Von Eigenen Gnaden - Die Herrschaft der Helden

  • Recht und Ordnung! Und Glaube und Hoffnung!


    Mit diesen neuen alten Ideen und Zeichen beginnt in Zweimühlen die Herrschaft der Helden, die ihnen von den Menschen in die Hände gelegt wurde, weil sie den bisherigen Kriegsherrn besiegt haben. Doch mehr noch, künden die Worte und Gebete und Taten der Helden von einem völligen Neubeginn. So schlagen nach dem Dankgottesdienst viele - endlich? wieder? - die Sonnenscheibe. Leise Skepsis ist hier und da zu spüren, mitunter auch etwas mehr, allerdings überwiegen bei weitem Freude und Glück über die erhoffte Freiheit. Und auch der Herr Zordan von Elenvina macht schon keinen ganz so müde und abgekämpften Eindruck mehr.


    "Habt vielen Dank!", beglückwünscht er Jewdokija und Cordovan und auch Jesabela - in dieser Reihenfolge -, und bedenkt die anderen, die in der Nähe stehen, mit einem bekräftigenden Nicken. Dann wartet er geduldig auf eure ersten Amtshandlungen. Um euch herum fällt die Erwartungshaltung von den Menschen langsam ab, und die meisten beginnen, sich zu verstreuen. Vereinzelt bleiben noch Grüppchen stehen und reden und diskutieren und tuscheln. An mehreren Stellen wachsen die ersten Marktstände in die Höhe, denn das Geschäft muss ja weitergehen.


    Die ehemaligen Gardisten der Wache stehen unschlüssig herum und wissen nicht so recht, was sie jetzt tun sollen. Bei ihnen fällt auf, dass sie immer noch das Zeichen von Nekrorius tragen, den golden gekrönten Totenschädel auf rotem Grund. Ein Mann, wohl Handwerker, fragt, weshalb die Tore noch geschlossen sind. Und die ersten Menschen sind schon als Bittsteller erkennbar und warten darauf, ihr Anliegen hier oder bei der Burg anbringen zu können. Unter ihnen und an vorderst exponierter Stelle Cordovan Weitzmann mit Tochter und Sohn, ebenso aber Frau Sensendengler, die Pherian bereits bekannt ist, und die Travia-Priesterin Mutter Erlgunde. Dann ist da sogar Jargold Blütenstätter auszumachen, der irgendwie noch bleicher aussieht, seit er bemerkt hat, wer da die Macht übernommen hat ... Und dann sind da noch einige Handwerker, Bauern und Händler, die warten, jetzt, wo der Götterdienst beendet ist.

  • Marktplatz -> Burg


    Als der Herr von Elenvia auf sie zutritt, löst sich Jewdokija von Hadreds Seite und wird ‚anders‘ – vielleicht irgendwie angestrengt, doch mit einem Lächeln im Gesicht – „Euer Wohlgeboren, eine Freude, Euch zu sehen.“ Nickt sie ihm zu. „Das haben wir doch gerne gemacht.“ Dann bezieht sie auch die anderen mit ein. „Ich denke, wir sollten uns, wie vorgeschlagen, in die Burg zurückziehen, um das weitere Vorgehen zu besprechen.“ Und jetzt kommt eine Seite zum Vorschein, die wohl noch keiner kennt, und die eher ihrem früheren Leben geschuldet ist. „Hadred, könnten Du und diese Tochter der Sonne, sich hier vielleicht um diese ehemaligen Gardisten kümmern. Nicht dass die jetzt herrenlos irgendwelche Dummheiten machen. Herr Marix, ….“ verteilt sie weiter die Aufgaben, „…. Wenn Ihr euch vielleicht um die Händler kümmern würdet. Und …. hm…. Cordovan was meint Ihr? Vielleicht sollten wir Ihre Gnaden Erlgunde mit zu der Besprechung bitten?“ Jewdokija blickt in die Runde, „Jesabela, wo in der Burg können wir wohl unterkommen? Ich kenne mich dort nicht aus, aber Du doch schon.“ So wartet sie dann auf die Antwort und begibt sich zur Burg, die Dinge zu regeln.

    Eigentlich könnte ich jetzt einen Badezuber vertragen und meine Blessuren sollte ich mir auch mal ansehen. Doch hier weiter rumzustehen bringt auch nichts. -

    Seien wir realistisch. Versuchen wir das Unmögliche. (Ernesto Guevara)

  • Marktplatz -> Burg


    "Ich denke nicht, dass Ihre Gnaden überhaupt zu einer Besprechung der neuen Herren der Stadt anwesend sein will", wirft von Elenvina hastig und geflüstert ein. "Allerdings, so es Belange des Tempels oder der Zwölfe - gelobt seien sie - betrifft ..." Answin und Goran sind mit ihrem Gefangenen, Neb, schon einen guten Weg voraus, da sie ziemlich nach dem Ende des Götterdienstes aufgebrochen sind. Jesabela macht Anstalten, ebenfalls loszugehen, und kann nur wenig über die Burg sagen. "Ich habe noch nicht alle Räumlichkeiten der Burg besichtigt. Da sind die Gemächer, die wohl Nekrorius bewohnt hat. Sehr gemütlich, und ein Bad gibt es sogar. Wie viele Zimmer da sonst sind ..." Die Magierin zieht die Achseln in die Höhe.


    Sowohl Jewdokija als auch Cordovan gewinnen den Eindruck von den Menschen, dass sie mit ihrem Götterdienst einen guten Grundstein gelegt haben. Wobei beiden klar ist, dass das mehrheitlich an Cordovans rhetorischen Fähigkeiten liegt, die er über seine langjährige Erfahrung einfach erworben hat. Irgend etwas an dem Praioten hat die Zweimühlener nachhaltig beeindruckt.


    Burg


    Unterdessen sperren Answin und Goran Neb in die Zelle direkt gegenüber von der, in der Nekrorius verwahrt ist. Allerdings waren sie so schlau, Neb sehr zügig in den Gang zu verfrachten, ihm kurz die Augen zu verbinden, und ihm die Kapuze erst wieder in der Zelle abzunehmen. Dann fällt die Tür zu, Answin schließt sie wieder ab, und er und Goran schauen sich zufrieden nickend an.

  • Marktplatz

    Yarine versammelt die Wachen nach dem Götterdienst und der Bitte Jesebelas um sich und Hadred. Es gilt verschiedende Dinge zu organisieren.

    Zuallererst gehört das alte Wappen der Stadt wieder auf die Fahnen und Uniformen. Dazu teilt sie einen der jungen Burschen ein entsprechende Fahnen und alte Uniformen zu suchen.

    Danach versucht sie eine Einteilung für die Tore und den Wachdienst zu finden, wobei sie die Söldner Rotbarts mit einbezieht und auch versucht gewohnte Strukturen erst einmal zu erhalten.

    Nach der Einteilung nimmt sie sich einen der erfahreneren Soldaten und lässt sich von ihm Wache, Arsenal und Befestigungen zeigen. Für den Nachmittag hat sie sich vorgenommen mit den erfahrenen Soldaten und vor allem mit dem ehemaligen Kommandanten Ron zu sprechen.

    Fear cuts deeper than swords.

  • Marktplatz -> Burg


    Pherian nicht beim Vorschlag der Hesinde Priesterin. "Gerne kümmere ich mich um die Händler der Stadt, sammele Informationen und überlege wie wir die Stadt wieder zu einem Stern an Phexens Firmament machen. Die Leute müssen schnell wieder ihr Brot verdienen können und sicher wird einiges an Gold notwendig sein um die Stadt sicher zu halten." merkt er freundlich in Richtung seiner Gefährten an. "Dabei werde ich mich auch darum kümmern Informationen zu sammeln, die Händler werden vieles zu unseren Nachbarn wissen und was an anderen Orten der Wildermark passiert, ihre Angestellten was hier in der Stadt passiert...und mein Herr der Nachtmeister lässt uns auch die graueren Schafe geleiten....damit sollte ich ausreichend beschäftigt sein. Darf ich vorschlagen, dass wir uns nach den ersten Gesprächen noch einmal beraten?" schlägt er vor.


    Anschließend sucht er sich einen nicht zu zerstörten Raum der Burg um Meister Weizmann und Meisterin Sensendengler zu empfangen....separat um eine vertrauliches Gespräch zu ermöglichen. Im ersten Gespräch muss ich die Lage in der Stadt verstehen und noch keine Position beziehen....seit Jahren habe ich von diesen Herausforderungen gehört und jetzt liegt eine solche vor mir. Danke Herr Phex...ich hoffe mich Deiner und meiner Lehrmeister würdig zu zeigen.

  • Marktplatz - Yarine, Jewdokija und Cordovan


    Außer Alrik in der Wache und den beiden Soldaten vom letzten Gefecht - darunter der eine, dem Yarine das Leben gerettet hat -, hat sich auf dem Platz gut ein Dutzend Bewaffnete versammelt. Sie erfährt, dass etwa ein weiteres Dutzend an den Toren Wache hält. Wenigstens 10, die Nekrorius allzu gut gedient haben und denen Verbrechen wie Menschenraub, Mord und Ketzerei vorgeworfen werden, sitzen in den Käfigen am Platz ein oder werden von ihren ehemaligen Kameraden festgehalten. Andere sind bereits geflohen oder scheinen sich versteckt zu halten. Von den Soldaten fragen schon einige nach dem "fetten Ron". Immerhin gelingt es Yarine, gemeinsam mit Wolfhardt, Burian und Argail die erste Ordnung wiederherzustellen. Einer, der Feldkoch, ein ehemaliger Leutnant der kaiserlichen Truppen von um die 50, mit Holzbein, mit Namen Radulf Bergdorf, bereitet schon einmal das erste Truppenessen unter der neuen Herrschaft vor. Was Yarine noch so erfährt: es gibt noch Zellen in der Wache, dort auch eine Waffenkammer und Listen mit allen Namen von den angeworbenen Söldnern und Soldaten. Außerdem Bücher, in denen Nekrorius und Neb Informationen über jeden in der Stadt haben sammeln lassen, einschließlich derer, die die Stadt auch nur betreten. Ferner hört sie den Namen Bogumil Westermann, ein ehemaliger Gardist, der angeblich Kontakte zu einer Freischärlertruppe in der Umgebung der Stadt hält. Die Meinungen über diese Truppe sind allerdings unter den Soldaten zwiespältig. Die einen schätzen ihren Mut und ihre Kampfkraft, die anderen halten sie für Unruhestifter und ihre Anführerin, Maline Ochsenbrecher, für eine selbstgerechte, höchst anstrengende Frau. Mehr Gutes lässt sich dagegen über den ehemaligen Hauptmann hören, eben jenen "fetten Ron".


    Jewdokija und Cordovan werden unterdessen schon damit bestürmt, dass der Boronanger schon lange entweiht ist. Eine große Sorge der Bürger: Dass sie ihre Toten endlich wieder bestatten können wie es der Glaube bestimmt und ihre Tradition und Anstand gebieten.


    Burg - Pherian und Answin


    Währenddessen schaut Answin in der Burg nach dem Rechten und sorgt dafür, dass besonders die beiden ehemaligen Recken, der "fette Ron" und der ehemalige Reichssoldat Ungolf Ferdoker wieder zu Kräften kommen. Mit den beiden unterhält er sich auch, außerdem mit dem gefangen gesetzten, zuvor recht weinerlichen Händler nebst seiner beiden Mägde, der natürlich so schnell wie möglich wieder nach Hause will. Er ist Händler aus Gallys - vielleicht sehr interessant - und vor allem im Tuchhandel tätig. Allerdings hört Answin heraus, dass der Mann eigentlich mit allem handelt, was Geld bringt. Seine Waren scheint man ihm abgenommen und für Nekrorius` Zwecke verscherbelt zu haben. - Natürlich fordert er von den neuen Herren der Stadt auch gleich Schadensersatz ... Von den vier Bauern erfährt Answin weiter, von welchen Höfen sie stammen, und aus seiner Sicht spricht nichts dagegen, die vier wieder nach Hause zu lassen, mit den besten Grüßen aus dem neuen Zweimühlen.


    Pherian folgen zur Burg gut zwei Dutzend Bittsteller, besorgte Bürger und Neugierige, darunter Weitzmann, Sensendengler - beide werfen sich nicht eben freundliche Blicke zu -, eine korpulente Frau Ende der 40 mit Brille - Typ: Buchhalterin -, der Mann, den Pherian als Sekretär anstellen möchte, und noch allerlei Menschen, schwatzen und auf Pherian einredend. Einer der Bittsteller nennt Pherian laut seinen Namen - Bastan Erlgau -, der für seine Familie wohl eine Villa zurückfordert, die Leute von Nekrorius rechtswidrig requiriert hätten. Etliche Bauern übertönen ihn und bedeuten, dass die erste Aussaat bald ansteht, es aber zu wenig Helfer gibt, und auch zu wenig Saatgut.


    In der Burg sind weitgehend alle Räume unzerstört - bis auf das Gästezimmer, das Answin mit seinem Feuerzauber in Brand gesetzt hat. Immerhin wurden die Überreste der Untoten bereits entfernt. Für Unterredungen bieten sich herrschaftlich der Ball- und Thronsaal der Burg an (Plan der Burg 2), etwas intimer die Bibliothek im Obergeschoß (15) oder auch - eher - der Salon (14). Natürlich wollen alle Bittsteller zuerst an die Reihe kommen, wobei besonders Weitzmann und Sensendengler um den allerersten Platz streiten - nicht lautstark, aber sich doch in den Vordergrund schiebend. Irgendwie hat Pherian das Gefühl, dass Weitzmann von den anderen eher der erste Platz zugebilligt wird. Ertzel, der alte Hausdiener, versucht, etwas Ordnung hineinzubringen. "Wo wollt Ihr die Herrschaften sprechen? Und in welcher Reihenfolge, Euer Hochwohlgeboren?" fragt er Pherian.

  • Marktplatz - Yarine, Jewdokija und Cordovan


    "Was die geistigen Belange der Stadt betrifft, werden wir ihre Gnaden Erlgunde natürlich einbeziehen", antwortet Cordovan auf Jewdokija und von Elenvina. Dann versucht er, die Bürger zu beruhigen, indem er versichert, dass der Boronanger ganz sicher weit oben auf der Liste der Prioritäten stehen wird. Gerade auch nachdem er selbst noch vor kurzem dem Grauen des Untodes gegenüber gestanden ist. Dann schließt er sich seinen Gefährten auf dem Weg zur Burg an. Auch dort werden gewiss schon genug Bittsteller warten. Zudem galt es, die kommenden Gerichtsverfahren zu organisieren.

  • Burg - Cordovan


    Die Hochgeweihte Erlgunde bleibt irgendwann zurück, im Gespräch mit einigen Bewohnern der Stadt. Cordovan erreicht die Burg zeitgleich mit Pherian und dem schwatzenden, lauten Pulk Menschen in ihrem Gefolge. In der Burg erinnert der Diener Ertzel sich daran, dass die Bibliothek sogar einige Werke zum Reichsrecht vorweisen kann: Vergilbte Ausgaben des "Codex Raulis" und des "Codex Pax Aventuriana" sowie einige andere Gesetzestexte.


    Für die Prozesse gibt es viel zu tun: Zu jedem Delinquenten, derer es allein jetzt ein Dutzend gibt, allein von diesem einen Tag des Aufstands, muss der Vorwurf der Anklage abgefasst werden, wobei nach dem Halsrecht des Reichs der Richter auch zugleich den Vorwurf ermittelt und die Anklage führt. Das heißt, es müssen die Angeklagten befragt werden, unter Umständen auch peinlich, wenn sie nicht freiwillig gestehen. Zuvor aber müssen zu jedem Angeklagten die Zeugen angehört werden, was jenen vorzuwerfen ist. Dazu braucht es einen Richter, Gerichtsschreiber und mindestens zwei Zeugen von untadeligem Ruf, die den Befragungen beiwohnen. Die peinliche Befragung bedarf an sich eines benannten Scharfrichters und Henkers. Alles in allem, schätzt Cordovan, werden ihn die zwölf Verfahren gut eine Woche intensive Arbeitszeit kosten.

  • Burg - Pherian


    Pherian atmet tief durch. Dann mal los, Herr Marix. Der Herr Phex und deine Lehrmeister schauen auf dich...ob es der Herr ya Strozza, die Al'Anfer oder Neetya Triffon sind...aber keinen Druck. denkt er sich mit einem Lächeln als Etzel ihn fragt wo er die Bittsteller empfangen will. Das Spiel beginnt.


    "Danke Etzel. Ich werde die Leute nacheinander im Salon empfangen. So können wir gepflegt die Anliegen besprechen." antwortet er dem Hausdiener. "Ich beginne mit Meister Weitzmann, dann Frau Sensendengler und dann die Dame, gefolgt vom Herrn Erlgau und den Bauern. Bitte reiche den Wartenden einen Krug Wasser und bedeute ihnen dass ich heute mit allen sprechen will und um Verständnis für die Wartezeit bitte." instruiert er ihm und bittet ihn den ersten nach einer kurzen Pause hereinzubringen.


    Während er sich im Salon setzt verwendet er die Zeit um seine Eindrücke aus dem Anblick der Wartenden und der Kommentare zu sammeln, sie zu ordnen und sich einige Notizen für die Gespräche zu machen. [OOC: er bereitet sich so detailliert vor wie es geht und lässt seine seine Eindrücke aus den Proben einfließen]

  • Burg - Pherian


    Man merkt dem Diener nicht an, dass Pherian sich seinen Namen noch nicht gemerkt hat. "Für die wartenden Gäste hätten wir noch verdünnten Wein für die edlen Bürger, und Wasser für das gemeine Volk, Euer Hochwohlgeboren. Oder Tee. Und ich kann hier im Salon noch Küchlein für den Herrn Weitzmann auftischen", bemerkt Ertzel. Es sind alles nur vorsichtige Vorschläge, aber Pherian spürt, dass es dem Diener unangenehm ist, in der Grafenburg Wasser anzubieten. Nebenbei bemerkt Pherian jetzt, bei dem aufkommenden Tageslicht, die durchaus edlen Malereien in der Burg, besonders im Obergeschoß und in der Eingangshalle.


    Weitzmann führt seine Unterredung ohne seine beiden Kinder - was ist überhaupt mit Weitzmanns Frau? Unschicklich, so was zu fragen. "Sehr erfreut, Euch so bald wiederzusehen, Herr Marix", verneigt sich Weitzmann sehr höflich bis jetzt sogar ... kriecherisch? Zumindest ehrfurchtsvoll? Oder bloße Schleimerei? "Und ich möchte Euch und den übrigen neuen Herrschern von Zweimühlen gerne meine Dienste anbieten. Was den Handel angeht, denke ich, könnt Ihr getrost mir die Dinge überlassen. Ich bin schon sehr lange in dieser Gegend und weiß sehr wohl, wie ich zum Nutzen der Stadt handeln kann. Es könnte die Menschen hier in der Gegend verschrecken, wenn sie es auf einmal mit Fremden zu tun bekommen." Eine kaum getarnte Ansage, dass der Herr Weitzmann Pherians Idee, einen eigenen Handel aufzuziehen, rundweg ablehnt. "Und ich bin mir sicher, wir finden ein angemessenes Arrangement, das beiden Seiten von Nutzen ist, wie ich für Euch von Nutzen sein kann."

  • Burg - Cordovan


    "Nun, besser vergilbte Gesetzestexte als gar keine", meint Cordovan dazu und wirft in der Bibliothek ein paar Blicke hinein. Sollte der Diener zwischendurch noch einmal nach ihm sehen, spricht er diesen an. "Gibt es hier in der Burg einen Raum, den man als Amtsstube benutzen könnte? Einen Schreiber benötigen wir auch und wenn sich in der Stadt Rechtsgelehrte aufhalten, sollten diese bei mir vorstellig werden. Am Besten am morgigen Tag. Könnt Ihr einen entsprechenden Aufruf in die Wege leiten? Wie spät ist es eigentlich? Man sollte vielleicht langsam mal etwas essen, wenn man schon nicht schlafen kann. Sagt der Küche und meinen Gefährten Bescheid, dass es nachher zumindest ein anständiges Mittagsmahl gibt und ich alle meine Gefährten dazu erwarte. Für den Moment bringt mir bitte nur eine Kleinigkeit."

  • Burg - Pherian


    Pherian nickt Ertzel zu. “Ein exzellenter Vorschlag. Bitte mache das so, Ertzel. Es freut mich dass wir jemanden haben der das richtige Gespür und die Initiative besitzt um unsere Gäste angemessen zu empfangen. Es hat einen wichtigen Anteil am Erfolg für die Stadt wenn Gäste sich entsprechend wertgeschätzt fühlen.” bedankt er sich beim Hausdiener während er nochmal seine Notizen durchschaut. “Sag mir übrigens, wer ist denn die Dame die mich sprechen will?”


    Das fehlenden Saatgut und die fehlenden Helfern sind ohne Zweifel das wichtigste und dringendste Problem. Sonst gibt es keine Ernte und die Leute hungern. Gut dass ich mit den Bauern als letztes spreche, so kann ich versuchen bei den anderen Versuchen mein fehlendes Wissen aufzustocken. Hmmm, waren mein Gefährten nicht auch vorher beim Pfleger des Landes in Wutzenwald und er schuldet ihnen noch was? Vielleicht ist das ein Ansatzpunkt. In Gareth wäre Saatgut an der Kornbörse gar kein Problem aber wie das hierher bekommen....die Arbeiter sollte es ja geben, hier sind sicher viele die für etwas zu essen gerne anpacken.


    Dann muss ich in den Gesprächen auch noch verstehen was die Situation zwischen der Häusern Weitzmann und Sensendengler ist. Er scheint der Platzhirsch, sie abgeschlagen aber das mag auch daran liegen wie sie mit dem Frevler zusammengearbeitet haben. So oder so können wir es uns mit Weitzmann nicht direkt verscherzen aber von ihm abhängig sein können wir auch nicht...dann würde er uns auch nur ausnehmen.


    Als Herr Weitzmann dann hereinkommt, begrüßt Pherian ihn angemessen und freundlich, bevor er ihm den Sessel ihm gegenüber anbietet und sich auch setzt. Denkt er etwa dass er mich mit einer kleinen Verbeugung und etwas tun als würde er vor mir buckeln um den Finger wickeln kann....gut, er unterschätzt mich. Das kann ja durchaus einmal zum Vorteil gereichen....lasse ich ihn in dem Glauben. denkt sich Pherian während er die Scharade etwas mitspielt.


    “Es freut mich auch sehr Euch so schnell wieder zu sehen nachdem wir ja das Glück hatten uns bei der Andacht über den Weg zu laufen und dazu noch mit Eurer reizenden Tochter und Eurem Sohn.” steigt Pherian in die Diskussion ein und wartet mehrere Herzschläge bevor er weiterspricht, so als würde er seine Gedanken sammeln “Wie bereits angedeutet werde ich mich allen Bereichen des phexgefälligen Wohlergehens der Stadt widmen. Selbstverständlich kann es da beim Aufbau der Stadt auch nur helfen, wenn die Händler Zweimühlens gute Geschäfte machen, wobei ihr als erfolgreichster Händler natürlich eingeschlossen seid. Sagt, in welchen Bereichen betätigt ihr Euch denn dieser Tage? Als Teil meiner Einarbeitung versuche ich mir einen Überblick zu verschaffen wer in welchen Bereichen Aktiv ist. Auch hatte ich ja schon erwähnt dass ich auch selber eine kleine Platform zur Stillung meiner eigenen Passion für den Handel aufzubauen gedenke.“


    Pherian hält nach diesen positionierenden Plattitüden kurz ein als denke er weiter nach. „Arrangements sind selbstverständlich etwas mit dem ich aufgewachsen bin. Wir alle wissen dass ohne Vertrauen und Geschäfte zwischen sich vertrauenden Partnern fast nichts Fortschritt machen kann. Und dafür sind wir ja hier...quid pro quo wie wir zu Hause sagen zum Wohle Zweimühlens.“


    Er will etwas von mir, also mal schauen was und was er mir bietet.

  • Burg - Cordovan


    In der Burg stößt auch von Elenvina alsbald dazu und begibt sich als erstes zu Cordovan. "Lass nur, Ertzel", meint er zu dem Diener, der schon alle Hände voll zu tun hat und eben den Mund öffnen wollte, um Cordovan zu antworten. Er verneigt sich vor beiden ... "Euer Hochwohlgeboren und Euer Gnaden!" zu Cordovanund eilt zum nächsten Brandherd der Burg. Dennoch scheint es ihm gut zu tun, wieder alle Hände voll zu tun zu haben. Von unten steigt allen schon der Duft frisch gebackenen Brotes in die Nase. In der Küche bereiten die Mägde das Frühstück oder das Vormittagsmahl oder wie immer man es nennen will. "Darf ich?" fragt von Elenvina, und wartet Cordovans Erlaubnis ab, bevor er sich schwer in einen der gepolsterten Stühle setzt. "Eine Amtsstube gibt es hier in der Burg nicht, Euer Gnaden. Die Grafen vor Euch, so auch die letzten beiden Gräfinnen, denen zu dienen ich die hohe Ehre hatte, sie arbeiteten in ihrem Studierzimmer und sprachen Recht in der großen Halle, der zugleich Thronsaal ist. Allerdings ... nun, es gab bis vor der großen Katastrophe, die dies Land ereilt hat, ein Magistratsgebäude. Ich denke, Ihr habt es schon gesehen. Es liegt direkt gegenüber der Burg am anderen Ende des Burgplatzes. Das Gebäude mit den herrlichen Außenmalereien, das nun jedoch ... nun, es dauert mich, es sagen zu müssen ... es ist derozeiten ein Bordell dort eingerichtet." Die Worte läßt von Elenvina erst einmal wirken, ehe er weiterspricht. "Ihr solltet vielleicht auch erwägen, die Rechtsprechung einem verdienten Bürger der Stadt zu übertragen. So war es ganz früher in der Stadt. Es ist nur eine Möglichkeit, wenn Ihr nicht mit all den Kleinigkeiten überschwemmt werden wollt, die die Bürger dieser Stadt bedrücken. Mal rutscht eine Hand aus, mal wird ein Kaninchen gestohlen." Er schaut Cordovan an, eher er noch weiterspricht: "Jedenfalls, dieser Bürger der Stadt, der Ihr die Rechtsprechung übertragt, zahlt Euch dafür eine Gebühr, und Ihr und Eure Gefährten seid entlastet."


    Burg - Pherian


    "Habt Dank, Euer Hochwohlgeboren." Der Diener Ertzel verneigt sich stolz ob des Lobes auch vor Pherian und organisiert schon einmal alles Nötige.


    Der alte Weitzmann stützt sich im Sitzen auf seinen fein verzierten Gehstock und betrachtet Pherian aufmerksam. "Wie ich schon sagte ... Ich handele mit allem, was die Stadt benötigt, und zu gemeinsamem Nutzen. Ich handele mit Lebensmitteln, auch Luxusgütern, wer sie sich leisten kann, mit Tuchen und Kleidern, Holz und Metall. Und ..." Weitzmann macht eine bedeutungsschwangere Pause "... ich handele auch zum Nutzen der Herren der Stadt. Wie Ihr sicher wisst, wird der Zehnt größtenteils in Naturalien entrichtet. Gemäß alter Abmachung organisiere ich den Verkauf dieser Naturalien auf den Märkten der Umgebung oder auch hier und liefere, abzüglich meiner Provision von nur zehn Prozent, den Erlös bei den Herren der Stadt ab. Mein Vorschlag wäre, es dabei zu belassen. Zu beiderseitigem Nutzen wiederum. Ich wüsste auch nicht, weshalb die Herren der Stadt - wie Ihr - noch Handel treiben sollten. Es gibt nicht allzuviel zu handeln hier - nicht für drei Händler." Er betrachtet seine wohlgepflegten Finger. "Ich würde mich auch erkenntlich zeigen und Euch vielleicht mit Dingen versorgen, auf die Ihr sonst womöglich keinen Zugriff habt. Ihr müsst nur danach fragen, und ich denke, ich kann sehr viel beschaffen." Wieder schaut er Pherian sehr aufmerksam an.

  • Burg - Pherian


    Er monetarisiert also den Zehnt....ein gutes Geschäft weil man neben der Komission auch noch den Verkaufspreis manipulieren kann und sich so von beiden Seiten bezahlen lässt. Mann muss den Hut vor ihm ziehen, er hat sich gut eingerichtet. Es wird auch etwas brauchen bis ich die Märkte hier ausreichend verstehe um zu verstehen ob er unehrlich ist oder nicht. Derzeit hält er sich sicher für unersetzlich und ist das vielleicht auch. denkt sich Pherian während er Herrn Weitzmann freundlich nickend zuhoert.


    "Die Monetarisierung des Zehnt ist natürlich wichtig um die Herren der Stadt die Möglichkeit zu geben sie zu schützen und gedeihen zu lassen. Da stimme ich Euch zu, bei solchen Margen ist sicher kein Platz für einen dritten Händler." lacht er leutselig. "Ich nehme an, dass ihr von Meisterin Sensendengler sprecht wenn ihr das andere Handelshaus meint? Womit beschäftigt sie sich denn?"


    Er macht eine kurze Pause "Ich habe die Ehre mich unter anderem um diese Belange zu kümmern und will derzeit erst einmal nur die Lage der Stadt verstehen. So denke ich dass wir für den Moment das Arrangement beibehalten sollten. Man will ja nie etwas überstürzen und wir beide Wissen dass Stabilität wichtig ist für Händler wie uns. Bezüglich meiner eigenen Aktivitäten werde ich auch nichts überstürzen allerdings sitzt meine Passion für das Handeln genauso tief wie die Eure, so dass es einen Platz zu finden gilt....wobei es sicher im Kopf zu behalten ist, dass man Märkte auch mit zuviel Wettbewerb zerstören kann." meint er nachdenklich. Jetzt denke nicht, dass du mich aus deinem Markt heraushalten kannst...natürlich werde ich hier aktiv werden...mit dir oder gegen dich....und denke blos nicht dass ich so einfach herumzuschubsen bin wie die anderen Händler hier. Ich hoffe er hat den Hinweis mit zeitweiligen Beibehalten des Arrangements verstanden...


    "Ich freue mich sehr mit Euch in der Zukunft Geschäfte zu machen, sowohl in meiner Rolle als Mitglied der Herrschaft als auch als kleiner Geschäftsmann. Sagt, was ist denn derzeit Euer gängiger Preis für Saatgut?".

  • Burg - Cordovan


    "Natürlich", antwortet Cordovan und deutet auf einen freien Platz. "Es freut mich sogar, dass Ihr zu mir stoßen konntet. Eine komplette Herrschaft samt Verwaltung zu übernehmen, macht man nicht alle Tage. Da ist es gut, wenn einem erfahrene Kräfte zur Seite stehen." Als die Sprache auf das Bordell kommt, hebt Cordovan die Augenbrauen und kratzt sich am Hinterkopf. "Nun, ich nehme an, solche Etablissements bleiben nicht aus, in einem von Söldnern dominierten Landstrich. Man müsste sich dort mal die Verhältnisse anschauen, ob man es eventuell schließen muss oder ob eine Verlegung in ein anderes leer stehendes Gebäude ausreicht. Direkt gegenüber der Burg ist es jedenfalls nicht das repräsentative Zeichen, dass wir aussenden möchten."


    Dann nickt der Geweihte wieder und unterdrückt ein leichtes Gähnen. "Das werden wir nicht nur vielleicht, sondern ganz sicher erwägen. Falls Ihr in dieser Hinsicht irgendwelche Empfehlungen aussprechen könnt, wäre ich Euch sehr verbunden. Selbstverständlich werde ich mit allen Anwärtern auch selbst noch einmal sprechen. Morgen, wenn nichts dazwischenkommt. Gibt es hier im Ort noch einen Scharfrichter von vor der Zeit Nekrorius'?"

  • Burg - Pherian


    "Wenn Ihr selbst Händler seid ... habe ich schon einmal von Euch gehört?" Weitzmann kneift etwas die Augen zusammen und scheint zu überlegen. "Nun, wie auch immer. Wenn Ihr meint, dann belassen wir es für den Augenblick bei diesem, wie man sagen kann ... Arrangement. Zu Sensendenglers mag ich nichts sagen. Wir sind Konkurrenten, mehr möchte ich nicht über die Familie sagen", bekräftigt er nochmals. "Wie ich, so hat ja auch Frau Sensendengler wohl gleich eine Audienz bei Euch. Da kann sie für sich selbst sprechen. Was ich noch sagen möchte, nur als wohlgemeinter Rat: Die Herren der Stadt betätigten sich nie im Handel. Und zwar mit gutem Grund. Wenn Ihr Herr der Stadt sein wollt", er wirft einen Blick auf den Schlüssel der Stadt, "solltet Ihr einige der Traditionen bewahren, die sich bereits bewährt haben. Lasst die Händler Handel treiben, und kommt Ihr mir entgegen, komme auch ich Euch entgegen." Weitzmann wartet kurz, ehe er Pherians Frage nach dem Saatgut aufgreift. "Saatgut? Das ist äußerst schwer zu beschaffen. Aber ich könnte sicher etwas besorgen. 1 Silbertaler das Pfund werdet Ihr allerdings rechnen müssen. Wenn Ihr etwas haben wollt, können wir gerne einen Kontrakt aufsetzen. Wobei - Ihr müsst auch mich verstehen - ich dann auch gerne eine Fixierung der bisherigen Vereinbarung für einen genaueren Zeitraum hätte als nur für den Moment." Er lächelt Pherian salbungsvoll an und erhebt sich. "Ihr könnt einfach nach mir schicken, wenn Ihr es Euch überlegt habt. Sicher hat es noch Zeit. ... Aber verzeiht, ich dachte, ich könnte auch den übrigen Herrschaften der Stadt meine Ehrerbietung erweisen. Sicher kann ich auch noch die gelehrte Dame aus Punin sprechen und die beiden Ehrwürden, die die Predigt gehalten haben?"


    (Zwischenzeitlich hat Ertzel auch nach draußen gesehen, welche Dame Pherian gemeint hat, und reicht ihm einen Zettel, auf den in etwas verhunzten Kusliker Zeichen ein Name gekrakelt ist: "Frau Pervalia Hungertuch, Geldverleiherin". Mit keiner Miene macht Ertzel deutlich, was er über die betreffende Dame denkt."


    Burg - Cordovan


    "Natürlich wäre es für das Ansehen der Stadt und besonders an diesem Platz von Vorteil, wenn weder das Bordell noch diese üble Spelunke, die "Blutgrube" hier ansässig wären. Allerdings wird es böses Blut geben, würde man diese ... Etablissements schließen", führt von Elenvina aus, ohne eine wirkliche Meinung zu dem Ganzen zu äußern. "Was die Stellung als Richter angeht, so wird sicher der Herr Weitzmann, Euer Namensvetter, ein gutes Angebot unterbreiten. Er ist auch ein wirklich verdienter Bürger dieser Stadt, das darf man sagen. Und was einen Scharfrichter angeht, so muss ich Euch leider sagen, dass es deren keinen mehr in dieser Stadt gibt. Auch ein Amt, das neu vergeben werden müsste. Vielleicht jemand von der Garde?" schlägt der Verwalter vor.

  • Marktplatz und Wachgebäude

    Yarine teilt erst einmal die verbliebenen Wachen für das Tor ein. Die Losung ist recht klar. Keiner der Flüchtigen verlässt die Stadt.

    Die bereits gefangen gesetzten lässt sie in die Zellen bringen, bevor sie sich die angesprochenen Listen sichert.

    Bringt mir zuerst einmal diesen Ron. Ich will mit ihm reden. Ich bin in der Wachstube.

    Dann schaut sie einen der Männer an, der positiv über die Freischärlerin gesprochen hat. Auf ein paar Worte, bestellt sie ihn als ersten der Wache zum Gespräch.

    Ich gehe mal davon aus, dass ihr wisst wo ungefähr diese Freischärler sich aufhalten. Überbringt ihnen eine Nachricht von mir, persönlich wenn möglich. sonst hinterlasst ihnen diesen Brief Sie sucht einen Briefbogen und setzt ein kurzes Schreiben auf, erklärt ihm auch den Inhalt.

    "An die Freischärler Zweimühlens

    Die Herrschaft Nekorius hat ein Ende. Ich Yarine sala Ishanna sulefsunya, Teil des neuen Herrscherrats habe viel über euch gehört und wünsche ein Gespräch mit eurer Anführerin. Ich sichere euch, Maline Ochsenbrecher, freies Geleit zu, bei meiner Ehre und der meiner Vorfahren."

    Den Brief siegelt sie mit ihrem Siegelring, der sie als Schwertgesellin ausweist.


    Zuerst schaut sie sich in der Wache um und verschafft sich dort einen Überblick über die Situation, vornehmlich der Waffen. Danach versucht sie sich mit Hilfe der Liste und des Buches einen ersten Eindruck von der Stadt zu machen.

    Fear cuts deeper than swords.

  • Marktplatz und Wachgebäude - Yarine


    Der Mann, der den Freischärlern die Nachricht überbringen soll, ziert sich ziemlich und will nicht wirklich heraus damit, ob er den Lagerort der Truppe kennt oder nicht. Erst als Yarine die Nachricht schreibt und die anderen auf ihn einreden, lässt er sich überzeugen. Er macht sich dann auch gleich auf den Weg, sagt aber nicht, wohin.


    Irgendwann später erscheint in der Garnison der immer noch stark geschwächte, ehemals "fette" und jetzt ziemlich abgemagerte, aber schon wieder frech grinsende Ron. Stützen lassen muss er sich allerdings noch von einer Frau aus der Stadtgarde. "Ihr wolltet mich sprechen, hörte ich?" Die Frau lässt ihn schwer auf einen Stuhl fallen, denn so recht wollen Rons Beine auch noch nicht, dann verzieht sie sich schon wieder. Erst jetzt sieht Yarine die Hautlappen, die an Ron hängen und unter seiner Kleidung herumschlabbern. Besonders gut riechen tut er auch nicht, was allerdings seiner langen Gefangenschaft, Folter und dem fehlenden Bad geschuldet ist. "Wenn Ihr auch zu denen gehört, die mich befreit haben, sag ich mal Danke." Er atmet schwer. "Ihr wolltet mich sprechen?" wiederholt er einfach, weil ihm wohl grad nichts Besseres einfällt.


    (Die Bücher bedürfen eines genaueren Studiums, erlauben aber - so in der Kürze - einen ziemlich genauen Überblick darüber, was jeder Bewohner der Stadt, sofern erwachsen oder auffällig geworden, an Aufgabe und Funktion ausgeübt hat, wer womit sein Geld verdient, wer als Spitzel aktiv war. Auch ist erkennbar, welche Personen sich wann in der Stadt befunden haben, wobei zu etlichen auch der Vermerk: "Zeremonie" verzeichnet ist, was kein gutes Zeichen sein dürfte. Da die Aufzeichnungen erst begonnen wurden, als Nekrorius und Neb die Herrschaft übernommen haben, sind sie eher ungenau und grob. Immerhin kann Yarine schnell drei Spitzel aus den Dokumenten herauslesen, die aktiv tätig waren, und Namen von wenigstens 10, die Nekrorius und Neb für so "vertrauenswürdig" erachteten, dass sie sich von ihnen Beobachtungen über Bewohner der Stadt erhofften. Näheres findet sich auch zu Größen der Stadt wie Cordovan Weitzmann, zu dem auch Bestechungsgelder vermerkt wurden, die er an Nekrorius und Neb gezahlt hat. Bestechungsgelder wurden auch von Durchreisenden gezahlt - möglicherweise erpresst. Ansonsten sind viele Angaben eher politisch allgemein und ungenau. So wurde zu Frau Sensendengler ein "Aufrührer" notiert, zu einer Frau Hungertuch "harmlos", zum Wirt des "Mogul Nekrorius" ein "Feigling und leicht beeinflussbar".)

  • Burg - Pherian



    Herr Weitzmanns Stichelei kommentiert Pherian nur mit einem freundlichen Lächeln. Das haben schon ganz andere versucht und dann versucht er mich mit den Traditionen herumzuschubsen. Was meint er denn sind die Adeligen im Horasreich? Die handeln ja alle und ich kann mir kaum vorstellen dass die großen Geschlechter dieser Lande nicht an der Seite auch noch ihre Geschäfte machen. Aber erstaunlich dass er Traditionen bemüht....es mag alles sehr altbacken sein hier in diesem Bezug, vielleicht brauche ich dann eine Mirhamionette dafür, quasi wie im Tempel wo man den richtigen Geweihten auch nie erkennt.


    "Das freut mich Herr Weitzmann, dass wir uns so gut verstehen. Durch Entgegenkommen lasst sich viel lösen....und wie ihr wisst geht es immer darum den richtigen Platz in der Welt zu finden und ein Vermächtnis zu hinterlassen." bestaetigt er den Kommentar Weitzmanns auch wenn er auf die versteckte Warnung in keinster Weise eingeht. Mit mir oder gegen mich....lieber hätte ich dich als Verbündeten aber nach deiner Pfeife tanzen werde ich nicht, gerade wenn du dich vorher schon dem Mogul angebiedert hast. "Danke auch für Eure Quotierung auf das Saatgut. Ich werde das überlegen und mich entsprechend zurück melden." bedankt sich Pherian fuer den Preis. Er meint anscheinend, dass er hier seinen Hebel gefunden hat. immer hilfreich zu sehen wie Leute reagieren wenn sie glauben einen Trumpf in der Hand zu haben.


    "Selbstverständlich solltet ihr den beiden Eure Aufwartung machen. Hochwuerden Greifental und Baronessa Jesabela werden sich sicher freuen." meint er leutselig als er Herrn Weitzmann zur Tuer begleitet und ihn sehr hoeflich verabschiedet. "Bitte richtet auch meine Gruesse an Meister Haselwulf und Eure Tochter Cecilia aus."


    Als Herr Weitzmann das Zimmer verlassen hat, schreibt Pherian je eine kurze Notiz an Cordovan und Jesabela, die er Ertzel überbringen lässt. Beide 'warnt' er dass Herr Weizmann bei Ihnen vorstellig werden wird und seine kurze Einschätzung, dass er als wichtigster Handelsherr wichtig für die Stadt ist aber auch vorsichtig behandelt werden muss da er schon versucht hat Druck auszuüben. Er erwähnt auch die Notwendigkeit des Saatgutes und fragt ob die Gefährten hier den Pfleger des Landes um Hilfe bitten können.


    Er dankt Ertzel für die Notiz und bittet ihn Frau Sensendengler zu ihm zu bitten.

  • Burg - Pherian


    "Die Grüße richte ich gerne aus - und meine Empfehlung an Eure Mitregenten", verabschiedet sich der alte Weitzmann nicht weniger höflich als umgekehrt Pherian. Dann spaziert er samt Gehstock vondannen, und Ertzel führt Frau Sensendengler herein, die einen vorsichtig-misstrauischen Eindruck erweckt. "Die Zwölfe zum Gruße", äußert sie ganz klassisch zur Begrüßung und nimmt nun ihrerseits Platz auf der anderen Seite des Tisches. Ertzel räumt flink die Tasse ab, fragt nach dem Gewünschten und füllt das Gebäck wieder auf. Frau Sensendengler wartet, bis Ertzel gegangen ist, und richtet dann ihrerseits das Wort an Pherian: "Vielen Dank, dass ich zumindest an zweiter Stelle eine Audienz erhalte. Und das meine ich ernst. Mir ist durchaus bewusst, dass Herr Weitzmann sehr viel mehr zu bieten hat als ich. Was auch daran liegt, dass ... Nein, entschuldigt", schüttelt sie schnell den Kopf. "Das gehört nicht hierher. Ich komme ohne Umschweife zur Sache, wenn Ihr erlaubt: Es ist ein Traum, und doch habe ich große Pläne, von denen ich nicht weiß, ob Ihr sie unterstützen mögt. Darum möchte ich fragen, was Ihr plant und wie wir Händler von Zweimühlen da reinpassen."