ja, um das kürzlich (s.o. zwecks Einführung, über welche Filme so gefachsimpelt wurde) aufgenommene Thema wieder aufzugreifen:
    Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford steht, wie im anderen Thread angemerkt, zusammen mit dem Remake von 3:10 to Yuma (und ein paar anderen Filmen) auf meiner 'noch zu schauen Liste' und bis dahin kann ich dazu wenig sagen.
    The Searchers will ich nicht abstreiten, dass es ein großartiger Western mit unendlich vielen Abgründen ist. Trotzdem hat die Romanvorlage den besseren Schluss und für mich ist dieser Film einfach nicht 'der endgültige Western' der er für die Kritiker ist.
    Warum ich Young Guns gut finde (das wurde ich gefragt) (Reihenfolge ist irrelevant): Ist in einer schönen Landschaft gedreht (die Fortsetzung hat da die sogar noch schönere Landschaft aufzuweisen), hält sich für eine Billy-the-Kid-Verfilmung ziemlich nah an die Geschichte (nicht völlig, aber welcher Film kann und will das schon?), ich mag die Schauspieler und obendrein gibt Emilio Estevez den besten Billy, den ich je in einem Film sah. Wie der historische Billy lacht er bei allem, was er tut, inklusive beim Töten, er emordet andere Leute, schlicht und ergreifend und wird dabei nicht als edler Held glorifiziert, und vor allem schafft er es dabei, trotzdem noch Sympathieträger zu sein. Obendrein erschien dieser Film, als der Western noch als tot galt und war dabei ein Erfolg (allein deshalb würde ich einen Film allerdings nicht automatisch gut finden).

  • Dann will ich hier auch mal was schreiben.


    Einer meiner absoluten Western-Favoriten der letzten Jahre ist "Open Range". In dem Western spielt Kevin Costner in meinen Augen noch viel besser als in "der mit dem Wolf tanzt". Und was die Landschaftsaufnahmen angeht ist Open Range ohnehin unschlagbar!

    Das ist das Schöne auf Reisen
    dass auch das Gewöhnliche
    durch Neuheit und Überraschung
    das Ansehen eines Abenteuers gewinnt
    (Goethe)

  • Ja, danke für das mitschreiben. *g*


    Mein bereits älteres Statement (von kurz nach Kinobesuch stammend):

    Quote

    Open Range ist übrigens empfehlenswert.
    Der Film läßt sich in allem sehr viel Zeit, sogar in Szenen, wo man meint, daß die Dramatik da jetzt ein etwas höheres Tempo verangt, bleibt das gemächliche Tempo - dabei ist der Film nicht im mindestens langweilig.
    Als ich nach Filmende auf die Uhr sah, stellte ich fest, daß er über zwei Stunden lang ist, und das überraschte mich dann doch, weil es mir gar nicht so lang vorkam.
    Kanada macht eine wunderbare Vertretung für den amerikanischen Nordwesten und der Film lebt primär von der Zeichnung und Darstellung der beiden Hauptcharaktere, die wirklich schön gemacht sind und trotz ihrer deutlichen charakterlichen Schwächen doch gleichzeitig sehr sympathisch sind.
    Die sehr lange Schießerei am Ende erinnert mich ein wenig an den Gunfight at O.K. Corral und zeigt wirklich wunderbar, wie viele Leute sehr lange aufeinander schießen können aus größter Nähe, ohne sich gegenseitig zu treffen, womit tatsächlich mal in einem Western Realismus in dieser Beziehung gezeigt wird, da sich dieses Genre ja sonst meist dadaurch auszeichnet, mit einem Revolver von einem galoppierenden Pferd noch auf 50 m genau ins Schwarze zu treffen.
    Es gibt ein paar lustige Dialoge und Situationen, so daß ein paar vereinzelte Lacher mit dazu gehören, obwohl der Film einen grundsätzlich ernsten Hintergrund hat.


    Nachdem ich den Film dann später auf DVD noch mal gesehen habe, sehe ich mich darin weiterhin bestätigt. Die Schießerei, das Finale, ist schon beeindruckend und die Charaktere, besonders Costners Charlie, haben etwas. Die Figur ist sympathisch, trotz ihrer offenbar dunklen Flecken in der Vergangenheit und obwohl er unbestreitbar eine gewisse Killermentalität hat. Er will nicht töten, ist aber bereit, dass zu tun, während er zugleich einer Frau ganz schüchtern und unbeholfen den Hof macht.
    Es ist für mich keiner der absolut besten Western, aber anschauen kann man ihn sich auf jeden Fall, da er auch nicht alle Klischees glorifiziert.

  • - Cold Mountain ist ein sehr interessanter Film. Er verwickelt Drama mit Romantik und Spannung ohne dass eines irgendwie nebensächlich wird. Das haben noch wenige Filme wirklich geschafft. Bürgerkriegswestern sind übrigens durchaus auch teilweise meine Favoriten. Da gibt es natürlich die drei Großen die ich hier kurz in Erinnerung holen möchte, und zwar Glory einerseits, und Gettysburg/Gods and Generals, die zwei Films der Romanrilogie. Leider ist der dritte Teil nie erschienen. Nun... persönlich finde ich Glory interessanter. Klar, G/G&G hatte den großen Vorteil dass keine der beidens Seite die Guten sind und die Anderen die Bösen. Beide Seiten werden genauso positiv belichtet. Was mich jedoch sehr sehr SEHR stört, ist dass fast jeder im Film die Weisheit mit Löffeln gefressen scheint zu haben. Es gibt keinen einzigen Soldaten der im Film seine Wichtigkeit hat, der nicht ab und an mit Sprüche um sich wirft die manche Philosophen vor Neid erblassen lassen. Das entnimmt den Filmen leider teilweise die Glaubwürdigkeit. Glory zeigt zwar nur die unionistische Sicht, aber er ist meines Erachtens menschlicher und somit packender.


    - Blueberry hab ich mir damals im Kino reingezogen. Meine Güte... was für ein Schrott... Ich weiß kaum noch was davon, so schlecht war er. Und das trotz Vincent Cassel, der jedoch den Film leider nicht viel mehr geben kann als wie drinn ist... nichts nämlich.


    - Young Guns ist einer meiner Favoriten überhaupt. Ich liebe die Figur "Billy the Kid". Und das sowohl die historische Figur als auch die mystifizierte. Dabei sollte man bedenken dass er wohl durchaus grundsätzlich ein netter Kerl gewesen sein soll. Er war immens populär in seiner Gegend, vor allem bei den Mädels. Aber er kann auch ein reiner Psychopat gewesen sein, was durchaus möglich ist, wenn man seine Jugend anschaut - oder das was davon bekannt ist. Das Porträt von Billy in "[url=http://www.ofdb.de/film/1656,Pat-Garrett-jagt-Billy-the-Kid]Pat Garrett and Billy the Kid[/url]" gefällt mir nicht so. Billy hat da nicht den Charme des echten Billy's und sowohl Billy als Garrett sind VIEL zu alt um glaubwürdig zu sein, und da Billy ein jugendlicher Spring Ins Feld war, passt das ganz einfach nicht. Der Film ist auch recht langweilig.
    Young Guns hat dahingegen wirklich kaum Anderes verdient als Lob. Natürlich, es ist stark romantisiert. Chavez y Chavez war keineswegs der patriotische Indianerheld zum Beispiel. Er war ein Säufer, Mörder, Viehdieb, Hochstapler und Betrüger. Und John Tunstall war kaum älter als Billy. Billy war damals nur einer von vielen "cow hands" (das Wort "cowboy" mochte man nicht, es war ziemlich herablassend) von Tunstall und vermutlich kannten sich John und Billy kaum.
    Aber dennoch schafft dieser Streifen was "Pat Garrett and Billy the Kid" nicht vermochten... Billy dar zu stellen wie Legende UND Historik ihn in etwa porträtieren. Dass es dann doch noch ziemliche Fehler gab... okay. Manchmal war es auch besser so, um den Film auf Trab zu behalten.
    Beispiel: in einer Cantina ist ein Gunslinger der Billy erledigen will. Billy trickst ihn aus und nimmt die Patronen aus dem Revolver ohne dass der Mann es bemerkt... danach gibt Billy die Waffe zurück und macht dem Kerl dann klar dass ER Billy ist. Der Mann will ihn erschießen... mit der leeren Waffe... Und Billy erlegt ihn. Lustig ist hier noch dass Billy danach meint dass das Opfer 21 oder 22 sein müsste, worauf Doc ihm klar macht dass es jetzt eigentlich 5 seien... und diese Zahlen sind auch wirklich historisch korrekt.
    Nun die echte Szene war komplizierter. Der Mann hatte gerade die Waffe gekauft von jemand Anderen. Dieser Andere hatte zwei Kugeln der Waffe verschossen was der Käufer nicht wusste, Billy aber durchaus. Billy trickste den Gegner aus wie im Film, und drehte das Magazin so, dass die erste leere Patrone zuerst im Magazin war. Das ist aber zu kompliziert und die Details zu unwichtig. Da finde ich die Filmlösung sehr befriedigend!
    Gut ist auch dass man Billy sympatisch findet, obwohl er doch ein halb irrer Hitzkopf ist... und ganz klar ein Mörder und Verbrecher.


    - Open Range. Hmmm... dazu später mehr. Ich habe ihn gerade bestellt denn ich habe festgestellt dass ich ihn schändlicherweise nicht besitze!!! Und vom Kino weiß ich nimmer viel.


    - Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford... Tjaaaaaa... genialer Film! Es ist VIEL mehr Drama als Western, aber WOW! Solch vielseitige und eindringende Darstellung von Charakteren habe ich selten erlebt. Es gibt hier keine "Guten". Und keine der Hauptpersonen wirkt wirklich nett und sympatisch. Und dennoch kann man sich sehr gut in den Film hinein versetzen.
    Leider wuss ich gestehen dass es sehr wenige Leute gibt denen der Film wirklich gefiel. Es ist ein langsamer Film den man Zeit lassen muss. Man sollte nicht hoffen auf viel Action und herumgeballere. Keine Spannung im klassischen Westernsinn. Es geht darum wie Robert Ford von James-Bewunderer zu Neider evoluiert... und letztendlich zum Mörder. Es geht darum wie Jesse gar nicht so der große Held war der zufrieden war mit seinem Leben, sondern eher paranoid und sogar froh dass er von Ford endlich erlöst wurde.


    - 3:10 to Yuma. Zu diesem Streifen kann ich nix sagen. Es ist ein Remake von einem alten Klassiker mit Glenn Ford den ich mir auch noch bestellen werde. Er läuft hier jetzt erst an, nächste Woche... und ich werde mir den Remake SICHERLICH anschauen im Kino!


    Aber in letzter Zeit gab es auch einige sehr gute Western-TV-Reihen.
    - Zuerst The Magnificent Seven... jaja, eine Westernreihe mit gleicher Thematik und auch die berühmte Filmmusik wie die alten Filme. Meist haut sowas total daneben. Aber hier nicht. Mir gefällt die Reihe sehr gut. Aus Chris Adams wurde zwar Chris Larabee aber das stört wirklich nicht.
    Die Geschichten sind sehr nett und teilweise durchaus auch sehr einfallsreich. Oftmals gibt es auch sehr gute atmosphärische Bilder, wie zum Beispiel Wickestown, eine "Stadt" die nur aus Zelten besteht und quasi auch nur ein riesiges Bordell ist.
    Sehr empfehlenswert


    - Und dann... Deadwood! Kenner wissen vom Namen alleine schon wo's lang geht. Deadwood, South Dakota ist die Stadt in der Westernlegende James Butler "Wild Bill" Hickock hinterrücks erschossen wurde. Und indertat... Deadwood, South Dakota... 1876! Einige der anscheinenden Hauptcharaktere: Martha "Calamity" Jane Cannary, Charles "Charlie" Utter und Wild Bill! Überraschenderweise geschieht der Mord aber schon sehr sehr SEHR früh in der Reihe.
    Ansonsten ist Deadwood eine Verfilmung der Situation in den meisten Frontier Towns... Verbrechen ist allgegenwärtig, aber Schießereien gibts kaum. Kämpfe wurden meist mit dem Messer ausgetragen.
    Aber auch das ist nicht sooooo wichtig in der Reihe. Die Filmemacher haben versucht die TV-Reihe so realistisch und historisch korrekt wie möglich zu gestalten. Um das zu erreichen haben sie wirklich sehr intensen Research betrieben. Sie haben sogar die Sprache der damaligen Zeit rekonstruiert, die doch anders war als heutzutage. Der Satzbau war damals oft doch viel komplizierter als im modernen Englischen, zum Beispiel. Und andererseits mutet das meist benutzte Kraftwort doch SEHR modern an! Und nein, es ist nicht das "F-Wort". Lasst Euch überraschen!
    Noch eines... auch hier ist Charakterentwicklung um Längen wichtiger als "Spannung". Es ist viel eher eine Dramareihe als eine Westernreihe. Obendrein ist es auch eher eine Soap, denn die Handlung läuft weiter und weiter. Einzelne Folgen gibts nicht wirklich, auch wenn meist ein Thema abgeschlossen wird in jeder Folge...



    Kleiner Nachtrag zum Thema "Schießen"...
    Die meisten Gunslingerduelle wurden ausgetragen auf "Point Blank"-Distanz, also so nah dass man kaum daneben schießen KONNTE und nicht mit 20 Meter dazwischen.

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  • Gettysburg habe ich ein- oder zweimal im TV gesehen. Sehr episch angelegt und soweit ich mich erinnere, fand ich ihn auch nicht langweilig (mittlwerweile habe ich ihn auch auf DVD). Glory gesehen zu haben, ist wohl noch länger her. Gods & Generals wurde mir geschenkt und ich weiß nich, wie ich ihn gesehen habe und mehrmals dachte, dass er jetzt aber bald zu Ende sein dürfte und dann ging er wieder weiter ... und weiter. Ich hätte vorher auf die Laufzeit schauen sollen, denn dann hätte ich den 3,5 Stunden Film nicht mehr zu einer ganz frühen Abendstunde angefangen. Aber weil ich ihn nicht so gut wie Gettysburg fand, wollte ich mich, müde wie ich war, trotzdem durchkämpfen, weil ich nicht so recht Lust, den am nächsten Tag weiter zuschauen, was dann zu dem nicht ganz so guten Eindruck des Films bei mir führte.


    Zu Young Guns, und seiner Fortsetzung: Tom O'Folliard war auch kein 14-jähriger Junge, und Charlie Bowdre starb nicht im Feuergefecht in McSweens Haus (wie in Young Guns dargestellt), sondern in jenem Adeobehaus, in dem in Blaze of Glory Tom O'Folliard starb, dafür war O'Folliard schon viel länger mit dabei, als Blaze of Glory zeigt und strab nict bei dem FEuergefecht, sondern einem anderen.
    Aber historische Abweichungen gibt es überall und im Großen und Ganzen erzählen die Filme, wenn auch gekürzt und zeitlich zusammengestaucht, die Geschichte schon richtig - womit sie den meisten Billy-the-Kid-Stoffen nun mal deutlich etwas voraus haben. Pat Garret und Billy kannten sich auch vorher, waren eigentlich gute Freunde noch aus den Zeiten, als Garrett Büffeljäger war, wenn ich mich richtig erinnere, und nicht, wie in Young Guns gezeigt, erst flüchtig nach Tunstalls Tod.


    Die Serie die Glorreichebn Sieben gefiel mir. In den USA habe ich vor 10 jahren ein paar Folgen sehen können, und zum Glück lief sie hier auch mal vor nun (leider) recht vielen Jahren nicht im Pay-TV.
    Natürlich ist Chris wieder der Führer, aber er hat einen anderen Charakter und im GEgensatz zu Yul Brynners Chris auch eine Vergangenheit, auch die anderen Figuren haben Uminterpretierungen im VErgleich zum Film erfahren, was der Serie aber nur gut getan hat, wie ich finde.


    Deadwood will ich ja für mein Leben gern sehen, aber hier die Staffeln zu kaufen ist mir zu teuer und Premiere lege ich mir nur dafür auch nicht zu. :heul:


    Die meisten Reviolverkämpfe waren ohnehin nicht so viele, wie Hollywwod glauben macht, da der durchschnittlche Cowboy kein Revolvermann war (einen Revolver haben und ein guter Schütze zu sein waren und sind nun mal zwei verschiedene Dinge) und Revolvermänner wiederum eher rar gesät waren. Also die, die wirklich jeden Tag übten, waren selten. Der "übliche" (Streits, Überfälle, etc.) Revolverkampf hatte weniger etwas mit dem schnellen Ziehen oder Treffsicherheit zu tun. Und nah aneinander ran musste man natürlich auch, aber selbst dann konnte man viele Schüsse verfeuern.


    Übrigens wird derzeitig Jimmy Stewarts 100. Geburtstag begangen, weshalb recht viele Western mit ihm kommen (heute Abend zwei auf ARD, gestern einer auf ZDF).

  • Quote from "Schattenkatze"


    Übrigens wird derzeitig Jimmy Stewards 100. Geburtstag begangen, weshalb recht viele Western mit ihm kommen (heute Abend zwei auf ARD, gestern einer auf ZDF).


    Yeah, die Anthony Mann - Western! Auch wenn mich die Synchro bei alten Western speziell ankotzt, ist Stewart großartig. Nach dem Krieg schien er immer an jeden Satz, wie mal jemand geschrieben hat, in Gedanken "you stupid fuck" anzufügen.;)


    Von Gettysburg und Gods and Generals kann ich mich nur an "Ich habe keine Legion mehr" oder so erinnern. Schien mir, wie z.B auch The Alamo, in den Massenszenen immer zu biederes Re-enactment von irgendwelchen Hobby-Historikern zu sein. Überhaupt scheint es, dass ich viel viel weniger Wert auf historische Korrektheit lege als Kennin und Schattenkatze. Liegt wohl auch am fehlenden Hintergrundwissen (übrigens lese ich gerade ein Buch zur Geschichte der Indianer von irgendeinem Augustin und bin kurz davor, hinzuschmeissen, weil es so widerlich Partei ergreift und damit jeder eigenen Reflektion im Weg steht) Deswegen finde ich auch Pat Garrett jagt Billy the Kid hundertmal besser als Young Guns, weil er eben eine ganz andere Stimmung vermittelt und ungefähr soviel reifer wirkt, wie Peckinpah reifer war als Estevez.


    Deadwood: siehe Schattenkatze.


    Glorreichen 7: Fast nur als Adaption von den Sieben Samurai interessant, aber hat mich nicht annähernd vergleichbar beeindruckt.
    Open Range war schön. Duvall ist alles, was am romantisierten Western irgendwie dann doch schön ist.


    Blueberry fand ich übrigens cool. Auf eine ziemlich alberne, trashige Art, aber trotzdem. Schön, dass sich ein paar Chaoten zusammenfinden und so einen Film machen.
    Dann wird vermutlich Seraphim Falls auch nicht wirklich zusagen. Ich fand ihn unterhaltsam, vor allem Pierce Brosnan als gejagter Südstaaten-Soldat, der den ganzen Film über ziemlich leidet. Am Ende driftet der Film allerdings völlig ohne Not ins metaphysisch ab.


    Dass The Searchers nicht DER definitive Western ist, kann ich so unterschreiben. Da würde z.B auch The Man who shot Liberty Valance noch ein Wörtchen mitreden, wenn man auch nur bei denselben Machern bleibt. Aber die Bedeutung, die allein schon das Casting von Wayne und seine Performance in den Film bringen, habe ich bisher nur selten wieder gesehen, genre-unabhängig.


    Was hält die kleine, aber feine Expertenrunde denn von Unforgiven und McCabe & Mrs Miller?

  • McCabe und Mrs. Miller kenne ich nur dem Namen nach, habe ich nie gesehen. Ich habe allerdings genügend von gehört und gelesen, dass ich ihn mir auf jeden Fall anschauen würde, wenn er mal läuft.
    Ich könnte mir aber denken, nach dem was, was das Western-Lexikon dazu sagt, dass er mir womöglich nicht ganz so gut gefallen würde, aber das liegt dann an meinem persönlichen Geschmack, nicht an der Qualität des Films.


    Unforgiven gefiel mir (vielleicht gefällt mir McCabe und Mrs. Miller dann doch, wer weiß^^). Eastwood (ich nehme mal an, dass Du Unforgiven (Erbarmungslos) meinst, und nicht The Unforgiven (Denen man nicht vergibt)) rechnet mit dem Western und auch ein wenig mit dem Mythos der Legenden ab, den er selber in seinen Western mit gebaut hat.
    Natürlich ist er in Deuschland gefloppt (*seufz*), aber seine Oscars hat er verdient.


    The Searchers wird von den Kritikern seit jeher als "der endgültige" Western abezeichnet (in kleinerem Rahmen wurde das auch über Unforgiven gesagt) und er ist ein sehr guter Western mit Tief- und Abgründigkeit (für seinen deutschen Titel kann er ja auch nichts), und mal einem anderen John Wayne, aber mich hat er nie so recht packen können, dass er in meine Favoritenliste aufgestiegen wäre.


    Über Seraphim Falls musste ich mir gerade im I-Net etwas anlesen, da mir der völlig entgangen ist. Wieder ein Name für meine noch-zu-schauen-Liste.


    Jep, Anthony Mann und die Berge, oder vielmehr Mann und die Bedeutung der Berge und der wilden Natur in seinen Filmen.
    Wer sich mal die Bedeutung der Landschaft im Western anlesen möchte, dem empfehle ich den Artikel "Der Western" im Merian Heft von Februar 1984. Im Artikel wird sich zwar hauptsächlich mit der Wüstenlandschaft beschäftigt, aber nicht rein ausschließlich.


    Die Synchronisation in den alten Filme ist mit so schlecht, da damals Englisch in Deutschland nicht verbreitet war und man deshalb Namen und Ortsbezeichnungen gerne eingedeutscht hat (was heute sehr gruselig klingt, wie mir Meuterei am Schlangenfluss und Über den Todespass mal wieder zeigte), und weil man manche Worte dem Publikam damals nicht unbedingt antun wollte. Und weil manche großartige Sätze aus unbekannten Gründen in ihrem Sinngehalt geändert wurden ...


    Wenn ich übrigens tatsächlich großen Wert auf historische Korrektheit auch nur zu einem eher niedrig angesetzten Prozentsatz legen würde, dürfte ich mir mehr oder minder keinen Western mehr anschauen, oder müsste mir zumindest ununterbrochen die Hare darüber raufen.
    Ich freue mich, wenn ein Film sich darum bemüht und historische Ereignisse nicht völlig verfälscht, ich finde es doch etwas dreist, im Film anfangs anzukündigen, man würde zeigen, wie es war, oder doch zumindest sich darum bemühen und dann jenseits von allem sich zu bewegen, davon abgesehen, beurteile ich Western (und andere Filme) nicht in der Qualität ihrer historischen Bezüge.
    Aber amerikanische Geschichte ist seit jeher mein Hobby, ich habe Geschichte studiert und frei bin ich halt nicht davon, schon mal ein Auge darauf zu haben, wie großzügig etwas ausgelegt wird.
    Punkt ist nun mal, dass diejenigen Western, die Billy the Kid, Jesse James, den Gunfight am O.K. Corral oder Custer am Little Big Horn als Thema haben, meist gar nichts mit der historischen Wahrheit (soweit man sie immer nachhalten kann) zu tun haben. Aber wie heisst es in The man who shot Liberty Valance: "Wenn die Wahrheit über die Legende herauskommt, drucken wir trotzdem die Legende."
    Immerhin macht man heutzutage in Tombstone mit der Legende das Geld, und nicht damit, was wahrscheinlich wirklich geschehen ist.

  • Quote from "Schattenkatze"

    Die meisten Reviolverkämpfe waren ohnehin nicht so viele, wie Hollywwod glauben macht, da der durchschnittlche Cowboy kein Revolvermann war (einen Revolver haben und ein guter Schütze zu sein waren und sind nun mal zwei verschiedene Dinge) und Revolvermänner wiederum eher rar gesät waren. Also die, die wirklich jeden Tag übten, waren selten. Der "übliche" (Streits, Überfälle, etc.) Revolverkampf hatte weniger etwas mit dem schnellen Ziehen oder Treffsicherheit zu tun. Und nah aneinander ran musste man natürlich auch, aber selbst dann konnte man viele Schüsse verfeuern.


    Ja, klar... sowieso!
    Kämpfe wurden meist mit der Faust ausgetragen. Wenn es auf Leben und Tod war, was wesentlich seltener geschah als man meinen mag, dann wurde das Messer herangezogen. Revolver waren gar nicht so üblich um Auseinandersetzungen zu beenden. Man sollte auch bedenken dass ein guter Revolver einen ganzen Monatslohn kostete.
    Die Cow Hands bekamen ihre Waffe (und Pferde und Sattel) für Gewöhnlich gestellt vom Cattle Foreman. Während der Freizeit mussten die Cow Hands meist ihre Revolver wieder zurückgeben.
    Dann zogen sie in die Stadt, wo sie ihr bisschen Bares meist gleich in der örtlichen Gastronomie investierten... Whiskey und Huren... Um sich dann einen Revolver zu kaufen blieb selten noch reichlich Geld.
    Der Winchester war das Prunkstück der damaligen Waffen (ab 1873, zuvor der Henry Repeater Rifle... nicht zu verwechseln mit der legendarischen aber fiktiven Henry-Stutzen von Karl May) aber lange nicht so häufig wie man meinen kann wenn man sich Western anschaut.
    Der große Nachteil des Winchesters war der Transport. Die beste Stelle um die Waffe zu verstauen ist am Pferd. Ideal war das jedoch auch nicht, da sich das Pferd daran Wund reiben konnte.
    Abgesehen davon kostete ein Winchester 60,- US$... einen doppelten Monatslohn eines gut bezahlten Mannes.

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
    Oberst des Ordens des zweifach geheiligten Famerlors.


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  • Thema "Synchronisation"... ich wiederhole mich nur ungern, aber ich bin FROH dass hier in Belgien alles in Orginalton mit Untertitel veröffentlicht wird, sowohl im Kino als im Fernsehn wie auch auf DVD.


    Seraphim Falls... wenn es indertat "Metaphysisch" wird, wie Du sagst, dann wirds wohl kaum was für mich sein.


    Thema "Indianerfilme". Tja... ich mag sie auch nicht. Entweder sie sind rotzedumm und sowieso des Teufels (z.B. Rio Grande) oder es sind die armen Schlucker die nie was Böses tun und NUR Opfer waren... (z.B. Dances with Wolves). Obendrein mag ich sowieso am liebsten Stadt- oder Bürgerkriegswestern.


    Thema "historisch Korrekt": So wie Schattenkatze ist auch für mich Geschichte ein Hobby, und zwar drei verschiedene Regionen an drei verschiedene Zeiten: 16. Jahrhundert, Antwerpen; 1550 - 1600, Japan und 1850 - 1900, USA.
    Aber das heißt nicht dass ich mich darauf blind starre. Ich finde z.B. "Tombstone" besser als "Wyatt Earp", obwohl der Letztere doch noch korrekter ist, historisch gesehen.
    Nur wenn es wirklich zu weit geht dann verlier ich irgendwie die Interesse, wie z.b. bei "Pat Garrett and Billy the Kid".
    Ich finde ja auch Glory interessanter als Gods and Generals/Gettysburg, obwohl G&G/GB gewiss historisch korrekter sind... wenn man die philosophischen Zitate der Hauptpersonen mal aussen vor lässt.


    Unforgiven: hmmm... nicht gerade mein Lieblingswestern, aber er hat etwas. Durchaus empfehlenswert, sogar! Wobei ich das ganze Verhältnis zwischen Little Bill und English Bob den Höhepunkt des Filmes finde. Für mich ist Eastwood eher nebensächlich in dem Film.
    Den mit Burt Lancaster, Audie Murphy und Audrey Hepburn, von John Houston habe ich leider noch nicht gesehen, soweit ich mich erinnern kann.


    McCabe and Mrs. Miller: Hmmmm... steht bei mir schon lange auf dem Programm. Ich hab ihn schon oft liegen sehen im Media Markt, habe aber immer verzichtet. Vielleicht demnächst.

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  • Kommt auf die Art des "Indianerwesten" drauf an.
    Inden meisten Western, in denen Indianer vorkommenm, sind sie schlicht und ergeifend die blutrünstigen Bösen, die auch nur diese Funktion haben. Das ist schwarzweiß, so daher rein nicht richtig, aber es gibt auch genügend Western, in denen die Weißen die Bösen sind.
    Allerdings treten die Indianer, im Gegensatz zu den Weißen, selten auch mal als Gute auf, so dass es nicht als ausgeglichen gelten kann.
    Übrigens mag ich Dances with Wolves durchaus - da sind Weiße Gut und Böse, und da sind Indianer die Guten und die Bösen und damit tritt für beide Seiten zumindest etwas Reflektion ein.
    Aber Broken Arrow z.B. (wieder einmal Jimmy Stewart und immerhin auf einer historischen Begebenheit beruhend) hat schon viel früher als Dances Witz Wolves den Schritt getan, in den Indianern mehr als gute Bösewichte zu sehen.


    Tombstone finde ich deutlich schlechter als Wyatt Earp. In Tombstone sind die Earps wieder die ganz und gar geschniegelten Schwarzjackenträger, außerdem gibt Dennis Quaid einen viel besseren oder zynischeren Doc Holliday ab als Val Kilmer (obwohl ich Kilmer eigentlich gerne sehe), und wenn ich jetzt gerade die jeweiligen Schlußszenen in beiden Filmen nach Earps Verfolger der Mörder seines Bruders nicht verwechsel (ich hatte vor ein paar Monate beide Filme kurz hintereinander gesehen), dann istt in Tombstone diese Szene geschehen, in der Earp oder Holliday Johnny Ringo im Duell erschießt, und diese Szene kann ich nicht verzeihen.
    Ringo ist eine viel zu faszinierende Figur und sein (echter) Tod wirklich eines der bis heute ungelösten Rätsel, um da so ein dummes Duell hinzufabulieren.
    Wyatt Earp (der Film) hat zumindest Ansätze gemacht, die Figur des Wyatt Earp zu hinterfragen und nicht so glorifizieren, deshalb gefiel er mir auch besser.


    The Unforgiven (also mit Lancaster, Murphy und Hepburn) ist kein schlechter Film, ohne aber auch für mich ein großer Meilenstein zu sein. Die Romanvorlage stammt von Alan LeMay, der auch The Searschers geschrieben hat und The Unforgiven hat eine ähnliche Thematik (The Searchers: Weiße wächst bei den Indianern auf, The Unforgiven: Indianerin wächst bei Weißen auf). Und aus dem Schatten kommt man kaum noch heraus.

  • Vielleicht auch noch erwähnenswert: mein lieblingswesternsoundtrack ist immer noch die Musik eines uralten Schinkens.
    Dieses Lied wird im ganzen Film wieder und wieder und wieder wiederholt. Dennoch wird es einem dabei nicht langweilig. Die Trommeln machen aus dem Song ein wahres Thrillerlied und gibt dem Film den letzten Schliff.
    Rede ist die Filmmusik von High Noon.
    Lustig: achtet mal darauf wie die Revolver von Lee van Cleef schlapp herumhängen. So sah man das auch bei Johnny Wayne...
    Recht seltsam und gar nicht praktisch, realistisch ist es schon gar nicht, geschweige denn historisch korrekt.

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    Sinjoor Elegast Vandervenga, ehem. Kuslik-Galahan
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